<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Ludwig_Hahn</id>
	<title>Ludwig Hahn - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Ludwig_Hahn"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ludwig_Hahn&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-02T16:39:39Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ludwig_Hahn&amp;diff=573037&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Ichigonokonoha am 2. Februar 2026 um 18:50 Uhr</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ludwig_Hahn&amp;diff=573037&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-02-02T18:50:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Ludwig Hahn personal SS files.jpg|mini|Ludwig Hahn (1930er Jahre)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Ludwig Hahn with his family in occupied Warsaw.jpg|mini|Ludwig Hahn (links), [[Johannes Steinhoff]] (Mitte)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Announcement of death of 100 of Polish hostages executed in occupied Warsaw after the death of Franz Kutschera (February 1944).jpg|mini|Ludwig Hahn ordnet die Erschießung von 100 Geiseln als Rache für den Tod von [[Franz Kutschera (SS-Mitglied)|Franz Kutschera]] an.]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ludwig Hermann Karl Hahn&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[23. Januar]] [[1908]] in [[Eitzen I|Eitzen]] ([[Landkreis Uelzen]]); † [[10. November]] [[1986]] in [[Ammersbek]]&amp;lt;ref&amp;gt;Sterberegister des Standesamtes Ammersbek Nr. 26/1986.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://recherche.staatsarchiv.hamburg.de/ScopeQuery5.2/detail.aspx?ID=1317137 |titel=Hahn, Ludwig Hermann Karl, Dr. iur., u.&amp;amp;nbsp;a., wegen Befehl und Weitergabe zur Erschießung von mindestens 2000 polnischen Zivilpersonen während des Warschauer Aufstandes von Anfang August bis Ende September 1944 durch die Sicherheitspolizei im Polizeiviertel (KdS Warschau) (Staatsanwaltschaft Hamburg 147 Js 22/69, abgetrennt aus 141 Js 192/60) |abruf=2020-01-01 |sprache=de}}&amp;lt;/ref&amp;gt;) war ein deutscher Jurist und im [[NS-Staat|nationalsozialistischen Deutschen Reich]] [[SS-Standartenführer]], [[Regierungsdirektor]], Leiter der Staatspolizeistelle [[Weimar]], Führer des [[Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD|Einsatzkommandos]]&amp;amp;nbsp;1 der Einsatzgruppe&amp;amp;nbsp;I in [[Polen]] und als [[Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des Sicherheitsdienstes|Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD]] in [[Krakau]] sowie [[Warschau]] mitverantwortlich für die endgültige [[Aufstand im Warschauer Ghetto|Räumung des Warschauer Ghettos]] 1943.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft und Studium ==&lt;br /&gt;
Ludwig Hahn war Sohn des Bauern Ludwig Hahn.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wulf290&amp;quot;&amp;gt;Josef Wulf: &amp;#039;&amp;#039;Das Dritte Reich und seine Vollstrecker – Die Liquidation von 500.000 Juden im Ghetto Warschau&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 1961, S. 290.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er hatte vier Geschwister.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Młynarczyk136&amp;quot;&amp;gt;Jacek Andrzej Młynarczyk: &amp;#039;&amp;#039;Vom Massenmörder zum Lebensversicherer. Dr. Ludwig Hahn und die Mühlen der deutschen Justiz&amp;#039;&amp;#039;. In: Andrej Angrick, Klaus-Michael Mallmann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Gestapo nach 1945. Karrieren, Konflikte, Konstruktionen.&amp;#039;&amp;#039; Darmstadt 2009, S. 136.