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	<title>Magna Mater - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-05T13:56:08Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Magna_Mater&amp;diff=54789&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Lothaeus: internen Wikilink zum soeben neu angelegten Artikel erstellt</title>
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		<updated>2025-12-28T12:33:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;internen Wikilink zum soeben neu angelegten Artikel erstellt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Cybele Formiae Ny Carlsberg Glyptotek IN480.jpg|mini|Römische Darstellung der Cybele (um 60 n. Chr.)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die lateinische Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Magna Mater&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mater Magna&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (übersetzt „Große Mutter“, auf [[Altgriechische Sprache|Altgriechisch]] Megále Meter) stand ursprünglich für die antike Göttin [[Kybele- und Attiskult|Kybele]] (griechisch Κυβέλη), die Große Göttermutter vom Berg [[Ida-Gebirge (Türkei)|Ida]] (lateinisch &amp;#039;&amp;#039;Mater Deum Magna Ideae&amp;#039;&amp;#039;, kurz &amp;#039;&amp;#039;Magna Mater&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einigen [[Religionsgeschichte|religionshistorischen]] oder archäologischen Schriften wird der Begriff bisweilen auf die [[Muttergöttin]]nen seit der mediterranen [[Jungsteinzeit]] ausgedehnt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Carsten Colpe]]: &amp;#039;&amp;#039;Selbstdefînition durch Rituale im hellenistisch-christlichen Kleinasien. Zu Abgrenzungen zwischen Kybelemysterien, Taurobolien, Montanismus und Bischofskirche.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Hanns Christof Brennecke]], [[Ernst Ludwig Grasmück]], [[Christoph Markschies]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Logos: Festschrift für Luise Abramowski zum 8. Juli 1993&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Beihefte zur [[Zeitschrift für die Neutestamentliche Wissenschaft]].&amp;#039;&amp;#039; Band 67). Walter de Gruyter, Berlin/New York 1993, ISBN 3-11-013985-5, S. 30–56, hier S. 33–34.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Autor [[Manfred Ehmer]] verwendet den Ausdruck in seinen populärwissenschaftlichen Schriften für eine kulturübergreifende Interpretation im Sinne einer weitreichenden „ökospirituellen“ [[Neue religiöse Bewegung|neureligiösen]] Auslegung, die die Erde als Verkörperung der Magna Mater oder als [[Mutter Erde]] auffasst.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Kurt Ehmer: &amp;#039;&amp;#039;Die Weisheit des Westens.&amp;#039;&amp;#039; Patmos, Düsseldorf 1998, ISBN 3-491-72395-7, S. 46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mater Deum Magna Ideae ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Controfacciata di villa medici, rilievi romani 10.jpg|mini|Reliefdarstellung des Magna-Mater-Tempels ([[Villa Medici (Rom)|Villa Medici]], Rom)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Name &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mater Deum Magna Ideae&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (lateinisch, deutsch: „Große Göttermutter vom Berg Ida“; für &amp;#039;&amp;#039;Berg Ida&amp;#039;&amp;#039; siehe [[Psiloritis]]) wurde der [[Phrygien|phrygischen]] Göttin Kybele nach Einführung des [[Kybele- und Attiskult]]es im [[Römisches Reich|Römischen Reich]] im Jahre 205/204 v.