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	<title>Lothar Kreyssig - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<updated>2025-12-04T17:30:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Linktext fehlt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lothar Paul Ernst Kreyssig&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;Kreyßig&amp;#039;&amp;#039; (* [[30. Oktober]] [[1898]] in [[Flöha]], [[Sachsen]]; † [[5. Juli]] [[1986]] in [[Bergisch Gladbach]]) war von 1928 bis 1940 [[Richter (Deutschland)|Richter]], zuletzt am [[Vormundschaftsgericht]] in [[Brandenburg an der Havel]]. Durch seine Arbeit erfuhr er von der Ermordung Behinderter und anderer Betreuter im Rahmen der [[NS-Krankenmorde]]. Als einziger deutscher Richter wandte er sich gegen dieses Unrecht, unter anderem mit einer Strafanzeige gegen Reichsleiter [[Philipp Bouhler]]. Er verlor sein Amt und war zeitweise mit der Deportation in ein [[Konzentrationslager|KZ]] bedroht. Nach dem Krieg war er an den Gründungen der [[Aktion Sühnezeichen]] und der [[Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt]] beteiligt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leben ==&lt;br /&gt;
=== Ausbildung ===&lt;br /&gt;
Kreyssig wurde als Sohn eines Kaufmanns und Getreidegroßhändlers geboren. Nach der Grundschule besuchte er ein [[Gymnasium]] in [[Chemnitz]]. Er legte das [[Notabitur]] ab und meldete sich 1916 als [[Freiwilliger (Militär)|Freiwilliger]] in der [[Deutsches Heer (Deutsches Kaiserreich)|deutschen Armee]]. In den zwei letzten [[Erster Weltkrieg|Kriegsjahren]] gelangte er nach Frankreich, ins Baltikum und nach Serbien. Nach Kriegsende studierte er zwischen 1919 und 1922 [[Rechtswissenschaft]] an der [[Universität Leipzig]], wo er sich der &amp;#039;&amp;#039;[[Landsmannschaft (Studentenverbindung)|Landsmannschaft]] Grimenisa&amp;#039;&amp;#039; anschloss.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Anschriftenverzeichnis der Alten Herren der Deutschen Landsmannschaft.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; 1923 wurde Kreyssig promoviert und nahm ab 1926 eine Tätigkeit am [[Landgericht Chemnitz]] auf. Ab 1928 war er dort als Richter tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zeit des Nationalsozialismus ===&lt;br /&gt;
Vor der „[[Machtergreifung]]“ der [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]] hatte Kreyssig die [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] gewählt. Nach der „Machtergreifung“ verhielt er sich anfangs systemkonform und trat der [[Nationalsozialistische Volkswohlfahrt|Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt]] bei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee340&amp;quot;&amp;gt;[[Ernst Klee]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945&amp;#039;&amp;#039;. 2. aktualisierte Auflage. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2005, S. 340.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1934 wurde er auch Mitglied im [[Nationalsozialistischer Rechtswahrerbund|Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen]] (BNSDJ) und im [[Reichsbund der Deutschen Beamten]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee340&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit Verweis auf seine richterliche Unabhängigkeit weigerte er sich jedoch bereits 1933, der NSDAP beizutreten. Kreyssig war evangelischer Christ und trat 1934 der [[Bekennende Kirche|Bekennenden Kirche]] (BK) bei. 1935 wurde er zum [[Präses]] der [[Synode (evangelische Kirchen)|Synode]] der Bekennenden Kirche im Gebiet der [[Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens|Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens]], deren offizielle Organe damals [[Deutsche Christen|Deutsch-Christlich]] dominiert waren und die daher von der BK als [[Zerstörte Kirchen|zerstörte Kirche]] angesehen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beruflich konnte er weiterhin als Richter arbeiten. 