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	<title>Liquidator (Tschernobyl) - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Liquidator_(Tschernobyl)&amp;diff=457953&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Silberštejn: /* Gesundheitliche Aspekte */ Einzelnachweis: Archivlink</title>
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		<updated>2026-04-27T08:16:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Gesundheitliche Aspekte: &lt;/span&gt; Einzelnachweis: Archivlink&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Chernobyl Liquidators Medal.png|mini|hochkant|Der Blutstropfen auf der Medaille der Liquidatoren, eine Würdigung ihrer Arbeit]]&lt;br /&gt;
[[Datei:IAEA 02790019 (5613119300).jpg|mini|Liquidator bei Dekontaminationsarbeiten]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Liquidator&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{ruS|ликвида́тор}}, manchmal mit „Abwickler“ oder „Beseitiger“ eingedeutscht) ist die Bezeichnung für einen während und nach der [[Nuklearkatastrophe von Tschernobyl]] an der Eindämmung des Unglücks Beschäftigten, um die [[ionisierende Strahlung]] zu „liquidieren“. Sie werden im Russischen auch „Tschernobylez“ (чернобылец, deutsch: Tschernobyler) genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begriff und Tätigkeitsbereiche ==&lt;br /&gt;
Im engeren Sinn werden als Liquidatoren die Beschäftigten bezeichnet, die vom Dach des benachbarten Reaktorblocks 3 stark strahlenden Schutt und [[Graphit]]&amp;lt;nowiki/&amp;gt;blöcke entfernen mussten, die vom Druck der Explosion des Blocks 4 dorthin geschleudert worden waren.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.youtube.com/watch?v=zApxDRWQyQo „Die Wahre Geschichte von Tschernobyl (6/10)“] und [http://www.youtube.com/watch?v=hsrVuvTDgz4 „Die Wahre Geschichte von Tschernobyl (7/10)“], YouTube, zuletzt abgerufen am 20. März 2011&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie ersetzten die hierfür zuerst verwendeten, aber wegen der Strahlung versagenden deutschen und japanischen [[Roboter]]&amp;lt;ref name=&amp;quot;NDR&amp;quot;&amp;gt;Buchtipp zur Sendung Kulturjournal: „Der [[Tschornobyl|Tschernobyl]]-Fotograf“, NDR, 14. März 2011&amp;lt;/ref&amp;gt; und wurden auch als „Bioroboter“&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.youtube.com/watch?v=KGc3v50V1_o „Liquidators of Chernobyl“], YouTube mit Dokumentaraufnahmen des Senders UK Horizons, zuletzt abgerufen am 18.&amp;amp;nbsp;März 2011 (englisch und russisch mit englischen Untertiteln)&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet. Der als „Tschernobyl-Fotograf“ bekannt gewordene [[Igor Kostin]], der nach eigenen Angaben selbst fünfmal bei ihnen anwesend war, erklärte später dazu: „Sie durften wegen der hohen Strahlung nur für 40&amp;amp;nbsp;Sekunden auf das Dach, warfen eine Schaufel Schutt hinunter und kamen wieder zurückgerannt. Sie bekamen eine Urkunde, 100 [[Rubel]] und wurden weggeschickt.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;NDR&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Doch nicht nur die hierbei Beschäftigten gehören zum Tätigkeitsbereich, sondern, „beginnend von den unmittelbaren Schutzversuchen am havarierten Reaktor bis zur Evakuierung der Bevölkerung und dem Waschen von Städten“,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lengfelder&amp;quot;&amp;gt;[https://www.fr.de/panorama/nie-wieder-sushi-11426398.html Interview mit Strahlenbiologe Lengfelder: „Nie wieder Sushi“], [[Frankfurter Rundschau]], 21.&amp;amp;nbsp;März 2011, S.&amp;amp;nbsp;8–9, zuletzt abgerufen am 16.&amp;amp;nbsp;Mai 2011&amp;lt;/ref&amp;gt; im weiteren Sinn auch:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* das unmittelbar während und nach der Katastrophe im Reaktor diensttuende Personal, etwa der Versuchsleiter [[Anatoli Stepanowitsch Djatlow|Anatoli&amp;amp;nbsp;Djatlow]] und dessen Mitarbeiter [[Alexander Fjodorowitsch Akimow|Alexander Akimow]] und [[Leonid Toptunow]],&lt;br /&gt;
