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	<title>Mann von Neu Versen - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Mann_von_Neu_Versen&amp;diff=374534&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Kompetenter: HC: Ergänze Kategorie:Person unbekannten Namens</title>
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		<updated>2026-03-24T01:20:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=WP:HC&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;WP:HC (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;HC&lt;/a&gt;: Ergänze &lt;a href=&quot;/index.php?title=Kategorie:Person_unbekannten_Namens&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Kategorie:Person unbekannten Namens (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Kategorie:Person unbekannten Namens&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Roter Franz Hannover.jpg|mini|hochkant=1.8|Mann von Neu Versen, ausgestellt im [[Niedersächsisches Landesmuseum|Niedersächsischen Landesmuseum]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mann von Neu Versen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Roter Franz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; genannt, ist eine [[eisenzeit]]liche [[Moorleiche]], die 1900 nördlich von [[Versen (Meppen)|Neu Versen]] bei [[Meppen]] im [[Landkreis Emsland|Emsland]] im [[Bourtanger Moor]] gefunden wurde. Sie ist Niedersachsens bekannteste Moorleiche und ein Besuchermagnet im [[Niedersächsisches Landesmuseum|Niedersächsischen Landesmuseum]] in [[Hannover]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fundgeschichte ==&lt;br /&gt;
Der Mann von Neu Versen wurde von Bernard Herbers aus Versen am 8. Juni [[1900]] entdeckt, der zusammen mit seiner zehnjährigen Schwester Anna Helena den [[Torfstechen|Torfstich]] für seine Eltern vorbereitete. Der Fundplatz lag im [[Bourtanger Moor]], etwa 20 Minuten Fußmarsch nördlich der letzten Häuser von Neu Versen. Beim Abtragen der unbrauchbaren obersten Moorschicht stieß er mit seinem Spaten auf ein Hindernis. In der Annahme, es handele sich um eine Wurzel, stieß er den Spaten mehrfach nach und grub schließlich von Hand weiter. Als er in einer Tiefe von etwa 50&amp;amp;nbsp;cm menschliche Überreste erkannte, entfernte er sich entsetzt. Laut einem Eintrag im [[Wesuwe]]r [[Kirchenbuch]] wurde die noch relativ gut erhaltene Leiche geborgen, in einen [[Sarg]] gelegt und am 12. Juni auf dem Vorplatz, an der nördlichen Einfriedungsmauer des [[Friedhof]]es, auf ungeweihtem Boden bestattet. [[Konservator]] &amp;lt;!--Vorname --&amp;gt;Reimers vom Provinzialmuseum Hannover erfuhr durch den Groß Fullener Forstrat [[Georg Quaet-Faslem (Förster)|Quaet-Faslem]] von diesem Fund. Er bat in einem Brief vom 17. Juni den Groß Fullener Moorvogt &amp;lt;!--Vorname --&amp;gt;Barjenbruch um möglichst baldige Überstellung der kompletten Moorleiche, da sie für die Altertumsforschung sehr wichtig sei. Da Reimers nach längerer Zeit keine Antwort von Barjenbuch erhielt und um den Erhalt der Moorleiche fürchtete, wandte er sich in einem Brief am 23. Oktober an den Sanitätsrat &amp;lt;!--Vorname --&amp;gt;Többen. Schließlich traf die Moorleiche am 16. November 1900, fünf Monate nach ihrer Entdeckung, im Museum ein. In seinem Begleitschreiben berichtete Többen, dass es vor Ort nicht näher genannte Schwierigkeiten gab, in den Besitz der Moorleiche zu gelangen und bat um Erstattung seiner Auslagen von 11 [[Goldmark|Mark]].