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	<title>MGM-31 Pershing - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Asperatus: wl</title>
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		<updated>2026-04-12T11:59:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;wl&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Pershing16feb1966.jpg|mini|Start einer Pershing I (MGM-31A) im Februar 1966. Das Startfahrzeug war vom Typ [[M474]].]]&lt;br /&gt;
[[Datei:The Pershing Joins the Ranks 1964.webm|mini|Video Pershing I]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;MGM-31 Pershing&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, oder auch einfach &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pershingrakete&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Pershing I&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Pershing II&amp;#039;&amp;#039;, waren ballistische [[Raketenwaffe]]n der Zeit des [[Kalter Krieg|Kalten Krieges]] aus [[Vereinigte Staaten|US-amerikanischer Produktion]]. Benannt war die [[Feststoffrakete]] mit [[Atomsprengkopf]] nach dem US-General des Ersten Weltkrieges [[John J. Pershing|John Joseph Pershing]]. In [[Deutschland]] wurde von den Pershing-Raketen primär der Typ Pershing II durch den [[NATO-Doppelbeschluss]] bekannt. Gegen dessen Stationierung und regelmäßige Transportierung protestierte die westdeutsche [[Friedensbewegung]] in den 1980er Jahren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Technik ==&lt;br /&gt;
=== Pershing I ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv B 145 Bild-F029235-0037, Nürburgring, Bundeswehrparade zum NATO-Jubiläum.jpg|mini|Ein Pershing-Flugkörper auf einem [[M474]] der Bundeswehr während einer NATO-Parade im Jahr 1969]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Pershing1A - Luftwaffenmuseum Gatow.jpg|mini|Pershing 1a der Bundeswehr im [[Militärhistorisches Museum Flugplatz Berlin-Gatow|Militärhistorischen Museum Flugplatz Berlin-Gatow]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Pershing 1A destruction, 1989.JPEG|mini|Pershing 1a [[Thiokol]] Feststoffraketentriebwerk]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Pershing I/IA&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;MGM-31A&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) war eine [[Kurzstreckenrakete]] mit einer Reichweite von ca. 740&amp;amp;nbsp;km. Der zweistufige, feststoffgetriebene, eigengelenkte Flugkörper hatte ein [[Trägheitsnavigationssystem]] auf Basis eines sogenannten „Stable Table“. Dieses wurde durch Kreiselsysteme während des ganzen Fluges stabilisiert und ermöglichte dem Bordrechner so die laufende Ermittlung der Position sowie die genaue Einhaltung der [[Flugbahn]] bis zum sogenannten „Punkt im Raum“. Dort erfolgte die Abtrennung des [[Kernwaffe|nuklearen]] W-50-[[Sprengkopf]]es, der in drei Varianten zur Verfügung stand (60&amp;amp;nbsp;kt, 200&amp;amp;nbsp;kt, 460&amp;amp;nbsp;kt – entsprechend rund 5, 15, 35 [[Little Boy|Hiroshima-Bomben]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Flugbahn wurde unmittelbar vor dem Start von einem Programmierstand am Boden in die „Guidance and Control Section“ (G&amp;amp;C) des Flugkörpers eingespielt und endete wenige Minuten nach dem Start mit Abstoßen des Gefechtskopfes, welcher auf einer ballistischen Bahn – mit Stabilisierung durch Eigenrotation – ins Ziel stürzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Flugkörper wurde Anfang der 1960er Jahre in den USA von der [[Martin Marietta Corporation]] als Ersatz für die SSM-A-14-[[Redstone (Rakete)|Redstone-Rakete]] entwickelt. Ab Mitte der 1960er Jahre gingen 79&amp;amp;nbsp;Stück an die Bundesrepublik Deutschland und weitere 169&amp;amp;nbsp;an die USA. Pershing I waren auch in Südkorea stationiert. Die Ausbildung für I/IA wurde in Fort Sill / Oklahoma für die Bundeswehr durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz zum Nachfolgemodell Pershing II waren die Pershing I und IA rein [[ballistische Rakete]]n.