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach dem Besuch der Volksschule trat er 1918 in das Realgymnasium [[Lüneburg]] ein und legte dort 1927 die Reifeprüfung ab. Von 1927 bis 1931 studierte Hahn an den Universitäten [[Friedrich-Schiller-Universität Jena|Jena]] und [[Georg-August-Universität Göttingen|Göttingen]] [[Rechtswissenschaft]]. Hahn trat während seines Studiums in die [[Landsmannschaft Saxo-Suevia#Landsmannschaft Suevia Jena|Landsmannschaft Suevia Jena]] ein. Die erste juristische Staatsprüfung legte er am 27. Juni 1931 ab und [[Promotion (Doktor)|promovierte]] am 27. Juli 1932 zum [[Doktor der Rechte|Dr.&amp;amp;nbsp;jur.]] Seine Referendarzeit verbrachte Hahn in Lüneburg, [[Naumburg (Saale)|Naumburg]], [[Weimar]] und Jena, bevor er am 29. April 1935 seine zweite Staatsprüfung absolvierte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wulf290&amp;quot; /&amp;gt; 1935 heiratete er Charlotte Steinhoff, Schwester des Wehrmacht Offiziers und späteren Vier-Sterne-General der Bundeswehr [[Johannes Steinhoff]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Berufliche und politische Aktivitäten im Nationalsozialismus ==&lt;br /&gt;
Unmittelbar darauf wurde Hahn am 1. Juni 1935 als Referent in das [[Reichssicherheitshauptamt|Sicherheitshauptamt]] des [[Reichsführer SS|Reichsführers SS]] berufen (SS-Nummer 65.823). Am 1. Januar 1936 kam er als [[Assessor]] zur [[Geheime Staatspolizei|Staatspolizeistelle]] [[Hannover]] und übernahm dort die Stellvertretung des Leiters. Nach einer Versetzung an die [[Geheimes Staatspolizeiamt (Berlin)|Gestapo Berlin]] am 1. September 1936&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wulf290&amp;quot; /&amp;gt; leitete er ab April 1937 die Staatspolizeistelle Weimar. In dieser Funktion war er auch der ständige Vertreter des [[Polizeipräsident]]en.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Młynarczyk136&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem Lebenslauf vom 7. Oktober 1936 geht Hahn auch ausführlich auf seinen politischen Werdegang ein:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Text=Politisch habe ich mich nur innerhalb der nationalsozialistischen Bewegung betätigt. Am 1. Februar 1930 trat ich in Göttingen in die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] ein und erhielt die [[Liste der NSDAP-Mitgliedsnummern|Mitgliedsnummer]] 194 463. Gleichzeitig wurde ich Mitglied des [[Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund|NSDStB]]. Im Juni 1930 meldete ich mich in Jena zur [[Sturmabteilung|SA]], im Dezember 1930 wurde ich zum SA-Scharführer befördert. Nach Ablegung meiner ersten juristischen Staatsprüfung, Ende Juli 1932, gab ich den SA-Dienst auf, um nicht aus dem preußischen Justiz-Ausbildungsdienst entfernt zu werden. Der NSDAP gehörte ich weiterhin an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 21. April 1933 trat ich in die [[Schutzstaffel|SS]] ein. Bis Ende Mai 1933 machte ich Dienst im 2.&amp;amp;nbsp;Sturm II/17. SS-Standarte in Lüneburg. Von Ende Mai bis Ende Oktober 1933 gehörte ich zum 3. Sturm IV/26. SS-Standarte in Hamburg, von Ende Oktober bis Ende Dezember 1933 zum 1.&amp;amp;nbsp;Sturm I/47.&amp;amp;nbsp;SS-Standarte in Weimar. Von dort wurde ich zur Stabswache des SS-Oberabschnitts Mitte in Weimar überwiesen. Im Februar 1934 wurde ich abkommandiert zum SD-RFSS im [[SD-Oberabschnitt]] Mitte und im Mai 1934 in den [[Sicherheitsdienst des Reichsführers SS|SD]] übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit April 1933 bin ich Mitglied des [[NS-Rechtswahrerbund]]es. Im April/Mai 1933 gründete ich im [[Gau Ost-Hannover]] die Gruppe Jungjuristen des NSRB. Im März 1934 nahm ich an dem 1. Juristenkursus der Thüringischen Staatsschule für Führertum und Politik in Ependorf teil.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Bundesarchiv Koblenz. Zitiert nach Joseph Wulf: &amp;#039;&amp;#039;Das Dritte Reich und seine Vollstrecker – Die Liquidation von 500.000 Juden im Ghetto Warschau&amp;#039;&amp;#039;, S. 290 f.