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	<title>Magen - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Georg Hügler: /* Weblinks */</title>
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		<updated>2026-03-26T04:27:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Sobo 1906 405.png|mini|300px|Anatomische Zeichnung des menschlichen Magens (&amp;#039;&amp;#039;stomach&amp;#039;&amp;#039;) und der umgebenden Strukturen, die Leber wurde nach rechts und oben gezogen]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Sobo 1906 406.png|mini|300px|Hier wurde das große Netz zwischen Magen und Querkolon durchtrennt und der Magen angehoben, so dass seine Rückseite und die dahinter liegende Bauchspeicheldrüse zu sehen sind]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Magen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (von mittelhochdeutsch &amp;#039;&amp;#039;mage&amp;#039;&amp;#039;; {{grcS|γαστήρ|gaster}}, {{laS|ventriculus}}; auch griechisch-lateinisch &amp;#039;&amp;#039;stomachus&amp;#039;&amp;#039;) ist ein [[Verdauung]]sorgan fast aller [[Tiere]]. Die primitivste Form ist der [[Gastralraum]] der [[Nesseltiere]], der zugleich Ausscheidungsorgan ist. Der Magen ist ein Hohlorgan aus [[Muskulatur|Muskelgewebe]], das innen mit einer [[Schleimhaut]] ausgekleidet ist. Im Gegensatz zum &amp;#039;&amp;#039;einhöhligen&amp;#039;&amp;#039; Magen des [[Mensch]]en und der meisten Tierarten besitzt der Magen bei [[Wiederkäuer]]n und [[Vögel]]n mehrere abgegrenzte Hohlraumsysteme (&amp;#039;&amp;#039;mehrhöhliger&amp;#039;&amp;#039; Magen) sowie hochspezialisierte Organe bei Insekten (Honigmagen, [[Saugmagen]]). Magenlos sind z.&amp;amp;nbsp;B. die [[Karpfenfische]] (man deutet dies als ursprüngliche Anpassung an Schnecken- und Muschel-[[Nahrung]], deren Kalkschalen die Magensäure nutzlos machten).&amp;lt;ref&amp;gt;Henryk Szarski (1965), Bull. Acad. Pol. Sci., Biol., 4: 155 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fassungsvermögen des menschlichen Magens ist individuell unterschiedlich und beträgt etwa 1,5&amp;amp;nbsp;l.&amp;lt;ref&amp;gt;Benninghoff, Drenckhahn: &amp;#039;&amp;#039;Anatomie.&amp;#039;&amp;#039; 16. Auflage, Elsevier Verlag (2002), S. 655.&amp;lt;/ref&amp;gt; In diesem Hohlraum wird der Nahrungsbrei mit dem [[Magensaft]] vermengt, der im Wesentlichen aus dem [[Protein]]e spaltenden Enzym [[Pepsin]] und [[Salzsäure]] besteht. Der Magen bringt auch den Nahrungsbrei auf die gleiche Temperatur, außerdem schichtet und speichert er ihn. Im Ruhezustand sondern die Drüsen etwa 10&amp;amp;nbsp;ml Magensaft pro Stunde ab. Bei Nahrungsaufnahme kann die Bildung von Magensaft auf bis zu 1000&amp;amp;nbsp;ml pro Stunde erhöht werden. Die Bildung wird sowohl durch [[Nerv]]en-Impulse (vor allem vor der Nahrungsaufnahme) als auch durch [[Hormon]]e gesteuert. Durch [[Muskelkontraktion]]en ([[Peristaltik]]) wird der Nahrungsbrei weiter zum [[Pylorus|Pförtner]] transportiert. Dieser bildet als [[Sphinkter]] (Schließmuskel) einen Verschluss zwischen Magen und [[Zwölffingerdarm]] und kann sich für den Durchtritt des angedauten Speisebreis ([[Chymus]]) etwa 13&amp;amp;nbsp;mm weit öffnen. Dieses geschieht regelmäßig, um den Nahrungsbrei gleichmäßig in den dem Magenausgang folgenden Zwölffingerdarm weiterzuleiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biologische Bedeutung ==&lt;br /&gt;
=== Vorverdauung ===&lt;br /&gt;
