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	<title>Magaldrat - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-03T17:54:15Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Magaldrat&amp;diff=510018&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Coronium: /* Weblinks */ Vorlage Patent: Dokument ist auch bei Espacenet verfügbar, ersetze Patentanmeldung durch Patent</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Magaldrat&amp;diff=510018&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-24T04:41:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Weblinks: &lt;/span&gt; Vorlage Patent: Dokument ist auch bei Espacenet verfügbar, ersetze Patentanmeldung durch Patent&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Chemikalie&lt;br /&gt;
| Strukturformel  = ausblenden&lt;br /&gt;
| Freiname        = Magaldrat&lt;br /&gt;
| Andere Namen    = &lt;br /&gt;
* Pentaaluminium-decamagnesium-hentriacontahydroxid-bis(sulfat)·n H&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O&lt;br /&gt;
* Aluminium magnesium hydroxide sulfate hydrate &amp;lt;small&amp;gt;([[Weltgesundheitsorganisation|WHO]])&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Summenformel    = Al&amp;lt;sub&amp;gt;5&amp;lt;/sub&amp;gt;Mg&amp;lt;sub&amp;gt;10&amp;lt;/sub&amp;gt;(OH)&amp;lt;sub&amp;gt;31&amp;lt;/sub&amp;gt;(SO&amp;lt;sub&amp;gt;4&amp;lt;/sub&amp;gt;)&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;· x H&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O&lt;br /&gt;
| CAS             = {{CASRN|74978-16-8}}&lt;br /&gt;
| EG-Nummer       = 616-176-2&lt;br /&gt;
| ECHA-ID         = 100.115.465&lt;br /&gt;
| PubChem         = 3086011&lt;br /&gt;
| DrugBank        = DB08938&lt;br /&gt;
| ATC-Code        = {{ATC|A02|AD02}}&lt;br /&gt;
| Wirkstoffgruppe = [[Antazidum|Antazida]]&lt;br /&gt;
| Wirkmechanismus = [[Neutralisation (Chemie)|Neutralisation]]/[[Pufferlösung|Pufferung]] der [[Magensaft|Magensäure]]&lt;br /&gt;
| Beschreibung    = weißes, [[kristallin]]es und geruchloses Pulver&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ph. Eur. 5&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Hrsg=Europäische Arzneibuch-Kommission |Titel=EUROPÄISCHE PHARMAKOPÖE 5. AUSGABE |Band=5.0–5.8 |Datum=2006}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Molare Masse    = 1097,30 [[Gramm|g]]·[[mol]]&amp;lt;sup&amp;gt;−1&amp;lt;/sup&amp;gt; &amp;lt;small&amp;gt;(wasserfrei)&amp;lt;/small&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Dichte          = &lt;br /&gt;
| Schmelzpunkt    = &lt;br /&gt;
| Siedepunkt      = &lt;br /&gt;
| Dampfdruck      = &lt;br /&gt;
| pKs             = &lt;br /&gt;
| Löslichkeit     = praktisch unlöslich in Wasser und [[Ethanol]] 96 %, leicht löslich in verdünnten [[Anorganische Chemie|anorganischen]] [[Säuren]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ph. Eur. 5&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Quelle GHS-Kz   = &amp;lt;ref&amp;gt;{{CL Inventory|ID=45511 |Name=Aluminum magnesium hydroxide sulfate (Al5Mg10(OH)31(SO4)2), hydrate |Abruf=2020-07-07}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| GHS-Piktogramme = {{GHS-Piktogramme-klein|-}}&lt;br /&gt;
| GHS-Signalwort  = &lt;br /&gt;
| H               = {{H-Sätze|-}}&lt;br /&gt;
| EUH             = {{EUH-Sätze|-}}&lt;br /&gt;
| P               = {{P-Sätze|-}}&lt;br /&gt;
| Quelle P        = &lt;br /&gt;
