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	<title>Lukaner - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Tippfehler korrigiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Osco diffusione.gif|mini|Die oskische Sprache im 5. Jahrhundert v. Chr.]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lukaner&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (manchmal auch Lukanier genannt) waren ein antikes [[Italiker|italisches]] Volk mit [[oskische Sprache|oskischer]] Sprache in Süditalien, das von den [[Samniten]] abstammte. Sie wanderten um die Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. in die in der Folge nach ihnen benannte Region [[Lukanien]] ein und trugen Konflikte mit süditalienischen Griechenstädten wie [[Thurioi]] aus. Seit etwa 330 v. Chr. gab es erste Kontakte zwischen den Lukanern und dem aufstrebenden [[Römisches Reich|Römischen Reich]], unter dessen Kontrolle sie allmählich gerieten. In den 280er und 270er Jahren v. Chr. unterstützen sie König [[Pyrrhos I.|Pyrrhos]] von [[Epirus (historische Region)|Epirus]] gegen die Römer. Ebenso trat ein halbes Jahrhundert später ein bedeutender Teil der Lukaner auf die Seite [[Hannibal]]s, als dieser die Römer im [[Zweiter Punischer Krieg|Zweiten Punischen Krieg]] bekämpfte. Nach dem Sieg der Römer in diesem militärischen Konflikt gründeten sie [[Colonia (Rom)|Kolonien]] in Lukanien und trieben die Romanisierung der Bewohner dieses Gebiets voran. Im [[Bundesgenossenkrieg (Rom)|Bundesgenossenkrieg]] trugen die Lukaner erneut Kämpfe gegen die Römer aus. Schließlich wurden sie völlig romanisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Vorrömische Zeit ===&lt;br /&gt;
Um die Mitte des 5. Jahrhunderts v. Chr. wanderten die Lukaner, angeblich unter der Führung ihres mythischen Königs Lamiskos, in das bisher von den [[Oinotria|Oinotriern]] bewohnte Gebiet zwischen den Flüssen [[Sele (Kampanien)|Sele]], [[Bradano]], [[Lao (Fluss)|Lao]] und [[Crati]] ein und siedelten sich hier an. Das Land wurde nach ihnen [[Lukanien]] genannt und entspricht in etwa der heutigen [[Basilikata]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{DNP|7|452|453|Lucani, Lucania|[[Mario Lombardo]]|hier: Sp. 452}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In vorrömischer Zeit besaßen sie eine demokratische Verfassung und wählten nur in Kriegszeiten einen König.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Strabon]], &amp;#039;&amp;#039;Geographika&amp;#039;&amp;#039; 6, 1, 3 p. 253 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie galten als kriegerisch, standen aber bald unter dem kulturellen Einfluss benachbarter Griechenstädte. Bekannt waren sie für ihre Gastlichkeit und Sittenstrenge.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Claudius Aelianus]], &amp;#039;&amp;#039;Varia historia&amp;#039;&amp;#039; 4, 1; [[Nikolaos von Damaskus]], in: [[Felix Jacoby]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Fragmente der griechischen Historiker&amp;#039;&amp;#039; (FGrH) Nr. 90, F 103 b.&amp;lt;/ref&amp;gt; Laut einem kurzen ethnographischen Exkurs, in dem der antike Historiker [[Marcus Iunianus Iustinus]] die Sitten des Volkes darstellt, übten die Lukaner eine strenge Erziehung ihrer Kinder aus.&amp;lt;ref&amp;gt;Iustinus, &amp;#039;&amp;#039;Epitoma historiarum Philippicarum Pompei Trogi&amp;#039;&amp;#039; 23, 1, 7 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das von ihnen bewohnte Land eignete sich für Rinder- und Schweinezucht, war waldreich und fruchtbar, sodass u. a. [[Weinbau]] getrieben wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Grab der Granatäpfel heimkehrender Ritter.jpg|mini|Ein berittener lukanischer Krieger, Fresko aus einem Grabmal in [[Paestum]], Italien, um 360 v. Chr.]]&lt;br /&gt;