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit August 1935 war er mit Charlotte, geb. Steinhoff und Schwester von [[Johannes Steinhoff]], verheiratet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wulf290&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Cite web|url=https://www.spiegel.de/politik/bis-zum-letzten-a-837a8fdc-0002-0001-0000-000042762308|title=Prozesse {{!}} Bis zum letzten|date=31.12.1972|via=www.spiegel.de}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hahn absolvierte zwei achtwöchige Lehrgänge bei der [[Wehrmacht]]: vom 8. August bis zum 3. Oktober 1936 beim Ergänzungs-Bataillon 56 in Braunschweig und vom 2. Januar bis 1. März 1937 bei der Panzer-Abwehr-Abteilung 3 in Frankfurt/Oder, aus dem er als Gefreiter und Reserve-Offizier-Anwärter entlassen wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wulf290f&amp;quot;&amp;gt;Josef Wulf: &amp;#039;&amp;#039;Das Dritte Reich und seine Vollstrecker – Die Liquidation von 500.000 Juden im Ghetto Warschau&amp;#039;&amp;#039;, S. 290f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweiter Weltkrieg: Einsatz bei SD, SS, bei der Vernichtung des Warschauer Ghettos und Terroraktionen ==&lt;br /&gt;
Beim [[Überfall auf Polen]] im September 1939 wurde Hahn zum Führer des [[Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD|Einsatzkommandos]] 1 der Einsatzgruppe I unter [[Bruno Streckenbach]] für das „[[Unternehmen Tannenberg]]“ tätig,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Młynarczyk136&amp;quot; /&amp;gt; mit der Aufgabe der „Bekämpfung aller reichs- und deutschfeindlichen Elemente rückwärts der fechtenden Truppe“ und der gleichzeitigen möglichst umfassenden „Dezimierung“ der polnischen [[Intelligenzija|Intelligenz]] (insbesondere diejenigen, deren Namen im &amp;#039;&amp;#039;[[Sonderfahndungsbuch Polen]]&amp;#039;&amp;#039; enthalten waren). Die Einsatzgruppe I wurde im August 1939 in [[Wien]] aufgestellt und im Bereich der 14. Armee in [[Deutsche Besetzung Polens 1939–1945|Polen]] eingesetzt. Nach einer Einquartierung in [[Sanok]] vom 26. September bis zum 26. Oktober und Einsätzen in Neutitschen, [[Bielsko-Biała|Bielsko]] und [[Rzeszów]] wurden die Einsatzgruppen am 20. November 1939 aufgelöst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Januar 1940 folgte Hahn [[Walter Huppenkothen]] als Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD (KdS) in [[Krakau]] nach. Schon am 14. August 1940 wurde er zum [[Reichssicherheitshauptamt]] versetzt und gleichzeitig als Sonderbeauftragter des [[Reichsführer SS|Reichsführers SS]] beim deutschen Gesandten in [[Bratislava|Preßburg]] abgeordnet, wo er als Berater des slowakischen Innenministers für den Bereich Polizei tätig war. Ab April 1941 übernahm Hahn im Zuge des [[Balkanfeldzug]]es das Kommando der Einsatzgruppe Griechenland.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Młynarczyk136f&amp;quot;&amp;gt;Jacek Andrzej Młynarczyk: &amp;#039;&amp;#039;Vom Massenmörder zum Lebensversicherer. Dr. Ludwig Hahn und die Mühlen der deutschen Justiz&amp;#039;&amp;#039;. S. 136f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 1. August 1941 übernahm er die Nachfolge von SS-Sturmbannführer [[Johannes Hermann Mueller|Johannes Müller]] als KdS [[Warschau]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee219&amp;quot;&amp;gt;Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Das Personenlexikon zum Dritten Reich&amp;#039;&amp;#039;, Frankfurt am Main 2007, S. 219&amp;lt;/ref&amp;gt; In dieser Funktion war er mitverantwortlich für die Liquidierung des [[Warschauer Ghetto]]s durch [[Deportation#Deportationen während des Nationalsozialismus|Deportationen]] in das [[Vernichtungslager Treblinka]] im Sommer 1942.