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pershing II ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Pershing II missiles (single stage versions) at McGregor Range.jpg|mini|Startbereite Pershing-II-Raketen, Fort Bliss, Texas]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Pershing2MAN.jpg|mini|hochkant|Pershing II mit Zugmaschine [[MAN gl]] KAT 2 der Mutlanger Einheit]]&lt;br /&gt;
Die [[Sowjetunion]] führte ab 1975 mehrere hundert neue ballistische Mittelstreckenraketen vom Typ [[RSD-10]] (NATO-Bezeichnung SS-20) ein. Sie dienten als Ersatz der veralteten [[R-12 (Rakete)|SS-4]] und [[R-14|SS-5]] und konnten drei [[Multiple independently targetable reentry vehicle|MIRV]]-Sprengköpfe mit einer Sprengkraft von je 150&amp;amp;nbsp;kt rund 5000&amp;amp;nbsp;km weit tragen. Diese Raketen waren auf mobilen Abschussrampen montiert und konnten mit einer minimalen Vorwarnzeit von 5 bis 15 Minuten weite Teile Europas erreichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die USA entwickelten ab 1976 die [[Mittelstreckenrakete]] Pershing II (MGM-31B) mit größerer [[Reichweite (Rakete)|Reichweite]] von bis zu 1.800&amp;amp;nbsp;km als Nachfolgemodell für die Pershing I. Die Pershing II hatte zwar mit gut 10 Metern Länge und einem Meter Durchmesser praktisch die gleichen Abmessungen wie ihr Vorgängermodell, hatte aber fast das doppelte Gewicht und war technisch völlig neu konzipiert. Sie konnte von Süddeutschland aus innerhalb von knapp fünf Minuten Ziele in der westlichen UdSSR (heute Belarus, Ukraine, westliches Russland) mit hoher Präzision treffen, die Bedrohung der Hauptstadt Moskau durch die mobile Waffe wurde bewusst im Unklaren gelassen (Entfernung Bayreuth-Moskau 1800 km).&amp;lt;ref&amp;gt;Deutscher Bundestag — 10. Wahlperiode Drucksache 10 /2917&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Pershing II war mit einem [[Maneuverable reentry vehicle|MARV]]-Sprengkopf mit einem Endphasen-Lenksystem ausgerüstet. Das Lenksystem wurde im Endanflug aktiviert und verwendete einen radarbasierten DSMAC-Suchkopf ([[Gelände-Kontur-Abgleich]]). Dieser suchte im Zielgebiet nach zuvor eingespeicherten radarreflektierenden Referenzpunkten. Durch eine Vergleichsrechnung zwischen Soll- und vermessener Position wurde dann eine Kurskorrektur errechnet und das Ziel angeflogen. Mit diesem Lenksystem ergab sich ein erheblich verbesserter Streukreisradius ([[Circular Error Probable|CEP]]&amp;lt;sup&amp;gt;50&amp;lt;/sup&amp;gt;) in der Größenordnung von etwa 50&amp;amp;nbsp;Metern. Dadurch war die Verwendung von W-85-[[Kernwaffe|Nuklear-Sprengköpfen]] von wesentlich geringerer Sprengkraft von 5&amp;amp;nbsp;bis 50&amp;amp;nbsp;kt möglich, um ein vorgegebenes Ziel zu zerstören.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Oliver Bange: &amp;#039;&amp;#039;SS-20 and Pershing II: Weapon Systems and the Dynamization of East-West Relations.&amp;#039;&amp;#039; In: Christoph Becker-Schaum, Philipp Gassert, Martin Klimke u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Nuclear Crisis. The Arms Race, Cold War Anxiety, And The German Peace Movement Of The 1980s.&amp;#039;&amp;#039; New York 2016, S. 72.