Bald nach ihrer Einwanderung in Lukanien stießen die Lukaner um 440 v. Chr. gegen [[Thurioi]] vor, woraufhin die bedrohte Stadt Kleandridas, den Vater des [[Gylippos]], um Unterstützung ersuchte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Diodor]], &amp;#039;&amp;#039;Bibliothḗkē historikḗ&amp;#039;&amp;#039; 13, 106; [[Polyainos]], &amp;#039;&amp;#039;Strategemata&amp;#039;&amp;#039; 2, 10, 2 ff.; [[Sextus Iulius Frontinus]], &amp;#039;&amp;#039;Strategemata&amp;#039;&amp;#039; 2, 3, 12.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weniger bedeutende Griechenstädte an der Küste des [[Tyrrhenisches Meer|Tyrrhenischen Meers]] wie Poseidonia, Pyxos und Laos brachten die Lukaner vor 400 v. Chr. unter ihre Kontrolle. Zur Stärkung ihrer Position gingen nun die Städte [[Sybaris am Traeis]], [[Crotone|Kroton]], [[Kaulonia]] und [[Metapont]] eine Defensivallianz gegen die Lukaner ein. Der Tyrann [[Dionysios I. von Syrakus]] verbündete sich aber mit den Lukanern; und in seinem Auftrag kämpfte sein Halbbruder [[Leptines (Nauarch)|Leptines]] gemeinsam mit ihnen 390 v. Chr. bei Laos siegreich gegen ein von Thurioi entsandtes Heer.&amp;lt;ref&amp;gt;Diodor, &amp;#039;&amp;#039;Bibliothḗkē historikḗ&amp;#039;&amp;#039; 14, 91-101; [[Dionysios von Halikarnassos]], &amp;#039;&amp;#039;Antiquitates Romanae&amp;#039;&amp;#039; 20, 7; Strabon, &amp;#039;&amp;#039;Geographika&amp;#039;&amp;#039; 6, 1, 3 p. 253.&amp;lt;/ref&amp;gt; Damals verfügten die Lukaner über ein für Kriege mobilisierbares militärisches Aufgebot von etwa 30.000 Infanteristen und 4000 Reiter. Auf Vermittlung des Leptines schlossen sie Frieden mit den Thuriern und traten fortan als Gegner des Dionysios I. auf.&amp;lt;ref&amp;gt;{{RE|XIII,2|1541|1552|[https://elexikon.ch/RE/XIII,2_1541.png Lucania]|Ernst Honigmann||hier: Sp. 1544}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 366 v. Chr. erlitten sie eine Niederlage gegen den Tyrannen [[Dionysios II. von Syrakus]] und mussten um 357 v. Chr. den Abfall der [[Bruttium|Bruttier]] akzeptieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Diodor, &amp;#039;&amp;#039;Bibliothḗkē historikḗ&amp;#039;&amp;#039; 16, 15; Strabon, &amp;#039;&amp;#039;Geographika&amp;#039;&amp;#039; 6, 1, 5; Iustinus, &amp;#039;&amp;#039;Epitoma historiarum Philippicarum Pompei Trogi&amp;#039;&amp;#039; 23, 1, 3-12.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Erste Beziehungen und Konflikte mit den Römern ===&lt;br /&gt;
In den 340er Jahren v. Chr. gerieten die Lukaner in Konflikt mit den Einwohnern [[Tarent]]s. Diese erhielten militärische Unterstützung durch den Spartanerkönig [[Archidamos III.]], der daraufhin als Tarents Bundesgenosse ab etwa 342 v. Chr. gegen Lukaner und [[Messapier]] kämpfte. 338 v. Chr. fiel Archidamos III. in der Schlacht bei [[Manduria]].&amp;lt;ref&amp;gt;Diodor, &amp;#039;&amp;#039;Bibliothḗkē historikḗ&amp;#039;&amp;#039; 16, 62 und 16, 88; Strabon, &amp;#039;&amp;#039;Geographika&amp;#039;&amp;#039; 6, 280; [[Theopompos]] bei [[Athenaios]], &amp;#039;&amp;#039;Deipnosophistai&amp;#039;&amp;#039; 12, 536 c; u. a.