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	<title>Manische Sprache - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-03T16:12:37Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Manische_Sprache&amp;diff=77551&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Sokrates 399: Typografie, Kleinigkeiten.</title>
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		<updated>2026-03-19T11:44:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Typografie, Kleinigkeiten.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt einen deutschen Rotwelschdialekt im mittelhessischen Raum. Für den gleichnamigen Romanidialekt der Manouches siehe [[Romani]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Manisch&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine in [[Gießen]], [[Marburg]], [[Wetzlar]] und [[Bad Berleburg]] (Wittgenstein) als [[Soziolekt]] [[Soziale Randgruppe|gesellschaftlicher Randgruppen]] entstandene regionale Variante des [[Rotwelsch]]en. Es handelt sich um einen auf der Grundlage des örtlichen [[Mittelhessische Dialekte|mittelhessischen Dialekts]] bzw. [[Wittgensteiner Platt]]s gebrauchten geheimsprachlichen [[Sondersprache|Sonderwortschatz]]. Seit 2025 ist sie als immaterielles [[UNESCO-Welterbe|Weltkulturerbe]] anerkannt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.giessener-allgemeine.de/giessen/ritterschlag-fuer-das-manische-93665993.html |titel= Ritterschlag für das Manische |werk=Gießener Allgemeine |datum=2025-04-04 |zugriff=2025-04-04}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprach- und sozialwissenschaftliche Forschungsresultate ==&lt;br /&gt;
Für Gießen gilt, dass von 574 wissenschaftlich dokumentierten Wortstämmen 402 (70 %) aus dem [[Romani]] entlehnt sowie 84 (14,6 %) deutschen, 65 (11,3 %) [[jiddisch]]en, 10 (1,7 %) anderssprachlichen und 13 (2,3 %) ungeklärten Ursprungs sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Günter Lerch: &amp;#039;&amp;#039;Das Manische in Gießen: die Geheimsprache einer gesellschaftlichen Randgruppe, ihre Geschichte und ihre soziologischen Hintergründe.&amp;#039;&amp;#039; Gießen 1976, S. 149.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch das Berleburger Manisch weist ganz überwiegend Wortstämme aus dem Romani auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Ulrich Friedrich Opfermann: &amp;#039;&amp;#039;Relikte des Manischen und des Jenischen in Wittgenstein und im Siegerland.&amp;#039;&amp;#039; In: Klaus Siewert: &amp;#039;&amp;#039;Aspekte und Ergebnisse der Sondersprachenforschung.&amp;#039;&amp;#039; II. Internationales Symposion 28. bis 31. Mai 1997 in Brüssel (Sondersprachenforschung, Bd. 4), Wiesbaden 1999, S. 111–134.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die mittelhessischen Sprecher bezeichnen zwar ihre Sprache als „Manisch“ (mit dem rotwelschen Wort &amp;#039;&amp;#039;manisch&amp;#039;&amp;#039; „zigeunerisch“, aus Romani &amp;#039;&amp;#039;Manush&amp;#039;&amp;#039; „Mensch, Angehöriger der Roma“), lehnen aber für sich selbst die Bezeichnung als „Manische“ ab, unter der sie von der übrigen Bevölkerung mit den [[Roma (Volk)|Roma]] zusammengefasst werden, und bezeichnen sich vielmehr als [[Jenische]].&amp;lt;ref&amp;gt;Lerch: &amp;#039;&amp;#039;Das Manische in Gießen.&amp;#039;&amp;#039; S. 12 (Kap. 1.1.2 und 1.1.3).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Gießen, Margaretenhütte.jpg|mini|Gießen, Peripheriesiedlung Margaretenhütte, um 1930]]&lt;br /&gt;
Gesprochen wurde bzw. wird Manisch in Gießen insbesondere in drei Wohnquartieren, der sog. „[[Gummiinsel]]“&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Wenn der Tschabo die Spannuckele aufsetzt&amp;#039;&amp;#039; in [[Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung]] vom 22. Oktober 2017, Seite R3&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie der „Margaretenhütte“ und dem „Eulenkopf“, in Marburg in den Stadtteilen [[Richtsberg]], Waldtal und Cappel, in Wetzlar in der ehemaligen Siedlung „Finsterloh“ und in kleinen Teilen der Altstadt sowie in Bad Berleburg in der vorstädtischen Siedlung an der Lause.&amp;lt;ref&amp;gt;Lerch: &amp;#039;&amp;#039;Das Manische in Gießen.