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	<title>M 612 - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=M_612&amp;diff=2576690&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2026-79257: Die Schiffe dieser Klasse waren kohlebefeuert, demnach wurde Kohle gebunkert und kein Treibstoff.</title>
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		<updated>2026-01-04T19:37:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die Schiffe dieser Klasse waren kohlebefeuert, demnach wurde Kohle gebunkert und kein Treibstoff.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Schiff&lt;br /&gt;
| Schiffskategorie     = Kriegsschiff&lt;br /&gt;
| Name                 = &amp;#039;&amp;#039;M 612&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
| Bild                 = &lt;br /&gt;
| Bildtext             = &lt;br /&gt;
|{{Infobox Schiff/Basis&lt;br /&gt;
 | Land                = {{DEU-SK-1938}}&lt;br /&gt;
 | andere Schiffsnamen = &lt;br /&gt;
 | Schiffstyp          = [[Minenabwehrfahrzeug#Minensuchboote|Minensuchboot]]&lt;br /&gt;
 | Schiffsklasse       = [[Minensuchboot 1943]]&lt;br /&gt;
 | Bestellung          = &lt;br /&gt;
 | Bauwerft            = [[Neptun Werft|AG Neptun]], [[Rostock]]&lt;br /&gt;
 | Baunr               = &lt;br /&gt;
 | Baukosten           = &lt;br /&gt;
 | Kiellegung          = &lt;br /&gt;
 | Stapellauf          = 23. März 1945&lt;br /&gt;
 | Taufe               = &lt;br /&gt;
 | Indienststellung    = 1. April 1945&lt;br /&gt;
 | Verbleib            = 1948 abgewrackt&lt;br /&gt;
 }}&lt;br /&gt;
|{{Infobox Schiff/Daten&lt;br /&gt;
 | Länge               = 67,75&lt;br /&gt;
 | Lpp                 =&lt;br /&gt;
 | KWL                 = 63,10&lt;br /&gt;
 | Breite              = 9,00&lt;br /&gt;
 | Tiefgang            = 2,68&lt;br /&gt;
 | Verdrängung         = [[Standardverdrängung|Standard]]: 582 [[Tonne (Einheit)#Long ton|tn.l.]]&amp;lt;br /&amp;gt;Konstruktion: 668 t&amp;lt;br /&amp;gt;Einsatz: 821 tn.l.&lt;br /&gt;
 | Vermessung          =&lt;br /&gt;
 | Besatzung           = 96–101 Mann&lt;br /&gt;
 }}&lt;br /&gt;
|{{Infobox Schiff/Antrieb&lt;br /&gt;
 | Antrieb             = 2 × Marine-[[Wasserrohrkessel]]&amp;lt;br /&amp;gt;2 × 3-Zyl.-[[Verbunddampfmaschine|Verbundmaschine]]&amp;lt;br /&amp;gt;2 × [[Abdampfturbine#Bauer-Wach-Abdampfturbine|Bauer-Wach-Abdampfturbine]]&lt;br /&gt;
 | Maschinenleistung   = PSi/2709&lt;br /&gt;
 | Geschwindigkeit_M   = 17,0&lt;br /&gt;
 | Propeller           = 2 × vierflügelig ⌀ 1,85 m&lt;br /&gt;
 }}&lt;br /&gt;
|{{Infobox Schiff/Militär&lt;br /&gt;
 | Bewaffnung          = &lt;br /&gt;
* 2 × [[Flugabwehrkanone|Flak]] [[10,5-cm-Schnelladekanone C/32|10,5 cm L/45 C/32]] (300 Schuss)&lt;br /&gt;
* 2 × Flak [[3,7-cm-Flak M42|3,7 cm L/69 M42]] (4.000 Schuss)&lt;br /&gt;
* 8 × Flak [[2-cm-Flak 38|2,0 cm L/65 C/38]] (16.000 Schuss)&lt;br /&gt;
* 6 × [[Wasserbombe (Kampfmittel)|Wasserbomben]]-Einzellager&lt;br /&gt;
* 4 × Wasserbombenwerfer&lt;br /&gt;
* bis zu 24 Seeminen&lt;br /&gt;