| MAK             = &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Magensäureproduktion.png|mini|Schematische Darstellung der Produktion der Magensäure in den Belegzellen]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Magaldrat&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[Arzneistoff]] aus der Gruppe der [[Antazidum#Schichtgitterantazida|Schichtgitterantazida]], welche eine molekulare &amp;#039;&amp;#039;Schichtgitterstruktur&amp;#039;&amp;#039; aufweisen und zur symptomatischen Therapie von Erkrankungen, bei denen überschüssige [[Magensaft|Magensäure]] gebunden werden soll, eingesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klinische Angaben ==&lt;br /&gt;
=== Anwendungsgebiete ===&lt;br /&gt;
Magaldrat eignet sich zur symptomatischen Behandlung bei Hyperazidität und deren akuten Folgen:&amp;lt;ref name=&amp;quot;mt&amp;quot; /&amp;gt; [[Verdauungsstörung|Dyspeptische Beschwerden]] im Bereich des [[Epigastrium|Oberbauchs]], [[Refluxösophagitis]], [[Gastritis]] (Magenschleimhautentzündung), [[Völlegefühl]] sowie säurebedingte Magenbeschwerden. Magaldrat kann zur raschen [[Symptomatische Therapie|symptomatischen Therapie]] –&amp;amp;nbsp;bis [[Protonenpumpenhemmer|Protonenpumpeninhibitoren]] wirken&amp;amp;nbsp;– bei [[Magengeschwür]]en (&amp;#039;&amp;#039;Ulcus ventriculi&amp;#039;&amp;#039;) oder [[Ulcus duodeni|Zwölffingerdarmgeschwüren]] (&amp;#039;&amp;#039;Ulcus duodeni&amp;#039;&amp;#039;) eingesetzt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gegenanzeigen ===&lt;br /&gt;
Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Magaldrat darf das Mittel nicht genommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mt&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Mustertext der Fachinformation für Magaldrat&amp;#039;&amp;#039; des [[Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte]] (BfArM), Stand Oktober 2003.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten ===&lt;br /&gt;
Es handelt sich um [[Pharmakokinetik|pharmakokinetische]] Interaktionen: Antazida können die Resorption, Verteilung oder Ausscheidung von gleichzeitig verabreichten Arzneimitteln beeinflussen. Daher sollte grundsätzlich ein Abstand von 2&amp;amp;nbsp;Stunden zwischen der Einnahme von Magaldrat und anderen Arzneimitteln eingehalten werden. Zu den Arzneistoffen, welche [[Arzneimittelwechselwirkung|Interaktionen]] mit Magaldrat verursachen, gehören beispielsweise [[Digoxin]], [[Benzodiazepine]], [[Bisphosphonate]], [[4-Hydroxycumarine|Cumarin-Derivate]], [[Indometacin]], [[Cimetidin]], [[Pyrrol|Azol]]-[[Antimykotikum|Antimykotika]], [[Chenodesoxycholsäure]] und [[Ursodeoxycholsäure]].&lt;br /&gt;
Insbesondere wurde unter Antazidaeinnahme &amp;#039;&amp;#039;eine erhebliche Verminderung der Resorption&amp;#039;&amp;#039; von Tetracyclinen und Chinolonderivaten ([[Ciprofloxacin]], [[Ofloxacin]], [[Norfloxacin]]) beobachtet, so dass während einer Therapie mit diesen Antibiotika eine Einnahme von Magaldrat nicht empfohlen werden kann. Die gleichzeitige Einnahme von aluminiumhaltigen Antazida mit säurehaltigen Getränken (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Fruchtsaft|Fruchtsäfte]], [[Wein]]) erhöht die [[Darm|intestinale]] Aluminiumresorption. Diese Eigenschaft gilt für [[Brausetablette]]n, die [[Citronensäure]] beziehungsweise [[Weinsäure]] enthalten.&lt;br /&gt;
Weiterhin beeinträchtigt Magaldrat –&amp;amp;nbsp;infolge des erhöhten pH-Werts des Magensaftes&amp;amp;nbsp;– die [[Eisen-Stoffwechsel#Resorption (Allgemeines)|Eisen-Resorption]].&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Interaktions-Datenbank von Pharmavista&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anwendung während Schwangerschaft und Stillzeit ===&lt;br /&gt;
