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	<title>Lippe (Land) - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;Eriosw: archivlink gemeindeverzeichnis.de</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;archivlink gemeindeverzeichnis.de&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lippe&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war ein deutscher [[Einzelstaat]]. Landeshauptstadt war ab 1468 [[Detmold]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Herrschaft der [[Haus Lippe|lippischen Herren]] wurde im 12. Jahrhundert erstmals beurkundet. 1528 wurde die [[Herrschaft (Territorium)|Herrschaft]] Lippe zur [[Reichsgrafschaft]] erhoben, 1789 zum [[Fürstentum]]. Lippe war bis 1806 ein Territorium im [[Niederrheinisch-Westfälischer Reichskreis|Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis]] des [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reiches]], von 1806 bis 1813 Teil des [[Rheinbund]]es, von 1816 bis 1866 Teil des [[Deutscher Bund|Deutschen Bundes]], ab 1866 Mitglied im [[Norddeutscher Bund|Norddeutschen Bund]], ab 1871 Teil des [[Deutsches Kaiserreich|Deutschen Kaiserreichs]] und nach 1919 ein demokratisch verfasster [[Freistaat (Republik)|Freistaat]] in der [[Weimarer Republik]]. 1947/48 musste das Land Lippe auf Betreiben der [[Britische Besatzungszone|britischen Besatzungsmacht]] seine jahrhundertelange Selbstständigkeit aufgeben und entschied sich für die Eingliederung in das 1946 gegründete Land [[Nordrhein-Westfalen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Gebiet des ehemaligen Landes Lippe in seinem letzten Gebietsstand entspricht weitgehend (unter anderem ohne die [[Exklave]]n) dem heutigen [[Kreis Lippe]] im [[Regierungsbezirk Detmold]], deren beider Verwaltungssitz Detmold ist. Der Kreis Lippe (bzw. das Lipperland) bildet neben [[Westfalen]] und dem [[Rheinland]] den dritten und weitaus kleinsten Landesteil des Landes [[Nordrhein-Westfalen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Abgrenzung von anderen, ursprünglich im Besitz von Nebenlinien des [[Haus Lippe|Hauses Lippe]] befindlichen Territorien, insbesondere von [[Schaumburg-Lippe]], wurde Lippe auch &amp;#039;&amp;#039;Lippe-Detmold&amp;#039;&amp;#039; genannt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geographische Lage ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Lippe.png|mini|Fürstentum (1815–1919) bzw. Freistaat Lippe (1919–1945)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das häufig als „Lipperland“ bezeichnete Staatsgebiet des Freistaats Lippe ist Teil der [[Historische Landschaft|historischen Landschaft]] [[Geschichte Westfalens|Westfalen]]. Es grenzte seit der politischen Neuordnung nach dem [[Wiener Kongress]] im Norden, Westen und Süden an die [[Preußen|preußische]] [[Provinz Westfalen]] (1946 in Nordrhein-Westfalen aufgegangen) und im Osten an das [[Königreich Hannover]], seit 1866 preußische [[Provinz Hannover]] (1946 in [[Niedersachsen]] aufgegangen). Außerdem grenzte es im Nordosten und Südosten an mehrere Exklaven verschiedener Gebiete: das Gebiet um [[Grafschaft Pyrmont|Pyrmont]], das bis 1921 zum Land [[Waldeck]] gehörte und dann zu Hannover kam, die [[Grafschaft Schaumburg]], die bis 1866 zum [[Kurfürstentum Hessen]], danach bis 1932 zur preußischen [[Provinz Hessen-Nassau]] gehörte und dann zu Hannover kam, sowie bis zuletzt an die kleine westfälische (zuletzt bereits nordrhein-westfälische) Exklave [[Lügde]]. Lippe selbst besaß bis 1947 mehrere kleine Exklaven: [[Cappel (Lippstadt)|Cappel]] und [[Lipperode]] in der Nähe von [[Lippstadt]] (heute Stadtteile von Lippstadt) sowie das einige Kilometer südlich des Kernlandes gelegene [[Grevenhagen]]. Alle Exklaven waren von Westfalen umgeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Geographisch lag der Freistaat größtenteils nordöstlich des [[Teutoburger Wald]]es (im östlichen Teil auch Lippischer Wald genannt) und östlich des [[Eggegebirge]]s. Das überwiegend hügelige, teils auch stark durchschnittene Gelände zwischen [[Weser]] und Eggegebirge wird als &amp;#039;&amp;#039;[[Lipper Bergland]]&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet, mit dem [[Köterberg]] als höchster Erhebung. Damit zählte das Lipperland im Wesentlichen zum [[Weserbergland]]. Nur ein kleinerer Gebietsteil westlich des Eggegebirges und südwestlich des [[Osning]]s um [[Augustdorf]] lag in der [[Westfälische Bucht|Westfälischen Bucht]], die hier von sandiger Heidelandschaft, der [[Senne]], geprägt ist. Die größten Flüsse sind die Weser, die [[Werre]], die [[Bega (Werre)|Bega]] und die [[Emmer (Weser)|Emmer]]. Der namensgebende Fluss [[Lippe (Fluss)|Lippe]] entspringt zwar in der Nähe des lippischen Staatsgebietes in der Senne, berührte das Kernland aber nicht, sondern nur die Exklaven Cappel und [[Lipperode]] bei [[Lippstadt]]. Jedoch stammt dort das Haus Lippe her, wo es erste Territorien erlangen konnte. Die Stadt Lippstadt wurde von 1666 bis 1850 als [[Kondominium]] von der Grafschaft bzw. dem [[Fürstentum Lippe]] und dem [[Mark Brandenburg|Kurfürstentum Brandenburg]] bzw. [[Königreich Preußen]] gemeinsam regiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit einem Staatsgebiet von rund 1200&amp;amp;nbsp;km² und nur 183.713 Einwohnern ([[Volkszählung im Deutschen Reich 1939|Volkszählung 1939]]) zählte Lippe zu den kleineren Gliedstaaten des [[Deutsches Reich|Deutschen Reiches]]. Der Fläche nach war es der sechstkleinste Staat und der drittkleinste Flächenstaat des Reiches. Die größte lippische Stadt war mit zuletzt rund 25.000 Einwohnern die Landeshauptstadt und frühere Residenzstadt Detmold.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lippe vor 1123 ===&lt;br /&gt;
Noch aus sächsischer Zeit stammen in Lippe diejenigen Orte, deren Namen die Endung &amp;#039;&amp;#039;-trup&amp;#039;&amp;#039; aufweisen (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Entrup (Lemgo)|Entrup]], [[Istrup (Blomberg)|Istrup]], [[Barntrup]]). Mit der Christianisierung im 8.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert und der Anlage von Kirchen mit Friedhöfen (z.&amp;amp;nbsp;B. [[St. Johann (Lemgo)|St.&amp;amp;nbsp;Johann]] in Lemgo) wurden Bezugspunkte geschaffen, die sich zu größeren Gemeinschaften mit mehreren Gehöften entwickeln konnten. Orte, die auf &amp;#039;&amp;#039;-hausen&amp;#039;&amp;#039; (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Hohenhausen]]) und &amp;#039;&amp;#039;-heim&amp;#039;&amp;#039; (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Steinheim (Westfalen)|Steinheim]] – Kreis Höxter) enden, wurden in dieser karolingisch-ottonischen Zeit angelegt. Eine besondere Rolle spielten dabei Klöster, die die Erschließung ihres Einzugsgebiets durch neue Höfe befördeten, was im Zuge der neu etablierten Dreifelderwirtschaft möglich war. Im Zuge dieser verbesserten Landbewirtschaftung ergab sich ein starkes Bevölkerungswachstum, das Bevölkerungsdruck auslöste und in der Folge eine Binnenkolonisation einleitete. Ausgehend von den bereits bestehenden Ansiedlungspunkten wurden neue Siedlungen auf gerodeten Waldflächen angelegt. Davon zeugen in Lippe Dorfnamen, die auf &amp;#039;&amp;#039;-heide&amp;#039;&amp;#039; (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Matorf-Kirchheide|Kirchheide]], [[Werl-Aspe|Knetterheide]]) oder &amp;#039;&amp;#039;-hagen&amp;#039;&amp;#039; (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Hagen (Lage)|Hagen]], [[Donop|Hagendonop]], [[Falkenhagen (Lügde)|Falkenhagen]]) enden und die auf in nicht mehr so fruchtbaren Räumen angelegte Siedlungen hindeuten. Als Folge der Neugründungen dehnten sich die Wirtschaftsflächen aus: Es verdichtete sich das Siedlungsnetz, was die Gründungen von Städten im 12. Jahrhundert ermöglichte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Hans-Otto Pollmann |Titel=Das Dorf – Ursprung und Werdegang |Hrsg=[[Lippischer Heimatbund]] |Sammelwerk=[[Lippischer Heimatbund#Heimatland Lippe|Heimatland Lippe]] |Band=116 |Nummer=1 |Datum=2023-01 |Seiten=24–25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Herrschaft und Grafschaft Lippe bis 1789 ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Grafschaft Lippe}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erstmals urkundlich erwähnt wurde Lippe 1123; eine Urkunde nennt den &amp;#039;&amp;#039;Edelherrn [[Bernhard I. (Lippe)|Bernhard&amp;amp;nbsp;I.]]&amp;#039;&amp;#039; als &amp;#039;&amp;#039;Bernhardus de Lippe&amp;#039;&amp;#039;. Die Herrschaft Lippe lag bis zur Reformation im geistlichen Wirkungskreis des [[Erzbistum Paderborn|Bischofs von Paderborn]]. Nachfolger erwarben im Südosten große Gebiete der [[Grafschaft Schwalenberg]] und dehnten durch Erwerb von [[Varenholz]] und [[Langenholzhausen]] ihren Besitz nordwärts bis an die Weser aus. Im 14. Jahrhundert wurde die Herrschaft geteilt und von Nachbarterritorien beansprucht. So wurde die Stadt [[Lippstadt]] in ein gemeinsam mit der [[Grafschaft Mark]] verwaltetes Gebiet umgewandelt. Im 15. Jahrhundert erwarben die Grafen zur Lippe die [[Grafschaft Sternberg]]. Allerdings ging die [[Everstein (Adelsgeschlecht)|Grafschaft Everstein]] in einer [[Eversteiner Fehde|Fehde]] mit den Herzögen von [[Herzogtum Braunschweig-Lüneburg|Braunschweig-Lüneburg]] verloren. Lippe beteiligte sich als