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	<title>Manet and the Post-Impressionists - Versionsgeschichte</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Bot: Auflösung doppelter toter Links nach https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Bots/Anfragen&amp;amp;oldid=266185123#Aufl%C3%B6sung_der_doppelten_Toten_Links&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Poster_Manet_and_the_Post-Impressionists,_Grafton_Galleries_1910.jpg|mini|Plakat der Ausstellung von 1910/11 unter Verwendung von Paul Gauguins Gemälde &amp;#039;&amp;#039;Poèmes barbares&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Manet and the Post-Impressionists&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war der Name einer [[Kunstausstellung]] in [[London]], die vom 8. November 1910 bis zum 15. Januar 1911 in den [[Grafton Galleries]] in der [[Bond Street (London)|Bond Street]] (frühere Adresse Grafton Street Nr.&amp;amp;nbsp;8)&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.artbiogs.co.uk/2/galleries/grafton-galleries &amp;#039;&amp;#039;Grafton Galleries&amp;#039;&amp;#039;], artbiogs.co.uk, abgerufen am 20. Januar 2016&amp;lt;/ref&amp;gt; im Stadtteil [[Mayfair]] stattfand. Sie ging auf die Initiative des [[Vereinigtes Königreich|britischen]] Kunstkritikers und Malers [[Roger Fry]] zurück, der mit dieser Ausstellung den Kunstbegriff des [[Post-Impressionismus]] prägte. Trotz der starken Ablehnung durch das Publikum und negativer Pressekritiken wurde sie zu einem bedeutenden Ereignis in der Geschichte der [[Moderne Kunst|modernen Kunst]].&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach dem Weblink &amp;#039;&amp;#039;Culture quake: Manet and Post Impressionism&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; 1912 wurde die &amp;#039;&amp;#039;Second Post-Impressionist Exhibition&amp;#039;&amp;#039; in den Grafton Galleries eröffnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Von 1904 bis 1910 war der Brite Roger Fry [[Kurator]] am [[Metropolitan Museum of Art]] in [[New York City|New York]]. Im Jahr 1906 entdeckte er die Werke von [[Paul Cézanne]] bei einem Aufenthalt in [[Paris]] und wandte seine Interessen der modernen Kunst zu. Im folgenden Jahr ging er nach [[England]] zurück und vertrat die Interessen des Museums als „European advisor“. 1910 wurde er nach einem Streit mit dem Direktor des Museums, [[J. P. Morgan]], entlassen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://arthistorians.info/fryr |wayback=20181107185228 |text=&amp;#039;&amp;#039;Fry, Roger&amp;#039;&amp;#039; }} im [[Dictionary of Art Historians]], abgerufen am 26. Februar 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Sommer des Jahres reiste Fry zusammen mit dem Literaturkritiker [[Desmond MacCarthy]] nach Paris, um Gemälde für eine Ausstellung in London auszusuchen. MacCarthy, der die Aufgabe des Sekretärs der geplanten Ausstellung übernommen hatte, reiste allein weiter nach München und in die Niederlande.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach J. B. Bullen: &amp;#039;&amp;#039;Post-Iimpressionists in England&amp;#039;&amp;#039;, S. 94&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die erste Ausstellung 1910/1911 ===&lt;br /&gt;
==== Ausgestellte Künstler ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Grafton Galleries London, 1892.jpg|mini|Grafton Galleries, 1892]]&lt;br /&gt;