Zur Anwendung in der [[Schwangerschaft]] liegen weder kontrollierte Studien bei Tieren noch bei schwangeren Frauen vor. Tierexperimentelle Studien haben für [[Aluminium]]-[[Salze]] eine [[Teratogen|Reproduktionstoxizität]] gezeigt. Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass die Aluminiumspiegel nach der Einnahme von Aluminiumsalzen klar erhöht sind, während die Spiegel nach der Einnahme von Magaldrat, wegen der &amp;#039;&amp;#039;Schichtgitterstruktur&amp;#039;&amp;#039;, sich nicht von den Werten ohne Antazidagabe unterscheiden. Trotzdem sollte das Präparat während der Schwangerschaft nur nach strenger [[Indikation]]sstellung, kurzfristig und in einer möglichst niedrigen Dosierung angewendet werden. Aluminiumverbindungen gehen in die [[Muttermilch]] über. Ein Risiko für das Neugeborene ist nicht anzunehmen, da nur geringe Mengen aufgenommen werden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mt&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Besondere Patientengruppen ===&lt;br /&gt;
Magaldrat darf bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion ([[Kreatinin|Creatinin]]-[[Renale Clearance|Clearance]] &amp;lt; 30&amp;amp;nbsp;ml/min) nur bei regelmäßiger Kontrolle der Aluminium- und Magnesium-[[Plasmaspiegel]] verabreicht werden. Der Serumaluminiumspiegel soll 40&amp;amp;nbsp;[[Gramm|µg]]·L&amp;lt;sup&amp;gt;−1&amp;lt;/sup&amp;gt; nicht überschreiten. Auch bei langfristigem Gebrauch sind regelmäßige ärztliche Kontrollen und die Bestimmung der Aluminium- und Magnesium-Plasmaspiegel erforderlich. Der Arzneistoff soll nicht zur Behandlung von Kindern unter 12&amp;amp;nbsp;Jahren angewendet werden, da in dieser Altersgruppe keine ausreichenden Erfahrungen vorliegen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mt&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unerwünschte Wirkungen ===&lt;br /&gt;
Sehr häufig treten weiche Stühle auf, sehr selten werden [[Durchfall|Diarrhoen]] beobachtet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mt&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Bei langdauernder Anwendung in hoher Dosierung ist auf Grund der erhöhten Aluminium- und Magnesiumspiegel eine systemische [[Toxizität]] möglich. Es kann zur Anreicherung von Aluminium in Knochen und [[Zentralnervensystem]] (ZNS) mit nachfolgender [[Enzephalopathie]]&lt;br /&gt;
kommen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Forth&amp;quot; /&amp;gt; Die Verminderung des [[Phosphate|Phosphat]]-[[Plasmaspiegel]]s ([[Hypophosphatämie]]) kann sehr selten eine [[Osteomalazie]] (schmerzhafte [[Knochen]]erweichung) auslösen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;mt&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Pharmakologische Eigenschaften ==&lt;br /&gt;
=== Physiologische Grundlagen der Magensäureproduktion ===&lt;br /&gt;
Die verschiedenen sekretorischen Zellen der [[Magenschleimhaut]] –&amp;amp;nbsp;[[Magenschleimhaut#Fundusdrüsen|Nebenzellen]], [[Belegzelle]]n und [[Magenschleimhaut#Fundusdrüsen|Hauptzellen]]&amp;amp;nbsp;– sezernieren täglich 1–3&amp;amp;nbsp;Liter [[Magensaft]]. Der Magensaft ist eine farblose, leicht [[Opaleszenz|opaleszierende]], wässrige Flüssigkeit mit einem [[pH-Wert]] von 0,9–1,5.&amp;lt;ref name=&amp;quot;RÖMPP Online&amp;quot;&amp;gt;{{RömppOnline|ID=RD-13-00079|Name=Magensaft|Abruf=2014-06-05}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Sekretion]] wird durch mechanische und chemische Reizung der Magenwand, durch lokale Hormone des Verdauungstrakts ([[Gastrin]], [[Sekretin]], [[Histamin]]) sowie durch den [[Nervus vagus]] stimuliert und reguliert. Die &amp;#039;&amp;#039;Belegzellen,&amp;#039;&amp;#039; ([[Latein|lat.]]