 }}&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Schiff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;M 612&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war ein deutsches [[Minenabwehrfahrzeug#Minensuchboote|Minensuchboot]] vom [[Minensuchboot 1943|Typ 1943]] im [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]], das lediglich drei Wochen lang im Dienst stand. Bekannt wurde es durch eine [[Gehorsamsverweigerung|Meuterei]] nach Inkrafttreten der [[Teilkapitulation der Wehrmacht für Nordwestdeutschland, Dänemark und die Niederlande|Teilkapitulation der Deutschen Wehrmacht für Nordwestdeutschland, Holland und Dänemark]] am 5. Mai 1945. Elf Besatzungsmitglieder wurden daraufhin von einem Marine-Standgericht zum Tode verurteilt, noch am selben Tag an Bord auf der Reede vor [[Sønderborg|Sonderburg]] erschossen und ihre Leichname versenkt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Jörg Friedrich|Titel=Freispruch für die Nazi-Justiz|Verlag=Ullstein|Ort=Berlin|Datum=1998|ISBN=3-548-26532-4|Seiten=189}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dänemark im Mai 1945 ==&lt;br /&gt;
Nachdem am 2. Mai 1945 [[Lübeck]] und am folgenden Tag Hamburg von britischen Truppen besetzt worden war, unterzeichnete am 4. Mai der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral [[Hans-Georg von Friedeburg]], im Auftrag des letzten [[Reichspräsident]]en [[Karl Dönitz]] die Kapitulation all jener Wehrmachteinheiten, die im Nordwesten den Truppen des britischen Feldmarschalls [[Bernard Montgomery]] gegenüberstanden. Die Teilkapitulation wurde am 5. Mai 1945 um 5 Uhr allen betreffenden deutschen Truppen über Funk bekanntgegeben und trat am selben Tag um 8&amp;amp;nbsp;Uhr ([[UTC+2|MESZ]]) in Kraft; sie bedeutete die Waffenstreckung aller unter deutschem Kommando stehenden militärischen Einheiten in [[Holland]] (der Urkundentext spricht nicht von den [[Niederlande]]n!), [[Nordwestdeutschland]] (unter ausdrücklicher Nennung von [[Helgoland]], den [[Friesische Inseln|Inseln]] und [[Schleswig-Holstein]]) und Dänemark. Allerdings wurden diese Einheiten zunächst nicht entwaffnet, und auch das besetzte Territorium blieb vorläufig unter deutscher Kontrolle. Selbst der [[Dänischer Freiheitsrat|Dänische Freiheitsrat]] war angesichts der großen anstehenden Probleme (nicht zuletzt durch die zahlreichen [[Flucht und Vertreibung Deutscher aus Mittel- und Osteuropa 1945–1950|deutschen Flüchtlinge]]) einstweilen nicht daran interessiert, die Autorität der Wehrmacht in Frage zu stellen; folgerichtig lieferten die dänischen Widerstandskämpfer beispielsweise in [[Svendborg]] [[Fahnenflucht|fahnenflüchtige]] deutsche Soldaten umgehend der Wehrmachtsgerichtsbarkeit aus.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sörensen&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hintergrund der auf deutsches Betreiben hin zustandegekommenen Teilkapitulation war das Bemühen, vor einer Gesamtkapitulation möglichst noch Zeit&amp;amp;nbsp;– und Transportkapazität&amp;amp;nbsp;– zu gewinnen, um Flüchtlingen und Wehrmachtssoldaten das Entkommen aus dem sowjetischen Machtbereich in den der Westalliierten zu ermöglichen. Die einzige verbliebene Route für die Flüchtlinge führte über die [[Ostsee]], wo die [[Kriegsmarine]] bereits seit Monaten eine [[Verwundeten- und Flüchtlingstransporte über die Ostsee 1945|großangelegte Evakuierungsaktion]] betrieb. Im Gefolge der Teilkapitulation wurden hierfür&amp;amp;nbsp;– mit Duldung der Briten&amp;amp;nbsp;– auch zahlreiche Einheiten der Kriegsmarine eingesetzt, für die diese Kapitulation gegolten hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kriegseinsatz und Meuterei ==&lt;br /&gt;
