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	<title>Mäander - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-06T11:28:06Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=M%C3%A4ander&amp;diff=92102&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Sneezy132: /* Verlagerungsaktivität und Durchbruch */ Tippfehler korrigiert</title>
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		<updated>2026-04-26T10:36:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Verlagerungsaktivität und Durchbruch: &lt;/span&gt; Tippfehler korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Nowitna river retusche.jpg|mini|hochkant=1.8|Mäander mit mehreren Altarmen am Unterlauf des [[Nowitna River]] (Alaska, 2002)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Mäander&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist die Bezeichnung einer &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Flussschlinge&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; in einer Abfolge weiterer Flussschlingen,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Spektrum&amp;quot;&amp;gt;[https://www.spektrum.de/lexikon/geographie/maeander/4867 Mäander]. Lexikon der Geographie, www.spektrum.de&amp;lt;/ref&amp;gt; wie sie sich in unbefestigten [[Fließgewässer]]abschnitten mit sehr geringem [[Hangneigung|Sohlgefälle]] und gleichzeitig transportiertem, feinkörnigem [[Geschiebe]] auf natürliche Weise bildet. Man unterscheidet sogenannte „freie“ Mäander in Lockergesteinen ([[Sediment]]) und „festgelegte“ Mäander oder Talmäander in [[Locker-, Halbfest- und Festgestein|Festgesteinen]]. Entsprechende Flussabschnitte werden als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;mäandrierende Flüsse&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mäander greifen mit der Zeit durch [[Erosion (Geologie)|Erosion]] an der Kurvenaußenseite ([[Prallhang]]) und [[Sedimentation]] an der Kurveninnenseite ([[Gleithang]]) immer weiter seitlich aus, bis es an den Enden der Schlinge zu einem Durchbruch kommt. Danach wird der Mäander zum [[Altarm]] und [[Verlandung|verlandet]] schließlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Intensität des Mäandrierens eines Fließgewässers hängt von der Beschaffenheit des Untergrundes und der [[Fließgeschwindigkeit]] ab. Als einfaches Maß dient das als [[Sinuosität]] bezeichnete Verhältnis von Gewässerlänge zu Luftlinie.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Frank Ahnert|Frank O. Ahnert]]: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Geomorphologie.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Etymologie ==&lt;br /&gt;
Das Wort Mäander stammt vom [[Altgriechische Sprache|griechischen]] Namen {{lang|grc|Μαίανδρος|Maíandros}} für die heute den Namen &amp;#039;&amp;#039;Menderes&amp;#039;&amp;#039; tragenden [[Fluss|Flüsse]] in der westlichen Türkei ([[Großer Mäander]] und [[Kleiner Mäander]], der Kleine Mäander trug jedoch in der Antike ursprünglich einen anderen Namen). Bereits in der Antike waren die genannten Wasserläufe bekannt für ihre zahlreichen Flussschlingen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Mäanderentwicklung ==&lt;br /&gt;
=== Entstehung ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Helicale Strömung im Mäander mit Prallhang und Gleithang.png|mini|Hydrodynamik in einer Flussschleife; aus Querströmung und Gewässerströmung resultiert helikale Strömung]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Warum mäandern Flüsse?.webm|mini|Video: Warum mäandern Flüsse?]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ursache der Mäandrierung ist eine durch die Bodenreibung des Wassers verursachte Querzirkulation, die entlang des Flussbodens von der kurvenäußeren Seite zur kurveninneren Seite und an der Flussoberfläche zurück zur kurvenäußeren Seite führt. Diese Querzirkulation entsteht folgendermaßen:&lt;br /&gt;
