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	<title>Müller-Arnold-Fall - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-05T04:41:10Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=M%C3%BCller-Arnold-Fall&amp;diff=58938&amp;oldid=prev</id>
		<title>~2026-24139-36: Die Preußische Verfassung ist in Artikeln gegliedert. Der Ursprungstext verwendet jedoch ein &quot;§&quot; Zeichen. Dies ist objektiv falsch, weshalb ich es gerne durch ein &quot;Art.&quot; als geläufige Abkürzung für Artikel ersetzen möchte.</title>
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		<updated>2026-04-20T14:34:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die Preußische Verfassung ist in Artikeln gegliedert. Der Ursprungstext verwendet jedoch ein &amp;quot;§&amp;quot; Zeichen. Dies ist objektiv falsch, weshalb ich es gerne durch ein &amp;quot;Art.&amp;quot; als geläufige Abkürzung für Artikel ersetzen möchte.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Der &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Müller-Arnold-Fall&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein Rechtsfall aus der Zeit König [[Friedrich II. (Preußen)|Friedrichs&amp;amp;nbsp;II.]] von Preußen, an dem sich exemplarisch das Problem richterlicher Unabhängigkeit beobachten lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fallbeschreibung ==&lt;br /&gt;
Der Müller Arnold aus [[Pomorsko|Pommerzig]] im Oderbruch betrieb eine Wassermühle an einem zur [[Oder]] fließenden Gewässer („Fluss“). Er war [[Erbpacht|Erbpächter]] und schuldete so seinem Erbzinsherren Graf [[Schmettau (Adelsgeschlecht)|Schmettau]] den Erbzins, den er aus den Erlösen der Wassermühle bestritt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eines Tages jedoch legte der Landrat des [[Kreis Züllichau-Schwiebus|Kreises Züllichau]], [[George Samuel Wilhelm von Gersdorff]], der flussaufwärts Land in [[Kije (Sulechów)|Kay]] besaß, einen [[Karpfenteich]] an. Der (private) Fluss führte dadurch (angeblich) nur noch sehr wenig Wasser, weshalb der Müller behauptete, er könne sein Geschäft nicht weiter betreiben und deshalb den Erbzins an seinen Herrn nicht mehr bezahlen. Graf von Schmettau erstritt 1773 ein Urteil des [[Patrimonialgericht]]s (bei dem er selbst Gerichtsherr war) gegen den Müller. Dieser wandte sich nun an das zuständige Gericht in [[Kostrzyn nad Odrą|Küstrin]], das das Urteil jedoch bestätigte. 1778 wurde die Mühle zwangsversteigert, und von Gersdorff erwarb sie.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Diesselhorst&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Malte Diesselhorst |Titel=Die Prozesse des Müllers Arnold und das Eingreifen Friedrichs des Grossen |Hrsg= |Sammelwerk=Göttinger Rechtswissenschaftliche Studien |Band=129 |Nummer= |Auflage= |Verlag=Verlag Otto Schartz &amp;amp; Co. |Ort=Göttingen |Datum=1984 |ISBN= |Seiten=21, 64}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Google Buch | BuchID =9TCcEAAAQBAJ | Seite =PA1669 | Linktext =&amp;#039;&amp;#039;Lebensläufe Zeitläufte – Freimaurer im Alten Preußen 1738–1815&amp;#039;&amp;#039;, von Karlheinz Gerlach, StudienVerlag, Innsbruck, Wien, 2024 | Land =de }} S.&amp;amp;nbsp;1669&amp;amp;nbsp;ff. &amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Müller Arnold verfasste Eingaben an König Friedrich&amp;amp;nbsp;II., welcher ihn auch anhörte. Friedrich ordnete eine Untersuchung an und hob schließlich in einem [[Machtspruch]] die Urteile gegen den Müller auf. Außerdem wurden die beteiligten Richter ihrer Ämter enthoben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der König wörtlich:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Darnach mögen sich die Justiz-Collegia in allen Provinzen nur zu richten haben, und wo sie nicht mit der Justiz ohne alles Ansehen der Person und des Standes gerade durch gehen, sondern die natürliche Billigkeit bei Seite setzen, so sollen sie es mit Sr.K.M. zu thun kriegen. Denn ein Justiz-Collegium, das Ungerechtigkeiten ausübt, ist gefährlicher und schlimmer, wie eine Diebesbande, vor die kann man sich schützen, aber vor Schelme, die den Mantel der Justiz gebrauchen, um ihre üblen Passiones auszuführen, vor die kann sich kein Mensch hüten. Die sind ärger als die größten Spitzbuben, die in der Welt sind, und meritiren eine doppelte Bestrafung.