Wenige Wochen vor Kriegsende wurde &amp;#039;&amp;#039;M&amp;amp;nbsp;612&amp;#039;&amp;#039; von der [[Neptun Werft|AG Neptun]] in [[Rostock]] ausgeliefert. Es war das letzte Schiff, das diese Werft vor Kriegsende verließ; am 11. April 1945 wurde es bei der [[Minensuchflottillen#12. Minensuchflottille (2)|12.&amp;amp;nbsp;Minensuchflottille]] der Kriegsmarine in Dienst gestellt. Die 98-köpfige Besatzung bestand weitgehend aus kampfunerfahrenen 18–25-Jährigen. Über die ersten Fahrten des Bootes gibt es teils widersprüchliche Angaben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sörensen&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Karwelat&amp;quot; /&amp;gt; Fest steht, dass es einen Befehl gab, sich einem Schiffsverband in Richtung [[Kurland]] anzuschließen, um von dort Soldaten der [[Heeresgruppe Kurland|gleichnamigen Heeresgruppe]] und deutsche Zivilisten vor den sowjetischen Truppen zu retten. Zur Vorbereitung des Einsatzes steuerte das Boot am 3. Mai von Kiel aus zunächst Sonderburg und am nächsten Tag [[Fredericia]] an, um dort Kohle zu bunkern. Bei der Fahrt dorthin war die Mannschaft über das Ziel der Unternehmung in Kenntnis gesetzt worden; als jedoch am Abend des 4. Mai die Teilkapitulation bekannt wurde, beschlossen Teile der Mannschaft, am nächsten Morgen den Kapitän und die Offiziere festzusetzen und so den Kurland-Einsatz zu verhindern. Anführer der Meuterer war der 21-jährige Maschinenmaat Heinrich Glasmacher.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem am 5. Mai um 8 Uhr morgens – pünktlich zum Inkrafttreten der Teilkapitulation – die Leinen losgeworfen worden waren, setzten die Meuterer ihren Plan in die Tat um und hatten damit zunächst Erfolg: Zuerst wurde der Kommandant bei vorgehaltener Pistole in eine Kammer eingesperrt, anschließend wurden alle übrigen Offiziere unter Waffendrohung festgesetzt. Glasmacher übernahm die Schiffsführung und nahm Kurs auf Flensburg (nach anderen Angaben auf Kiel&amp;lt;ref name=&amp;quot;Karwelat&amp;quot; /&amp;gt;), wo die Besatzung möglicherweise an Land gehen wollte.&amp;lt;ref&amp;gt;Nach Angaben in der Begründung des „Standgerichtsurteils“ vom 5. Mai 1945.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Beteiligung einzelner Besatzungsmitglieder werden in der Begründung des später verhängten Standgerichtsurteils folgende Angaben gemacht:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Masch.Mt. Rust verweigerte dem lt. Maschinisten den Zutritt zum Maschinenraum; auch ordnet er an, dass kein Offizier oder Feldwebel den Maschinenraum betreten sollte. Fwk.Hpt.Gefr. Nuckelt, der die 7 Gewehre unter Verschluss hatte, verteilte die Gewehre unter die Mannschaften. Btsmt. Kollenda liess sich von Mtr.Gefr. Möller eine Pistole geben, um die Offiziere in Schach zu halten. Mtr.Ob.Gefr. Kölle, der eine eigene Pistole hatte, bewachte den Kommandanten, als dieser in die Kammer eingesperrt war. Mtr.Ob.Gefr. Czak, der sich von Fwk.Hpt.Gefr. Nuckelt ein Gewehr hatte geben lassen, sorgte ebenfalls für ‚Ordnung‘ im Sinne der Meuterer. Die Mtr.Ob.Gefr. Peters und Roth drangen in eine Kammer, wo 2 Offiziere schliefen, und holten sich deren Pistolen. Mtr.Ob.Gefr. Schwirtz hatte