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	<title>Lotzdorf - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Lotzdorf&amp;diff=1709843&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Wurgl: +Normdaten, doppelten Parameter entfernt</title>
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		<updated>2026-03-18T08:11:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;+Normdaten, doppelten Parameter entfernt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Infobox Ortsteil einer Gemeinde in Deutschland&lt;br /&gt;
| Gemeindeart            = Große Kreisstadt&lt;br /&gt;
| Gemeindename           = Radeberg&lt;br /&gt;
| Ortswappen             = &lt;br /&gt;
| Breitengrad            = 51/07/37.5/N&lt;br /&gt;
| Längengrad             = 13/54/30/E&lt;br /&gt;
| Bundesland             = DE-SN&lt;br /&gt;
| Höhe                   = &lt;br /&gt;
| Höhe-von               = 219&lt;br /&gt;
| Höhe-bis               = 271&lt;br /&gt;
| Höhe-Bezug             = DE-NN&lt;br /&gt;
| Fläche                 = 4.810&lt;br /&gt;
| Fläche-Quelle          = &amp;lt;ref name=&amp;quot;Gindex&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://geoindex.io/gemarkungen/143055 |titel=Gemarkung Lotzdorf, Stadt Radeberg |werk=GEOindex |abruf=2026-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Einwohner              = 1163&lt;br /&gt;
| Einwohner-Stand-Datum  = 2011&lt;br /&gt;
| Einwohner-ca           = 1&lt;br /&gt;
| Einwohner-Quelle       = &amp;lt;ref name=&amp;quot;Gindex&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
| Eingemeindungsdatum    =&lt;br /&gt;
| Postleitzahl1          = 01454&lt;br /&gt;
| Vorwahl1               = 03528&lt;br /&gt;
| Lagekarte              = &lt;br /&gt;
| Lagekarte-Beschreibung = &lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lotzdorf&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist ein in der gleichnamigen [[Gemarkung]] gelegenes [[Dorf]] in [[Radeberg]] im [[Sachsen|sächsischen]] [[Landkreis Bautzen]]. Lotzdorf ist seit 1. Januar 1920 keine [[Verwaltungseinheit|Gebietskörperschaft]] mehr und besitzt keinen [[Ortsteil]]status im Sinne der [[kommunalrecht]]lichen Untergliederung, hat jedoch seine eigene Gemarkung behalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographie ==&lt;br /&gt;
Lotzdorf befindet sich etwa anderthalb Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums von Radeberg. Die Gemarkung gehört zum Gebiet der Radeberger Kernstadt. Im Nordwesten grenzt es an Radeberger [[Ortsteil]] [[Liegau-Augustusbad]], im Norden an die [[Wachau (Sachsen)|Wachauer]] Ortslage [[Feldschlößchen (Wachau)|Feldschlößchen]]. Westlich benachbart liegt die [[Dresdner Heide]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dorfkern befindet sich entlang der &amp;#039;&amp;#039;Lotzdorfer Straße&amp;#039;&amp;#039; in einem nach Nordwesten abfallenden rechten Seitental der [[Große Röder|Großen Röder]], die die Dorfflur von Süden nach Norden in weiten Bögen durchfließt. Weite Teile der 483&amp;amp;nbsp;Hektar (Stand: 1900) großen Flur werden landwirtschaftlich genutzt. Kleinere Randbereiche, unter anderem im Rödertal, sind mit Mischwald bestanden. In Lotzdorf befindet sich mit der Ludwig-Richter-Schule eine von zwei [[Mittelschule]]n Radebergs. Am rechten Ufer der Großen Röder liegt auf der &amp;#039;&amp;#039;Langen Aue&amp;#039;&amp;#039; die städtische [[Kläranlage]], der &amp;#039;&amp;#039;Abwasserzweckverband Obere Röder&amp;#039;&amp;#039; hat hier seinen Sitz. Auf Lotzdorfer Flur liegen an der Großen Röder drei historische [[Wassermühle]]n, deren Namen je nach Besitz-Verhältnissen oft wechselten:&lt;br /&gt;
