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	<title>Malcolm Guthrie - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-05T11:54:12Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Malcolm_Guthrie&amp;diff=411917&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Lantani: /* Die Guthrie-Zonen */ Abschnittsüberschrift; Link auf Karte</title>
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		<updated>2023-12-26T09:32:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Die Guthrie-Zonen: &lt;/span&gt; Abschnittsüberschrift; Link auf Karte&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Malcolm Guthrie&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[10. Februar]] [[1903]] in [[Hove]], [[England]]; † [[22. November]] [[1972]] in [[London]]) war ein britischer [[Linguist]], der sich insbesondere mit den [[Bantusprachen]] beschäftigte. Er zählt zu den wichtigsten Bantuisten des 20. Jahrhunderts.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lebensweg ==&lt;br /&gt;
Nach einem Studium der Metallurgie wandte er sich der Theologie zu und ordinierte einige Jahre in der [[Baptisten]]gemeinde von Rochester. 1932 ging er als baptistischer Missionar nach [[Kinshasa]] in den Kongo. Dort widmete er sich neben seiner Missionarstätigkeit dem Studium lokaler [[Bantusprachen]], insbesondere der [[Verkehrssprache]] [[Lingala]]. 1940 kehrte er nach England zurück und wurde 1942 zum Senior Lecturer (Dozent) für Bantusprachen an die &amp;#039;&amp;#039;[[School of Oriental and African Studies]]&amp;#039;&amp;#039; (SOAS) berufen. 1942–1944 unternahm er ausgedehnte Forschungsreisen in Ost-, Zentral- und Südafrika, während der er das Material für seine Doktorarbeit &amp;#039;&amp;#039;The Tonal Structure of Bemba&amp;#039;&amp;#039; sammelte; mit dieser Arbeit promovierte er 1945. Von 1950 bis 1968 leitete er die Afrikaabteilung der SOAS, 1951 wurde er auf den neueingerichteten Lehrstuhl für Bantusprachen berufen, 1970 [[Emeritierung|emeritiert]]. Seit 1968 war er Mitglied ([[Fellow]]) der [[British Academy]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle| url=https://www.thebritishacademy.ac.uk/documents/2528/Deceased_Fellows.pdf| titel=Deceased Fellows| hrsg=British Academy| zugriff=2020-06-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Guthrie starb 1972.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gemeinbantu, Protobantu und Urheimat ==&lt;br /&gt;
Mit seinen ersten sprachvergleichenden Arbeiten (1948–1955) löste Guthrie die Vorherrschaft des 1944 verstorbenen deutschen Afrikanisten [[Carl Meinhof]] in der Bantuistik ab, die dieser fast 50 Jahre ausgeübt hatte. Er arbeitete mit neuen [[Strukturalismus|strukturalistischen]] Methoden und trennte scharf [[Diachronie|diachrone]] und [[Synchronie|synchrone]] linguistische Phänomene. Da die Bantusprachen keine älteren schriftlichen Fixierungen aufweisen (Ausnahme ist das [[Kisuaheli|Swahili]] mit Texten seit dem 10. Jahrhundert in [[Arabische Schrift|arabischer Schrift]], weitere Bantusprachen wurden erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts auf Basis des [[Lateinisches Alphabet|lateinischen Alphabets]] verschriftet), war es äußerst schwierig, eine [[Genetische Verwandtschaft (Linguistik)|genetische Gliederung]] der etwa 500 Sprachen zu erstellen und eine [[Proto-Bantu]]-Sprache zu erschließen. Guthrie ging in zwei Schritten vor: zunächst sammelte er nahezu flächendeckend Wörter und [[Morphem]]e in allen ihm zugänglichen Bantusprachen, bündelte sie zu etwa 2000 [[Wortgleichungen]] und ermittelte auf Grund dieser umfangreichen Vergleiche die [[Lautentsprechung]]en in den einzelnen Bantusprachen. Die Summe dieser Wort- und Morphemgleichungen nannte er &amp;#039;&amp;#039;Gemeinbantu&amp;#039;&amp;#039; (synchrone Phase). Daraus versuchte er in einem zweiten Schritt die &amp;#039;&amp;#039;Lautgeschichte&amp;#039;&amp;#039; des Bantu und das Proto-Bantu zu erschließen (diachrone Phase).