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	<title>Mangaseja - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: http → https&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Positionskarte|Russland&lt;br /&gt;
|lat        = 66/41/30/N&lt;br /&gt;
|long       = 82/15/15/E&lt;br /&gt;
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|caption    = Lage Mangasejas in Russland&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mangaseja&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{ruS|Мангазе́я}}) war eine Stadt und Handelskolonie im Nordwesten [[Sibirien]]s, die zur Frühzeit der russischen Besiedlung Sibiriens im 17.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert bestand. Sie befand sich etwas nördlich des [[Polarkreis]]es am Fluss [[Tas (Fluss)|Tas]], der zwischen [[Ob]] und [[Jenissei]] in das [[Arktischer Ozean|Nordpolarmeer]] mündet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Russische Siedler von der Küste des [[Weißes Meer|Weißen Meers]], auch bekannt als [[Pomoren]], gründeten Mangaseja im Jahr 1601, nachdem sie das Gebiet im Jahr zuvor erstmals erreicht hatten. Sie handelten über den nördlichen Seeweg via [[Archangelsk]] mit [[Norwegen|norwegischen]], [[Dänemark|dänischen]] und [[England|englischen]] Kaufleuten. Der Handelsweg führte von Archangelsk sowie [[Pustosersk]] entlang der Küste des Weißen Meeres, der [[Barentssee]] und der [[Karasee]] bis in die [[Baidaratabucht]]. Von dort wurde die [[Jamal-Halbinsel]] auf den Flüssen [[Juribei (Jamal)|Mutnaja]] („Trüber Fluss“, heutiger Name &amp;#039;&amp;#039;Juribei&amp;#039;&amp;#039;) und Seljonaja („Grüner Fluss“) überquert, dann der [[Obbusen]] gekreuzt und der [[Tasbusen]] aufwärts verfolgt. Etwa 200&amp;amp;nbsp;Kilometer flussaufwärts am rechten Ufer des dort etwa einen Kilometer breiten Tas lag Mangaseja. Ein anderer, beschwerlicherer und zeitaufwändigerer, aber ganzjährig passierbarer Weg führte über den nördlichen [[Ural]] nach [[Werchoturje]], weiter in das 1593 gegründete [[Berjosowo (Chanten und Mansen)|Berjosow]] am Ob und von dort den Strom abwärts. Von Mangaseja aus konnte auf dem Landweg und kleineren rechten Tas-Nebenflüssen der Fluss [[Turuchan]] erreicht werden, auf dem der Handelsweg abwärts zum Jenissei verlief. In Mangaseja wurden mit den Ureinwohnern des Gebietes, den [[Nenzen|„Samojeden“]] und [[Ewenken|„Tungusen“]], gehandelt; es wurden [[Rauchwaren|Pelze]] und [[Walross]]bein aus Sibirien gesammelt, um während des kurzen nordischen Sommers nach [[Skandinavien]] und Westeuropa verschifft zu werden. In der Stadt mit mehr als 500 Gebäuden fand in jedem Juni eine Pelzmesse für mehr als 2000 Händler statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach wenigen Jahren der Blüte wurde die nördliche Handelsroute zugunsten der Landroute über Werchoturje im Jahr 1619 unter Androhung der [[Todesstrafe]] aus zwei Gründen verboten: einerseits hatte der russische Staat wenig Möglichkeiten, auf ihr Zölle und Steuern zu erheben, andererseits wollte man das befürchtete Vordringen von Engländern und anderen Ausländern nach Sibirien verhindern. Diese Befürchtung war nicht grundlos, wie Pläne des englischen Königs [[Jakob I. (England)|Jakob&amp;amp;nbsp;I.]] belegen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Inna Lubimenko |Titel=A Project for the Acquisition of Russia by James I |Sammelwerk=English Historical Review |Band=Vol. XXIX |Nummer=CXIV |Datum=1914 |Seiten=246–256 |Sprache=en}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der weiterhin mögliche Land- und Flussweg in das nördliche Mangaseja war gegenüber dem Weg durch das südliche Westsibirien weitaus risikoreicher und teurer und er wurde somit unprofitabel. Die Stadt existierte noch mehr als ein halbes Jahrhundert, erlebte aber einen schnellen Niedergang. 