* die &amp;#039;&amp;#039;Talmühle&amp;#039;&amp;#039; (frühere Namen: &amp;#039;&amp;#039;Ulbrichtsmühle, Lotzdorfer Grundmühle&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* die vom [[Epilepsiezentrum Kleinwachau]] heute als Wohnheim genutzte &amp;#039;&amp;#039;Tobiasmühle&amp;#039;&amp;#039; und die&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Rasenmühle&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Lotzdorfer Mühle&amp;#039;&amp;#039; genannt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
=== Frühgeschichte ===&lt;br /&gt;
Das Gebiet von Lotzdorf war bereits in der [[Bronzezeit]] bewohnt, wovon mehrere Siedlungsfunde zeugen. Von überregionaler wissenschaftlicher Bedeutung für die Erforschung der [[Frühgeschichte|frühgeschichtlichen]] Besiedlung ist der von Günter Krause gefundene und mit [[Rudolf Limpach]] u.&amp;amp;nbsp;a. Mitgliedern der Fachgruppe Heimatforschung im [[Kulturbund der DDR]], Ortsgruppe Radeberg, geborgene und untersuchte spätkaiserzeitlich-[[völkerwanderung]]szeitliche [[Depotfund|Hortfund]] mit Eisengeräten und einem Backofen aus spätgermanischer Zeit, auf einer Anhöhe etwa 400 Meter westlich der Lotzdorfer Tobiasmühle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund der wissenschaftlichen und überregionalen Bedeutung dieses Fundes hatte 1962 das [[Landesmuseum für Vorgeschichte Dresden]] die Leitung der weiteren Ausgrabungen und die Konservierung übernommen. Dieser Hortfund ist kein [[Depotfund]], sondern ein Siedlungsrest.&amp;lt;ref&amp;gt;Günther Krause, [[Rudolf Limpach]], Reinhard Spehr: &amp;#039;&amp;#039;Ein spätkaiserzeitlich-völkerwanderungszeitlicher Hortfund mit Eisengeräten von Radeberg-Lotzdorf, Kreis Dresden.&amp;#039;&amp;#039; Sonderdruck aus Arbeits- und Forschungsberichte zur sächsischen Bodendenkmalpflege, Band 14/15, Hrsg.: Landesmuseum für Vorgeschichte Dresden, VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften Berlin, 1966. [https://sachsen.digital/werkansicht?tx_dlf%5Bid%5D=514294&amp;amp;tx_dlf%5Bpage%5D=173 Digitalisat] {{OCLC|843480802}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ortsgeschichte ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Oeder TafelIX.jpg|mini|Lotzdorf (am linken Kartenrand) um 1590; Karte von [[Mathias Oeder]]. Achtung: Karte ist gesüdet, d.&amp;amp;nbsp;h. Norden ist unten, Osten ist links]]&lt;br /&gt;
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Lotzdorf im Jahre 1341 als &amp;#039;&amp;#039;Locensdorf&amp;#039;&amp;#039;. Es ist ein zweizeiliges [[Reihendorf]] mit der Anlage eines [[Waldhufendorf]]es mit der für diese Ansiedlungsform typischen Einteilung der parzellierten Fluren hinter den Höfen, überwiegend quer zum langgestreckten Dorf. Der Ortsname geht wahrscheinlich auf den Vornamen des [[Lokator]]s Lutz/Lotz/Lotze zurück, bedeutet also &amp;#039;&amp;#039;Ludwigsdorf&amp;#039;&amp;#039;. Der Name des Dorfes wandelte sich im 14. und 15. Jahrhundert unter anderem über die Formen &amp;#039;&amp;#039;Oczensdorf&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;dy Luzze&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;die Lutze&amp;#039;&amp;#039;), &amp;#039;&amp;#039;Luczinstorff&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Lutzdorf&amp;#039;&amp;#039; ([[Matthias Oeder]]) hin zur heutigen, bereits 1551 bezeugten Bezeichnung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das von den Neusiedlern gerodete Land wurde in [[Hufe]]n aufgeteilt, die Bauern erhielten ihre Hufe entweder als [[Lehnswesen|Lehen]] oder als zu erwerbenden Besitz (Hufenland) angeboten. Damit erwarben die Lotzdorfer Bauern das Bauernrecht, d.