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	<title>Lotabweichung - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T01:16:14Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Lotabweichung&amp;diff=52050&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Wassermaus: /* Geschichte */ das Schiehallion-Experiment verwendete die Gesteinsdichte des Berges, die mit anderen Methoden ermittelt wurde, zur Bestimmung der Dichte der Erde</title>
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		<updated>2026-03-28T06:58:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Geschichte: &lt;/span&gt; das Schiehallion-Experiment verwendete die Gesteinsdichte des Berges, die mit anderen Methoden ermittelt wurde, zur Bestimmung der Dichte der Erde&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Geoid-Lot-Äquipotential.png|mini|320px|[[Erdschwerefeld]]: Lotrichtung, Geoid und Äquipotential]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Lotabweichung.Ellipsoid4.Geoid.PNG|mini|320px|Lotabweichung: Differenz zwischen wahrer Lotrichtung und einem theoretischen [[Referenzellipsoid|Erdellipsoid]]. Sie bewirkt eine scheinbare Ortsverschiebung und beeinflusst alle terrestrischen Richtungsmessungen.]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lotabweichung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist der [[Winkel]] zwischen der [[Lotrichtung]] und der [[Ellipsoidnormale]]n in einem bestimmten Punkt der Erde. Sie kann in europäischen Hochgebirgen 30 bis&amp;amp;nbsp;50&amp;amp;nbsp;[[Bogensekunden]] (ca.&amp;amp;nbsp;0,01°)  erreichen, im Flachland weniger, und entspricht der lokalen Neigung des [[Geoid]]s zum [[Rotationsellipsoid]] der [[Landesvermessung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der manchmal verwendete Begriff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lotstörung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; meint denselben Sachverhalt, bezieht sich aber mehr auf die &amp;#039;&amp;#039;[[geologisch]]en&amp;#039;&amp;#039; Ursachen der Lotabweichung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn diese Null ist, weist die Lotrichtung (realisiert z.&amp;amp;nbsp;B. durch ein frei hängendes [[Schnurlot]]) &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; zum [[Erdmittelpunkt]], sondern wegen der [[Abplattung]] der Erde (aufgrund der [[Fliehkraft]] der [[Erdrotation]]) um bis zu etwa&amp;amp;nbsp;700&amp;amp;nbsp;[[Bogensekunden]] (0,2°) an ihm vorbei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manchmal spricht man auch im [[Bauwesen]] von Lotabweichung, wenn ein Bauwerk oder eine Fassade &amp;#039;&amp;#039;aus dem Lot&amp;#039;&amp;#039; gerät.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Definition ==&lt;br /&gt;
Laut dem Wörterbuch der [[Fédération Internationale des Géomètres]] ist die Lotabweichung der Winkel zwischen der Lotrichtung in einem Punkt und der diesem Punkt durch eine [[Projektion (lineare Algebra)|Projektion]] zugeordneten Normalen auf einem Rotationsellipsoid.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Man spricht von einer [[Astrogeodäsie|astrogeodätischen]] Lotabweichung, wenn die Bestimmung der Lotrichtung mit den Methoden der geodätischen Astronomie erfolgte. Sie tritt bei der [[Koordinatentransformation|Transformation]] zwischen lokalen [[Koordinatensystem]]en auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen beruht die [[Gravimetrie|gravimetrisch]]e Lotabweichung auf der Bestimmung der Lotrichtung durch [[Schweremessung]]en und wird über die Lösung der [[Geodäsie|geodätischen]] [[Randwertaufgabe]] erhalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lotabweichungen hängen von den [[Ellipsoidische Koordinaten|ellipsoidischen Koordinaten]] und damit von den Parametern des Bezugs- oder [[Referenzellipsoid]]es und von dessen [[geodätisches Datum|Lagerung]] gegenüber der Erde ab. Handelt es sich bei dem Bezugsellipsoid um ein [[geozentrisch]] (im [[Erdschwerpunkt]]) gelagertes und gleichzeitig mittleres [[Erdellipsoid]], so spricht man von absoluten Lotabweichungen, andernfalls von relativen Lotabweichungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Größe ==&lt;br /&gt;