* die etwa 40 Feuerwehrleute, die zu den ersten gerufenen Hilfskräften zählten, darunter [[Wassili Iwanowitsch Ignatenko|Wassili Ignatenko]],&lt;br /&gt;
* eine etwa 300 Personen starke Brigade des [[Katastrophenschutz|Zivilschutzes]] aus [[Kiew]], die die kontaminierte Erde abtrug,&lt;br /&gt;
* das medizinische Personal,&lt;br /&gt;
* verschiedene Arbeiter sowie Angehörige des Militärs, die die Reinigungs-&amp;lt;ref&amp;gt;Anatoli Michailowitsch Ligun in defacto, [[hr-fernsehen]] vom 20. März 2011. Er kleidete mit einer Einheit die verseuchten Gebäude mit Blei aus, damit Arbeiter darin mit Bürsten, Eimern und Schaufeln sauber machen konnten. Laut Lengfelder sind zudem junge Männer „durch die Orte gezogen, haben Häuser abgewaschen, Farbe abgekratzt und Putz abgeklopft in der Hoffnung, die Städte und Dörfer wieder bewohnbar zu machen.“&amp;lt;/ref&amp;gt; und Planierarbeiten auf dem Kraftwerksgelände und in dessen verstrahlter Umgebung ausführten,&lt;br /&gt;
* die Bauarbeiter, die den Sarkophag über dem explodierten Reaktor 4 errichteten,&lt;br /&gt;
* Angehörige der Truppen und der [[Miliz (Polizei)|Miliz]], die den Zugang zu dem Komplex und zur Sperrzone kontrollierten und den Verkehr regelten,&amp;lt;ref&amp;gt;Leonid Khorz in Kulturjournal: „Leben nach dem GAU“, NDR, 21.&amp;amp;nbsp;März 2011&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Transportarbeiter wie etwa Bus- und Lastwagenfahrer,&lt;br /&gt;
* eine Gruppe von Bergarbeitern, die mit einem Tunnelbau das Eindringen von kontaminiertem (Lösch-)Wasser&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.stern.de/panorama/5-tschernobyl-anatomie-einer-katastrophe-560152.html „Tschernobyl: Anatomie einer Katastrophe, S.&amp;amp;nbsp;5“] STERN.de, 26.&amp;amp;nbsp;April 2006, zuletzt abgerufen am 29.&amp;amp;nbsp;Oktober 2011&amp;lt;/ref&amp;gt; in das Grundwasser, das die Ukraine versorgte, verhinderten und zudem das Zusammentreffen des Löschwassers mit dem schmelzenden Reaktorkern verhinderten, was sonst zu einer [[Physikalische Explosion#Als Folge einer Kernschmelze|Dampfexplosion]] geführt hätte,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Constantin Seibt |Titel=Sie nannten sich Bioroboter |Sammelwerk=Tages-Anzeiger |Datum=2011-03-28 |ISSN=1422-9994 |Online=https://archive.today/9xpfl#/https://www.tagesanzeiger.ch/ausland/die-tsunami-katastrophe/Sie-nannten-sich-Bioroboter/story/31070741 |Abruf=2026-04-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Jäger, die verstrahlte Tiere erlegten, damit sie die Helfer nicht kontaminierten,&lt;br /&gt;