&amp;amp;nbsp;Chr. gegeben. Überliefert ist auch der Name &amp;#039;&amp;#039;Magna Mater Deorum Idaea&amp;#039;&amp;#039; („Große Mutter der Götter vom Berge Ida“) sowie die Schreibweisen &amp;#039;&amp;#039;Magna Mater deum Idea&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Mater Deum Magna Ideae&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den offiziellen Kybele-Attis-Mysterien gab es auch in der Volksreligiosität Kleinasiens immer schon die Verehrung der Kybele als „Große Mutter“ außerhalb eines [[Mysterienkult]]es (kultische Feiern mit einem geheim bleibenden Kern). Kybele galt ursprünglich in Kleinasien und nach der Hellenisierung auch bei den Griechen als die Erzeugerin des Lebens, als Berg- und Erdmutter, als Beschützerin der Städte sowie als Fruchtbarkeitsgöttin und Göttin des weiblichen Geschlechtes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Harald Haarmann: Verehrung in der Jungsteinzeit ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Sleeping Lady Hypogeum Hal Saflieni.jpg|mini|[[Sleeping Lady]] von Malta, 4.&amp;amp;nbsp;Jahrtausend v.&amp;amp;nbsp;Chr.]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Female Statuette Halaf Culture 6000-5100 BCE.jpg|mini|Weibliche Statuette von Samarra, 7.&amp;amp;nbsp;Jahrtausend v.&amp;amp;nbsp;Chr.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Sprach- und Kulturwissenschaftler [[Harald Haarmann]] bringt die Verehrung einer Magna Mater mit der sogenannten [[Neolithische Revolution|neolithischen Revolution]] in Verbindung, als die Menschen sich erstmals der [[Agrargeschichte|Landwirtschaft]] zuwandten und oft auch sesshaft wurden. Die Neolithisierung begann in [[Kleinasien]] etwa 10.000 v. Chr., erreichte ab etwa 6500 v. Chr. Südosteuropa und in den folgenden Jahrtausenden das übrige Europa. Dabei soll den Frauen die Anpflanzung und Ernte oblegen haben, während die Männer weiterhin der Jagd nachgegangen seien.&amp;lt;ref&amp;gt;Harald Haarmann: &amp;#039;&amp;#039;Die Madonna und ihre Töchter, Rekonstruktion einer kulturhistorischen Genealogie.&amp;#039;&amp;#039; 1996, ISBN 3-487-10163-7, S. 20 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Infolgedessen soll sich die Idee einer weiblichen Gottheit ausgebreitet haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schriftliche Zeugnisse aus dieser Zeit fehlen, wenn auch die auf dem [[Balkanhalbinsel|Balkan]] gefundenen [[Vinča-Zeichen]], die möglicherweise aus dem 6. Jahrtausend v. Chr. stammen, von Haarmann als &amp;#039;&amp;#039;Weiheinschriften&amp;#039;&amp;#039; interpretiert werden, die jedoch bislang nicht entziffert werden konnten.&amp;lt;ref&amp;gt;Harald Haarmann: &amp;#039;&amp;#039;Die Madonna und ihre Töchter, Rekonstruktion einer kulturhistorischen Genealogie.&amp;#039;&amp;#039; 1996, S. 17&amp;lt;br /&amp;gt;Harald Haarmann: &amp;#039;&amp;#039;Universalgeschichte der Schrift&amp;#039;&amp;#039;. Frankfurt / New York 1998, ISBN 3-88059-955-6, S. 73 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; In dem Bereich zwischen dem Balkan, der Donau und bis zur heutigen Ukraine, ein Gebiet, das von [[Marija Gimbutas]] als [[Alteuropa (Sprachforschung)|Alteuropa]] bezeichnet wurde, wurden Tausende von Statuetten aus dieser Zeit gefunden, die durch Brüste, Schamdreieck und teilweise überbreite Hüften gekennzeichnet sind. Darstellungen, die auf Geburtsszenen oder Mutter mit Kind hinweisen, fehlen jedoch. Männliche Darstellungen befanden sich nur vereinzelt darunter (in [[Vinča]] waren es 581 weibliche und 17 männliche Figuren, in einer jüngeren Schicht aus dem 4.&amp;amp;nbsp;vorchristlichen Jahrtausend waren über 90 % der 83 Figuren weiblich, in [[Sitagroi]] in Nordgriechenland waren alle 250 Figuren weiblich).&amp;lt;ref&amp;gt;Harald Haarmann: &amp;#039;&amp;#039;Die Madonna und ihre Töchter, Rekonstruktion einer kulturhistorischen Genealogie.&amp;#039;&amp;#039; 1996, S. 18.&amp;lt;/ref&amp;gt; Insgesamt sei aus der Jungsteinzeit von über 20.000 weiblichen Statuetten berichtet worden. Solche Figuren wurden auch in [[Kleinasien]] unter anderem in der jungsteinzeitlichen Großsiedlung [[Çatalhöyük]] gefunden, wo sie bis ins 8.&amp;amp;nbsp;vorchristliche Jahrtausend datiert werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Harald Haarmann: &amp;#039;&amp;#039;Die Madonna und ihre Töchter, Rekonstruktion einer kulturhistorischen Genealogie.&amp;#039;&amp;#039; 1996, S. 127 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erd- und Fruchtbarkeitsgöttin ===&lt;br /&gt;