# Eine zufällige Unregelmäßigkeit im Flussbett bewirkt Unterschiede in der Strömungsgeschwindigkeit, durch die höhere [[Erosion (Geologie)|Erosion]] entsteht eine leichte Ausbuchtung auf der Seite mit der schnelleren Strömung. Schließlich bildet sich eine Kurve, durch die [[Zentrifugalkraft]] besitzt sie einen höheren Wasserstand an der Außenseite. Hierdurch entsteht für alle Wasserteilchen eine Druckgradientkraft in Richtung des Kurveninneren ([[Zentripetalkraft]]). Der Wasserstand ist somit zunächst eine [[Äquipotentialfläche]] aus dem Potential der Gravitation und der Zentrifugalkraft. Damit alleine hat man eine Gleichgewichtsströmung um die Kurve, die keine Querzirkulation verursacht.&lt;br /&gt;
# In der Nähe des Flussbettes entsteht Reibung, welche die Fließgeschwindigkeit mindert und die Zentrifugalkraft abschwächt. Die Druckkraft dagegen bleibt gleich, weil die Statik der Wasseroberfläche unverändert besteht. In der Summe erfahren die bodennahen Wasser[[teilchen]] an der Kurvenaußenseite dadurch eine Querbeschleunigung in Richtung des Kurveninneren.&lt;br /&gt;
# In der Folge entsteht an der Oberfläche aus Gründen der Massenerhaltung eine Komponente der Strömung in Richtung Kurvenäußeres. Diese wird balanciert durch den höheren Wasserstand an der kurvenäußeren Seite.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus dieser Querzirkulation und der Gewässerströmung entsteht in der Summe längs des Flusskörpers eine [[Helix|helikale]] Strömung, die am Gewässerboden Richtung Kurveninnenseite strömt. Weil die Strömungsgeschwindigkeit zum Kurveninnern abnimmt, wird die helikale Strömung nach innen hin ebenfalls langsamer und die Sedimentfracht sinkt wieder zu Boden. Somit befördert die helikale Strömung Sedimente vom [[Prallhang]] zum [[Gleithang]], wodurch der Kurvenradius des Mäanders immer größer wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Verlagerungsaktivität und Durchbruch ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Rio Negro meanders retusche.jpg|mini|Der [[Argentinien|argentinische]] [[Río Negro (Atlantischer Ozean)|Rio Negro]] mit zahllosen Altarmen als Überbleibsel vergangener Durchbrüche, Aufnahme von Bord der ISS]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In lockeren [[Sediment]]gesteinen können sich freie Mäander erheblich schneller verändern, als dies bei Talmäandern in [[Locker-, Halbfest- und Festgestein|Festgesteinen]] der Fall ist. Beobachtungen an der [[Mulde (Fluss)|Mulde]] in Sachsen zeigen, dass neben der Verlagerung nach außen in Richtung [[Prallhang]] zusätzlich eine Bewegung der Flussschlinge tal- bzw. gefälleabwärts erfolgt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Thomas Fleischhacker |Titel=Laufverlagerungen der Mulde nördlich Eilenburg |Datum=2022 |DOI=10.23689/fidgeo-5309 |Online=https://e-docs.geo-leo.de/handle/11858/9653 |Abruf=2023-02-12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Berühren sich zwei benachbarte Flussschlingen, bricht der Fluss durch und fließt künftig durch die Abkürzung. Zurück bleibt ein bogenförmiger [[Altwasser (Fluss)|Altarm]] ([[englische Sprache|englisch:]] &amp;#039;&amp;#039;oxbow lake&amp;#039;&amp;#039;), der immer weniger durchflossen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Spektrum&amp;quot; /&amp;gt; Zunehmender Eintrag von [[Sediment]] bei Hochwasser sowie der [[Laub (Botanik)|Laubeintrag]] führen dazu, dass das stehende [[Altwasser (Fluss)|Altwasser]] immer weiter [[Verlandung|verlandet]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Durchbruchstelle kann sich durch den Höhenunterschied zwischen Mäanderbogenein- und -auslauf eine [[Stromschnelle]] entwickeln. Durch rückschreitende Erosion findet dann ein Gefälleausgleich flussaufwärts statt, so dass das oberhalb befindliche [[Flussbett]] nach einiger Zeit entsprechend tiefer liegt. Je weniger [[Erosion (Geologie)|erosions]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;resistent der Untergrund ist, desto schneller verläuft dieser Prozess. Der Altarm ist von der Vertiefung nicht betroffen, was zu seiner raschen Entkoppelung vom Fließgeschehen beiträgt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Talmäander ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Mäander Durchbruch Fishriver.jpg|mini|Durchgebrochener Talmäander mit Umlaufberg und -tal am nördlichen Ende des [[Fischfluss-Canyon]]s, Namibia]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von den sogenannten &amp;#039;&amp;#039;freien Mäandern&amp;#039;&amp;#039; der Schwemmebenen zu unterscheiden sind Talmäander. Dies sind tief eingeschnittene, windungsreiche Flusstäler, die in ihrer Gestalt den Mäandern frei fließender Flüsse ähneln. Für ihre Entstehung werden verschiedene Modelle diskutiert. Einerseits kann sich ein Fluss bei nachträglicher Geländehebung unter Beibehaltung der im Flachland erworbenen Schlingenform tief ins Gebirge einschneiden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Frank Ahnert|Frank O. Ahnert]]: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in die Geomorphologie.