1937 erfolgte seine Versetzung als [[Vormundschaftsgericht|Vormundschaftsrichter]] nach [[Brandenburg an der Havel]]. In dem in der Nähe gelegenen Ort [[Hohenferchesar]] erwarb er einen Gutshof, den [[Bruderhof (Havelsee)|Bruderhof]], auf dem er [[biologisch-dynamische Landwirtschaft]] betrieb. Gegen Kreyssig bestanden wiederholt folgenlose Ermittlungsverfahren in Zusammenhang mit seinen kirchlichen Aktivitäten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als einziger deutscher Richter prangerte er die [[Aktion T4|Euthanasiemorde]] der [[Nationalsozialist]]en an. Als Vormundschaftsrichter hatte er bemerkt, dass sich Nachrichten über den Tod seiner behinderten [[Vormundschaft|Mündel]] häuften. In einem Schreiben vom 8. Juli 1940 meldete er seinen Verdacht, dass die Kranken massenhaft ermordet würden, dem Reichsjustizminister [[Franz Gürtner]], wandte sich aber auch gegen die Entrechtung der Häftlinge in den [[Konzentrationslager]]n:&amp;lt;ref&amp;gt;Brief vollständig abgedruckt bei [[Götz Aly]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Aktion T4 1939–1945 – Die Euthanasie-Zentrale in der Tiergartenstraße 4&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 1989, ISBN 3-926175-66-4, S. 53–55. Zitat auch bei Ernst Klee: &amp;#039;&amp;#039;Das Personenlexikon zum Dritten Reich&amp;#039;&amp;#039;. Fischer Taschenbuch 2005, S. 340.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Recht ist, was dem Volke nützt. Im Namen dieser furchtbaren, von allen Hütern des Rechtes in Deutschland noch immer unwidersprochenen Lehre sind ganze Gebiete des Gemeinschaftslebens vom Rechte ausgenommen, vollkommen z.&amp;amp;nbsp;B. die Konzentrationslager, vollkommen nun auch die Heil- und Pflegeanstalten.&lt;br /&gt;
 |Autor=Lothar Kreyssig}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als ihm bedeutet wurde, dass die Euthanasie-Aktion von Hitler selbst veranlasst worden sei und in Verantwortung der [[Kanzlei des Führers]] ausgeführt werde, erstattete Kreyssig gegen Reichsleiter [[Philipp Bouhler]] Anzeige wegen Mordes. Den Anstalten, in denen Mündel von ihm untergebracht waren, untersagte er, diese ohne seine Zustimmung zu verlegen. Am 13. November 1940 wurde Kreyssig vom Reichsjustizminister vorgeladen. Gürtner legte ihm das Handschreiben Hitlers vor, mit dem dieser die „[[Aktion T4]]“ ausgelöst hatte und das deren alleinige Rechtsgrundlage darstelle. Mit den Worten „Ein Führerwort schafft kein Recht“ machte Kreyssig deutlich, dass er dieses nicht anerkenne. Der Reichsjustizminister stellte fest, dass er dann nicht länger Richter sein könne. Im Dezember 1940 wurde Kreyssig zwangsbeurlaubt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Klee340&amp;quot; /&amp;gt; Versuche der [[Geheime Staatspolizei|Gestapo]], ihn ins [[Konzentrationslager]] zu bringen, scheiterten. Zwei Jahre später, im März 1942, wurde Kreyssig durch Erlass Hitlers in den Ruhestand versetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreyssig widmete sich anschließend verstärkt der ökologischen Landwirtschaft und der Arbeit in der Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kreyssig organisierte 1943 ein Versteck für die Jüdin Gertrude Prochownik (1884–1982), die Witwe des Malers [[Leo Prochownik]] (1875–1936), als diese in den Untergrund ging, um der drohenden Deportation in ein [[Konzentrationslager]] zu entgehen. Ab dem November 1944 bis zum Kriegsende versteckte Kreyssig Prochownik dann bei sich zu Hause.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JA&amp;quot;&amp;gt;[https://www.juedische-allgemeine.de/article/view/id/33158 &amp;#039;&amp;#039;Yad Vashem ehrt Lothar und Johanna Kreyssig&amp;#039;&amp;#039;]. Jüdische Allgemeine, 24. Oktober 2018.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nach 1945 ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Villa Wannsee - Yehuda Poliker.jpg|mini|Selbstzeugnisse von Lothar Kreyssig und [[Yehuda Poliker]] in der &amp;#039;&amp;#039;[[Wannseekonferenz|Villa Wannsee]]&amp;#039;&amp;#039;]]&lt;br /&gt;
