<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Lock-in-Effekt</id>
	<title>Lock-in-Effekt - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Lock-in-Effekt"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Lock-in-Effekt&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-04T14:44:05Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Lock-in-Effekt&amp;diff=168935&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Carolin: /* Wechselbarrieren */ ergänzt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Lock-in-Effekt&amp;diff=168935&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-03-01T08:45:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Wechselbarrieren: &lt;/span&gt; ergänzt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt den ökonomischen Effekt. Zum physikalischen Effekt siehe [[Lock-in-Effekt (Physik)]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unter &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lock-in-Effekt&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|lock in}}, „einschließen“ oder „einsperren“) versteht man generell in den [[Wirtschaftswissenschaften]] und speziell im [[Marketing]] die enge [[Kundenbindung]] an [[Produkt (Wirtschaft)|Produkte]]/[[Dienstleistung]]en oder einen [[Angebot (Volkswirtschaftslehre)|Anbieter]], die es dem [[Kunde]]n wegen entstehender [[Wechselkosten]] und sonstiger Wechselbarrieren erschwert, das Produkt oder den Anbieter zu wechseln. Auch im [[Steuerrecht]] wird der Begriff verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Der Lock-in-Effekt ist sowohl eine [[Marktstrategie]] als auch eine [[Marketingstrategie]]. Er gilt als &amp;#039;&amp;#039;technisch-funktionale Kundenbindung&amp;#039;&amp;#039;, weil Produkt- oder Servicekomponenten nur über einen [[Hersteller]] bezogen werden können&amp;lt;ref&amp;gt;Dominik Georgi, Karsten Hadwich: &amp;#039;&amp;#039;Management von Kundenbeziehungen.&amp;#039;&amp;#039; 2010, S. 14 {{Google Buch|BuchID=VGHacRDVZg4C|Seite=14}}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder komplementäre Produkte nur gemeinsam [[Nutzen (Wirtschaft)|Nutzen]] stiften. Oft besteht durch drohende Wechselkosten auch eine &amp;#039;&amp;#039;ökonomische Kundenbindung&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Dominik Georgi, Karsten Hadwich: &amp;#039;&amp;#039;Management von Kundenbeziehungen.&amp;#039;&amp;#039; 2010, S. 14.&amp;lt;/ref&amp;gt; Als sein Erfinder gilt [[John D. Rockefeller]], der um 1870 gegenseitige technisch-physikalische Abhängigkeiten von Produkten ausnutzte, als er [[Petroleumlampe]]n in China verkaufte, wodurch er ein [[Petroleum]]monopol erreichte.&amp;lt;ref&amp;gt;Tobias Knoof: &amp;#039;&amp;#039;Hypnotic Mind – Checklisten für erfolgreiche Werbetexte.&amp;#039;&amp;#039; Band 4, 2013, S. 119 {{Google Buch|BuchID=hl2lAwAAQBAJ|Seite=119}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine Lampen brannten nur mit dem von ihm verkauften Petroleum, so dass er gleichzeitige Umsatzsteigerungen bei beiden Produkten erzielen konnte. Im Jahre 1902 entwickelte [[King Camp Gillette]] Rasiergeräte und verkaufte zugleich die von ihm patentierten Einweg-[[Rasierklinge]]n. Die Abhängigkeit war lukrativ, denn Einweg-Produkte mit Dauerbedarf sicherten eine konstante Nachfrage. Robert Crandall von [[American Airlines]] übertrug 1981 den Effekt auf seine Branche, als er das [[Vielfliegerprogramm]] einführte. Er hatte erkannt, dass 40 % des Umsatzes von lediglich 5 % der Kunden erbracht wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Tobias Knoof: &amp;#039;&amp;#039;Hypnotic Mind – Checklisten für erfolgreiche Werbetexte.&amp;#039;&amp;#039; Band 4, 2013, S. 119.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zwar impliziert der Lock-in-Begriff, dass die Aktivitäten zur Kundenbindung vom Hersteller ausgehen, doch kann sie auch vom Kunden selbst durch [[Präferenz (Wirtschaftswissenschaften)|Präferenz]] des Anbieter oder dessen Produkt ausgelöst werden.&amp;lt;ref&amp;gt;Kai Adolphs: &amp;#039;&amp;#039;Wettbewerbsvorteile im Electronic Retailing.&amp;#039;&amp;#039; 2004, S. 26 {{Google Buch|BuchID=ueP3BQAAQBAJ|Seite=25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wechselbarrieren ==&lt;br /&gt;
