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	<title>Ludwig Sprauer - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Ichigonokonoha am 6. Februar 2026 um 09:27 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ludwig Sprauer&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[19. Oktober]] [[1884]] in [[Heidelberg]]; † [[24. Juni]] [[1962]] in [[Achern]]) war ein [[Deutschland|deutscher]] Mediziner und zur [[Zeit des Nationalsozialismus]] höchster Medizinalbeamter in [[Baden (Land)|Baden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Sprauer, Sohn des Staatsbahn-Güterverwalters Karl August Sprauer, begann seine Schulzeit an einer Volksschule in Heidelberg. Anschließend besuchte er Gymnasien in [[Durlach]] sowie [[Karlsruhe]] und legte das [[Abitur]] 1902 ab. Sprauer absolvierte nach seiner Schullaufbahn ein [[Studium der Medizin]] an den Universitäten [[Albert-Ludwigs-Universität Freiburg|Freiburg]], [[Universität Straßburg|Straßburg]] und [[Humboldt-Universität zu Berlin|Berlin]], das er 1907 mit Staatsexamen abschloss.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Fritz Bauer]]: &amp;#039;&amp;#039;Justiz und NS-Verbrechen: Sammlung deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer Tötungsverbrechen 1945–1966&amp;#039;&amp;#039;, Band 6, S. 484.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seit 1903 gehörte er der [[Freiburger Burschenschaft Teutonia]] an.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Willy Nolte]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Burschenschafter-Stammrolle. Verzeichnis der Mitglieder der Deutschen Burschenschaft nach dem Stande vom Sommer-Semester 1934.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1934, S. 475.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er wurde zum Dr. med. [[Promotion (Doktor)|promoviert]]. Danach war er Assistenzarzt an der Heidelberger Kinderklinik, dem Freiburger Diakonissenhaus und in der [[Psychiatrisches Zentrum Nordbaden|Heil- und Pflegeanstalt Wiesloch]] beschäftigt. Von 1910 bis 1918 war er als Allgemeinmediziner in [[Staufen im Breisgau]] tätig. 1919 trat er in den Staatsdienst ein und war unter der Amtsbezeichnung Medizinalrat bis 1933 als Anstaltsarzt am Landesgefängnis in [[Mannheim]] (1919–1920) und als Bezirksarzt in [[Stockach]] (1920–1925), [[Oberkirch (Baden)|Oberkirch]] (1925–1930) und [[Konstanz]] (1930–1934) beschäftigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprauer trat zum 1. Februar 1933 der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] bei (Mitgliedsnummer 1.474.659)&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/42180950&amp;lt;/ref&amp;gt; und war vorübergehend Stadtrat in Konstanz, bevor er 1934 als Nachfolger [[Theodor Pakheiser]]s mit der Leitung der Gesundheitsabteilung im [[Republik Baden|Badischen]] Innenministerium betraut wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee592&amp;quot;&amp;gt;Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Das Personenlexikon zum Dritten Reich&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt am Main 2007, S. 592.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bald nach seinem Amtsantritt wurde er zum Obermedizinalrat befördert.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://ns-in-ka.de/personen/ludwig-sprauer/ &amp;quot;NS in Karlsruhe&amp;quot;, Eintrag Ludwig Sprauer], aufgerufen am 23. August 2019&amp;lt;/ref&amp;gt; Sprauer wurde 1938 zum Regierungsdirektor ernannt und später bis zum [[Ministerialrat]] befördert. Er war in dieser Funktion oberster Medizinalbeamter in Baden mit Dienstsitz in [[Karlsruhe]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beteiligung an der NS-Euthanasie ==&lt;br /&gt;
