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	<title>Mölbis - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-22T04:52:02Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=M%C3%B6lbis&amp;diff=1126835&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Eriosw: archivlink geprüft</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=M%C3%B6lbis&amp;diff=1126835&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-04-05T17:05:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;archivlink geprüft&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland&lt;br /&gt;
| Ortsteil              = Mölbis&lt;br /&gt;
| Gemeindeart           = Stadt&lt;br /&gt;
| Gemeindename          = Rötha&lt;br /&gt;
| Ortswappen            = &lt;br /&gt;
| Breitengrad           = 51.19465&lt;br /&gt;
| Längengrad            = 12.49764&lt;br /&gt;
| Bundesland            = Sachsen&lt;br /&gt;
| Höhe                  = 155&lt;br /&gt;
| Höhe-Bezug            = DE-NN&lt;br /&gt;
| Fläche                = 7.549&lt;br /&gt;
| Fläche-Quelle         = &amp;lt;ref name=&amp;quot;Gindex&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://geoindex.io/gemarkungen/141895 |titel=Gemarkunge Mölbis, Stadt Rötha |werk=GEOindex |abruf=2026-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Einwohner             = 560&lt;br /&gt;
| Einwohner-Stand-Datum = 2011&lt;br /&gt;
| Einwohner-ca          = 1&lt;br /&gt;
| Einwohner-Quelle      = &amp;lt;ref name=&amp;quot;Gindex&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Eingemeindungsdatum   = 1999-01-01&lt;br /&gt;
| Eingemeindet-nach     = [[Espenhain]]&lt;br /&gt;
| Postleitzahl1         = 04571&lt;br /&gt;
| Postleitzahl2         = &lt;br /&gt;
| Vorwahl1              = 034347&lt;br /&gt;
| Vorwahl2              = &lt;br /&gt;
| Poskarte              = Deutschland Sachsen&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mölbis&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein [[Ortsteil]] der Stadt [[Rötha]] im [[Sachsen|sächsischen]] [[Landkreis Leipzig]]. Er wurde am 1. Januar 1999 nach [[Espenhain]] eingemeindet und kam am 1. August 2015 mit diesem zusammen nach Rötha.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.sachsen-gesetze.de/shop/saechsabl/2015/29/read_pdf |wayback=20150924093558 |text=sachsen-gesetze.de }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Ortsteil hat den Status einer [[Ortschaft]] nach der [[Sächsische Gemeindeordnung|Sächsischen Gemeindeordnung]] und damit gemäß ihrer [[Ortschaftsverfassung]] einen [[Ortschaftsrat]] und [[Ortsvorsteher]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;HS&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.roetha.de/assets/file/Hauptsatzung%20v.%2011.04.19.pdf |titel=Hauptsatzung |titelerg=§&amp;amp;nbsp;18 |werk=Webauftritt |hrsg=Stadt Rötha |format=PDF; 677&amp;amp;nbsp;kB |abruf=2026-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Wegen der ehemals katastrophalen Umweltverhältnisse durch das benachbarte [[Kombinat Espenhain|Braunkohlenkombinat Espenhain]] erlangte Mölbis traurige Berühmtheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
=== Geographische Lage und Verkehr ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Mölbis.jpg|mini|hochkant=1.3|Mölbis und die Silhouette von Leipzig von der Halde Trages aus (2011)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mölbis liegt etwa 18 Kilometer südöstlich von [[Leipzig]] am Südrand des breiten, sich in Ost-West-Richtung erstreckenden Auentals des Baches [[Gösel]]. Im Südosten des Ortes erhebt sich die beim Aufschluss des [[Tagebau Espenhain|Tagebaus Espenhain]] entstandene und inzwischen bewaldete [[Halde Trages]] (im Volksmund Kippe), die eine Höhe von 66 Metern über der