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Młynarczyk138&amp;quot;&amp;gt;Jacek Andrzej Młynarczyk: &amp;#039;&amp;#039;Vom Massenmörder zum Lebensversicherer. Dr. Ludwig Hahn und die Mühlen der deutschen Justiz&amp;#039;&amp;#039;. S. 138&amp;lt;/ref&amp;gt; Als KdS unterstanden Hahn ca. 500–600 Mann (dazu gehörte auch der SS-Unterscharführer [[Josef Blösche]]) sowie ca. 1000 polnische Kriminalpolizisten und aus Ukrainern und Kosaken bestehende Wachkompanien; insgesamt ca. 2000 Mitarbeiter und Bedienstete. Bis zum Spätherbst 1942 wurden 300.000 Juden deportiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hahn war zudem maßgeblich in die Terrormaßnahmen gegen die Bevölkerung Warschaus involviert und mit seiner Dienststelle auch an der Niederschlagung des [[Warschauer Aufstand]]es im Spätsommer 1944 sowie den Morden an und der Vertreibung von Zivilisten als auch der [[Zerstörung Warschaus]] beteiligt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Młynarczyk137f&amp;quot;&amp;gt;Jacek Andrzej Młynarczyk: &amp;#039;&amp;#039;Vom Massenmörder zum Lebensversicherer. Dr. Ludwig Hahn und die Mühlen der deutschen Justiz&amp;#039;&amp;#039;. S. 137f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 16. Dezember 1944 wurde Hahn als Chef der Einsatzgruppe L (Cochem) an die Westfront versetzt, um dann am 31. Januar 1945 nochmals an die Ostfront zur [[Heeresgruppe Weichsel]] als Beauftragter von [[Carl Oberg]] zurückzukehren. Er war danach im Stab des Höheren [[SS- und Polizeiführer]]s in [[Dresden]] und wurde noch im März 1945 als [[Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD|Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD]] in [[Westfalen]] und zum Schutz von Gauleiter [[Alfred Meyer (Gauleiter)|Alfred Meyer]] eingesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. Jacek Andrzej Młynarczyk: &amp;#039;&amp;#039;Vom Massenmörder zum Lebensversicherer. Dr. Ludwig Hahn und die Mühlen der deutschen Justiz&amp;#039;&amp;#039;. S. 137&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 29. März 1945 wollten 120 Gefolgsleute der Gestapo vor der nahenden Front fliehen, wurden jedoch in der Münsteraner Gestapo-Zentrale an der Gutenbergstraße von Hahn abgepasst und an die zu diesem Zeitpunkt am [[Dortmund-Ems-Kanal]] östlich der Stadt verlaufende Front abkommandiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Ultimo: &amp;#039;&amp;#039;Zeitreise: Ostfront am Kanal – Recherchen ohne Ende: Der Historiker Christian Steinhagen weiß alles über »Das braune Münster«&amp;#039;&amp;#039;, Carsten Krystofiak, Nr. 11/13, 13. Mai 2013 – 26. Mai 2013, S. 8f.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Nachkriegszeit, Verhaftungen und Verurteilung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ludwig Hahn and Thomas Wippenbeck during the Hamburg trial.jpg|mini|Ludwig Hahn und Thomas Wippenbeck auf der Anklagebank]]&lt;br /&gt;
Nach [[Bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht|Kriegsende]] war Hahn zunächst unter falschem Namen in [[Bad Eilsen]] untergetaucht und verdiente seinen Lebensunterhalt als Landarbeiter. Hahn nahm 1949 wieder seinen richtigen Namen an und fand über seinen Schwiegervater eine Beschäftigung in der Textilbranche, zuletzt war er Verkaufsleiter bei &amp;#039;&amp;#039;Scharpenack &amp;amp; Teschenmacher&amp;#039;&amp;#039; in [[Wuppertal]]. Im Herbst 1951 wechselte er in die Versicherungsbranche, wurde stellvertretender Organisationsdirektor der [[Karlsruher Versicherungen|Karlsruher Lebensversicherung AG]] und leitete für dieses Unternehmen ab 1955 die Hamburger [[Filiale|Dependance]]. Ende 1958 wechselte Hahn in Hamburg zur &amp;#039;&amp;#039;Hans Rudolf Schmidt &amp;amp; Co GmbH&amp;#039;&amp;#039;, wo er die Sparte Lebensversicherung leitete und als Prokurist tätig war. Ein Journalist, der zufällig in einem Hamburger Hotel von Hahns Aufenthalt in Hamburg erfuhr, wandte sich an die [[Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen|Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen]] und zeigte Hahn an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Młynarczyk138f&amp;quot;&amp;gt;Jacek Andrzej Młynarczyk: &amp;#039;&amp;#039;Vom Massenmörder zum Lebensversicherer. Dr. Ludwig Hahn und die Mühlen der deutschen Justiz&amp;#039;&amp;#039;. S. 138f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anfang Juli 1960 wurde Hahn an seinem Wohnsitz in [[Hamburg-Bahrenfeld]] verhaftet und in [[Untersuchungshaft]] genommen, aus der er erst ein Jahr später im Juli 1961 unter Auflagen wieder entlassen wurde, nachdem es nicht gelungen war, eine tragfähige Anklage beizubringen.