Haarmann nimmt an, dass die Große Göttin als Lebenspenderin, Herrin der Vegetation und Schutzpatronin des [[Ackerbau]]s und Hüterin der tierischen und menschlichen [[Fruchtbarkeit]], auch im Hinblick auf die [[Sexualität]], verehrt wurde. Sie galt als allmächtig und stand über dem irdischen Leben. Aus ihrer Bedeutung leitet Haarmann ab, dass jungsteinzeitlichen Gesellschaften auch [[Matriarchat|matrifokal]] organisiert waren, in denen die Kinder bei der Mutter leben und Erbfolge sowie Familienbindungen [[Matrilinearität|matrilinear]] ausgestaltet sind, sich also nach der Abstammung mütterlicherseits richten. Andere gehen weiter und folgern hieraus die Existenz [[Matriarchat|matriarchalisch]] organisierter Gesellschaften.&amp;lt;ref&amp;gt;Harald Haarmann: &amp;#039;&amp;#039;Die Madonna und ihre Töchter, Rekonstruktion einer kulturhistorischen Genealogie.&amp;#039;&amp;#039; 1996, S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Deutungen werden fachwissenschaftlich jedoch zurückgewiesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Archäologie wird die Interpretation anthropomorpher weiblicher Darstellungen als Göttinnen jedoch nicht gestützt. Ein Teil der Figurinen zum Beispiel in Çatalhöyük stellen auch Männer dar, andere Stücke sind [[Zoomorphismus|zoomorph]] oder zeigen keine geschlechtsspezifischen Charakteristika. Nur fünf Prozent der etwa 2000 gefundenen Figuren sind eindeutig weiblich.&amp;lt;ref&amp;gt;Lynn Meskell: &amp;#039;&amp;#039;The Archaeologies of Çatalhöyük.&amp;#039;&amp;#039; In: Lucy Goodison, Christine Morris (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Ancient Goddesses.&amp;#039;&amp;#039; British Museum Press, London 1998, ISBN 0-7141-1761-7, S. 46–62.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Vorläuferin weiblicher Gottheiten ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Faustina minor Km 38.48 Rv.JPG|mini|MATRI MAGNAE als Umschrift auf Denarrevers der Faustina minor]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Faustina minor Km 38.48 Av.JPG|mini|Portraitseite des Denars der Faustina minor]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haarmann versucht, viele antike Göttinnen von der „Magna Mater“ abzuleiten, wie zum Beispiel die Verehrung der [[Aphrodite]] auf [[Geschichte Zyperns|Zypern]] vor ca. 5000 Jahren.&amp;lt;ref&amp;gt;Harald Haarmann: &amp;#039;&amp;#039;Die Madonna und ihre Töchter, Rekonstruktion einer kulturhistorischen Genealogie.&amp;#039;&amp;#039; 1996, S. 88 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die [[sumer]]ischen, [[babylon]]ischen und [[Phönizien|phönizischen]] Göttinnen wie [[Inanna]], [[Ištar]] und [[Astarte]] sollen laut Haarmann auf eine ältere Magna Mater zurückgehen. So werden von einigen Archäologen die am Ostufer des [[Tigris]] im [[Irak]] gefundenen Frauenstatuetten von [[Samarra]] aus der Zeit 6500–6000 v.&amp;amp;nbsp;Chr. als Vorläuferinnen der sumerischen Göttinnen und Darstellungen der Großen Mutter angesehen. [[Gerda Weiler]] will auch im [[Altes Testament|Alten Testament]] Anzeichen für eine frühe Verehrung einer Großen Göttin finden.&amp;lt;ref&amp;gt;Gerda Weiler: &amp;#039;&amp;#039;Das Matriarchat im Alten Israel.&amp;#039;&amp;#039; Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1989, ISBN 3-17-010773-9.&amp;lt;/ref&amp;gt; In [[Kleinasien]] findet sich die Verehrung der Großen Göttin als [[Kybele- und Attiskult|Kybele]], die unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Mater Deum Magna Ideae&amp;#039;&amp;#039; (Große Göttermutter vom Berge Idea) 205 v. Chr. nach [[Römisches Reich|Rom]] kam und sich von hier aus im ganzen römischen Reich ausbreitete &amp;#039;&amp;#039;(siehe auch: [[Tempel der Magna Mater]])&amp;#039;&amp;#039;. Von dieser römischen Namensgebung leitet sich auch der heute übliche Name der Urmutter als Magna Mater ab. Gelegentlich wurde die Darstellung mit der Umschrift MATRI MAGNAE auch auf Rückseiten von römischen Münzen geprägt, die auf der Vorderseite das Porträt einer Kaiserin zeigen.