Umgebung erreicht. Das einst zu Mölbis gehörige [[Vorwerk (Gutshof)|Vorwerk]] Crossen südlich des Orts an der B 95 wurde mit den Anlagen des [[Kombinat Espenhain|Kombinats Espenhain]] überbaut. Die westlich des Vorwerks gelegene Flur der [[Wüstung]] Crossen wurde 1989 durch den [[Tagebau Witznitz]] abgebaggert. Sie befindet sich heute im [[Hainer See]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von Mölbis aus erreicht man in etwa drei Kilometer in Espenhain die [[Bundesstraße 95]] und hat damit in etwa neun Kilometer Entfernung Anschluss an die [[Bundesautobahn 38]]. Ebenfalls wird in Espenhain die [[Bundesautobahn 72]] in Richtung [[Chemnitz]] erreicht. Mit der Buslinie 276 des [[Mitteldeutscher Verkehrsverbund|Mitteldeutschen Verkehrsverbundes]] ist Mölbis mit benachbarten Orten sowie [[Borna]] und [[Kitzscher]] verbunden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachbarorte ===&lt;br /&gt;
{{Nachbargemeinden&lt;br /&gt;
 | NORDWEST= &lt;br /&gt;
 | NORD= [[Pötzschau]] (Gemarkungen Großpötzschau und Dahlitzsch)&lt;br /&gt;
 | NORDOST= [[Kömmlitz (Rötha)|Kömmlitz]]&lt;br /&gt;
 | WEST= [[Espenhain]] (Ort und Gelände des ehemaligen Kombinats Espenhain)&lt;br /&gt;
 | OST= [[Trages]]&lt;br /&gt;
 | SUEDWEST=&lt;br /&gt;
 | SUED= [[Gestewitz (Borna)|Gestewitz]]&lt;br /&gt;
 | SUEDOST= [[Thierbach (Kitzscher)|Thierbach]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Das Gut Mölbis ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Mölbis Schloss 1840.jpg|mini|Das Mölbiser Schloss um 1840]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mölbis wird erstmals 1230 im Zusammenhang mit &amp;#039;&amp;#039;Hermannus de Melebuz&amp;#039;&amp;#039; als [[Herrenhaus (Gebäude)|Herrensitz]] erwähnt. Dieser entwickelte sich über einen Rittersitz (1445) zu einem [[Rittergut]] (1696), zu dem auch das im 19. Jahrhundert erwähnte [[Vorwerk (Gutshof)|Vorwerk]] Crossen&amp;lt;ref&amp;gt;{{HOV|Crossen_(1)| Crossen}}&amp;lt;/ref&amp;gt; an der Straße [[Leipzig]]–[[Borna]] (heutige [[Bundesstraße 95]]) südlich des Orts gehörte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://sachsens-schloesser.de/roetha-vorwerk-crossen/ Das Vorwerk Crossen auf sachsens-schloesser.de]&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Besitzer des Ritterguts Mölbis wurden genannt: Brüder Hans, Melchior, Meinhart Hans und Volrat von Etzdorf (1467), Melchior von [[Etzdorff (Adelsgeschlecht)|Etzdorf]] (um 1488), Georg von [[Haugwitz]] (1574), Innocenz von [[Starschedel]] (der Ältere 1579, der Jüngere 1650) und Wolf von [[Gustedt]] (1670).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über Ursula von Gustedt, die Ende des 17. Jahrhunderts [[Christoph Dietrich Bose der Ältere|Christoph Dietrich Bose den Älteren]] heiratete, kam das Gut Mölbis in den Besitz der Familie derer [[Bose (Adelsgeschlecht)|von Bose]]. Christoph Dietrich Bose der Ältere ließ 1688 die Dorfkirche aus eigenen Mitteln von Grund auf neu errichten und stattete sie zur baulichen Erhaltung mit einem Kapital von 2.000 [[Gulden]] aus. Nach seinem Tode 1708 übernahm sein Sohn [[Adam Heinrich Bose]] das Gut, errichtete im Jahr 1717 das als Schloss bezeichnete Gutshaus völlig neu und legte einen Park an. Nach seinem Ableben 1749 besaß noch seine Frau das Gut. Die Ehe war kinderlos und so erbte Carl Heinrich Zdislav Bose das Gut. Danach besaß das Rittergut Mölbis dessen Sohn Carl Adam Heinrich von Bose ab 1782.&lt;br /&gt;