Nach dem Ende des Nationalsozialismus erfolgte zwar eine Würdigung als [[Widerstandskämpfer]]. Als vermeintlicher [[Junker (Preußen)|Junker]] verlor er jedoch Teile seines Grundbesitzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wegen der nicht hinreichenden Rechtsstaatlichkeit der in der [[Sowjetische Besatzungszone|Sowjetischen Besatzungszone]] arbeitenden Justiz entschied sich Kreyssig gegen die Wiederaufnahme seiner beruflichen Tätigkeit. Stattdessen folgte er einem Angebot des Bischofs [[Otto Dibelius]] und wurde 1945 [[Konsistorium|Konsistorialpräsident]] der [[Kirchenprovinz Sachsen]] in [[Magdeburg]]. 1947 wurde er Präses der Synode der Kirchenprovinz. Dieses Amt hatte er bis 1964 inne.&lt;br /&gt;
Auf dem [[Kurmärkischer Kirchentag|Kurmärkischen Kirchentag]] 1950, der vom 29. Mai bis zum 1. Juni in [[Potsdam]] stattfand, hielt er nach dem Eröffnungsgottesdienst durch den Generalsuperintendenten der [[Kurmark]] [[Walter Braun (Geistlicher)|Walter Braun]] einen Vortrag zur Frage der Verantwortung der Christen in Kirche und Gesellschaft.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Der Christ und die Verantwortung. Der traditionelle [[Kurmärkischer Kirchentag|Kurmärkische Kirchentag]] in Potsdam.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Neue Zeit]]&amp;#039;&amp;#039;, 3.&amp;amp;nbsp;Juni 1950, S.&amp;amp;nbsp;2.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1952 leitete er kurzzeitig die [[Kirchenkanzlei]] der [[Evangelische Kirche|Evangelischen Kirche]] der [[Altpreußische Union|altpreußischen Union]]. Noch im selben Jahr wurde er deren Präses. Dieses Amt hatte er bis 1970 inne.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwischen 1949 und 1961 war er Mitglied im [[Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland]]. Von 1949 bis 1958 war er auch Vizepräsident Ost des [[Deutscher Evangelischer Kirchentag|Deutschen Evangelischen Kirchentags]]. Geistlich war er in der [[Berneuchener Bewegung|Evangelischen Michaelsbruderschaft]] beheimatet. Kreyssigs Ansichten waren bereits zu seiner Zeit umstritten. So trat er für eine [[Abrahamitische Ökumene|Ökumene]] der Christen ein, die jedoch auch die [[Judentum|jüdische Religion]] umfassen sollte. Kreyssig wandte sich gegen die deutsche [[Wiederbewaffnung]] und lehnte die [[deutsche Teilung]] ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Kreyssig gehen viele gesamtdeutsche kirchliche Einrichtungen und Ideen zurück. Er gründete die [[Evangelische Akademie]] der Kirchenprovinz Sachsen und regte die [[Telefonseelsorge]] an. Die von ihm gegründete [[Aktionsgemeinschaft für die Hungernden]] war eine Vorstufe der späteren [[Aktionsgemeinschaft Solidarische Welt]] sowie der Organisation [[Brot für die Welt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sein bedeutendstes Werk war jedoch die [[Aktion Sühnezeichen]]. 1958 rief Lothar Kreyssig zu deren Gründung auf. Junge Deutsche sollten in die ehemaligen Feindländer und nach [[Israel]] gehen, um dort um Vergebung und Frieden zu bitten. Durch praktische Arbeit sollten sie ein Zeichen der Versöhnung setzen. Erste Einsatzgebiete waren [[Norwegen]], die [[Niederlande]], [[Vereinigtes Königreich|Großbritannien]], [[Frankreich]] und [[Griechenland]]. Mit dem Bau der [[Berliner Mauer]] war Kreyssig von den internationalen Aktivitäten seiner Organisation abgeschnitten. Er gab daher 1962 die Leitung ab und widmete sich dem Aufbau der Aktion Sühnezeichen in der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]]. Einer der ersten Einsätze dieser Initiative war die Enttrümmerung der zerstörten Magdeburger Kirchengebäude [[St. Petri (Magdeburg)|St.&amp;amp;nbsp;Petri]] und [[Wallonerkirche]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Familiengrab Kreyssig.jpg|mini|Familiengrabstätte in Hohenferchesar]]&lt;br /&gt;
1971 übersiedelte Kreyssig mit seiner Frau nach [[West-Berlin]]. Ab 1977 lebte er in einem Altersheim in Bergisch Gladbach, wo er 1986 starb. Lothar Kreyssig wurde im Familiengrab in [[Hohenferchesar]] beigesetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ehrungen ==&lt;br /&gt;