&amp;lt;ref&amp;gt;Jacek Andrzej Młynarczyk: &amp;#039;&amp;#039;Vom Massenmörder zum Lebensversicherer. Dr. Ludwig Hahn und die Mühlen der deutschen Justiz&amp;#039;&amp;#039;. S. 140f&amp;lt;/ref&amp;gt; Er kehrte an seinen Arbeitsplatz zurück, kaufte ein Grundstück und ließ dort ein Einzelhaus errichten, das er mit seiner Frau und den vier Kindern bezog.&amp;lt;ref&amp;gt;Jacek Andrzej Młynarczyk: &amp;#039;&amp;#039;Vom Massenmörder zum Lebensversicherer. Dr. Ludwig Hahn und die Mühlen der deutschen Justiz&amp;#039;&amp;#039;. S. 142&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Zwischenzeit liefen die Ermittlungen in partieller Zusammenarbeit mit polnischen Behörden gegen Hahn weiter. Nachdem die Beweislage gegen Hahn ausreichend war, wurde er im Dezember 1965 erneut inhaftiert und nach zwei Jahren „aus gesundheitlichen Gründen“ wiederum entlassen. Seine alte Arbeitsstelle hatte er inzwischen verloren, war danach kurzzeitig bei einem Investmentunternehmen angestellt und wurde schließlich als freier Versicherungsmakler tätig. Ab 1969 wurde über Hahn in der Presse berichtet. Die [[Holocaust]]überlebenden [[Simon Wiesenthal]] und [[Joseph Wulf]] kritisierten die Dauer des langwierigen Ermittlungsverfahrens gegen Hahn.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Młynarczyk143f&amp;quot;&amp;gt;Jacek Andrzej Młynarczyk: &amp;#039;&amp;#039;Vom Massenmörder zum Lebensversicherer. Dr. Ludwig Hahn und die Mühlen der deutschen Justiz&amp;#039;&amp;#039;. S. 143f&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mai 1972 begann vor dem Hamburger Schwurgericht gegen Hahn die Hauptverhandlung zum Tatkomplex Gestapo-Gefängnis [[Pawiak]]. Hahn wurde der „[[Beihilfe (Strafrecht Deutschlands)|Beihilfe]] zum [[Mord (Deutschland)|Mord]] an mindestens 100 Polen“ für schuldig befunden, die auf seine Anordnung am 21. Juli 1944 erschossen wurden. Für dieses Verbrechen wurde er am 5. Juni 1973 zu zwölf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Ein [[Revision (Recht)|Revisionsantrag]] wurde durch den [[Bundesgerichtshof]] am 4. März 1975 zurückgewiesen. Am 5. März 1975 wurde Hahn erneut festgenommen und in die Haftanstalt überführt. Das [[Landgericht Hamburg]] verurteilte ihn am 4. Juli 1975 nach einem weiteren Verfahren schließlich wegen seiner Mitverantwortung (gemeinschaftlicher Mord) für die Judendeportationen aus dem Warschauer Ghetto zu einer lebenslangen Haftstrafe.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Młynarczyk147f&amp;quot;&amp;gt;Jacek Andrzej Młynarczyk: &amp;#039;&amp;#039;Vom Massenmörder zum Lebensversicherer. Dr. Ludwig Hahn und die Mühlen der deutschen Justiz&amp;#039;&amp;#039;. S. 147f&amp;lt;/ref&amp;gt; Zuvor waren bereits ihm untergebene Täter wie [[Heinrich Klaustermeyer]] 1965 in der [[Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (bis 1990)|Bundesrepublik Deutschland]] durch das [[Landgericht Bielefeld]] und [[Josef Blösche]] 1969 in der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] durch das [[Landgericht Erfurt|Bezirksgericht Erfurt]] schon lange abgeurteilt worden u.&amp;amp;nbsp;a. aufgrund von Material aus [[Deutschland]] und [[Volksrepublik Polen|Polen]].&amp;lt;ref&amp;gt;Andreas Mix: &amp;#039;&amp;#039;Das Ghetto vor Gericht. Zwei Strafprozesse gegen Exzeßtäter aus dem Warschauer Ghetto vor bundesdeutschen und DDR-Gerichten im Vergleich&amp;#039;&amp;#039;. In: Stephan Alexander Glienke, Volker Paulmann und Joachim Perels (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Erfolgsgeschichte Bundesrepublik? Die Nachkriegsgesellschaft im langen Schatten des Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;, Wllstein, Göttingen 2008, ISBN 978-3-8353-0249-5, S. 319ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch nach diesem Verfahren gegen Hahn wurde durch den BGH am 11. Januar 1977 einem Revisionsantrag nicht stattgegeben. Hahn wurde am 30. September 1983 aus der Haft entlassen und starb am 10. November 1986.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Młynarczyk147f&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beförderungen ==&lt;br /&gt;