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Peter Baumgart]], [[Gerd Heinrich (Historiker)|Gerd Heinrich]] |Titel=Protokoll Friedrichts des Großen vom 11.12.1779, aufgenommen durch den Geheimen Kabinettsrat Stellter |Sammelwerk=Acta Borussica: Denkmäler der Preußischen Staatsverwaltung im 18. Jahrhundert |Hrsg=Königliche Akademie der Wissenschaften |Band=16/2: Akten vom Januar 1778 bis zum August 1786 |Nummer=450 |Ort=Berlin |Datum=1982 |Seiten=576 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 18. Dezember 1779 erhielt der preußische Justizminister [[Karl Abraham von Zedlitz|Zedlitz]] vom König die Weisung:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Von Seiten des Criminalcollegii werde über diese 3&amp;amp;nbsp;Leute nach der Schärfe der Gesetze gesprochen und zum mindesten auf [[Kassatorische Entscheidung|Cassation]] und Vestungsarrest erkannt, wobey ich auch gleich zu erkennen gebe, daß, wenn das nicht mit aller Strenge geschieht, Ihr sowohl als auch das Criminalkollegium es mit mir zu thun kriegen werden!}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die übrigen Richter am Kammergericht weigerten sich jedoch, die verhafteten Richterkollegen des Kammergerichts zu verurteilen. So verurteilte Friedrich selbst die Richter zu einem Jahr Haft in der [[Zitadelle Spandau]] und sprach dem Müller Arnold [[Schadensersatz]] zu. Die betroffenen Richter wurden nach zwei Dritteln der verbüßten Haftstrafe am 5.&amp;amp;nbsp;September 1780 vom König begnadigt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Diesselhorst&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Folge wurde nach diesem Justizskandal die [[Kodifikation]] des [[Allgemeines Landrecht für die Preußischen Staaten|Allgemeinen Landrechts]] weiter vorangetrieben und dabei die Rolle des Königs im Verhältnis zur [[Judikative]] in Preußen neu überdacht. Das Verfahren des Müllers Arnold wurde als Geburtsstunde der richterlichen Unabhängigkeit bezeichnet, die allerdings erst 70&amp;amp;nbsp;Jahre später am 31.&amp;amp;nbsp;Januar 1850 mit {{§§|URL|2=https://www.jura.uni-wuerzburg.de/lehrstuehle/muenkler/verfassungsdokumente-von-der-magna-carta-bis-ins-20-jahrhundert/revidierte-preussische-verfassung-1850/|3=Art. 86 der preußischen Verfassung}} gesetzlich abgefasst und so verwirklicht wurde. Weniger ging es darum, ob der Müller mit seinen Behauptungen recht hatte, mehr ging es um die Frage, ob der König hätte eingreifen dürfen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bewertung und Legendenbildung ==&lt;br /&gt;
Ob der Müller tatsächlich recht hatte, ist wohl nicht mehr aufklärbar: Es gibt einige Stimmen, die meinen, dass der König hier keinem Machtspruch nachgegangen sei, sondern dem Recht Geltung verschafft habe gegenüber dem Standesdünkel der damaligen Richter.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Uwe Wesel]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Rechts. Von den Frühformen bis zur Gegenwart&amp;#039;&amp;#039;. 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. C.H. Beck, München 2006, ISBN 3-406-54716-8, S.