&amp;#039;&amp;#039; S. 78&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Gießen siedelten sich seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert und in Bad Berleburg bereits seit dem ausgehenden 18. Jahrhundert in der Region beheimatete Familien von Sinti und Jenischen (regionale Fremdbezeichnung: &amp;#039;&amp;#039;Meckese[r])&amp;#039;&amp;#039; an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem wurde und wird Manisch teilweise noch heute in [[Frankfurt-Bonames]] im Bereich der [[Wohngemeinschaft Bonameser Straße]] gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mag das Manische auch vom Aussterben bedroht sein und mögen nur noch wenige Personen über einen nennenswerten Wortschatz verfügen, leben doch einige Wörter in der lokalen [[Umgangssprache|Umgangs-]] und [[Jugendsprache]] weiter. Ein Beispiel ist &amp;#039;&amp;#039;moss&amp;#039;&amp;#039;: die manische Bezeichnung für Frau, steigerbar durch das Morphem {chef-} zu &amp;#039;&amp;#039;chefmoss&amp;#039;&amp;#039; für ‚(besonders) schöne Frau‘.&amp;lt;ref&amp;gt;Lerch: &amp;#039;&amp;#039;Das Manische in Gießen.&amp;#039;&amp;#039; S. 317&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am Manischen lässt sich eine gewisse Prestigeveränderung festmachen. Fungierte es ursprünglich genuin als Geheimsprache stigmatisierter unterer Schichten, werden lexikalische Fragmente des Soziolekts heute sogar im Stadtmarketing plakativ verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obgleich in diesen Kontexten häufig die Interjektion &amp;#039;&amp;#039;Ulai&amp;#039;&amp;#039; (Ausdruck des Erstaunens; wegen der mangelnden Kodifizierung des Manischen auch &amp;#039;&amp;#039;Ulei&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Olai&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Orlei&amp;#039;&amp;#039; usw.) dem Manischen zugerechnet wird, konnte dieser etymologische Zusammenhang bisher nicht belegt werden. Anzunehmen ist, dass die heute noch verwendeten Fragmente des Manischen mit der sog. Jugend- und Umgangssprache zusammengefallen sind.&amp;lt;ref&amp;gt;Lerch: &amp;#039;&amp;#039;Das Manische in Gießen.&amp;#039;&amp;#039; S. 134 (Kap. 4.3.4: Übergänge zur Umgangssprache).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Trivia ==&lt;br /&gt;
Der in Gießen aufgewachsene Schauspieler [[Til Schweiger]] stand 2015 der Redaktion des [[Die Zeit#Zeitmagazin|Zeit-Magazins]] Rede und Antwort zu Fragen rund um das Manische in seiner Heimat.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.zeit.de/zeit-magazin/2015/23/til-schweiger-hessen-geburtsort |titel= &amp;quot;Tschü Lowi, tschü Buijen, tschü Rackelo&amp;quot; |werk=Zeit.de/zeit-magazin |datum=2015-06-19 |zugriff=2017-06-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ehemalige [[Basketball]]-Mannschaft [[Gießen 46ers Rackelos#Name|Gießen 46ers Rackelos]] leitete ihren Namen ausdrücklich aus dem manischen Wort für &amp;#039;&amp;#039;Junge&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Kind&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;Nachwuchs&amp;#039;&amp;#039; ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hans-Günter Lerch: &amp;#039;&amp;#039;„Tschü lowi …“ (übers.: „Kein Geld …“) Das Manische in Gießen. Die Geheimsprache einer gesellschaftlichen Randgruppe, ihre Geschichte und ihre soziologischen Hintergründe.&amp;#039;&amp;#039; Anabas Verlag, Gießen 1976, ISBN 3-87038-048-9 (überarbeitete Fassung einer Gießener Dissertation von 1973, mit Wörterbuch), 1981, 2. Aufl., ISBN 3-87038-079-9; Sonderauflage zum 175-jährigen Jubiläum der Ferber’schen Universitäts-Buchhandlung, Ferber, Gießen 1997, ISBN 3-927835-91-9&lt;br /&gt;
* Ulrich Friedrich Opfermann: &amp;#039;&amp;#039;Relikte des Manischen und des Jenischen in Wittgenstein und im Siegerland.&amp;#039;&amp;#039; In: Klaus Siewert (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Aspekte und Ergebnisse der Sondersprachenforschung.&amp;#039;&amp;#039; II. Internationales Symposion 28. bis 31. Mai 1997 in Brüssel, Harrassowitz Verlag, Wiesbaden 1999, ISBN 3-447-04193-5, S. 111–134 (&amp;#039;&amp;#039;Sondersprachenforschung&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 4)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv | url=http://www.gummi-insel.de/10.html | wayback=20130906033555 | text=U. a. Wörterbuch Manisch}}&lt;br /&gt;
* [https://manisch.pxwrk.de/#cat/alle/ Manisches Wörterbuch auf manisch.pxwrk.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher Dialekt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mittelhessen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rotwelschvariante]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Sokrates 399</name></author>
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