* der Hubschrauberpilot [[Nikolai Nikolajewitsch Melnik|Nikolai Melnik]], der Sensoren zur Strahlungsmessung auf der Ruine platzierte und immer wieder die Radioaktivität über dem Reaktor kontrollierte,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.sptimes.ru/index.php?action_id=2&amp;amp;story_id=3713 |text=„Former Chernobyl Pilot Soars Above His Obstacles“ |wayback=20110317233041}}, [[St. Petersburg Times (Russland)|St. Petersburg Times]] vom 31.&amp;amp;nbsp;Mai 2005, zuletzt abgerufen am 21.&amp;amp;nbsp;März 2011 (englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt; und die etwa 600 Hubschrauberpiloten, die tonnenweise Sand, Blei, das Mineral [[Dolomit (Mineral)|Dolomit]] und das Halbmetall [[Bor]] über dem zerstörten Block abwarfen&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stern&amp;quot;&amp;gt;[https://www.stern.de/panorama/3-tschernobyl-anatomie-einer-katastrophe-560152.html „Tschernobyl: Anatomie einer Katastrophe, S. 3“] STERN.de, 26. April 2006, zuletzt abgerufen am 29.&amp;amp;nbsp;Oktober 2011&amp;lt;/ref&amp;gt; bzw. ein klebriges, synthetisches Bindemittel auf [[Polymer]]&amp;lt;nowiki /&amp;gt;basis, das man „Burda“ ({{ruS|бурда}} für „Gebräu, Brühe“) nannte&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Влад Шурыгин (Wlad Shurigin) |url=https://shurigin.livejournal.com/271182.html |titel=Чернобыль. История ликвидации. Редкие фотокадры. (Tschernobyl. Die Geschichte der Liquidation. Seltene Schnappschüsse.) |datum=2011-04-26 |sprache=ru |zitat=После эвакуации населения из поселка Припять ликвидаторы смывают радиоактивную пыль с улиц, деревьев и домов. Жидкость, которой поливали всю зараженную местность, называли «бурда». (deutsch: „Nach der Evakuierung der Stadt Pripjat waschen Liquidatoren radioaktiven Staub von den Straßen, Bäumen und Häusern. Die Flüssigkeit, die über dem gesamten befallenen Gebiet vergossen wurde, nannte man ‚Burda‘.“) |abruf=2011-10-29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, um den havarierten Reaktor versprühten. Letztere Maßnahme sollte verhindern, dass radioaktiver Staub verweht wird.&lt;br /&gt;
* Die Mitglieder der mit Beschluss des Ministerrates der UdSSR vom 26. April 1986, Nr. 830 eingesetzten Regierungskommission zur Untersuchung der Unfallursachen und Beseitigung der Folgen des Unfalls im Kernkraftwerk Tschernobyl ({{lang|ru|Правительственная комиссия для расследования причин и ликвидации последствий аварии на Чернобыльской АЭС}}): [[Boris Jewdokimowitsch Schtscherbina|Boris Schtscherbina]], [[Anatoli Iwanowitsch Majorez|Anatoli Majorez]], [[Alexander Grigorjewitsch Meschkow|Alexander Meschkow]] ({{lang|ru|Александр Григорьевич Мешков}}), [[Wiktor Alexejewitsch Sidorenko|Wiktor Sidorenko]] ({{lang|ru|Виктор Алексеевич Сидоренко}}), [[Wassili Iwanowitsch Drugow|Wassili Drugow]] ({{lang|ru|Василий Иванович Другов}}), [[Jewgeni Iwanowitsch Worobjow|Jewgeni Worobjow]] ({{lang|ru|Евгений Иванович Воробьёв}}), [[Fedor Alexejewitsch Schtscherbak|Fedor Schtscherbak]] ({{lang|ru|Федор Алексеевич Щербак}}), O.W.Soroka ({{lang|ru|О.В.Сорока}}), [[Nikolai Fedorowitsch Nikolajew|Nikolai Nikolajew]] ({{lang|ru|Николай Федорович Николаев}}), [[Iwan Pljuschtsch]] und [[Waleri Alexejewitsch Legassow|Waleri Legassow]].&amp;lt;ref&amp;gt;[http://atomas.ru/isp/avar/glav-3-1.htm Erfahrung in der Beseitigung der Folgen der CHERNOBYL-Katastrophe] auf &amp;#039;&amp;#039;atomas.ru&amp;#039;&amp;#039;; abgerufen am 19. April 2021 (russisch)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
