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	<title>Lothar von Trotha - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-09T10:24:48Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Lothar_von_Trotha&amp;diff=79945&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;KayHo XIII.: /* Stimmen von und über von Trotha */ &quot;diese&quot; hat keinen Bezug mehr gehabt</title>
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		<updated>2025-12-18T11:31:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Stimmen von und über von Trotha: &lt;/span&gt; &amp;quot;diese&amp;quot; hat keinen Bezug mehr gehabt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Lothar von Trotha.jpg|mini|Generalleutnant Lothar von Trotha (ca. 1905)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Adrian Dietrich Lothar von Trotha&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* [[3. Juli]] [[1848]] in [[Magdeburg]]; † [[31. März]] [[1920]] in [[Bonn]]) war ein [[Preußen|preußischer]] [[General der Infanterie]]. Er wirkte als Kommandeur der [[Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika|Kolonialtruppen]] in [[Deutsch-Südwestafrika]] und war für den [[Völkermord an den Herero und Nama]] verantwortlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Familie ===&lt;br /&gt;
Lothar von Trotha entstammte einer preußischen Offiziersfamilie, die zu dem [[Adel]]sgeschlecht [[Trotha (Adelsgeschlecht)|von Trotha]] gehört. Deren gleichnamige Stammburg lag im heutigen [[Trotha (Halle (Saale))|Halle-Trotha]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedingt durch den Offiziersberuf seines Vaters, [[Thilo Wolf von Trotha]] (1809–1876), wechselte von Trotha in seiner Kindheit häufig den Wohnort und besuchte Gymnasien in Wittenberg, Koblenz und Köln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 15. Oktober 1872 heiratete er in [[Mainz]] Bertha Neumann (* 15. Februar 1850 in [[Grudziądz|Graudenz]]; † 9. Oktober 1905 in [[Berlin]]), die Tochter des Rechnungsrates August Neumann und dessen Ehefrau Auguste Spaencke. Eine zweite Ehe ging er am 19. Mai 1912 in [[London]] mit Lucy Goldstein-Brinckmann verwitwete Herber&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|wsb|09|06|1912|14|Hymen. Vermählungen|HERVORHEBUNG=verivitw.&amp;amp;#32;Frau&amp;amp;#32;Lucy&amp;amp;#32;Herber}}&amp;lt;/ref&amp;gt; (* 30. April 1881 in [[Frankfurt am Main]]; † 30. Januar 1958 in [[Bonn]]) ein, der Tochter des Bankdirektors Heinrich Goldstein-Brinckmann und dessen Frau Christel Brinckmann. Aus der ersten Ehe gingen zwei Kinder hervor, die zweite blieb kinderlos.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Militärkarriere ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Lauenburgische Jäger-Bataillon Nr. 9 (1902) Oberstleutnant Löthar von Trotha.jpg|mini|Lothar von Trotha als Kommandant des Lauen&amp;amp;shy;burgischen Jäger-Bataillons Nr.&amp;amp;nbsp;9]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotha trat am 24. November 1865 als [[Fahnenjunker]] in das [[2. Garde-Regiment zu Fuß]] der [[Preußische Armee|Preußischen Armee]] ein und nahm am [[Deutscher Krieg|Preußisch-Österreichischen]] und [[Deutsch-Französischer Krieg|Deutsch-Französischen Krieg]] teil. Dort erhielt er das [[Eisernes Kreuz|Eiserne Kreuz]] II. Klasse. Als [[Major]] kommandierte er ab 1892 das [[Lauenburgisches Jäger-Bataillon Nr. 9|Lauenburgische Jäger-Bataillon Nr. 9]] in [[Ratzeburg]]. Ab Juni 1894, inzwischen zum [[Oberstleutnant]] befördert, wurde er [[à la suite]] des Bataillons zur Dienstleistung beim [[Auswärtiges Amt|Auswärtigen Amt]] kommandiert. Er wurde mit dem Posten des Stellvertreters des Gouverneurs von [[Deutsch-Ostafrika]] und den Funktionen des Kommandeurs der dortigen [[Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika|Schutztruppe]] betraut.&amp;lt;ref&amp;gt;Siegfried von Ziegner: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des Lauenburgischen Jäger-Bataillon Nr. 9.