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	<title>Lost Generation - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Lost_Generation&amp;diff=307442&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;KorrekTOM: Einleitung optimiert: Formales korrigieret, Redundanzen entfernt, erklärende wikiLink ergänzt</title>
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		<updated>2026-03-11T14:23:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Einleitung optimiert: Formales korrigieret, Redundanzen entfernt, erklärende wikiLink ergänzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lost Generation&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Englische Sprache|engl.]] für „Verlorene Generation“) wird laut der &amp;#039;&amp;#039;[[Encyclopedia Britannica]]&amp;#039;&amp;#039; im engeren Sinne eine Gruppe [[Vereinigte Staaten|US-amerikanischer]] [[Schriftsteller]] bezeichnet, die im [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] volljährig wurden, an diesem teilnahmen und in den 1920er Jahren in Paris lebten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://www.britannica.com/topic/Lost-Generation |titel=Lost Generation – American literature |werk=britannica.com |sprache=en |abruf=2022-10-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit der Aussage „You are a lost generation“ ({{deS|„Ihr seid eine verlorene Generation“}}), die [[Gertrude Stein]] gegenüber [[Ernest Hemingway]] machte – einem Vertreter dieser Schriftstellergruppe –, meinte sie ausdrücklich „alle ihr jungen Leute, die [[Wehrdienst|Kriegsdienst geleistet]] haben“ („All of you young people who served in the war“).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://quotepark.com/quotes/1923125-gertrude-stein-all-of-you-young-people-who-served-in-the-war-you/ |titel=„All of you young people who served in the war. You are a lost generation…“ — Gertrude Stein |werk=quotepark.com |sprache=en |abruf=2022-10-31}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in anderen Ländern gab es Schriftsteller, die sich nach dem Vorbild ihrer etwa gleich alten US-amerikanischen Kollegen aufgrund ähnlicher Erlebnisse im Ersten Weltkrieg als Angehörige einer Art „Lost Generation&amp;#039;&amp;#039;“&amp;#039;&amp;#039; verstanden. Diese übersetzten den von Gertrude Stein geprägten Begriff in ihre Muttersprache. In Deutschland entstand so der Begriff &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Verlorene Generation&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;„&amp;#039;&amp;#039;Lost Generation&amp;#039;&amp;#039;“&amp;#039;&amp;#039;  wurde im Laufe des 20. Jahrhunderts durch – nicht nur US-amerikanische – [[Historiker]] und [[Soziologe|Soziologen]] auf alle Angehörigen der Jahrgänge 1883 bis 1900 ausgedehnt. Einige [[Kunsthistoriker]] aus dem deutschsprachigen Raum argumentieren, dass deren Angehörige im engeren Wortsinn nur die erste Generation seien, die sich mit den Katastrophen des 20. Jahrhunderts habe auseinandersetzen müssen, so dass die letzten Werke der umfassenden „Verlorenen Generation“ erst um 1950 entstanden seien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung und Verbreitung der Bezeichnung in den USA ==&lt;br /&gt;