Ziel des Anbieters ist es, seine Kunden zwecks [[Gewinnmaximierung]] durch technische, physikalische oder sonstige Abhängigkeiten an das Unternehmen oder Produkt zu binden. Diese Kundenbindung führt dazu, dass Kunden ein Wechsel zu anderen Anbietern oder Produkten erschwert oder gar unmöglich gemacht wird. Der Grund hierfür sind die bei einem Wechsel auftretenden Hindernisse, die aus den quantifizierbaren Wechselkosten und sonstigen Wechselbarrieren bestehen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im technischen Bereich tragen gegenseitige technische oder physikalische Abhängigkeiten von [[Komplementärgut|Komplementärgütern]] zu den Wechselkosten bzw. -barrieren bei (etwa [[DVD-Player]] und [[DVD]], [[Betriebssystem]] und [[Computer]]). Wirtschaftlich betrachtet lohnt sich ein Systemwechsel nur dann, wenn der durch den Systemwechsel entstehende [[Grenznutzen]] die Wechselkosten – unter Berücksichtigung aller Komplementärgüter –  übersteigt.&amp;lt;ref&amp;gt;Carl Shapiro, Hal R. Varian: &amp;#039;&amp;#039;Information Rules: A Strategic Guide to the Network Economy.&amp;#039;&amp;#039; 1999, S. 103 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zu den Wechselkosten zählen bei Digitalprodukten auch die Kosten einer etwaigen [[Migration (Informationstechnik)#Datenmigration|Datenmigration]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Psychische Wechselbarrieren sind [[Gewöhnung]] und persönliche [[Präferenz (Wirtschaftswissenschaften)|Präferenz]]en des Kunden ([[Kundenzufriedenheit]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt Wechselkosten, die von Unternehmen selbst bestimmt werden, um einen Anbieterwechsel zu erschweren (etwa Anschlussgebühren, [[Vertragsstrafe]]n, [[Mengenrabatt]]e, herstellerspezifische [[Datenformat]]e) und Wechselkosten, die erst beim Wechsel auf andere Anbieter oder Produkte entstehen (etwa [[Notargebühr]]en bei der Übertragung von [[Grundpfandrecht]]en im Rahmen einer [[Kreditablösung]]). Wechselkosten lassen sich von Seiten der Anbieter gezielt einsetzen, um die Nachfrager an das eigene Produkt zu binden und [[Markteintrittsbarriere]]n aufzubauen.&amp;lt;ref&amp;gt;Ralf Peters: &amp;#039;&amp;#039;Internet-Ökonomie.&amp;#039;&amp;#039; 2010, S. 50 f. {{Google Buch|BuchID=p1jO0DNYlDsC|Seite=50}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Höhe der Wechselkosten bestimmt das Ausmaß eines Lock-in-Effekts.&amp;lt;ref&amp;gt;Carl Shapiro, Hal R. Varian: &amp;#039;&amp;#039;Information Rules: A Strategic Guide to the Network Economy.&amp;#039;&amp;#039; 1999, S. 111.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Bereich digitaler Produkte kann der Einsatz von [[Open Source|Open-Source-Produkten]] dazu beitragen, die Herstellerabhängigkeit und das Risiko eines Lock-ins zu verringern. Allgemeiner spricht man in diesem Zusammenhang von [[Digitale Souveränität|digitaler Souveränität]].&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Matthias Stürmer |url=https://www.itmagazine.ch/artikel/82558/Open_Source_Software_als_Ausweg_aus_dem_Vendor_Lock-in.html |titel=Open Source Software als Ausweg aus dem Vendor Lock-in |werk=Swiss IT Magazine 2024/07, itmagazine.ch |datum=2024 |sprache=de |abruf=2026-03-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Strategie ==&lt;br /&gt;
[[Verbraucher]] werden durch finanzielle Investitionen in bestimmte Produkte (etwa [[Betriebssystem]] bzw. [[Laufzeitumgebung]]) oder durch zeitliche Investitionen (etwa [[Versicherungsmakler (Deutschland)|Versicherungsmakler]], der die persönliche Situation durch langjährige Zusammenarbeit kennt) an einen Anbieter oder an eine Anbietergruppe gebunden. Dies bewirkt eine als &amp;#039;&amp;#039;Vendor-Lock-in&amp;#039;&amp;#039; bezeichnete Herstellerabhängigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ziel des Anbieters ist es daher, dass der Kunde den Nutzen eines Produktes höherwertiger als die Lock-in-Kosten wahrnimmt. Deshalb versucht der Anbieter z.