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	<title>Louis Boëz - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-24T04:56:13Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Louis_Bo%C3%ABz&amp;diff=2644741&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Rauenstein am 26. November 2023 um 13:49 Uhr</title>
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		<updated>2023-11-26T13:49:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Louis Boëz.jpg|miniatur|Louis Boëz vor seiner Kanada-Reise]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Louis Boëz&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[8. Februar]] [[1888]] in [[Maroilles]] im [[Département Nord]]; † [[24. März]] [[1930]] in [[Đà Lạt]], [[Indochina]]) war ein [[Frankreich|französischer]] [[Mediziner]] und [[Bakteriologe]]. Ihm sind mikrobiologische Entdeckungen des frühen 20. Jahrhunderts zu verdanken. Mehr noch hat er die Entdeckungen anderer Forscher seiner Epoche in nutzbare Laborpraktiken umgesetzt. Insbesondere ist sein Name mit der Internationalisierung des [[Institut Pasteur]] verknüpft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ausbildung und akademische Karriere ==&lt;br /&gt;
Nach dem Studium an der [[Universität Lille I|Universität Lille]], wo zuvor bereits [[Louis Pasteur]] Professor gewesen war, arbeitete er ab 1908 als &amp;#039;&amp;#039;Externe des Hôpitaux&amp;#039;&amp;#039; (vergleichbar mit einem klinischen Semester) und wurde 1910 als Jahrgangsbester promoviert. Hierauf wurde er Schüler von [[Albert Calmette]], dem damaligen Leiter des Institut Pasteur, wo er 1912 eine Assistentenstelle erhielt. Im Ersten Weltkrieg diente er in der [[Saloniki|französischen Orientarmee]], bis er in die [[Bakteriologische Untersuchung|bakteriologischen Laboratorien]] der Armee abkommandiert wurde. Zwischen Kriegsende und Mitte der 1920er-Jahre entwickelte sich seine akademische Karriere bis zum Professor der medizinischen Fakultät der [[Universität Straßburg]] und ins Direktorium des ebenda ansässigen &amp;#039;&amp;#039;Hygiene-Instituts Straßburg&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Institut d’hygiène et TP dentaire – Université de Strasbourg: [http://www.unistra.fr/plans/zoom/medecine/c3/9/index.html Plans de Campus]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben und Wirken ==&lt;br /&gt;
Zu Beginn seines Berufslebens veröffentlichte Louis Boëz eigene Beobachtungen über die Folgeschäden von [[Vergiftung]]en mit [[Stickoxide]]n sowie eine Serie von Notizen über Themen wie [[Spirochäten|Spirochätose]], [[Filtration (Trennverfahren)|filtrierbare]] [[Viren]] und Methoden der [[Serologie|Serodiagnose]] bei [[Syphilis]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[August von Wassermann]]/Albert Neisser/Carl Bruck: Eine serodiagnostische Reaktion bei Syphilis. In: Deutsche Medizinische Wochenschrift 48 (Leipzig, 1906), S. 745–746.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von 1920 an arbeitete er zusammen mit dem französischen Bakteriologen [[Amédée Borrel]] (Namensgeber für die [[Borreliose]]) und dem Schweizer Virologen [[André de Coulon]] am Studium der [[Tuberkulose]]bakterien, ihres [[Natürliches Milieu|Umgebungsmilieus]], ihrer [[Infektiosität|Fähigkeit zu infizieren]] sowie der Veränderung der [[Toxizität|Giftigkeit]] des [[Tuberkulin]]s. Damit verhalf er dem [[Tuberkulin-Test]] zu einer sicheren Anwendbarkeit und weiteren Verbreitung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit denselben Forschern untersuchte er die Wirkung verschiedener Metalle und Teer auf die [[Karzinom|Krebstumore]] bei [[Mäuse]]n, also auf die [[Karzinogen|krebsartigen]] Erbanlagen derartiger Nagetiere. Noch in Straßburg begann er die Arbeit über [[Anaerobe Abwasserreinigung|anaerobe]] [[Mikroorganismus|Mikroben]]. Insbesondere entwickelte er die in der labormäßigen Diagnose bekannte anaerobe Hämokultur&amp;lt;ref&amp;gt;vergleiche A. Foz und L. Arcalis, Die Komplementbindungs-Reaktion in der Diagnose der menschlichen Brucellose in Medical Microbiology and Immunology, Volume 136, Number 1 (1952), 55–66, {{DOI|10.1007/BF02152527}} (englisch).