Gegner des Kölner Erzbischofs an der [[Soester Fehde]]; Teile der Herrschaft gingen an die [[Landgrafschaft Hessen]] verloren und wurden danach vom lippischen Grafen als Erblehen zurückbehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1528 wurde [[Simon V. (Lippe)|Simon&amp;amp;nbsp;V.]] der Titel eines Reichsgrafen verliehen; die Herrschaft Lippe wurde Grafschaft. Im Spannungsfeld zwischen dem katholischen [[Hochstift Paderborn]] und dem lutherischen Hessen entschieden sich die Grafen, auch unter dem Einfluss der lippischen Städte, zum Protestantismus. Die [[Landstände]] beschlossen 1538 eine evangelische Kirchenordnung für Lippe. Lippe wurde in den [[Schmalkaldischer Krieg|Schmalkaldischen Krieg]] (1546–1547) hineingezogen, der für die evangelische Seite verloren ging. In der Folge wurde Lippe zum direkten [[Reichslehen]]. Graf [[Simon VI. (Lippe)|Simon&amp;amp;nbsp;VI.]] führte in der sogenannten zweiten Reformation das [[Reformierte Kirche|reformierte]] Bekenntnis ein. Lediglich Lemgo blieb lutherisch. Dynastisch war Lippe von zahlreichen Rechtsstreitigkeiten der regierenden Detmolder Linie mit jüngeren Linien (insb. [[Lippe-Brake]] und [[Lippe-Alverdissen]]) geprägt. Graf [[Philipp I. (Schaumburg-Lippe)|Philipp zur Lippe-Alverdissen]] begründete 1647 mit der Erbschaft der Nordwesthälfte der [[Grafschaft Schaumburg]] das spätere Fürstentum [[Schaumburg-Lippe]]. Wie die gesamte Region wurde Lippe im [[Dreißigjähriger Krieg|Dreißigjährigen Krieg]] stark in Mitleidenschaft gezogen. Die lippischen Städte verloren etwa zwei Drittel ihrer Bevölkerung; auf dem Land lag der Verlust bei etwa 50&amp;amp;nbsp;Prozent. Im Zeitalter des Barocks und der Aufklärung konnten die lippischen Landesherren nur bedingt ihren Herrschaftsanspruch gegen die Landstände durchsetzen. Zu klein war das Territorium und zu groß waren die Erbstreitigkeiten mit Nebenlinien. Vor allem aber pochten die Landstände auf starke Bewilligungsrechte im Landeshaushalt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fürstentum Lippe bis 1918 ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Fürstentum Lippe}}&lt;br /&gt;
[[Datei:D-NW-Bad Salzuflen-Wüsten - Grenzstein (groß) in Pehlen.jpg|mini|hochkant|Grenzstein zwischen dem &amp;#039;&amp;#039;Fürstenthum Lippe&amp;#039;&amp;#039; und dem &amp;#039;&amp;#039;Königreich Preußen&amp;#039;&amp;#039; in [[Wüsten (Bad Salzuflen)|Wüsten-Pehlen]]]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Leopold I. (Lippe)|Leopold&amp;amp;nbsp;I.]] (1767–1802) wurde 1789 der erste Fürst zur Lippe. Das Fürstentum überdauerte im [[Rheinbund]] die [[Napoléon|napoleonische]] Zeit. Das calvinistisch geprägte Fürstentum hielt sich stets eng an das protestantische Preußen und konnte auch dadurch eine, wenn auch meist nur formelle, Unabhängigkeit bewahren. Im [[Deutscher Krieg|Deutschen Krieg]] von 1866 stand es auf Seiten Preußens gegen den österreichisch geführten [[Deutscher Bund|Deutschen Bund]]. 1866 trat es dem [[Norddeutscher Bund|Norddeutschen Bund]] bei und wurde 1871 Teil des [[Deutsches Reich|Deutschen Reiches]]. In den Folgejahren konkurrierten mehrere gräfliche Linien im sogenannten [[Lippischer Erbfolgestreit|lippischen Erbfolgestreit]]. Das [[Reichsgericht]] in Leipzig entschied die Angelegenheit 1897 zugunsten von Graf [[Ernst zur Lippe-Biesterfeld]]. Nach dem [[Erster Weltkrieg|Ersten Weltkrieg]] wurde aus dem Fürstentum ein demokratischer [[Freistaat (Republik)|Freistaat]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Freistaat Lippe bis 1945 ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Freistaat Lippe}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der [[Novemberrevolution]] 1918 entstand ein demokratischer Freistaat. Die Staatsgewalt ging vom Volke aus. Eine demokratische Verfassung datierte vom 21. Dezember 1920, in der die legislative Gewalt beim [[Landtag Lippe|lippischen Landtag]] lag. Dieser wählte ein dreiköpfiges Landespräsidium, das zugleich Staatsoberhaupt und Regierung ([[Exekutive]]) des Landes war. Von 1919 bis 1933 war die [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]] stärkste Partei im [[Landtag Lippe|Landtag]] und führte das dreiköpfige Landespräsidium, zunächst unter der Leitung von [[Clemens Becker]] und von 1920 bis 1933 von [[Heinrich Drake (Politiker)|Heinrich Drake]].&amp;lt;ref&amp;gt;K. Rauchschwalbe: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der lippischen Sozialdemokratie.&amp;#039;&amp;#039; Bielefeld o.&amp;amp;nbsp;J., S.&amp;amp;nbsp;149–226.