&amp;amp;nbsp;412&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Andere geben dagegen dem Richter recht und kritisieren sowohl die Vorgehensweise des Königs als auch die sich aus dem Fall ergebende [[Legende]]nbildung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gerhard Prause]]: &amp;#039;&amp;#039;Niemand hat Kolumbus ausgelacht. Fälschungen und Legenden der Geschichte richtiggestellt.&amp;#039;&amp;#039; dtv, München 1998.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Legende will anhand des Müller-Arnold-Falls die Güte und Gerechtigkeit Friedrichs&amp;amp;nbsp;II. gegenüber seinen Untertanen belegen. Der Biografie des Seefahrers und späteren [[Kołobrzeg|Kolberg]]-Verteidigers [[Joachim Nettelbeck (Seemann)|Joachim Nettelbeck]] zufolge wurde der Fall bis nach [[Lissabon]] bekannt und Friedrich&amp;amp;nbsp;II. international als gerechter Herrscher gefeiert.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Joachim Nettelbeck (Seemann)|Joachim Nettelbeck]]: &amp;#039;&amp;#039;Des Seefahrers Joachim Nettelbeck höchst erstaunliche Lebensgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Halle 1821 ([https://www.projekt-gutenberg.org/netlbeck/netlbeck/nettl17.html Projekt Gutenberg]).&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Legende wurde irrigerweise mit der [[Historische Mühle von Sanssouci|Historischen Mühle von Sanssouci]] verbunden, obwohl das nicht eine Wasser-, sondern eine Windmühle war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Filmische Rezeption ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Kulturingenieure&amp;#039;&amp;#039; am [[Institut für angewandte Geschichte]]: &amp;#039;&amp;#039;Der König und der Müller&amp;#039;&amp;#039;, D 2012, 4 Min., Animationskurzfilm ([http://diekulturingenieure.de/werk/der-koenig-und-der-mueller/ diekulturingenieure.de])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Werner Frotscher]], [[Bodo Pieroth]]: &amp;#039;&amp;#039;Verfassungsgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; 16. Auflage. C.H. Beck, München 2017, ISBN 978-3-406-71277-7, Rn. 140 ff.&lt;br /&gt;
* Hans Paul Prümm: &amp;#039;&amp;#039;Friedrich II. von Preußen und das Recht. Das Interpretationsverbot im ALR, der Prozess des Müllers Arnold und der Überfall auf Sachsen&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für das Juristische Studium]]&amp;#039;&amp;#039;, 1/2012, S. 24–37; [https://www.zjs-online.com/dat/artikel/2012_1_515.pdf zjs-online.com] (PDF; 0,2&amp;amp;nbsp;MB).&lt;br /&gt;
* David M. Luebke: &amp;#039;&amp;#039;Frederick the Great and the Celebrated Case of the Millers Arnold (1770–1779): A Reappraisal.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Central European History&amp;#039;&amp;#039;, 1999, 32/4, S.&amp;amp;nbsp;379–408.&lt;br /&gt;
* [[Malte Diesselhorst]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Prozesse des Müllers Arnold und das Eingreifen Friedrichs des Großen.&amp;#039;&amp;#039; Göttingen 1984.&lt;br /&gt;
* {{Meyers-1905 |Lemma=Arnoldscher Prozeß |Band=1 |Seite=804 |SeiteBis=805 |zenoID=20006252834}}&lt;br /&gt;
* [[Christian Wilhelm von Dohm]]: &amp;#039;&amp;#039;Denkwürdigkeiten meiner Zeit oder Beiträge zur Geschichte vom letzten Viertel des achtzehnten und vom Anfang des neunzehnten Jahrhunderts 1778 bis 1896.&amp;#039;&amp;#039; Band 1. Lemgo / Hannover 1814, S. 251–270 und S. 534–584. [https://books.google.de/books?id=KpdTAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA251 books.google.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gerichtsentscheidung (18. Jahrhundert)|Muller-Arnold-Fall]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Recht (Preußen)|Muller-Arnold-Fall]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Friedrich II. (Preußen)|Muller-Arnold-Fall]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>~2026-24139-36</name></author>
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