&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;Fundort: {{Coordinate|article=/|text=DMS|NS=52.717839|EW=7.151413|type=landmark|region=DE-NI}}&amp;lt;ref&amp;gt;{{ Literatur |Autor=Franz-Josef Böckermann |Titel=Der „Rote Franz“ aus Neuversen - Eine Moorleiche erwacht zu neuem Leben |Sammelwerk=Emsländische Geschichte |Band=10 |Ort=Haselünne |Datum=2003 |Seiten=30 |ISSN=0947-8582 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Etwa ein Jahr nach dem Fund wurde 1901 nur vier Meter entfernt ein Stück grünes Tuch gefunden, das nach Aussage des Gemeindevorstehers in der Größe einer zusammengerollten [[Pferdedecke]] glich. Da das Stoffstück aber verfallen war und man es nicht als wichtig erachtete, wurde es gleich wieder fort geworfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verwechslungen ===&lt;br /&gt;
Im Jahre 1909 versuchte [[Hans Hahne (Prähistoriker)|Hans Hahne]] für seine Erstpublikation des Fundes, die Fundgeschichte der Moorleiche zu rekonstruieren. Dabei unterliefen ihm, wie auch einigen nachfolgenden Autoren, aufgrund unklarer Informationen der Vögte und Amtsärzte sowie einiger in Akten verlorener Notizen einige Verwechslungen mit der Fundgeschichte der Moorleichen von Landegge. Diese wurde am 6. Juni 1861 von Joh. Gerhard Klene aus [[Meppen]] gefunden und nach einer Leichenschau durch den [[Altharen]]er Amtsvogt &amp;lt;!--Vorname --&amp;gt;Münch wieder bestattet. Auch auf Nachfrage bei den beteiligten Findern, Vögten und Amtsärzten konnte Hahne die Fundgeschichte für die Erstpublikation der Moorleiche nicht genau ermitteln. Weitere Ungereimtheiten recherchierte [[Peter Pieper]], nachdem er Hermann Herbers, den Sohn des Finders des &amp;#039;&amp;#039;„Roten Franz“&amp;#039;&amp;#039; Bernhard Herbers befragte. Dieser berichtete, dass der damalige Stadtvogt &amp;lt;!--Vorname --&amp;gt;Klene (namensgleich mit dem Finder der Moorleiche aus Landegge) die Überstellung der Moorleiche aus Neu Versen an das Provinzialmuseum veranlasst hätte. Zahlreiche dieser Ungereimtheiten konnte Sabine Eisenbeiß im Jahre 2001 bei der Neubearbeitung der Akten zu den Moorleichen im Museum jedoch auflösen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Sabine Eisenbeiß |Hrsg=Niedersächsischer Landesverein für Urgeschichte |Titel=Die Moorleiche von Neu Versen |Sammelwerk=Die Kunde N.F. |Nummer=52 |Ort=Hildesheim |Datum=2001 |Seiten=89-98 |ISSN=0342-0736}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Verbleib ==&lt;br /&gt;
Der unter der Inventar-Nr. 17351 geführte Mann von Neu Versen wurde aufgrund seiner Popularität und seines [[Spitzname]]ns &amp;#039;&amp;#039;„Roter Franz“&amp;#039;&amp;#039; schnell zu einem der Besuchermagnete des Niedersächsischen Landesmuseums. Seit der Ankunft im damals noch hannöverschen Provinzialmuseum wurde die Moorleiche immer wieder mit den jeweils verfügbaren Methoden untersucht. Zuletzt geschah dies in den Jahren 2000 bis 2002 im Vorfeld der [[Wanderausstellung]] &amp;#039;&amp;#039;Der Tempel im Moor&amp;#039;&amp;#039;, in der zahlreiche [[Befund (Archäologie)|Fund]]e aus [[Nordeuropa|nordeuropäischen]] [[Moor]]en international gezeigt wurden. Für diese Ausstellung wurde auf Basis der [[Radiologie|radiologischen]] Befunde eine [[Gesichtsrekonstruktion]] des Mannes angefertigt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{ Literatur |Autor=Franz-Josef Böckermann |Titel=Der „Rote Franz“ aus Neuversen - Eine Moorleiche erwacht zu neuem Leben |Sammelwerk=Emsländische Geschichte |Band=10 |Ort=Haselünne |Datum=2003 |Seiten=10–31 |ISSN=0947-8582 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese wurde zusammen mit seinen Überresten in den Jahren 2002 bis 2005 im Forum des Niedersächsischen Landesmuseums und später im [[Canadian Museum of Civilization]] in Hull ([[Gatineau]], [[Québec (Stadt)|Quebec]]), im [[Glenbow Museum]] in [[Calgary]] und im [[Drents Museum]] in [[Assen]] gezeigt. Seither befindet sich der &amp;#039;&amp;#039;„Rote Franz“&amp;#039;&amp;#039; wieder in der Obhut des Niedersächsischen Landesmuseums in Hannover.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Befunde ==&lt;br /&gt;