Nach [[Ernest Hemingway]]s Bericht in seinem Buch &amp;#039;&amp;#039;[[Paris – Ein Fest fürs Leben|A Moveable Feast]]&amp;#039;&amp;#039; (dt. &amp;#039;&amp;#039;Paris – ein Fest fürs Leben&amp;#039;&amp;#039;) hatte Gertrude Stein sich in Paris beim &amp;#039;&amp;#039;patron&amp;#039;&amp;#039; (Besitzer) einer Werkstatt über einen Autoschlosser beschwert, woraufhin der &amp;#039;&amp;#039;patron&amp;#039;&amp;#039; seinem jungen Angestellten bescheinigte: „Ihr seid alle eine verlorene Generation“ (&amp;#039;&amp;#039;génération perdue&amp;#039;&amp;#039;). [[Sylvia Beach]] zufolge habe der Mann damit ausdrücken wollen, dass die jungen Leute während des Krieges keine ordentliche Ausbildung genossen hätten und deshalb für viele Arbeiten ausfielen. Ihr selbst sei keine Generation weniger „verloren“ vorgekommen als diese begabte und auch erfolgreiche Generation.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://arsfemina.de/djuna-barnes/eine-amerikanerin-paris |titel=Eine Amerikanerin in Paris |hrsg=arsfemina.de |abruf=2022-11-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;!-- Problem: Offenbar dachten die amerikanische Expatriates in Frankreich an andere Formen der „Verlorenheit“ als der Franzose: Automechaniker gehören einem anderen Milieu an als Künstler. --&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gertrude Stein übersetzte den Satz ins Englische und interpretierte ihn: Die jungen ehemaligen Kriegsteilnehmer seien respektlos und tränken zu viel. Hemingway hielt dem entgegen, dass wahrscheinlich „der &amp;#039;&amp;#039;patron&amp;#039;&amp;#039; des jungen Mannes schon um elf Uhr früh betrunken“ gewesen sei, weshalb er auch „so wunderbare Phrasen“ gebraucht habe. Hemingway wählte die Wendung „verlorene Generation“ als eines von zwei [[Motto (Literatur)|Motti]] für seinen ersten Roman &amp;#039;&amp;#039;The Sun Also Rises&amp;#039;&amp;#039; (dt. [[Fiesta (Hemingway)|&amp;#039;&amp;#039;Fiesta&amp;#039;&amp;#039;]]), was ihre Verbreitung förderte. Der Roman spielt in dem Milieu, das Gertrude Stein laut der Encyclopedia Britannica bei ihrem Ausspruch im Auge hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele der bedeutendsten Schriftsteller der amerikanischen [[Moderne]] verbrachten einige Zeit in Europa und fanden insbesondere in [[Paris]] unter der Ägide Steins eine, wenn auch nur vorübergehende, geistige Heimat. Einigen der wichtigsten Auslandsamerikaner (&amp;#039;&amp;#039;expatriates&amp;#039;&amp;#039;), wie zuvor [[Henry James]], etwa [[Ezra Pound]] und [[T. S. Eliot]], war eine kulturkritische Grundhaltung gemein, die sich gegen die behauptete Banalität der amerikanischen Gesellschaft und der amerikanischen Literatur richtete. Der &amp;#039;&amp;#039;[[Geflügeltes Wort#Begriffsgeschichte|locus classicus]]&amp;#039;&amp;#039; für die beherrschende Stimmung der Zeit findet sich bei [[F. Scott Fitzgerald]], der schrieb,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=F. Scott Fitzgerald |Titel=This Side of Paradise |Sprache=en |ISBN=978-1-593-08381-6}}&amp;lt;/ref&amp;gt; seine Generation sei herangewachsen, nur um „alle Götter tot, alle Kriege gekämpft, jeden Glauben in die Menschheit zerstört“ vorzufinden ({{&amp;quot;|Here was a generation… grown up to find all gods dead, all wars fought, all faith in man shaken.}}).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Der Spiegel |ID=41762055 |Titel=Scott Fitzgerald: Mehr Geld |Jahr=1958 |Nr=32 |Datum=1958-08-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitte der 1920er Jahre zählte die amerikanische Exilgemeinde in Paris über 30.000 Personen. Die Encyclopedia Britannica stellt fest, dass die Schriftsteller der &amp;#039;&amp;#039;Lost Generation&amp;#039;&amp;#039; in Frankreich sich bis in die 1930er Jahre in verschiedene Richtungen entwickelt und insofern keine Einheit mehr gebildet hätten. [[Ezra Pound]] verließ z.&amp;amp;nbsp;B. bereits 1924 Paris und wurde in Italien zum Anhänger des Faschistenführers [[Benito Mussolini]]. Die Ernüchterung der US-amerikanischen Heimkehrer aus Frankreich &amp;lt;!-- Was genau „ernüchterte“ die Rückkehrer?“ --&amp;gt;hielt [[Malcolm Cowley]] 1934 in &amp;#039;&amp;#039;Exile&amp;#039;s Return&amp;#039;&amp;#039; fest.