1642 kam es zu einem Großbrand, bei dem unter anderem das Stadtarchiv vernichtet wurde. Nach einem weiteren verheerenden Großbrand 1662 im Zusammenhang mit Streitigkeiten unter den russischen Siedlern und einem Angriff der damals „Juraken“ genannten westsibirischen Nenzen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Jenseits des Steinernen Tores: Reisen deutscher Forscher des 18. u. 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts durch Sibirien |TitelErg=Ausgewählt und eingeleitet von [[Herbert Scurla]] |Auflage=4. |Verlag=Verlag der Nation |Ort=Berlin |Datum=1976 |Seiten=608}}&amp;lt;/ref&amp;gt; siedelte der größte Teil der verbliebenen Einwohner in das etwa 250&amp;amp;nbsp;Kilometer Luftlinie südöstlich an der Mündung des [[Turuchan]] in den Jenissei gelegene &amp;#039;&amp;#039;Nowaja Mangaseja („Neu-Mangaseja“)&amp;#039;&amp;#039; über. Dieses wurde 1780 als &amp;#039;&amp;#039;Turuchansk&amp;#039;&amp;#039; Verwaltungszentrum eines [[Okrug]]s, erlebte jedoch nach dem Verlust seiner Verwaltungsfunktionen ab etwa 1825 ebenfalls einen Niedergang und heißt heute [[Staroturuchansk]] (die heutige Siedlung [[Turuchansk]] entstand im 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert 20&amp;amp;nbsp;Kilometer entfernt an jenseitigen, rechten Jenissei-Ufer). Bis gegen Ende des 17.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts wurde „Alt-Mangaseja“ völlig aufgegeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== „Wiederentdeckung“ ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nördliche Seeroute der Pomoren nach Mangaseja geriet bis ins 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert in Vergessenheit, die Lage von Mangaseja war jedoch nie völlig unbekannt. In dem entlegenen Gebiet wurden aber lange Zeit keine [[Archäologie|archäologischen]] Arbeiten durchgeführt. 1929 wurde eine an Stelle des alten Mangaseja errichtete, Basilius (Wassili) von Mangaseja geweihte hölzerne Kapelle in das 1863 gegründete Dorf [[Sidorowsk]] umgesetzt (im äußersten Norden des heutigen [[Rajon Krasnoselkup|Rajons Krasnoselkup]] des [[Autonomer Kreis der Jamal-Nenzen|Autonomen Kreises der Jamal-Nenzen]], 2006 offiziell aufgegeben). 1946 weilte der Archäologe W. Tschernezow an der Stätte, konnte aber wegen der vorhandenen Schneedecke keine Grabungen durchführen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die öffentliche Aufmerksamkeit wurde im Sommer 1967 auf Mangaseja gelenkt, als der Journalist Michail Skorochodow gemeinsam mit dem pomorischen Jäger und Fischer Dmitri Butorin mit dem kleinen Fischerboot &amp;#039;&amp;#039;Schtschelja&amp;#039;&amp;#039; von Archangelsk aus der alten Seeroute nach Mangaseja und weiter nach [[Dikson (Krasnojarsk)|Dikson]] an der Jenissei-Mündung über 4000&amp;amp;nbsp;Kilometer folgte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://visualrian.ru/images?text=%D0%A9%D0%B5%D0%BB%D1%8F&amp;amp;date_from=14.05.1967&amp;amp;date_till=20.08.1967 Fotos der &amp;#039;&amp;#039;Schtschelja&amp;#039;&amp;#039;-Expedition 1967] im Medienarchiv der Agentur [[RIA Novosti]]&amp;lt;/ref&amp;gt; In den folgenden Sommern bis 1970 und erneut in den 1970er Jahren führten [[Sankt Petersburg|Leningrader]] Wissenschaftler unter Michail Below Ausgrabungen durch, in deren Verlauf Reste des [[Ostrog]]s mit drei Türmen, des Hafens, des großen Handelshofs (russisch {{lang|ru|Гостиный двор}}/{{lang|ru-Latn|Gostiny dwor}}), mehrerer Kirchen, des [[Woiwode]]npalastes, von Lagerhäusern und Werkstätten, darunter einer Kupfergießerei, sowie einer Vielzahl von Wohngebäuden des alten Mangaseja gefunden wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Basilius von Mangaseja ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Basil of Caesarea and Basil of Mangazeya.jpg|mini|[[Basilius der Große]] und Basilius von Mangaseja ([[Ikone]] aus dem 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
