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	<title>Lotte Pritzel - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T06:27:57Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Lotte_Pritzel&amp;diff=616412&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: /* Literatur */ Halbgeviertstrich</title>
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		<updated>2026-01-27T19:59:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literatur: &lt;/span&gt; Halbgeviertstrich&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Lotte Pritzel by Hanns Holdt, 1916.jpg|mini|Lotte Pritzel (um 1916). Foto von [[Hanns Holdt]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lotte-pritzel01.jpg|mini|Lotte Pritzel (um 1930)]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Charlotte Pritzel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;StA Wedding von Berlin, Sterbeurkunde Nr. 515/1952&amp;lt;/ref&amp;gt; (* [[30. Januar]] [[1887]] in [[Breslau]]; † [[17. Februar]] [[1952]] in [[Berlin]]) war eine deutsche Puppenkünstlerin, [[Kostümbildner]]in und [[Zeichnung (Kunst)|Zeichnerin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
Charlotte „Lotte“ Pritzel war eine Tochter des Berliner Direktors Karl Pritzel und seiner Frau Elise, geborene Brennersdorf. 1905 zog Lotte Pritzel nach München. Ob sie tatsächlich an der Kunstschule des [[Wilhelm von Debschitz]] studierte, gilt als ungeklärt. Vielfach belegt ist dagegen, dass sie zur [[München|Münchner]] [[Bohème]] gehörte und in den Künstlerkreisen verkehrte, die sich z. B. im [[Café Stefanie]] trafen.&amp;lt;ref&amp;gt;https://www.muehsam-tagebuch.de/tb/index.php&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Etwa um 1908 begann Lotte Pritzel mit der Herstellung ihrer „Wachspuppen für die Vitrine“. Die etwa 60 Zentimeter großen Gestalten stellten zarte Tänzerinnen, mysteriöse [[Pierrot]]s oder melancholische Liebespaare dar. Ab 1912 gab der Keksfabrikant [[Hermann Bahlsen (Fabrikant, 1859)|Hermann Bahlsen]] bei ihr Werbefiguren in Auftrag, die auf der [[Werkbund]]-Ausstellung 1914 in Breslau ausgestellt wurden. Veröffentlichungen in der Darmstädter Zeitschrift &amp;#039;&amp;#039;[[Deutsche Kunst und Dekoration]]&amp;#039;&amp;#039; sowie Ausstellungen im Berliner [[Hohenzollern-Kunstgewerbehaus]] machten die Künstlerin bekannt. Ihre anfangs beweglichen, spätestens ab 1917 durchgängig aus Wachs geformten, mit Gaze, Spitzenteilchen, Glasperlen und Brokatfragmenten dekorierten Puppen verkauften sich zeitweise zu hohen Preisen und bis in die USA. Lotte Pritzels gesamtes Werk umfasste weit über 200  Stücke, etwa ein Fünftel der fragilen Figuren ist bis heute erhalten.&amp;lt;ref&amp;gt;Barbara Borek: &amp;#039;&amp;#039;Geschöpfe meiner selbst - Die Puppen der Künstlerin Lotte Pritzel (1887–1952) zwischen Kunst und Gewerbe.&amp;#039;&amp;#039; [Mikrofiche-Ausgabe] 2003.&amp;lt;/ref&amp;gt; Einige waren im Rahmen der Ausstellungen „Die Puppenkünstlerin und Kostümbildnerin Lotte Pritzel“ 2002/2003 in Berlin und „Ab nach München. Künstlerinnen um 1900“ 2014/2015 im [[Münchner Stadtmuseum]] zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ihre morbide verdrehten, überschlanken Künstlerpuppen trafen den Nerv der Zeit. Lotte Pritzels Figuren und möglicherweise ihr [[Lithographie]]nzyklus &amp;#039;&amp;#039;Tanz – Bewegungen und Kostüme&amp;#039;&amp;#039; von 1919 inspirierten Tänzerinnen wie  [[Anita Berber]] oder [[Niddy Impekoven]].&lt;br /&gt;