&amp;lt;ref&amp;gt;als Beispiel bei Faustina minor, Ursula Kampmann, Die Münzen der römischen Kaiserzeit, 1. Auflage, S. 171 Nr. 38.48&amp;lt;/ref&amp;gt; Im 19. Jahrhundert wurde Kybele oft als Allegorie der Erde dargestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Philippe Borgeaud: &amp;#039;&amp;#039;La mère des dieux. De Cybèle à la Vierge Marie.&amp;#039;&amp;#039; Editions Seuil, Paris 1999.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haarmann nimmt an, dass infolge der von Gimbutas postulierten [[Indogermanen|indogermanischen]] Siedlungsschübe zwischen 4500 und 3000 v.&amp;amp;nbsp;Chr. das indoeuropäische [[Polytheismus|polytheistische]] [[Götterwelt|Pantheon]] mit vorherrschenden männlichen Gottheiten die Vorstellung einer Muttergottheit überlagerte, in dem weibliche Gottheiten zwar an Seiten der männlichen Götter stehen, ohne aber die männliche Dominanz in Zweifel zu stellen.&amp;lt;ref&amp;gt;Harald Haarmann: &amp;#039;&amp;#039;Die Madonna und ihre Töchter, Rekonstruktion einer kulturhistorischen Genealogie.&amp;#039;&amp;#039; 1996, S. 43 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gimbutas Postulat wurde jedoch von zahlreichen Archäologen in Frage gestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. zum Beispiel Ruth Tringham: &amp;#039;&amp;#039;Review of: The Civilization of the Goddess: The World of Old Europe by Marija Gimbutas (1991).&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;American Anthropologist.&amp;#039;&amp;#039; Band 95, 1993, S. 196–197 oder Lynn Meskell: &amp;#039;&amp;#039;Goddesses, Gimbutas and New Age archaeology.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Antiquity.&amp;#039;&amp;#039; Band 69, Nr. 262, 1995, S. 74–86.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Manfred Ehmer: Neureligiöse Interpretationen ==&lt;br /&gt;
Erste Spuren [[Neopaganismus#18. und 19. Jahrhundert|neuheidnischer/naturreligiöser]] Bewegungen finden sich im 18. und frühen 19. Jahrhundert als Gegenentwurf zur rationalistischen Weltsicht der Aufklärung. In den 1970er Jahren wurde die Vorstellung von einer &amp;#039;&amp;#039;[[Urmutter|Ur-]] oder Allmutter&amp;#039;&amp;#039;, die man der Erscheinung der &amp;#039;&amp;#039;[[Muttergöttin|Großen Göttin]]&amp;#039;&amp;#039; zurechnet, aufgenommen, um sogenannte [[Ganzheitlichkeit|ganzheitliche]] Ansätze zur Erfassung der Erde als ein eigenes Wesen zu beschreiben;&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Kurt Ehmer: &amp;#039;&amp;#039;Göttin Erde, Kult und Mythos der Mutter Erde&amp;#039;&amp;#039;. Zerling, Berlin 1994, ISBN 3-88468-058-7, S. 40 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; im [[Wicca]], in ökospirituellen und [[Ökofeminismus|ökofeministischen]] Bewegungen, im [[Feminismus#Spiritueller Feminismus|spirituellen Feminismus]] und in [[Geschichte der Matriarchatstheorien|Matriarchatstheorien]]. &amp;#039;&amp;#039;Siehe dazu auch: [[Geschichte der Matriarchatstheorien#Heide Göttner-Abendroth|Hypothesen zur Religion historischer Matriarchate]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Interpretation von Manfred Kurt Ehmer – der Autor bezeichnet als Schwerpunkt seiner Aktivität Ökoreligion/Ökospiritualität – förderte in der Jungsteinzeit der von der Landwirtschaft vorgegebene Lebensrhythmus die Vorstellung von der Erde als autarkem Wesen, das mit seinen Kräften, die sich im Werden von Fauna und Flora, aber auch des Menschen, zeigten, als Große Mutter (Magna Mater) oder Urmutter allen Seins verehrt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Kurt Ehmer: &amp;#039;&amp;#039;Göttin Erde, Kult und Mythos der Mutter Erde&amp;#039;&amp;#039;. Zerling, Berlin 1994, ISBN 3-88468-058-7, S. 24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Hieraus soll sich laut Ehmer infolge einer Übertragung dieser fruchtbringenden Eigenschaften auf das Weibliche der Kult einer &amp;#039;&amp;#039;Magna Mater&amp;#039;&amp;#039; entwickelt haben, der sinnbildlich für den „fruchtbaren Mutterschoß stand, aus dem alles Leben erneut hervorgeht.