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Vergleich zur SS-20 waren zwar sowohl Sprengkraft als auch Reichweite der Pershing II deutlich kleiner, aber durch Aufstellungsort und Reichweite war das Bedrohungsszenario klarer definiert: [[Ostblock|Osteuropa]] bis ca. 400&amp;amp;nbsp;km vor Moskau. In Verbindung mit der hohen Genauigkeit sah die Sowjetunion in den Pershing-II-Raketen Waffen für einen atomaren [[Erstschlag|Erst]]- bzw. [[Enthauptungsschlag]], zumal führende Politiker der [[Ronald Reagan|Reagan]]-Regierung von der Sowjetunion als einem „[[Reich des Bösen]]“ sprachen. In Teilen der deutschen Bevölkerung und bei vielen Politikern löste die bevorstehende Stationierung solcher Waffen erhebliche Befürchtungen aus: Der [[Atomkrieg]] sei „präziser und damit führbarer“ geworden und die politisch-militärische Hemmschwelle zum Einsatz dieser Waffen müsse so zwangsläufig sinken. Die westdeutsche [[Friedensbewegung]] demonstrierte deshalb 1981–1984 vor allem gegen die Stationierung von Pershing-II-Raketen in Deutschland,&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Große Nobis: &amp;#039;&amp;#039;Frieden. Eine kurze Geschichte der bundesdeutschen Friedensbewegung.&amp;#039;&amp;#039; Münster 2001.&amp;lt;/ref&amp;gt; allein am [[Friedensdemonstration im Bonner Hofgarten 1981|10. Oktober 1981 demonstrierten im Bonner Hofgarten]] mehr als 300.000 Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nachdem die 1981 begonnenen Abrüstungsverhandlungen gemäß dem [[NATO-Doppelbeschluss]] vom 12. Dezember 1979 erfolglos geblieben waren, begann auch in Westdeutschland wenige Tage nach der Zustimmung durch den Deutschen Bundestag vom 22. November 1983 die Stationierung der Pershing-II-Mittelstreckenraketen (MRBM), die nur in der Bundesrepublik Deutschland erfolgte und 1985 abgeschlossen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1981 leitete der sowjetische Geheimdienst [[KGB]] im Zusammenhang mit der geplanten Stationierung von Mittelstreckenraketen der NATO die Operation [[RJaN]] ein. Deren Ziel war es, Anzeichen eines möglicherweise unmittelbar bevorstehenden Erstschlags des Westens festzustellen. Der Höhepunkt des Spannungszustandes wurde mit der NATO-Stabsübung [[Able Archer]] im November 1983 erreicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Technische Daten ===&lt;br /&gt;
[[Datei:W85 warhead (DOE).jpg|mini|MARV-Gefechtskopf W85 der MGM-31B Pershing II]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Pershing II missile trajectory.png|mini|Flugphasen der Pershing II]]&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
| [[NATO-Codename]] || &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;MGM-31A Pershing I&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; || &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;MGM-31B Pershing II&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Länge || 10,55&amp;amp;nbsp;m || 10,61&amp;amp;nbsp;m&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Rumpfdurchmesser || 1.020&amp;amp;nbsp;mm || 1.036&amp;amp;nbsp;mm&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Startgewicht || 4.600&amp;amp;nbsp;kg || 7.400&amp;amp;nbsp;kg&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sprengkopf || 1 [[W50 (Kernwaffe)|W50]]-Nukleargefechtskopf mit 60, 200 oder 400 [[TNT-Äquivalent|kT]] || 1 [[Maneuverable reentry vehicle|MARV]] vom Typ [[W85 (Kernwaffe)|W85]] mit 5 bis 80 [[TNT-Äquivalent|kT]] (variabel)&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Einsatzreichweite || 740&amp;amp;nbsp;km || 1.770&amp;amp;nbsp;km&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Steuerung || [[Inertiales Navigationssystem|Trägheitsnavigationsplattform]] || Trägheitsnavigationsplattform plus [[aktive Radarzielsuche]]&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Treffergenauigkeit ([[Circular Error Probable|CEP]]) || 150–300&amp;amp;nbsp;m || 50–100&amp;amp;nbsp;m&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stationierungen in der Bundesrepublik Deutschland ==&lt;br /&gt;