&amp;#039;&amp;#039; Ratzeburg 1898, Verlag von H. H. C. Freystatzky’s Buchdruckerei.&amp;lt;/ref&amp;gt; Mitte August 1897 kehrte Trotha nach Deutschland zurück und war als [[Oberst]] bis 15. Dezember 1899 Kommandeur des [[Infanterie-Regiment „von Stülpnagel“ (5. Brandenburgisches) Nr. 48|Infanterie-Regiments „von Stülpnagel“ (5. Brandenburgisches) Nr. 48]]. Anschließend beauftragte man ihn mit der Führung der [[72. Infanterie-Brigade (Deutsches Kaiserreich)|72. Infanterie-Brigade]]. Am 27. Januar 1900 folgte schließlich gleichzeitig die Ernennung zum [[Generalmajor]] und zum Kommandeur der [[Brigade]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 17. August 1900 wurde ihm während des [[Boxeraufstand]]s das Kommando der 1. Ostasiatischen Infanterie-Brigade übertragen. Nach seiner Rückkehr aus [[Kaiserreich China|China]] wurde Trotha zunächst vom 28. Oktober 1901 bis zum 26. Januar 1902 zu den [[Offizier von der Armee|Offizieren von der Armee]] versetzt&amp;lt;ref&amp;gt;Joachim von Goetzke: &amp;#039;&amp;#039;Offizier-Stammliste des Königlich Preußischen Kaiser Franz Garde-Grenadier-Regiments Nr. 2. 1814–1914.&amp;#039;&amp;#039; Verlag Paul Parey, Berlin 1914, S. 247.&amp;lt;/ref&amp;gt; und anschließend als Kommandeur der [[16. Infanterie-Brigade (Deutsches Kaiserreich)|16. Infanterie-Brigade]] nach [[Torgau]] versetzt. Am 17. Februar 1903 beauftragte man ihn mit der Führung der [[16. Division (Deutsches Kaiserreich)|16. Division]], und unter Beförderung zum [[Generalleutnant]] erfolgte am 22. März 1903 die Ernennung zum Divisionskommandeur.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kommandeur der Schutztruppe in Deutsch-Südwestafrika ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv Bild 183-R27576, Deutsch-Südwestafrika, Herero-Aufstand.jpg|mini|Lothar von Trotha 1904 mit seinem Stab]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 3. Mai 1904 erfolgte nach der Abberufung [[Theodor Leutwein]]s die Ernennung zum [[Oberbefehlshaber]] und [[Gouverneur]] von [[Deutsch-Südwestafrika|Deutsch-Südwest-Afrika]] mit dem Auftrag, den [[Völkermord an den Herero und Nama|Aufstand der Herero]] niederzuschlagen. Die Ernennung Trothas zum Kommandeur der [[Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika|Kaiserlichen Schutztruppe in Deutsch-Südwestafrika]] war umstritten.&amp;lt;ref&amp;gt;Generalmajor [[Nikolaus von Endres]] berichtete am 10. Mai 1904 an das [[Bayerisches Kriegsministerium|Bayerische Kriegsministerium]]: „dass die Ernennung des Generalleutnants von Trotha zum Führer des Expeditionskorps gegen den Widerspruch des [[Bernhard von Bülow|Reichskanzlers]], des Chefs des Generalstabes und des Kolonialdirektors von seiner Majestät&amp;#039;&amp;#039; [Kaiser Wilhelm II., Anm. d. Verf.] &amp;#039;&amp;#039;verfügt wurde.“ Vgl. Helmut Bley, &amp;#039;&amp;#039;South-West Africa under German rule 1894–1914&amp;#039;&amp;#039;, Evanston 1971, S. 158 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Offizierskorps der Schutztruppe wurde sogar darüber diskutiert, sich mit einer Eingabe direkt an Kaiser [[Wilhelm II. (Deutsches Reich)|Wilhelm II.]] zu wenden, um die Berufung Trothas rückgängig zu machen. Den Berichten zufolge wird Trotha als ausgesprochen machthungrig, hart, unnachgiebig und beratungsresistent skizziert. Dementsprechend unbeliebt war Trotha in Deutsch-Südwestafrika. Es kam zu ernsten Auseinandersetzungen mit Offizieren der Schutztruppe, z.&amp;amp;nbsp;B. mit Oberst [[Berthold Deimling]] oder Major [[Ludwig von Estorff]]. Die einheimischen Hilfstruppen reagierten auf ihre Weise: Cornelius Frederiks meldete sich krank und kehrte mit seinen [[Bethanie (Namibia)|Bethaniern]] nach Hause zurück. In der Witbooi-Abteilung kam es zu [[Desertion]]en. Die Loyalität der [[Nama (Volk)|Nama]], insbesondere die von [[Hendrik Witbooi]], geriet ins Wanken. Der [[Aufstand der Herero und Nama|Aufstand der Nama]] im Oktober 1904 war eine unmittelbare Folge des Kommandowechsels von Oberst Leutwein auf von Trotha.