Die eigentliche [[Verdauung]] und [[Resorption]] findet bei den meisten Tieren und beim Menschen im [[Darm]] oder spezieller im [[Dünndarm]] statt. Im Magen werden vor allem die [[Protein]]e in sogenannte Polypeptidketten vorverdaut. Die notwendigen Enzyme zur Proteinverdauung, Pepsin und [[Cathepsine|Kathepsin]], haben durch den niedrigen pH-Wert höchste Aktivität. Sie werden von den Zellen des Magens als inaktive Vorstufen ([[Pepsinogen]]) abgesondert und erst durch Kontakt mit der Magensäure aktiviert. [[Fette]] passieren den Magen größtenteils ungehindert, sie werden durch die [[Peristaltik]] jedoch weicher gemacht (verflüssigt). [[Kohlenhydrat]]e passieren den Magen genauso ungehindert, da die enzymatische Spaltung der α(1-4)-Glykosidbindung von [[Amylose]] durch [[Speichel-Amylase|α-Amylase]] (aus dem Speichel) durch den sauren pH-Wert im Magen wieder [[Enzymhemmung|gehemmt]] wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abtöten von Bakterien ===&lt;br /&gt;
Der saure [[Magensaft]] verhindert effektiv das Überleben der meisten [[Bakterien]] und schützt so vor [[Infektion]]en. Lange Zeit galt die [[Lehrmeinung]], dass im extrem sauren [[Chemisches Milieu|Milieu]] des menschlichen Magens ein Wachstum von [[Mikroorganismus|Mikroorganismen]] prinzipiell nicht möglich sei. Mit der Entdeckung von &amp;#039;&amp;#039;[[Helicobacter pylori]]&amp;#039;&amp;#039; in der [[Magenschleimhaut]] im Jahr 1983 musste diese Ansicht jedoch revidiert werden. Fortan galt &amp;#039;&amp;#039;H.&amp;amp;nbsp;pylori&amp;#039;&amp;#039; als die einzige Ausnahme&amp;amp;nbsp;– ein Bakterium, das in der Lage ist, sich unterhalb der schützenden Schleimschicht anzusiedeln. Wissenschaftler der [[Stanford University]] konnten 2005/2006 jedoch nachweisen, dass die Flora (vgl. [[Darmflora]]) deutlich komplexer ist als bisher angenommen: Sie entdeckten insgesamt 128 weitere den Magen besiedelnde Bakterienarten, darunter auch einen Verwandten der [[extremophile]]n Gattung &amp;#039;&amp;#039;[[Deinococcus radiodurans|Deinococcus]]&amp;#039;&amp;#039;. Insgesamt etwa zehn Prozent der identifizierten Mikroorganismen unterschieden sich [[Genetik|genetisch]] erheblich von allen bisher bekannten Bakterien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fälschlicherweise wird der im Magen vorherrschende [[pH-Wert]] oft mit konzentrierter Säure verglichen. Der Magensaft hat zwar auch einen sehr niedrigen pH-Wert von 0,8 bis 1,5,&amp;lt;ref&amp;gt;Mutschler: &amp;#039;&amp;#039;Arzneimittelwirkungen.&amp;#039;&amp;#039; 9. Auflage, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8047-1952-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; die Konzentration der Salzsäure ist jedoch geringer. Dieser niedrige pH-Wert gilt allerdings nur bei leerem Magen. Bei Nahrungszufuhr steigt der Wert und kann abhängig von der [[Puffer (Chemie)|Pufferkapazität]] des [[Chymus|Speisebreis]] auf 4,5 bis 6,5 ansteigen.&amp;lt;ref&amp;gt;Rehner, Daniel: &amp;#039;&amp;#039;Biochemie der Ernährung&amp;#039;&amp;#039;. 3. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, 2010, ISBN 978-3-8274-2041-1, S. 320.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regelmäßige weitere Verdauung ===&lt;br /&gt;
Der Magen ermöglicht es, dass Lebewesen mit wenigen größeren Mahlzeiten pro Tag auskommen. Er ist in der Lage, seine Wandspannung an die jeweilige Inhaltsmenge anzupassen ([[Akkommodation (Magen)|Akkommodation]]). Der Pförtner (&amp;#039;&amp;#039;Pylorus&amp;#039;&amp;#039;) sorgt dafür, dass alle Stoffe genügend lange im Magen verbleiben und ausreichend mit den Verdauungssäften versetzt werden. Der Speisebrei wird dann langsam und gleichmäßig dem Darm zugeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufbau beim Menschen und Tieren mit einhöhligem Magen ==&lt;br /&gt;