sich ebenfalls ein Gewehr aushändigen lassen. Matr.Ob.Gefr. Prenzler hat zugegeben, dass er mit Waffengewalt ein Auslaufen nach Kurland verhindern wollte und hat mit der Pistole die Offiziere bedroht. Matr.Ob.Gefr. Wilkowski hat mit der Pistole die Offiziere bedroht. Matr.Ob.Gefr. Mittelhauser hatte sich von Peters eine Pistole geben lassen und hielt Wache beim Kommandanten, und zwar auf ‚Befehl‘ von Glasmacher und Kolenda. Der Angeklagte Müller hatte den ‚Befehl‘ bekommen, die festgesetzten Offiziere in die Kammer einzuschliessen und führte dies auch aus. Die Offiziere blieben insgesamt etwa 2½ Stunden in ‚Haft‘. Der Angeklagte Pretzke ging in die Kammer, wo 2 Offiziere schliefen und befahl ihnen mit vorgehaltener Pistole, Ruhe zu bewahren und sich gefangen zu geben.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf dem Weg nach Süden wurde &amp;#039;&amp;#039;M 612&amp;#039;&amp;#039; im [[Als Sund|Alsensund]] von &amp;#039;&amp;#039;S 65&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;S 68,&amp;#039;&amp;#039; zwei [[Schnellboot]]en der in Flensburg stationierten 3. S-Schul-Flottille, die Fahrrinne versperrt,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.foerderverein-museums-schnellboot.de/s-boote/kriegsmarine/kriegsschaupl/ostsee1945.htm |titel=Förderverein Museums-Schnellboot e.&amp;amp;nbsp;V. |abruf=2024-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; nachdem man dort Verdacht geschöpft hatte, weil kein Offizier auf der Brücke des Minensuchbootes zu sehen war und auch eine Anfrage nach dem Kommandanten von &amp;#039;&amp;#039;M&amp;amp;nbsp;612&amp;#039;&amp;#039; über Signalscheinwerfer unbeantwortet geblieben war. Das sichtbare Klarmachen der Torpedorohre der Schnellboote machte den Meuterern schnell die Aussichtslosigkeit ihrer Situation klar. Bald darauf enterte ein Offizierskommando von den Schnellbootbegleitschiffen &amp;#039;&amp;#039;[[Kamina (Schiff)|Herrmann von Wissmann]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Carl Peters (Schiff)|Carl Peters]]&amp;#039;&amp;#039; unter Leitung des Korvettenkapitäns [[Georg-Stuhr Christiansen]] das gestoppt liegende Minensuchboot, dessen Besatzung sich widerstandslos entwaffnen ließ. Der I. Offizier von &amp;#039;&amp;#039;M 612&amp;#039;&amp;#039;, Leutnant z. S. Helmut Süß, identifizierte anschließend 20 „Rädelsführer“, die umgehend gefangengesetzt wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Prozess und Hinrichtung ==&lt;br /&gt;
Noch am gleichen Tag trat auf Anordnung des [[Führer der Minenschiffe|Führers der Minenschiffe]], Kapitän zur See [[Hugo Pahl]], an Bord von &amp;#039;&amp;#039;M&amp;amp;nbsp;612&amp;#039;&amp;#039; ein [[Standgericht]] gegen die 20 Festgesetzten zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Messerschmidt&amp;quot; /&amp;gt; Den Vorsitz hatte [[Militärgerichtsbarkeit (Nationalsozialismus)|Marineoberstabsrichter]] Franz Berns. Verfahrensleiter waren als militärische Beisitzer der Korvettenkapitän d. R. Hans Mettenheimer, Erster Admiralstabsoffizier beim Führer der Minenschiffe, und der Oberbootsmannmaat Roeder. Als Ankläger fungierte Marinestabsrichter [[Adolf Holzwig]]. Urkundsbeamter war der Marinejustizoberinspektor Gebel. Der Verteidiger war ein Hauptgefreiter. Die Verhandlung begann nach 18.00 Uhr und dauerte