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	<title>Müllsucher - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Lómelinde: End-Tag fehlt kursiv nicht beidseitig geschlossen</title>
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		<updated>2025-12-21T09:21:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:LintErrors/missing-end-tag&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Spezial:LintErrors/missing-end-tag (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;End-Tag fehlt&lt;/a&gt; kursiv nicht beidseitig geschlossen&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:junkshops.jpg|mini|Müllhalde auf den Philippinen]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Müllsucher&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;Müllsammler&amp;#039;&amp;#039; (gelegentlich &amp;#039;&amp;#039;Müllmenschen&amp;#039;&amp;#039;), sind Männer, Frauen und Kinder, die von [[recycling]]fähigem [[Abfall|Müll]] leben, den sie [[sammeln]], in Handarbeit trennen und verkaufen oder für sich selbst verwenden. In Ballungsgebieten von dicht besiedelten [[Entwicklungsland|Entwicklungsländern]], sowie in Regionen die von [[Wirtschaftskrise]]n oder inneren Unruhen betroffen sind, gehen mehr Menschen dieser Tätigkeit nach. Das Fehlen einer [[Schulpflicht]] begünstigt dagegen [[Kinderarbeit]] auf den Müllkippen. Sie arbeiten ohne Versicherung und Arbeitsschutz, in der Regel als Tagelöhner.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erwerbsgrundlage ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Jakarta slumlife41.JPG|mini|Müllsammler in [[Jakarta]]]]&lt;br /&gt;
Unter den verwertbaren Müll fallen unter anderem:&lt;br /&gt;
* Plastik (insbesondere [[Plastiktüte]]n)&lt;br /&gt;
* Blech, Metall, [[Elektronikschrott]] → [[Schrottsammler]]&lt;br /&gt;
* Papier → [[Papierrecycling]]&lt;br /&gt;
* leere Flaschen → [[Flaschensammeln]]&lt;br /&gt;
* Textilien → [[Lumpensammler]]&lt;br /&gt;
* Essensreste&amp;lt;ref name=&amp;quot;SRF&amp;quot;&amp;gt;[https://www.srf.ch/news/international/leben-in-manilas-muellhalde-wie-aus-abfall-essen-fuer-die-aermsten-wird &amp;#039;&amp;#039; Leben in Manilas Müllhalde - Wie aus Abfall Essen für die Ärmsten wird&amp;#039;&amp;#039; vom 27. Dezember 2017] [[Schweizer Radio und Fernsehen|SRF]], aufgerufen am 11. September 2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Menschen, die als Tagelöhner vom Verkauf und dem Vorsortieren von Abfällen leben, sind in der Regel dort anzutreffen, wo diese abgeladen werden und somit in größeren Mengen vorhanden sind. Mitunter kommt es dabei zu Konflikten mit den Fahrern der Entsorgungsunternehmer sowie untereinander.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ZEI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.zeit.de/news/2022-02/24/im-libanon-kaempfen-die-aermsten-um-den-abfall &amp;#039;&amp;#039;Wirtschaftskrise: Im Libanon kämpfen die Ärmsten um den Abfall&amp;#039;&amp;#039; vom 24. Februar 2022] [[Die Zeit]], aufgerufen am 11. September 2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese können sie zu Kilopreisen verkaufen. Ihr tägliches Essen besteht zu einem Großteil aus im Müll gefundenen Resten. Ihre Lebensbedingungen sind dementsprechend schlecht.&lt;br /&gt;
Der Biomüll, welcher rund 60 % des Gesamtmülls ausmacht, wird einerseits für die Fütterung ihrer Tiere verwendet, andererseits selbst verzehrt.&lt;br /&gt;
Als [[Unterschlupf]] dient ihnen meist nur ein Verschlag aus Pappe und Blech.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Problem, dass Menschen auf [[Müllhalde]]n leben müssen, betrifft nicht einzelne Länder, sondern bezieht sich auf alle Kontinente. Die Müllsammler stammen hauptsächlich aus dem ländlichen Raum, die in den [[Großstadt|Großstädten]] die Hoffnung auf ein besseres Leben haben, doch dort ist es für sie kaum möglich, Fuß zu fassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Krankheiten ==&lt;br /&gt;