E. Cardis und andere von der [[Internationale Agentur für Krebsforschung|Internationalen Agentur für Krebsforschung]] (IARC) spezifizierten die Liquidatoren in einem Vortrag anlässlich der von der [[Weltgesundheitsorganisation]] (WHO) und der [[Internationale Atomenergie-Organisation|Internationalen Atomenergie-Organisation]] (IAEO) veranstalteten Konferenz „One Decade After Chernobyl: Summing up the consequences of the Accident“ vom 8. bis 12.&amp;amp;nbsp;April 1996 in Wien folgendermaßen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=The ‘liquidators’ (also referred to as cleanup or recovery workers): they include persons who participated in the cleanup after the accident (cleaning up the plant and its surroundings, construction of the sarcophagus, decontamination, building of roads, destruction and burial of contaminated buildings, forests and equipment), as well as many others, including physicians, teachers, cooks and interpreters who worked in the ‘contaminated’ territories.&lt;br /&gt;
 |Sprache=en&lt;br /&gt;
 |Übersetzung=Die ‚Liquidatoren‘ (auch bezeichnet als Reinigungs- und Reparaturarbeiter): darunter fallen Personen, die an der Reinigung nach dem Unfall (Reinigung der Anlage und ihrer Umgebung, Konstruktion des Sarkophags, Bau von Straßen, Abriss und Einlagerung der kontaminierten Gebäude, Wälder und Gerätschaften) beteiligt waren, sowie viele Andere inklusive Ärzten, Lehrern, Köchen und Übersetzern, die in den ‚kontaminierten‘ Territorien arbeiteten.&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;E. Cardis et al.: [http://www.osti.gov/scitech/servlets/purl/381695/381695.pdf „Estimated Long Term Health Effects of the Chernobyl Accident“], 1996, S.&amp;amp;nbsp;3, zuletzt abgerufen am 23.&amp;amp;nbsp;März 2013 (PDF, 8,76&amp;amp;nbsp;MB, englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie wurden, abgesehen vom bereits vor Ort befindlichen Personal, von der Regierung der damaligen [[Sowjetunion]] zunächst aus der [[Weißrussische Sozialistische Sowjetrepublik|Weißrussischen]], der [[Ukrainische Sozialistische Sowjetrepublik|Ukrainischen]] und der [[Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik|Russischen]] Sowjetrepublik sowie später aus dem gesamten Staatsgebiet zusammengezogen und waren überwiegend junge Soldaten und Reservisten, aber auch zwangsverpflichtete Arbeiter.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Stern&amp;quot; /&amp;gt; Auch Freiwillige sollen sich gemeldet haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gesundheitliche Aspekte ==&lt;br /&gt;
[[Datei:The sign in memory of the liquidators of the Chernobyl accident.JPG|mini|Denkmal für die Liquidatoren in [[Charkiw]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Меморіальний комплекс &amp;quot;Зірка Полин&amp;quot;. м. Чорнобиль.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Trompetender Engel&amp;#039;&amp;#039;, Gedächtnisstätte auf dem &amp;#039;&amp;#039;Friedhof der Liquidatoren&amp;#039;&amp;#039; in [[Tschornobyl]]]]&lt;br /&gt;
Nach Angaben der WHO gab es 600.000 bis 800.000 Liquidatoren. Die Soldaten auf dem Dach waren hohen, die Feuerwehrleute und die Hubschrauberpiloten sogar extrem hohen [[Strahlendosis|Strahlendosen]] ausgesetzt. Bis 1996 waren in den genannten Staaten 200.000 Liquidatoren registriert, zuletzt rund 400.000. Rund die Hälfte von ihnen war im Einsatz, ohne dass sie dafür Belege erhielten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;who&amp;quot;&amp;gt;World Health Organisation: [http://www.who.int/ionizing_radiation/chernobyl/who_chernobyl_report_2006.pdf „Health Effects of the Chernobyl Accident and Special Health Care Programs. Report of the UN Chernobyl Forum Expert Group ‚Health‘“], 2006, zuletzt abgerufen am 23.