Welche Beträge die Lotabweichung erreichen kann, hängt von mehreren Faktoren ab:&lt;br /&gt;
# von der [[Gelände|Topografie]] – der Höhe und Rauheit des Geländes. In den [[Alpen]] können einzelne [[Gebirgskette]]n lokale Ablenkungen der Lotrichtung bis fast&amp;amp;nbsp;60&amp;amp;nbsp;Bogensekunden (ca.&amp;amp;nbsp;0,015°) verursachen.&lt;br /&gt;
# von der [[Geologie]] – dem unterirdischen Verlauf der [[Gestein]]sschichten. Wo die horizontale Lagerung stark gestört ist – wie z.&amp;amp;nbsp;B. in [[Molassebecken]] oder in der Schweizer [[Ivrea-Körper|Ivrea]]&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;zone – sind sogar regionale Ablenkungen über&amp;amp;nbsp;60&amp;amp;nbsp;Bogensekunden  möglich.&lt;br /&gt;
# von der Lagerung des Referenzellipsoids der Landesvermessung – siehe auch [[Geodätisches Datum]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während in den [[Hochgebirge]]n Europas die mittleren Lotabweichungen unter 30&amp;amp;nbsp;[[Bogensekunden]] bleiben (die Maximalwerte können etwa 60&amp;amp;nbsp;Bogensekunden erreichen), sind in [[Anden]] und [[Himalaya]] fast die doppelten Beträge möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Angesichts der Genauigkeit moderner [[Vermessung]]en wirkt sich die Lotabweichung in fast jedem Projekt bzw. Vermessungsnetz aus, sobald die [[Visur]]en (Sichtlinien) um mehr als einige Grade von der Horizontalen abweichen. Die Effekte müssen daher i. d. R. rechnerisch [[Topografische Reduktion|reduziert]] werden, was Gegenstand von Astrogeodäsie und [[Höhere Geodäsie|Höherer Geodäsie]] ([[Erdmessung]]) ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Hügelland]] erreichen diese Effekte auf die Messungen einige Bogensekunden bzw. einige Zentimeter pro Kilometer, im Gebirge bis zum Zehnfachen davon. Dass z.&amp;amp;nbsp;B. die früheren [[Tunnel]]bauten trotzdem relativ genau zusammenpassten, liegt an der annähernden [[Symmetrie (Geometrie)|Symmetrie]] der meisten Gebirgsketten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Umfangreiche Messungen der Lotabweichung wurden erstmals um 1800 nach theoretischen Untersuchungen von [[Carl Friedrich Gauß]] im Zuge der [[Gaußsche Landesaufnahme|Hannoveranischen Landesvermessung]] durchgeführt, und zwar im Gebiet des [[Harz (Mittelgebirge)|Harzes]], wo Gauß und seine Assistenten die größten Effekte erwarteten. In den&amp;amp;nbsp;1970er&amp;amp;nbsp;Jahren etablierte hier die&amp;amp;nbsp;[[TU Hannover]] unter [[Wolfgang Torge]] ein modernes astro-geodätisches &amp;#039;&amp;#039;[[Testnetz]] Westharz&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch schon&amp;amp;nbsp;20&amp;amp;nbsp;Jahre vorher gab es solche Überlegungen und geeignete [[astrogeodätisch]]e Messungen durch die schottischen Forscher [[Charles Hutton]] und [[Nevil Maskelyne (Astronom)|Nevil Maskelyne]] im Rahmen des [[Schiehallion-Experiment]]s. Um die mittlere Dichte der Erde relativ zur [[Gesteinsdichte]] des [[Schiehallion]] zu bestimmen, wählten sie [[Messpunkt]]e auf beiden Seiten und verglichen ihre (damals noch mühsam) gemessene Entfernung mit der Differenz ihrer astronomisch gemessenen [[geografische Breite|Breiten]]. Der Winkelunterschied ergab sich zu&amp;amp;nbsp;11,6&amp;amp;nbsp;[[Bogensekunden]] und die Gesteinsdichte zu&amp;amp;nbsp;2,6 bis&amp;amp;nbsp;2,8&amp;amp;nbsp;g/cm³.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im frühen&amp;amp;nbsp;19.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert zeigte die [[Große Trigonometrische Vermessung|indische Landesvermessung]] unter [[George Everest]], dass im [[Himalaya]] die Lotabweichungen besonders groß sind. Dennoch ergaben die Beobachtungen merklich kleinere Werte als aus den Gebirgsmassen berechnet. Die Wissenschaftler [[George Biddell Airy|Airy]] und [[John Henry Pratt|Pratt]] erklärten dies um&amp;amp;nbsp;1855 durch eine Massenkompensation in der unteren [[Erdkruste]], die zu zwei Theorien der [[Isostasie]] führte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während man die Nord-Süd-Komponente der Lotabweichung (bzw. die [[astronomische Breite]]) schon vor über&amp;amp;nbsp;200&amp;amp;nbsp;Jahren messen konnte, erfordert die Ost-West-Komponente eine genaue