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der regionalen Verteilung der Bantuwurzeln zog er den Schluss, dass die [[Urheimat]] der Bantusprachen südlich des äquatorialen [[Tropischer Regenwald|Regenwaldes]] gelegen habe – er bezeichnete diesen Raum im Kongogebiet als &amp;#039;&amp;#039;Bantu-Nukleus&amp;#039;&amp;#039; – und sämtliche Bantuvölker von dort in ihre heutigen Siedlungsgebiete gewandert seien. Diese Hypothese hat sich als falsch erwiesen; heute wird allgemein [[Nigeria|Ostnigeria]] und [[Kamerun|Westkamerun]] als Urheimat des Bantu angesehen. (Vgl. den Artikel [[Bantusprachen]], Abschnitt „Urheimat und Ausbreitung“.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Guthrie-Zonen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Bantu zones.png|miniatur|Grobe Lage der Guthrie-Zonen]]&lt;br /&gt;
Schon seit 1948 hatte Guthrie sein System einer praktischen geographisch orientierten Einteilung aller Bantusprachen entworfen, das er bis 1970 weiter ausbaute und präzisierte. Er teilte die Bantusprachen in 16 Gruppen („Zonen“) ein, die er mit den Buchstaben A – S (ohne I, O, Q) bezeichnete, zum Beispiel ist Zone A die Gruppe der Bantusprachen aus [[Kamerun]] und [[Äquatorialguinea]]. Innerhalb jeder Zone sind die Sprachen in Zehnereinheiten gruppiert, so sind etwa A10 = Lundu-Balong-Gruppe und A20 = Duala-Gruppe der Zone A. Die einzelnen Sprachen sind in jeder Zehnergruppe durchnummeriert; zum Beispiel ist A11 = Londo und A12 = Lue, [[Dialekt]]e können durch kleine Buchstaben bezeichnet werden, z.&amp;amp;nbsp;B. A12a. Diese Einteilung Guthries ist vor allem [[geographisch]] orientiert, eine [[Genetische Einheit|genetische]] Bedeutung hat es nach heutiger Erkenntnis kaum. Es wird aber weiterhin allgemein als [[Bezugssystem|Referenzsystem]] der Bantusprachen benutzt. (Siehe auch den Artikel [[Bantusprachen]], Abschnitt [[Bantusprachen #Typologie und geographische Verteilung|Typologie und geographische Verteilung]]. Dort werden alle größeren Bantusprachen in ihre jeweilige Guthrie-Zone eingeteilt.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachwirkung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Guthrie war ein verschlossener Einzelgänger und teilte seine Ideen nicht vor der Veröffentlichung einer Arbeit oder eines Buches anderen Forschern mit. An der internationalen Fachdiskussion in der [[Afrikanistik]] und [[Bantuistik]] nahm er nur durch seine Werke teil, er hatte kaum namhafte Schüler. Seine Nachwirkung ist relativ schwach geblieben, sie kann nicht mit der prägenden Kraft von [[Carl Meinhof]] verglichen werden, der 50 Jahre die Bantuistik und weite Teile der Afrikanistik geprägt hat. Überdauert hat Guthries Konzept des &amp;#039;&amp;#039;Gemeinbantu&amp;#039;&amp;#039; und sein praktisches Einteilungssystem für Bantusprachen, das auch heute noch als Standard-Referenz genutzt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wichtige Arbeiten Guthries ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* 1943 &amp;#039;&amp;#039;The Lingua Franca of the Middle Congo.&amp;#039;&amp;#039; (Gemeint ist Lingala.) Africa 14.&lt;br /&gt;
* 1948 &amp;#039;&amp;#039;The Classification of the Bantu Languages.&amp;#039;&amp;#039; London. (Reprint 1967)&lt;br /&gt;
* 1948 &amp;#039;&amp;#039;Bantu Word Division.&amp;#039;&amp;#039; London.&lt;br /&gt;
* 1948 &amp;#039;&amp;#039;Gender, Number and Person in Bantu Languages.&amp;#039;&amp;#039; BSOAS 12.&lt;br /&gt;
* 1953 &amp;#039;&amp;#039;The Bantu Languages of Western Equatorial Africa.&amp;#039;&amp;#039; London.&lt;br /&gt;
* 1956 &amp;#039;&amp;#039;Observations on Nominal Classes in Bantu Languages.&amp;#039;&amp;#039; BSOAS 18.&lt;br /&gt;