&amp;#039;&amp;#039;Exocrinocyti parietales,&amp;#039;&amp;#039; auch &amp;#039;&amp;#039;Parietalzellen&amp;#039;&amp;#039; genannt), ermöglichen die Sekretion von [[Wasserstoff]](+I)-[[Ion]]en &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;H&amp;lt;sup&amp;gt;+&amp;lt;/sup&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; und [[Chlor]](−I)-Ionen &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Cl&amp;lt;sup&amp;gt;−&amp;lt;/sup&amp;gt;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;welche eine blutisotone [[Salzsäure]] (150&amp;amp;nbsp;[[Mol|mmol]]·L&amp;lt;sup&amp;gt;−1&amp;lt;/sup&amp;gt;, pH&amp;amp;nbsp;0,9) bilden. Die Salzsäure überführt nicht nur das Verdauungsenzym des Magens, das [[Pepsin]], in seine wirksame Form, sondern macht auch einen großen Teil der mit der Nahrung aufgenommenen Bakterien unschädlich. Die Protonen entstammen dem Kohlensäure-Hydrogencarbonat-Gleichgewicht, das durch die [[Carboanhydrase]] der Belegzellen [[Biokatalyse|katalysiert]] und auf die Seite der Protonenbildung verschoben wird.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thews, Mutschler, Vaupel |Titel=Anatomie, Physiologie, Pathophysiologie des Menschen |Datum=1980 |Seiten =339 f. |Verlag=Wissenschaftl. Verlagsgesellschaft}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie werden mit Hilfe der Protonenpumpe [[Protonen-Kalium-Pumpe|&amp;#039;&amp;#039;H&amp;lt;sup&amp;gt;+&amp;lt;/sup&amp;gt;/K&amp;lt;sup&amp;gt;+&amp;lt;/sup&amp;gt;-ATPase&amp;#039;&amp;#039;]] im Austausch gegen [[Kalium|K&amp;lt;sup&amp;gt;+&amp;lt;/sup&amp;gt;]]-Ionen in lumenseitige Canaliculi gepumpt. K&amp;lt;sup&amp;gt;+&amp;lt;/sup&amp;gt; diffundiert anschließend dem Konzentrationsgradienten folgend über einen [[Kaliumkanal]] in den Canaliculus zurück, wo es erneut für den Austausch gegen H&amp;lt;sup&amp;gt;+&amp;lt;/sup&amp;gt; zur Verfügung steht. [[Hydrogencarbonate|Bicarbonat]] wird im Austausch gegen Cl&amp;lt;sup&amp;gt;−&amp;lt;/sup&amp;gt; ins [[Blut]] abgegeben. Cl&amp;lt;sup&amp;gt;−&amp;lt;/sup&amp;gt; gelangt dann dem elektrischen Gradienten folgend über einen speziellen [[Chloridkanal]] in den Canaliculus. Aus dem Canaliculus gelangen H&amp;lt;sup&amp;gt;+&amp;lt;/sup&amp;gt; und Cl&amp;lt;sup&amp;gt;−&amp;lt;/sup&amp;gt; ins [[Lumen (Biologie)|Lumen]], während K&amp;lt;sup&amp;gt;+&amp;lt;/sup&amp;gt; wieder in die Zelle aufgenommen wird. Dadurch entsteht ein [[Protonengradient]] mit einem [[Intrazellularraum|intrazellulären]] zu luminalem H&amp;lt;sup&amp;gt;+&amp;lt;/sup&amp;gt;-Konzentrationsverhältnis von 1:10&amp;lt;sup&amp;gt;6&amp;lt;/sup&amp;gt;. Die [[Energie]] für die Aufrechterhaltung dieses hohen Gradienten entstammt der [[Hydrolyse]] von einem [[Molekül]] [[Adenosintriphosphat|Adenosin-5′-triphosphat]] (ATP) zu [[Adenosindiphosphat|Adenosin-5′-diphosphat]] (ADP) für den Transport von jeweils 2&amp;amp;nbsp;H&amp;lt;sup&amp;gt;+&amp;lt;/sup&amp;gt;. Außerdem [[Sekretion|sezernieren]] die Belegzellen den für die [[Cobalamine|Vitamin-B&amp;lt;sub&amp;gt;12&amp;lt;/sub&amp;gt;]]-Resorption im [[Ileum]] notwendigen [[Intrinsic-Faktor|intrinsischen Faktor]], ein etwa 50&amp;amp;nbsp;[[Dalton (Einheit)|kDa]] schweres [[Glykoprotein]] mit einem hohen Gehalt an [[N-Acetylneuraminsäure|&amp;#039;&amp;#039;N&amp;#039;&amp;#039;-Acetylneuraminsäure]], die es vor der Spaltung durch [[Peptidase|Proteasen]] schützt.&amp;lt;ref&amp;gt;P. Hescheler (Hrsg.); Speckmann Deetjen: &amp;#039;&amp;#039;Physiologie&amp;#039;&amp;#039;. Urban &amp;amp; Fischer in Elsevier, München 2006, ISBN 978-3-437-44440-1, S. 591–632.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Magensaft|Magenschleimhaut}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirkungsmechanismus ===&lt;br /&gt;