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinem „Aufruf an das Volk der Herero (s.&amp;amp;nbsp;u.)“ forderte Trotha die Aufständischen zur Übergabe von Anführern auf und kündigte die Vertreibung des Volkes und die Tötung männlicher Volksangehöriger an. Unter seiner Führung wurden die [[Herero]] bei der [[Schlacht am Waterberg]] entscheidend von der Schutztruppe geschlagen und flohen in die Trockensavanne der [[Omaheke (Landschaft)|Omaheke]]. Die Deutschen verjagten die Flüchtlinge dort von den wenigen umliegenden Wasserstellen, Zehntausende verdursteten auf der Flucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das vom Chef des Generalstabs, [[Alfred von Schlieffen]], und dem Kaiser lange unterstützte Vorgehen der Kaiserlichen Schutztruppen unter Trotha gegen die Herero gilt als der erste Völkermord des 20. Jahrhunderts und kostete rund 80.000 Menschen das Leben.&amp;lt;ref name=&amp;quot;schaller&amp;quot;&amp;gt;Dominik J. Schaller: &amp;#039;&amp;#039;«Ich glaube, dass die Nation als solche vernichtet werden muss»: Kolonialkrieg und Völkermord in «Deutsch-Südwestafrika» 1904–1907&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Genocide Research&amp;#039;&amp;#039;. Band 6, Nr. 3, 2004, S.&amp;amp;nbsp;395–430, hier: S.&amp;amp;nbsp;398.&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Einschätzung stützt sich vor allem auf die bereits zuvor erklärte Absicht der Vernichtung des Hererovolkes durch von Trotha und Schlieffen,&amp;lt;ref name=&amp;quot;schaller&amp;quot; /&amp;gt; die von anderen Personen und Gruppen unterstützt wurde. Tatsächlich wurde selbst in Gesellschaft von Missionaren offen der Wille zur Vernichtung ganzer Stämme geäußert.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Johannes Spiecker]]: &amp;#039;&amp;#039;Tagebuch&amp;#039;&amp;#039; [Archiv der Rheinischen Mission, Aktennummer RMG 3.346]: 885f&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch von Trotha selbst hat mehrfach seine Bereitschaft geäußert, die Herero zu vernichten.&amp;lt;ref&amp;gt;Johannes Spiecker: &amp;#039;&amp;#039;Tagebuch&amp;#039;&amp;#039; [Archiv der Rheinischen Mission, Aktennummer RMG 3.346]: 542&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Schießbefehl mit der erklärten Weigerung, Gefangene zu machen, in Verbindung mit der Sperrung der Wasserstellen nach der Schlacht am Waterberg vom 11. August 1904 stellte die praktische Umsetzung dieser Absicht dar. Die Folge war die Flucht in die Wüste [[Omaheke (Landschaft)|Omaheke]] und das Verdursten zahlreicher Herero. Die Überlebenden wurden weitab von ihren ursprünglichen Siedlungsgebieten und unter widrigen klimatischen Bedingungen in [[Konzentrationslager in Deutsch-Südwestafrika|Konzentrationslagern]] interniert, die nur rund jeder zweite Insasse überlebte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;schaller&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
;{{Anker|Aufruf}}Aufruf an das Volk der Herero&lt;br /&gt;
[[Datei:VonTrothaVernichtungsbefehl.jpg|miniatur|Letzte erhaltene Kopie von Trothas Vernichtungsbefehl, Nationalarchiv Botswana]]&lt;br /&gt;
{{Zitat|Aufruf an das Volk der Herero&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschrift zu O.K. 17290 Osombo-Windembe, den 2. Oktober 1904&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Kommando der Schutztruppe.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