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Tarentiner suchten nun Schutz gegen die Lukaner, Messapier und [[Bruttium|Bruttier]] bei einem weiteren griechischen Monarchen, König [[Alexander I. (Epirus)|Alexander I.]] von Epirus. Dieser sagte zu und unternahm um 333 v. Chr. einen Feldzug nach Italien. Nach seinem Bruch mit Tarent wurde er im Winter 331/330 v. Chr. bei Pandosia von Lukanern und Bruttiern attackiert und von einem zu seiner Leibgarde gehörigen verbannten Lukaner getötet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Titus Livius]], [[Ab urbe condita (Livius)|&amp;#039;&amp;#039;Ab urbe condita&amp;#039;&amp;#039;]] 8, 24; Strabon, &amp;#039;&amp;#039;Geographika&amp;#039;&amp;#039; 6, 1, 5, p. 256 und 6, 3, 4, p. 280; Iustinus, &amp;#039;&amp;#039;Epitoma historiarum Philippicarum Pompei Trogi&amp;#039;&amp;#039; 12, 2, 3 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; 323 v. Chr. sollen Lukaner und Bruttier zu jenen italischen Völkern gezählt haben, die eine Gesandtschaft zu [[Alexander der Große|Alexander dem Großen]] nach [[Babylon]] schickten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Arrian]], &amp;#039;&amp;#039;Anabasis&amp;#039;&amp;#039; 7, 15, 4.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 330 v. Chr. nahmen die Lukaner erstmals Kontakte zu den [[Römisches Reich|Römern]] auf und ersuchten sie um den Abschluss eines Bündnisses. Diese Bitte wurde ihnen 326 v. Chr. gewährt.&amp;lt;ref&amp;gt;Livius, &amp;#039;&amp;#039;Ab urbe condita&amp;#039;&amp;#039; 8, 19, 1; 8, 25, 3; 8, 27, 2.&amp;lt;/ref&amp;gt; 317 v. Chr. bestand diese Allianz jedoch nicht mehr; und der römische Konsul [[Gaius Iunius Bubulcus Brutus (Diktator)|Gaius Iunius Bubulcus Brutus]] eroberte in diesem Jahr Forentium (heute [[Forenza]]) in [[Apulien]] nahe der Grenze zu Lukanien und sein Amtskollege [[Quintus Aemilius Barbula]] die lukanische Stadt [[Nerulum]].&amp;lt;ref&amp;gt;Diodor, &amp;#039;&amp;#039;Bibliothḗkē historikḗ&amp;#039;&amp;#039; 19, 65, 7; Livius, &amp;#039;&amp;#039;Ab urbe condita&amp;#039;&amp;#039; 9, 20, 7 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; 303 v. Chr. lagen die Lukaner erneut im Krieg mit Tarent, das wiederum einen griechischen Hochadligen, den spartanischen Königssohn [[Kleonymos (Agiade)|Kleonymos]], als Bündnispartner gewinnen konnte. Kleonymos unterstützte die Tarentiner also militärisch und zwang die Lukaner zum Friedensschluss und zu einem Einfall in das Gebiet von Metapont.&amp;lt;ref&amp;gt;Diodor, &amp;#039;&amp;#039;Bibliothḗkē historikḗ&amp;#039;&amp;#039; 20, 104.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Konsul [[Lucius Cornelius Scipio Barbatus]] unterwarf die Lukaner fünf Jahre später, 298 v. Chr., zeitweilig der römischen Herrschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Corpus Inscriptionum Latinarum]] (CIL) I² 7.; eine abweichende Überlieferung bei Livius (&amp;#039;&amp;#039;Ab urbe condita&amp;#039;&amp;#039; 10, 11 f.) kommt gegenüber diesem epigraphischen Zeugnis nicht in Betracht (so Ernst Honigmann, RE XIII, 2 (1927), Sp. 1545 f.).&amp;lt;/ref&amp;gt; Eine [[Kohorte]] der Lukaner diente 294 v. Chr. in der römischen Armee unter dem Kommando des Konsuls [[Marcus Atilius Regulus (Konsul 294 v. Chr.)|Marcus Atilius Regulus]].&amp;lt;ref&amp;gt;Livius, &amp;#039;&amp;#039;Ab urbe condita&amp;#039;&amp;#039; 10, 33, 1.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Krieg, den Rom gegen den Molosser-König [[Pyrrhos I.