Sprauer war Befürworter des [[Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses|Gesetzes zur Verhütung erbkranken Nachwuchses]]. Im Oktober 1939 erfuhr er durch [[Herbert Linden]] mit Hinweis auf Geheimhaltung von der geplanten [[Aktion T4]] und der damit einhergehende Erfassung Kranker auf Meldebögen und wurde zur Mitarbeit verpflichtet. Ihm oblag die administrative Durchführung des „Euthanasie“-Programms in Baden. Mit Vertraulichkeitsvermerk verschickte Ende November 1939 das Badische Innenministerium einen Erlass an die Leiter badischer Anstalten zur Ankündigung der Verlegung einer „größeren Anzahl“ Insassen. Sprauer autorisierte nach Durchsicht der Meldebögen die Transportlisten der zur Verlegung in NS-Tötungsanstalten bestimmten Anstaltsinsassen und leitete die Ernennung des Mediziners [[Arthur Schreck]] zum [[T4-Gutachter]] im Februar 1940 in die Wege. Schreck gab während einer Nachkriegsaussage zu, insgesamt 15.000 Meldebögen gesichtet und dabei 8.000 Patienten zur Tötung vorgeschlagen zu haben. Insgesamt wurden von Februar bis Dezember 1940 mindestens 4.500 Badener Anstaltsinsassen in der [[NS-Tötungsanstalt Grafeneck]] ermordet.&amp;lt;ref&amp;gt;monocooltour SchwarzT: &amp;#039;&amp;#039;Sie leben in ihrem eigenen Zoo: Weisheitstherapie f. Patient Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039;, 2012, S. 22.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Obermedizinalrat [[Otto Mauthe]] sagte nach Kriegsende aus, dass er mit Sprauer, Linden und [[Eugen Stähle|Stähle]] bei der [[Gaskammer (Massenmord)|Vergasung]] eines Frauentransportes anwesend war und alle dabei zusahen. Sprauer arbeitete auch an dem Entwurf zum nicht in Kraft getretenen Euthanasiegesetz mit.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee592&amp;quot;/&amp;gt; Ab 1943 führte er den Titel Professor.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Sander742&amp;quot;&amp;gt;Peter Sandner: &amp;#039;&amp;#039;Verwaltung des Krankenmordes – Der Bezirksverband Nassau im Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;, Gießen 2003, S. 742.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit ==&lt;br /&gt;
Nach Kriegsende gab Sprauer am 23. April 1946 gegenüber [[Robert Kempner]] in [[Nürnberg]] eine [[Eidesstattliche Erklärung]] ab und äußerte dort unter anderem: „Die unheilbaren Geisteskranken sollten aus wehrpolitischen Gründen, um Platz zu machen[,] beseitigt werden“.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert bei: Peter Sander: &amp;#039;&amp;#039;Verwaltung des Krankenmordes – Der Bezirksverband Nassau im Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;, Gießen 2003, {{Webarchiv|url=http://www.lwv-hessen.de/files/266/Sandner_Verwaltung_5_Seite_511-690.pdf |wayback=20131021104343 |text=S. 512.   }} (PDF; 1,8&amp;amp;nbsp;MB)&amp;lt;/ref&amp;gt; Sprauer musste sich schließlich gemeinsam mit dem Euthanasiearzt [[Arthur Schreck]] wegen [[Verbrechen gegen die Menschlichkeit]] in Tateinheit mit [[Beihilfe (Strafrecht Deutschlands)|Beihilfe]] zum [[Mord (Deutschland)|Mord]] vor dem [[Schwurgericht]] des [[Landgericht Freiburg|Landgerichts Freiburg]] verantworten.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-44448725.html &amp;#039;&amp;#039;Euthanasie – Listen mit roten Kreuzen&amp;#039;&amp;#039;]. In: [[Der Spiegel]], Ausgabe 20 vom 18. Mai 1950, S. 8f.&amp;lt;/ref&amp;gt; Verfahrensgegenstand war die Teilnahme an den NS-Euthanasieverbrechen in Baden aufgrund entsprechender Verwaltungsvorbereitungen, Einweisung der Anstaltsleiter, [[T4-Gutachter]]tätigkeiten, Aussonderung von zur Tötung bestimmter behinderter Menschen in der NS-Tötungsanstalt Grafeneck, Leitung einer „[[Kinderfachabteilung]]“ und Tötung von Kindern durch [[Phenobarbital|Luminal]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www1.jur.uva.nl/junsv/brd/Angeklagtenfr.htm |wayback=20081022103418 |text=&amp;#039;&amp;#039;Justiz- und NS-Verbrechen&amp;#039;&amp;#039; |archiv-bot=2019-04-28 13:55:21 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 16. November 1948 wurde Sprauer zu einer lebenslänglichen Haftstrafe und Schreck zu lebenslänglich zuzüglich zehn Jahren [[Zuchthaus]] verurteilt. Nach der [[Revision (Recht)|Revision]] wurde die Haftstrafe von Schreck auf zwölf Jahre und jene von Sprauer auf elf Jahre Zuchthaus reduziert. Beiden wurde zugutegehalten, dass sie „nach ihrer charakterlichen Veranlagung keine Verbrecher“ seien und „in einem geordneten Staat nicht zum Verbrecher geworden wären. Sie sind beide der Rechtsordnung des nationalsozialistischen Staates erlegen“.