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Historiker]] William Strauss und Neil Howe verwendeten 1991 den Begriff &amp;#039;&amp;#039;Lost Generation&amp;#039;&amp;#039; in ihrem Buch &amp;#039;&amp;#039;Generations&amp;#039;&amp;#039; als Sammelbegriff für 1883–1900 Geborene. Die Kinder der US-Amerikaner unter ihnen ordneten die Autoren dem Begriff [[G.I. Generation]], ihre Enkel dem Begriff [[Baby-Boomer]] zu. Zur „Lost Generation“ zählen die Autoren auch ausländische Teilnehmer am Ersten Weltkrieg, die zwischen 1883 und 1900 geboren wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://archive.org/details/GenerationsTheHistoryOfAmericasFuture1584To2069ByWilliamStraussNeilHowe/page/n247/mode/2up?view=theater |titel=Generations. The History of America&amp;#039;s Future, 1584 to 2067 |autor=William Strauss, Neil Howe |hrsg=Harper Perennial |seiten=247 |abruf=2022-10-30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dass auch Frauen der genannten Geburtsjahrgänge der „Lost Generation“ angehörten, wird damit begründet, dass sie „nach dem Aufbruch der Männer an die Front […] bereits auf den Geschmack einer gewissen Selbständigkeit gekommen“ seien und nach dem Krieg die Emanzipation der Frauen forciert hätten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.hisour.com/de/look-back-of-the-roaring-twenties-in-paris-the-annees-folles-of-france-63024/ |titel=Blick zurück auf die Roaring Twenties in Paris, die Années folles von Frankreich |hrsg=HiSoUR.com |abruf=2022-11-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriffsverwendung außerhalb der USA ==&lt;br /&gt;
Der [[Topos (Geisteswissenschaft)|Topos]] der &amp;#039;&amp;#039;Verlorenen Generation&amp;#039;&amp;#039; bürgerte sich in Deutschland aufgrund von Aussagen des Protagonisten Paul Bäumer in [[Erich Maria Remarque]]s Roman &amp;#039;&amp;#039;[[Im Westen nichts Neues]]&amp;#039;&amp;#039; (Erstveröffentlichung 1928) ein. Manuela Bernauer stellt ausdrücklich einen Bezug zwischen dem Roman und dem US-amerikanischen Diskurs über die &amp;#039;&amp;#039;Lost Generation&amp;#039;&amp;#039; her: „Der Autor greift für sein Buch das im angloamerikanischen Raum schon bewährte Konzept der geschlagenen, verlorenen oder zerstörten Generation auf.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Manuela Bernauer |url=https://phaidra.univie.ac.at/open/o:1284902 |titel=„Der Krieg ist der Vater aller Dinge“. Kriegsdarstellungen in Erich Maria Remarques Im Westen nichts Neues, Ernst Jüngers In Stahlgewittern und Arnold Zweigs Der Streit um den Sergeanten Grischa |werk=phaidra.univie.ac.at |datum=2012-03-01 |seiten=14 |abruf=2022-10-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Vorwort heißt es, das Buch solle „den Versuch machen, über eine Generation zu berichten, die vom Kriege zerstört wurde – auch wenn sie seinen Granaten entkam.“ Zu Beginn des 2.&amp;amp;nbsp;Kapitels denkt Paul Bäumer über die besondere Lage seiner Generation nach: „Die älteren Leute sind alle fest mit dem Früheren verbunden, sie haben Grund, sie haben Frauen, Kinder, Beruf und Interessen. […] Wir waren noch nicht eingewurzelt. Der Krieg hat uns weggeschwemmt.“ Und im 6. Kapitel heißt es wörtlich: „Wir sind verlassen wie Kinder und erfahren wie alte Leute, wir sind roh und traurig und oberflächlich – ich glaube, wir sind verloren.“ An der Begriffsverwendung ist auffällig, dass der Protagonist in der &amp;#039;&amp;#039;Verlorenen Generation&amp;#039;&amp;#039; nicht eine zeitgeschichtliche Generation sieht, der auch ältere Kriegsteilnehmer angehören, sondern eine relativ kleine Kohorte von Angehörigen bestimmter Jahrgänge, die nach seiner Begriffsverwendung eine Geburtsgeneration bilden. Klein ist die Kohorte durch das Merkmal, dass einerseits ihre Angehörigen ab 1914 ihre Schul- oder Berufsausbildung nicht so abschließen konnten, wie es noch bei unwesentlich Älteren möglich war. Andererseits endete die Situation, dass junge Männer ohne Schul- oder Berufsabschluss Kriegsteilnehmer wurden, im Jahr 1918 (was die Romanfigur aber nur ahnen kann).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ausgrenzung von Menschen mit „untypischen“ Mentalitäten ===&lt;br /&gt;