&amp;amp;nbsp;März 2013 (PDF, 1,58 MB, englisch)&amp;lt;/ref&amp;gt; Der von der WHO im Auftrag der IAEO vorgelegte Bericht berücksichtigt die 200.000 Liquidatoren, die in den Jahren 1986 und 1987 im Einsatz waren. Die darüber hinausgehend Registrierten finden keine Berücksichtigung.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Bundesamt für Strahlenschutz]]: [https://www.bfs.de/SharedDocs/Downloads/BfS/DE/broschueren/ion/bro-tschernobyl.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=13 „Der Reaktorunfall 1986 in Tschernobyl“], S. 16, zuletzt abgerufen am 26.&amp;amp;nbsp;September 2012 (PDF, 2,81 MB)&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;!-- [ Neutralität, siehe Diskussion ] Zu beachten ist jedoch, dass die IAEO die WHO durch das Abkommen WHA 12-40 zwischen WHO und IAEO&amp;lt;ref&amp;gt;[http://independentwho.org/en/who-and-aiea-aggreement/ „The Agreement WHA 12-40 between WHO and IAEA“] (englisch) / [http://independentwho.org/fr/accord-wha12-40/ „L’accord entre l’OMS et l’AIEA“] (französisch) auf Independent WHO/OMS Indépendante, zuletzt abgerufen am 26.&amp;amp;nbsp;September 2012&amp;lt;/ref&amp;gt; daran hinderte, „gesundheitliche Informationen über Tschernobyl zu veröffentlichen.“&amp;lt;ref&amp;gt;Burkhard Homeyer: „‚Die Kinder von Tschernobyl‘ und die Herausforderung zum Frieden“, FriedensForum – Zeitschrift der Friedensbewegung, 2/2011, S.&amp;amp;nbsp;27. Er behauptet weiter: „Belarus ist die erste Diktatur nach Tschernobyl in Europa und sorgt so dafür, dass keinerlei Informationen über ‚Tschernobyl‘ mehr zugänglich sind. Es folgt der ‚Internationalen Atomenergiebehörde‘, die schon 1959 durch einen Knebelvertrag die Weltgesundheitsorganisation daran hinderte, gesundheitliche Informationen über Tschernobyl zu veröffentlichen. Die WHO verfügt über erhebliches Material zu Tschernobyl, darf aber nichts weitergeben. Publikationen mussten eingestampft, Kongresse abgesagt werden. Ähnliches trifft für alles zu, was in irgendeiner Weise mit den Folgen atomarer Verstrahlung zu tun hat.“&amp;lt;/ref&amp;gt; --&amp;gt; Offizielle Zahlen der WHO sprechen 2005 von weniger als 50 unmittelbaren Todesopfern („fewer than 50 deaths had been directly attributed to radiation from the disaster“).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.who.int/news/item/05-09-2005-chernobyl-the-true-scale-of-the-accident |titel=Chernobyl: the true scale of the accident |hrsg=World Health Organization |datum=2005-09-05 |sprache=en |abruf=2024-01-19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Zahl wird jedoch nicht nur von der deutschen Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges ([[IPPNW]]) und der [[Gesellschaft für Strahlenschutz]] (GS) angezweifelt.&amp;lt;ref&amp;gt;Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Gesellschaft für Strahlenschutz e.&amp;amp;nbsp;V.: [https://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomenergie/Gesundheitliche_Folgen_Tschernobyl.pdf „Gesundheitliche Folgen von Tschernobyl“], 2006, S.&amp;amp;nbsp;10 (PDF, 473 kB)&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Edmund Lengfelder]], Professor für Strahlenbiologie und Leiter des Otto-Hug-Strahleninstituts in München, schätzt die Gesamtzahl der bis 1999 gestorbenen Liquidatoren auf 50.000.&amp;lt;ref&amp;gt;Ully Günther, [[Bündnis 90/Die Grünen]]/gruene-thueringen.de: {{Webarchiv |url=http://www.gruene-thueringen.de/cms/themen/dok/122/122610.20_jahre_danach.htm |text=„20 Jahre danach“ |wayback=20071006150107}}, zuletzt abgerufen am 26.