Die von Roger Fry organisierte Ausstellung &amp;#039;&amp;#039;Manet and the Post-Impressionists&amp;#039;&amp;#039; in den Londoner Grafton Galleries zeigte für das britische Publikum in vier Räumen bisher kaum bekannte Werke vom europäischen Festland, beispielsweise von den französischen Malern [[Paul Cézanne]], [[Paul Gauguin]], [[Henri Matisse]], [[Georges Seurat]], [[André Derain]], [[Maurice de Vlaminck]], [[Othon Friesz]], dem Bildhauer [[Aristide Maillol]] und dem Niederländer [[Vincent van Gogh]]. Das von Fry für die Ausstellung geprägte Wort „Post-Impressionism“ weist auf die [[Impressionismus|impressionistischen]] Ideen sowie auf die von ihnen ausgehenden neuen Richtungen hin als Aufbruch aus der Vergangenheit in die Zukunft.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach arthistory.about.com&amp;lt;/ref&amp;gt; Der zur Ausstellung erschienene Katalog verzeichnete 206 Gemälde und Zeichnungen sowie 22 Bronzen und Keramiken. Der unsignierte Einleitungstext wurde von Desmond MacCarthy verfasst und basierte auf Frys Notizen.&amp;lt;ref&amp;gt;Carol A. Nathanson: [http://www.jstor.org/discover/10.2307/1557385?uid=3737864&amp;amp;uid=2&amp;amp;uid=4&amp;amp;sid=21101763820501 &amp;#039;&amp;#039;The American Reaction to London’s First Grafton Show&amp;#039;&amp;#039;], jstor.org, abgerufen am 4. März 2013&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu den Leihgebern der Arbeiten gehörten Pariser Kunsthändler wie [[Daniel-Henry Kahnweiler]], [[Paul Durand-Ruel]], [[Ambroise Vollard]], die Galerie [[Bernheim-Jeune]] sowie Kunstsammler wie [[Leo Stein (Kunstsammler)|Leo Stein]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Titelgeber der Ausstellung, [[Édouard Manet]], gehörte zwar einer vorherigen Künstlergeneration an, war aber 1910 wie die anderen in der Ausstellung gezeigten Künstler in Großbritannien einem breiten Publikum unbekannt. Während beispielsweise in Deutschland zahlreiche private Sammler und fortschrittliche Museen&amp;lt;ref&amp;gt;1910 besaßen beispielsweise die [[Nationalgalerie Berlin]] die Gemälde &amp;#039;&amp;#039;[[Im Wintergarten]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Fliederstrauß&amp;#039;&amp;#039;, die [[Kunsthalle Hamburg]] das &amp;#039;&amp;#039;[[Porträt Henri Rochefort]]&amp;#039;&amp;#039;, die [[Kunsthalle Bremen]] das &amp;#039;&amp;#039;Porträt Zacharie Astruc&amp;#039;&amp;#039; und die [[Kunsthalle Mannheim]] &amp;#039;&amp;#039;[[Die Erschießung Kaiser Maximilians von Mexiko]]&amp;#039;&amp;#039;. Siehe Denis Rouart und Daniel Wildenstein: &amp;#039;&amp;#039;Edouard Manet. Catalogue raisonné&amp;#039;&amp;#039;. Bibliothèque des Arts, Paris und Lausanne 1975.&amp;lt;/ref&amp;gt; bereits Werke Manets besaßen, gab es in Großbritannien nur wenige Sammler seiner Arbeiten, und die Museen des Landes hatten noch keines seiner Bilder erworben.&amp;lt;ref&amp;gt;Zu den frühen Besitzern der Werke Manets siehe Julius Meier-Graefe: &amp;#039;&amp;#039;Edouard Manet&amp;#039;&amp;#039;. Piper, München 1912, S. 310–316. Zu den frühesten Gemälden Manets in britischen Sammlungen gehörte &amp;#039;&amp;#039;[[Musik im Tuileriengarten]]&amp;#039;&amp;#039;, das der Sammler [[Hugh Lane]] 1908 erwarb und 1917 als erstes Gemälde Manets in ein britisches Museum, die [[National Gallery (London)|National Gallery]], gelangte.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zwar hatte der Kunsthändler Durand-Ruel bereits zuvor Werke Manets in London ausgestellt, aber diese Verkaufsausstellungen waren beim Publikum wenig erfolgreich.