weniger als eine Stunde. Die Untersuchung stützte sich vor allem auf die Aussagen des I. Offiziers, Leutnant zur See Helmut Süß, der Angaben zur Beteiligung an der Meuterei machte. Es wurden elf Besatzungsmitglieder [[Todesstrafe|zum Tode]] und vier Besatzungsmitglieder zu [[Zuchthaus]]strafen von drei Jahren verurteilt. Fünf Mann wurden [[Freispruch|freigesprochen]]. Als [[Gerichtsherrschaft|Gerichtsherr]] bestätigte Kapitän zur See Hugo Pahl die Urteile und machte von der Möglichkeit einer [[Begnadigung]] keinen Gebrauch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die Offiziere mit der Urteilsbestätigung an Bord eingetroffen waren, begann um 23.35 Uhr des 5. Mai 1945 die [[Erschießung]] der zum Tode Verurteilten auf der von Scheinwerfern beleuchteten [[Back]] von &amp;#039;&amp;#039;M&amp;amp;nbsp;612&amp;#039;&amp;#039;. Der 20-köpfige Exekutionspeloton unter dem Kommando von Kapitänleutnant Karl-Heinz Merkel, Adjutant beim [[Schnellbootverbände der Reichs- und Kriegsmarine#Führer der Schnellboote|Führer der Schnellboote]], bestand aus Zwangsrekrutierten der im Hafen liegenden Marineeinheiten, nachdem sich keiner freiwillig gemeldet hatte. Die gesamte Besatzung von &amp;#039;&amp;#039;M&amp;amp;nbsp;612&amp;#039;&amp;#039; einschließlich aller Verurteilten musste, wie in solchen Fällen üblich, der Hinrichtung beiwohnen. Die zum Tode Verurteilten standen jeweils zu zweit, ungefesselt und ohne Augenbinde, vor dem Erschießungskommando. Nach den jeweiligen Erschießungen hatten die vier zu Zuchthaus verurteilten Besatzungsmitglieder ihre toten Kameraden, mit Torpedoteilen als Grundgewichte beschwert, in der See zu versenken, bevor die nächsten beiden Verurteilten vor das Erschießungskommando treten mussten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hartwig&amp;quot; /&amp;gt; Heinrich Glasmacher, der Anführer, wurde als Letzter erschossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zum Tode Verurteilte ==&lt;br /&gt;
* Wilhelm Bretzke, Matrose, * 20. Oktober 1922 in [[Dortmund]]&lt;br /&gt;
* Heinrich Glasmacher, Maschinenmaat, * 21. Februar 1924 in [[Neuss]]&lt;br /&gt;
* Reinhold Kolenda, Bootsmaat, * 20. November 1924 in [[Bytom|Beuthen O.S.]]&lt;br /&gt;
* Gustav Kölle, Matrosenobergefreiter, * 14. Juli 1923 in [[Dreilingen]]&lt;br /&gt;
* Helmut Nuckelt, Feuerwerkshauptgefreiter, * 19. April 1921 in [[Essen]]&lt;br /&gt;
* Rolf Peters, Matrosenobergefreiter, * 6. Februar 1924 in [[Rostock]]&lt;br /&gt;
* Gerhard Prenzler, Matrosenobergefreiter, * 1. April 1924 in [[Groß Kölzig]]&lt;br /&gt;
* Gustav Ritz, Matrosenobergefreiter, * 5. August 1922 in Milaschew&lt;br /&gt;
* Anton Roth, Matrosenobergefreiter, * 22. Oktober 1924 in [[Forchheim]]&lt;br /&gt;
* Bruno Rust, Maschinenmaat, * 1. März 1923 in [[Berlin]]&lt;br /&gt;
* Heinz Wilkowski, Matrosenobergefreiter, * 25. Oktober 1923 in [[Calbe (Saale)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nach der Vollstreckung ==&lt;br /&gt;