|Pyrrhos]] ausfocht, ergriffen die Lukaner zusammen mit den Samniten und Bruttiern Partei für den Letzteren.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Plutarch]], &amp;#039;&amp;#039;Pyrrhos&amp;#039;&amp;#039; 13.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am Beginn dieses Kriegs sandten die Römer 285/284 v. Chr. eine Armee, welche die Lukaner im Interesse von Thurioi bekämpfen sollte.&amp;lt;ref&amp;gt;Livius, &amp;#039;&amp;#039;Ab urbe condita&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;periocha&amp;#039;&amp;#039; 11.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als die Lukaner 282 v. Chr. unter der Führung von Sthenius Stallius Thurioi belagerten,  kam der Konsul [[Gaius Fabricius Luscinus]] den Einwohnern der bedrohten Stadt zu Hilfe, schlug die Lukaner und legte eine römische Besatzung in die Stadt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Plinius der Ältere]], &amp;#039;&amp;#039;[[Naturalis historia]]&amp;#039;&amp;#039; 34, 32; Dionysios von Halikarnassos, &amp;#039;&amp;#039;Antiquitates Romanae&amp;#039;&amp;#039; 19, 13 und 20, 4; u. a.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Konsul [[Publius Valerius Laevinus]] verwüstete und besetzte 280 v. Chr. das Territorium der Lukaner, damit sie Tarent keine Hilfe leisten konnten.&amp;lt;ref&amp;gt;Plutarch, &amp;#039;&amp;#039;Pyrrhos&amp;#039;&amp;#039; 16; [[Zonaras]], &amp;#039;&amp;#039;Epitome Historion&amp;#039;&amp;#039; 8, 3.&amp;lt;/ref&amp;gt; Während der [[Schlacht bei Asculum]] (279 v. Chr.) kämpfte eine Kontingent von Lukanern auf Seite des Pyrrhos, der dafür nach seinem schwer errungenen Sieg von den Römern für den Abschluss eines Friedens u. a. die Einwilligung verlangte, dass die alte Verfassung der Lukaner in Kraft bleiben durfte.&amp;lt;ref&amp;gt;Dionysios von Halikarnassos, &amp;#039;&amp;#039;Antiquitates Romanae&amp;#039;&amp;#039; 20, 1, 1 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; In jedem Jahr des Zeitraums von 278–275 v. Chr. sowie von 273–272 v. Chr. konnten damalige römische Konsuln nach erfolgreichen Kämpfen in Süditalien [[Römischer Triumph|Triumphe]] über die Lukaner feiern.&amp;lt;ref&amp;gt;Zonaras, &amp;#039;&amp;#039;Epitome Historion&amp;#039;&amp;#039; 8, 6; Triumphal-Fasten; Livius, &amp;#039;&amp;#039;Ab urbe condita&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;periocha&amp;#039;&amp;#039; 12-14; u. a.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Römer schlugen Pyrrhos 275 v. Chr. entscheidend in der [[Schlacht bei Beneventum (275 v. Chr.)|Schlacht bei Benevent]], richteten 273 v. Chr. in [[Paestum]] eine [[Colonia (Rom)|Kolonie]] latinischen Rechts ein&amp;lt;ref&amp;gt;Livius, &amp;#039;&amp;#039;Ab urbe condita&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;periocha&amp;#039;&amp;#039; 14; [[Velleius Paterculus]], &amp;#039;&amp;#039;Historia Romana&amp;#039;&amp;#039; 1, 14, 7.&amp;lt;/ref&amp;gt; und zwangen den Lukanern 272 v. Chr. für die nächsten Jahrzehnte ihre Hegemonie auf. Seit dem 1. Jahrhundert v. Chr. waren die Lukaner endgültig romanisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rolle im Zweiten Punischen Krieg; Romanisierung des Volks ===&lt;br /&gt;