=== Anatomie ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Illu stomach.jpg|mini|300px|Makroskopischer Aufbau des Magens. (1) Korpus, (2) Fundus, (3) vordere Magenwand, (4) große Kurvatur, (5) kleine Kurvatur, (6) Kardia, (9) Sphincter pylori, (10) Antrum, (11) Canalis pyloricus, (12) Incisura angularis, (13) Magenrinne, (14) Schleimhautfalten (durch Fensterung)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von außen gesehen unterscheidet man am Magen die vordere obere Fläche (&amp;#039;&amp;#039;Paries anterior&amp;#039;&amp;#039;) und die hintere untere Fläche (&amp;#039;&amp;#039;Paries posterior&amp;#039;&amp;#039;), die große Krümmung (&amp;#039;&amp;#039;Curvatura major&amp;#039;&amp;#039;), an der das [[Omentum majus]] zum Teil befestigt ist, sowie die kleine Krümmung (&amp;#039;&amp;#039;Curvatura minor&amp;#039;&amp;#039;), an der das [[Omentum minus]] befestigt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Makroskopisch wird er in folgende Bereiche untergliedert:&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;[[Cardia|Pars cardiaca]]&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Cardia&amp;#039;&amp;#039; oder Kardia, „Mageneingang“) – mit dem &amp;#039;&amp;#039;Ostium cardiacum&amp;#039;&amp;#039; („Magenmund“) – stellt den Übergang zwischen [[Speiseröhre]] (&amp;#039;&amp;#039;Oesophagus&amp;#039;&amp;#039;) und dem Magen dar.&lt;br /&gt;
* Der &amp;#039;&amp;#039;Fundus ventriculi&amp;#039;&amp;#039; (oder &amp;#039;&amp;#039;Fundus gastricus&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Fornix ventriculi&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Fornix gastricus&amp;#039;&amp;#039;, „Magengrund“, „Magenkuppel“, „Magengewölbe“) liegt unterhalb des Zwerchfells links und kranial vom Mageneingang und ist mit bei der Nahrungsaufnahme verschluckter Luft gefüllt. Auf dem Röntgenbild erscheint er als Magenblase. Bei Pferden wölbt er sich stark über den Mageneingang vor, was als Blindsack (&amp;#039;&amp;#039;Saccus caecus ventriculi&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Klaus-Dieter Budras]], Sabine Röck: &amp;#039;&amp;#039;Atlas der Anatomie des Pferdes: Lehrbuch für Tierärzte und Studierende&amp;#039;&amp;#039;. Schlütersche, 2004, ISBN 978-3-89993-002-3, S. 68.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Das &amp;#039;&amp;#039;Corpus ventriculi&amp;#039;&amp;#039; (oder &amp;#039;&amp;#039;Corpus gastricum&amp;#039;&amp;#039;, „Magenkorpus“, „Magenkörper“) macht den größten Anteil des Magens aus.&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;Pars pylorica&amp;#039;&amp;#039; ist enger als das Korpus, wobei der dem Duodenum nähere Teil, der &amp;#039;&amp;#039;Canalis pyloricus&amp;#039;&amp;#039; („Pförtnerkanal“), noch enger ist als der entferntere Teil, das &amp;#039;&amp;#039;Antrum pyloricum&amp;#039;&amp;#039; („Pförtnerhöhle“), genannt auch &amp;#039;&amp;#039;Vestibulum pyloricum&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
* Der Pylorus („Pförtner“) ist über das &amp;#039;&amp;#039;Ostium pyloricum&amp;#039;&amp;#039; („Pförtnermund“) die Verbindung zum [[Duodenum]]. Er erscheint von außen als harte Einschnürung und bildet gegen innen den [[Sphinkter|Schließmuskel]] (&amp;#039;&amp;#039;Musculus sphincter pylori&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Form und Lage des Magens ist nicht konstant, sondern vielmehr abhängig von dessen Füllung und der Stellung des Menschen. Die Pars cardiaca ist aber durch Bindegewebe relativ stark befestigt, während der nur am &amp;#039;&amp;#039;[[Ligamentum hepatoduodenale]]&amp;#039;&amp;#039; befestigte Pylorus sich bei größerem Mageninhalt absenkt, wodurch der Magen die typische Hakenform bildet. Bei Frauen ist der Magen meist tiefer und steiler gelegen als bei Männern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Truncus coeliacus|titel1=Blutgefäße: Truncus coeliacus|Magenlymphknoten}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Histologie ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Normal gastric mucosa low mag.jpg|mini|300px|Mikroskopisches Präparat normaler Magenschleimhaut]]&lt;br /&gt;