Die Moorleiche von Neu Versen wurde anscheinend unbekleidet in der Übergangsschicht vom Weiß- und Schwarztorf in etwa 50&amp;amp;nbsp;cm Tiefe gefunden. Sie lag auf dem Rücken in west-östlicher Ausrichtung, mit dem Kopf in Richtung Westen und dem Gesicht nach oben. Bei der Auffindung und Bergung wurde die Leiche durch Spatenstiche an den Beinen beschädigt, wobei vor allem die Langknochen zahlreiche glatte Durchtrennungen erlitten. Die Haut der Leiche war nach Aussage der Finder bei der Entdeckung noch fast vollständig erhalten und hatte eine schwarzbraune Farbe. Jetzt fehlen größere Teile vor allem im Bereich der unteren Körperregion. Die erhaltene Haut hat eine zähe, lederartige Struktur und ist ebenfalls von brauner bis schwarzer Farbe.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Falk Georges Bechara |Titel=Histologische, elektronenmikroskopische, immunhistologische und IR-spektroskopische Untersuchungen an der Haut 2000 Jahre alter Moorleichen |TitelErg=Dissertation |Verlag=Ruhr-Universität |Ort=Bochum |Datum=2001 |Online=http://www-brs.ub.ruhr-uni-bochum.de/netahtml/HSS/Diss/BecharaFalkGeorges/diss.pdf |Abruf=2009-10-20}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Leiche wurden weder Kleidung noch Ausrüstungsgegenstände dokumentiert. Ob das im Jahre 1901 in vier Metern Entfernung zur Leiche gefundene und gleich wieder entsorgte Stoffstück in einer direkten Beziehung zu dem Fund des Mannes von Neu Versen steht, lässt sich nicht mehr klären. Ob der Mann jedoch nackt ins Moor gelangte, lässt sich nicht bestätigen, da eine möglicherweise vorhandene Bekleidung aus [[Flachsfaser|Leinengewebe]] im [[Huminsäuren|sauren Moormilieu]] vergangen sein könnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Medizinische Befunde ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Mann von Neu Versen 1900.png|mini|Zeichnerische Darstellung des Mannes von Neu Versen in Fundlage. Die geraden Striche markieren die Verletzungen durch den Torfspaten]]&lt;br /&gt;
Bei der Leiche handelt es sich nach neuesten [[Obduktion|gerichtsmedizinischen Untersuchungen]] um einen etwa 25–32 Jahre alten und gesunden Mann. Die [[Geschlechtsmerkmal|Geschlechtsbestimmung]] als männlich konnte durch den deutlichen Bartwuchs, vorhandene Reste des [[Scrotum]]lappens sowie aufgrund der Becken- und Schädelmerkmale zweifelsfrei bestätigt werden. Die bei der Auffindung noch 165&amp;amp;nbsp;cm messende Leiche ist durch die Trocknung auf gegenwärtig 146&amp;amp;nbsp;cm geschrumpft. Zu Lebzeiten hatte der Mann von Neu Versen mit 180 bis 185 Zentimetern eine für seine Zeit überdurchschnittliche Körpergröße. Bis auf die Beschädigungen durch die Bergung zeigt sein [[Skelett]] keine [[Arthrose]] oder sonstige krankheits- oder mangelernährungsbedingten Veränderungen. Lediglich ein [[Lendenwirbel]] (LW 2) weist einen kleinen [[Osteophyt]] auf, der jedoch nicht krankhaft war und zu Lebzeiten keine Beeinträchtigung bedeutete. Beide [[Oberschenkelknochen|Oberschenkelköpfe]] zeigen deutliche &amp;#039;&amp;#039;Reiterfacetten&amp;#039;&amp;#039;, die im Zusammenhang mit entsprechend stark ausgebildeten [[Ursprung und Ansatz|Muskelansatzmarken]] der vorderen Oberschenkelmuskel darauf schließen lassen, dass der Mann von Neu Versen lange Zeit seines Lebens [[Reiten|geritten]] ist. Sein rechtes [[Schlüsselbein]] weist eine verheilte Fraktur auf, die vermutlich mit einer 2002 entdeckten [[Läsion]] im rechten [[Schultergelenk]] in Verbindung steht. Diese [[Trauma (Medizin)|Verletzungen]] erlitt der Mann vermutlich durch einen