Nach der Vollstreckung der Todesurteile lief &amp;#039;&amp;#039;M&amp;amp;nbsp;612&amp;#039;&amp;#039; in den Sonderburger Hafen ein. Dort ging Leutnant z. S. Süß von Bord. Nachdem es anfänglich hieß, dass &amp;#039;&amp;#039;M&amp;amp;nbsp;612&amp;#039;&amp;#039; doch noch nach Kurland laufen sollte, fuhr das M-Boot nach Flensburg, wo die restliche Besatzung von Bord und in Gefangenschaft ging.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hartwig&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Laufe des Jahres 1945 wurden sieben der Leichname am Strand angeschwemmt und zunächst anonym bestattet. Nachdem die Vorgänge im Oktober 1945 bekannt geworden waren, wurden die [[Opfer der NS-Militärjustiz|Militärjustizopfer]] umgebettet und haben nun auf dem Friedhof der Christianskirche von Sonderburg ihre letzte Ruhestätte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Ermittlungsverfahren gegen den Gerichtsherren des Standgerichtsverfahrens, Hugo Pahl, wurde 1949 eingestellt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Messerschmidt&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption und Ehrung ==&lt;br /&gt;
Der aus [[Düsseldorf]] stammende Journalist Hugo Braun traf Anfang 1967 im [[Ost-Berlin]]er Presseclub in der Friedrichstraße einen Autor der [[Junge Welt]], der ihn auf die Geschichte „verschwundener“ Matrosen aufmerksam machte. Braun recherchierte daraufhin zu den Namen der Matrosen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://rp-online.de/panorama/deutschland/80-jahre-kriegsende-matrosenaufstand-unter-heinrich-glasmacher_aid-126745161 rp-online.de], &amp;#039;&amp;#039;Er wollte nur nach Hause&amp;#039;&amp;#039;, 8. Mai 2025, abgerufen am 22. Mai 2025&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. März 1967 wurde in [[Peenemünde]] anlässlich des 11. Jahrestages der [[Nationale Volksarmee|Nationalen Volksarmee]] drei [[Landungsfahrzeug|Landungsbooten]] die Namen dreier erschossener Matrosen von &amp;#039;&amp;#039;M&amp;amp;nbsp;612&amp;#039;&amp;#039; verliehen: &amp;#039;&amp;#039;Heinz Wilkowski&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Rolf Peters&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Gerhard Prenzler&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.defa.de/DesktopDefault.aspx?TabID=412&amp;amp;FilmID=Q6UJ9A003679 Der Augenzeuge 1967/12], DEFA-Studio für Wochenschau und Dokumentarfilme, 17. März 1967&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Ereignis wurde 1970 unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;[[Rottenknechte (Fernsehfilm)|Rottenknechte]]&amp;#039;&amp;#039; unter der Regie von [[Frank Beyer]] für das Fernsehen der DDR verfilmt. Eine Hauptrolle spielt darin [[Dieter Mann]] in der Rolle des Heinrich Glasmacher. Die Erzählung &amp;#039;&amp;#039;Ein Kriegsende&amp;#039;&amp;#039; von [[Siegfried Lenz]]&amp;lt;ref&amp;gt;dtv-Verlag, ISBN 3-423-11175-5&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt eine Situation wie das Geschehen auf &amp;#039;&amp;#039;M&amp;amp;nbsp;612&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Sonderburg wurde am 9. September 2020 eine Gedenkstätte errichtet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur|Autor=Annette Bruhns|Titel=75 Jahre wurde dieser Menschen nicht gedacht|Sammelwerk=Der Spiegel|Band=Ausgabe 37|Datum=2020-09-05|Seiten=22}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Flensburg wurden im Mai 2025 elf [[Stolpersteine]] für die Hingerichteten verlegt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.nordschleswiger.dk/de/nordschleswig-sonderburg-deutschland-suedschleswig/elf-neue-stolpersteine-fuer www.nordschleswiger.dk], &amp;#039;&amp;#039;Elf neue Stolpersteine für Kriegsdienstverweigerer in Flensburg&amp;#039;&amp;#039;, 14. Mai 2025, abgerufen am 22. Mai 2025&amp;lt;/ref&amp;gt; (→ [[Liste der Stolpersteine in Flensburg]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