=== Pershing I ===&lt;br /&gt;
[[Datei:OR 10.596B 13.png|mini|Pershing 1 in Westdeutschland 1969]]&lt;br /&gt;
Von 1969 bis Juli 1983 befand sich u.&amp;amp;nbsp;a. eine Pershing-IA-Flugkörperstellung der 81. Field Artillery der [[US Army]] in [[Inneringen]] in Baden-Württemberg mit neun einsatzbereiten Flugkörpern, bestückt mit atomaren Gefechtsköpfen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.atomwaffena-z.info/glossar/begriff/inneringen Inneringen] ehem. Atomwaffenstandort, Deutschland, atomwaffena-z.info&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die 79 deutschen Pershing IA wurden von der [[Luftwaffe (Bundeswehr)|Luftwaffe]] in zwei Geschwadern stationiert, in den [[Flugkörpergeschwader]]n (FKG) 1 in [[Fliegerhorst Landsberg/Lech|Landsberg am Lech]] und 2 in [[NATO-Flugplatz Geilenkirchen|Geilenkirchen]]. Jeweils eine [[Staffel (Militär)|Staffel]] wurde in „QRA“-Bereitschaft ([[Quick Reaction Alert]]) gehalten. Da die Bundeswehr nicht über nukleare Waffen verfügen durfte, waren für die Pershing im Rahmen der [[Nukleare Teilhabe|nuklearen Teilhabe]] unter US-Bewachung stehende amerikanische Sprengköpfe vorgesehen. Die QRAs waren so organisiert, dass es drei Startfahrzeuge gab mit jeweils drei Flugkörpern, die sofort einsatzbereit waren. Die US-Bewachung erfolgte durch US-Streitkräfte, die Montage der Sprengköpfe wurde durch die Bundeswehr durchgeführt. Die Sprengköpfe für das FKG 1 waren nicht in Landsberg oder bei Kempten gelagert, sondern in der Nähe von [[Augsburg]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Pershing II ===&lt;br /&gt;
Die Pershing II wurde nur US-Truppen im Rahmen der NATO in Westdeutschland zugeteilt, die [[Luftwaffe (Bundeswehr)|Luftwaffe]] der deutschen [[Bundeswehr]] behielt weiterhin die Pershing IA. Die US-Armee unterhielt drei mit Pershing-II ausgerüstete Raketenartilleriebataillone, die dem [[56th Artillery Command|56th&amp;amp;nbsp;Field Artillery Command]] in [[Schwäbisch Gmünd]] unterstanden und denen jeweils 36 Raketen zugeteilt waren:&lt;br /&gt;
* Das 1st Battalion, 41st Field Artillery Regiment (ab 1986: 2nd Battalion, 9th Field Artillery) war in der Hardt- und der [[Bismarck-Kaserne Schwäbisch Gmünd|Bismarck-Kaserne]] in Schwäbisch Gmünd stationiert. Es verfügte über das Pershing-II-Depot (MSA, Missile Storage Area) auf der [[Mutlanger Heide]] am Ortsrand von [[Mutlangen]], das durch die Proteste und Blockaden der [[Friedensbewegung]] bekannt wurde.&lt;br /&gt;
* Das 1st Battalion, 81st Field Artillery Regiment (ab 1986: 1st Battalion, 9th Field Artillery) war in der [[Wiley (Neu-Ulm)|Wiley]]-Kaserne in [[Neu-Ulm]] stationiert. Es verfügte als QRA-Stellung über die [[Lehmgrube (Kettershausen)|Lehmgrube]] (Spitzname „Von Steuben“) bei [[Kettershausen]], etwa 9&amp;amp;nbsp;km östlich von [[Illertissen]].&lt;br /&gt;
* Das 3rd Battalion, 84th Field Artillery Regiment (ab 1986: 4th Battalion, 9th Field Artillery) war in der Artillerie-Kaserne in [[Neckarsulm]] und in der [[Badener Hof (Heilbronn)|Badener-Hof-Kaserne]] in [[Heilbronn]] stationiert. Es verfügte über die QRA-Stellung auf der [[Waldheide]] (Spitzname „Fort Redleg“) am östlichen Stadtrand von Heilbronn. Dort kamen am 11. Januar 1985 drei US-Soldaten durch die Explosion einer Pershing-II-Raketenstufe ums Leben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Heilbronn Waldheide 20050904.jpg|mini|Gedenkstein für die Opfer des [[Waldheide#Raketenunfall am 11. Januar 1985|Heilbronner Raketenunfalls]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den QRA-Stellungen befand sich jeweils eine von vier [[Batterie (Militär)|Batterien]] eines Bataillons in ständiger Einsatzbereitschaft.