Nicht in der Tradition des Diskurses über die &amp;#039;&amp;#039;Lost Generation&amp;#039;&amp;#039; steht hingegen Manuela Bernauer zufolge die deutschsprachige Literatur, die von Autoren wie [[Ernst Jünger]] (&amp;#039;&amp;#039;[[In Stahlgewittern]]&amp;#039;&amp;#039;) verfasst wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://phaidra.univie.ac.at/open/o:1284902 |titel=„Der Krieg ist der Vater aller Dinge“. Kriegsdarstellungen in Erich Maria Remarques Im Westen nichts Neues, Ernst Jüngers In Stahlgewittern und Arnold Zweigs Der Streit um den Sergeanten Grischa |autor=Manuela Bernauer |werk=phaidra.univie.ac.at |datum=2012-03-01 |seiten=18 |abruf=2022-10-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie zitiert Henning Müllers Einschätzung von Jüngers Buch mit den Worten: „Der Erfolg von Jüngers Kriegstagebuch In Stahlgewittern lag nicht zuletzt darin begründet, daß &amp;lt;!--[sic!]--&amp;gt; hier ein begabter Sprachartist den Geist jener Frontsoldaten, Kriegsfreiwilligen und Landsknechtstypen ästhetisierte, die sich auch nach der Kriegsniederlage nichts anderes als den Krieg vorstellen konnten – und die Friedenszeit verachteten.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Henning Müller |Titel=„Stählerne Romantik“ und Mythos Krieg. Anmerkungen zur Ernst-Jünger-Renaissance im Konservatismus der achtziger Jahre |Sammelwerk=Die Waffen nieder! Schriftsteller in den Friedensbewegungen des 20. Jahrhunderts. Literatur und Gesellschaft |Hrsg=Siegrid Bock |Verlag=Akademie-Verlag |Ort=Berlin |Datum=1989 |Seiten=141}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass diese Schriftsteller eigentlich nicht zur „verlorenen Generation“ gehören (es sei denn, man legte die US-amerikanische Definition von Williams / Howe zugrunde), belegt auch ein Zitat aus dem in Österreich veröffentlichten „Politiklexikon für junge Leute“: „Als lost generation (verlorene Generation) werden jene Menschen bezeichnet, die den Ersten Weltkrieg als Jugendliche oder junge Erwachsene miterlebten. Geprägt war diese Generation von den traumatischen Erfahrungen der Kriegs- und Nachkriegsjahre. Diese Jugendlichen mussten schnell erwachsen werden und viele verloren den Glauben an menschliche Werte und an Autoritäten. Sie galten als perspektivenlos, waren zynisch und glaubten nicht mehr an eine positive Zukunft – weder für sich, noch für die Menschheit.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.politik-lexikon.at/weltkrieg/ |titel=Weltkrieg |hrsg=Verlag Jungbrunnen, Wien (im Auftrag des österreichischen Bildungsministeriums) |abruf=2022-11-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einbezug anderer Jahrgänge und anderer Problemlagen ===&lt;br /&gt;