Mikroskopisch gesehen besteht der Magen aus:&lt;br /&gt;
* der Magenschleimhaut (&amp;#039;&amp;#039;Tunica mucosa gastrica&amp;#039;&amp;#039;), die aus den &amp;#039;&amp;#039;Laminae [[epithel]]ialis&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Lamina propria|propria]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Lamina muscularis mucosae|muscularis mucosae]]&amp;#039;&amp;#039; besteht. Sie ist durch Einsenkungen (&amp;#039;&amp;#039;Foveolae gastricae&amp;#039;&amp;#039;) in zahlreiche Felder (&amp;#039;&amp;#039;Areae gastricae&amp;#039;&amp;#039;) gegliedert, mit einer Vielzahl von [[Drüse]]n (&amp;#039;&amp;#039;Glandulae gastricae&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
* einer Bindegewebsschicht (&amp;#039;&amp;#039;[[Tela submucosa]]&amp;#039;&amp;#039;) mit Blutgefäßen&lt;br /&gt;
* einer Muskelschicht (&amp;#039;&amp;#039;Tunica muscularis gastrica&amp;#039;&amp;#039;) aus [[Glatte Muskulatur|glatter Muskulatur]], die aus den &amp;#039;&amp;#039;Fibrae obliquae&amp;#039;&amp;#039;, dem &amp;#039;&amp;#039;Stratum circulare&amp;#039;&amp;#039; und dem &amp;#039;&amp;#039;Stratum longitudinale&amp;#039;&amp;#039; besteht&lt;br /&gt;
* einem Überzug der [[Tunica serosa]] (&amp;#039;&amp;#039;Peritoneum&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Magen besitzt für die Sekretion von Hormonen und anderen Sekreten in seiner Schleimhaut verschiedene Zellarten, die an typischen Stellen des Magens lokalisiert sind, insbesondere&lt;br /&gt;
* in Korpus und Fundus: &amp;#039;&amp;#039;Nebenzellen&amp;#039;&amp;#039; (bilden Schleim), &amp;#039;&amp;#039;Hauptzellen&amp;#039;&amp;#039; (bilden Pepsinogen), &amp;#039;&amp;#039;Parietal- oder Belegzellen&amp;#039;&amp;#039; (bilden Salzsäure und Intrinsic Factor),&lt;br /&gt;
* im Antrum: &amp;#039;&amp;#039;G-Zellen&amp;#039;&amp;#039; (bilden [[Gastrin]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Embryologie ===&lt;br /&gt;
Der Magen entsteht als spindelförmige Erweiterung des [[Vorderdarm]]s (der vordere Abschnitt des primitiven Darmrohrs des [[Embryo]]s). Diese ist über zwei [[Gekröse]] (&amp;#039;&amp;#039;Mesogastrium dorsale&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;ventrale&amp;#039;&amp;#039;) an der rückenseitigen beziehungsweise bauchseitigen Körperwand befestigt. Die zunächst in der Längsachse des Embryos stehende Magenanlage erweitert sich rückenseitig zur Curvatura major und wölbt sich bauchseitig zur flach konkaven Curvatura minor ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die endgültige Form und Lage des Magens bildet sich durch unterschiedliches Wachstum der Magenwandabschnitte heraus. Die Lageveränderungen werden auch als „Magendrehungen“ (nicht mit der Erkrankung [[Magendrehung]] zu verwechseln) bezeichnet, obwohl dabei nicht passive Drehungen, sondern komplizierte Umbildungsprozesse der Magenanlage stattfinden. Die sogenannte „1. Magendrehung“ kann man sich als eine Verdrehung um die Längsachse nach links um 140 Grad vorstellen. Dadurch gelangt die große Magenkrümmung von der Rückenseite nach ventrolateral (links-bauchwärts), die kleine Magenkrümmung entsprechend nach rechts dorsolateral (seitlich-rückenwärts). Die „2. Magendrehung“ lässt sich als Drehung um die senkrechte Achse um 90 Grad nach links umschreiben. Dadurch gelangt der Mageneingang nach links und der Pylorus nach rechts. Die „3. Magendrehung“ erfolgt wiederum um die Längsachse nach rechts um etwa 45 Grad. Die Curvatura major zeigt nun nach links und [[kaudoventral]], die Curvatura minor nach rechts und kraniodorsal.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Blutversorgung des Magens ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Gray532.png|mini|300px|Blutversorgung des menschlichen Magens]]&lt;br /&gt;