 | Autor     = Uwe Danker&lt;br /&gt;
 | Titel     = Ex-Generalstaatsanwalt Dr. Adolf Voß und die kriegsgerichtliche Reaktion auf die Meuterei auf M 612 am 5. Mai 1945&lt;br /&gt;
 | Verlag    = Forschungsstelle für regionale Zeitgeschichte und Public History, [[Europa-Universität Flensburg]]&lt;br /&gt;
 | Datum     = 2022&lt;br /&gt;
 | Kommentar = PDF}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
 | Autor  = [[Erich Gröner]], Dieter Jung, Martin Maass&lt;br /&gt;
 | Titel  = Die deutschen Kriegsschiffe 1815–1945&lt;br /&gt;
 | Band   = Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Torpedoboote, Zerstörer, Schnellboote, Minensuchboote, Minenräumboote&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
 | Verlag = Bernard &amp;amp; Graefe&lt;br /&gt;
 | Ort    = Bonn&lt;br /&gt;
 | Datum  = 1999&lt;br /&gt;
 | Seiten = 205, 211, 217}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.frzph.de/fileadmin/downloads/Adolf_Voss_und_M_612_FINAL_kl.pdf www.frzph.de], Uwe Danker: &amp;#039;&amp;#039;Ex-Generalstaatsanwalt Dr. Adolf Voß und die kriegsgerichtliche Reaktion auf die Meuterei auf M 612 am 5. Mai 1945&amp;#039;&amp;#039;, 27 Seiten, 2022, frzph - Forschungsstelle für regionale Zeitgeschichte und Public History, Europa-Universität Flensburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Hartwig&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur|Autor=Dieter Hartwig|Titel=Zum Kriegsende: Gedenken an elf Opfer|Sammelwerk=Marineforum|Nummer=4|Datum=1990}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Karwelat&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Jürgen Karwelat |url=https://www.nordschleswiger.dk/de/nordschleswig-sonderburg/75-jahrestag-erinnerung-elf-hingerichtete-soldaten-sonderburg |titel=75. Jahrestag: Erinnerung an elf hingerichtete Soldaten in Sonderburg {{!}} Der Nordschleswiger |werk=Der Nordschleswiger |datum=2020-05-05 |sprache=de |abruf=2024-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Messerschmidt&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur|Autor=Manfred Messerschmidt|Titel=Die Wehrmachtjustiz 1933–1945|Verlag=Schöningh|Ort=Paderborn|Datum=2005|ISBN=3-506-71349-3|Seiten=438f}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sörensen&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Erik Ingemann Sörensen |url=https://jyllands-posten.dk/debat/kronik/ECE7679126/den-tragiske-fredsaften-paa-m-612/ |titel=Den tragiske fredsaften på ”M 612” |werk=Jyllands Posten |datum=2015-05-05 |sprache=da |abruf=2024-10-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Militärschiff für den Minenkrieg (Kriegsmarine)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Schiff im Zweiten Weltkrieg]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Meuterei in der Schifffahrt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutsche Marinegeschichte]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2026-79257</name></author>
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