&amp;amp;nbsp;B. durch [[Personalisierung (Informationstechnik)|Personalisierungsmöglichkeiten]] und [[Rabatt]]angebote den [[Kundennutzen]] in dem Maße zu steigern, dass er sich dennoch „freiwillig“ in die Lock-in-Situation begibt. Die Anbieter können einen künstlichen Lock-in-Effekt auch dort bewirken, wo normalerweise keiner existiert, indem sie [[Bonussystem|Bonus-]] oder Loyalitätspunkte verschenken. Beispiele sind [[Rabattmarke]]n, [[Bonusmeilen]], bestimmte Kreditkarten- und Telefonieangebote, die alle nur bei der ursprünglichen Firma verwendet werden können und beim Wechsel zu einem Konkurrenten verfallen. Gerade im [[Online]]-Sektor ist aufgrund der großen [[Wettbewerb (Wirtschaft)|Konkurrenz]] und der [[Markttransparenz]] der Aufbau von Wechselbarrieren schwieriger und ohne entsprechende nutzenstiftende Maßnahmen kaum durchzusetzen. Der Kunde kann von dieser Konstellation ggf. sogar profitieren.&amp;lt;ref&amp;gt;Kai Adolphs: &amp;#039;&amp;#039;Wettbewerbsvorteile im Electronic Retailing.&amp;#039;&amp;#039; 2004, S. 25 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ursachen ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[vertrag]]liche Bindung:&amp;#039;&amp;#039; Ein Teilnehmer wird durch eine Vertragsvereinbarung gebunden; bei Nichteinhaltung droht eine [[Vertragsstrafe]].&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Training]] und [[Lernen]]:&amp;#039;&amp;#039; Der Kunde baut ein &amp;#039;&amp;#039;produkt- oder technologiespezifisches Wissen&amp;#039;&amp;#039; auf. Im Falle eines Wechsels wäre dieser Lernprozess zu wiederholen. Der zu betreibende Lernaufwand ist vergleichbar groß, sodass die Wechselbarrieren entsprechend hoch liegen.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Informationskosten|Suchkosten]]:&amp;#039;&amp;#039; Beim Verlassen eines Systems entstehen Suchkosten, welche der Teilnehmer jedoch vermeiden will.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Loyalty costs: &amp;#039;&amp;#039; Ein Spielteilnehmer kann Vergünstigungen aus einem Standard verlieren, wenn er diesen verlassen will.&lt;br /&gt;
* Die &amp;#039;&amp;#039;Individualisierung von Produkten&amp;#039;&amp;#039; hinsichtlich der Wünsche des Kunden vertieft die Beziehung zwischen den Geschäftspartnern. Je mehr spezifische Investitionen ein Kunde leistet, desto höher steigen die Wechselkosten. Der Wechsel zu einem Konkurrenzprodukt wird immer unwahrscheinlicher.&lt;br /&gt;
* Es kann eine &amp;#039;&amp;#039;unmittelbare Abhängigkeit von komplementären Produkten&amp;#039;&amp;#039; gegeben sein. Beispielsweise verkauft der Hersteller eines medizinischen Gerätes den Computer zur Datenverarbeitung gleich mit; ein Standardgerät kann hingegen wegen Modifikationen der [[Schnittstelle]] nicht eingesetzt werden.&lt;br /&gt;
* Ausgehend vom spezifischen Wissen, entsteht ein &amp;#039;&amp;#039;Gewöhnungseffekt&amp;#039;&amp;#039; des Kunden gegenüber dem Produkt oder dem Anbieter. Die Bequemlichkeit hier Änderungen nicht in Kauf nehmen zu wollen, führt ebenfalls zum Lock-in.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Modellierung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Spieltheorie]] modelliert Lock-in-Effekte als das Gebundensein eines Spielers in einem System, obwohl daneben ein überlegenes System existiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Avinash K. Dixit/Barry J. Nalebuff: &amp;#039;&amp;#039;Spieltheorie für Einsteiger – Strategisches Know-how für Gewinner.&amp;#039;&amp;#039; 1997, S. 246.&amp;lt;/ref&amp;gt; Gebunden bedeutet dabei, dass der Wechsel von einem unterlegenen [[Standard]] in eine überlegene Form nur mit einem außerordentlich hohen Aufwand möglich ist. Der Spielteilnehmer sollte vor der Bindung an ein System mögliche Alternativen recherchieren und die [[Kritische Masse (Spieltheorie)|kritische Masse]] von möglichen [[Substitutionsgut|Substituten]] in Betracht ziehen.&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Rieck: &amp;#039;&amp;#039;Spieltheorie – Eine Einführung.&amp;#039;&amp;#039; 2007, S. 64.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Rasierklingen ===&lt;br /&gt;
Der erste große kommerzielle Erfolg nach diesem Lock-in-Modell war im Jahre 1902 der [[The Gillette Company|Gillette]]-Rasierer von [[King C. Gillette]]. Statt der damals üblichen Rasiermesser, die nachgeschärft werden konnten, verkaufte Gillette einen patentierten Klingenhalter, zu dem wegwerfbare Sicherheitsklingen passten, die billig herzustellen waren und mit hoher [[Marge]] dauerhaft an die Besitzer der Klingenhalter verkauft werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kreditinstitute ===&lt;br /&gt;