Im Zusammenhang mit Mangaseja steht ein [[Heiliger]] der [[Russisch-Orthodoxe Kirche|Russisch-Orthodoxen Kirche]], Basilius von Mangaseja (russisch &amp;#039;&amp;#039;[[Wassili]] Mangaseiski&amp;#039;&amp;#039;). Der um 1588 geborene Sohn eines Kaufmanns aus [[Jaroslawl]] begleitete einen anderen Kaufmann nach Mangaseja. Als dessen Laden ausgeraubt wurde, beschuldigte der Kaufmann Wassili der Mittäterschaft. Im Verlaufe der Verhöre, bei denen Wassili beteuerte, er habe in der fraglichen Zeit in einer Kirche gebetet, kam er durch Misshandlungen ums Leben. Als vermutliches Todesjahr wird 1602 angenommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab ungefähr 1650, als es am Grab Wassilis zu wundersamen Heilungen gekommen sein soll, wurden seine sterblichen Überreste in Mangaseja verehrt; ab 1659 galt er lokal als Heiliger. 1670 wurden die sterblichen Überreste in das [[Kloster der Heiligen Dreifaltigkeit von Turuchansk|Dreifaltigkeitskloster]] von Neu-Mangaseja, das spätere Turuchansk, überführt. Die obersten und regionalen Instanzen der Orthodoxen Kirche verboten die Verehrung des Basilius von Mangaseja mehrfach; erst Anfang des 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts hatten die wiederholten Petitionen sibirischer Gläubiger Erfolg, und er wurde vom [[Heiliger Synod|Heiligen Synod]] als [[Märtyrer]] kanonisiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Titel=Pravoslavnaja ėncyklopedija |Band=Bd. VII |Ort=Moskau |Datum=2004 |ISBN=5-89572-010-2 |Seiten=206–209 |Sprache=ru |Kommentar=&amp;#039;&amp;#039;Orthodoxe Enzyklopädie&amp;#039;&amp;#039; |Online=[https://www.pravenc.ru/text/150815.html online]}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Terence Armstrong |Titel=Russian Settlement in the North |Verlag=University Press |Ort=Cambridge |Datum=1965 |Sprache=en}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Michail Belov |Titel=Arktičeskoe plavanie s drevnejšich vremën do serediny XIX veka |Verlag=Morskoj transport |Ort=Moskau |Datum=1956 |Seiten=112–120 |Sprache=ru |Kommentar=&amp;#039;&amp;#039;Die arktische Seefahrt von den frühesten Zeiten bis zur Mitte des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=W. Bruce Lincoln |Titel=Die Eroberung Sibiriens |Verlag=Piper |Ort=München, Zürich |Datum=1996 |ISBN=3-492-03441-1 |Seiten=81–82}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur |Autor=Michail Skorochodov |Titel=Putešestvie na „Ščelʹe“ |Ort=Kasan |Datum=1977 |Sprache=ru |Kommentar=&amp;#039;&amp;#039;Die Reise mit der „Schtschelja“&amp;#039;&amp;#039; |Online=[https://zhurnal.lib.ru/s/skorohodow_m_e/shelya.shtml online]}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|NS=66/41/30/N|EW=82/15/15/E|type=landmark|region=RU-YAN}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=1030533326|VIAF=295196777}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wüstung in Russland]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Autonomer Kreis der Jamal-Nenzen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zarentum Russland]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;SchlurcherBot</name></author>
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