Der Kunsthistoriker [[Rainer Zimmermann (Kunsthistoriker)|Rainer Zimmermann]] (1920–2009) prägte 1980 den Begriff der „[[Verschollene Generation|Verschollenen]]“ oder „Verlorenen“ Generation. Er zieht eine Parallele zum Begriff „Lost Generation“, den nicht nur Gertrude Stein, sondern den auch [[Hannah Arendt]] für die amerikanische Schriftstellergeneration der 1920er-Jahre gewählt hat. Der Generation gehören Künstler an, die zwischen 1890 und 1914 geboren wurden,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.salzburg.info/de/sehenswertes/museen/museum-der-verlorenen-generation |titel=Museum Kunst der Verlorenen Generation |hrsg=TSG Tourismus Salzburg |abruf=2022-10-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; so dass die [[Intension und Extension|Extension]] des Begriffs „Verlorene Generation“ (d.&amp;amp;nbsp;h. die Gesamtmenge der Menschen, die mit dem Begriff bezeichnet werden können und/oder sollen) sich nur teilweise mit derjenigen des Begriffs &amp;#039;&amp;#039;Lost Generation&amp;#039;&amp;#039; deckt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Hamburger Kunsthistorikerin [[Maike Bruhns]] stellte im März 2013 80 Exponate für eine Ausstellung mit dem Titel „Nachtmahre und Ruinenengel“ in der [[Hamburger Kunsthalle]] zusammen. Die [[taz]] berichtete über diese Ausstellung unter der Überschrift: „‚Verlorene Generation‘: Dokumente des Ungesagten“. Die aus der Zeit zwischen 1920 und 1950 stammenden Werke „dokumentieren die Brüche einer zwischen die Kriege geratenen Generation“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://taz.de/Verlorene-Generation/!5071527/ |titel=&amp;quot;Verlorene Generation&amp;quot;: Dokumente des Ungesagten |hrsg=taz.de |datum=2013-03-12 |abruf=2022-11-09}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Spanne zwischen den Geburtsjahren der Künstler, die die ausgestellten Werke angefertigt haben, zeigt, dass „Verlorene Generation“ im Kontext der Ausstellung als Erlebnisgeneration zu verstehen ist, zu der nicht nur gerade erwachsen Gewordene gehören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Benennung des 2017 eröffneten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.parnass.at/termine/5-jahre-museum-kunst-der-verlorenen-generation |titel=5 Jahre Museum Kunst der Verlorenen Generation |werk=parnass.at |abruf=2022-10-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Museums Kunst der Verlorenen Generation“ in [[Salzburg]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;museum&amp;quot; /&amp;gt; orientiert sich an Zimmermanns Begriffsverwendung. Es beherbergt die ca. 500 Gemälde, Skulpturen und Graphiken (Stand: März 2022) der Sammlung Heinz R. Böhmes. In dem Museum werden Werke von Schülern [[Max Liebermann]]s, [[Max Beckmann]]s, [[Otto Dix]]’, [[Lovis Corinth]]s und [[Henri Matisse]]s ausgestellt. Deren Schüler standen 1933 auf dem Höhepunkt ihres Schaffens und wurden in Deutschland mit der Tatsache konfrontiert, dass der Stilpluralismus der Zeit der [[Weimarer Republik]] nicht mehr erwünscht war. Ihre Bilder wurden im Zuge der Aktion „[[Entartete Kunst]]“ 1937 aus öffentlichen Sammlungen und Museen entfernt, verhöhnt, zerstört oder mit etwas Glück versteckt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;museum&amp;quot;&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://verlorene-generation.com/museum/ |titel=Die Verlorene Generation |hrsg=Museum der Kunst der Verlorenen Generation, Salzburg |abruf=2023-01-23}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie selbst gerieten oftmals in Vergessenheit. Diese Gruppe von Künstlern wird auch als &amp;#039;&amp;#039;[[Verschollene Generation]]&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Verschollene Generation}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Generation als „verschollen“ geltender Künstler gehörte auch der Schriftsteller [[Klaus Mann]] (geboren 1906), der älteste Sohn [[Thomas Mann]]s. Seinem 1932 noch in Deutschland veröffentlichten Roman &amp;#039;&amp;#039;[[Treffpunkt im Unendlichen]]&amp;#039;&amp;#039; gab Klaus Mann den Untertitel: „Roman einer verlorenen Generation“. Durch die Wahl des unbestimmten Artikels („einer“) und das klein geschriebene „V“ („verlorenen“) signalisiert er Distanz zu der Marke „Lost