Der Magen wird arteriell über den [[Truncus coeliacus]] versorgt. Dieser kurze Gefäßstamm geht direkt von der [[Aorta]] ab und zweigt sich in drei Hauptäste auf: die [[Arteria hepatica communis]], die [[Arteria gastrica sinistra]] und die [[Arteria splenica]]. Der Magen wird dabei direkt über die Arteria gastrica sinistra oder indirekt über weitere Abgänge der beiden anderen Äste versorgt. Der obere Teil der kleinen Kurvatur erhält sein sauerstoffreiches Blut direkt aus der Arteria gastrica sinistra. Sie läuft mit der [[Arteria gastrica dextra]] zusammen, die ursprünglich der Arteria hepatica communis entspringend den unteren Teil der kleinen Kurvatur versorgt. Beide verlaufen am Magen im kleinen Netz ([[Omentum minus]]), wo sie sich an der rechten Magenseite entlang schlängeln. Ebenfalls ursprünglich der Arteria hepatica communis entsprungen, versorgt die [[Arteria gastroomentalis dextra]] die untere Hälfte der großen Kurvatur. Sie läuft mit der [[Arteria gastroomentalis sinistra]] zusammen, die wiederum aus der Arteria splenica entstammt. Beide verlaufen am Magen im großen Netz ([[Omentum majus]]). Zusätzlich gibt die Arteria splenica noch einige [[Arteriae gastricae breves]] ab, die für die Versorgung des Fundus zuständig sind, sowie eine [[Arteria gastrica posterior]], welche für die Durchblutung der Magenrückwand sorgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vergleichende Anatomie ==&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum einhöhligen Magen des Menschen (&amp;#039;&amp;#039;Ventriculus unilocularis&amp;#039;&amp;#039;) ist bei einigen Tiergruppen ein mehrhöhliger Magen (&amp;#039;&amp;#039;Ventriculus multilocularis&amp;#039;&amp;#039;) ausgebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Magen der Wiederkäuer ===&lt;br /&gt;
Bei [[Wiederkäuer]]n sind dem eigentlichen, mit einer [[drüse]]nhaltigen [[Schleimhaut]] ausgekleideten Magen, hier als [[Labmagen]] bezeichnet, noch drei Vormagenabschnitte vorgeschaltet. Dies sind [[Pansen]], [[Netzmagen]] und [[Blättermagen]]. Sie besitzen eine drüsenlose Schleimhaut. In diesen Vormägen finden der mikrobiologische Aufschluss von [[Zellulose]] sowie erste Resorptionsvorgänge statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Magen der Vögel ===&lt;br /&gt;
Der Magen der [[Vögel]] ist in zwei Abschnitte unterteilt. Im eigentlichen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Drüsenmagen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Ventriculus glandularis&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Proventriculus&amp;#039;&amp;#039;) werden ebenfalls Enzyme und Salzsäure abgegeben. Diesem Drüsenmagen ist der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[Kaumagen|Muskelmagen]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Ventriculus muscularis&amp;#039;&amp;#039;) nachgeschaltet. Er besteht aus kräftiger Muskulatur und dient der mechanischen Zerkleinerung der Nahrung und ersetzt so die Funktion der [[Zahn|Zähne]] und des [[Kauen]]s. Die [[Drüsen]] des Muskelmagens sondern ein [[Sekret]] ab, das durch die Salzsäure des Proventriculus zu einer Reibeplatte aushärtet (&amp;#039;&amp;#039;Koilinschicht&amp;#039;&amp;#039;). Zudem nehmen viele Vögel Steine (oder andere harte Partikel wie Muscheln bei Seevögeln) auf, die zusammen mit dieser Reibeplatte die Nahrung zermahlen. Diese Magensteine werden als [[Gastrolith]]en oder als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Grit&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Bei Vögeln, die sich von leichtverdaulicher oder weicher Nahrung ernähren, ist der Muskelmagen nur gering entwickelt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verlust des Magens im Laufe der Evolution ===&lt;br /&gt;