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;UTB.&amp;#039;&amp;#039; Band. 8103). 5. Auflage. Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-8252-8627-9, Kap. 14.3.2 Talmäander.&amp;lt;/ref&amp;gt; Solche [[Zwangsmäander]] verändern jedoch häufig nachträglich ihre Gestalt, meist sind sie langgestreckter. Ebenso sind bei Talmäandern die äußeren Talhänge (Prallhänge) vom Flussbett unterschnitten und steil, während die inneren Talhänge (Gleithänge) flacher geneigt sind. Abweichend von diesem Modell wird in vielen Fällen eine Bildung von Talmäandern für solche Täler diskutiert, bei denen sich ein Fluss in sich hebende, nahezu ebene anstehende Hartgesteine eingeschnitten hat. Hier können die Mäanderböden erst infolge der Hebung entstanden sein, d.&amp;amp;nbsp;h., sie gehen nicht direkt auf frühere Flussschlingen zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;Herbert Louis: &amp;#039;&amp;#039;Allgemeine Geomorphologie (Textteil).&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. De Gruyter, Berlin / New York, 1979, ISBN 3-11-007103-7, Talmäander auf S. 313 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Alan H. Strahler, Arthur N. Strahler: &amp;#039;&amp;#039;Physische Geographie.&amp;#039;&amp;#039; 4. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2009, ISBN 978-3-8001-2908-9, Talmäander auf S. 579.&amp;lt;/ref&amp;gt; Beispiele dafür sind der [[Mittelrhein]] oder die [[Mosel]]bögen. Eine Schlingenbildung unter solchen Bedingungen setzt voraus, dass die seitliche (laterale) Erosion des Flusstals im Verhältnis zur Tiefenerosion hoch ist. Beobachtungen in Ostasien deuten darauf hin, dass die Bildung von Talmäandern durch relativ weiche anstehende Gesteine, bevorzugt beim Vorhandensein einzelner härter Lagen, und durch klimatische Verhältnisse mit häufigen Starkregen-Ereignissen gefördert werden. Ausgedehnte Talsedimente, die die Talsohle gegen Erosion schützen, während die Hangbereiche frei liegen, können den Prozess verstärken, aber nicht allein auslösen.&amp;lt;ref&amp;gt;Colin P. Stark, Jonathan R. Barbour, Yuichi S. Hayakawa, Tsuyoshi Hattanji, Niels Hovius, Hongey Chen, Ching-Weei Lin, Ming-Jame Horng, Kai-Qin Xu, Yukitoshi Fukahata (2010): &amp;#039;&amp;#039;The Climatic Signature of Incised River Meanders.&amp;#039;&amp;#039; Science 327 (5972): 1497–1501. [[doi:10.1126/science.1184406]]&amp;lt;/ref&amp;gt; Beim Durchbruch der Schlinge eines Talmäanders wird der vom Talabschnitt des Altarms, dem &amp;#039;&amp;#039;Umlauftal&amp;#039;&amp;#039;, umgebene Erosionsrest der Hochfläche als [[Umlaufberg]] bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.spektrum.de/lexikon/geographie/umlaufberg/8396 &amp;#039;&amp;#039;Umlaufberg.&amp;#039;&amp;#039;] Spektrum Online-Lexikon der Geographie&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus dem Umlauftal kann sich ein Sonderfall des [[Trockental]]s entwickeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auswirkungen auf den Menschen ==&lt;br /&gt;
=== Politische Auswirkungen ===&lt;br /&gt;
Bei Flüssen, in denen Landesgrenzen verlaufen, wird in der Regel ihr [[Talweg (Geographie)|Talweg]] in Grenzverträgen als [[Grenze|Grenzlinie]] verwendet, so dass selbst die Zugehörigkeit von Flussinseln eindeutig geregelt werden kann. Ist ein Gewässerverlauf erst einmal [[geodätisch]] definiert, können Änderungen im Flussverlauf zur Bildung von Flächen führen, die zwar nach wie vor Teil einer Gebietseinheit sind, von dieser jedoch durch den neuen Flussverlauf abgetrennt und somit oft schlecht zugänglich sind. Mitunter kommt es in diesen Fällen zum Gebietstausch; ferner bieten sich solche Bereiche auch als [[Schutzgebiete in Natur- und Landschaftsschutz|Naturreservat]] oder [[Retentionsfläche]] an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wirtschaftsfaktor ===&lt;br /&gt;