* 1959 &amp;#039;&amp;#039;Problèmes de génétique linguistique: la question du Bantu commun.&amp;#039;&amp;#039; Paris.&lt;br /&gt;
* 1960 &amp;#039;&amp;#039;Teke Radical Structure and Common Bantu.&amp;#039;&amp;#039; ALS 1.&lt;br /&gt;
* 1961 &amp;#039;&amp;#039;Bantu Sentence Structure.&amp;#039;&amp;#039; London.&lt;br /&gt;
* 1962 &amp;#039;&amp;#039;Bantu Origins: a Tentative New Hypothesis.&amp;#039;&amp;#039; JAL 1.&lt;br /&gt;
* 1962 &amp;#039;&amp;#039;Some Developments in the Prehistory of the Bantu Languages.&amp;#039;&amp;#039; JAH 3.&lt;br /&gt;
* 1962 &amp;#039;&amp;#039;A Two-stage Method of Comparative Bantu Study.&amp;#039;&amp;#039; ALS 3.&lt;br /&gt;
* 1967–71 &amp;#039;&amp;#039;Comparative Bantu. An Introduction to the Comparative Linguistics and Prehistory of the Bantu Languages.&amp;#039;&amp;#039; 4 Bände. Farnborough.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abkürzungen der Fachzeitschriften:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Africa = &amp;#039;&amp;#039;Africa. Journal of the International Institute of African Languages and Cultures.&amp;#039;&amp;#039; London 1928ff.&lt;br /&gt;
* ALS = &amp;#039;&amp;#039;African Language Studies.&amp;#039;&amp;#039; London 1960ff.&lt;br /&gt;
* BSOAS = &amp;#039;&amp;#039;Bulletin of the School of Oriental and African Studies.&amp;#039;&amp;#039; London 1940ff.&lt;br /&gt;
* JAH = &amp;#039;&amp;#039;Journal of African History.&amp;#039;&amp;#039; London 1960ff.&lt;br /&gt;
* JAL = &amp;#039;&amp;#039;Journal of African Languages.&amp;#039;&amp;#039; London und Hertford 1962–72.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Niger-Kongo-Sprachen]]&lt;br /&gt;
* [[Afrikanische Sprachen]]&lt;br /&gt;
* [[Afrikanistik]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Herrmann Jungraithmayr, Wilhelm J. G. Möhlig: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon der Afrikanistik.&amp;#039;&amp;#039; Dietrich Reimer Verlag, Berlin 1983, ISBN 3-496-00146-1.&amp;lt;br /&amp;gt;(Der Artikel „Guthrie, Malcolm“ dieses Lexikons ist eine wichtige Grundlage und Quelle für den vorliegenden Artikel.)&lt;br /&gt;
* Derek Nurse, Gérard Philippson (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Bantu Languages.&amp;#039;&amp;#039; Routledge, London / New York 2003.&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
| Autor=Hazel Carter&lt;br /&gt;
| Titel=Malcolm Guthrie, 1903–1972&lt;br /&gt;
| Sammelwerk=Proceedings of the British Academy&lt;br /&gt;
| Band=59&lt;br /&gt;
| Jahr=1974&lt;br /&gt;
| Seiten=473–498&lt;br /&gt;
| Online=https://www.thebritishacademy.ac.uk/documents/1133/59p473.pdf&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=1037352785|LCCN=n/50/17528|VIAF=57855098}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Guthrie, Malcolm}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Linguist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Afrikanist]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (School of Oriental and African Studies)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der British Academy]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Brite]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Engländer]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1903]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1972]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Guthrie, Malcolm&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=britischer Linguist&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=10. Februar 1903&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Hove]], [[England]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=22. November 1972&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[London]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Lantani</name></author>
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