Der Magen ist vor etwa 450 Millionen Jahren erstmals bei den [[Wirbeltiere]]n (Vertebrata) aufgetreten. Es wird vermutet, dass viele Wirbeltiere den Magen und vielfach auch die zugehörigen Gene (z.&amp;amp;nbsp;B. für Pepsinogen und die [[Protonen-Kalium-Pumpe]]) danach wieder verloren hätten, dazu gehören u.&amp;amp;nbsp;a. urtümliche Säugetiere wie das [[Schnabeltier]] und der [[Ameisenigel]] sowie etwa ein Viertel aller Fischarten, i.&amp;amp;nbsp;e.&amp;amp;nbsp;S. die [[Echte Knochenfische|echten Knochenfische]] (Teleostei).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://phenomena.nationalgeographic.com/2013/12/03/how-the-platypus-and-a-quarter-of-fishes-lost-their-stomachs/ |titel=How The Platypus And A Quarter Of Fishes Lost Their Stomachs |abruf=2014-04-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Verlust des Magens bei zahlreichen Abstammungslinien könnte mit dem Fehlen bestimmter [[Protonenpumpe]]n sowie pepsinogener Enzyme zusammenhängen.&amp;lt;ref&amp;gt;L. Filipe C. Castro, Odete Gonçalves, Sylvie Mazan, Boon-Hui Tay, Byrappa Venkatesh und Jonathan M. Wilson: &amp;#039;&amp;#039;Recurrent gene loss correlates with the evolution of stomach phenotypes in gnathostome history&amp;#039;&amp;#039;. [[Proceedings of the Royal Society]] B, Vol. 281, No. 1775; 2014. [[doi:10.1098/rspb.2013.2669]]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== {{Anker|Magenverweildauer}} Physiologie ==&lt;br /&gt;
;Magenentleerung&lt;br /&gt;
Geschluckte Speisen werden vorübergehend gespeichert und dabei zerkleinert. Diese [[Homogenität|Homogenisierung]] geschieht während einer &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Verweildauer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; von 1–6 Stunden. Durch eine Dehnung des Magens im oberen Korpusbereich durch den [[Chymus]], werden peristaltische Wellen ausgelöst. Der Entleerungsvorgang des Magens hängt von zahlreichen Faktoren ab. Die Magenentleerung erfolgt reflektorisch und portionsweise durch Erschlaffung des [[Magenpförtner]]s (Pylorus). Sie wird, neben dem [[Vegetatives Nervensystem|vegetativen Nervensystem]], zudem durch [[gastrointestinale Hormone]] und [[Peptide]] (deren genaue Funktion noch nicht geklärt ist) sowie durch die Nahrungszusammensetzung (z.&amp;amp;nbsp;B. Menge, Temperatur) gesteuert.&amp;lt;ref name=&amp;quot;SLH803&amp;quot;&amp;gt;{{BibISBN|9783642016509|Seiten=803–809}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer Mechanismus zur Steuerung der Entleerungsrate sind [[Chemorezeptor|Chemosensoren]] im Dünndarm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Flüssigkeitsentleerung ist, durch den niedrigen Magenpförtnerdruck, vor allem vom Druckgradienten zwischen Magen und [[Duodenum|Zwölffingerdarm]] abhängig. Flüssigkeiten verlassen den Magen relativ schnell (Halbwertszeit von Wasser auf nüchternen Magen: 10–20 Minuten). Die Entleerung fester Bestandteile ist in erster Linie vom Magenpförtnerwiderstand und der Partikelgröße abhängig. Partikel verlassen den Magen ab einer Zerkleinerung auf zwei Millimeter.&amp;lt;ref name=&amp;quot;SLH803&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Große oder unverdauliche Nahrungsmittel verlassen den Magen in der Verdauungsruhe (interdigestive Motoraktivität).&amp;lt;ref name=&amp;quot;SLH803&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;SLH797&amp;quot;&amp;gt;{{BibISBN|9783642016509|Seiten=797}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fehlbildungen und Erkrankungen des Magens ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Benign gastric ulcer 1.jpg|mini|Gutartiges Magengeschwür des Antrum pyloricum]]&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Magenerkrankung}}&lt;br /&gt;