&amp;lt;/ref&amp;gt; als wichtigen Meilenstein in der Diagnose der Blutvergiftung. Im Auftrag des Instituts Pasteur war er Teilnehmer einer Mission, die ihn 1925 ans [[Rockefeller Institute|Rockefeller Institut]] nach [[New York City|New York]] führte, um sich Kenntnisse der Forschungsergebnisse von [[Peter K. Olitsky]] und [[Frederick L. Gates]] über neuentdeckte [[mikrobiell]]e Elemente in frühen Stadien [[Epidemie|epidemisch]] auftretender [[Influenza|Grippe]] und [[akut]]em, schwerem Schnupfen (aus heutiger Sicht eine Art [[Schweres Akutes Atemwegssyndrom]] anzueignen. Dieser Austausch amerikanischer und französischer Forscher war ein voller Erfolg, was sich in gemeinsamen Arbeiten und Veröffentlichungen äußerte – mit Olitsky zeigte er die Wirkung von [[Pneumotoxizität|Bacteria Pneumosintes]] in Lungengewebe auf und veröffentlichte 1927 mit ihm im &amp;#039;&amp;#039;[[Journal of Experimental Medicine]]&amp;#039;&amp;#039; vier Artikel über die Eigenschaften der [[Maul- und Klauenseuche]].&amp;lt;ref&amp;gt;Zum Beispiel Peter K. Olitsky and Louis Boëz: &amp;#039;&amp;#039;Studies on the Physical and Chamical Properties of the Virus of Foot- and Mouth Disease / III. Resistance to Chemicals&amp;#039;&amp;#039;. [[J Exp Med]]. New York, Strasbourg, 1927 (April 30); 45(5): 815–831, {{PMC|2131239}}, 1927, by The Rockefeller Institute for Medical Research New York (englisch, französisch).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1927 hielt Boëz auf Einladung des franco-kanadischen Instituts eine Konferenz-Serie über Bakteriologie an den Universitäten von [[Universität Montreal|Montreal]] und [[Université du Québec|Québec]] ab. Gerade zu diesem Zeitpunkt brach in [[Montreal]] eine schwere Typhus-Epidemie aus, und der verfügbare Impfstoff erschöpfte sich rasch. L. Boëz organisierte damals im klinischen Labor des [[Centre hospitalier de l’Université de Montréal|Krankenhauses Nôtre Dame]] von Montreal die Produktion eines zur [[Schluckimpfung]] geeigneten [[Lebendimpfstoff]]s (4000–5000 Einheiten täglich), welche die Epidemie in einigen Wochen besiegte. Hierauf sah sich die Universität von Montreal veranlasst, ein bakteriologisches Institut zu gründen und L. Boëz den Posten des Direktors anzutragen. Diesen hatte er nur kurz inne, denn das Direktorium des Instituts Pasteur übertrug ihm kurze Zeit später die Verantwortung für ein Tochterinstitut in Indochina, sodass er ab 1927 die Nachfolge von [[François Guérin]] als Direktor des Instituts Pasteur von [[Saigon]] antrat und bis 1930 beibehielt. Seit jener Zeit haben sich die von Louis Boëz geknüpften Bande erhalten, seine Verdienste um die schnelle Ursachenforschung und erfolgreiche Bekämpfung der Typhusepidemie von 1926 haben eine lange, produktive Tradition franko-kanadischer Wissenschaftsforschung begründet und werden bis heute nicht zuletzt in der kanadischen Louis Pasteur-Stiftung wachgehalten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://web.archive.org/web/20100531050333/http://www.docstoc.com/docs/6194151/Bulletin-of-the-Canadian-Foundation-Louis-Pasteur-Number-Summer Bulletin of the Canadian Foundation Louis Pasteur Number Summer]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben seinen administrativen Aufgaben setzte Louis Boëz in Indochina zielstrebig seine Forschungsarbeit fort. Mit J. Guillerm und H. Marneffe fasste er eine Behandlung von [[Lepra]] durch Einnahme einer auf dem an [[sekundäre Pflanzenstoffe|sekundären Pflanzenstoffen]] reichhaltigen Mangostane-Öl basierenden Seife ins Auge. Außerdem erforschte er die Wirkung der [[vietnam]]esischen Spezialität [[Nuoc-mam]], einer durch fermentierte Giftstoffe hergestellten Fischsauce und machte die Rolle anaerober [[Flora]] bei ihrer Herstellung augenscheinlich. Er studierte die keimtötende Wirkung des Blutes und verbesserte die [[Diagnostik]] verschiedener Bluterkrankungen. Bei dieser Gelegenheit perfektionierte er seine bereits zuvor entdeckte Technik der anaerobischen Hämokultur. [[1928]] übersetzte er Gideon Wells‘ Werk &amp;#039;&amp;#039;Die chemischen Aspekte der [[Immunität (Medizin)|Immunität]] (Les aspects chimiques de l’immunité)&amp;#039;&amp;#039;, versah es mit Kommentaren und publizierte es beim Verlagshaus Gaston Dion &amp;amp; Cie. Im darauffolgenden Jahr erhielt er von [[Émile Roux]], dem Direktor des Instituts Pasteur, seine Ernennung zum beigeordneten Direktor der Übersee-Institute Pasteur (Instituts Pasteur d’Outre-mer) sowie [[1929]] einen Sitz in der franco-chinesischen Kommission zur Evaluierung der Gründung eines Instituts Pasteur in [[Shanghai]]. Während seiner Forschungsarbeiten über die keimtötenden Eigenschaften des Blutes erlitt er eine durch Typhusbazillen verursachte Blutvergiftung, an deren Folgen er am 24. März 1930 verstarb. Posthum wurde sein letzter Artikel über physisch-chemische Eigenschaften der Immunität &amp;#039;&amp;#039;(Les théories physico-chimiques de l’immunité)&amp;#039;&amp;#039;. [[Joseph Mesnard]] trat seine Nachfolge an der Spitze des Instituts Pasteur in Saigon an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Veröffentlichungen ==&lt;br /&gt;