&amp;amp;nbsp;h. ein in der Dorfordnung fixiertes Recht einer bäuerlichen Gemeinde einschließlich der Nutzung der [[Allmende]]. Sie waren nicht Untertanen eines adligen [[Rittergut]]sbesitzers oder [[Grundherrschaft|Grundherren]], sondern unterstanden als [[Schriftsässigkeit|Amtsdorf]] dem [[Amt (historisches Verwaltungsgebiet)|Amt]] Radeberg (das als unmittelbare Vertretung des [[Landesherr]]n fungierte), nicht aber der [[Stadt]] Radeberg.&lt;br /&gt;
[[Datei:Fotothek df rp-c 0710039 Radeberg-Liegau-Augustusbad und Lotzdorf. Ausschnitt aus, Oberreit, Sect. Dresde.jpg|mini|Lage von Lotzdorf, Karte aus dem 19. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
Lotzdorf war seit seiner Gründung Teil des Kirchen[[Pfarrei|sprengels]] Radeberg im [[Diakon|Erzdiakonat]] [[Gau Nisan|Nisan]] und nach Radeberg eingepfarrt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zuge der [[Industrialisierung]] Radebergs in der [[Gründerzeit]] ab der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Lotzdorf mehr und mehr zum Arbeiterwohnort der nahen Industriestadt Radeberg, so dass sich der Dorf-Charakter mit der Stadt vermischte. Beide [[Gemeinde]]n wuchsen infolge der Wohn-Bebauung des &amp;#039;&amp;#039;Communicationsweges zwischen Lotzdorf und Radeberg&amp;#039;&amp;#039; (Teil der heutigen Badstraße und Dr.-Rudolf-Friedrichs-Straße, diese ist eine der Grenzstraßen zwischen den Gemarkungen Radeberg und Lotzdorf) auch territorial näher zusammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lotzdorf war bis zum 31. Dezember 1919 (auf Grundlage der [[Sächsische Landgemeindeordnung von 1838|Landgemeindeordnung von 1838]]) eine selbständige Gemeinde mit [[Magistrat (Deutschland)|Gemeindevorstand]], [[Polizei (Deutschland)|Polizeilicher Aufsicht]], [[Standesamt]] und „Gemeinsamer Gemeindekrankenversicherung Lotzdorf und Liegau“. Es unterstand gerichtlich und grundherrschaftlich dem Amt Radeberg und verwaltungsmäßig (bis 1918) der „Königl. [[Amtshauptmannschaft Dresden-Neustadt]]“.&amp;lt;ref&amp;gt;Akte 1238 Stadtarchiv Radeberg&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Stadtarchiv Rad. Einverleibung 3.1.1920.jpg|mini|Amtliche Bekanntmachung über die [[Inkorporation (Recht)|Vereinigung]] Radeberg und Lotzdorf 1920]]&lt;br /&gt;
Zum Stichtag 1. Januar 1920 haben sich die beiden politischen Gemeinden Radeberg und Lotzdorf [[Inkorporation (Recht)|vereinigt]].&amp;lt;ref&amp;gt;Ortsgesetz über die Vereinigung der Landgemeinde Lotzdorf mit der Stadt Radeberg. Akte 2.3.000.085 Stadtarchiv Radeberg&amp;lt;/ref&amp;gt; Es erfolgte keine [[Eingemeindung]], sondern nach damaligem Sprachgebrauch eine „Einverleibung“. Jegliche [[Gebietskörperschaft (Deutschland)|gebietskörperschaftliche]], öffentlich- und privatrechtliche, gemeindliche und politische Funktionen und Stellungen der Gemeinde Lotzdorf sind zu diesem Zeitpunkt erloschen, die bisherigen gemeindlichen Vertretungen Lotzdorfs wurden ersatzlos aufgelöst. Alle diesbezüglichen Rechte und Verbindlichkeiten sowie das gesamte bewegliche und unbewegliche Vermögen der Landgemeinde Lotzdorf sind zum Stichtag auf die Stadtgemeinde Radeberg übergegangen.&lt;br /&gt;