Das [[Kreditgeschäft]] der [[Kreditinstitut]]e, insbesondere wenn [[Kreditsicherheit]]en bestellt sind, erschwert einen Wechsel der [[Kreditnehmer]] zu anderen Kreditinstituten. Es handelt sich um sachliche [[Präferenz (Wirtschaftswissenschaften)|Präferenz]]en, die den Kunden am Wechsel hindern können. Bei [[Festzins]]en bestehen während der [[Zinsbindungsfrist]] gravierende Hemmnisse durch eine drohende [[Vorfälligkeitsentschädigung]] (Wechselkosten), nach Ablauf der Zinsbindungsfrist kann es bei [[Anschlussfinanzierung]]en immer noch Hürden geben, weil der neue [[Kreditgeber]] zunächst zur [[Kreditwürdigkeitsprüfung]] verpflichtet ist und mit einer Absage einen Wechsel verhindern kann (sonstige Wechselbarriere). Kreditsicherheiten (etwa [[Grundpfandrecht]]e) lösen bei ihrer Übertragung auf einen anderen Kreditgeber Wechselkosten aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Krankenversicherungen ===&lt;br /&gt;
Private Krankenversicherungen versuchen, einen Teil der für den Versicherten angesparten [[Rückstellung]]en ([[Alterungsrückstellung]]) für sich zu behalten, wenn er zu einer anderen Versicherung wechseln möchte. Es wird versucht, die Kosten des [[Versicherungsnehmer]]s bei einem Wechsel der Versicherung für ihn möglichst hoch werden zu lassen. Der Wettbewerb der Versicherungen kann sich damit auf junge Menschen konzentrieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kameras ===&lt;br /&gt;
Die [[Fotoindustrie]] bietet ein gutes Beispiel für Lock-in-Methoden. Bei vielen [[Fotoapparat]]en können die [[Objektiv (Optik)|Objektive]] ausgewechselt werden. Die Objektive sind ein wichtiger Zusatz zur Kamera und kosten oft mehr als das Kameragehäuse selbst. Seit mindestens den 1930er Jahren haben die Hersteller die Befestigungssysteme der Wechselobjektive patentiert. Dies stellte sicher, dass der Kamerahersteller während der Dauer des Patents ein [[Monopol]] auf Objektivverkäufe hatte. Zusätzlich ist in auswechselbare Objektive seit 1989 häufig Elektronik eingebaut. Die Hersteller bemühen sich um Lock-in auch außerhalb des Patents, indem sie notwendige Informationen nicht freigeben und Konkurrenten entweder dafür Lizenzgebühren entrichten oder die Informationen selber herausfinden müssen. Dasselbe wird mit anderen Kamerazubehörteilen wie z.&amp;amp;nbsp;B. Akkus getan, so dass ein Wechsel der Marke häufig eine komplizierte und kostspielige Angelegenheit ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine ähnliche Vorgehensweise wurde kurzzeitig im Bereich der [[Digitalkamera]]s durch [[Sony]] mit dem verwendeten Speichermedium versucht: Der [[Memory Stick]] war ein proprietärer [[Flash-Speicher]], dessen Spezifikationen durch Sony nicht veröffentlicht wurden. Die Speichermedien waren bei vergleichbarer Kapazität zwei- bis dreimal so teuer wie Produkte anderer Standards. Beim Wechsel der Digitalkamera zu einem anderen Hersteller waren auch die Speichermedien nicht weiter verwendbar. Die Situation änderte sich erst, als kompatible Produkte auf dem Markt erschienen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Computer ===&lt;br /&gt;
Vendor-lock-in ist bei den Computer- und Elektronikindustrien ausgeprägt und hängt meist mit der [[Kompatibilität (Technik)|Kompatibilität]] der Elemente zusammen. In der [[Computer]]industrie wird sowohl bei [[Hardware]] als auch [[Software]] versucht, die [[Interoperabilität]] auf allen Stufen zu behindern: bei [[proprietär]]en [[Betriebssystem]]en, [[Anwendungsprogramm]]en und [[Dateiformat]]en. Bei Betriebssystemen und Mikroprozessoren gibt es jeweils einen deutlich dominanten Hersteller, der [[Monopol]]stellung erreichen kann.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.linfo.org/vendor_lockin.html Vendor Lock-in Definition by the Linux Information Project]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Behinderung ist selten absolut, sondern gerade so hoch, dass der Kunde einen Vorteil hat, wenn er die Produktpalette des Anbieters bevorzugt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Häufig erfolgt dies mittels der „[[Embrace, Extend and Extinguish]]“ genannten Strategie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Microsoft Windows ===&lt;br /&gt;