Auch [[Rainer Maria Rilke]]s Text &amp;#039;&amp;#039;Über die Puppen der Lotte Pritzel&amp;#039;&amp;#039;, 1921 mit Illustrationen der Künstlerin publiziert, gehört zu den überlieferten Zeugnissen vom Schaffen Lotte Pritzels. [[Max von Boehn (Kulturhistoriker)|Max von Boehn]] urteilte: „Die Puppen von Lotte Pritzel haben mehr von der Essenz unserer Zeit, als ein ganzer [[Glaspalast (München)|Glaspalast]] voll moderner Bilder.“&lt;br /&gt;
[[Datei:Illustration by Lotte Pritzel for Rainer Maria Rilke’s Puppen 1921.jpg|mini|Illustration von Lotte Pritzel für Rainer Maria Rilkes Text über ihre Puppen (1921)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1923 drehte die [[UFA]] einen 21-minütigen Dokumentarfilm mit dem Titel &amp;#039;&amp;#039;Die Pritzel-Puppe&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lotte Pritzel war weder geschäftstüchtig noch ehrgeizig. Auch zeigte sie keinerlei Ambitionen, das Wesen ihrer Puppen näher zu erläutern. Die „gern im Morphiumrausch schaffende Künstlerin“&amp;lt;ref&amp;gt;Justina Schreiber: &amp;#039;&amp;#039;Aus Sehnsucht und Leere geboren. Puppenkünstlerinnen und ihre Künstlerpuppen.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Puppen. Eine Sammlung von Doris Im Obersteg-Lerch.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. v. Spielzeugmuseum Riehen und Schwabe Verlag, Basel 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt; erklärte allenfalls, ihre so graziös wie verzweifelt wirkenden Gestalten seien „Geschöpfe ihrer selbst“ bzw. „Material gewordene innere Visionen“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit etwa 1918 war Lotte Pritzel mit dem Arzt Gerhard Pagel liiert. [[Carl Zuckmayer]] berichtet in &amp;#039;&amp;#039;Als wär’s ein Stück von mir&amp;#039;&amp;#039; über einen Aufenthalt bei Lotte Pritzel und Gerhard Pagel in der Schwabinger Clemensstraße:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Ich kam bei Lotte Pritzel unter, [[Annemarie Seidel|Mirls]] bester Freundin, über deren genialische Puppen-Geschöpfe damals lange [[Feuilleton]]s und [[Essay]]s geschrieben wurden: zarte Wachs- und Stoffgebilde von raffinierter Eleganz, denen immer ein kindlich-verderbter Zug anhaftete, wie manchen Gestalten von [[Aubrey Beardsley|Beardsley]] – fern vom Obszönen und dadurch umso reizvoller, sogar für solide Käufer. [...] Nächtelang hörte ich, wenn ich in ihrem Atelier, am Nähtisch unter entzückenden Seide- und Batistschnipseln, über meinen Manuskripten saß [...], die beiden aus dem Nebenzimmer – in jenem überhellten Hirnrausch, der das [[Kokain|weiße Pulver]] für die Süchtigen unwiderstehlich macht – miteinander reden, streiten und murmeln.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lotte Pritzels und Gerhard Pagels gemeinsame Tochter Irmelin Rose kam am 15. März 1921 zur Welt. Das Paar heiratete ein halbes Jahr später und übersiedelte in den frühen 1920er Jahren von München nach [[Berlin]]. Lotte Pritzel arbeitete auch als Kostümbildnerin und Bühnenausstatterin, u. a. 1923 für [[Frank Wedekind]]s Stück &amp;#039;&amp;#039;Die Kaiserin von Neufundland&amp;#039;&amp;#039; an den [[Münchner Kammerspiele]]n und 1925 für [[Klabund]]s &amp;#039;&amp;#039;Kreidekreis&amp;#039;&amp;#039; am Deutschen Theater in Berlin. In den 1930er Jahren zog sich Lotte Pritzel, die vermutlich ein Elternteil jüdischen Glaubens hatte, aus der Öffentlichkeit zurück.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie lebte zuletzt in der Reinickendorfer Straße 31 im [[Berlin-Wedding|Wedding]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; wo Gerhard Pagel auch seine Arztpraxis hatte. Lotte Pritzel starb 1952 im [[Diakoniestiftung Lazarus|Lazarus-Krankenhaus]] nach einem [[Schlaganfall]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Puppen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