Der Flurbezirk Lotzdorf ist unter Beibehaltung seiner bisherigen Flurstück-Nummern in den Gemeinde- und Flurbezirk Radeberg eingeordnet worden, so dass nach der Vereinigung 1920 in der neuen, vergrößerten Stadtgemeinde Radeberg zwei Flurbezirke bzw. [[Gemarkung]]en (Flur Radeberg und Flur Lotzdorf) mit ihren jeweils eigenen Flurstück-Nummern existieren. Somit können Flurstück-Nummern in der heutigen Stadt Radeberg doppelt vorkommen, sofern man die Gemarkung nicht mit anfügt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Schulgeschichte ===&lt;br /&gt;
1828 begannen die Gemeinden Liegau und Lotzdorf den Neubau eines gemeinsamen massiven Schulhauses auf einem der Gemeinde Lotzdorf gehörenden Grundstück (heute Lotzforfer Straße 50). Die Einweihung erfolgte am 13. Mai 1829 als Schule für den gemeinsamen [[Schulsprengel|Schulbezirk]] Lotzdorf und Liegau.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Radeberger Chronik 1550–1839&amp;#039;&amp;#039;. Handschriftliches Manuskript. Archiv-Nr. 00003476. Museum Schloss Klippenstein Radeberg&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Dieses erste eigene Lotzdorfer Schulhaus (auch für Liegau) hatte bis 1884 in dieser Funktion Bestand. 1884 ist in Lotzdorf ein neues Schulgebäude für den Schulbezirk Lotzdorf / Liegau erbaut worden, das bis heute mehrmals durch An- und Neubauten erweitert wurde. Bis zum Neubau einer eigenen Schule in Liegau und der Bildung eines eigenen neuen Schulbezirkes 1896 gehörten die Liegauer Kinder zum Schulbezirk Lotzdorf und wurden in Lotzdorf eingeschult.&lt;br /&gt;
Gemäß § 2 des Ortsgesetzes zur Vereinigung Radeberg – Lotzdorf ist 1920 ein separater „Vertrag über die Einverleibung der Schulgemeinde Lotzdorf“ nach Radeberg abgeschlossen worden.&amp;lt;ref&amp;gt;Radeberger Zeitung vom 17. Dezember 1919&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1946 erhielt die Schule den Ehrennamen [[Ludwig Richter]]s&amp;lt;ref&amp;gt;Renate Schönfuß-Krause: &amp;#039;&amp;#039;Ludwig Adrian Richter - der berühmte Enkel eines Kammerherrn von Schloss Wachau wurde zum Namensgeber der Lotzdorfer Schule&amp;#039;&amp;#039;.[https://www.teamwork-schoenfuss.de/lotzdorf-impressionen/ludwig-richter-schule/], abgerufen am 26. August 2018&amp;lt;/ref&amp;gt;, heute trägt sie den Namen „Ludwig-Richter-Schule / Oberschule“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beherbergungen ===&lt;br /&gt;
In der Blütezeit des „Radeberger Bades“ (des späteren [[Augustusbad]]es) etwa ab Ende des 18. Jahrhunderts wurde Lotzdorf wegen seiner unmittelbaren Nähe zum Bad und der landschaftlichen Schönheit der Röder-Auen zwischen Lotzdorf und [[Liegau-Augustusbad|Liegau]] zum beliebten und kostengünstigen Beherbergungs-Ort für wohlhabende und auch berühmte [[Kur]]gäste, die hier regelmäßig und wiederholt ganze Sommer über im Beisein ihrer Familien „kurten“. Zwischen 1808 und 1816 hielt sich [[Gerhard von Kügelgen]] 4 Sommer lang hier auf und wohnte mit Ehefrau Helene Marie [[Zoege von Manteuffel]] und Sohn [[Wilhelm von Kügelgen]] im nahen Lotzdorf.&amp;lt;ref&amp;gt;Renate Schönfuß-Krause: &amp;#039;&amp;#039;Die Welt ist ungerecht - oder der Irrtum des Wilhelm von Kügelgen&amp;#039;&amp;#039;. [http://www.die-radeberger.de/.cm4all/uproc.php/0/2016_Online/Ausgabe_27_2016.pdf?cdp=a&amp;amp;_=164d51da458] (PDF), abgerufen am 26. August 2018&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Landwirtschaft ==&lt;br /&gt;