Die [[Europäische Kommission]] zitiert in ihrer am 24. März 2004 veröffentlichten Entscheidung über [[Microsoft]]s Geschäftspraktiken im Absatz 463 Microsofts Manager für [[C++]]-Entwicklung Aaron Contorer aus einer internen Microsoft-Notiz für [[Bill Gates]] vom 21. Februar 1997:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor= |url=http://news.microsoft.com/download/legal/europeancommission/03-24-06EUDecision.pdf |titel=Kommissionsentscheidung vom 24.03.2004 bezogen zu dem Verfahren unter Artikel 82 des EG-Vertrages (Case COMP/C-3/37.792 Microsoft) (Memento vom 31. August 2015 im Internet Archive) |werk= |hrsg=[[Europäische Kommission]] |datum=2004-03-24 |abruf=2009-06-17 |format=PDF; 1,5&amp;amp;nbsp;MB |sprache=en |archiv-url=https://web.archive.org/web/20150831031029/http://news.microsoft.com/download/legal/europeancommission/03-24-06EUDecision.pdf |archiv-datum=2015-08-31 |offline= }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &amp;quot;The [[Windows Application Programming Interface|Windows API]] is so broad, so deep, and so functional that most [[Independent Software Vendor|ISVs]] would be crazy not to use it. And it is so deeply embedded in the [[Quelltext|source code]] of many Windows [[Anwendungssoftware|apps]] that there is a huge switching cost to using a different [[Betriebssystem|operating system]] instead…&amp;quot;&lt;br /&gt;
:: „Die Windows-API ist so breit, so tief und so funktional, dass die meisten unabhängigen Softwarehersteller verrückt sein müssten, um sie nicht zu benutzen. Außerdem ist sie so tief in den Quelltext vieler Windows-Anwendungen integriert, dass es hohe Wechselkosten gäbe, wenn man stattdessen ein anderes Betriebssystem verwenden wollte.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &amp;quot;It is this switching cost that has given the customers the patience to stick with Windows through all our mistakes, our buggy [[Gerätetreiber|drivers]], our high [[Total Cost of Ownership|TCO]], our lack of a sexy vision at times, and many other difficulties […] Customers constantly evaluate other desktop platforms, [but] it would be so much work to move over that they hope we just improve Windows rather than force them to move.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:: „Es sind die Wechselkosten, die den Kunden die Geduld gaben, bei Windows zu bleiben trotz all unseren Fehlern, unseren fehlerhaften Treibern, unseren hohen [[Total Cost of Ownership|Gesamtbetriebskosten]], unserem Mangel an einer sexy Vision hin und wieder und vielen anderen Schwierigkeiten … Kunden probieren ständig andere Desktopplattformen, aber es würde so viel Arbeit machen, zu wechseln, dass sie hoffen, dass wir einfach Windows verbessern, anstatt sie zu zwingen zu wechseln.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
: &amp;quot;In short, without this exclusive franchise called the Windows API, we would have been dead a long time ago.&amp;quot;&lt;br /&gt;
:: „Kurzgesagt, ohne die exklusiven Franchiserechte, die sich Windows-API nennen, wären wir schon lange tot.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Microsoft Windows#Plattform|titel1=Artikel über Microsoft Windows, Abschnitt „Plattform“}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein anderes Beispiel ist das österreichische [[Wienux]]-Projekt, welches zum Ziel hatte, das Microsoft-Windows-Betriebssystem durch ein [[KDE]]-System mit [[Debian]]-[[Linux]]-Basis zu ersetzen. Weil jedoch die von Microsoft entwickelte Lernsoftware „Schlaumäuse“, welche dem Spracherwerb in Kindergärten dienen soll, nur den Internet Explorer unterstützt, wurde schon allein damit begründet, drei Viertel der bereits zu Linux migrierten Rechner wieder auf Windows umzustellen.&amp;lt;ref&amp;gt;„Hintergrund ist, dass eine Software zur Durchführung von Sprachtests für Kindergartenkinder nur im Internet Explorer läuft. Der Hersteller der Software werde, so Ringler, eine Firefox-Version seines Produkts erst 2009 zur Verfügung stellen.