J.Nr. 3737&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich, der große General der deutschen Soldaten, sende diesen Brief an das Volk der Herero. Die Hereros sind nicht mehr deutsche Untertanen. Sie haben gemordet und gestohlen, haben verwundeten Soldaten Ohren und Nasen und andere Körperteile abgeschnitten, und wollen jetzt aus Feigheit nicht mehr kämpfen. Ich sage dem Volk: Jeder der einen der Kapitäne an eine meiner Stationen als Gefangenen abliefert, erhält 1000 Mark, wer Samuel Maharero bringt, erhält 5000 Mark. Das Volk der Herero muß jedoch das Land verlassen.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wenn das Volk dies nicht tut, so werde ich es mit dem Groot Rohr dazu zwingen. Innerhalb der Deutschen Grenze wird jeder Herero mit oder ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen, ich nehme keine Weiber und Kinder mehr auf, treibe sie zu ihrem Volke zurück oder lasse auf sie schießen. Dies sind meine Worte an das Volk der Hereros.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der große General des mächtigen deutschen Kaisers.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Erlaß ist bei den Appells der Truppen mitzuteilen mit dem Hinzufügen, daß auch der Truppe, die einen der Kapitänen fängt, die entsprechende Belohnung zuteil wird und das Schießen auf Weiber und Kinder so zu verstehen ist, daß über sie hinweggeschossen wird, um sie zum Laufen zu zwingen. Ich nehme mit Bestimmtheit an, daß dieser Erlaß dazu führen wird, keine männlichen Gefangenen mehr zu machen, aber nicht zu Grausamkeiten gegen Weiber und Kinder ausartet. Diese werden schon fortlaufen, wenn zweimal über sie hinweggeschossen wird. Die Truppe wird sich des guten Rufes des Deutschen Soldaten bewußt bleiben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
der Kommandeur&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
gez. v. Trotha, Generalleutnant.|Lothar von Trotha|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. [[Bundesarchiv (Deutschland)|Bundesarchiv]] Berlin Lichterfelde, R 1001, Nr. 2089, Bl. 100 ff. Zit. in: [[Michael Behnen]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Quellen zur deutschen Außenpolitik im Zeitalter der Imperialismus 1890–1911.&amp;#039;&amp;#039; Darmstadt 1977, S. 291 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Erlass wurde im Dezember 1904 auf Bitten der Reichsleitung von Kaiser Wilhelm aufgehoben. Im Reichstag und der deutschen Öffentlichkeit war es zu starken Protesten gekommen.&amp;lt;ref&amp;gt;Dominik J. Schaller: «Ich glaube, dass die Nation als solche vernichtet werden muss»: Kolonialkrieg und Völkermord in «Deutsch-Südwestafrika» 1904–1907. In: Journal of genocide research. Band 6, 2004, Ausg. 3, ISSN 1462-3528, S. 395–430, hier: S. 398, [[doi:10.1080/1462352042000265864]].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Lothar von Trotha, Grabmal auf dem Poppelsdorfer Friedhof.jpg|mini|Grab Lothar von Trothas auf dem [[Poppelsdorfer Friedhof]] in Bonn]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abberufung ===&lt;br /&gt;
Nach dem Tod des Nama-Führers [[Hendrik Witbooi]] am 29. Oktober 1905 im Gefecht bei Fahlgras hielt Trotha seine Aufgabe für beendet und bat um seine Abberufung. Am 19. November 1905 verließ er das Land gemeinsam mit seinem ehemaligen Generalstabschef, Oberstleutnant [[Erich von Redern]]. [[Friedrich von Lindequist]] übernahm die Nachfolge Trothas als Gouverneur, Oberst Berthold von Deimling als Kommandeur der Schutztruppe. Da man Trotha für den schleppenden Verlauf des „Hottentottenkrieges“ verantwortlich machte, fiel er – ebenso wie der Gouverneur Leutwein – beim Kaiser in Ungnade. Zwar hat man Trotha mit dem [[Verdienstorden|Orden]] [[Pour le Mérite]] ausgezeichnet, um damit seine militärischen Erfolge zu würdigen. Bei seiner Ankunft in [[Berlin]] wurde Trotha jedoch von Kaiser Wilhelm II. demonstrativ nicht empfangen und später auch von offiziellen Kreisen gemieden. Er wurde am 21. Mai 1906 zur [[z. D. (Militärsprache)|Disposition]] gestellt und erhielt am 27. Januar 1910 den [[Charakter (Titel)|Charakter]] als [[General der Infanterie]] verliehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Er starb am 31. März 1920 in Bonn.&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Antosch, Deutsches Historisches Museum, Berlin: [https://www.dhm.de/lemo/biografie/lothar-trotha Lothar von Trotha 1848–1920], abgerufen am 15. Juni 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Er wurde auf dem [[Poppelsdorfer Friedhof]] in [[Bonn]] beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Stimmen von und über von Trotha ==&lt;br /&gt;