astronomische [[Längenbestimmung]] und daher ein präzises [[Zeitsystem]]. Ein solches steht erst seit der Erfindung der [[Funktechnik]] und der anschließenden Etablierung der [[Weltzeit]] zur Verfügung, die heute durch [[Zeitsignalsender]] verbreitet wird. In größerem Umfang wurde die Bestimmung der Lotabweichung daher erst im&amp;amp;nbsp;20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 1930 wurden astro-geodätische Messungen zu einem Standardverfahren der Geodäsie und die wichtigste Grundlage für die geforderte [[Astro-geodätische Netzausgleichung]], da die Genauigkeit der [[Vermessungsnetz]]e den wachsenden Bedürfnissen nicht mehr genügte. Ab den&amp;amp;nbsp;[[1950er]]&amp;amp;nbsp;Jahren gelang es, die bis dahin aufwendigen Lotrichtungsmessungen durch halbautomatische Winkel- und [[Zeitregistrierung]] zu beschleunigen. Zwischen&amp;amp;nbsp;1970 und&amp;amp;nbsp;2000 erreichte die Forschung zu den Themen Lotabweichung, [[Geoid]] und geodätische [[Gravimetrie]] einen Höhepunkt, und zwar aus gleichzeitig &amp;#039;&amp;#039;vier&amp;#039;&amp;#039; aktuellen Erfordernissen:&lt;br /&gt;
# dem unbedingten Bedarf nach Vermessungsnetzen mit Genauigkeiten besser als&amp;amp;nbsp;1:1.000.000 (mm&amp;amp;nbsp;pro&amp;amp;nbsp;km),&lt;br /&gt;
# dem zunehmenden Bau von [[Straßentunnel]]n durch die Alpen und andere Gebirge, wo die Lotabweichung bisweilen einige [[Dezimeter]] pro Kilometer ausmacht,&lt;br /&gt;
# der Forderung nach dem &amp;#039;&amp;#039;[[Zentimeter-Geoid]]&amp;#039;&amp;#039; (Begriff erstmals von [[Wolfgang Torge|Torge]] geprägt, s.&amp;amp;nbsp;unten), weil bereits&amp;amp;nbsp;1980 das Aufkommen zentimetergenauer [[Satellitenortung]] ([[Global Positioning System|GPS]], [[GLONASS]], [[Satellite Laser Ranging|SLR]]) und kosmischer [[Interferometrie]] ([[Very Long Baseline Interferometry|VLBI]]) abzusehen war,&lt;br /&gt;
# dem Bedarf nach [[potentialtheorie|potentialtheoretisch]]en Untersuchungen der [[Erdkruste]], wofür die Lotabweichung bessere geologische Schichtneigungen liefern kann als die herkömmliche Gravimetrie – siehe z.&amp;amp;nbsp;B. das heutige deutsche Großprojekt „[[Sedimentbecken]]“, die Untersuchungen von [[Gottfried Gerstbach|Gerstbach]] (TU&amp;amp;nbsp;Wien) und Papp im [[Wiener Becken]], von Gurtner ([[Ivrea-Körper]] in der [[Südschweiz]]) und der umfangreichen [[TESLA (Teilchenbeschleuniger)|TESLA]]-Projektplanung für den&amp;amp;nbsp;30-km-Linearbeschleuniger bei Hamburg.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch verschiedene Großprojekte in [[Mitteleuropa]] (vor allem Deutschland, Österreich, Schweiz, sowie Slowenien und Slowakei), in [[Südeuropa]] (Kroatien, Griechenland, Türkei) und in [[Südamerika]] (v.&amp;amp;nbsp;a. Argentinien) wurde das Geoid von&amp;amp;nbsp;20 bis&amp;amp;nbsp;50&amp;amp;nbsp;cm Genauigkeit im deutschen Sprachraum auf&amp;amp;nbsp;2 bis&amp;amp;nbsp;5&amp;amp;nbsp;cm, anderswo auf&amp;amp;nbsp;5 bis&amp;amp;nbsp;10&amp;amp;nbsp;cm verbessert. In Deutschland steht das aus Lotabweichungen bestimmte „[[Astrogeoid]]“ in Konkurrenz zum „gravimetrischen Geoid“, während [[Gebirgsland|Gebirgsländer]] wie Österreich, Schweiz, Slowakei und Griechenland das Astrogeoid bevorzugen. In diesen Ländern gibt es seit etwa&amp;amp;nbsp;1990 ein dichtes Netz von tausenden Lotabweichungspunkten (mit Punktabständen zwischen&amp;amp;nbsp;7 und&amp;amp;nbsp;10&amp;amp;nbsp;km) und hunderten [[Laplacepunkt]]en (mit Punktabständen zwischen&amp;amp;nbsp;10 und 50&amp;amp;nbsp;km), auf der ganzen Welt sind es einige zehntausend [[Vermessungspunkt]]e, wo auf der Erdoberfläche die genaue Lotrichtung gemessen wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4168177-0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geodäsie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geophysik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Astrometrie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erdmessung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gravimetrie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Astrogeodäsie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Wassermaus</name></author>
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