&amp;lt;ref&amp;gt;Paul Durand Ruel hatte bereits in den Jahren 1872–1874 Werke Manets in der Londoner &amp;#039;&amp;#039;Society of French Artists&amp;#039;&amp;#039; gezeigt, aber keine Käufer gefunden. Er zeigte erneut Manets Arbeiten (zusammen mit Werken von Künstlern des Impressionismus) 1905 in den Grafton Galleries und schickte 1906 Werke Manets aus der Sammlung [[Jean-Baptiste Faure]] in die Londoner &amp;#039;&amp;#039;Sully Gallery&amp;#039;&amp;#039;. Auch diese Verkaufsausstellungen zeigten wenig Erfolg. Siehe Verzeichnis der frühen Manetausstellungen in Réunion des Musées Nationaux Paris und Metropolitan Museum of Art New York (Hrsg.): Manet. Ausstellungskatalog, Deutsche Ausgabe: Frölich und Kaufmann, Berlin 1984, ISBN 3-88725-092-3, S. 536–538.&amp;lt;/ref&amp;gt; Alle Werke Manets in der Ausstellung &amp;#039;&amp;#039;Manet and the Post-Impressionists&amp;#039;&amp;#039; stammten aus der Sammlung von [[Auguste Pellerin]], die die Kunsthändler Bernheim Jeune, Durand Ruel und [[Paul Cassirer]] gemeinschaftlich erworben hatten und für die sie nun neue Käufer suchten. Von den insgesamt 35 Werke Manets dieser Sammlung hatten die Kunsthändler 1910 bereits zahlreiche Werke in Berlin, München und Paris gezeigt und insbesondere in Deutschland für mehrere Bilder Kunden gefunden.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe hierzu den Katalog zur Ausstellung &amp;#039;&amp;#039;Edouard Manet (aus der Sammlung Pellerin)&amp;#039;&amp;#039; in der Modernen Galerie von [[Heinrich Thannhauser]], München 1910 und ausführlich Josef Kern: &amp;#039;&amp;#039;Impressionismus im Wilhelminischen Deutschland&amp;#039;&amp;#039;. Königshausen &amp;amp; Neumann, Würzburg 1989, ISBN 3-88479-434-5.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die Londoner Ausstellung wählte Fry neun Bilder Manets aus: Neben dem späten Hauptwerk &amp;#039;&amp;#039;Bar in den Folies Bergères&amp;#039;&amp;#039;, der Barszene &amp;#039;&amp;#039;Au Café&amp;#039;&amp;#039;, einem Kinderbildnis und einem Aktbildnis, bestanden diese Werke aus einer Reihe von Porträts.&amp;lt;ref&amp;gt;Bei den Bildern Manets handelt es sich um: Katalog Nr. 1 &amp;#039;&amp;#039;Portrait d’enfant&amp;#039;&amp;#039; - 1880, heute bezeichnet als &amp;#039;&amp;#039;Fillette sur un banc&amp;#039;&amp;#039;, [[Barnes Foundation]] (nach Josef Kern) oder &amp;#039;&amp;#039;Portrait d’enfant Vayson&amp;#039;&amp;#039; - heute [[Helen Foresman Spencer Museum of Art]] (nach Anna Gruetzner Robins, Burlington Magazine Dezember 2010); Nr. 3. &amp;#039;&amp;#039;Mademoiselle Lemonnier&amp;#039;&amp;#039; - 1879, heute bezeichnet als &amp;#039;&amp;#039;Isabelle Lemonier le chapeau à la main&amp;#039;&amp;#039;, [[Eremitage (Sankt Petersburg)]]; Nr. 4 L’Amazone - 1877, heute bezeichnet als &amp;#039;&amp;#039;Jeune femme au chapeau rond&amp;#039;&amp;#039;, Sammlung Pearlman [http://www.pearlmancollection.org/artist/edouard-manet]; Nr. 7 &amp;#039;&amp;#039;Un bar aux Folies-Bergère&amp;#039;&amp;#039;/&amp;#039;&amp;#039;Bar in den Folies-Bergère&amp;#039;&amp;#039; - 1881, heute [[Courtauld Institute of Art]]; Nr. 15 &amp;#039;&amp;#039;La femme aux souliers roses&amp;#039;&amp;#039; - 1872, heute [[Hiroshima Museum of Art]]; Nr. 17 &amp;#039;&amp;#039;Au Café&amp;#039;&amp;#039; - 1878, heute [[Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz»]]; Nr. 21 &amp;#039;&amp;#039;Baigneuses&amp;#039;&amp;#039; - 1862–1865, heute bezeichnet als &amp;#039;&amp;#039;Baigneuses en Seine&amp;#039;&amp;#039;, [[Museu de Arte de São Paulo]]; Nr. 22 &amp;#039;&amp;#039;La Promenade&amp;#039;&amp;#039; - 1880, heute [[Tokyo Fuji Art Museum]]; Nr. 151 &amp;#039;&amp;#039;Miss Campbell&amp;#039;&amp;#039; (Pastel) – um 1882, heute bezeichnet als &amp;#039;&amp;#039;Portrait de Claire Campbell&amp;#039;&amp;#039;, [[Cleveland Museum of Art]] - Siehe Katalog der Londoner Ausstellung und im Vergleich Katalog zur Münchner Ausstellung 1910 sowie Josef Kern: &amp;#039;&amp;#039;Impressionismus im Wilhelminischen Deutschland&amp;#039;&amp;#039;. Königshausen &amp;amp; Neumann, Würzburg 1989, ISBN 3-88479-434-5, S. 472–475.