[[Datei:Mölbis Orangerie.jpg|mini|Ehemalige Orangerie des Rittergutes (2011)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Letzterer verkaufte es schon zu Lebzeiten 1789 an den Advokaten Wilhelm Conrad Lange aus Leipzig, und über einen Herrn Wilke und die Frau von Görne, geborene [[Hohenthal (Adelsgeschlecht)|von Hohenthal]], kam es 1798 an den sächsischen Rittmeister Christian Adolf [[Hopffgarten|von Hopfgarten]]. 1816 erwarb das Gut der preußische Leutnant a. D. Joachim Friedrich Gustav Brandt von Lindau, dessen Erben es 1855 an den Leipziger Kaufmann Georg Wilhelm Wünning verkauften. Zu dem Gut gehörten auch eine [[Brauerei]] und eine [[Brennerei]].&amp;lt;ref&amp;gt;Gustav Adolf Poenicke (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen&amp;#039;&amp;#039;, I. Section: &amp;#039;&amp;#039;Leipziger Kreis&amp;#039;&amp;#039;. Leipzig um 1860, S. 116–118 ([https://digital.slub-dresden.de/id250275635/180 Digitalisat])&amp;lt;/ref&amp;gt; Vom letzten Privatbesitzer, dem Leipziger Architekten Alfred Rudolf Stentzler ging das Gut 1932 an dessen Ehefrau Flora Stentzler über, die es 1937 an die [[Aktiengesellschaft Sächsische Werke]] (ASW) verkaufen musste, da die ASW die Feldflur zur Errichtung des Braunkohleveredlungswerkes und Kraftwerkes Espenhain benötigte. Am 5. März 1945 wurden bei einem anglo-amerikanischen Bombenangriff auf das nahegelegene Werk Espenhain zahlreiche Gebäude des Ortes zerstört. Aber das Schloss und die Gebäude des Gutes wurden nicht beschädigt. Im Zuge der [[Bodenreform in Deutschland#Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone ab 1945|Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone ab 1945]] wurden sie enteignet und das Schloss im Jahr 1948 auf Befehl der [[SMAD]] abgerissen.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Im Pleiße- und Göselland zwischen Markkleeberg, Rötha und Kitzscher.&amp;#039;&amp;#039; Leipzig 1999, S. 153.&amp;lt;/ref&amp;gt; Lediglich die [[Orangerie]] des Ritterguts ist erhalten geblieben. Sie wird zu Wohnzwecken sowie für Veranstaltungen und Vereine genutzt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://sachsens-schloesser.de/roetha-schloss-moelbis/ Das Schloss Mölbis] auf www.sachsens-schloesser.de.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Dorf Mölbis ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Mölbis Kirche.jpg|mini|Die Kirche in Mölbis (2011)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lucas Cranach Tempelaustreibung.jpg|mini|hochkant|Bild von Lucas Cranach d.&amp;amp;nbsp;Ä., ehemals in der Kirche Mölbis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Über die Anfänge des Dorfes ist nichts bekannt. Es dürfte wie die meisten seiner Nachbardörfer sorbischen Ursprungs sein, worauf die Namensableitung von Milbus&amp;amp;nbsp;(=&amp;amp;nbsp;hohes Dorf)&amp;lt;ref name=&amp;quot;NSK&amp;quot;&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Die Parochie Mölbis.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Neue Sächsische Kirchengalerie.&amp;#039;&amp;#039; Leipzig 1900–1910, Band &amp;#039;&amp;#039;Die Ephorie Borna.&amp;#039;&amp;#039; Sp. 707–712 ([https://digital.slub-dresden.de/id250554712/365 Digitalisat])&amp;lt;/ref&amp;gt; hindeutet. Nachdem Mölbis erstmals 1230 im Zusammenhang mit &amp;#039;&amp;#039;Hermannus de Melebuz&amp;#039;&amp;#039; als [[Herrenhaus (Gebäude)|Herrensitz]] erwähnt wurde, erfolgte im Jahr 1350 die Nennung des Orts als &amp;#039;&amp;#039;Melboz&amp;#039;&amp;#039;/&amp;#039;&amp;#039;Melbuz&amp;#039;&amp;#039;. Bezüglich der [[Grundherrschaft]] gehörte Mölbis um 1548 zum [[Rittergut]] [[Markkleeberg]]&amp;lt;ref&amp;gt;[https://sachsens-schloesser.de/markkleeberg-wasserburg-gutshaus-ost-altmarkkleeberg/ Die Wasserburg Altmarkkleeberg auf www.sachsens-schloesser.de]&amp;lt;/ref&amp;gt; und ab 1696 zum örtlichen Rittergut Mölbis. Die Kirche des Orts war bereits um 1500 [[Pfarrkirche]]. Das [[Gassengruppendorf]] Mölbis hatte bereits Mitte des 16. Jahrhunderts über 30 Bauernhöfe, zu denen später Handwerker wie Bierbrauer, Tischler, Hufschmied, Fleischerknecht, Windmüller, Schlosser, zwei Böttcher, Branntweinhändler, zwei Schneider, Krämer, Musiker und Nachtwächter kamen (nach einer Aufstellung von 1747). Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Mölbis drei Gasthöfe. Im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Kriege]] hatte das Dorf im Winter 1637 ein schwedisches Reiterregiment mit 1200 Pferden für fast sieben Wochen „zu Gast“, wobei es nahezu völlig verwüstet wurde. Am Pfingstmontag des gleichen Jahres raubte das Kaiserlich [[Landgrafschaft Hessen-Darmstadt|Landgräflich Hessische]] Regiment das Dorf aus. Auch mehrere große Brände (1764, 1774) führten zu Rückschlägen. Bei der [[Völkerschlacht bei Leipzig]] wurde Mölbis zwar mit starker Einquartierung belastet, kam aber ohne Zerstörungen davon.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die [[Sächsische Landgemeindeordnung von 1838]] wurde auch Mölbis eine selbstverwaltete Gemeinde mit einem 1839 gewählten Gemeinderat und unabhängig vom Rittergutsbesitzer. Der Ort lag bis 1856 im [[Kurfürstentum Sachsen|kursächsischen]] bzw. [[Königreich Sachsen|königlich-sächsischen]] [[Amt Borna]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karlheinz Blaschke]], [[Uwe Ulrich Jäschke]]: &amp;#039;&amp;#039;Kursächsischer Ämteratlas.&amp;#039;&amp;#039; Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S.&amp;amp;nbsp;62&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich wurde 1856 auch dessen [[Gerichtsbarkeit]] dem [[Gerichtsamt Rötha]] übertragen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.archiv.sachsen.de/archive/leipzig/4264_3230343739.htm |text=&amp;#039;&amp;#039;Rittergut Mölbis (Patrimonialgericht)&amp;#039;&amp;#039; |wayback=20111225191153}} im [[Staatsarchiv Leipzig]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Ab 1875 gehörten Mölbis und das Vorwerk Crossen zur [[Amtshauptmannschaft Borna]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle | url=http://www.gemeindeverzeichnis.de/gem1900/gem1900.htm?sachsen/borna.htm |titel=Die Amtshauptmannschaft Borna im Gemeindeverzeichnis 1900 | offline=2025-07-18 | archiv-url=https://web.archive.org/web/20230416070423if_/https://www.gemeindeverzeichnis.de/gem1900/gem1900.htm?sachsen/borna.htm | archiv-datum=2023-04-16 | abruf=2025-07-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den 1930er Jahren wandelte sich der Ort durch die benachbarte [[Braunkohlebergbau|Braunkohlenindustrie]] zur ländlichen Industriegemeinde. Große Teile der Feldflur gingen durch die [[Halde Trages]] verloren, die wegen des Aufschlusses des [[Tagebau Espenhain|Tagebaus Espenhain]] gleich hinter dem Dorf aufgeschüttet wurde. Das südlich von Mölbis gelegene Vorwerk Crossen musste Ende der 1930er Jahre der Errichtung des Werksgeländes des späteren [[Kombinat Espenhain|Kombinates Espenhain]] weichen. Teile seiner Flur wurden 1988/89 durch das Abbaufeld 3 des [[Tagebau Witznitz|Tagebaus Witznitz II]] überbaggert.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://hov.isgv.de/Crossen_(1) Crossen im Historischen Ortsverzeichnis Sachsen]&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieses schwenkte zwischen 1982 und 1987 um den Hilfsdrehpunkt Crossen.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.agreement-berlin.de/wp-content/uploads/2015/08/Mitteldeutschland_Doku-08_Witznitz.pdf Der Tagebau Witznitz mit Karte auf der Webseite der LMBV] (PDF; 18&amp;amp;nbsp;MB).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-1990-0713B-021, Espenhain, Braunkohleveredelungswerk.jpg|mini|Die Quelle der Umweltschäden in Mölbis: Kombinat Espenhain (1990)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Mölbis Neue Wohnbauten.jpg|mini|Neue Wohnbauten in Mölbis (2011)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Labor-mölbis.jpg|mini|Labor für medizinische Mikrobiologie (2011)]]&lt;br /&gt;