&amp;lt;/ref&amp;gt; Schon früh nutzten die [[Nationalsozialismus|Nationalsozialisten]] Orte in Lippe als vermeintliches „germanisches Kernland“ für ihre politischen Zwecke. Bei Nazi-Aufmärschen aus dem ganzen Reich wurde eine nie vorhandene gesamtdeutsche Bedeutung Lippes hochstilisiert. Die Inszenierungen im von [[Weltwirtschaftskrise]] und hoher Arbeitslosigkeit betroffenen Lippe beeindruckten große Teile der Bevölkerung. Auch ein latenter [[Geschichte des Antisemitismus bis 1945|Antisemitismus]] sowie die zunehmende Hetze gegenüber politischen Gegnern brachten bereits Anfang der 1930er Jahre der NSDAP besonders hohe Erfolge bei den Kommunalwahlen. Die Sozialdemokraten verloren bei den [[Landtagswahl in Lippe vom 15. Januar 1933|lippischen Landtagswahlen am 15. Januar 1933]] den Status der stärksten Fraktion im Landtag. Die NSDAP gewann fast 40 % der Stimmen, mehr als reichsweit bei der [[Reichstagswahl November 1932]]. Die lippischen Ergebnisse hatten durch Instrumentalisierung auch Auswirkungen auf das [[Kabinett Schleicher]], das schließlich am 28. Januar 1933 zurücktrat. In Lippe gelang es der NSDAP ab dem 7.&amp;amp;nbsp;Februar, zwei Mitglieder des Landespräsidiums zu stellen und Drake aus der Regierung zu drängen. Mit der Einsetzung des Reichsstatthalters [[Alfred Meyer (Gauleiter)|Alfred Meyer]] in Detmold für Lippe und Schaumburg-Lippe ab Mai 1933 wurde die [[Gleichschaltung]] früher als in anderen Teilen des Reichs abgeschlossen. Gleichzeitig wurde [[Hans-Joachim Riecke]] als Staatsminister an die Spitze der Lippischen Landesregierung berufen. Er war der Aufsicht durch Alfred Meyer unterstellt. [[Jürgen Stroop]], einer der späteren Hauptverantwortlichen des Genozids der Juden im [[Warschauer Getto]] (1943), wurde bereits im März 1933, aktiv gefördert durch Adolf Hitler, Heinrich Himmler und Hermann Göring, Führer der Hilfspolizei des Landes Lippe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Land Lippe bis 1947, Eingliederung in Nordrhein-Westfalen ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Land Lippe}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lippe wurde im April 1945 von US-amerikanischen Truppen besetzt und bei der Aufteilung Deutschlands der [[Britische Besatzungszone|britischen Besatzungszone]] zugeordnet. Die ehemaligen Freistaaten Lippe und Schaumburg-Lippe wurden unter dem gemeinsamen Ministerpräsidenten [[Heinrich Drake (Politiker)|Heinrich Drake]] in Personalunion regiert. Schon Ende 1946 wurde [[Schaumburg-Lippe]] in das neue [[Land (Deutschland)|Land]] [[Niedersachsen]] eingegliedert. Auch für das verbliebene Land Lippe endete nach über 800 Jahren der Rest staatlicher Selbständigkeit. Das kleine Land entschied sich für [[Nordrhein-Westfalen]], das weitergehende Zugeständnisse und Anreize in den [[Lippische Punktationen|Lippischen Punktationen]] bot. Durch die britische Militärverordnung Nr.&amp;amp;nbsp;77 wurde Lippe am 21. Januar 1947 in das Land Nordrhein-Westfalen eingegliedert und hörte damit auf, als Staat zu existieren.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/que/normal/que1168.pdf Bekanntmachung der Militärverordnung Nr.&amp;amp;nbsp;77 vom 21. Januar 1947] (PDF; 476&amp;amp;nbsp;kB), wiedergegeben im Portal &amp;#039;&amp;#039;lwl.org&amp;#039;&amp;#039; des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, abgerufen am 20. Januar 2012&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein zunächst geplanter Volksentscheid wurde nie durchgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lippe als Landesteil von Nordrhein-Westfalen ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Karte Kreis Lippe.png|mini|hochkant=1.5|Gemeinden im Kreis Lippe]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lippe gilt neben dem nördlichen [[Rheinland]] &amp;#039;&amp;#039;([[Nordrhein]])&amp;#039;&amp;#039; und [[Westfalen]] als der dritte Landesteil von Nordrhein-Westfalen. Mit Verabschiedung des Landesgesetzes am 10. März 1953 über die Landesfarben, -flagge und -wappen wurde die [[Lippische Rose]] Teil des [[Wappen Nordrhein-Westfalens|NRW-Wappens]], was diesen Sachverhalt unterstreicht. Der heutige Landesteil bildet seit der Kreisgebietsreform 1973 durch Gründung des [[Kreis Lippe|Kreises Lippe]] verwaltungstechnisch und politisch eine territoriale Einheit, die in der Tradition des alten Landes Lippe steht. Die ehemaligen lippischen [[Exklave]]n Cappel und Lipperode bei Lippstadt wurden 1949 dem [[Kreis Lippstadt]], [[Grevenhagen]] 1970 dem [[Kreis Höxter]] (im Gebietstausch mit der westfälischen Exklave [[Lügde]]) zugeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Eingliederung des Landes Lippe in das Land Nordrhein-Westfalen wurde auf Basis der bereits erwähnten Lippischen Punktationen, die zwischen den