&amp;lt;ref name=&amp;quot;natobw-holtwick&amp;quot;&amp;gt;Abschnitt zu den Pershing-II-Stationierungen in Deutschland nach:&amp;lt;br /&amp;gt;{{Literatur |Autor=Bernd Holtwick |Titel=Flexible Response. Der NATO-Doppelbeschluss und seine Umsetzung in Baden-Württemberg |Sammelwerk=Zerreißprobe Frieden. Baden-Württemberg und der NATO-Doppelbeschluss |Verlag=Haus der Geschichte Baden-Württemberg |Ort=Stuttgart |Datum=2004 |Seiten=8–19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gemäß der Strategie wurden die Raketen nicht nur in den Standorten vorgehalten. Das Einsatzkonzept sah vor, dass die Raketen im Krisenfall zu ihrem Schutz die regulären Stellungen verlassen sollten, um gegebenenfalls in süddeutschen Wäldern versteckt zu werden. Ein bevorzugter Ort für entsprechende Übungen war die ehemalige [[Heeresmunitionsanstalt Straß]] bei [[Nersingen]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;alarmuebungen&amp;quot; /&amp;gt; Häufig waren bei Übungen ganze Batterien auf der [[Schwäbische Alb|Schwäbischen Alb]] und im Gebiet des [[Naturpark Schwäbisch-Fränkischer Wald|Schwäbisch-Fränkischen Waldes]] unterwegs.&amp;lt;ref name=&amp;quot;alarmuebungen&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Brigitte Grimm |Titel=Dokumentation über die Alarmübungen der Pershing II |Verlag=Pressehütte Mutlangen |Ort=Mutlangen |Datum=1984}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dabei kam es sowohl zu Verkehrsunfällen als auch zu Missgeschicken wie Steckenbleiben oder Ausrutschern in den Straßengraben.&amp;lt;ref&amp;gt;Deutscher Bundestag — 11. Wahlperiode Drucksache 11 /640.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
62. Abgeordneter [[Robert Antretter|Antretter]] (SPD): Anlässlich des Unfalls mit zwei Pershing-Sattelschleppern auf dem Autobahnzubringer zwischen [[Heilbronn]] und [[Untergruppenbach]] am 9. Juli 1987 stellt sich die Frage, welche Maßnahmen nach Information der Bundesregierung die US-Armee bisher unternommen hat, um den offenkundig immer noch mangelhaften technischen Zustand ihrer Fahrzeuge zu beheben?&lt;br /&gt;
63. Abgeordneter Antretter (SPD): Wieviel Verkehrsunfälle gab es bisher schon bei Pershing la- und Pershing II-Transportern in Baden-Württemberg?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort des Staatssekretärs [[Holger Pfahls|Pfahls]] vom 23. Juli 1987: Auf Grund von Unfällen in den Jahren 1983/84 wurden die Abschussfahrzeuge der Pershing II-Verbände auf MAN-Fahrzeuge umgestellt. Sie sind damit nach deutschen Anforderungen der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung geprüft. Der sonstige Fahrzeugbestand unterliegt entsprechenden Prüfkriterien.&lt;br /&gt;
Bei den beim Auffahrunfall am 9. Juli 1987 beteiligten Fahrzeugen handelte es sich um zwei Transportfahrzeuge (Tieflader) der US-Armee, die mit Pershing II-Motorstufen beladen waren, nicht um Pershing II-Abschussfahrzeuge mit Raketen. Nach einer ca. zweijährigen Pause bei der Durchführung von Übungen außerhalb der Standorte infolge des Brandunfalls im Januar 1985 ereignete sich seit Aufnahme der vollen Übungstätigkeit mit Pershing II-Abschussfahrzeugen im Mai 1987 ein Unfall, bei dem das Abschussfahrzeug mit einer Pershing II-Übungsrakete in einen Straßengraben rutschte. Es entstanden keine Schäden. Die US-Armee verfügt seit Jahren nicht mehr über Pershing Ia-Transporter. Diese Raketen und Transporter befinden sich nur noch im Besitz zweier deutscher Luftwaffenverbände, die in Bayern und Nordrhein-Westfalen stationiert sind. Eine Beziehung zu oben erwähntem Auffahrunfall besteht nicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