Von den &amp;#039;&amp;#039;alten Afrikanern&amp;#039;&amp;#039; wurde die Ernennung Trothas zum Kommandeur der Kaiserlichen Schutztruppe ebenfalls durchweg abgelehnt. [[Hermann von Wissmann]], Forscher, Afrikadurchquerer und Offizier, urteilte über von Trotha folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Er war ein schlechter Staatsmann, wie er als Führer im Kriege nicht ausreichte und dazu ein unedler, selbstsüchtiger und kaltherziger Mensch.|Hermann von Wissmann|ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nuhn&amp;quot;&amp;gt;Vgl. [[Walter Nuhn]], &amp;#039;&amp;#039;Sturm über Südwest. Der Hereroaufstand von 1904. Ein düsteres Kapitel der Deutschen kolonialen Vergangenheit Namibias&amp;#039;&amp;#039;, Bonn 1989.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der spätere Kommandeur der Schutztruppe, Major von Estorff, laut Generalstab &amp;#039;&amp;#039;einer unserer erfahrensten Afrikaner&amp;#039;&amp;#039;, schrieb:{{Zitat|Wissmann, der ihn von Ostafrika her kannte, hatte sich seiner Ernennung widersetzt, aber er ward nicht gehört. Wie soll das in großen Verhältnissen werden, wenn sich schon jetzt solcher Mangel an Menschenkenntnis daheim offenbart.|von Estorff|ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;Nuhn&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Selbst in der öffentlichen Berichterstattung wurde er zum Teil kritisch gesehen:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
|Text=[Der] Leiter des langwierigen deutschen Feldzuges gegen die aufständischen Eingebornen in Südwestafrika [macht] durch seine [[Drakon#Ansichten über das drakonische Strafmaß|drakonischen]] Verfügungen und seine unzweideutige Kritik an dem Reichskanzler [[Bernhard von Bülow|Bülow]] mehr als durch praktische Erfolge von sich reden […].&lt;br /&gt;
|Quelle=Artikel in &amp;#039;&amp;#039;[[Die Zeit (Wien)]]&amp;#039;&amp;#039; vom 20. August 1905&lt;br /&gt;
|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;{{ANNO|zei|20|08|1905|24|Zu unseren Illustrationen|HERVORHEBUNG=drakonischen&amp;amp;#32;Verfügungen}}&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zitate ===&lt;br /&gt;
{{Zitat|Gewalt mit krassem Terrorismus und selbst mit Grausamkeit auszuüben, war und ist meine Politik. Ich vernichte die aufständischen Stämme in Strömen von Blut und Strömen von Geld. Nur auf dieser Aussaat kann etwas Neues entstehen.|Lothar von Trotha|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Trotha an Leutwein, zitiert nach Horst Drechsler: &amp;#039;&amp;#039;Südwestafrika unter deutscher Kolonialherrschaft. Der Kampf der Herero und Nama gegen den deutschen Imperialismus (1884–1915)&amp;#039;&amp;#039;. 2. Auflage, Berlin 1984, S. 156. Vgl. [http://www.dhm.de/ausstellungen/namibia/stadtspaziergang/mauerstrasse.htm &amp;#039;&amp;#039;Mauerstraße 45/46: Das Oberkommando der Schutztruppen&amp;#039;&amp;#039;]. In: &amp;#039;&amp;#039;Afrika in Berlin – Ein Stadtspaziergang des Deutschen Historischen Museums&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}„Leutwein soll darüber lachen, daß man die Bande am Waterberg so einkreisen könne, daß sie zu &amp;#039;&amp;#039;vernichten&amp;#039;&amp;#039; wären. Versucht muß es werden.“ (Häussler/Eckl 2024, S. 47)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ich glaube, daß sie in kurzem mit Friedensanträgen kommen werden. Wenn ich nur die mögliche Form fände, noch die weiße Flagge zu schießen. Sie müssen vernichtet werden.“ (Häussler/Eckl 2024, S. 48)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Wenn ich es kann, werde ich einen erbarmungslosen Krieg gegen die Bande führen.“ (Häussler/Eckl 2024, S. 50)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Ich habe heute den Befehl, in keine Unterhandlungen mit der Mordbande zu treten, erneuert. Ich bin mir dessen bewußt, wie sie nachher über mich herfallen werden, aber es soll mir egal sein. Ich will das vergossene schwarze Blut in meiner Sterbestunde verantworten. Jede andere Idee, hier Ruhe zu stiften, anders, als mit Strömen von Blut, ist falsch.