Die fehlende [[Hygiene]], das [[Trinkwasser]]problem, die [[Stechmücken|Moskitos]] und natürlich viele gefährliche Gegenstände, die sich im Müll befinden, bilden die Voraussetzungen für Krankheiten und Verletzungen:&lt;br /&gt;
* [[Atemweg]]sprobleme durch bei der [[Müllverbrennung]] entstehende Dämpfe und Gase&lt;br /&gt;
* [[Unterernährung|Unter-]], [[Mangelernährung|Mangel-]] und [[Fehlernährung]]&lt;br /&gt;
* [[Diabetes mellitus|Diabetes]]&lt;br /&gt;
* [[Dengue-Fieber]]&lt;br /&gt;
* [[Pilzerkrankung]]en&lt;br /&gt;
* [[Tuberkulose|TBC]] (Tuberkulose)&lt;br /&gt;
* Verletzungen können [[Blutvergiftung]]en und [[Abszess]]e hervorrufen&lt;br /&gt;
* [[HIV]]/[[Aids]] (meist durch [[Prostitution]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lateinamerika ==&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;basureros&amp;#039;&amp;#039; (Müllleute), &amp;#039;&amp;#039;pepenadores&amp;#039;&amp;#039; (Zusammensucher), &amp;#039;&amp;#039;cartoneros&amp;#039;&amp;#039; (Karton- und Altpapiersammler) oder &amp;#039;&amp;#039;recicladores&amp;#039;&amp;#039; (Recycler) werden in [[Lateinamerika]] die Müllsucher bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Menschen aus den unteren sozialen Schichten, selbst schlechtergestellt als [[Arbeiter]] und Gelegenheitsarbeiter, haben es sich zur Aufgabe gemacht, in den [[Mülldeponie]]n der Metropolen nach wiederverkaufbaren Resten zu suchen. Nur so sind sie in der Lage, sich ihre Existenz minimal zu sichern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf der städtischen Zentraldeponie [[Mexiko-Stadt]]s sollen sich allein schon 2500 dieser Pepenadores (so der in [[Mexiko]] übliche, aus dem [[Nahuatl]] abgeleitete Begriff) befinden, das heißt grob gerechnet einer je Tonne [[Abfall]], die hier täglich anfällt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Guatemala ===&lt;br /&gt;
In [[Guatemala-Stadt]], der Hauptstadt des Landes, wehrten sich die Müllsucher 2025 gegen die 2021 vom guatemaltekischen [[Umweltministerium]] erlassene Verfügung, den Müll in drei Kategorien zu trennen: organische Abfälle, recycelbares Material und Restmüll. Sie befürchteten, dass ihnen auf ihren Arbeitsplätzen, den Müllhalden, nur der Restmüll verbleiben wird. Da dem die Wertstoffe entzogen sind, werde ihr Einkommen aus der Müllverwertung drastisch sinken. Angesichts der Demonstrationen der Müllsucher rückte das Ministerium, was Guatemala-Stadt betrifft, von seiner Entscheidung ab und stimmte zu, dass es dort künftig nur noch zwei Müllkategorien gibt und nur organische Abfälle aussortiert werden. Der gesamte verbleibende Müll geht auf die Müllkippe.&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas Boueke: &amp;#039;&amp;#039;Widerstand gegen Mülltrennung. In Guatemala wehren sich die Ärmsten gegen moderne Abfallwirtschaft&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Lateinamerika Nachrichten]]&amp;#039;&amp;#039;, Jg. 53 (2025), Nummer 612, S. 29–31.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nicaragua ===&lt;br /&gt;
Am nordwestlichen Rand von [[Managua]], der Hauptstadt [[Nicaragua]]s, am Ufer des Managuasees, erstreckt sich &amp;#039;&amp;#039;La Chureca&amp;#039;&amp;#039;, die größte Müllhalde Zentralamerikas. Sie umfasst rund 42 Hektar.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HispanTV&amp;quot;&amp;gt;[https://www.hispantv.com/noticias/sociedad/366212/basura-residuos-vertederos-mundo-destino &amp;#039;&amp;#039;Conozca 10 de los lugares más grandes en los que acaba tu basura&amp;#039;&amp;#039;], HispanTV, 21. Januar 2018, abgerufen am 20. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie wurde 1973 angelegt.