&amp;amp;nbsp;September 2012&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Angaben der Regierungen der betroffenen heutigen Staaten [[Russland]], [[Belarus]] und der [[Ukraine]] liegen auch von den registrierten Liquidatoren nicht immer vollständige Daten vor. Die Datensätze der registrierten russischen Liquidatoren enthalten in 63 % der Fälle Angaben über die [[Strahlendosis]], die der ukrainischen in 56 % und die der belarussischen Liquidatoren nur in 9 % der Fälle. Bekannt ist aus der Ukraine die Zahl von 17.000 Familien von Liquidatoren, die eine (geringe) staatliche Rente erhalten. Viele der noch lebenden ehemaligen Liquidatoren leiden noch heute unter der [[Strahlenkrankheit]] und müssen sich regelmäßig ärztlich untersuchen lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Verfügung U-2617 C vom 27.&amp;amp;nbsp;Juni 1986 aus der III.&amp;amp;nbsp;Hauptverwaltung des Gesundheitsministeriums der Sowjetunion über die Erhöhung der Geheimhaltungsmaßnahmen für Liquidationsarbeiten am Kernkraftwerk Tschernobyl heißt es:&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Für geheim erklärt sind die Daten über die Havarie, für geheim erklärt sind die Ergebnisse über die Heilung der Krankheiten, für geheim erklärt sind die Daten über das Ausmaß radioaktiver Bestrahlung von Personal, das bei der Liquidation der Havarie des Atomkraftwerks Tschernobyl teilgenommen hat.&lt;br /&gt;
 |Quelle=gez. Schulschenko&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Zit. in: E. Lengfelder: &amp;#039;&amp;#039;Die Bedeutung modifizierender Faktoren für die Erhebung, Bewertung und Verbreitung von Untersuchungsergebnissen über die Folgen der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl.&amp;#039;&amp;#039; Otto-Hug-Strahleninstitut, Bericht Nr. 5, 1992, S. 3–21.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach weiteren Regierungsanordnungen durften akute und chronische Erkrankungen von Personen, die an der Liquidation teilgenommen hatten, nicht in einen Zusammenhang mit der Wirkung ionisierender Strahlen gebracht werden, wenn diese eine Dosis von weniger als 500&amp;amp;nbsp;[[Sievert (Einheit)|Millisievert]] erhalten hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe dazu auch [https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13679976.html „Wir töten euch ganz leise“], Gespräch mit dem Kernphysiker Wladimir Tschernosenko, SPIEGEL Online vom 27.&amp;amp;nbsp;Januar 1992, zuletzt abgerufen am 19.&amp;amp;nbsp;April 2011&amp;lt;/ref&amp;gt; Unter dieser Maßgabe sind auch in [[Hiroshima]] und [[Nagasaki]] nur vergleichsweise wenige Strahlenopfer feststellbar. Dort wurde die [[Strahlenbelastung]] noch Jahrzehnte nach den Atombombenabwürfen unterschätzt. Laut Edmund Lengfelder, der von einer Zahl von „800.000 zumeist junge[n] Soldaten“ ausgeht, erhielten diese jedoch eine Strahlendosis mit „Werte[n] bis 15.000 Millisievert.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lengfelder&amp;quot; /&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe dazu auch die Grafik [https://web.archive.org/web/20170108003503im_/http://cdn1.spiegel.de/images/image-192410-860_galleryfree-ooxv-192410.jpg Strahlungswerte in Millisievert (mSv) im Vergleich], SPIEGEL Online, zuletzt abgerufen am 16.&amp;amp;nbsp;Mai 2011&amp;lt;/ref&amp;gt; Zudem wurde beschlossen, die zulässigen Strahlenwerte um das 40- bis 50-Fache zu erhöhen: „Dadurch wurden die meisten Menschen für gesund erklärt und ohne jegliche Behandlung aus den Krankenhäusern entlassen.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Deutsche Welle]]: [http://www.dw-world.de/dw/article/0,,1975531,00.html „Tschernobyl-Katastrophe: Ausmaß jahrelang geheim gehalten“], 20.&amp;amp;nbsp;April 2006, zuletzt abgerufen am 10.&amp;amp;nbsp;April 2011&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Künstlerische Umsetzung ==&lt;br /&gt;