&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Was sie taten – Was sie wurden. Ärzte, Juristen und andere Beteiligte am Kranken- oder Judenmord.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 2004, S. 206 f., S. 90.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Strafverbüßung von Sprauer wurde 1951 durch [[Gnadenbefugnis|Gnadenerlass]] ausgesetzt. Er erhielt ab Juli 1954 als monatliche Unterhaltszahlung 450 [[Deutsche Mark|DM]] und im Januar 1955 den Bescheid, nicht für die Gerichtskosten aufkommen zu müssen. Mit Wirkung zum 1. April 1956 wurden ihm 50 % des verdienten Ruhegehalts als jederzeit widerrufliche Zahlung zugesprochen.&amp;lt;ref&amp;gt;Ramona Schmidt: &amp;#039;&amp;#039;Der Freiburger Grafeneck-Prozess: Die strafrechtlichen Verfahren gegen Dr. med. Ludwig Sprauer (1884-1962) und Dr. med. Arthur Josef Schreck (1878-1963) wegen der Tötung psychisch Kranker aus den badischen Heilanstalten während der nationalsozialistischen Diktatur.&amp;#039;&amp;#039; Medizinische Dissertation, Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg 2023, S. 75 [https://archiv.ub.uni-heidelberg.de/volltextserver/35120/1/Dissertation_Schmidt_Ramona.pdf PDF online]&amp;lt;/ref&amp;gt; Bei Schreck wurde ähnlich verfahren. Sprauer nahm seinen Wohnsitz in Konstanz.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee592&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=5-123050-51 Urteil des Landgerichts Freiburg gegen Sprauer] im Staatsarchiv Freiburg&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|9783596160488}}&lt;br /&gt;
* {{BibISBN|3596243645}}&lt;br /&gt;
* Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;„Euthanasie“ im NS-Staat&amp;#039;&amp;#039;. 11. Auflage. Fischer-Taschenbuch, Frankfurt/M. 2004, ISBN 3-596-24326-2.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;LG Freiburg i.Br., 2. Mai 1950&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Justiz und NS-Verbrechen]]. Sammlung deutscher Strafurteile wegen nationalsozialistischer Tötungsverbrechen 1945–1966, Bd. VI, bearbeitet von Adelheid L. Rüter-Ehlermann, H.&amp;amp;nbsp;H. Fuchs, [[C. F. Rüter]]. University Press, Amsterdam 1971, Nr. 211, S. 477–541 ([https://web.archive.org/web/20010910044658/http://www1.jur.uva.nl/junsv/brd/files/brd211.htm &amp;#039;&amp;#039;Mitwirkung am ‚Euthanasieprogramm‘ in Baden durch vorbereitende Verwaltungsmassnahmen, durch Instruktion der Anstaltsleiter, Begutachtung von Meldebögen, Selektion der Geisteskranken und ihre Verlegung in die Tötungsanstalt Grafeneck. Leitung einer ‚Kinderfachabteilung‘ und Tötung dort verwahrter ‚Reichsausschusskinder‘ durch Luminalinjektionen&amp;#039;&amp;#039;]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=12996610X|LCCN=no2016141748|NDL=|VIAF=23233729}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Sprauer, Ludwig}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Burschenschafter (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Allgemeinmediziner]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Aktion T4)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verurteilte Person (NS-Täter)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ministerialrat (Baden)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Badener]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1884]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1962]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Sprauer, Ludwig&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Mediziner und badischer Medizinalbeamter&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=19. Oktober 1884&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Heidelberg]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=24. Juni 1962&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Achern]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
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