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	<title>Linzer Programm (Deutschnationalismus) - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-28T10:37:07Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>78.174.55.43: Kategorie:Antisemitismus in Österreich</title>
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		<updated>2025-06-15T16:43:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=Kategorie:Antisemitismus_in_%C3%96sterreich&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Kategorie:Antisemitismus in Österreich (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;Kategorie:Antisemitismus in Österreich&lt;/a&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Linzer Programm&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; war ein 1882 in [[Linz]] erarbeitetes Grundsatzpapier des [[Österreich|österreichischen]] [[Deutschnationalismus]]. Das Dokument stand unter dem Motto „nicht [[Liberalismus|liberal]], nicht [[Klerikalismus|klerikal]], sondern [[Nationalismus|national]]“ und forderte die staatsrechtliche und wirtschaftliche Entflechtung der verschiedenen Völker [[Cisleithanien]]s, die engere Anbindung seiner [[Deutsche Sprache|deutschsprachigen]] Gebiete an das [[Deutsches Reich|Deutsche Reich]] sowie [[Pressefreiheit]], [[Versammlungsfreiheit]] und allgemeine Demokratisierung. Es enthielt darüber hinaus auch einige aus heutiger Sicht [[Sozialismus|sozialistisch]] oder [[Sozialdemokratie|sozialdemokratisch]] scheinende sozialreformerische Vorschläge. Initiatoren und Leiter seiner Ausarbeitung waren die Politiker [[Victor Adler]] und [[Georg von Schönerer]], der Politiker und Journalist [[Engelbert Pernerstorfer]] sowie der Historiker und Publizist [[Heinrich Friedjung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
War das Linzer Programm ursprünglich ein Dokument breiten Konsenses unter [[Antiklerikalismus|antiklerikalen]] Reformpolitikern unterschiedlichen sozialen und intellektuellen Hintergrunds, so wurde es nach der Auseinanderentwicklung Adlers und Schönerers und vor allem nach der 1885 von Schönerer vorgeschlagenen Hinzufügung eines sogenannten „[[Arierparagraph]]en“ und anderer [[Geschichte des Antisemitismus bis 1945|antisemitischer]] Regelungen praktisch nur noch von Anhängern Schönerers hochgehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Staatspolitische Forderungen ==&lt;br /&gt;
Kernforderung des Linzer Programms war die so gut wie vollständige Trennung von [[Cisleithanien]] und [[Transleithanien]]. Die beiden so genannten Reichshälften waren seit dem [[Österreichisch-Ungarischer Ausgleich|Österreichisch-Ungarischen Ausgleich]] von 1867 zwar formal voneinander unabhängige Staaten, hatten aber nicht nur ein gemeinsames Staatsoberhaupt und eine [[Gemeinsame Armee]], sondern betrieben auch gemeinsame Außenpolitik und waren vor allem auch wirtschaftlich eng miteinander verflochten. Viele Österreicher empfanden die regelmäßigen Subventionszahlungen der österreichischen an die ungarische Reichshälfte als grundsätzlich ungerecht oder zumindest unverhältnismäßig hoch, darüber hinaus führten stockende jährliche Neuverhandlungen wiederholt zu wirtschafts- und sicherheitspolitischen Blockaden. Gemäß dem Linzer Programm sollte die Doppelrolle als [[Kaiser von Österreich]] und [[König von Ungarn]], die das jeweilige Oberhaupt der Habsburger seit 1867 ausfüllte, erhalten bleiben; abgesehen davon und von einer eher vagen militärischen Beistandsverpflichtung sollten die beiden Staaten komplett entkoppelt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnlich wie Ungarn sollten auch [[Galizien]] und die [[Bukowina]], zwei wirtschaftlich besonders schwache [[Kronland (Österreich)|Kronländer]] Österreichs, in die faktische wie formale Eigenverantwortlichkeit entlassen werden. Das [[Kronland Dalmatien]] sowie [[Kondominium Bosnien und Herzegowina|Bosnien und Herzegowina]] sollten vorläufig an Ungarn zediert werden, langfristig sollten sie gemeinsam mit dem bisher ungarisch regierten [[Kroatien in der Donaumonarchie|Kroatien]] ein „Königreich der Südslawen“ bilden und als solches ebenfalls [[Emanzipierung|emanzipiert]] werden. Eine Umsetzung dieser Forderungen hätte den verbliebenen Rumpf Cisleithaniens politisch wie wirtschaftlich wesentlich entlastet, insbesondere dadurch, dass sich der Staat mit ihr fast aller seiner [[Polen (Ethnie)|Polen]] und der meisten seiner „[[Juden in Osteuropa|Ostjuden]]“ entledigt hätte – Menschen, die unter anderen Österreichern ausgesprochen unbeliebt waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Österreich hätte im Wesentlichen nur aus seinen [[Deutsche Sprache|deutsch-]], [[Tschechische Sprache|tschechisch-]] und [[Slowenische Sprache|slowenischsprachig]] dominierten [[Kronland (Österreich)|Kronländern]] bestanden. Diese Gebiete waren nicht nur verhältnismäßig wohlhabend und politisch gut entwickelt, es war ihnen vor allem noch deutlich anzumerken, dass sie alle Teile des 1806 untergegangenen [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reichs]] gewesen waren. Die Umsetzung des Linzer Programms hätte eine engere Anbindung oder überhaupt einen Anschluss des deutschsprachigen Österreich an das Deutsche Reich, das Fernziel des Deutschnationalismus, nach Ansicht seiner Autoren damit wesentlich erleichtert. Als ersten Schritt in Richtung Vereinigung sah das Linzer Programm eine [[Zollunion]] Österreichs mit dem deutschen Reich vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sozialpolitische Forderungen ==&lt;br /&gt;