64. Abgeordneter [[Dieter Spöri|Spöri]] (SPD): Welche Ursachen hatte das Verkehrsunglück mit zwei Pershing II-Transportern auf dem Autobahnzubringer zwischen Heilbronn und Untergruppenbach am 9. Juli 1987?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
65. Abgeordneter Spöri (SPD): Wurden von den zwei beteiligten Sattelschleppern nukleare Sprengköpfe mitgeführt?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Antwort des Staatssekretärs Pfahls vom 23. Juli 1987: Die Untersuchungen zur Ursache des Verkehrsunfalls mit zwei Pershing II-Transportfahrzeugen auf dem Autobahnzubringer zwischen Heilbronn und Untergruppenbach am 9. Juli 1987 sind von US-Dienststellen noch nicht abgeschlossen. Eine Unterrichtung des Bundesministers der Verteidigung wird nach Abschluss erfolgen. Zum jetzigen Zeitpunkt wird von einem Versagen der Bremsanlage bei dem auffahrenden Transportfahrzeug ausgegangen. Bei beiden Fahrzeugen handelte es sich um Tieflader – nicht um P II-Abschussfahrzeuge –, die mit P II-Motorstufen beladen waren. Nukleare Sprengköpfe wurden nicht mitgeführt. – [http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/11/006/1100640.pdf PDF]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Chronik kleiner Pannen rund um die Pershing in den achtziger Jahren:&lt;br /&gt;
11. Januar 1985: In Heilbronn, Waldheide, brennt bei einer Übung die erste Stufe einer Pershing-II-Rakete ab.&lt;br /&gt;
5. Mai 1987: Bei einem Verkehrsunfall nahe Heilbronn kommt ein Raketentransporter von der Fahrbahn ab. Eine Pershing landet im Straßengraben und wird nach der Evakuierung der Bevölkerung geborgen. – aus Tina Veihelmann: &amp;#039;&amp;#039;Sturm und Zwang&amp;#039;&amp;#039;; Vorfälle in Deutschland&lt;br /&gt;
Böttingen: Am 22. Februar 1970 fiel der Atomwaffensprengkopf einer Pershing-Rakete während Wartungsarbeiten auf den Boden. Das Areal wurde evakuiert und abgesperrt, der Sprengkopf explodierte jedoch nicht. Der Unfall wurde durch einen Fehler eines Arbeiters, der einen Bolzen und Detonationskabel entfernte, ausgelöst. Der Sprengkopf fiel herunter, wurde beschädigt und ein Stück der Raketenspitze brach ab. Der Vorfall wurde zuerst als „[[Broken Arrow (Codewort)|gebrochener Pfeil]]“ eingestuft, später aber auf einen „[[Bent Spear|gebogenen Speer]]“ herabgestuft.&lt;br /&gt;
Unbekannter Ort, 23. Februar 1981: Unfall mit einer Pershing-Ia-Rakete.&lt;br /&gt;
Waldprechtsweier, 2. November 1982: Auf einer Landstraßen-Gefällstrecke unweit von Karlsruhe, versagten einem US-amerikanischen Raketentransporter mit einer Pershing-Ia-Rakete innerorts die Bremsen, worauf er in den Ortsteil Waldprechtsweier der Gemeinde Malsch rast, mehrere Autos zerquetschte und einen Autofahrer tötete. Vor der Bergung der Wrackteile wurde der ganze Ortsteil evakuiert, weil man befürchtete, dass die Rakete explodieren könnte. Auf ansonsten menschenleeren Straßen patrouillierte die Polizei. Nach stundenlangen Bergungs- und Aufräumarbeiten verließ am Nachmittag des 3. November 1982 ein US-Konvoi mit den Wracks von Militärfahrzeugen und Raketenteilen den Ort.&lt;br /&gt;
Heilbronn, Waldheide: Am 11. Januar 1985 fing die erste Stufe einer Pershing-II Rakete bei einer Routineübung Feuer und brannte explosionsartig ab. Teile der Rakete flogen bis zu 120 Meter weit. Nur 250 Meter vom Explosionsort entfernt waren gefechtsbereite Pershing-II Raketen mit Atomsprengköpfen stationiert. Bei dem Unglück wurden drei US-Soldaten getötet und 16 schwer verletzt.&lt;br /&gt;
Unbekannter Ort: Ein menschlicher Fehler verursachte am 30. Juni 1986 einen Unfall mit einer Pershing-Rakete. Der Atomsprengkopf fiel von der Rakete auf den Boden.&lt;br /&gt;