“ [https://www.fuzo-archiv.at/artikel/282671v2 (online)]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;„Nun kam bei den Kindergarten-Rechnern das Problem auf, dass eine Sprachtest-Software derzeit nur für den Internet Explorer verfügbar ist und vom Hersteller erst 2009 auf Firefox portiert werden soll. Der Gemeinderat soll daher morgen entscheiden, diese 720 Rechner auf Windows Vista zu migrieren. Die Grünen im Stadtrat kritisieren diese Entscheidung heftig und sind der Ansicht, mit deutlich niedrigeren Kosten hätte der Hersteller veranlasst werden können, die Portierung schneller vorzunehmen.“&amp;lt;/ref&amp;gt; Die „Microsoft-Schlaumäuse-Initiative“ wurde in Österreich im September 2006&amp;lt;ref&amp;gt;„Start der Bildungsinitiative &amp;quot;Schlaumäuse - Kinder entdecken Sprache&amp;quot; und Eröffnung des Österreichischen Schlaumäuse-Kompetenzzentrums am 26. September 2006“ {{Webarchiv|url=http://www.idv.uni-linz.ac.at/news/neu06.ssi |wayback=20121207190259 |text=(online) }}&amp;lt;/ref&amp;gt; begonnen, während das Wienux-Projekt bereits 2005 begann. München dagegen plante bereits 2003, mit Hilfe von [[LiMux]] Kosten in der [[Stadtverwaltung München|Stadtverwaltung]] einzusparen, und führte das Projekt zunächst trotz einiger Probleme konsequent durch. Dafür waren jedoch teure Umschulungsmaßnahmen sowie eine neue Strategie der Softwarebeschaffung nötig. So wurde auf browserbasierte Software und ein selbstprogrammiertes Vorlagensystem namens WollMux gesetzt. Ende November 2017 wurde vom Münchener Stadtrat beschlossen, das Projekt zu beenden und alle Rechner bis zum Jahr 2020 auf Windows umzustellen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{cite web |author=Stefan Krempl |url=https://heise.de/newsticker/meldung/Endgueltiges-Aus-fuer-LiMux-Muenchener-Stadtrat-setzt-den-Pinguin-vor-die-Tuer-3900439.html |title=Endgültiges Aus für LiMux: Münchener Stadtrat setzt den Pinguin vor die Tür |publisher=[[Heise Online]] |date=2017-11-23 |accessdate=2018-02-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Stadtrat beschloss im Mai 2021 die Rück-Rückkehr zu Linux.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Ulrich Bantle |url=https://www.linux-magazin.de/news/stadt-muenchen-setzt-auf-open-source-loesungen/ |titel=Stadt München setzt auf Open-Source-Lösungen |werk=Linux-Magazin |datum=2021-05-07 |sprache=de-DE |abruf=2022-10-24}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Apple ===&lt;br /&gt;
Bis März 2009 waren [[Musikdatei]]en auf der Grundlage von [[Digitale Rechteverwaltung|DRM]], verschlüsselt mit [[Advanced Audio Coding]], im [[iTunes Store]] erhältlich. Diese Dateien konnten nur im [[Apple]]-[[iTunes]]-Mediaplayer auf [[Macintosh]] und [[Windows]] und wenigen weiteren Geräten abgespielt werden. Nachdem im September 2005 ein US-Distrikt-Gericht hierin eine Monopolstellung von Apple erkannte, entschlossen sich im Januar 2009 die [[Major-Label]]s zur Entfernung des DRM-Formats.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Landwirtschaft ===&lt;br /&gt;
Komplettpakete für den landwirtschaftlichen Ackerbau mit aufeinander abgestimmten und voneinander abhängigen [[Gentechnisch verändertes Lebensmittel|transgenetisch modifizierten]] und somit [[patent]]ierbaren&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.genres.de/CF/genres/index.cfm?nav=patent |wayback=20080613005036 |text=Patentinformationen}} GENRES Informationssystem der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung&amp;lt;/ref&amp;gt; Pflanzen, Schädlingsbekämpfungsmitteln, Unkrautvertilgern und Düngemitteln binden Landwirte an Hersteller agrarischer Vorprodukte. Mit der [[Terminator-Technologie]] (ein [[Genetic Use Restriction Technology|genetisches Verfahren zur Anwendungsbeschränkung]]) wird versucht, Bauern die Möglichkeit zur Produktion eigenen Saatgutes zu nehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kaffeemaschinen ===&lt;br /&gt;