&amp;lt;/ref&amp;gt; Fry stellte die Gemälde Manets, der in den 1860er Jahren der jungen Künstlergeneration des aufkommenden Impressionismus als Vorbild diente, den Arbeiten der nachfolgenden Künstlergeneration gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den Nachfolgern wie Cézanne wurden 21, von Gauguin 46 und van Gogh 25 Bilder gezeigt. Weitere vertretene Künstler waren Seurat mit zwei Werken, [[Paul Sérusier]] mit fünf, [[Maurice Denis]] mit fünf, [[Félix Vallotton]] mit vier und [[Odilon Redon]] mit drei Werken. Die [[Fauvismus|Fauves]] waren vertreten durch [[Albert Marquet]] mit fünf Werken, [[Henri Manguin]] mit vier, [[Maurice de Vlaminck]] mit acht und [[André Derain]] mit drei Werken. Zwei Gemälde von Matisse und drei von [[Pablo Picasso]] wurden ergänzt durch zahlreiche Zeichnungen und Skulpturen beider Künstler.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach dem Weblink des Museum of Modern Art.&amp;lt;/ref&amp;gt; Manets Gemälde &amp;#039;&amp;#039;Bar in den Folies Bergères&amp;#039;&amp;#039; war im ersten Ausstellungsraum gegenüber zwei Leinwänden Cézannes – einem Stillleben und einem Porträt seiner Frau [[Marie-Hortense Fiquet|Hortense Fiquet]] – platziert, um Cézannes Ankunft in der Moderne zu unterstreichen.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach dem Weblink &amp;#039;&amp;#039;Birth of the Figure of the Father of Modern Art: Cézanne in International Exhibitions 1910–1913&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery class=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Édouard Manet - La Promenade (Mme Gamby).jpg|Édouard Manet: &amp;#039;&amp;#039;La Promenade&amp;#039;&amp;#039;, 1880&lt;br /&gt;
 Edouard Manet, A Bar at the Folies-Bergère.jpg|Édouard Manet: &amp;#039;&amp;#039;Bar in den Folies Bergères&amp;#039;&amp;#039;, 1881/1882&lt;br /&gt;
 Georges Seurat, The Lighthouse at Honfleur, 1886, NGA 61383.jpg|Georges Seurat: &amp;#039;&amp;#039;Leuchtturm bei Honfleur&amp;#039;&amp;#039;, 1886&lt;br /&gt;
 Madame Cézanne dans un fauteuil rouge, par Paul Cézanne.jpg|Paul Cezanne: &amp;#039;&amp;#039;Mme Cézanne in rotem Lehnstuhl&amp;#039;&amp;#039;, 1877&lt;br /&gt;
 Paul Cézanne - Still Life with Apples - 96.PA.8 - J. Paul Getty Museum.jpg|Paul Cézanne: &amp;#039;&amp;#039;Stillleben mit Äpfeln&amp;#039;&amp;#039;, 1893/1894&lt;br /&gt;
 Portrait of Dr. Gachet.jpg|Vincent van Gogh: &amp;#039;&amp;#039;[[Porträt des Dr. Gachet]]&amp;#039;&amp;#039;, 1890&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.vggallery.com/painting/p_0753.htm &amp;#039;&amp;#039;Portrait of Doctor Gachet&amp;#039;&amp;#039;], www.vggallery.com, abgerufen am 4. März 2013&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 Paul Gauguin 096.jpg|Paul Gauguin: &amp;#039;&amp;#039;Poèmes barbares&amp;#039;&amp;#039;, 1896&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Kritik ====&lt;br /&gt;