Landesregierungen von Lippe und Nordrhein-Westfalen verhandelt worden waren, vollzogen. Hierbei entstand 1948 die Körperschaft des [[Landesverband Lippe|Landesverbandes Lippe]] als Rechtsnachfolger für das ehemalige lippische Landesvermögen. Lippe blieb somit im Besitz seiner [[Horn-Bad Meinberg|Staats- und Heilbäder]], Staatsfluren und -forsten sowie sonstiger Kulturstätten wie beispielsweise des [[Landestheater Detmold|Landestheaters Detmold]] und des [[Hermannsdenkmal]]s. Weiter wurde in den Protokollen zu den Punktationen vereinbart, dass [[Detmold]] anstelle des ostwestfälischen [[Minden]] der neue Sitz der Bezirksregierung werden sollte. Der neue [[Regierungsbezirk Detmold|Regierungsbezirk Minden-Lippe]] (später [[Regierungsbezirk Detmold]]) umfasste die lippischen Territorien und die Gebiete des ehemals preußischen [[Regierungsbezirk Minden|Regierungsbezirks Minden]]. Erster Regierungspräsident wurde am 1.&amp;amp;nbsp;April 1947 der letzte lippische Ministerpräsident [[Heinrich Drake (Politiker)|Heinrich Drake]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lippe entsendet drei Landtagsabgeordnete (Wahlkreise Lippe I–III, drei Direktmandate) in den [[Landtag Nordrhein-Westfalen]]. Eine zwischenzeitliche Zusammenlegung des Wahlkreises Lippe&amp;amp;nbsp;III mit Teilen des westfälischen [[Hochstift Paderborn|Hochstiftskreises]] [[Höxter]] wurde im Rahmen der Wahlkreisreform von 2002 rückgängig gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Lippische Landeskirche]] ist als eigenständige Gliedkirche der [[Evangelische Kirche in Deutschland|Evangelischen Kirche in Deutschland]] bis heute selbständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weitere Entwicklung der Verwaltungsgliederung nach 1947 ===&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Liste der Gemeinden in Lippe}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum 1.&amp;amp;nbsp;Oktober 1949 wurden die [[Exklave]]n Cappel und Lipperode vom Kreis Detmold in den [[Kreis Lippstadt]] umgegliedert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1969 und 1970 wurden die Gemeinden der Kreise Lemgo ([[Lemgo-Gesetz]]) und Detmold ([[Detmold-Gesetz]]) neu gegliedert. Die bis dahin 168 selbständigen Gemeinden wurden zu 16 Gemeinden zusammengefasst. Die Stadt Lügde und die Gemeinden Harzberg und [[Veldrom/Feldrom/Kempen|Kempen-Feldrom]] aus dem [[Kreis Höxter (1816–1974)|Kreis Höxter]] fielen dem Kreis Detmold zu, während die lippische Exklave [[Grevenhagen]] aus dem Kreis Detmold in den Kreis Höxter umgegliedert wurde. 1973 bestimmte das [[Bielefeld-Gesetz]] die Bildung des neuen [[Kreis Lippe|Kreises Lippe]] aus den bisherigen Kreisen [[Kreis Lemgo|Lemgo]] und [[Kreis Detmold|Detmold]]. Die Kreisverwaltung nahm ihren Sitz in Detmold.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wappen und Flagge ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Boundary marker LIPPE-preußen.jpg|mini|Grenzstein mit [[Lippische Rose|Lippischer Rose]]. Die Rückseite zeigt den preußischen Adler]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Wappen des Freistaates Lippe zeigte zuletzt die [[Lippische Rose]] im silbernen Schild. Die Landesflagge war gelb-rot. Beide Staatssymbole wurden vom [[Haus Lippe]] übernommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die frühesten Wappen des Hauses Lippe zeigten bereits die [[Lippische Rose]] – allerdings ohne Kelchblätter. Dieses Wappenbild führte Lippe in Variationen bis 1947. 1528 wurde der Stern der [[Grafschaft Schwalenberg]] – auf einem goldenen (gelben) achtstrahligen Stern eine natürliche Schwalbe – zum Wappen hinzugefügt. Das frühe gräfliche Wappen bildete Rose und Stern jeweils zwei Mal im viergeteilten Schild ab. 1687 wurden das aus vier Feldern bestehende Wappen der durch Heirat erworbenen (und 1725 aus Geldnot wieder verkauften), in den heutigen Niederlanden gelegenen [[Herrschaft Vianen]] und [[Ameide]] ins lippische Wappen aufgenommen. Das aufgenommene Wappen zeigte jeweils zweimal zum einen drei in Silber stehende – später als [[Mühleisen]]kreuze ausgelegte – schwarze Säulen (Wappen derer von Vianen), zum anderen eine fünffach von [[Feh (Heraldik)|Feh]] und Rot geteilte Schildfläche, was wiederum das Wappen der von den Herren von Vianen um 1350 erheirateten [[Burggrafschaft Utrecht]] war. Das Feh wurde im lippischen Wappen auch als [[Eisenhut|Eisenhütlein]] gedeutet. Später kam auch der Stern der [[Burg Sternberg|Grafschaft Sternberg]] zweimal hinzu. Im Zentrum des nun neunfeldigen Wappens rückte die nun nur noch einmal, aber im eigenen Schild herausgehoben, abgebildete lippische Rose als Stammwappen des Hauses Lippe. Der Schild trägt fünf Helme. Gehalten wird es von zwei Engeln. Den Fürstenrang symbolisiert der [[Fürstenhut]], der einen das Wappen umgebenden Wappenmantel krönt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für den „Behördenbetrieb“ (Stempel, Siegel usw.) wurde ein vereinfachtes Wappen verwendet. Meist beschränkte man sich auf das Stammwappen mit der Rose im Schild unter einem Fürstenhut. Teilweise wurde auch nur die Rose ohne Schild dargestellt. Der Trend zur Vereinfachung und zur alleinigen Darstellung der Lippischen Rose war beispielsweise auch im Münzwesen und auch auf den eingemeißelten Wappen auf den Grenzsteinen zu beobachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