Neben vielen Dokumentationen über die Katastrophe von Tschernobyl gibt es auch künstlerische Umsetzungen unter besonderer Berücksichtigung der Arbeit der Liquidatoren. Die belarussische Nobelpreisträgerin [[Swetlana Alexandrowna Alexijewitsch|Swetlana Alexijewitsch]] verfasste das Drama &amp;#039;&amp;#039;Gespräche mit Lebenden und Toten,&amp;#039;&amp;#039; für das sie über mehrere Jahre mit Menschen gesprochen hatte, für die diese Katastrophe zum zentralen Ereignis ihres Lebens geriet. Die Hörspielbearbeitung von Frank Werner unter der Regie von [[Ulrich Gerhardt (Hörspielregisseur)|Ulrich Gerhardt]], eine Produktion von [[Saarländischer Rundfunk|Saarländischem]], [[Norddeutscher Rundfunk|Norddeutschem]], [[Sender Freies Berlin|SFB]]-[[Ostdeutscher Rundfunk Brandenburg|ORB]] und [[Westdeutscher Rundfunk Köln|Westdeutschem Rundfunk]] von 1998, wurde 1999 zum [[Hörspiel des Jahres]] gewählt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kilian Leypold widmete sein Hörspiel &amp;#039;&amp;#039;Schwarzer Hund. Weißes Gras,&amp;#039;&amp;#039; eine Produktion des [[Bayerischer Rundfunk|Bayerischen Rundfunks]] aus dem Jahr 2011, die Elemente aus [[Andrei Arsenjewitsch Tarkowski|Tarkowskis]] Film &amp;#039;&amp;#039;[[Stalker (Film)|Stalker]]&amp;#039;&amp;#039; aufgreift, dem Fotografen Igor Kostin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutsche [[Thrash Metal|Thrash-Metal]]-Band [[Pripjat (Band)|Pripjat]], deren Gründer aus der Ukraine stammen, hat die Tschernobyl-Katastrophe in mehreren Liedern verarbeitet. Das Stück &amp;#039;&amp;#039;Liquidators&amp;#039;&amp;#039; stellte das erste Demo der Band dar und wurde 2014 auf dem Album &amp;#039;&amp;#039;Sons of Tschernobyl&amp;#039;&amp;#039; veröffentlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
2019 wurde die [[Home Box Office|HBO]]-Serie &amp;#039;&amp;#039;[[Chernobyl (Fernsehserie)|Chernobyl]]&amp;#039;&amp;#039; veröffentlicht, die den Hergang, die Arbeit sowie die Auswirkungen der Katastrophe zeigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Swetlana Alexandrowna Alexijewitsch|Swetlana Alexijewitsch]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft]]&amp;#039;&amp;#039;. 3. Auflage, Piper Verlag, München/Berlin 2015, ISBN 978-3-492-30625-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Chernobyl liquidators|Liquidator}}&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[http://www.chernobyl-day.org/article/la-bataille-de-tchernobyl?lang=fr La bataille de Tchernobyl],&amp;#039;&amp;#039; Dokumentarfilm von Thomas Johnson, 2006 (französisch)&lt;br /&gt;
* Matthias Kolb, [[sueddeutsche.de]]: [https://www.sueddeutsche.de/politik/atomkatastrophe-das-leiden-der-helfer-die-vergessenen-helden-von-tschernobyl-1.1073434 „Tschernobyl: Das Leiden der Helfer – ‚Wir wollten Helden sein‘“] vom 17.&amp;amp;nbsp;März 2011&lt;br /&gt;
* Axel Reitel, [[Deutschlandfunk]]: [http://www.dradio.de/dlf/sendungen/dasfeature/2252663/ „Verstrahlter Ruhm – Die Liquidatoren von Tschernobyl“] vom 22.&amp;amp;nbsp;Oktober 2013&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|LCCN=sh2019102832}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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