Die Städte [[Flöha]], [[Brandenburg an der Havel|Brandenburg]], [[Magdeburg]] (siehe [[Magdeburger Straßen/L|Magdeburger Straßenliste L]]), [[Karlsruhe]] und [[Bergisch Gladbach]] haben je eine Straße nach ihm benannt. In Flöha trägt eine Förderschule, in [[Lehnin]] ein Altenhilfezentrum seinen Namen. Das Gemeindehaus der Evangelischen Paul-Gerhardt-Kirchengemeinde Lichtenberg in [[Berlin-Karlshorst]] heißt seit 2006 &amp;#039;&amp;#039;Lothar-Kreyssig-Haus&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.paul-gerhardt.com/pages/ueber-uns/kirchen/karlshorst/lothar-kreyssig.php Lothar-Kreyssig-Haus in Berlin-Karlshorst]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der &amp;#039;&amp;#039;Lothar-Kreyssig-Friedenspreis&amp;#039;&amp;#039; wird von der gleichnamigen, in Magdeburg ansässigen [[Stiftung]] seit 1999 alle zwei Jahre verliehen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.volksstimme.de/lokal/magdeburg/friedenspreis-magdeburger-ehre-fuer-menschlichkeit |titel=Magdeburger Ehre für Menschlichkeit |werk=[[Volksstimme]] |datum=2019-11-24 |abruf=2019-11-24}}&amp;lt;/ref&amp;gt; 2019 erhielt diesen die in [[Rumänien]] tätige Sozialaktivistin [[Jenny Rasche]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Martin Rieß |werk=[[volksstimme.de]] |url=https://www.volksstimme.de/lokal/magdeburg/friedenspreis-magdeburger-ehre-fuer-menschlichkeit |titel=Magdeburger Ehre für Menschlichkeit |datum=2019-11-24 |abruf=2019-11-24}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, 2021 die [[Belarus|belarussische]] Bürgerrechtlerin [[Swjatlana Zichanouskaja]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.ekmd.de/presse/pressestelle-erfurt/swetlana-tichanowskaja-erhaelt-den-lothar-kreyssig-friedenspreis.html |titel=Swetlana Tichanowskaja erhält den Lothar‐Kreyssig‐Friedenspreis |datum=2021-08-11 |abruf=2021-08-22 |hrsg=[[Evangelische Kirche in Mitteldeutschland]]}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An seinem 100. Geburtstag wurde im [[Brandenburgisches Oberlandesgericht|Brandenburgischen Oberlandesgericht]] in Brandenburg an der Havel eine Gedenktafel enthüllt. Vor dem dortigen Gebäude des früheren Amtsgerichts, heute Sitz der Generalstaatsanwaltschaft des Landes Brandenburg, Steinstraße 61, erinnern zwei [[Stele]]n an Lothar Kreyssig, im Gebäudeinneren eine Tafel mit einem von seinem Biographen [[Konrad Weiß (Regisseur)|Konrad Weiß]] verfassten Text. Die Enthüllung dieser Gedenktafel erfolgte am 11. Juli 2007 durch seine Söhne Jochen und [[Uwe Kreyssig]]. Beide waren auch anwesend, als am 5. Mai 2008 vor dem Gebäude der Generalstaatsanwaltschaft eine von der Brandenburger Juristischen Gesellschaft gestiftete Gedenkstele erhüllt wurde, die an den 50. Jahrestag des Aufrufs von Lothar Kreyssig zur Gründung der Aktion Sühnezeichen erinnert. Am 22. Oktober 2006 fand im Bundesministerium der Justiz unter der Schirmherrschaft der Bundesjustizministerin [[Brigitte Zypries]] eine Gedenkveranstaltung anlässlich des 20. Todestages von Lothar Kreyssig unter großer Anteilnahme mit der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste statt. Am 5. Juli 2008 wurde in Hohenferchesar, seinem Wohnort von 1937 bis 1972, ein Gedenkstein enthüllt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Betreuungsgerichtstag]] e.&amp;amp;nbsp;V. verleiht ab 2012 alle zwei Jahre einen Förderpreis im Gedenken an Lothar Kreyssig. „Sein Mut, als Vormundschaftsrichter dem Willkürregime des Nationalsozialismus entgegenzutreten und den Mord an behinderten Menschen zu verhindern“, hatte [[Margot von Renesse]] bewogen, ihn als Namensgeber des Förderpreises vorzuschlagen.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitat aus dem [https://www.bgt-ev.de/fileadmin/Mediendatenbank/ueber_den_BGT/Foerderpreis/2012_Foerderpreisflyer_Verleihung.pdf Flyer des BGT-Betreuungsgerichtstags e.&amp;amp;nbsp;V.] (PDF; 4,9&amp;amp;nbsp;MB)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Hohenferchesar Kreyssig Lothar 8291.jpg|alternativtext=Gedenkstein in Hohenferchesar|mini|Gedenkstein für Lothar Kreyssig am Weg zum Bruderhof, Ecke Freiheitsweg, in Hohenferchesar. Foto Januar 2025]]&lt;br /&gt;