 DEU Kreis Lippe COA.svg|Lippische Rose auf silbernem Schild in der offiziellen Fassung von 1933&lt;br /&gt;
 Lippische Rose.svg|Das Hoheitssymbol des Landes Lippe in der offiziellen Fassung von 1921&lt;br /&gt;
 Coa Germany State Lippe.svg|Staatswappen des Freistaats Lippe&lt;br /&gt;
 Wappen Deutsches Reich - Fürstentum Lippe.png|Großes Staatswappen des Fürstentums&lt;br /&gt;
 Lippe-Schwalenberg.PNG|Wappen derer von Lippe 1528–1687&lt;br /&gt;
 Lippe-1687.PNG|1687–1798&lt;br /&gt;
 Lippe-1798.PNG|1798&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Freistaat Lippe#Wappen und Flagge|Liste der Wappen im Kreis Lippe|titel1=Wappen und Flagge 1919 bis 1947}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bevölkerung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:LIPPISCH.png|mini|hochkant|„Lippisch für Anfänger“]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fürstentum (1887: 1.215,20&amp;amp;nbsp;km²) bzw. der Freistaat (1925: 1.215,16&amp;amp;nbsp;km²) zählte&lt;br /&gt;
* 1783: ~67.000 Einwohner&amp;lt;ref&amp;gt;[https://s2w.hbz-nrw.de/llb/periodical/pageview/151765 Beilage der Lippischen Intelligenzblätter 1783, S. 121–131]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* 1871: 111.135 Einwohner&lt;br /&gt;
* 1881: 112.452 Einwohner&lt;br /&gt;
* 1885: 123.212 Einwohner&lt;br /&gt;
* 1905: 145.610 Einwohner&lt;br /&gt;
* 1910: 150.937 Einwohner&lt;br /&gt;
* 1933: 175.538 Einwohner&lt;br /&gt;
* 1939: 187.220 Einwohner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Vergleich: Der heutige, 1.246,19&amp;amp;nbsp;km² große Landesteil von Nordrhein-Westfalen zählt&lt;br /&gt;
* 2023: 349.781 Einwohner&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Religion ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Simon VI. (Lippe).jpg|mini|links|Die [[Reformierte Kirchen|reformierte]] Prägung Lippes geht auf Graf Simon VI. zurück.]]&lt;br /&gt;
Unter dem Einfluss des [[Landgrafschaft Hessen|hessischen]] Landgrafen [[Philipp I. (Hessen)|Philipp]] schloss der lippische Graf [[Simon V. (Lippe)|Simon&amp;amp;nbsp;V.]] sein Land 1538 der [[Reformation]] an. Unter seinem Enkel [[Simon VI. (Lippe)|Simon&amp;amp;nbsp;VI.]] ging Lippe 1605 zum [[Calvinismus]] über, wobei die Stadt [[Lemgo]] eine Ausnahme darstellte und ihr Festhalten am [[Luthertum]] gegen den Willen des Landesherrn im [[Röhrentruper Rezess]] schließlich durchsetzen konnte.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.uni-muenster.de/Staedtegeschichte/reformation-in-westfalen/Reformation_in_Westfalen/territorienderreformation/gftlippe/index.html Reformation in Westfalen: Grafschaft Lippe] Institut für vergleichende Städtegeschichte, Universität Münster&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis heute besteht in Lippe die [[Lippische Landeskirche]], eine von zwei [[Landeskirche#Landeskirchen in Deutschland|Landeskirchen]] [[Reformierte Kirche|reformierter]] Prägung innerhalb der [[Evangelische Kirche in Deutschland|EKD]]. Die vorwiegend in den größeren Städten bestehenden lutherischen Gemeinden bilden einen eigenen [[Kirchenkreis]] („Klasse“) und sind ebenfalls Teil der Lippischen Landeskirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirtschaft ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hoffmann&amp;#039;s Stärkefabriken Ansicht 1890.jpg|mini|[[Hoffmann’s Stärkefabriken]] um 1890]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben der Landwirtschaft existierte traditionell als zweitwichtigster Erwerbszweig in Lippe die Herstellung von [[Leinenindustrie|Leinen]], die an mechanischen Webstühlen betrieben wurde. Sie gründete sich auf den Anbau von [[Flachsfaser|Flachs]]. Von 1750 an gab es im Fürstentum für mehrere Jahrzehnte über eine [[Sepiolith|Meerschaumpfeifenindustrie]] in Lemgo. Später kam die noch heute existierende [[Holzindustrie]] hinzu, mit zahlreichen Sägemühlen, deren Rohstoff aus den ausgedehnten Wäldern des Landes stammte. Besondere Bedeutung erlangte – wie im benachbarten Preußen – auch die [[Zigarre]]n&amp;lt;nowiki /&amp;gt;herstellung, die wie auch zunächst die Textilindustrie in teils [[Protoindustrialisierung|protoindustrialistischer]] Arbeitsteilung im [[Verlagssystem]] organisiert war. Daneben gab es Bierbrauereien (unter anderem [[Privat-Brauerei Strate Detmold|Strate]] und [[Brauerei Falkenkrug|Falkenkrug]]), [[Ziegelei]]en, eine Zuckerfabrik in [[Lage (Lippe)|Lage]] und [[Ölmühle]]n. Größtes Industrieunternehmen waren die [[Hoffmann’s Stärkefabriken]] in [[Bad Salzuflen|Salzuflen]]. Weltweite Bekanntheit erreichte bereits im frühen 20. Jahrhundert die Limonade [[Sinalco]] aus Detmold.