“ (Häussler/Eckl 2024, S. 71)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Zweck der ganzen Kriegführung, Vernichtung der ganzen Nation“ (Häussler/Eckl 2024, S. 82){{Zitat|Die Eingeborenen müssen vernichtet werden, siehe Amerika, sei es durch die Kugel oder via Mission durch den Branntwein.|Lothar von Trotha|Tagebucheintrag 7. Juli 1904}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus der Zeit des Völkermordes sind fünf Tagebücher und ein Fotoalbum Trothas erhalten. Historiker der [[Ruhr-Universität Bochum]] erarbeiteten eine Edition, die 2024 veröffentlicht wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Marion Kössler |url=https://neuesruhrwort.de/2022/03/09/kolonialzeit-tagebuecher-des-voelkermoerders-lothar-von-trotha-werden-veroeffentlicht/ |titel=Kolonialzeit: Tagebücher des Völkermörders Lothar von Trotha werden veröffentlicht |werk=Neues Ruhrwort |datum=2022-03-09 |abruf=2022-03-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Straßennamen ==&lt;br /&gt;
In Namibia sind weiterhin Straßen, darunter in [[Otjiwarongo]] (sollte 2022 umbenannt werden,&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Otjiwarongo’s Lothar von Trotha street to be renamed.&amp;#039;&amp;#039; Nampa, 22. April 2022.&amp;lt;/ref&amp;gt; bis April 2024 nicht geschehen&amp;lt;ref&amp;gt;[https://neweralive.na/posts/uerikua-calls-for-lothar-von-trotha-street-renaming &amp;#039;&amp;#039;Uerikua calls for Lothar von Trotha Street renaming.&amp;#039;&amp;#039;] New Era, 5. April 2023.&amp;lt;/ref&amp;gt;) und Windhoek, nach von Trotha benannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.namibian.com.na/159376/archive-read/Von-Trotha-street-name-angers-Ovaherero &amp;#039;&amp;#039;Von Trotha street name angers Ovaherero.&amp;#039;&amp;#039;] The Namibian, 15. Dezember 2016.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch in Deutschland wurden Straßen nach von Trotha benannt. In [[München]] wurde 2006 die &amp;#039;&amp;#039;Von-Trotha-Straße&amp;#039;&amp;#039; in &amp;#039;&amp;#039;Hererostraße&amp;#039;&amp;#039; umbenannt.&amp;lt;ref&amp;gt;München · ÖDP-Stadträte fordern Vervollständigung [http://www.wochenanzeiger.de/article/201240.html Münchner Wochenanzeiger Artikel vom 19. Februar 2018] Abgerufen am 19. Februar 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entschuldigung der Familie ==&lt;br /&gt;
Es gibt keine lebenden Nachfahren Lothar von Trothas. Im Jahre 2004 luden Mitglieder der [[Trotha (Adelsgeschlecht)|Familie von Trotha]] [[Alfons Maharero]], einen Hererohäuptling und Nachfahren [[Samuel Maharero]]s, nach Deutschland ein. Sie entschuldigten sich öffentlich für Lothar von Trothas Taten und baten um Vergebung. Im Oktober 2007 fand ein Gegenbesuch in [[Omaruru]] statt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.derstandard.at/story/3059849/deutsche-entschuldigung-fuer-herero-massaker &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Entschuldigung für Herero-Massaker&amp;#039;&amp;#039;]. Auf: derstandard.at.&amp;lt;/ref&amp;gt; Jedoch besitzt Alfons Maharero keine Funktion als offizieller Vertreter der heute lebenden Herero.&lt;br /&gt;
{{Zitat|Wir schämen uns für die fürchterlichen Ereignisse, die sich vor einem Jahrhundert in Namibia abgespielt haben. |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv | url=http://www.sueddeutsche.de/,ra2m2/panorama/artikel/839/136568/ | wayback=20071213011513 | text=sueddeutsche.de – Gedenken an Herero-Genozid}}&amp;lt;/ref&amp;gt;|[[Thilo von Trotha (Redenschreiber)|Thilo von Trotha]], 2007}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Matthias Häussler, Andreas Eckl: Lothar von Trotha: Tagebuch aus Deutsch-Südwestafrika, 1904–1905. Quellen zur Kolonialgeschichte, Band 11. Inhaltsgleich zur Ausgabe de Gruyter. Broschur, 15 × 21 cm, 391 Seiten, Anhänge, Itinerarien, Literaturverzeichnis, Index, Bochum, Februar 2024, ISBN 978-3-939886-14-3&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Genealogisches Handbuch des Adels]].&amp;#039;&amp;#039; Adelige Häuser A Band XXVI, S. 551, Band 126 der Gesamtreihe, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 2001, {{ISSN|0435-2408}}&lt;br /&gt;