Die Dorfbewohner betrieben Landwirtschaft als Einkommensquelle, im Dorfkern blieben mehrere alte Bauerngehöfte mit Gebäuden aus dem frühen 19. Jahrhundert erhalten. In Lotzdorf befanden sich außer den 3 Mühlen auch ein seit dem 16. Jahrhundert nachweisbares [[Freigut (Rechtsgeschichte)|Freigut]] und ein [[Armenhaus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Zeit der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] war die bereits 1953 gebildete [[Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft|LPG]] „Junge Garde“ mit anfangs nur 63 [[Hektar|ha]] der bestimmende landwirtschaftliche Betrieb in Lotzdorf. Diese LPG schloss sich später mit der LPG der Nachbargemeinde [[Leppersdorf (Wachau)|Leppersdorf]] zusammen und umfasste unter dem neuen Namen „Einigkeit“ (Typ III) ca. 1100 ha. Am 1. März 1959 wurde die zweite LPG „Saatbau“ (Typ I) mit 271 ha gebildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Industrie ==&lt;br /&gt;
=== Die Ziegelei Lotzdorf ===&lt;br /&gt;
Seit 1811 ist eine [[Ziegelei]] nachgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Renate Schönfuß-Krause: &amp;#039;&amp;#039;Von der Ziegelei Lotzdorf zum Ziegelwerk Radeberg Lotzdorf.&amp;#039;&amp;#039; [https://www.teamwork-schoenfuss.de/industrie-kultur-sachsen/ziegelei-radeberg-lotzdorf/ Online-Ressource, (PDF-Datei; 5,8 MB)]&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese wurde aus der zur Ziegelei gehörenden „wandernden“ [[Tonstich|Tongrube]] westlich der Badstraße beliefert, d.&amp;amp;nbsp;h. die alte, ausgebaggerte Seite wurde im ähnlichen Volumen wie die meist gegenüber liegende, neu ausgebaggerte Seite wieder verfüllt. Etwa ab Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Lotzdorfer Ziegelei auf hohes technisches Niveau gebracht. Dazu gehörten u.&amp;amp;nbsp;a.&amp;lt;ref&amp;gt;Wilfried Lumpe: &amp;#039;&amp;#039;Unsere Ziegeleien - aus und vergessen.&amp;#039;&amp;#039; In: Radeberger Blätter zur Stadtgeschichte; Bd. 09, 2011. Hrsg.: Stadt Radeberg, in Zusammenhang mit der AG Stadtgeschichte.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* ein [[Eimerkettenbagger]] mit Schienenfahrwerk für Hoch- und Tiefschnitt von einer Standsohle aus,&lt;br /&gt;
* eine [[Feldbahn|Feldbahn-Anlage]] vom Bagger über [[Kollergang]], Pressenhaus, [[Ringofen]] bis zu den Trockenschuppen mit mehreren [[Drehscheibe]]n,&lt;br /&gt;
* ein mit einem 677 m&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; großen Trockenboden überbauter Ringofen mit 14 [[Feuerraum|Brennkammern]] zu je 8.000 Ziegeln auf etwa 450 m&amp;lt;sup&amp;gt;2&amp;lt;/sup&amp;gt; bebauter Fläche,&lt;br /&gt;
* ein 25 m hoher [[Schornstein]],&lt;br /&gt;
* ein mit einer 60 PS starken [[Dampfmaschine]] betriebenes Pressenhaus,&lt;br /&gt;
* mehrere Lager- und Trockenschuppen und&lt;br /&gt;
* ein mittels (zeitweise) 2 [[Geschichte der Windenergienutzung|Winkrafträdern]] angetriebenes Wasser-Pumpensystem zur Förderung des Brauchwassers sowie zur unterirdischen Ableitung des aus der unteren Sohle der Tongrube abzupumpenden überschüssigen [[Grundwasser]]s in den [[Liegau-Augustusbad|Liegauer Tannengrund]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Inkorporation Lotzdorfs nach Radeberg am 1. Januar 1920 wurde die auf der [[Gemarkung]] Lotzdorf befindliche Ziegelei in &amp;#039;&amp;#039;Ziegelwerk Radeberg Lotzdorf&amp;#039;&amp;#039; umbenannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ab 1946 bis etwa 1955 produzierte die Ziegelei auch [[Nasspressstein]]e als [[Brennstoff]] für Heizzwecke.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1960 hatte die Ziegelei 20 Beschäftigte und produzierte etwa 2,2 Millionen Ziegel. Wegen fehlender Arbeitskräfte ist die Ziegelei 1963 stillgelegt worden.