Ist der Magen nicht angelegt, spricht man von einer [[Agastrie]]. Bei der [[Mikrogastrie]] ist der Magen zu klein. Die wichtigsten Erkrankungen sind beim Menschen die Magenschleimhautentzündung ([[Gastritis]]), das [[Magengeschwür]] und der [[Magenkarzinom|Magenkrebs]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei Tieren kommen eine Reihe von Parasiten vor, die sich vorzugsweise im Magen ansiedeln und daher als [[Magenwürmer]] bezeichnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Entleert sich der Magen zu langsam, spricht man von einer [[Magenlähmung|Gastroparese]]. Entleert er sich zu schnell, spricht man von [[Dumping-Syndrom]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jutta Keller, Peter Layer |Titel=Störungen der Magenentleerung (Gastroparese, Dumping-Syndrom) |Sammelwerk=SpringerReference Innere Medizin |Verlag=Springer, Berlin, Heidelberg |Datum=2014 |ISBN=978-3-642-54676-1 |DOI=10.1007/978-3-642-54676-1_335-1 |Seiten=1–9 |Online=https://link.springer.com/rwe/10.1007/978-3-642-54676-1_335-1 |Abruf=2025-09-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Magenknurren]]&lt;br /&gt;
* [[Magenband]] – eine medizinische Behandlungsmethode bei krankhafter Adipositas&lt;br /&gt;
* [[Menenius]]: Parabel vom Magen und den Gliedern&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Franz X. Sailer: &amp;#039;&amp;#039;Magen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Chirurgie historisch gesehen: Anfang – Entwicklung – Differenzierung.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. von Franz X. Sailer und Friedrich W. Gierhake, Dustri-Verlag, Deisenhofen bei München 1973, ISBN 3-87185-021-7, S. 43–71.&lt;br /&gt;
* [[Franz-Viktor Salomon]]: &amp;#039;&amp;#039;Magen, Ventriculus (Gaster)&amp;#039;&amp;#039;. In: Salomon u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Anatomie für die Tiermedizin&amp;#039;&amp;#039;. Enke-Verlag Stuttgart, 2., erw. Auflage 2008, ISBN 978-3-8304-1075-1, S. 272–293.&lt;br /&gt;
* Hans Adolf Kühn: &amp;#039;&amp;#039;Krankheiten des Magens und Zwölffingerdarmes.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Ludwig Heilmeyer]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lehrbuch der Inneren Medizin.&amp;#039;&amp;#039; Springer-Verlag, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1955; 2. Auflage ebenda 1961, S. 767–804.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Stomachs|Mägen}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Albertinen-Krankenhaus Hamburg&amp;#039;&amp;#039;: Endoskopieatlas mit [http://endoskopiebilder.de/magen.html Bildern] und [http://endoskopiebilder.de/magen_videos.html Videos] des Magens&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Lehrstuhl für Humanbiologie der Technischen Universität München&amp;#039;&amp;#039;: [http://humanbiology.wzw.tum.de/index.php?id=22 Magen-Darmmotorik mit Hilfe der Videofluoroskopie sichtbar gemacht: Der bewegte Darm von Hans-Jörg Ehrlein und Michael Schemann]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4036943-2}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verdauungsapparat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Magen| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Därme, Blasen und Mägen|!]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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