Durch die [[Kreisreformen in der DDR|zweite Kreisreform in der DDR]] im Jahr 1952 wurde die Gemeinde Mölbis dem [[Kreis Borna]] im [[Bezirk Leipzig]] angegliedert. Als besonders schädlich für Mölbis erwies sich der Umstand, dass es bei dem häufig vorherrschenden Südwestwind in der Abgasfahne des weniger als einen Kilometer entfernten [[Kombinat Espenhain|Braunkohleverarbeitungswerkes Espenhain]] lag. Es war den Schwelgasen, dem Rauch und dem Ruß des Werkes über Jahrzehnte ausgeliefert. Die zur Zeit ihrer Errichtung modern gewesenen [[Schwelerei (Kohle)|Schwelanlagen]] verkamen während der vierzigjährigen Nutzung in der DDR zur größten Umweltbelastung. Zunächst wurden sie in Erwartung der Ablösung durch Erdöl auf Verschleiß gefahren, und nach der [[Ölkrise|Erdölkrise]] intensiver ohne Rücksicht auf Umweltschäden betrieben. Gesundheitliche Schäden, besonders bei Kindern, waren ebenso die Folge wie der Verschleiß der Bausubstanz. Es kam vor, dass die Bäume bereits im Sommer ihre Blätter abwarfen. Viele Einwohner verließen den Ort. Mölbis wurde vielfach als das „dreckigste Dorf Europas“ bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Nina Grunenberg |url=https://www.zeit.de/1996/36/Ein_68er_der_DDR/komplettansicht |titel=Ein 68er der DDR |werk=[[Die Zeit|Zeit Online]] |datum=1996-08-30 |kommentar=hier Falschschreibung &amp;#039;&amp;#039;Mölbitz&amp;#039;&amp;#039; |abruf=2013-12-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Proteste in Form von [[Petition#Petitionsrecht in der DDR|Eingaben]] oder sogenannten Umweltgottesdiensten seit 1983, bei denen sich das Christliche Umweltseminar Rötha besonders engagierte, bewirkten wenig. Nach Aussagen des ehemaligen Ortspfarrers Karlheinz Dallmann führte die ‚Undercover-Aktion‘ „1 Mark für Espenhain“ zu einer Summe von 40.000 gesammelten DDR-Mark, wobei die Öffentlichkeitswirkung effektiver war.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.cur-kulturbuero.de/start.php?content=ges_01 Mölbis] bei &amp;#039;&amp;#039;Christliches Umweltseminar Rötha&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;DLF vom 6. Oktober 2014 (Sendung: Umwelt und Verbraucherschutz/11.30-12:00h)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mölbis kam im Jahr 1990 zum sächsischen [[Kreis Borna|Landkreis Borna]], der 1994 im [[Landkreis Leipziger Land]] bzw. 2008 im Landkreis Leipzig aufging. Nach der [[Wende und friedliche Revolution in der DDR|friedlichen Revolution]] wurde die Kohleverarbeitung in Espenhain schnell stillgelegt. Über Mölbis wurden Studien zur Schadstoffbelastung des Bodens angefertigt, die die weitere Bewohnbarkeit des Ortes bestätigten. In den Medien wurde Mölbis das Vorzeigeobjekt für die vernachlässigte Umweltpolitik der DDR. Höhepunkt dieser Kampagne war der Besuch des britischen Thronfolgers [[Charles III.|Prinz Charles]] am 19. Dezember 1991 in Mölbis.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Im Pleiße- und Göselland zwischen Markkleeberg, Rötha und Kitzscher&amp;#039;&amp;#039;, Leipzig 1999, S. 156&amp;lt;/ref&amp;gt; Das große öffentliche Interesse hatte zur Folge, dass eine umfangreiche Förderung einsetzte. Die Infrastruktur des Dorfes wurde saniert, die Kirche, die ehemalige Orangerie und die Dorfgaststätte renoviert, sowie der Bau von Wohnungen in Angriff genommen. Die verbliebenen Hausbesitzer wurden in der Sanierung der Bausubstanz unterstützt und der Eigenheimbau wurde gefördert. Heute sieht man dem Ort seine schwere Vergangenheit nicht mehr an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1992 wurde im Ort das &amp;#039;&amp;#039;Labor für medizinische Mikrobiologie Mölbis&amp;#039;&amp;#039; gegründet, das als Serviceleistung die mikrobiologische Diagnostik aller relevanten Krankheitserreger anbietet und insbesondere auf [[medizinische Mykologie]] spezialisiert ist. 2002 bezog es ein neues Laborgebäude.