Wegen der höheren Fließgeschwindigkeit standen historische [[Wassermühle]]n bevorzugt an jüngeren Mäanderdurchbrüchen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stark mäandrierende Flüsse, wie der [[Mississippi River|Mississippi]] oder der [[Rhein]], sind vielfach durch [[Flussbegradigung]] schiffbar gemacht worden. Der Rhein wurde allein durch die von [[Johann Gottfried Tulla]] zwischen [[Rheinbegradigung|1817 und 1819 eingeleitete Begradigung]] von [[Karlsruhe]] bis [[Mannheim]] von 135 Kilometer auf 86 Kilometer verkürzt. Eine solche Flussbegradigung hat eine Absenkung des [[Grundwasserspiegel]]s und durch die erhöhte Fließgeschwindigkeit eine stärkere [[Erosion (Geologie)|Erosion]] des Flussbettes zur Folge, damit besteht eine höhere [[Hochwasser]]gefahr für nachfolgende Flussabschnitte. Die landwirtschaftliche Nutzbarkeit der anliegenden Flächen und die Wasserversorgung anliegender Waldflächen wird verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die physikalischen Gewalten des Mississippi, die im Laufe der Zeit zu überlagernden Mäanderverläufen geführt haben, sind Teil der amerikanischen Folk-Mythologie. In den 1940er Jahren wurde eine große Studie vom Geologen Harold Fisk durchgeführt. Fisk untersuchte mit einem Team von Geologen und Geographen die Flussläufe des Mississippi: seine Haupt- und Nebenströme, die toten Seitenarme und die trocken gefallenen Flussbette sowie das Schwemmland.&amp;lt;ref&amp;gt;Harold N. Fisk: [http://lmvmapping.erdc.usace.army.mil/index.htm &amp;#039;&amp;#039;Geological Investigation of the Alluvial Valley of the Lower Mississippi River.&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Naturschutz und Landschaftspflege ===&lt;br /&gt;
Die negativen Auswirkungen des [[Flussbau]]s der vergangenen Jahrzehnte führten zur europäischen [[Wasserrahmenrichtlinie]] (EG-WRRL), aufgrund derer die [[Ufer]]befestigungen von [[Flussbegradigung|begradigten Fließgewässern]] mancherorts wieder zurückgebaut werden. Dies bezeichnet man als [[Renaturierung]] oder Revitalisierung, in der Folge bilden sich in den Fließgewässern auf natürlichem Weg erneut Mäander. Als Motto kann dabei gelten: Hochwässer sind die (Gewässer-)Bett-bildenden Prozesse. Bevorzugt renaturiert werden [[Oberlauf|Oberläufe]], die nicht der [[Schifffahrt]] dienen, beispielsweise die [[Nidda (Fluss)|Nidda]] bei [[Bad Vilbel]] oder der [[Main]] bei Unterbrunn. Der [[Klimawandel]] (Erderhitzung) fordert im naturnahen Gewässerbau die deutliche Erhöhung der Strukturvielfalt wie auch die Verbesserung der Verschattung durch Pflanzung gewässertypischer Laubgehölze.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Abgrenzung ==&lt;br /&gt;
Eine einzelne Flussschlinge in einem Flusslauf wie beispielsweise die [[Saarschleife]] wird nicht als Mäander bezeichnet, ebenso wenig eine als &amp;#039;&amp;#039;[[Flussknie]]&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete Flussschlinge mit anschließend markant veränderter Fließrichtung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge von wasserbaulichen Maßnahmen zum naturnahen Umbau vorher begradigter Fließgewässer wird allerdings umgangssprachlich häufig abgewichen und jedes Gewässerbett mit Kurven „mäandrierend“ genannt, selbst dann, wenn die Kurven durch Befestigung festgelegt sind und die natürliche Gewässerbettdynamik unterbunden wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Albert Einstein als Mäanderforscher ==&lt;br /&gt;