Magaldrat ist eine stabile [[Komplexchemie|Komplexverbindung]] mit definierter [[kristallin]]er Schichtgitter-Struktur, ein sogenanntes [[Antazidum#Schichtgitterantazida|Schichtgitterantazidum]] ([[Englische Sprache|engl.]]: &amp;#039;&amp;#039;Lattice structure antacids&amp;#039;&amp;#039;), in welchem Magnesium und Aluminium in übereinanderliegenden Gitterschichten strukturchemisch fest gebunden sind. Die antazide Wirkung kommt durch die Bindung von [[Proton (Chemie)|Protonen]] (H&amp;lt;sup&amp;gt;+&amp;lt;/sup&amp;gt;) durch die [[Sulfate|Sulfat]]-[[Anion]]en [SO&amp;lt;sub&amp;gt;4&amp;lt;/sub&amp;gt;]&amp;lt;sup&amp;gt;2−&amp;lt;/sup&amp;gt; bzw. [[Hydroxidion]]en OH&amp;lt;sup&amp;gt;−&amp;lt;/sup&amp;gt; der Zwischengitterschicht zustande. Mit der [[Neutralisation (Chemie)|Neutralisation]] löst sich daher die Gitterstruktur auf und oberhalb eines [[pH-Wert]]es von&amp;amp;nbsp;5 kommt die Reaktion zum Stillstand. Durch diese [[Pufferlösung|Säurepufferung]] ergibt sich im Magensaft ein konstanter pH-Bereich von 3–5. 1&amp;amp;nbsp;g Magaldrat neutralisiert circa 27&amp;amp;nbsp;[[Val (Einheit)|mVal]] [[Salzsäure]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusätzlich zur [[Pufferlösung|puffernden]] Wirkung findet eine dosis- und [[PH-Wert|pH-abhängige]] [[chemische Bindung]] von – durch den duodenogastralen Reflux in den Magen gelangten – [[Zytotoxizität|cytotoxischen]] [[Gallensäuren]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Philip R. Debruyne, Erik A. Bruyneel, Xuedong Li, Amazia Zimber, Christian Gespach, Marc M. Mareel |Titel=The role of bile acids in carcinogenesis |Sammelwerk=[[Mutation Research]]/Fundamental and Molecular Mechanisms of Mutagenesis |Band=480-481 |Datum=2001-08-01 |Seiten=359-369 |DOI=10.1016/S0027-5107(01)00195-6 |PMID=11506828}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und [[Lecithine#Aufbereitung und chemische Modifizierung|Lysolecithin]] statt.&amp;lt;ref&amp;gt;C. Baur u. a.: &amp;#039;&amp;#039;Neutralizing capacity, pepsin inactivation and binding to bile acids and lysolecithin of the antacid magaldrate&amp;#039;&amp;#039; Arzneimittelforschung 31(3), 1981, S. 504–7. PMID 6784737.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Aggressoren werden – nebst [[Helicobacter pylori|H. pylori]] – für die Entstehung von [[Gastritis]] und [[Magengeschwür]]en verantwortlich gemacht. Darüber hinaus bildet es eine Schicht, welche die [[Magenschleimhaut]] vor Schäden schützt.&amp;lt;ref&amp;gt;LE. Borella u. a.: &amp;#039;&amp;#039;Cytoprotective and antiulcer activities of the antacid magaldrate in the rat.&amp;#039;&amp;#039; Arzneimittelforschung 39(7), Jul 1989, S. 786–9. PMID 2783181.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Peristaltik]] von Magen und Darm werden durch Magaldrat nicht beeinflusst, und es verursacht keinen [[Säure]]-[[Rebound-Phänomen|Rebound]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aufnahme und Verteilung im Körper ===&lt;br /&gt;
Magaldrat wird praktisch nicht aus dem [[Verdauungstrakt|Gastrointestinaltrakt]] [[Resorption|resorbiert]]. Während des Neutralisationsprozesses werden in geringem Maße Magnesium- und Aluminiumionen freigesetzt. Ein sehr geringer Anteil der Aluminium-Kationen und maximal 5 % der Magnesium-Ionen werden pH-abhängig resorbiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Stoffwechsel|Verstoffwechselung]]: Nicht resorbierte Kationen werden überwiegend während der [[Passage (Medizin)|Darmpassage]] zu schwer löslichen [[Phosphate]]n umgesetzt und mit dem [[Kot|Stuhl]] ausgeschieden. Resorbierte Al&amp;lt;sup&amp;gt;3+&amp;lt;/sup&amp;gt;-Ionen werden an [[Proteinbindung|Plasmaproteine