&amp;lt;ref&amp;gt;Benedicto Cuervo Álvarez: [https://www.otromundoesposible.net/los-ninos-de-los-basureros-de-latinoamerica/ &amp;#039;&amp;#039;Los niños de los basureros de Latinoamérica&amp;#039;&amp;#039;], Otro Mundo Es Posible, 2. Januar 2015, abgerufen am 20. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; 2007 war das Gelände von La Chureca der Lebensraum von etwa 280 Familien und der Arbeitsort von mehr als 1700 Menschen, darunter viele [[Minderjährige]], die dort ihren [[Lebensunterhalt]] verdienten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von dem im Großraum Managua, der 2025 rund 2 Millionen Einwohner zählte, anfallenden Müll endeten 2014 48 % auf dieser Halde; 35 % wurden verbrannt, 9 % auf Felder und Brachland, in Flüsse oder Seen geworfen und 6 % vergraben.&amp;lt;ref&amp;gt;Jeferson Ricardo Ruiz Pérez: &amp;#039;&amp;#039;Contaminación Ambiental por Basura ¿Cómo Eliminan los Hogares Nicaragüenses la Basura que Generan?&amp;#039;&amp;#039; [[Universidad Centroamericana]] (UCA), Managua 2017, S. 1 (Tabellarische Zusammenfassung) und 13 (Datengrundlage).&amp;lt;/ref&amp;gt; In La Chureca kippten täglich von 9 bis 18 Uhr hunderte von [[Müllwagen]] ihre Ladung ab. Dazu kam der Müll, den Privatleute mit Pick-ups oder Lastwagen abluden (abluden ließen). So kamen insgesamt jährlich bis zu 9 Millionen Tonnen Müll zusammen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;HispanTV&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Dezember bis April wurden riesige Mengen von Müll unter freiem Himmel verbrannt. Man nutzte die regenfreie Zeit, um sich des Mülls auf diese Art und Weise zu entledigen, mit steten, starken Rauchschwaden. 2006 ergab eine Untersuchung, dass 88 % der Kinder an Erkrankungen der Atemwege litten. Dass sie ständig den Giftstoffen der Müllhalde ausgesetzt waren, bewirkte, dass denselben Untersuchungen zufolge 2006 62 % der Kinder an Krankheiten litten, die durch [[Liste von Parasiten des Menschen|Parasiten]] ausgelöst werden, und 42 % an Hautkrankheiten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Bayardo Portocarrero&amp;quot;&amp;gt;Film von Bayardo Portocarrero, &amp;#039;&amp;#039;Red Nica&amp;#039;&amp;#039; in der &amp;#039;&amp;#039;Alianza Internacional de Recicladores&amp;#039;&amp;#039;: &amp;#039;&amp;#039;Los Niños del Basurero Managua Nicaragua&amp;#039;&amp;#039;, Nicaragua 2007, 38 Minuten, spanisch (auf vier Teile zerteilt bei [https://www.youtube.com/results?search_query=Los+Ni%C3%B1os+del+Basurero+Managua+Nicaragua YouTube], abgerufen am 20. Dezember 2025).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im März 2008 wehrten sich die &amp;#039;&amp;#039;Churcequeros&amp;#039;&amp;#039;, die Bewohner von La Chureca, mit einem Streik gegen das Verhalten der Lastwagenfahrer, von denen einige den Müll neben den Hütten der dort wohnenden Familien abkippten oder mit rücksichtslosem Tempo durch La Chureca rasten.&amp;lt;ref&amp;gt;José Adán Silva: [https://dial-infos.org/spip.php?article2178 &amp;#039;&amp;#039;Movilización de recolectores informales de basura contra alcaldía de Managua&amp;#039;&amp;#039;], 31. März 2008, abgerufen am 20. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Regierung von [[Daniel Ortega]] unternahm nichts zur Linderung der Not der &amp;#039;&amp;#039;Churcequeros&amp;#039;&amp;#039;. Es war schließlich die &amp;#039;&amp;#039;Agencia Española de Cooperación Internacional para el Desarrollo&amp;#039;&amp;#039; (AECID), die staatliche spanische Entwicklungshilfeagentur, die dafür sorgte, dass in La Chureca ein [[Recyclinghof]] eingerichtet wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.aecid.es/en/w/la-chureca-el-vertedero-mas-moderno-de-america-latina &amp;#039;&amp;#039;La Chureca: el vertedero más moderno de América Latina&amp;#039;&amp;#039;], 25. Mai 2016, abgerufen am 20. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt; 2016 wurde La Chureca als offene Müllhalde offiziell geschlossen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Umweltprogramm der Vereinten Nationen]]: [https://www.unep.org/es/noticias-y-reportajes/reportajes/cerrar-basurales-para-limpiar-el-aire-en-america-latina-y-el &amp;#039;&amp;#039;Cerrar basurales para limpiar el aire en América Latina y el Caribe&amp;#039;&amp;#039;], 7. September 2020, abgerufen am 20. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Afrika ==&lt;br /&gt;
Im [[Ägypten|ägyptischen]] [[Kairo]] bestehen acht Müllsiedlungen, wo rund 50.000 Müllsucher, &amp;#039;&amp;#039;Zabbalin&amp;#039;&amp;#039; ({{arS|زبالين&amp;amp;lrm;|DMG=Zabbālīn}}) genannt, zu finden sind. [[Izbat an-Nakhl]] ist die Müllsiedlung im Süden Kairos, in der etwa 8000 Müllsammler wohnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Thorsten Gerald Schneiders: &amp;quot;Die zabbālīn in &amp;#039;Izbat an-Nakhl, Ägypten. Modernes Alltagsleben am Rande der Gesellschaft&amp;quot;, in: Thomas Bauer u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): Alltagsleben und materielle Kultur in der arabischen Sprache und Literatur. Festschrift für Heinz Grotzfeld, Wiesbaden 2005, S. 309–326.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.muellkinder-von-kairo.de/index.php?id=16 |text=Kairofahrt Mai 2005: &amp;#039;&amp;#039;Das Salam-Zentrum ist für die Müllmenschen&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20080411055130}}, www.muellkinder-von-kairo.de&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.yallaev.de/moytamadea.html |text=&amp;#039;&amp;#039;Moytamadea - das Müllviertel der Zabalins&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20080521192537}}, www.yallaev.de&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine ähnliche Müllsiedlung im Osten von Kairo befindet sich in [[Manschiyyet Nasser]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Müllsucher sind überwiegend [[Kopten|koptische]] Christen. Da Ägypten islamisch dominiert ist, haben sie mit vielen Benachteiligungen zu kämpfen. 2003 wurde eine zentrale [[Müllabfuhr]] eingerichtet, um den Müllsucher ihre Lebensgrundlage zu entziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lebensgrundlage der Zabbalin besteht aus Müllgebühren und dem Gewinn aus dem Wiederverkauf des verlesenen Mülls. Müllsammler gehen mit ihren Eselskarren von Haus zu Haus und sammeln dort den Müll ein. Es ist wichtig, dass sie noch vor der städtischen Müllabfuhr dort sind, denn das Müllsammeln in Ägypten ist illegal. Vor der Gründung der städtischen Müllabfuhr bekamen die Zabbalin noch ein kleines Trinkgeld von den Bewohnern. Der faulende Müll wird nach dem Sammeln in Plastik, Papier, Glas, Dosen und Essensresten aussortiert. Plastik, Papier und Glas werden von einem Händler abgeholt und zu den Recyclingstellen gebracht. Das Blech alter Dosen ist sehr begehrt. Es wird von den Menschen in den Müllsiedlungen aufgeschnitten und dann an Händler weiterverkauft. Der Müll wird an Sammelstellen zu 100-kg-Paketen gepresst und daraufhin zu den Wiederverwertungsstellen am Rande der Viertel gebracht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fleisch essen die Zabbalin nicht, denn es ist zu teuer. Auf den Tisch kommen Brot, Milch, Käse und Gemüse. Bis abends muss der Müll fertig sortiert und verladen sein, denn die Zabbalin brauchen diesen Platz zum Schlafen und Wohnen. Die [[Lebenserwartung]] der Zabbalin beträgt rund 50 Jahre. Gründe dafür sind die hohe Verletzungs- und Infektionsgefahr, mangelnde Hygiene, schlechte Trinkwasserversorgung und Moskitos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Arbeit der Müllsucher werden etwa 85 % der Abfälle Kairos wiederverwertet oder verkauft. &amp;#039;&amp;#039;Habitat International&amp;#039;&amp;#039;, eine Fachzeitschrift für internationale Urbanistik, bezeichnete das System 2006 als „eine der effizientesten Ressourcenwiedergewinnungen der Welt“.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;7000 Tonnen täglich.&amp;#039;&amp;#039; In [[Glaube und Heimat (Zeitung)|Glaube und Heimat]] 35/2023, S. 14.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Asien ==&lt;br /&gt;