Nach [[Hannibal]]s großem Sieg in der [[Schlacht bei Cannae]] (216 v. Chr.) über die Römer brachte er bis 215 v. Chr. bedeutende Teile Süditaliens unter seine Kontrolle und erschütterte die Romtreue der dortigen Bewohner. Neben anderen Völkern ging auch ein Teil der Lukaner zum punischen Feldherrn über.&amp;lt;ref&amp;gt;Livius, &amp;#039;&amp;#039;Ab urbe condita&amp;#039;&amp;#039; 22, 61 und 23, 11, 11.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der römische Prokonsul [[Tiberius Sempronius Gracchus (Konsul 215 v. Chr.)|Tiberius Sempronius Gracchus]] konnte aber noch 214 v. Chr. eine Kohorte romtreu gebliebener Lukaner ausheben.&amp;lt;ref&amp;gt;Livius, &amp;#039;&amp;#039;Ab urbe condita&amp;#039;&amp;#039; 24, 20.&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Flavus (Lukaner)|Flavus]], der Anführer der bislang loyal zu Rom stehenden Lukaner, einigte sich 212 v. Chr. – nach der Eroberung Tarents durch Hannibal – mit dem karthagischen Oberbefehlshaber in Bruttium, [[Mago der Samnite|Mago dem Samniten]], den Prokonsul in einen Hinterhalt zu locken. Das Stellen dieser Falle war erfolgreich; Gracchus fiel im Kampf gegen eine karthagische Armee wohl bei den &amp;#039;&amp;#039;Campi Veteres&amp;#039;&amp;#039; („Alte Felder“) in Lukanien. Flavus erreicht von Mago vertraglich die Zusage, dass die Lukaner autonom sein sollten.&amp;lt;ref&amp;gt;Livius, &amp;#039;&amp;#039;Ab urbe condita&amp;#039;&amp;#039; 25, 16 f.; dazu Serge Lancel: &amp;#039;&amp;#039;Hannibal&amp;#039;&amp;#039;, ISBN 3-538-07068-7, dt. 1998, S. 215 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Römer eroberten jedoch Lukanien in den folgenden Jahren allmählich zurück. Hannibal musste sich 207 v. Chr. nach Bruttium zurückziehen und konnte schließlich in Italien nur noch Kroton bis 203 v. Chr. behaupten. Bereits 206 v. Chr. sollen alle bisher feindlichen Lukaner – zumindest jene, die sich im eigenen Land befanden – wieder die römische Oberherrschaft anerkannt haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Livius, &amp;#039;&amp;#039;Ab urbe condita&amp;#039;&amp;#039; 28, 11.&amp;lt;/ref&amp;gt; 202 v. Chr. konnten die Römer den [[Zweiter Punischer Krieg|Zweiten Punischen Krieg]] siegreich beenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun wurde die Romanisierungspolitik in Lukanien fortgesetzt; und es kam zu Zwangsenteignungen. 194 v. Chr. erfolgte die Gründung einer römischen Bürgerkolonie in der lukanischen Stadt [[Buxentum]].&amp;lt;ref&amp;gt;Livius, &amp;#039;&amp;#039;Ab urbe condita&amp;#039;&amp;#039; 34, 45, 2; Velleius Paterculus, &amp;#039;&amp;#039;Historia Romana&amp;#039;&amp;#039; 1, 15, 3.&amp;lt;/ref&amp;gt; Thurioi, das sich 212 v. Chr. nur widerstrebend auf die Seite Hannibals gestellt hatte,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Appian]], &amp;#039;&amp;#039;Hannibalika&amp;#039;&amp;#039; 34.&amp;lt;/ref&amp;gt; wurde 193 v. Chr. unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Copia&amp;#039;&amp;#039; als [[Colonia (Rom)|Kolonie]] latinischen Rechts neu besiedelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Livius, &amp;#039;&amp;#039;Ab urbe condita&amp;#039;&amp;#039; 34, 53, 1; Strabon, &amp;#039;&amp;#039;Geographika&amp;#039;&amp;#039; 6, 263.&amp;lt;/ref&amp;gt; Wahrscheinlich erbaute der Konsul [[Publius Popillius Laenas]] 132 v. Chr. die von [[Capua]] durch Lukanien nach Rhegion (heute [[Reggio Calabria]]) führende &amp;#039;&amp;#039;[[Via Popilia]]&amp;#039;&amp;#039; und legte an ihr &amp;#039;&amp;#039;Forum Popilii&amp;#039;&amp;#039; an.&amp;lt;ref&amp;gt;{{CIL|10|6950}}; Strabon, &amp;#039;&amp;#039;Geographika&amp;#039;&amp;#039; 6, 283.