 G-63-11178--Pritzel-L-Puppen-ONLINE.jpg|alt=Bleistift- und Tusche-Entwurf zu zwei Puppen auf kreisrundem Papier|Puppenentwürfe (um 1910)&lt;br /&gt;
 G-63-15439 Wachspuppe-m-Samtgewand-ONLINE.jpg|alt=Wachspuppe, die Fanny zu Reventlow nachempfunden ist, auf einem Schwarzweißfoto|Wachspuppe „[[Franziska zu Reventlow|Reventlow]]“ (um 1910)&lt;br /&gt;
 K-2013-162 Pritzel-L-Pierrot-ONLINE.jpg|alt=Wachspuppe, die einen Pierrot darstellt|„[[Pierrot]]“ aus Wachs, Draht und Textilien (1912)&lt;br /&gt;
 K-2013-149--Pritzel-L-Taenzerin-ONLINE.jpg|alt=Wachspuppe, die eine exotische Tänzerin darstellt|„[[Bajadere]]“ (vor 1924)&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schriften ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Puppen.&amp;#039;&amp;#039; Mit Rainer Maria Rilke. Hyperionverlag, München (1921).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Georg Hirschfeld: &amp;#039;&amp;#039;Neue Puppen von Lotte Pritzel – München.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Kunst und Dekoration&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 31, Oktober 1912 – März 1913, S. 254–260 ([https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/dkd1912_1913/0268/image Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Das Puppenbuch.&amp;#039;&amp;#039; Erich Reiss, Berlin 1921. [https://dfg-viewer.de/show/?set%5bmets%5d=https://jmb01.intranda.com/mets/pupp_00091254.xml Digitalisat] auf der Website des [[Jüdisches Museum Berlin|Jüdischen Museums Berlin]].&lt;br /&gt;
* Nina Lübbren: &amp;#039;&amp;#039;Renée Sintenis, Wendt &amp;amp; Kühn, Lotte Pritzel: Modes, Markets and Materials in Domestic Objects, 1910-1930.&amp;#039;&amp;#039; In: Deborah Ascher Barnstone, Maria Makela (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Material Modernity: Innovations in Art, Design, and Architecture in the Weimar Republic.&amp;#039;&amp;#039; Bloomsbury, London 2022, S. 221–246.&lt;br /&gt;
* Editha Mork u. Wolfgang Till (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lotte Pritzel, 1887-1952. Puppen des Lasters, des Grauens und der Ekstase.&amp;#039;&amp;#039; Ausstellungskatalog. Puppentheatermuseum im Stadtmuseum München, München 1987.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|122778359}}&lt;br /&gt;
* [https://www.deutsches-tanzarchiv.de/archiv/nachlaesse-sammlungen/lotte-pritzel Seite zu Lotte Pritzel] beim [[Deutsches Tanzarchiv Köln|Deutschen Tanzarchiv Köln]].&lt;br /&gt;
* [https://blog.muenchner-stadtbibliothek.de/lotte-pritzel-bohemiens-puppenkuenstlerin-traumtaenzerin-frauenderboheme/ Justina Schreiber: Lotte Pritzel – die Puppenkünstlerin]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=122778359|LCCN=no/2012/69884|VIAF=8277558}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Pritzel, Lotte}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Puppenmacher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1887]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1952]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Frau]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Pritzel, Lotte&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Pritzel, Charlotte&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutsche Puppenkünstlerin, Kostümbildnerin und Zeichnerin&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=30. Januar 1887&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Breslau]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=17. Februar 1952&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Berlin]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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