=== Indien ===&lt;br /&gt;
Die [[Urbanisierung]] hat in Indien zahlreiche mittellose Familien, die auf Arbeit, Gesundheitsversorgung und ein besseres Leben hofften, in die großen Städte gezogen. Menschen ohne entsprechende Ausbildung bleibt oft nur die Arbeit als Tagelöhner auf einer [[Deponie|Mülldeponie]]. Reicht das Einkommen der Eltern nicht aus, arbeiten auch die Kinder mit und haben somit keine Möglichkeit selbst die Schule zu besuchen. In [[Mumbai]] werden täglich allein auf der Kippe &amp;#039;&amp;#039;Govandi&amp;#039;&amp;#039; über 6.000 Tonnen gemischte Abfälle abgeladen, welche die Lebens- und Arbeitsgrundlage für zahlreiche Familien darstellen.&lt;br /&gt;
[[Hilfsorganisation]]en, wie die [[Kindernothilfe]] bieten in ihrer Hilfsstation unter anderem kostenfreie medizinische Wundversorgung an. Kinder, erhalten darüber hinaus Mahlzeiten und Bildungsangebote, um ihnen Alternativen zu einem lebenslangen Dasein als Müllsammler zu bieten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;KIN&amp;quot;&amp;gt;[https://www.kindernothilfe.de/engagieren/zeit-spenden/kirche-und-gemeinde/kinder-auf-der-muellhalde-indien &amp;#039;&amp;#039;Leben vom Müll&amp;#039;&amp;#039;] [[Kindernothilfe]], aufgerufen am 11. September 2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Philippinen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:0458jfC-15 Road Capulong Raxabago Streets Bridge Estero de Vitas Tondo, Manilafvf.jpg|mini|In [[Manila]] fischen Müllsammler Plastikabfälle auch direkt aus dem Wasser, um sie zu verkaufen]]&lt;br /&gt;
In [[Manila]] hat sich ein Teil der Wiederverwerter auf schwimmendes Plastik spezialisiert, welches auch von Kindern aus dem dreckigen Wasser des Hafens gefischt wird. Durch den Verkauf an Altwaren- und Recyclingläden konnten Tagelöhner etwa 90 Cent Tagesumsatz verdient werden – was dem Gegenwert von einem Kilo Reis entsprach. Nach Schätzungen des Umweltministeriums verursachten die rund 20 Millionen Menschen aus der Region Manila (im Jahr 2020) etwa 9,3 Millionen Kilogramm Abfall pro Tag. Ein Teil davon wird direkt ins Wasser geworfen und von Müllsammlern herausgefischt, die die Kunststoffe dann verkaufen. Kinderarbeit ist zwar offiziell verboten, in den Slums haben viele Kinder jedoch keine Alternative, als in das schmutzige Wasser zu steigen und nach Verwertbarem zu suchen.&amp;lt;ref name=&amp;quot;SPI&amp;quot;&amp;gt;[https://www.spiegel.de/ausland/philippinen-die-muellkinder-von-manila-a-17ca583f-d8e1-4ca5-abf7-705db5d0b0dd &amp;#039;&amp;#039;Philippinen Die Müllkinder von Manila&amp;#039;&amp;#039; vom 14. Juni 2020] [[Der Spiegel]], aufgerufen am 11. September 2022&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben Plastikabfällen sind auch Essensreste begehrt, darunter auch Fleischabfälle, die wieder aufbereitet werden, indem sie abgewaschen und dann in heißem Öl frittiert werden, um die Keime abzutöten. Das Gericht wird als &amp;#039;&amp;#039;[[Pagpag]]&amp;#039;&amp;#039; angeboten und verkauft sich wegen seines günstigen Preises gut.&amp;lt;ref name=&amp;quot;SRF&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutschland ==&lt;br /&gt;