Am 7. Januar 1926 hielt [[Albert Einstein]] als ordentliches Mitglied der Königlich [[Preußische Akademie der Wissenschaften]] zu Berlin, heute [[Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften]] (BBAW), den Vortrag mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Über die Ursache des Mäander-Phänomens bei Flußläufen.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Albert Einstein]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Ursache der Mäanderbildung der Flußläufe und des sogenannten Baerschen Gesetzes.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Naturwissenschaften&amp;#039;&amp;#039; 14 (1926), S.&amp;amp;nbsp;223–224. {{doi|10.1007/BF01510300}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;quot;Ich beginne mit einem kleinen Experiment, das jeder selber wiederholen kann. Versetzt man die Flüssigkeit (in der Teetasse) mit einem Löffel in Drehung, so versammeln sich die Teeblättchen alsbald in der Mitte des Bodens der Tasse (…).&amp;quot; Am 1. März 1926 veröffentlichte Einstein den wissenschaftlichen Artikel, der am 1. Juni 1926 von [[Ludwig Prandtl]] ergänzt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ludwig Prandtl]]: &amp;#039;&amp;#039;Bemerkung zu dem Aufsatz von Albert Einstein: Die Ursache der Mäanderbildung der Flußläufe und des sogenannten Baerschen Gesetzes.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Naturwissenschaften&amp;#039;&amp;#039; 14 (1926), S.&amp;amp;nbsp;619–620. {{doi|10.1007/BF01507352}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Vorträgen oder Vorlesungen veranschaulichte Einstein die Verlagerung von Festgestein (Geröll bis Feinteilen) in Flussbetten und die Bildung von Mäandern mit Hilfe des [[Teetasseneffekt]]es. Der Teetasseneffekt wird in der Fachliteratur auch als Teeblättereffekt ([[englische Sprache|englisch:]] &amp;#039;&amp;#039;Tea leaf paradox&amp;#039;&amp;#039;) oder Teetassen-Zyklone bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl-Heinz Bernhardt]]: [https://leibnizsozietaet.de/wp-content/uploads/2012/11/09_bernhardt.pdf &amp;#039;&amp;#039;Teetassen-Zyklonen und Flußmäander – Einstein klassisch.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Sitzungsberichte (Vorträge) der [[Leibniz-Sozietät der Wissenschaften zu Berlin]]&amp;#039;&amp;#039; Band 78/79 (2005), S.&amp;amp;nbsp;81–95. {{doi|}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit den zugrundeliegenden Effekten der Sekundärströmung in Fließgewässern beschäftigten sich eingehend auch [[James Thomson (Ingenieur)|James Thomson]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[James Thomson (Ingenieur)|James Thomson]]: &amp;#039;&amp;#039;On the Origin of Windings of Rivers in Alluvial Plains, with Remarks on the Flow of Water round Bends in Pipes.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Proceedings of the Royal Society of London, Ser.B&amp;#039;&amp;#039; 25 (1876), S.&amp;amp;nbsp;5–8. {{doi|10.1098/rspl.1876.0004}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[[James Thomson (Ingenieur)|James Thomson]]: &amp;#039;&amp;#039;On the grand currents of atmospheric circulation.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Collected Papers in Physics and Engineering&amp;#039;&amp;#039;, Cambridge University Press (1912), S.&amp;amp;nbsp;144–148 (1857) {{archive.org|collectedpapersi00thomrich|Blatt=}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, J. Isaachsen&amp;lt;ref&amp;gt;J. Isaachsen: &amp;#039;&amp;#039;Über einige Wirkungen von Zentrifugalkräften in Flüssigkeiten und Gasen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zivilingenieur&amp;#039;&amp;#039; 42 (1896), S.&amp;amp;nbsp;351.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;J. Isaachsen: &amp;#039;&amp;#039;Innere Vorgänge  in strömenden Flüssigkeiten und Gasen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift des Vereines deutscher Ingenieure.&amp;#039;&amp;#039; 55 (1911), S.&amp;amp;nbsp;215, 263, 428, 605, 946.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder [[Joseph Boussinesq]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Joseph Boussinesq]]: &amp;#039;&amp;#039;Mémoire sur l ́influence des frottements dans les mouvements réguliers des fluides.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Journal de mathématiques pures et appliquées 2esérie&amp;#039;&amp;#039; 13 (1868), S.&amp;amp;nbsp;377–424. {{doi|10.12691/ijp-10-2-2}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu beachten ist, dass ein Sohn Einsteins, [[Hans Albert Einstein]], später ebenfalls zur Hydraulik von Fließgewässern publizierte. Die Sedimenttransportrate wird noch heute nach einer Formel von Einstein (oder ihrer Approximation durch C.B. Brown) berechnet. Diese &amp;#039;&amp;#039;Einstein-Brown-Formel&amp;#039;&amp;#039; geht also auf Hans Albert Einstein zurück, nicht auf Albert Einstein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Einsteins Teetassen-Versuch wird auch verglichen mit dem Apfel und [[Newtonsches Gravitationsgesetz]] oder der Badewanne und des [[Archimedisches Prinzip]]s.