gebunden]]. Vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion und/oder langer Zufuhr und hoher Dosierung kann es nach Überschreitung der [[Proteinbindung|Plasmaeiweiß-Bindungskapazität]] zu Einlagerungen in Knochen, ZNS und anderen Organen kommen. Die Konzentration von Magnesium und Aluminium im Blutserum bleibt unverändert; es wurden jedoch auch bei nierengesunden Patienten gelegentlich leicht erhöhte Serumspiegel von Aluminium festgestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Elimination (Pharmakokinetik)|Elimination]] von Magaldrat erfolgt über den Verdauungstrakt, und der geringe Anteil der resorbierten Aluminiumionen wird [[Niere|renal]] [[Ausscheidung|ausgeschieden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Chemische und pharmazeutische Informationen ==&lt;br /&gt;
Magaldrat ist der [[International Nonproprietary Name|internationale Freiname]] für das Schichtgitterantazidum, bestehend aus [[Aluminiumhydroxid|Aluminium-]] und [[Magnesiumhydroxid]]en sowie Al&amp;lt;sup&amp;gt;3+&amp;lt;/sup&amp;gt; und Mg&amp;lt;sup&amp;gt;2+&amp;lt;/sup&amp;gt; -[[Sulfate]]n. Die Zusammensetzung des Wirkstoffs entspricht etwa der Formel Al&amp;lt;sub&amp;gt;5&amp;lt;/sub&amp;gt;Mg&amp;lt;sub&amp;gt;10&amp;lt;/sub&amp;gt;(OH)&amp;lt;sub&amp;gt;31&amp;lt;/sub&amp;gt;(SO&amp;lt;sub&amp;gt;4&amp;lt;/sub&amp;gt;)&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;• x H&amp;lt;sub&amp;gt;2&amp;lt;/sub&amp;gt;O und enthält nach [[Arzneibuch|Ph. Eur. 5.0–5.8 2006]] mindestens 90,0 % und höchstens 105,0 % Magaldrat, berechnet auf die getrocknete Substanz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Ph. Eur. 5&amp;quot; /&amp;gt; Es verliert 10–20 % seines Gewichtes bei Trocknung über 4&amp;amp;nbsp;Stunden bei 200&amp;amp;nbsp;°C im [[Trockenschrank]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung und Vermarktung ==&lt;br /&gt;
Magaldrat wurde erstmals vom deutschen Chemiker Gunther Hallmann synthetisiert und erstmalig im Jahr 1955 von der damaligen [[Byk Gulden|Byk Gulden Lomberg, Chemische Fabrik GmbH]] in [[Konstanz]], zum [[Patent]] angemeldet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Patent| Land=DE| V-Nr=963182| Code=C| Titel=Verfahren zur Herstellung von Magnesiumaluminathydrat| A-Datum=1955-08-06| V-Datum=1957-05-02| Anmelder=Byk-Gulden Lomberg Chemische Fabrik G.m.b.H.| Erfinder=Günther Hallmann}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Zulassung für &amp;#039;&amp;#039;Riopan&amp;#039;&amp;#039; ([[Originalpräparat]]) in Deutschland erhielt Byk Gulden 1983.&amp;lt;ref&amp;gt;Fachinfo Riopan Magen Tabletten, Stand Dezember 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Firma wurde 2002 in &amp;#039;&amp;#039;Altana Pharma&amp;#039;&amp;#039; umbenannt, deren Pharmasparte 2007 an [[Nycomed]] verkauft wurde, die ihrerseits 2011 vom internationalen Pharmakonzern [[Takeda Pharmaceutical Company|Takeda]] übernommen wurde. 2013 übernahm [[Dr. Kade]] die Zulassung von &amp;#039;&amp;#039;Riopan&amp;#039;&amp;#039; (Magen Gel und Kautabletten) für Deutschland von Takeda.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/markt/otc-marken-dr-kade-kauft-riopan-und-faktu-von-takeda/ Dr. Kade kauft Riopan und Faktu]. Apotheke adhoc, 28. März 2013.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;!-- === Studien ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;J. Mones et al.:&amp;#039;&amp;#039;Gastric emptying of two radiolabelled antacids&amp;#039;&amp;#039; Gut. 1991 Feb;32(2):147-50. PMID 1650740 [http://www.pubmedcentral.nih.gov/picrender.fcgi?artid=1378796&amp;amp;blobtype=pdf Volltext (PDF; 658&amp;amp;nbsp;kB)]&amp;lt;/ref&amp;gt; --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Darreichungsformen und Handelsnamen ==&lt;br /&gt;