Zusätzlich zu seinem deutschnationalen Kern enthielt das Linzer Programm Forderungen nach [[Pressefreiheit]], [[Versammlungsfreiheit]], [[Säkularisierung]] und Ausweitung des [[Wahlrecht]]s auf bisher davon ausgeschlossene soziale Schichten. Darüber hinaus forderte das Manifest eine umfassende Sozialreform; unter anderem sollten eine staatliche [[Pension (Altersversorgung)|Pensions-]] und Unfallversicherung eingerichtet, [[Frauenarbeit|Frauen-]] und [[Kinderarbeit]] weitgehend verboten werden. Das Linzer Programm enthielt damit fast alle zentralen Forderungen der in Österreich erst 1889 ausgeformten [[Sozialdemokratie]], ohne sich aber als [[Marxismus|marxistisch]] oder [[Sozialismus|sozialistisch]] inspiriert zu sehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Antisemitismus ==&lt;br /&gt;
In seiner ursprünglichen Form war das Linzer Programm eher allgemein [[Chauvinismus|chauvinistisch]] als spezifisch [[Antisemitismus|judenfeindlich]]. Seine Autoren bekannten sich zwar offen zu der Auffassung, dass es für Österreich vorteilhaft wäre, seine runde Million galizischer [[Juden]] aus dem Staatsverband auszustoßen, da diese kulturell zu fremdartig und wirtschaftlich zu wenig leistungsfähig seien, sie vertraten die gleiche Annahme aber auch bezüglich der [[Römisch-katholische Kirche in Polen|katholischen Polen]] und der [[Orthodoxie in der Ukraine|orthodoxen]] [[Ruthenen (Habsburgermonarchie)|Ruthenen]]. Der Vorschlag, zwischen den nicht oder kaum [[Assimilation (Soziologie)|assimilierten]], großteils bitterarmen „Ostjuden“ und dem restlichen Österreich eine neue Staatsgrenze zu errichten, fand darüber hinaus auch unter vielen jüdischen und jüdischstämmigen Einwohnern westlicherer Kronländer Unterstützung. Neben anderen Mitautoren waren auch Adler und Friedjung selbst jüdischer Abstammung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Explizit antisemitisch war die 1885 veröffentlichte Überarbeitung durch Schönerer. Schönerer war zwischen 1882 und 1885 zu der Auffassung gelangt, dass der „jüdische Einfluss“ auf das öffentliche Leben Österreichs vordringlichstes Problem, die „Beseitigung“ dieses Einflusses „unerlässlich“ sei. Schönerer erweiterte das Linzer Programm in diesem Sinne um eine Bestimmung, die jüdische und jüdischstämmige Menschen von jeglicher Mitgliedschaft in deutschnationalen Parteien und Vereinen ausschloss, da ihnen die charakterliche Befähigung zur Teilhabe an der deutschen Nation abgesprochen wurde. Schönerer brach damit nicht nur mit Adler und Friedjung, sondern auch mit vielen anderen Deutschnationalen. Selbst Lueger, der einen neuzeitlichen [[Antijudaismus#Neuzeit|Antijudaismus]] vertrat, konnte sich mit Schönerers Arierparagraph nicht identifizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adler und Lueger lehnten nicht nur Schönerers Überarbeitung ab, sondern wandten sich im Lauf der 1880er auch von der ursprünglichen Fassung ab. Ab Ende der 1880er bekannten sich praktisch nur noch die so genannten Schönerianer zum Linzer Programm. Mit der Zeit geriet in Vergessenheit, dass das Linzer Programm ursprünglich auch von späteren Sozialdemokraten und Christlichsozialen mitgetragen worden war. In der Erinnerung der Öffentlichkeit wurde das Papier zu einer von Anfang an spezifisch schönerianischen Angelegenheit, anstelle der gemeinschaftlich erarbeiteten Fassung galt nun die eigenmächtig erweiterte Version Schönerers als das echte und eigentliche Linzer Programm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Linzer Programm|Linzer Programme]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Völkergefängnis]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [https://is.muni.cz/el/phil/podzim2017/NJI_12/um/um/60033761/Ausgleichsversuche_zwischen_Tschechen_und_Deutschen_in_der_Monarchie.pdf Österreichertum, Bohemismus, Deutschnationalismus, Tschechentum und Slawismus]&lt;br /&gt;
* [[Andrew G. Whiteside]]: &amp;#039;&amp;#039;Nationaler Sozialismus in Österreich vor 1918&amp;#039;&amp;#039; ([https://www.ifz-muenchen.de/heftarchiv/1961_4.pdf 1961])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Brigitte Hamann]]: &amp;#039;&amp;#039;Hitlers Wien. Lehrjahre eines Diktators.&amp;#039;&amp;#039; Piper, München 2001, ISBN 3-492-23240-X&lt;br /&gt;
* Andrew G. Whiteside: &amp;#039;&amp;#039;Georg Ritter von Schönerer. [[Alldeutsche Vereinigung|Alldeutschland]] und sein Prophet.&amp;#039;&amp;#039; Stryia, Graz 1981, ISBN 3-222-11363-7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politik (Österreich-Ungarn)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Deutschnationalismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antisemitismus in Österreich]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Antislawismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politik 1882]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>78.174.55.43</name></author>
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