Heilbronn: Am 5. Mai 1987 landete eine Pershing-Rakete nach einem Verkehrsunfall bei Heilbronn in einem Graben. [http://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomwaffen/gesch_unfaelle_beispie.pdf Unfälle mit Atomwaffen: Einige Beispiele] (PDF; 110&amp;amp;nbsp;kB)&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund der schlechten Erfahrungen mit den amerikanischen LKW wurde für die Pershing II der deutsche [[MAN gl]] verwendet, jedoch mit anderer Antriebstechnik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abrüstung ==&lt;br /&gt;
Nach dem Ende des Kalten Kriegs wurden, entsprechend den Vereinbarungen des [[INF-Vertrag]]s vom 8. Dezember 1987, bis 1989 alle US-amerikanischen Pershing I, bis 1991 alle deutschen Pershing-IA und bis Mai 1991 alle Pershing-II-Raketen unter Kontrolle der Vertragspartner (USA und UdSSR) demontiert und zerstört.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insgesamt befanden sich 120 Pershing-II-Mittelstreckenraketen in der Bundesrepublik Deutschland. Eine der letzten davon steht mittlerweile als Dekoration vor der [[Offizierschule der Luftwaffe]] in Fürstenfeldbruck. Eine Pershing IA stand bis zur Aussonderung des Waffensystems in der Zufahrt zur [[Selfkant-Kaserne]] in Geilenkirchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die von 1974 bis 1988 genutzte Startrampe [[Cape Canaveral Launch Complex 16|LC-16]] auf der [[Cape Canaveral Air Force Station]] wurde von der US Army für Entwicklungsflüge der Pershing-Mittelstreckenrakete genutzt. Durch die im Rahmen des INF-Vertrages beschlossene Ausmusterung wurde auch die Startrampe LC-16 im Jahr 1988 stillgelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
In Anlehnung an das Lied &amp;#039;&amp;#039;Marmor, Stein und Eisen bricht&amp;#039;&amp;#039; von [[Drafi Deutscher]] mit der Textzeile „Alles, alles geht vorbei, doch wir sind uns treu“ gibt es von [[Ludwig Hirsch]] eine Version mit „Alles, alles geht vorbei, durch die Pershing II“, die in den 1980er Jahren ein vielgesungenes Protestlied war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Strophe des Liedes &amp;#039;&amp;#039;Besuchen Sie Europa&amp;#039;&amp;#039; von [[Geier Sturzflug]] endet mit „Und aus den Hügeln des Olymp sich eine Pershing II erhebt“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bezogen auf die Pershing entstand auch der [[Sponti-Spruch]] „[[Petting]] statt Pershing“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* [http://www.peterhall.de/mrbm/56fabr/56fabr5.html http://www.peterhall.de/mrbm/56fabr/56fabr5.html] 56. Feldartilleriebrigade (USA)&lt;br /&gt;
* {{Webarchiv|url=http://www.redstone.army.mil/history/systems/pershing/welcome.html |wayback=20060623043050 |text=The PERSHING Project Office}}&lt;br /&gt;
* [http://www.usarmygermany.com/Units/FieldArtillery/USAREUR_56th%20FA%20Bde.htm http://www.usarmygermany.com/] 56th Field Artillery Brigade&lt;br /&gt;
* [http://wiki.pershingmissile.org/index.php/Main_Page http://wiki.pershingmissile.org/index.php/Main_Page] WikiPershing der Pershing Professional Association (englisch)&lt;br /&gt;
* http://www.thehistoricalarchive.com/happenings/the-history-of-the-pershing-missile/&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste US-Raketen und Lenkwaffen}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:MGM031 Pershing}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Boden-Boden-Rakete (Vereinigte Staaten)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kurzstreckenrakete]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:John J. Pershing]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Waffe im Kalten Krieg]]&lt;br /&gt;
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		<author><name>imported&gt;Asperatus</name></author>
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