“&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Kurt Ehmer: &amp;#039;&amp;#039;Die Weisheit des Westens.&amp;#039;&amp;#039; Patmos, Düsseldorf 1998, ISBN 3-491-72395-7, S. 46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Interpretation verbindet er in Europa auch mit der [[Megalithkultur]] auf Malta zwischen 4500 und 1500 v. Chr., deren steinerne Bauwerke angeblich als Tempel der Großen Göttin gedeutet wurden. In den megalithischen Tempelanlagen von [[Tempel von Tarxien|Tarxien]], [[Ħaġar Qim]] und im [[Hypogäum von Ħal-Saflieni]] wurden androgyne und weibliche Statuetten, darunter die Venus von Malta (nicht zu verwechseln mit der [[Russland|russischen]] [[Venus von Malta]] in [[Oblast Irkutsk]]), die [[Sleeping Lady]] und die &amp;#039;&amp;#039;fat lady&amp;#039;&amp;#039; gefunden (siehe [[Figürliche Plastik auf Malta]]). Ehmer interpretiert sie als kleine Darstellungen der Muttergottheit.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Kurt Ehmer: &amp;#039;&amp;#039;Die Weisheit des Westens.&amp;#039;&amp;#039; Patmos, Düsseldorf 1998, ISBN 3-491-72395-7, S. 46.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Magna Mater (&amp;#039;&amp;#039;Méter megále&amp;#039;&amp;#039; „große Mutter“) sollen auch sämtliche &amp;#039;&amp;#039;Erdgöttinnen&amp;#039;&amp;#039; der Alten [[Ägäisches Meer|Ägäis]] wie zum Beispiel [[Rhea (Mythologie)|Rhea]], [[Gaia (Mythologie)|Gaia]], [[Demeter]] und [[Persephone]] zurückgehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Manfred Kurt Ehmer: &amp;#039;&amp;#039;Die Weisheit des Westens.&amp;#039;&amp;#039; Patmos, Düsseldorf 1998, ISBN 3-491-72395-7, S. 46 (online beim Projekt Hypersoil der Universität Münster: [http://hypersoil.uni-muenster.de/0/02/01/06/04.htm &amp;#039;&amp;#039;Gaia und Demeter in der griechischen Antike&amp;#039;&amp;#039;]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Zur römischen Magna Mater&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Barbara Kowalewski: &amp;#039;&amp;#039;Frauengestalten im Geschichtswerk des T. Livius.&amp;#039;&amp;#039; Saur, München/Leipzig 2002, ISBN 3-598-77719-1, S. 197.&lt;br /&gt;
* Jörg Rüpke: &amp;#039;&amp;#039;Fehler und Fehlinterpretationen in der Datierung des Dies Natalis des stadtrömischen Magna Mater-Tempels.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Papyrologie und Epigraphik.&amp;#039;&amp;#039; 102, 1994, S. 237 ([http://www.uni-koeln.de/phil-fak/ifa/zpe/downloads/1994/102pdf/102237.pdf PDF]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Übertragung des Begriffs auf andere Phänomene&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* Harald Haarmann: &amp;#039;&amp;#039;Die Madonna und ihre Töchter, Rekonstruktion einer kulturhistorischen Genealogie&amp;#039;&amp;#039;. Olms, Hildesheim / Zürich / New York 1996, ISBN 3-487-10163-7.&lt;br /&gt;
* Maria Xagorari-Gleißner: &amp;#039;&amp;#039;Meter Theon. Die Göttermutter bei den Griechen&amp;#039;&amp;#039;. Harrassowitz, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-447-05986-2.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.britannica.com/EBchecked/topic/243491/Great-Mother-of-the-Gods Encyclopedia Britannica, Artikel: &amp;#039;&amp;#039;Great Mother of the Gods&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mythologisches Wesen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Matriarchatsforschung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kult der Kybele]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Weibliche Gottheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Römische Gottheit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erdgottheit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Lothaeus</name></author>
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