Das Londoner Publikum der [[Zeitalter Eduards VII.|Edwardischen Epoche]] zeigte sich von der Ausstellung schockiert, und die Presse veröffentlichte negative Kritiken. Der Sekretär der Ausstellung, Desmond MacCarthy, fasste die allgemeine Reaktion auf Frys Gemäldeauswahl wie folgt zusammen: „Kind people called him mad, and reminded others that his wife was in an asylum.“ („Freundliche Menschen nannten ihn verrückt und erinnerten andere daran, dass seine Frau in einem Heim war.“) Fry war tief betroffen, da seine Frau, die Malerin Helen Coombe, geistig erkrankt war. Cézannes Gemälde wurden mit Kinderkritzeleien verglichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die britische Schriftstellerin [[Virginia Woolf#Die Essays|Virginia Woolf]], eine Freundin von Roger Fry aus der [[Bloomsbury Group]], schrieb dagegen 1924 in ihrem Essay &amp;#039;&amp;#039;Mr Bennett and Mrs Brown&amp;#039;&amp;#039;: „On or about December 1910 human character changed.“ Sie bezog sich damit auf Frys erste Kunstausstellung aus dem Jahr 1910.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach dem Weblink &amp;#039;&amp;#039;Culture quake: Manet and Post Impressionism&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Editorial in der Kunstzeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[The Burlington Magazine]]&amp;#039;&amp;#039; aus dem Jahr 2010 zu einem Bericht anlässlich des 100.&amp;amp;nbsp;Geburtstags der ersten Ausstellung verwies darauf, dass sie zwar schnell zusammengestellt und hauptsächlich eine Verkaufsausstellung gewesen sei, jedoch verneinte es, sie sei ein Provisorium gewesen, was ihr oft unterstellt worden war. Viele wichtige Kunsthändler und -sammler hätten Werke beigetragen, die eine erstaunlich repräsentative Zusammenstellung der Arbeiten von Cézanne, Gauguin und van Gogh geboten hätten. Nur die Auswahl von Werken damals noch lebender Künstler hätte Fachleuten, die mit der Pariser Kunstwelt vertraut waren, einen Grund zu berechtigter Kritik geben können. Im Gegensatz zu einer früheren Ausstellung in der Galerie über die Impressionisten im Jahr 1905 hatte diese über 25.000 Besucher und erzielte einen guten Gewinn.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach dem Weblink Editorial des &amp;#039;&amp;#039;Burlington Magazine&amp;#039;&amp;#039;, 2010&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die zweite Ausstellung 1912 ===&lt;br /&gt;
Roger Fry organisierte trotz dieser negativen Reaktionen 1912 eine zweite postimpressionistische Ausstellung, die &amp;#039;&amp;#039;Second Post-Impressionist Exhibition&amp;#039;&amp;#039;, die vom 5. Oktober bis zum 31. Dezember lief.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://trove.nla.gov.au/work/23910951?selectedversion=NBD9891265 &amp;#039;&amp;#039;Second post-impressionist exhibition/Grafton Galleries, Oct. 5-Dec. 31 1912.&amp;#039;&amp;#039;], trove.nla.gov.au, abgerufen am 26. Februar 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Sekretär dieser Ausstellung fungierte [[Leonard Woolf]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Toter Link |datum=2019-04 |url=http://www.enotes.com/beth-carole-rosenberg-special-commissioned-essay-essays/special-commissioned-essay-bloomsbury-group-beth |text=&amp;#039;&amp;#039;Beth Carole Rosenberg Special. Commissioned Essay on the Bloomsbury Group&amp;#039;&amp;#039; |archivebot=2019-04-29 08:46:58 InternetArchiveBot}}, enotes.com, abgerufen am 1. März 2013&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie zeigte neben zeitgenössischer britischer Malerei wie die der Freunde aus der Bloomsbury Group, [[Duncan Grant]] und [[Vanessa Bell]], wiederum die von Cézanne, Matisse und den Fauves sowie Picasso. Die Exponate hatten neben Fry [[Clive Bell]] und [[Boris Anrep]] ausgewählt. Frys Einführung zur französischen Gruppe konzentrierte sich auf Cézanne, während van Gogh und Gauguin ignoriert wurden. Hinzu kamen russische Künstler wie [[Natalja Sergejewna Gontscharowa|Natalja Gontscharowa]] und [[Michail Fjodorowitsch Larionow|Michail Larionow]], während Fry Werke aus Deutschland, der Schweiz und Österreich-Ungarn nicht aufnahm, da sie seiner Meinung nach keine wesentlichen neuen Ideen gezeigt hätten.