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mölbis wurde am 1. Januar 1999 nach Espenhain eingemeindet,&amp;lt;ref&amp;gt;{{GOV|objekt=Mölbis |val=MOLBISJO61FE |abruf=2025-07-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; mit dem der Ort am 1. August 2015 zur Stadt Rötha kam.&amp;lt;ref&amp;gt;{{GOV|objekt=Espenhain |val=ESPAINJO61FE |abruf=2025-07-18}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einwohnerentwicklung ===&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot; style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ style=&amp;quot;text-align:left&amp;quot;|Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Mölbis&lt;br /&gt;
|width=&amp;quot;75&amp;quot;|{{0}}Jahr&lt;br /&gt;
| 1551&lt;br /&gt;
| 1764&lt;br /&gt;
| 1834&lt;br /&gt;
| 1871&lt;br /&gt;
| 1890&lt;br /&gt;
| 1910&lt;br /&gt;
| 1925&lt;br /&gt;
| 1939&lt;br /&gt;
| 1946&lt;br /&gt;
| 1950&lt;br /&gt;
| 1964&lt;br /&gt;
| 1990&lt;br /&gt;
| 1999&lt;br /&gt;
| 2000&lt;br /&gt;
| 2005&lt;br /&gt;
| 2010&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|{{0}}Einwohner&lt;br /&gt;
| 35 Höfe&lt;br /&gt;
| 31 Höfe&lt;br /&gt;
| 426&lt;br /&gt;
| 627&lt;br /&gt;
| 728&lt;br /&gt;
| 681&lt;br /&gt;
| 750&lt;br /&gt;
| 883&lt;br /&gt;
| 1030&lt;br /&gt;
| 953&lt;br /&gt;
| 666&lt;br /&gt;
| 355&lt;br /&gt;
| 581&amp;lt;ref name=&amp;quot;E&amp;quot;&amp;gt;Mitteilung des Einwohnermeldeamtes Espenhain vom 21. März 2011&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 624&amp;lt;ref name=&amp;quot;E&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 594&amp;lt;ref name=&amp;quot;E&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
| 562&amp;lt;ref name=&amp;quot;E&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Die Einwohnerzahl von Mölbis nahm seit dem 17. Jahrhundert eine stabile Entwicklung und stieg nach dem Zweiten Weltkrieg durch den Zuzug von Flüchtlingen und Vertriebenen stark an. Wegen der Umweltproblematik fiel die Zahl danach auf etwa ein Drittel. Nach der Beseitigung der Umweltprobleme stabilisierte sich der Wert etwas unter Vorkriegsniveau, allerdings mit anderer Struktur. Während früher der überwiegende Teil der Bevölkerung vor Ort in der Landwirtschaft beschäftigt war, nutzen viele die angenehme ländliche Umgebung jetzt nur als Wohnquartier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sehenswürdigkeiten ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Halde Trages Aussichtsturm.jpg|mini|hochkant|Aussichtsturm auf der Halde Trages (2011)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Die Kirche von 1688 mit doppelter Empore soll in ihrer Innenausstattung der [[Schloss Moritzburg (Sachsen)|Moritzburger Schlosskapelle]] folgen. Die westliche Rundbogenpforte stammt aus dem 16. Jahrhundert.&amp;lt;ref&amp;gt;R. Steche: &amp;#039;&amp;#039;Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen&amp;#039;&amp;#039;, Heft 15 &amp;#039;&amp;#039;Amtshauptmannschaft Borna&amp;#039;&amp;#039;, Dresden 1891, S. 77&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Bild von [[Lucas Cranach d. Ä.]] &amp;#039;&amp;#039;(Die Austreibung der Wechsler und Händler aus dem Tempel in Jerusalem)&amp;#039;&amp;#039;, das ehemals in der Kirche hing, befindet sich jetzt in der [[Gemäldegalerie Alte Meister]] in [[Dresden]].&amp;lt;ref&amp;gt;Seit 1973 Eigentum der Gemäldegalerie Alte Meister Dresden – Auskunft der Galerie am 18. April 2011&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Die restaurierte [[Orangerie]] des ehemaligen Schlosses enthält seit 1997 das Umweltgeschichtliche Informationszentrum mit einem Vortragssaal sowie eine Wohnung.&lt;br /&gt;