* Andreas Eckl, Matthias Häussler, mit Martha Akawa-Shikufa (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;An Unresolved Issue: Genocide in Colonial Namibia&amp;#039;&amp;#039;. Friedrich-Ebert-Stiftung, Windhoek 2024.&lt;br /&gt;
* Jürgen Zimmerer, Joachim Zeller (Hg.): &amp;#039;&amp;#039;Völkermord in Deutsch-Südwestafrika. Der Kolonialkrieg (1904–1908) in Namibia und seine Folgen.&amp;#039;&amp;#039; Links, Berlin 2003.&lt;br /&gt;
* Andreas Eckl: &amp;#039;&amp;#039;„Musik und Poesie ist nichts, Arimetik ist Alles“. Lothar von Trothas ‚Bilder aus dem Krieg in Südwestafrika‘ – ein visuelles Narrativ des Genozids?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Genozidforschung&amp;#039;&amp;#039;. 2022, Bd. 20, Heft 2, S. 175–203.&lt;br /&gt;
* Matthias Häussler: &amp;#039;&amp;#039;„Rassekämpfer“? Lothar von Trotha in Deutsch-Südwestafrika (1904–1905)&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Genozidforschung.&amp;#039;&amp;#039; 2022, Bd. 20, Heft 2, S. 204–220.&lt;br /&gt;
* Matthias Häussler, Andreas Eckl (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lothar von Trotha in Deutsch-Südwestafrika, 1904–1905.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 1: &amp;#039;&amp;#039;Das Tagebuch.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 2: &amp;#039;&amp;#039;Das Fotoalbum.&amp;#039;&amp;#039; Walter de Gruyter, Berlin/Boston 2024, ISBN 978-3-11-112799-6.&lt;br /&gt;
* {{NDB|26|455||Trotha, Lothar von|[[Jürgen Zimmerer]]|117636908}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wikiquote}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|117636908}}&lt;br /&gt;
* {{DHM-HdG|Bio=lothar-trotha|Autor=Jan Antosch}}&lt;br /&gt;
* [https://trotha.de/die-geschichte-der-trothas/die-trothas-von-ca-1750-bis-heute/ &amp;#039;&amp;#039;Die Trothas von ca. 1750 bis heute&amp;#039;&amp;#039;] auf der Homepage der Familie von Trotha, inkl. kurzem Abschnitt über Lothar von Trotha.&lt;br /&gt;
* Siegfried Benker: [http://www.sigi-benker.de/texte/eine_welt/kolonialswa.html &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Kolonialgeschichte und Straßennamen in München.&amp;#039;&amp;#039;] Auf: sigi-benker.de.&lt;br /&gt;
* [https://www.bundestag.de/resource/blob/855620/da4256f6d584139c527efb161b66d606/WD-1-018-21-pdf.pdf Einzelfragen zum Oberbefehlshaber der kaiserlichen „Schutztruppe“ in „Deutsch-Südwestafrika“ Lothar von Trotha], Ausarbeitung, Wissenschaftliche Dienste, Deutscher Bundestag&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{NaviBlock&lt;br /&gt;
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}}&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Trotha, Lothar von}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Völkermordtäter]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:General der Infanterie (Königreich Preußen)]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Geboren 1848]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1920]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Trotha, Lothar von&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Trotha, Adrian Dietrich Lothar von (vollständiger Name)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=preußischer General der Infanterie und Kriegsverbrecher&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=3. Juli 1848&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Magdeburg]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=31. März 1920&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Bonn]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;KayHo XIII.</name></author>
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