Besonders in den Ballungszentren der Großstädte tritt das Phänomen der [[Flaschensammeln|Flaschensammler]] auf; vergleichbare Erscheinungen existieren auch in anderen Staaten mit Pfandsystem auf Getränkeverpackungen. Diese Personen sammeln liegengelassene oder illegal weggeworfene Pfandflaschen oder neben Pfandautomaten aufgegebene Fehlwürfe auf oder suchen in (hauptsächlich öffentlichen) Abfalleimern oder auch Altglascontainern danach und führen sie dem Pfandsystem wieder zu.&amp;lt;ref&amp;gt;Philipp Catterfeld / Alban Knecht (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Flaschensammeln]]. Überleben in der Stadt&amp;#039;&amp;#039;, Konstanz, München 2015&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nichtregierungsorganisationen in Deutschland, die Müllsammler unterstützen sind:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutsche Oenophilogen Gesellschaft Gemeindienst e.V. ===&lt;br /&gt;
Der Verein Deutsche Oenophilogen Gesellschaft Gemeindienst e.V.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.smokeymountain.de/ |titel=Deutschen Oenophilogen Gesellschaft Gemeindienst e.V. |sprache=de |abruf=2019-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  unterstützt seit 1999 ausschließlich Ausbildungsprojekte in Tondo, Manila (Smokey Mountain).&lt;br /&gt;
2009 wurde vom Verein eine gemeinnützige, selbständige Stiftung zur Unterstützung der Projekte gegründet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.stiftung-oberhausen.de/ |titel=Stiftung In-Vino-Caritas |sprache=de |abruf=2019-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== „Die Müllkinder von Kairo“ ===&lt;br /&gt;
Der [[Neuwied]]er Verein „Die Müllkinder von Kairo“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.muellkinder-von-kairo.de/willkommen/ |titel=Willkommen |abruf=2019-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde 2001 gegründet und unterstützt eine koptische Ordensgemeinschaft in Ägypten, die im Müllgebiet von Ezbeth el Nakl ihr Zentrum hat. Die Ordensgemeinschaft betreibt Bildungseinrichtung für muslimische und christliche Kinder und Jugendliche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Afrika-Freundeskreis ===&lt;br /&gt;
Der Afrika-Freundeskreis&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.afrikafreundeskreis.de/ |titel=Afrika-Freundeskreis e.V. {{!}} Hilfe zur Selbsthilfe |sprache=de-DE |abruf=2019-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; entstand auf Initiative von Geografiestudenten der [[Universität Bayreuth]]. Er wurde am 2. Juli 1992 gegründet und hat inzwischen weltweit 160 Mitarbeiter. Derzeit unterstützen sie Projekte in Kenia, Tansania, Äthiopien, Ägypten und dem Sudan.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Yalla e.V. ===&lt;br /&gt;
Yalla e.V.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.yallaev.de/ |titel=Yalla e.V. {{!}} Internationaler Kulturverein |sprache=de-DE |abruf=2019-06-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; leitet „[[Hilfe zur Selbsthilfe]]“ in arabischen Ländern. Der Verein entstand aus der Begegnung von Studierenden mit der Ordensschwester [[Maria Grabis|Maria Theresia Grabis]] in Kairo 1992. Das Hauptanliegen des Vereins ist es einen aktiven Beitrag zur Völkerverständigung zwischen Europa und den arabischen Ländern zu leisten. Mit Spenden und Arbeitseinsätzen vor Ort unterstützt der Verein Selbsthilfeprojekte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Müllsammler}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Mullmenschen}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Armut]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Abfallwirtschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Recycling]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Obdachlosigkeit]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Lómelinde</name></author>
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