[[Datei:BrandenburgH Steinstr. Kreyssig Lothar 8098.P.jpg|alternativtext=Gedenktafel in Brandenburg|mini|Gedenktafel für Lothar Kreyssig in Brandenburg/Havel, Steinstraße 61, Foto September 2025]]&lt;br /&gt;
2018 wurde Kreyssig zusammen mit seiner Frau posthum von der Holocaust-Gedenkstätte [[Yad Vashem]] als &amp;#039;&amp;#039;[[Gerechter unter den Völkern]]&amp;#039;&amp;#039; geehrt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;JA&amp;quot; /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Flöha Schulzentrum 9754.jpg|alternativtext=Nach Lothar Kreyssig benannte Förderschule in Flöha.|mini|Die Geburtsstadt Flöha ehrt Lothar Kreyssig, den Verteidiger der Würde und des Lebensrechtes auch behinderter Menschen, durch die Benennung einer Förderschule.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Werke ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Der strafrechtliche Begriff des Unzüchtigen als Masstab [i.&amp;amp;nbsp;e. Maßstab] unsittlicher Kunst.&amp;#039;&amp;#039; Leipzig, Univ., Diss., 1923&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Gerechtigkeit für David. Gottes Gericht und Gnade über dem Ahnen Jesu Christi. Nach dem 2. Buch Samuelis&amp;#039;&amp;#039;. Evangelische Verlagsanstalt, Berlin 1949&lt;br /&gt;
* [https://www.asf-ev.de/fileadmin/scripts/download.php?path=fileadmin/Redaktion/Dateien/UEber_uns/Geschichte/Gruendungsaufruf_Aktions-Suehnezeichen-Friedendienste.pdf Aufruf zur Aktion Sühnezeichen 1958] (PDF)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Boris Böhm: &amp;#039;&amp;#039;Lothar Kreyssig, Paul Gerhard Braune und Walter Schadeberg: Protagonisten des protestantischen Widerstands gegen die NS-Euthanasie.&amp;#039;&amp;#039; In: Verena Lorber, Andreas Schmoller, [[Florian Schwanninger]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;NS-Euthanasie: Wahrnehmungen – Reaktionen – Widerstand im kirchlichen und religiösen Kontext&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;Historische Texte des Lern- und Gedenkorts Schloss Hartheim; 4). Studien-Verlag, Innsbruck 2021, ISBN 978-3-7065-6176-1, S. 13–34.          &lt;br /&gt;
* [[Lothar Gruchmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Ein unbequemer Amtsrichter im Dritten Reich – Aus den Personalakten des Dr. Lothar Kreyßig.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte]]&amp;#039;&amp;#039;, 1984, Heft 3 ([https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1984_3_5_gruchmann.pdf ifz-muenchen.de]; PDF; 1,3&amp;amp;nbsp;MB).&lt;br /&gt;
* Wolf Kahl: &amp;#039;&amp;#039;Lothar Kreyssig – Amtsrichter im Widerstand und Prophet der Versöhnung&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Richterzeitung&amp;#039;&amp;#039;, Jg. 2008, S. 299–302.&lt;br /&gt;
* Helmut Kramer: &amp;#039;&amp;#039;Lothar Kreyssig (1898 bis 1986), Richter und Christ im Widerstand&amp;#039;&amp;#039;. In: Redaktion Kritische Justiz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Streitbare Juristen&amp;#039;&amp;#039;. Nomos, Baden-Baden 1989, ISBN 3-7890-1580-6, S. 342–354.&lt;br /&gt;
* Martin Kramer: &amp;#039;&amp;#039;Kreyssig, Lothar Ernst Paul.&amp;#039;&amp;#039; In: Guido Heinrich, Gunter Schandera (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Magdeburger Biographisches Lexikon]] 19. und 20. Jahrhundert. Biographisches Lexikon für die Landeshauptstadt Magdeburg und die Landkreise Bördekreis, Jerichower Land, Ohrekreis und Schönebeck.&amp;#039;&amp;#039; Scriptum, Magdeburg 2002, ISBN 3-933046-49-1 ([{{MBL|ID=1753|Linktext=nein}} Artikel online]).&lt;br /&gt;
* Karl-Klaus Rabe: &amp;#039;&amp;#039;Umkehr in die Zukunft – Die Arbeit der Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste&amp;#039;&amp;#039;. Lamuv Verlag, Göttingen 1983, ISBN 3-921521-90-4.&lt;br /&gt;
* Hubert Schorn: &amp;#039;&amp;#039;Der Richter im Dritten Reich&amp;#039;&amp;#039;. Vittorio Kostermann, Frankfurt am Main 1959, S. 49–50, 339–345.&lt;br /&gt;