Seit der Einführung von [[Kaffeepad]]s/Kapseln im Jahre 1986 haben Anbieter solcher Systeme die Möglichkeit einer „Community-Bildung“ durch den Lock-in eines Maschinenkäufers in einen speziellen Pad- bzw. Kapsel-Standard.&amp;lt;ref&amp;gt;Urs Fueglistaller, Christoph Müller, Thierry Volery: &amp;#039;&amp;#039;Entrepreneurship: Modelle – Umsetzung – Perspektiven; mit Fallbeispielen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.&amp;#039;&amp;#039; 2004, S. 76.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Bindung der Maschine an einen Pad-/Kapselstandard zwingt den Kunden dazu, die zugehörigen Pads oder Kapseln beim selben Hersteller zu erwerben.&amp;lt;ref&amp;gt;Hans-Ulrich Hensche, Anke Schleyer, Christiane Wildraut: [http://www3.fh-swf.de/fbaw/download/AB_Kundenbindung_in_NRW.pdf &amp;#039;&amp;#039;Möglichkeiten und Grenzen der nachhaltigen Kundenbindung bei der Direktvermarktung landwirtschaftlicher Produkte in NRW.&amp;#039;&amp;#039;] 2006, S. 9.&amp;lt;/ref&amp;gt; Er ist somit von der Preissetzung des Pad-/Kapselanbieters abhängig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die QWERTY/QWERTZ-Tastaturbelegung ===&lt;br /&gt;
Früher hatten [[Typenhebel|mechanische Schreibmaschinen]] das Problem, dass sich beim Schreiben die am häufigsten benutzten [[Schreibmaschinentype|Typen]] ineinander verhakten. 1873 wurde von [[Christopher Latham Sholes]] eine Anordnung der Buchstaben auf der Schreibmaschine entwickelt, bei welcher das Verhaken selten auftrat. Es entstand die [[Tastaturbelegung]] mit der sogenannten [[QWERTY]]-Tastatur. Diese Anordnung wurde mittels der Massenproduktion von Schreibmaschinen im Jahre 1904 durch das Unternehmen &amp;#039;&amp;#039;Remington Sewing Machine Company&amp;#039;&amp;#039; weit verbreitet und so zum Industriestandard. Mit der Entwicklung von elektrischen Schreibmaschinen war die QWERTY-Belegung nicht mehr notwendig. Ingenieure entwickelten Tastenanordnungen, welche für die Schreibkraft eine Zeitersparnis von 5 bis 10 Prozent ergeben hätten. Der Standard der QWERTY-Anordnung war jedoch bereits so weit verbreitet, dass sich der neue Standard nicht durchsetzte, da das Umlernen der Schreibkräfte mit einigem Aufwand verbunden gewesen wäre. Das verbesserte System hat sich demnach nicht durchgesetzt.&amp;lt;ref&amp;gt;Avinash K. Dixit, Barry J. Nalebuff: &amp;#039;&amp;#039;Spieltheorie für Einsteiger – Strategisches Know-how für Gewinner.&amp;#039;&amp;#039; 1997, S. 226.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ergonomische Tastaturbelegungen sind unter anderem im Artikel [[Tastaturbelegung#Probleme mit Alternativbelegungen]] zu finden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Arbeitsverhältnis ===&lt;br /&gt;
Lock-in-Effekte treten auch im [[Arbeitsverhältnis]] zwischen [[Arbeitgeber]] und [[Arbeitnehmer]] auf, sofern mindestens ein [[Vertragspartner]] im Vorfeld Kosten aufbringen oder sonstige Maßnahmen ergreifen muss, um den anderen Vertragspartner an sich zu binden (z.&amp;amp;nbsp;B. Arbeitssuche- und Einstellungskosten, [[Unkündbarkeit]]). Die [[Beendigung des Arbeitsverhältnisses]] wird dadurch den Vertragspartnern erschwert oder gar unmöglich gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wohnungsmarkt ===&lt;br /&gt;
Auf dem Immobilien- und Wohnungsmarkt können Lock-in-Effekte auftreten, da gerade in angespannten Wohnungsmärkte neue Verträge gegenüber Bestandsmieten deutlich höhere Mietbeträge aufweisen. Damit greifen Mieter vielfach nicht auf Angebote zurück, die sich andernfalls besser für die eigene Lebenssituation eignen würden. Beispielsweise verharren junge Familien in der Wohnung des ursprünglich kinderlosen Paars; Senioren dagegen verbleiben trotz größerem Instandhaltungsaufwand auch nach [[Witwe|Verwitwung]] in Haus oder größerer Wohnung ([[Remanenzeffekt]]). Als mögliche Auswege werden Anreize oder Vorschriften zum [[Wohnungstausch]] wie proaktive Vermittlungsbörsen samt Umzugsdiensten erachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Steuerrecht ==&lt;br /&gt;