Speer- oder Pfeiltreffer mit einem anschließenden Sturz vom Pferd. Beide Verletzungen waren jedoch relativ gut verheilt, hatten aber möglicherweise eine leicht nach vorne gebeugte Schulterhaltung zur Folge. Sein gut ausgeformtes Gebiss ist vollständig, war [[Karies|karies-]] und [[parodontose]]frei und zeigt keine Veränderungen infolge von Beschädigungen oder Abnutzung. Durch die lange Lagerung im sauren Moormilieu sind die Zähne entkalkt, wirken deutlich kleiner und die [[Dentin]]schichten haben eine braune bis schwarze Farbe angenommen. Einige Zähne sind &amp;#039;&amp;#039;post mortem&amp;#039;&amp;#039; ausgefallen und wurden bei früheren Bearbeitungen teilweise an falscher Stelle wieder in das Gebiss eingesetzt. Im unteren Oberkörper erhielten sich weiße Organreste, die aufgrund der Form und Lage als [[Leber]] identifiziert wurden. Bereits bei der Auffindung fehlten der Leiche beide Ohren, was in der Vergangenheit zu Diskussionen führte, ob sie dem Mann vor seinem Tode [[Amputation|abgeschnitten]] wurden. Höchstwahrscheinlich geht deren Fehlen aber auf Tierfraß unmittelbar nach dem Tode zurück, noch bevor die Leiche vollständig vom Moor umschlossen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Peter Pieper |Hrsg=Niedersächsischer Landesverein für Urgeschichte |Titel=Die Moorleiche von Neu Versen, genannt „Roter Franz“, im Landesmuseum Hannover |Sammelwerk=Die Kunde N.F. |Nummer=52 |Ort=Hildesheim |Datum=2001 |Seiten=99-109 |ISSN=0342-0736}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Henning Haßmann, Hans Dieter Tröger |Hrsg=Niedersächsischer Landesverein für Urgeschichte |Titel=Neue forensische Untersuchung des „Roten Franz“ |Sammelwerk=Die Kunde N.F. |Nummer=52 |Ort=Hannover |Datum=2001 |Seiten=111 |ISSN=0342-0736}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Frisur ===&lt;br /&gt;
Durch die besonderen [[Erhaltungsbedingungen für organisches Material]] im [[Moorboden]] haben sich an Kopf und Rumpf der Moorleiche die Weichteile und die Haut teilweise erhalten, auch Kinn-, Lippen- und Backenbart sowie Kopf- und Schamhaare sind noch vorhanden. Seine Haare waren wellig bis leicht lockig und sind durch die lange Lagerung im Moorwasser rotbraun verfärbt, was ihm den [[Spitzname]]n &amp;#039;&amp;#039;„Roter Franz“&amp;#039;&amp;#039; einbrachte. Die ursprüngliche Haarfarbe wird aufgrund der unter dem Mikroskop sichtbaren dunklen Markstränge der Haare als blond oder rot angenommen. Die etwa 18 bis 20&amp;amp;nbsp;cm langen Haare auf dem Oberkopf trug der Mann von Neu Versen zu einem Mittelscheitel gekämmt, wohingegen sie im Stirn- und Schläfenbereich auf etwa 11&amp;amp;nbsp;cm eingekürzt waren. Die Haare der Seiten und des Nackens hatte er bis in Höhe des Haarwirbels gleichmäßig auf 7,5&amp;amp;nbsp;mm, zu einer heute als [[Undercut (Frisur)|Undercut]] bezeichneten Frisur, geschoren. An seiner Stirn zeichnet sich eine beginnende leichte Stirnglatze ab. Sein dichter Kinn- und Wangenbart war mit einer scharfen Klinge auf sieben bis acht Millimeter gekürzt und sein [[Oberlippenbart]] an den Seiten auf eine Länge von 15&amp;amp;nbsp;mm und in der Mitte deutlich kürzer gestutzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Todesursache ===&lt;br /&gt;
Ein Einschnitt auf der linken Halsseite mit einer korrespondierenden kleineren Hautverletzung oberhalb des linken Schlüsselbeins deutet an, dass der Mann durch einen Halsschnitt getötet wurde, der nach Ansicht der Ärzte und Gerichtsmediziner die Verletzung größerer Blutgefäße im Hals zur Folge hatte. Daraus ergeben sich zwei mögliche Szenarien:&lt;br /&gt;