* Anke Silomon: &amp;#039;&amp;#039;Widerstand von Protestanten im NS und in der DDR&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Aus Politik und Zeitgeschichte]]&amp;#039;&amp;#039;, 14/2009 30. März 2009, S. 33–38.&lt;br /&gt;
* [[Konrad Weiß (Regisseur)|Konrad Weiß]]: &amp;#039;&amp;#039;Lothar Kreyssig. Prophet der Versöhnung&amp;#039;&amp;#039;. Bleicher Verlag, Gerlingen 1998, ISBN 3-88350-659-1 ([https://www.bln.de/k.weiss/buch_1.html Verlagskatalog mit Leseprobe]).&lt;br /&gt;
* {{BBKL|archiveurl={{Webarchiv |url=http://www.bautz.de/bbkl/k/kreyssig_l.shtml |wayback=20070629042635 |text=bautz.de}} |band=23|autor=Konrad Weiß|spalten=872–884}}&lt;br /&gt;
* [[Uwe Wesel]]: &amp;#039;&amp;#039;Recht, Unrecht und Gerechtigkeit. Von der Weimarer Republik bis heute&amp;#039;&amp;#039;. München 2003, S. 76–79.&lt;br /&gt;
* [[Susanne Willems]]: &amp;#039;&amp;#039;Lothar Kreyssig – Vom eigenen verantwortlichen Handeln&amp;#039;&amp;#039;. Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste, Berlin 1995, ISBN 3-89246-032-9.&lt;br /&gt;
* Susanne Willems. In: &amp;#039;&amp;#039;Verfolgung, Alltag, Widerstand – Brandenburg in der NS-Zeit&amp;#039;&amp;#039;. Verlag Volk &amp;amp; Welt, Berlin 1993, ISBN 3-353-00991-4, S.&amp;amp;nbsp;383–410.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Unrecht beim Namen genannt. Gedenken an Lothar Kreyssig am 30. Oktober 1998.&amp;#039;&amp;#039; Hrsg. vom Brandenburgischen Oberlandesgericht. Nomos Verlagsgesellschaft, Baden-Baden 1998, ISBN 3-7890-5878-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|116535148}}&lt;br /&gt;
* {{GDW|lothar-kreyssig}}&lt;br /&gt;
* [https://de.evangelischer-widerstand.de/#/menschen/Kreyssig Text- und Bildquellen zur Biografie von Kreyssig] u.&amp;amp;nbsp;a. auf der Homepage der Online-Ausstellung „Widerstand!? Evangelische Christinnen und Christen im Nationalsozialismus“ der Forschungsstelle für kirchliche Zeitgeschichte in München bei der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Zeitgeschichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=116535148|LCCN=n/98/89023|VIAF=77069993}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Kreyssig, Lothar}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Richter (deutsche Geschichte)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landsmannschafter]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person des Christentums (DDR)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökumenische Persönlichkeit]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mitglied der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person der Bekennenden Kirche]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Jurist im Kirchendienst]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Präses der Synode der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gerechter unter den Völkern (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Brandenburg an der Havel)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (Havelsee)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person des Christentums (Magdeburg)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutscher]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1898]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1986]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Präses einer Synode (Altpreußische Union)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Kreyssig, Lothar&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Kreyßig, Lothar; Kreyssig, Lothar Paul Ernst&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=deutscher Jurist, Richter sowie Gründer der Aktion Sühnezeichen&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=30. Oktober 1898&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Flöha]], Sachsen&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=5. Juli 1986&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Bergisch Gladbach]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
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