* SS-Rottenführer: 9. November 1934&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wulf292&amp;quot;&amp;gt;Josef Wulf: &amp;#039;&amp;#039;Das Dritte Reich und seine Vollstrecker – Die Liquidation von 500.000 Juden im Ghetto Warschau&amp;#039;&amp;#039;, S. 292&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* SS-Unterscharführer: 1. Juni 1935&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wulf292&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* SS-Hauptscharführer: 9. November 1935&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wulf292&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* SS-Untersturmführer: 20. April 1936&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wulf292&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* SS-Obersturmführer: 30. Januar 1938&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wulf292&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* SS-Hauptsturmführer: 1. August 1938&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wulf292&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* SS-Sturmbannführer: 26. September 1938&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wulf292&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Oberregierungsrat: 12. September 1941&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wulf293&amp;quot;&amp;gt;Josef Wulf: &amp;#039;&amp;#039;Das Dritte Reich und seine Vollstrecker – Die Liquidation von 500.000 Juden im Ghetto Warschau&amp;#039;&amp;#039;, S. 293&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* SS-Obersturmbannführer: 9. November 1941&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wulf293&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* SS-Standartenführer: 20. April 1944&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wulf294&amp;quot;&amp;gt;Josef Wulf: &amp;#039;&amp;#039;Das Dritte Reich und seine Vollstrecker – Die Liquidation von 500.000 Juden im Ghetto Warschau&amp;#039;&amp;#039;, S. 294&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Regierungsdirektor: 20. April 1944&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wulf294&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auszeichnungen ==&lt;br /&gt;
* [[Eisernes Kreuz]] (1939) II. Klasse am 6. Dezember 1940&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wulf293&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* [[Kriegsverdienstkreuz]] II. und I. Klasse mit Schwertern am 30. Januar 1943&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wulf293&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Eisernes Kreuz (1939) I. Klasse am 9. Oktober 1944&amp;lt;ref name=&amp;quot;Wulf294&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Jürgen Stroop]]&lt;br /&gt;
* [[Josef Blösche]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Helmut Krausnick]], Hans-Heinrich Wilhelm: &amp;#039;&amp;#039;Die Truppe des Weltanschauungskrieges. Die Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD 1938–1942.&amp;#039;&amp;#039; [[Deutsche Verlagsanstalt]], Stuttgart 1981, ISBN 3-421-01987-8.&lt;br /&gt;
* [[Joseph Wulf]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Dritte Reich und seine Vollstrecker.&amp;#039;&amp;#039; Arani 1961, wieder München 1978, ISBN 3-598-04603-0, häufige Neuauflagen, zuletzt Ullstein 2001.&lt;br /&gt;