Lock-in-Effekte ({{deS|„Sperreffekte“}}) gibt es auch im Steuerrecht. Sie liegen vor, wenn [[Mittel (Buchhaltung)|Mittel]] aus Gründen der [[Steuervermeidung]] in einer [[Investition]] eingeschlossen bleiben. Beispiel ist vor allem die international übliche Besteuerung von [[Veräußerungsgewinn]]en.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=lZcRK67mPDoC&amp;amp;pg=PA83&amp;amp;dq=Lock-in-Effekt+besteuerung&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwiL6cS7ycLrAhWF-KQKHUZQCbMQuwUwAXoECAEQBw#v=onepage&amp;amp;q=Lock-in-Effekt%20besteuerung&amp;amp;f=false Hanno Benhof, &amp;#039;&amp;#039;Ökonomische Wirkungen einer Veräußerungsgewinnbesteuerung&amp;#039;&amp;#039;, 2010, S. 29 ff.]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der zwischen niedrigerem [[Kaufpreis]] und höherem aktuellem [[Marktpreis]] liegende latente [[Gewinn]] ist zu versteuern, wenn das [[Wirtschaftsgut (Steuerlehre)|Wirtschaftsgut]] veräußert und damit der Gewinn [[Gewinnmitnahme|realisiert]] wird. Um die Besteuerung zu vermeiden, wird das Gut oft jedoch nicht veräußert, bis bestimmte [[Frist]]en erreicht sind, nach deren Ablauf der Veräußerungsgewinn nicht mehr steuerpflichtig ist.  &lt;br /&gt;
* Besteuerung [[Stille Reserven|stiller Reserven]] nach {{§|6b|estg|juris}} Abs. 1 [[Einkommensteuergesetz (Deutschland)|EStG]]: Die Bundesregierung stellte im Juni 1964 fest: „Der Zugriff der [[Gewinnsteuer]]n auf die Veräußerungsgewinne hat zu einer weitgehenden Stagnation des Veräußerungsverkehrs nicht nur von Grundstücken, sondern auch von Beteiligungen und sonstigen Anlagen mit langfristiger Anlagedauer geführt, soweit diese Anlagegüter zum [[Betriebsvermögen]] gehören.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{BT-Drs|4|2400}} vom 19. Juni 1964, &amp;#039;&amp;#039;Entwurf Steueränderungsgesetz 1964&amp;#039;&amp;#039;, S. 46&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein Standortwechsel von Betrieben würde demnach unterbleiben, wenn die betriebswirtschaftlichen Vorteile aus dem Standortwechsel geringer sind als die damit verbundenen Kosten, zu denen auch die Steuern zu rechnen sind.  &lt;br /&gt;
* Bei &amp;#039;&amp;#039;privaten Veräußerungsgeschäften&amp;#039;&amp;#039; hat der Gesetzgeber den Lock-in Effekt gemäß {{§|23|estg|juris}} EStG auf eine Veräußerungsfrist von zehn Jahren ([[Grundstück]]e und [[grundstücksgleiches Recht|grundstücksgleiche Rechte]]) und bei beweglichen Wirtschaftsgütern auf ein Jahr zwischen [[Anschaffung]] und [[Veräußerung]] begrenzt. &lt;br /&gt;
* Die so genannte [[Thesaurierungsbegünstigung]] ist ebenfalls ein Lock-in-Effekt. Sind nach {{§|34a|estg|juris}} Abs. 1 EStG in dem [[Zu versteuerndes Einkommen|zu versteuernden Einkommen]] [[Gewinnthesaurierung|nicht entnommene Gewinne]] aus [[Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (Deutschland)|Land- und Forstwirtschaft]], [[Einkünfte aus Gewerbebetrieb (Deutschland)|Gewerbebetrieb]] oder [[Einkünfte aus selbständiger Arbeit (Deutschland)|selbständiger Arbeit]] enthalten, ist die Einkommensteuer für diese Gewinne auf Antrag des Steuerpflichtigen ganz oder teilweise mit einem ermäßigten Steuersatz von 28,25 % zu berechnen.&lt;br /&gt;
Verharrt ein [[Investor]] aufgrund eines Transaktionshemmnisses in der bestehenden Investition, obwohl die [[Rentabilität]] einer alternativen Investition höher ist (Lock-in Effekt), sind Markttransaktionen gestört.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=3SYjBgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA241&amp;amp;dq=Lock-in-Effekt+besteuerung&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwiL6cS7ycLrAhWF-KQKHUZQCbMQuwUwB3oECAkQBw#v=onepage&amp;amp;q=Lock-in-Effekt%20besteuerung&amp;amp;f=false Matthias Rogall, &amp;#039;&amp;#039;Die Besteuerung des Kaufs und des Zusammenschlusses von Kapitalgesellschaften&amp;#039;&amp;#039;, 2003, S. 241]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die bei einem Veräußerungsgeschäft anfallenden Steuern stellen [[Transaktionskosten]] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Christian Ewerhart, Patrick W. Schmitz: [https://mpra.ub.uni-muenchen.de/6944/1/MPRA_paper_6944.pdf &amp;#039;&amp;#039;Der Lock in Effekt und das Hold up Problem.&amp;#039;&amp;#039;] In: &amp;#039;&amp;#039;Munich Personal RePEc Archive.&amp;#039;&amp;#039; 1997 (VÖ 2008) (PDF; 104 kB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Rechtshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Betriebswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Volkswirtschaftslehre]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Spieltheorie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Carolin</name></author>
	</entry>
</feed>