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Industrialisierung in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfasste Lippe nicht. Insgesamt war das Fürstentum zu dieser Zeit ein agrarisch geprägter Staat, der zu den wirtschaftlich schwächeren Ländern des Reiches zählte. Industrie existierte (beispielsweise relativ zum nördlich gelegenen [[Ravensberger Land]], das durch preußische Unterstützung bedeutende Leinen-, Textil-, Tabak und Maschinenbauindustrien entwickelte) nur in geringem Umfang und basierte, wie die Textil- und Holzindustrie, direkt auf den land- oder forstwirtschaftlichen Ressourcen des Landes. Der frühere Detmolder Regierungspräsident [[Walter Stich]] kennzeichnete Lippe zu jener Zeit als Ständestaat, der bis zur Reichsgründung 1871 „noch eine Menge feudalistischer Eierschalen mit sich herum[schleppte]“. Dazu trug auch die wenig wirtschaftsfreundliche Haltung des Monarchen bei. Seine wirtschaftliche Interessen lagen vor allem in der Sicherung der eigenen wirtschaftlichen Macht, die sich bis zuletzt weniger aus Steuern als aus dem direkten Einkommen der fürstlichen Domänen, Forste, Salinen und Staatsbäder ergab. Als zu dieser Zeit bürgerliche Unternehmer die Wasserkraft nutzen wollten, wurde dies von der fürstlichen Rentkammer mit der Begründung abgelehnt: „Alle Fabriken und Maschinen der Welt können nicht einem einzigen Fisch Gesundheit und Leben wiedergeben, und es darf deshalb auch nicht die Gefahr bestehen, dass diese Güter bedroht werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Walter Stich |Titel=Das Lipperland und seine Geschichte(n) |Auflage=2. |Verlag=Vogtmeier Verlag |Ort=Rosdorf bei Göttingen |Datum=2016 |ISBN=978-3-938554-22-7 |Seiten=88}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Jahr 1861 lehnte der lippische Landtag eine Regierungsvorlage zum Bau einer Eisenbahnstrecke von Nord nach Süd durch Lippe ab, da eine Industrialisierung als Folge des Eisenbahnbaus der Landwirtschaft billige Arbeitskräfte entzogen hätte. So blieb das Land lange vom wirtschaftlichen Fortschritt abgekoppelt. Dieser letzte Kleinstaat Westfalens versagte darin, wie Walter Stich ausführt, seine wichtigste Aufgabe zu erfüllen, nämlich seinen Bürgern Arbeit und Brot zu geben. Allein 1845 sollen 4000 Menschen aus Lippe nach Übersee ausgewandert sein. 1907 hatte Lippe in der Industrialisierung nicht einmal die Hälfte des Reichsdurchschnitts erreicht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Walter Stich |Titel=Das Lipperland und seine Geschichte(n) |Auflage=2. |Verlag=Vogtmeier Verlag |Ort=Rosdorf bei Göttingen |Datum=2016 |ISBN=978-3-938554-22-7 |Seiten=89}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die lippischen Wanderarbeiter (→&amp;amp;nbsp;[[Lippische Ziegler]]) waren eine Folge dieser wirtschaftlichen Schwäche. Sogar in der [[Lippische Punktationen|Lippischen Punktation]] (1947) wird im Punkt&amp;amp;nbsp;15 noch dieses soziale Problem erwähnt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst der Bau der [[Bahnstrecke Herford–Himmighausen|Lippischen Bahn]] (1880) sowie der [[Bahnstrecke Bielefeld–Hameln|Lippischen Nebenbahn]] (1895), die beide den Anschluss an die [[Bahnstrecke Hamm–Minden|Stammstrecke der Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft]] sicherstellten, brachte eine Industrialisierung mit sich. Wirtschaftliche Bedeutung erlangten auch die lippischen Staatsbäder in [[Bad Meinberg]] und [[Bad Salzuflen]], deren [[Saline]] 1878 24.800 Zentner [[Natriumchlorid|Kochsalz]] produzierte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nordrhein-westfälische Landesregierung förderte Lippe in den 1950er Jahren unter anderem durch den [[Ostwestfalenplan]]. Die [[löss]]bedeckten Bördelandschaften im Werre- und Begatal ermöglichten immerhin eine auskömmliche Landwirtschaft. In der wenig fruchtbaren Sandlandschaft [[Senne]] dagegen war intensive Landwirtschaft kaum möglich. Bedeutung erlangten hier vor allem die Haltung von Weidetieren und die Zucht der [[Senner Pferd]]e beim fürstlichen [[Jagdschloss Lopshorn]].