&amp;lt;ref&amp;gt;Sächsisches Staatsarchiv Dresden, Archivale Bestand 11087 Amtsgericht Radeberg, 0472, Dat.1922-1963 Dampfziegelei Radeberg-Lotzdorf Edgar Bittcher, Ziegelwerk Radeberg Lotzdorf A. Breitenstein&amp;lt;/ref&amp;gt; Heute erinnern nur noch das in 2 Ebenen existierende, 2,5&amp;amp;nbsp;ha große Baggerloch (die untere Ebene bildet der heute nur noch etwa 0,7&amp;amp;nbsp;ha große [[Baggersee|Ziegeleiteich]], einige Gebäude-Reste sowie der zurückgebaute Schornstein) an das Ziegelwerk Radeberg Lotzdorf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Betriebe ===&lt;br /&gt;
1869 gründete Carl Barth an der [[Gemarkung|Flurgrenze]] zu Lotzdorf die zu Radeberg gehörende „[[Schiffchen (Nähen)|Nähmaschinenschiffchen-Fabrik]] Carl Barth“, später als „[[Volkseigener Betrieb|VEB]] Mechanische Werkstätten Radeberg“ bekannt. Um 1895 gründete Franz Schueller in der ihm gehörenden und in der Anfangszeit auch als Gaststätte genutzten Lotzdorfer „Thalmühle“ eine Metallbearbeitungs-Fabrik, die u.&amp;amp;nbsp;a. auch Nähmaschinenschiffchen herstellte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1890 verlegte die „Deutsche Patentfeilenfabrik Meyer, Focke &amp;amp; Co.“ ihren Firmensitz von [[Dresden]] in ihren Neubau nach Lotzdorf, wo sie ab 1904 als „Deutsche Patentfeilenfabrik Dr. Georg Schmidt, Lotzdorf“ ihre größte Ausbaustufe erreichte und unter verschiedenen Firmierungen und Besitzverhältnissen bis 1970 existierte.&amp;lt;ref&amp;gt;Bernd Rieprich: Die &amp;#039;&amp;#039;Radeberger Patentfeilenfabrik&amp;#039;&amp;#039;. In: Radeberger Blätter zur Stadtgeschichte Bd. 04, Hrsg. Stadt Radeberg in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe Stadtgeschichte, Radeberg 2006&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Lotzdorfer Flur befinden sich am rechten Ufer der [[Große Röder|Großen Röder]] das [[Kläranlage|Klärwerk]] Radeberg und der Hauptsitz des [[Wasserzweckverband|Abwasserzweckverbandes]] „Obere Röder“, zu dem neben Radeberg die Gemeinden [[Arnsdorf]], [[Wachau (Sachsen)|Wachau]], [[Großröhrsdorf]] und [[Großharthau]] mit ihren Ortsteilen gehören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der [[Wende und friedliche Revolution in der DDR|Wende]] entstanden im Osten der Flur das „Gewerbegebiet Badstraße“ und ein (zum großen Teil auf den Flächen des ehemaligen &amp;#039;&amp;#039;Ziegelwerkes Radeberg Lotzdorf&amp;#039;&amp;#039; liegendes) Einkaufszentrum, das nach dem grundlegenden Umbau seit dem 5. November 2020 den Namen &amp;#039;&amp;#039;SILBERBERG CENTER&amp;#039;&amp;#039; trägt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einwohnerentwicklung ==&lt;br /&gt;
{| border=&amp;quot;1&amp;quot; cellspacing=&amp;quot;0&amp;quot;&lt;br /&gt;
| valign=&amp;quot;top&amp;quot; |&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background:#efefef;&amp;quot; | Jahr&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;background:#efefef;&amp;quot; | Einwohner&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
| 1551 || align=&amp;quot;right&amp;quot; | 25 [[Hufner|besessene Mann]], 1 [[Häusler]], 19 [[Inwohner]]&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
| 1764 || align=&amp;quot;right&amp;quot; | 21 besessene Mann, 16 Häusler&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
| 1834 || align=&amp;quot;right&amp;quot; | 398&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
| 1871 || align=&amp;quot;right&amp;quot; | 421&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