Louis Boëz publizierte mit renommierten Forschern wie: A. Borrel, de Coulon, E. Duhot, Freysz, J. Guillerm, R. Keller, A. Kerlstadt, Lanzanby, L. Leclercq, H. Marneffe, P. K. Olitsky, Pautrier, L. Robin, J. Schreiber, Vaucher.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Les aspects chimiques de l’immunité&amp;#039;&amp;#039; / par H. Gideon Wells; traduit et annoté par le docteur L. Boëz, 1928.&lt;br /&gt;
* Louis Boëz: &amp;#039;&amp;#039;Hygiène rurale,&amp;#039;&amp;#039; Strasbourg (1929).&lt;br /&gt;
* L. Boëz, J. Schreiber: &amp;#039;&amp;#039;Les Bactériémies à „Bacillus perfringens“&amp;#039;&amp;#039;. Strasbourg (1927).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* August von Wassermann/Albert Neisser/Carl Bruck: &amp;#039;&amp;#039;Eine serodiagnostische Reaktion bei Syphilis&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Deutsche Medizinische Wochenschrift]],&amp;#039;&amp;#039; 48 (1906), S. 745–746.&lt;br /&gt;
* Jan Gordian Hubert: &amp;#039;&amp;#039;Vergleich von vier PCR-Verfahren zum Nachweis von TrypanoSOma cruzi hinsichtlich Sensitivität und Spezifität mit diagnostischer Evaluierung in einem Endemiegebiet&amp;#039;&amp;#039;. München 2005 ([http://edoc.ub.uni-muenchen.de/3158/1/Hubert_JanGordian.pdf PDF]).&lt;br /&gt;
* P. K. Olitsky, F. L. Gates: &amp;#039;&amp;#039;Experimental Study of the Nasopharyngeal Secretions from Influenza Patients&amp;#039;&amp;#039;. New York, J. A. M. A. 74: 1497 (May 29) 1920.&lt;br /&gt;
* H. Heubach: &amp;#039;&amp;#039;Bacterium Pneumosintes als Erreger Einer Posttraumatischen Meningitis&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Klinische Wochenschrift]],&amp;#039;&amp;#039; Band 17, 1938, 271–273, {{DOI|10.1007/BF01779877}}.&lt;br /&gt;
* Jean-Pierre Dedet: &amp;#039;&amp;#039;Les instituts pasteur d’outre-mer: Cent vingt ans … dans le monde&amp;#039;&amp;#039;. Harmattan Paris, 2001, 248 Seiten&lt;br /&gt;
* Bernard (Noël), Louis Boëz: &amp;#039;&amp;#039;Archives des Instituts Pasteur d’Indochine&amp;#039;&amp;#039;. Nr. 11, 10 S., 04/1930.&lt;br /&gt;
* H. Gideon Wells: &amp;#039;&amp;#039;The Chemical Aspects of Immunity&amp;#039;&amp;#039;. New York, Chemical Catalogue Co., 1929. 286 S.&lt;br /&gt;
* ARCHIVES DES INSTITUTS PASTEUR D’INDOCHINE, J GUILLERM, A BANOS et NGUYEN-VAN-LIEN, L SOUCHARD et RAMIJEAN&lt;br /&gt;
* J. Guillerm, A. Banos et Nguyen-Van-Lien: Première Partie: Travaux de Recherches : L’utilisation de Krabao Indochinois pour le traitement de la lèpre (16 S.) - Archives des Instituts Pasteur d’Indochine. N° 18, Oktober 1933. (Contentant entre autres).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Louis Boëz}}&lt;br /&gt;
* [http://www.pasteur.fr/infosci/archives/f-bio.html Institut Pasteur] (englisch, französisch)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=|VIAF=230669223|GNDfehlt=ja|GNDCheck=2019-03-16}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Boez, Louis}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bakteriologe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschullehrer (Universität Straßburg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Franzose]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1888]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1930]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Boëz, Louis&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=französischer Mediziner und Bakteriologe&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=8. Februar 1888&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Maroilles]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=24. März 1930&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Đà Lạt]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Rauenstein</name></author>
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