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aktuell beschreibt Welf A. Kreiner Alltagsphänomene, wie beispielsweise die für die Bildung von Mäandern veranschaulichenden &amp;#039;&amp;#039;Teeblättereffekte - On the Tea Leaf Paradox&amp;#039;&amp;#039;, in mehreren Fachartikeln.&amp;lt;ref&amp;gt;Welf A. Kreiner: [https://www.uni-ulm.de/fileadmin/website_uni_ulm/archiv/wakreiner/homepage_w_a_kreiner_10_2020.pdf &amp;#039;&amp;#039;Homepage W.A. Kreiner (Früher Abteilung Chemische Physik) (...).&amp;#039;&amp;#039;] [[Universität Ulm]], Fakultät für Naturwissenschaften (Faculty of Natural Sciences University of Ulm).&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Welf A. Kreiner: &amp;#039;&amp;#039;Teeblättereffekte - On the Tea Leaf Paradox.&amp;#039;&amp;#039; [[Universität Ulm]], Fakultät für Naturwissenschaften (Faculty of Natural Sciences University of Ulm). {{doi|10.18725/OPARU-3923}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nicht nur naturwissenschaftliche Ursachen, sondern auch geisteswissenschaftliche und literarische Überlegungen trifft der Schriftsteller [[Volker Demuth]] über das Mäandieren in einem etwa 30-minütigen Hörfunk-Beitrag des [[Deutschlandfunk]] (DLF), Sendung: Essay und Diskurs, am 14. Dezember 2025.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Volker Demuth]]: [https://www.deutschlandfunk.de/heiteres-maeandern-100.html &amp;#039;&amp;#039;Heiteres Mäandern - Über Vorzüge des geschwungenen Lebens&amp;#039;&amp;#039;], [[Deutschlandfunk]] (DLF), Sendung: Essay und Diskurs, am 14. Dezember 2025.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Flussmorphologie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Meanders|Mäander}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* Bernhard, Karl-Heinz: [https://leibnizsozietaet.de/wp-content/uploads/2012/11/09_bernhardt.pdf &amp;#039;&amp;#039;Teetassen-Zyklonen und Flußmäander – Einstein klassisch.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Sitzungsberichte der Leibniz-Sozietät.&amp;#039;&amp;#039; 78/79 (2005), S. 81–95 und Quellenangaben hierin.&lt;br /&gt;
* Harold N. Fisk, Alexander Trevi (Hrsg.): [https://pruned.blogspot.com/2005/09/geological-investigation-o_112736036694251423.html &amp;#039;&amp;#039;Geological Investigation of the Alluvial Valley of the Lower Mississippi River, Part II.&amp;#039;&amp;#039;] Kartenauszüge von 1944 und weiterführende Links, 21. September 2005.&lt;br /&gt;
* Specht, Egon: [https://relaunch.kreis-ahrweiler.de/kvar/VT/hjb1979/hjb1979.40.htm &amp;#039;&amp;#039;Alte Flussschleifen der Ahr bei Altenburg und Mayschoß – Kreis Ahrweiler.&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
* Pitzschke, Adrea (2019): [https://www.laborjournal.de/editorials/1823.php &amp;#039;&amp;#039;Der Trick mit dem Zylinder&amp;#039;&amp;#039;] Blog veröffentlicht am 21. August 2019 in [https://www.loborjournal.de Laborjournal]&lt;br /&gt;
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* Pincock, Stephen (2007): [https://www.abc.net.au/science/news/stories/2007/1828408.htm &amp;#039;&amp;#039;Einstein&amp;#039;s tea-leaves inspire new gadget&amp;#039;&amp;#039;.] Öffentlich-rechtliche [[Australian Broadcasting Corporation]] (ABC), Sendung:  ABC Online. Abruf am 7. Januar 2026.&lt;br /&gt;
* [[Swiss Science Center Technorama]]: [https://explorer.technorama.ch/de/dokument/teetassen-experiment-10556 &amp;#039;&amp;#039;Teetassen Experiment (10556)&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4154905-3}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Maander}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fluviale Landform|Maander (Flussschlinge)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Naturschutz|Maander (Flussschlinge)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wikipedia:Artikel mit Video]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Sneezy132</name></author>
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