* Ein 10&amp;amp;nbsp;km langer Rundwanderweg auf der [[Halde Trages|Hochhalde Trages]], der höchsten Erhebung des Leipziger Raumes, führt auch zu einem Aussichtsturm von 33 Metern Höhe, der eine Rundumsicht bietet, die bei entsprechendem Wetter bis zum [[Erzgebirge]] reicht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.leipzigerneuseenland.de/entspannung-in-familie/ausflugsziele/aussichtstuerme/aussichtsturm-auf-der-hochhalde-trages |text=Ausflugsziele im Leipziger Neuseenland |wayback=20120712122038}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Persönlichkeiten  ==&lt;br /&gt;
* Georg Süßmund, der Kretzschmar (Gastwirt) von Mölbis, gehörte zu den Anführern der Bauernunruhen in den Dörfern des Amtes Borna, die am 12. Juli 1525 in [[Altenburg]] hingerichtet wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.borna-live.de/index.php?option=com_content&amp;amp;task=view&amp;amp;id=51&amp;amp;Itemid= |text=Nach &amp;#039;&amp;#039;Borna-Aktuell&amp;#039;&amp;#039; |archive-is=20120721170026}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit ca. 1955 gibt es in Mölbis irrigerweise eine Kretzschmarstraße, statt „Süßmundstraße“.&lt;br /&gt;
* Der lutherische Theologe [[Christoph Heinrich Zeibich]] (1677–1748) wurde in Mölbis geboren.&lt;br /&gt;
* Der lutherische Theologe [[Johann Jakob Greif]] (1699–1767), der sich um die Herausgabe der Leipziger Ausgabe von [[Martin Luther]]s Werken verdient gemacht hat, war von 1733 bis 1767 Pfarrer in Mölbis.&lt;br /&gt;
* Der Leipziger Unternehmer [[Richard Poetzsch]] (1861–1913), Gründer und Inhaber der gleichnamigen Kaffee-Großimport und Kaffee-Großrösterei GmbH, wurde in Mölbis geboren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Thomas Nabert (Redaktion): &amp;#039;&amp;#039;Im Pleiße- und Göselland zwischen Markkleeberg, Rötha und Kitzscher&amp;#039;&amp;#039;. Pro Leipzig e.&amp;amp;nbsp;V., Leipzig 1999, ISBN 3-9806474-1-2, S. 145–158.&lt;br /&gt;
* Brigitte Steinbach, Wolfgang Sperling, Thomas Nabert (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Mölbis: Unsere Zukunft hat schon begonnen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Südraum-Journal.&amp;#039;&amp;#039; 1, Gemeinde Mölbis in Zusammenarbeit mit dem Christlichen Umweltseminar Rötha e.&amp;amp;nbsp;V. und Pro Leipzig e.&amp;amp;nbsp;V. in Passage-Verlag, Leipzig 1995, ISBN 3-9804313-3-9.&lt;br /&gt;
* {{Staatslexikon Sachsen|6|537|bis=538|Mölbis}}&lt;br /&gt;
* {{BKD|15|77|81|Mölbis}}&lt;br /&gt;
* Wolfgang Sperling: &amp;#039;&amp;#039;Mölbis – Lexikon zur Geschichte des Dorfes.&amp;#039;&amp;#039; Südraum-Verlag, Borna 2012, ISBN 978-3-937287-40-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{HOV}}&lt;br /&gt;
* {{HOV|Crossen_(1)| Crossen}}&lt;br /&gt;
* [https://www.roetha.de/stadt-portrait/ortsteile/m%C3%B6lbis.html &amp;#039;&amp;#039; Ortschaft Mölbis&amp;#039;&amp;#039;] In: Webauftritt der Stadt Rötha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Stadtteile der Stadt Rötha}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=1032727446|LCCN=no2015047229|NDL=|VIAF=129852437}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Molbis}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort im Landkreis Leipzig]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Leipzig)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gemeindeauflösung 1999]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Rötha)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Eriosw</name></author>
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