Generation“, nicht aber zur Lage, in der sich die Gemeinten in den 1920er Jahren befanden. Die Situation im Europa der Zwischenkriegszeit charakterisiert ein Rezensent des Romans im Jahr 2020 folgendermaßen: „Die Zwanziger Jahre, Berlin und Paris: Sonja, die Schauspielerin, und Sebastian, der Nachwuchs-Schriftsteller, sind Teil jener Lost Generation, die während und nach dem Ersten Weltkrieg, dem Sündenfall und Trauma aller Intellektuellen, aufwuchs. Alte Werte sind im Kanonendonner zerstoben, neue noch nicht vorhanden. Man experimentiert mit Drogen, Kunst, freier Liebe und Homosexualität; man lässt sich treiben - kein Ziel vor Augen. Nur wenige ahnen: Eine Entscheidung steht bevor. Triumphieren wird eine Ideologie, die auf dem Marktplatz der Möglichkeiten zu dieser Zeit nur eine unter vielen ist: der Nationalsozialismus, die Unkultur in Reinform, das pure Gegenteil der [[Bohème]], der sich die jungen Leute zugehörig fühlen.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.bookbeat.ch/buch/treffpunkt-im-unendlichen-roman-einer-verlorenen-generation-428793 |titel=Treffpunkt im Unendlichen. Roman einer verlorenen Generation |hrsg=bookbeat.ch |abruf=2022-11-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der letzte Satz trifft auf Berlin und Deutschland, um 1933 aber nicht auf Paris und Frankreich und auch nicht auf die USA zu.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== „Lost Generation / verlorene Generation“ im Plural ==&lt;br /&gt;
Bereits die von Ernest Hemingway kolportierte Aussage Gertrude Steins: „You are a lost generation“ ermöglicht die Interpretation, dass dieser Satz die Existenz mehrerer „verlorener Generationen“ nicht ausschließt. Ausgeschlossen wird diese Interpretation nur dann, wenn man den Begriff als &amp;#039;&amp;#039;Namen&amp;#039;&amp;#039; bzw. als Etikett versteht (für die Generation von Künstlern, der Steins Gesprächspartner Hemingway angehörte, bzw. für alle Angehörigen der Geburtsjahrgänge 1883 bis 1900), unabhängig von der Frage, ob auf alle Generationsangehörige das Definitionsmerkmal „verloren“ (zeitlebens) zutraf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hannah Arendt ging in ihrem Aufsatz über den 1898 geborenen [[Bertolt Brecht]] der Frage nach, welche Formen der Verlorenheit es erlaubten, verschiedene Typen „verlorener Generationen“ voneinander abzugrenzen. Der „ersten“ verlorenen Generation seien in Deutschland weitere „verlorene Generationen“ gefolgt: „Erst diejenigen, die, etwa zehn Jahre später geboren, durch [[Novemberrevolution|Revolution]], [[Deutsche Inflation 1914 bis 1923|Inflation]] und [[Weltwirtschaftskrise#Arbeitsmarktsituation|Arbeitslosigkeit]] in die Welt eingeführt und so über die Brüchigkeit alles dessen belehrt wurden, was nach mehr als vier Jahren des Mordens in Europa noch intakt geblieben war; und dann, wiederum zehn Jahre später, die dritte „verlorene Generation“, die sich gleichsam aussuchen konnte, ob sie ihre erste Welterfahrung in den [[Konzentrationslager (historischer Begriff)#Zeit des Nationalsozialismus|Konzentrationslagern des Dritten Reichs]] oder im [[Spanischer Bürgerkrieg|Spanischen Bürgerkrieg]] oder an den [[Moskauer Prozesse]]n machen wollte.&amp;lt;!-- Dieser „dritten“ Gruppe gehörten überwiegend diejenigen an, die in Salzburg als „Verschollene oder Verlorene Generation“ gelten, erkennbar an den von Williams / Howe abweichenden Angaben zu Geburtsjahren. --&amp;gt; Diese drei Gruppen standen sich altersmäßig noch nah genug, um im Zweiten Weltkrieg in eine einzige zusammenzuschmelzen – als Soldaten oder als Flüchtlinge, als Mitglieder von Widerstandsbewegungen oder als Insassen von [[Internierungslager#Zweiter Weltkrieg|Internierungs-]] und [[Vernichtungslager]]n, als Zivilisten unterm Bombenhagel und Überlebende von Städten […]“.