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach dem Weblink des Museum of Modern Art.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Ausstellung stand unter der Schirmherrschaft von Lady [[Ottoline Morrell]], mit der Fry eine flüchtige Liebesbeziehung hatte. Wenig später, im Juli 1913, gründete Fry die [[Omega Workshops]], eine experimentelle Designerwerkstatt für Inneneinrichtungen, an der Duncan Grant und Vanessa Bell beteiligt waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Die Ausstellungen rüttelten das etablierte Londoner Kunstpublikum auf und bewirkten einen großen Einfluss auf junge britische Künstler, die Künstler der Bloomsbury Group eingeschlossen. Fry gründete 1913 als Verfechter avantgardistischer Kunst die Ausstellungsgesellschaft &amp;#039;&amp;#039;Grafton Group&amp;#039;&amp;#039; als Nachfolger der &amp;#039;&amp;#039;Friday Group&amp;#039;&amp;#039;. Er organisierte weiterhin Ausstellungen moderner Kunst wie &amp;#039;&amp;#039;The New Movement in Art&amp;#039;&amp;#039;, die 1917 in London und Birmingham stattfand.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.tate.org.uk/archivejourneys/bloomsburyhtml/bio_fry_modernart.htm &amp;#039;&amp;#039;Fry and modern art&amp;#039;&amp;#039;], www.tate.org.uk, abgerufen am 3. Januar 2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Desmond MacCarthy bezeichnete die erste Ausstellung im &amp;#039;&amp;#039;The Listener&amp;#039;&amp;#039; vom 1.&amp;amp;nbsp;Februar 1945 als &amp;#039;&amp;#039;„The Art Quake of 1910“&amp;#039;&amp;#039; („Das Kunstbeben von 1910“).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zeitnahe Ausstellungen, in denen unter anderem das bahnbrechende Werk Cézannes gezeigt wurde, waren die der [[Galerie 291#Cézanne, Picasso, Matisse und die Neudefinition von Ästhetik 1911–1913|Galerie 291]] in [[New York City|New York]] im Jahr 1911, des [[Sonderbund (Malerei)|Sonderbundes]] in Köln 1912 sowie der [[Armory Show]] 1913 in New York. Die Armory Show wurde organisiert von den US-amerikanischen Künstlern [[Walter Pach (Künstler)|Walter Pach]], [[Walt Kuhn]] und [[Arthur B. Davies]], die Cézannes Werk dank ihrer Besuche in Paris kennengelernt hatten. Sie hatten dort den Salon der Kunstsammler [[Leo Stein (Kunstsammler)|Leo]] und [[Gertrude Stein]] sowie Matisse aufgesucht. Die Ausstellung der Armory Show nahm als Folge die Präsentation französischer Künstler auf und folgte somit den Ideen des Kölner Sonderbunds sowie den zwei von Fry organisierten Ausstellungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach dem Weblink &amp;#039;&amp;#039;Birth of the Figure of the Father of Modern Art: Cézanne in International Exhibitions 1910–1913&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch in Köln und den Vereinigten Staaten stießen die Exponate jedoch auf Ablehnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Werke der damals verspotteten Künstler wie Cézanne, van Gogh und Picasso gehören gegenwärtig zu den am [[Liste der teuersten Gemälde|teuersten gehandelten Gemälden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* J. B. Bullen: &amp;#039;&amp;#039;Post-Iimpressionists in