# Der Mann von Neu Versen wurde als [[Germanen|germanisches]] [[Menschenopfer]] mit einem Schnitt durch die Kehle getötet und anschließend im [[Moor]] versenkt. Die Lage der Leiche wäre zumindest für ein Menschenopfer ungewöhnlich. Menschenopfer wurden meist, wie z. B. der [[Tollund-Mann]], sorgfältig im Moor niedergelegt, als würden sie schlafen. Der Mann von Neu Versen lag jedoch mit dem Gesicht nach oben, den Hals zurückgebogen und die Beine angezogen nach rechts gedreht.&lt;br /&gt;
# Es könnte sich bei dieser Moorleiche um das Opfer eines [[Raubmord]]s handeln. Die Verformung der [[Oberschenkelknochen]] lässt auf eine langjährige Tätigkeit als [[Reiten|Reiter]], die verheilten Verletzungen auf Kriegshandlungen schließen. Somit könnte der &amp;#039;&amp;#039;„Rote Franz“&amp;#039;&amp;#039; auch ein germanischer Reiterkrieger gewesen sein, der in den Diensten einer römischen [[Hilfstruppe|Auxilia]] stand. Ein solcher Mann hätte neben einem Pferd wertvolle Waffen und wahrscheinlich aufwändige Kleidung besessen und könnte daher ein lohnendes Ziel für einen Überfall gewesen sein. Gestützt wird diese Theorie durch die 1957 von Hayen analysierte Verteilung der einzelnen Pollenarten an der Leiche, die darauf hindeuten, dass der Mann nicht in einem feuchten Moor versenkt oder eingegraben wurde, sondern eilig in einer [[Bult-Schlenken-Komplex|Schlenke]] im Moor deponiert wurde, in der er noch einige Zeit offen lag, bevor er endgültig vom Moor eingeschlossen wurde. Dies ist möglicherweise auch eine Ursache für den schlechteren Erhaltungszustand der unteren Körperhälfte und das Fehlen der beiden Ohren. Die hockerähnliche Haltung des Toten deutet auf eine mögliche Fesselung mit Seilen aus Pflanzenmaterial hin, die im Moor vergangen sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Datierung ===&lt;br /&gt;
Die von den Findern beobachtete Lage im Übergang von Schwarz- zum Weißtorf deutete nach Ansicht der [[Archäobotanik]]er Anfang des 20. Jahrhunderts auf eine Datierung in die ersten Jahrhunderte nach Chr. hin. Die in den 1930er Jahren erfolgten [[Pollenanalyse|pollenanalytischen]] Untersuchungen von Torfproben aus der Leiche und dem Fundplatz ergaben einen Todeszeitpunkt zwischen 1 und 200 n. Chr. Eine [[Radiokohlenstoffdatierung|&amp;lt;sup&amp;gt;14&amp;lt;/sup&amp;gt;C-Datierung]] aus dem Jahre 1995 einiger Kopfhaare aus dem Nachlass von [[Alfred Dieck]], einer möglicherweise unsicheren Quelle, konnte den Todeszeitpunkt auf die 2. Hälfte des [[3. Jahrhundert]]s näher eingrenzen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Wijnand van der Sanden]] |Hrsg=Niedersächsischer Landesverein für Urgeschichte |Titel=C14-Datierungen von Moorleichen aus Niedersachsen und Schleswig-Holstein |Sammelwerk=Die Kunde N.F. |Nummer=46 |Ort=Hildesheim |Datum=1995 |Seiten=137-155 |ISSN=0342-0736}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Datierung konnte jedoch durch eine aktuellere &amp;lt;sup&amp;gt;14&amp;lt;/sup&amp;gt;C-AMS-Analyse in den Zeitraum zwischen 135 und 385 n. Chr. bestätigt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{BibDOI|10.1016/j.jas.2003.09.012}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Internationaler Naturpark Bourtanger Moor-Bargerveen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Hrsg=Provinciaal Museum van Drenthe / Niedersächsisches Landesmuseum |Titel=Der Tempel im Moor |TitelErg=Katalog zur internationalen Wanderausstellung &amp;#039;&amp;#039;Der Tempel im Moor&amp;#039;&amp;#039; |Verlag=Waanders |Ort=Zwolle |Datum=2002 |ISBN=90-400-9665-1}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=[[Wijnand van der Sanden]] |Titel=Mumien aus dem Moor: die vor- und frühgeschichtlichen Moorleichen aus Nordwesteuropa |Verlag=Batavian Lion International |Ort=Amsterdam |Datum=1996 |ISBN=90-6707-416-0 |Originalsprache=nl |Originaltitel=Vereeuwigd in het veen |Übersetzer=Silke Henning |Seiten=81, 97, 128, 141}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Peter Pieper |Hrsg=Niedersächsischer Landesverein für Urgeschichte |Titel=Die Moorleiche von Neu Versen, genannt „Roter Franz“, im Landesmuseum Hannover. Anthropologisch-medizinische Befunde |Sammelwerk=Die Kunde N.F. |Nummer=52 |Ort=Hildesheim |Datum=2001 |Seiten=99–110 |ISSN=0342-0736}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Franz-Josef Böckermann |Titel=Der „Rote Franz“ aus Neuversen - Eine Moorleiche erwacht zu neuem Leben |Sammelwerk=Emsländische Geschichte / Studiengesellschaft für Emsländische Regionalgeschichte |Band=10 |Verlag=Studienges. für Emsländische Regionalgeschichte |Ort=Haselünne |Datum=2003 |Seiten=10–31 |ISSN=0947-8582}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=http://www.haz.de/Freizeit/Ausfluege/Museen/Bedeutende-Exponate/Der-Rote-Franz-und-andere-Mumien |titel=Der Rote Franz und andere Mumien |autor=Simon Benne |werk=[[Hannoversche Allgemeine]] |datum=2009-10-19 |zugriff=2011-12-06 }}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=http://www.focus.de/fotos/die-ueber-1600-jahre-alte-moorleiche-der-rote-franz-liegt-nach-einer_mid_389540.html |titel=Die über 1600 Jahre alte Moorleiche, „der Rote Franz“, liegt nach einer fünfjährigen Weltreise wieder im Landesmuseum in Hannover |hrsg=[[Focus]] |datum=2008-10-15 |zugriff=2011-12-06 |kommentar=Gesicht des Mannes im Profil }}&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=http://www.myheimat.de/burgdorf/der-qrote-franzq-rekonstruktion-des-gesichtes-eine-moorleiche-aus-der-eisenzeit-gefunden-im-jahr-1900-in-der-naehe-von-neu-versen-m634751,115815.html#image |titel=Der &amp;quot;Rote Franz&amp;quot; (Rekonstruktion des Gesichtes) |autor=Detlev Müller |hrsg=myheimat.de |werk=Die Donnerstagsrunde im Niedersächsischen Landesmuseum |zugriff=2011-12-06 |kommentar=Foto der Gesichtsrekonstruktion }}&lt;br /&gt;
*[http://kulturerbe.niedersachsen.de/viewer/image/isil_DE-MUS-163517_NLMH_AR_17351/1/LOG_0000/ Foto der Gesichtsrekonstruktion] auf kulturerbe.niedersachsen.de&lt;br /&gt;
*[http://kulturerbe.niedersachsen.de/viewer/image/isil_DE-MUS-163517_NLMH_AR_17351/2/LOG_0002/ Foto der mumifizierten Leiche] auf kulturerbe.niedersachsen.de&lt;br /&gt;
*[http://www.fuf-hannover.de/artikel/franzhaz/franz.htm &amp;#039;&amp;#039;Wer ermordete den Roten Franz?&amp;#039;&amp;#039;] in Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 28. September 2001&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1267505028|LCCN=|NDL=|VIAF=241256831}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Mann Von Neu Versen}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Niedersächsisches Landesmuseum Hannover]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Moorleiche|Neu Versen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fund (Eisenzeit)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Archäologischer Fund (Niedersachsen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 3. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben im 3. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person unbekannten Namens]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Mann von Neu Versen&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Roter Franz&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Moorleiche&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=3. Jahrhundert&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=3. Jahrhundert&lt;br /&gt;
|STERBEORT=bei [[Versen (Meppen)]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Kompetenter</name></author>
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