&amp;lt;ref&amp;gt;Hannah Arendt: &amp;#039;&amp;#039;Reflexionen über den Dichter Bertolt Brecht und sein Verhältnis zur Politik.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Merkur&amp;#039;&amp;#039;. Juni 1969. S. 535 – 547; hier: S. 535 ([https://www.merkur-zeitschrift.de/autoren/quod-licet-jovi/ online])&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Art der Beschreibung wird deutlich, dass das Motiv der Verlorenheit nicht auf die Jugendzeit der früh als „verloren“ Charakterisierten beschränkt sein muss. Nach Hannah Arendts 1969 im Rückblick auf das 20. Jahrhundert angefertigten Analyse ist es zudem nicht verwunderlich, dass Autoren, die im &amp;#039;&amp;#039;Zweiten&amp;#039;&amp;#039; Weltkrieg Ähnliches erlebten wie die Generation ihrer Väter 25 Jahre zuvor, ebenfalls als Angehörige einer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.evangelische-zeitung.de/dichter-einer-verlorenen-generation/ |titel=Dichter einer verlorenen Generation – Vor 100 Jahren wurde Wolfgang Borchert geboren |hrsg=evangelische-zeitung.de |datum=2021-05-19 |abruf=2022-11-03}}&amp;lt;/ref&amp;gt; verlorenen bzw. sogar &amp;#039;&amp;#039;der&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;Jasmina Tomc: &amp;#039;&amp;#039;Die &amp;quot;Verlorene Generation&amp;quot;: gezeigt an Beispielen von [[Wolfgang Borchert]] und Erich Maria Remarque&amp;#039;&amp;#039;. Universität in [[Maribor]]. 2009&amp;lt;/ref&amp;gt; „Verlorenen Generation“ betrachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an der Konstruktion der „Verlorenen Generation“ ==&lt;br /&gt;
Hannah Arendt [[Dekonstruktion|dekonstruierte]] in ihrem Aufsatz über Bertolt Brecht das hinter dem Reden von einer „Lost Generation“ stehende Konzept „verlorener“ Menschen. Vielen Schriftstellern, die sich der „Lost Generation“ zugeordnet hätten bzw. dieser zugeordnet worden seien, sei es darum gegangen, Literatur „voll […] von dieser psychologischen und gesellschaftlichen Pseudoproblematik“ zu verfassen, „in der Individuen ihre Interessantheit zu Markte tragen.“ Es sei aber, so Arendt, darum gegangen, zu erkennen, dass „[d]ie Menschen […] ihr Gewicht verloren“ hätten; „schwerelos, dem Winde gleich, treiben sie durch eine verlorene Welt, die sie nicht mehr behaust. Es geht nicht um die Menschen, es geht um die Welt.“&amp;lt;ref&amp;gt;Hannah Arendt: &amp;#039;&amp;#039;Reflexionen über den Dichter Bertolt Brecht und sein Verhältnis zur Politik.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Merkur&amp;#039;&amp;#039;. Juni 1969. S. 535 – 547; hier: S. 536 ([https://www.merkur-zeitschrift.de/autoren/quod-licet-jovi/ online])&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.britannica.com/topic/Lost-Generation Encyclopedia Britannica: &amp;#039;&amp;#039;Lost Generation American Literature&amp;#039;&amp;#039;]. 16. September 2022&lt;br /&gt;
* [https://www.lpb-bw.de/fileadmin/lpb_hauptportal/ersterweltkrieg/Wegweiser_Ausstellung.pdf &amp;#039;&amp;#039;Der Erste Weltkrieg. Abschiede und Grenzerfahrungen – Alltag und Propaganda. Eine Wanderausstellung der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg&amp;#039;&amp;#039;]. 2014&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Sammlung [https://lostgen.art/index.html &amp;#039;&amp;#039;Lost Generation Art - die Kunst der Verschollenen Generation&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4168175-7|LCCN=|NDL=|VIAF=}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literarische Gruppe]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Kunst und Kultur der Zwischenkriegszeit]]&lt;br /&gt;
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