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am [[Bundesgenossenkrieg (Rom)|Bundesgenossenkrieg]] (91–88 v. Chr.) nahmen die Lukaner von Anfang auf Seite der Feinde der Römer teil.&amp;lt;ref&amp;gt;Appian, &amp;#039;&amp;#039;Bürgerkriege&amp;#039;&amp;#039; 1, 39; Livius, &amp;#039;&amp;#039;Ab urbe condita&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;periocha&amp;#039;&amp;#039; 72; [[Orosius]], &amp;#039;&amp;#039;Historiae adversus paganos&amp;#039;&amp;#039; 5, 18, 8.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der römische Konsular [[Publius Licinius Crassus (Konsul 97 v. Chr.)|Publius Licinius Crassus]] erstürmte 90 v. Chr. [[Grumentum]], wurde aber vom lukanischen Feldherrn [[Marcus Lamponius]] besiegt. Daraufhin eroberten die Lukaner Grumentum zurück.&amp;lt;ref&amp;gt;Appian, &amp;#039;&amp;#039;Bürgerkriege&amp;#039;&amp;#039; 1, 41; Diodor, &amp;#039;&amp;#039;Bibliothḗkē historikḗ&amp;#039;&amp;#039; 37, 23; u. a.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch nach dem Ende des Kriegs und der Beruhigung der meisten Italiker durch die &amp;#039;&amp;#039;[[Lex Plautia Papiria]]&amp;#039;&amp;#039; setzten die Lukaner und Bruttier unter ihren Führern Marcus Lamponius, [[Pontius Telesinus]] und [[Titus Cleppius]] die Kämpfe in Süditalien fort und ergriffen im [[Römische Bürgerkriege|römischen Bürgerkrieg]] zwischen [[Lucius Cornelius Sulla Felix|Sulla]] und [[Gaius Marius]] für den Letzteren Partei.&amp;lt;ref&amp;gt;{{RE|XIII,2|1541|1552|[https://elexikon.ch/RE/XIII,2_1541.png Lucania]|Ernst Honigmann||hier: Sp. 1548 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Als Sulla ihre Bemühungen, den in [[Praeneste]] belagerten [[Gaius Marius der Jüngere|jüngeren Marius]] zu entsetzen, unterband, marschierten sie gegen Rom. Sulla setzte ihnen aber nach und besiegte sie in der [[Schlacht an der Porta Collina]] (1. November 82 v. Chr.) entscheidend; zahlreiche gefangene Samniten, Lukaner und Bruttier wurden niedergehauen.&amp;lt;ref&amp;gt;Appian, &amp;#039;&amp;#039;Bürgerkriege&amp;#039;&amp;#039; 1, 90 und 1, 93; Plutarch, &amp;#039;&amp;#039;Sulla&amp;#039;&amp;#039; 29 f.; u. a.&amp;lt;/ref&amp;gt; Danach wurden die Lukaner der &amp;#039;&amp;#039;[[Tribus (Rom)|Tribus]] Pomptina&amp;#039;&amp;#039; zugeteilt; seit der Regierungszeit des Kaisers [[Augustus]] gehörten sie zur dritten [[Regio (Italien)|Region]] Italiens.&amp;lt;ref&amp;gt;Plinius, &amp;#039;&amp;#039;Naturalis historia&amp;#039;&amp;#039; 3, 71.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{RE|XIII,2|1541|1552|[https://elexikon.ch/RE/XIII,2_1541.png Lucania]|[[Ernst Honigmann (Byzantinist)|Ernst Honigmann]]}}&lt;br /&gt;
* {{KlP|3|744|745|Lūcāni|[[Gerhard Radke]]}}&lt;br /&gt;
* Ilaria Battiloro: &amp;#039;&amp;#039;The Archaeology of Lucanian Cult Places. Fourth century BC to the Early Imperial Age.&amp;#039;&amp;#039; Routledge, Abingdon 2017, ISBN 978-1-4724-2391-7.&lt;br /&gt;
* John W. Wonder: &amp;#039;&amp;#039;The Lucanians.&amp;#039;&amp;#039; In: Gary D. Farney, Guy Bradley (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;The Peoples of Ancient Italy.&amp;#039;&amp;#039; De Gruyter, Boston/Berlin 2018, ISBN 978-1-61451-520-3, S. 369–384.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Italisches Volk]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frühgeschichte (Apenninhalbinsel)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Osker]]&lt;/div&gt;</summary>
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