* [[Joachim Jahns]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Warschauer Ghettokönig.&amp;#039;&amp;#039; Dingsda, Leipzig 2009, ISBN 978-3-928498-99-9.&lt;br /&gt;
* Andreas Mix: &amp;#039;&amp;#039;Das Ghetto vor Gericht. Zwei Strafprozesse gegen Exzeßtäter aus dem Warschauer Ghetto vor bundesdeutschen und DDR-Gerichten im Vergleich&amp;#039;&amp;#039;. In: Stephan Alexander Glienke, Volker Paulmann, [[Joachim Perels]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Erfolgsgeschichte Bundesrepublik? Die Nachkriegsgesellschaft im langen Schatten des Nationalsozialismus&amp;#039;&amp;#039;. Wallstein Verlag Göttingen 2008, ISBN 978-3-8353-0249-5, S. 319–345&lt;br /&gt;
* Jacek Andrzej Młynarczyk: &amp;#039;&amp;#039;Vom Massenmörder zum Lebensversicherer. Dr. Ludwig Hahn und die Mühlen der deutschen Justiz&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Andrej Angrick]], [[Klaus-Michael Mallmann]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die [[Gestapo]] nach 1945. Karrieren, Konflikte, Konstruktionen.&amp;#039;&amp;#039; Veröffentlichungen der [[Forschungsstelle Ludwigsburg]], 14. [[Wissenschaftliche Buchgesellschaft|WBG]], Darmstadt 2009, ISBN 978-3-534-20673-5.&lt;br /&gt;
* Clément Millon: [https://perspectivia.net/publikationen/francia/francia-recensio/2010-3/zg/angrick-mallmann_millon Rezension] in: [[Francia (Zeitschrift)|Francia]], H. 3, 2010 (französisch).&lt;br /&gt;
* Joseph Wulf: [https://www.zeit.de/1969/32/offener-brief-an-hamburgs-justiz &amp;#039;&amp;#039;Offener Brief an Hamburgs Justiz&amp;#039;&amp;#039;.] In: &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit]]&amp;#039;&amp;#039;, Nr. 32/1969, in Sachen Nichtbearbeitung der Strafsache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=137685084|VIAF=81837091|LCCN=no2015107686}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Hahn, Ludwig}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jurist (Nationalsozialismus)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jurist in der Polizeiverwaltung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person der Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Reichssicherheitshauptamt)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SD-Personal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestapo-Personal]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person im Zweiten Weltkrieg (Erste Slowakische Republik)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (deutsche Besetzung Griechenlands 1941–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (deutsche Besetzung Polens 1939–1945)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Polizist (Dresden)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Regierungsdirektor]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verurteilte Person (NS-Kriegsverbrechen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SS-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:SA-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSDAP-Mitglied]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:NSRB-Mitglied]] &lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landsmannschafter]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1908]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1986]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Hahn, Ludwig&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Hahn, Ludwig Hermann Karl&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Kommandeur der Sicherheitspolizei und des SD in Krakau und Warschau&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=23. Januar 1908&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Eitzen I|Eitzen]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=10. November 1986&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Ammersbek]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Ichigonokonoha</name></author>
	</entry>
</feed>