Magaldrathaltige [[Fertigarzneimittel|Fertigpräparate]] sind als Tabletten, Kautabletten, Lutschtabletten, Suspensionen und Magengele mit einem [[Wirkstoff]]gehalt von 400&amp;amp;nbsp;mg–1600&amp;amp;nbsp;mg pro [[Dosis|Einzeldosis]] im Handel. In Deutschland und Österreich unterstehen alle Präparate der [[Apothekenpflicht]]. In der Schweiz sind die Arzneimittel in der [[Abgabekategorie|Abgabekategorie&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;D&amp;#039;&amp;#039;]] eingeordnet und können in Apotheken und [[Drogerie]]n nach medizinischer Fachberatung [[Rezept (Medizin)|rezeptfrei]] bezogen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Handelsnamen: Bisco-Magaldrat (D), Gastripan (D), Glysan (D), Magastron (S), Marax (D), Riopan (D, A, CH), Magaldrat-ratiopharm Kautabletten (D) und andere&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Patent|Land=EP|V-Nr=0154114|Code=B1|Titel=Method for preparing magaldrate|Erfinder=Klaus Schanz|Anmelder=[[Giulini Chemie]]|V-Datum=1989-10-18|A-Datum=1985-01-12}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Hrsg=Europäische Arzneibuch-Kommission&lt;br /&gt;
   |Titel=EUROPÄISCHE PHARMAKOPÖE 5. AUSGABE&lt;br /&gt;
   |Band=5.0–5.8&lt;br /&gt;
   |Datum=2006}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=[[Ernst Mutschler (Mediziner)|Ernst Mutschler]] et al.&lt;br /&gt;
   |Titel=Mutschler – Arzneimittelwirkungen Lehrbuch der Pharmakologie und Toxikologie&lt;br /&gt;
   |Auflage=9.&lt;br /&gt;
   |Verlag=Wissenschaftl. Verlagsgesellschaft&lt;br /&gt;
   |Ort=Stuttgart&lt;br /&gt;
   |Datum=2008&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-8047-1952-1}}&lt;br /&gt;
* Franz v. Bruchhausen (Editor), Siegfried Ebel (Editor), Eberhard Hackenthal (Editor), Ulrike Holzgrabe (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Hagers Handbuch der Pharmazeutischen Praxis: Folgeband 5: Stoffe L–Z&amp;#039;&amp;#039;. Springer, ISBN 3-540-62646-8.&lt;br /&gt;
* [[Hermann J. Roth]]: &amp;#039;&amp;#039;Medizinische Chemie: Targets und Arzneistoffe; 157 Tabellen&amp;#039;&amp;#039;. Dt. Apotheker-Verlag, Stuttgart 2005, ISBN 3-7692-3483-9.&lt;br /&gt;
* Dieter Strauss: &amp;#039;&amp;#039;Chemie für die pharmazeutische Praxis: Lehrbuch und Nachschlagewerk&amp;#039;&amp;#039;. Dt. Apotheker-Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 3-7692-2606-2.&lt;br /&gt;
* Bert Ehgartner: &amp;#039;&amp;#039;Dirty little secret – die Akte Aluminium.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Ennsthaler 2012, ISBN 3-85068-894-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Forth&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Literatur&lt;br /&gt;
 |Autor=W. Forth, D. Henschler, W. Rummel&lt;br /&gt;
 |Titel=Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie&lt;br /&gt;
 |Auflage=9.&lt;br /&gt;
 |Verlag=URBAN &amp;amp; FISCHER&lt;br /&gt;
 |Ort=München&lt;br /&gt;
 |Datum=2005&lt;br /&gt;
 |ISBN=3-437-42521-8}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Gesundheitshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antazidum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Arzneistoff]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Aluminiumverbindung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Magnesiumverbindung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sulfat]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hydroxid]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Coronium</name></author>
	</entry>
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