| 1890 || align=&amp;quot;right&amp;quot; | 772&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| 1895 || align=&amp;quot;right&amp;quot; | 1.282&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| 1900 || align=&amp;quot;right&amp;quot; | 1.445&lt;br /&gt;
|-----|-----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
| 1910 || align=&amp;quot;right&amp;quot; | 1.661&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
| 1920 || align=&amp;quot;right&amp;quot; | ca. 1.600,&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Einverleibung Lotzdorfs&amp;#039;&amp;#039;. Redaktioneller Artikel, in: „Radeberger Zeitung“ vom 3. Januar 1920&amp;lt;/ref&amp;gt;  Eingliederung nach [[Radeberg]]&lt;br /&gt;
|-----&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gedenkstätten ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Turnerdenkmal Lotzdorf mit Turnerkreuz.jpg|mini|hochkant=0.8|Ehrenmal Turnerbund Lotzdorf]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An der Lotzdorfer Straße befindet sich ein 1959 errichteter Gedenkstein für [[Ernst Thälmann]], der bis zur Wende als [[Pionierorganisation Ernst Thälmann#Pionierobjekt|Pionierobjekt]] durch Schüler der Ludwig-Richter-Schule gepflegt wurde. Das letzte Relief Thälmanns fertigte der Lotzdorfer Gießereiarbeiter Augustin Wenzl an.&lt;br /&gt;
An die einheimischen Opfer des [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkriegs]] erinnern das [[Kriegerdenkmal Lotzdorf]] und das vom [[Liste von Denkmalen, Skulpturen und Ehrentafeln in Radeberg|„Turnerbund Lotzdorf“]] errichtete Denkmal.&amp;lt;ref&amp;gt;Renate Schönfuß-Krause: &amp;#039;&amp;#039;Nah beieinander - ein fast vergessenes Denkmal in Lotzdorf und ein Kult-Song&amp;#039;&amp;#039;. [http://www.die-radeberger.de/.cm4all/uproc.php/0/2016_Online/Onlineausgabe_15_2016.pdf?cdp=a&amp;amp;_=164d50f15c8] (PDF), abgerufen am 26. August 2018&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Wilhelm von Kügelgen: &amp;#039;&amp;#039;Jugenderinnerungen eines alten Mannes&amp;#039;&amp;#039;. Hrsg. von [[Philipp von Nathusius (Herausgeber)|Philipp von Nathusius]]. [[Wilhelm Ludwig Hertz|W. Hertz]], Berlin 1870 (zuletzt bei Koehler und Amelang, München und Berlin 1996, ISBN 3-7338-0153-9)&lt;br /&gt;
* Renate Schönfuß-Krause: [https://www.teamwork-schoenfuss.de/lotzdorf-impressionen/ &amp;#039;&amp;#039;Lotzdorfer Impressionen. Ausgewählte Themen zur Geschichte Lotzdorfs&amp;#039;&amp;#039;]; [http://www.teamwork-schoenfuss.de/ Eigenverlag des Verfassers]; Mit vielen z.&amp;amp;nbsp;T. historischen Abbildungen und Originalaufnahmen sowie Karten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{HOV|URL=Lotzdorf}}&lt;br /&gt;
* [http://www.atlas.straszburger.com/fst_atlas/fundstelle.php?fs_id=68 Spätgermanischer Eisenhort von Lotzdorf]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Ortsteile von Radeberg}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=1022057073|VIAF=304928317}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Radeberg}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geographie (Radeberg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ort im Landkreis Bautzen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Bautzen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gemeindeauflösung 1920]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Radeberg)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Wurgl</name></author>
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