England&amp;#039;&amp;#039;. Routledge, London 1989 ([http://books.google.de/books?id=bgMOAAAAQAAJ&amp;amp;pg=PR11&amp;amp;lpg=PR11&amp;amp;dq=Second+Post-Impressionist+Exhibition&amp;amp;source=bl&amp;amp;ots=lKNjy5eBK9&amp;amp;sig=fov_PZd_WLUCQn9AfXYjGwMSTcQ&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=vpVAUZAoxNW0Bq_VgNAD&amp;amp;ved=0CHYQ6AEwDA#v=onepage&amp;amp;q=Second%20Post-Impressionist%20Exhibition&amp;amp;f=false teilweise online])&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[The Burlington Magazine]]&amp;#039;&amp;#039;: &amp;#039;&amp;#039;Manet and the Post-Impressionists&amp;#039;&amp;#039;. A centenary issue in Burlington Magazine, #1293, Vol. 152, Dezember 2010 [http://www.burlington.org.uk/magazine/back-issues/2010/201012/editorial/ Editorial online] [http://www.reading.ac.uk/web/FILES/art-REF/BurlDEC10pp782_93.pdf Beitrag von Anna Gruetzner Robins: &amp;#039;&amp;#039;Manet and the Post-Impressionists: a checklist of exhibits&amp;#039;&amp;#039;] (englisch)&lt;br /&gt;
* Bernard Denvir: &amp;#039;&amp;#039;Post-impressionism&amp;#039;&amp;#039; (World of Art).  Thames &amp;amp; Hudson Ltd., London 1992, ISBN 0-500-20255-9&lt;br /&gt;
* [[John Rewald]]: &amp;#039;&amp;#039;Von van Gogh bis Gauguin. Die Geschichte des Nachimpressionismus.&amp;#039;&amp;#039; DuMont, Köln 1986, ISBN 3-7701-2147-3&lt;br /&gt;
* Frances Spalding: &amp;#039;&amp;#039;Roger Fry, art and life&amp;#039;&amp;#039;.  University of California Press, Berkeley 1980, ISBN 0-520-04126-7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://archive.org/stream/manetpostimpress00graf#page/n1/mode/2up &amp;#039;&amp;#039;Digitalisierter Katalog der ersten Ausstellung&amp;#039;&amp;#039;] in [[Open Library]] (englisch)&lt;br /&gt;
* [http://arthistory.about.com/od/modernarthistory/a/Post-Impressionism-Art-History-101-Basics.htm &amp;#039;&amp;#039;Post-Impressionism - Art History 101 Basics&amp;#039;&amp;#039;] in arthistory.about.com (englisch)&lt;br /&gt;
* Will Hodgkinson: [http://www.telegraph.co.uk/culture/donotmigrate/3618913/Culture-quake-Manet-and-Post-Impressionism.html &amp;#039;&amp;#039;Culture quake: Manet and Post Impressionism&amp;#039;&amp;#039;] in telegraph.co.uk, 14. Juni 2004 (englisch)&lt;br /&gt;
* [http://modernism.research.yale.edu/wiki/index.php/First_Post-Impressionist_Exhibition &amp;#039;&amp;#039;First Post-Impressionist Exhibition&amp;#039;&amp;#039;]: Webseite der [[Yale University]], zitiert nach Pericles Lewis’s &amp;#039;&amp;#039;Cambridge Introduction to Modernism&amp;#039;&amp;#039; (Cambridge UP, 2007), S. 91 f. (englisch)&lt;br /&gt;
* Laure-Caroline Semmer: [http://www.artsetsocietes.org/a/a-semmer.html &amp;#039;&amp;#039;Birth of the Figure of the Father of Modern Art: Cézanne in International Exhibitions 1910–1913&amp;#039;&amp;#039;] in Arts &amp;amp; Societies, 2006 (englisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://www.frick.org/blogs/chief_librarian/second_second_post-impressionist_show The Frick Collection &amp;quot;Second Post-Impressionist Show&amp;quot;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kunstausstellung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Veranstaltung 1910]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Veranstaltung 1912]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bildende Kunst (London)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Veranstaltung in London]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;TaxonBot</name></author>
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