&amp;lt;ref name=&amp;quot;Meyers&amp;quot;&amp;gt;[https://www.retrobibliothek.de/retrobib/seite.html?id=110459 Artikel &amp;#039;&amp;#039;Lippe.&amp;#039;&amp;#039;] In: Meyers Konversationslexikon. 4.&amp;amp;nbsp;Auflage. Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig / Wien, 1885–1892.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Währung ==&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Lippische Münzgeschichte}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Lippischer Taler 1528.jpg|mini|Lippischer Taler, 1528]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Fürstentum Lippe hatte nach der Konvention von 1752 als Währung den [[Taler]].&lt;br /&gt;
1&amp;amp;nbsp;Taler = 36 [[Mariengroschen]] = 288 [[Pfennig]] = 576 [[Heller (Münze)|Heller]]. Den [[Batzen]] und den [[Kreuzer (Münze)|Kreuzer]] gab es im Gegensatz zu anderen Gebieten als Währung im Fürstentum Lippe nicht.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.woiste.de/W-Auf-Geld.html www.woiste.de: &amp;#039;&amp;#039;Die Münzen im Fürstentum Lippe&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Erich Kittel&lt;br /&gt;
   |Titel=Geschichte des Landes Lippe. Heimatchronik der Kreise Detmold und Lippe&lt;br /&gt;
   |Reihe=Heimatchroniken der Städte und Kreise des Bundesgebietes&lt;br /&gt;
   |BandReihe=18&lt;br /&gt;
   |Verlag=Archiv für Deutsche Heimatpflege&lt;br /&gt;
   |Ort=Köln&lt;br /&gt;
   |Datum=1957&lt;br /&gt;
   |ZDB=749758-1}}&lt;br /&gt;
* {{Literatur&lt;br /&gt;
   |Autor=Wolfgang J. Neumann&lt;br /&gt;
   |Titel=Der lippische Staat. Woher er kam – wohin er ging&lt;br /&gt;
   |Verlag=Neumann&lt;br /&gt;
   |Ort=Lemgo&lt;br /&gt;
   |Datum=2008&lt;br /&gt;
   |ISBN=978-3-9811814-7-0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Principality of Lippe|Lippe (Land)}}&lt;br /&gt;
{{Wikisource|Lippe}}&lt;br /&gt;
* [https://s2w.hbz-nrw.de/llb/nav/classification/134657 Digitale Sammlung der Lippischen Landesbibliothek Detmold, Fachgebiet „Lippe“]&lt;br /&gt;
* [http://www.westfaelische-geschichte.de/ Internet-Portal „Westfälische Geschichte“] – Themen- und Fachportal zur Geschichte Westfalens und Lippes&lt;br /&gt;
* [http://www.dhm.de/lemo/objekte/karten/D1871/lippedetmold.html Karte Fürstentum Lippe] [[Deutsches Historisches Museum]]&lt;br /&gt;
* [https://www.landesverband-lippe.de/ Landesverband Lippe]&lt;br /&gt;
* [https://www.lipperland.de/ Infoservice für Lippe in NRW]&lt;br /&gt;
* [https://www.lippisches-landesmuseum.de/ Lippisches Landesmuseum]&lt;br /&gt;
* [https://www.rosenland-lippe.de/ Rosenland. Zeitschrift für lippische Geschichte]&lt;br /&gt;
* [http://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/ku.php?tab=pro&amp;amp;ID=40 Landesverordnungen und Landesgesetze der Grafschaft Lippe]&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |url=https://web.archive.org/web/20250222214106if_/https://www.gemeindeverzeichnis.de/gem1900/lippe1900.htm |titel=Fürstentum Lippe (Ämter und Gemeinden) 1910 |titelerg=Gemeindeverzeichnis 1900 |hrsg=Uli Schubert |werk=gemeindeverzeichnis.de |offline=2026-03-04 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20241215164134if_/https://www.gemeindeverzeichnis.de/gem1900/gem1900.htm?lippe1900.htm |archiv-datum=2024-12-15 |abruf=2026-03-04}}&lt;br /&gt;
* [http://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/ku.php?tab=que&amp;amp;ID=1 Richtlinien für die Aufnahme des Landes Lippe in das Gebiet des Landes Nordrhein-Westfalen (Vereinbart zwischen Ministerpräsident Dr. Amelunxen und Landespräsident Drake, „Lippische Punktation“ am 17. Januar 1947)]&lt;br /&gt;
* [http://www.lippe.de/ Kreis Lippe]&lt;br /&gt;
* [http://www.hausorden.de/index.html Die Orden und Ehrenzeichen des Fürstentums Lippe-Detmold auf www.hausorden.de]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Coordinate|article=/|NS=51.936182|EW=8.877962|type=landmark|region=DE-NW}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=g|GND=4099697-9|LCCN=n95089597|VIAF=131510547}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lippe (Land)| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Weltliches Reichsfürstentum]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historisches Territorium (Nordrhein-Westfalen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historische Landschaft oder Region in Europa]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kulturlandschaft (Nordrhein-Westfalen)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Eriosw</name></author>
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