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	<title>Linonen - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-22T16:14:07Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Linonen&amp;diff=233452&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Thomas Dresler: Format</title>
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		<updated>2024-06-20T06:41:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Format&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Linonen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; waren ein [[Elbslawen|elbslawischer]] Stamm&amp;lt;ref&amp;gt;Zweifelnd Sébastien Rossignol: &amp;#039;&amp;#039;Aufstieg und Fall der Linonen.Misslungene Ethnogenese an der unteren Mittelelbe.&amp;#039;&amp;#039; in: Karl-Heinz Willroth, Jens Schneeweiß (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Slawen an der Elbe.&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;#039;&amp;#039;Göttinger Forschungen zur Ur- und Frühgeschichte&amp;#039;&amp;#039;., Bd.&amp;amp;nbsp;1), Wachholtz, Göttingen 2011, S.&amp;amp;nbsp;15–38, hier S.&amp;amp;nbsp;32–33, der die Bezeichnung als Stamm allenfalls für das 9.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert gelten lassen will.&amp;lt;/ref&amp;gt;, der vom 9.&amp;amp;nbsp;bis 11.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert im Gebiet der heutigen [[Prignitz|Westprignitz]] im Nordwesten des Landes [[Brandenburg]] siedelte. Ihr Vorort war &amp;#039;&amp;#039;Luczyn&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Lunzini&amp;#039;&amp;#039;), heute [[Lenzen (Elbe)|Lenzen]]. Die Linonen unterhielten enge Beziehungen zu den benachbarten [[Abodriten]], in deren Stammesverband sie im Jahr 839 aufgegangen sind.&lt;br /&gt;
== Name ==&lt;br /&gt;
Ob es sich bei dem Namen um eine Eigen- oder Fremdbenennung handelt ist ungeklärt. Neben &amp;#039;&amp;#039;Linones&amp;#039;&amp;#039; finden sich in den Schriftquellen phonetisch ähnliche Schreibweisen wie &amp;#039;&amp;#039;Hilinones&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Linai&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Lini&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Linaa&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Lingones&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Linguones&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Glinianie&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Linianie&amp;#039;&amp;#039;, ihr Siedlungsgebiet wird als &amp;#039;&amp;#039;Linagga&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Der Name könnte auf &amp;#039;&amp;#039;Glina&amp;#039;&amp;#039; (slawisch: &amp;quot;der Ton, der Lehm&amp;quot;) zurückzuführen sein, womit Flüsse, Bäche und Auen benannt werden sollen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Friedrich Wigger (Archivar)|Friedrich Wigger]]: &amp;#039;&amp;#039;Mecklenburgische Annalen bis zum Jahre 1066. Eine chronologisch geordnete Quellensammlung mit Anmerkungen und Abhandlungen.&amp;#039;&amp;#039; Hildebrand, Schwerin 1860, S.&amp;amp;nbsp;109.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siedlungsgebiet ==&lt;br /&gt;
Das Siedlungsgebiet der Linonen erstreckte sich im 9.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert entlang der [[Elbe]] von [[Wehningen]] nördlich [[Dömitz]] bis Lenzen. Hier beherrschte die im 10.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert errichtete Burg einen bedeutenden Elbübergang. Im Norden begrenzte die [[Elde]] das Siedlungsgebiet, ausgenommen die Gegend um [[Parchim]] sowie von [[Lübz]] bis zum Südende des [[Plauer See (Mecklenburg)|Plauer Sees]]. Dort saßen die Stämme der [[Smeldinger]] und [[Bethenzer]]. Im Osten trennte ein Waldgebiet zwischen [[Amt Ture|Ture]] und [[Pritzwalk]]  die Linonen von den [[Dossanen]] um [[Wittstock/Dosse]], im Süden ein &amp;#039;&amp;#039;Rodahn&amp;#039;&amp;#039; genanntes, ausgedehntes Waldgebiet von den Briezanen/Nieletzi um [[Havelberg]]. Für die Durchquerung des &amp;#039;&amp;#039;Rodahn&amp;#039;&amp;#039; benötigte ein Reisender zwei Tage. Dem archäologischen Befund nach befand sich der Siedlungsschwerpunkt der Linonen im Gebiet zwischen [[Grabow (Elde)|Grabow]] und [[Putlitz]]. Frühslawische Burgen liegen in [[Frehne]], [[Karstädt (Prignitz)#Gemeindegliederung|Pinnow]], [[Mankmuß]], [[Karstädt (Prignitz)#Gemeindegliederung|Stavenow]], [[Dallmin]], [[Dambeck]], [[Brunow]], [[Burgwall Wulfsahl|Wulfsahl]], [[Marnitz]] und [[Muchow]].&amp;lt;ref&amp;gt;Fred Ruchhöft: &amp;#039;&amp;#039;Vom slawischen Stammesgebiet zur deutschen Vogtei. Die Entwicklung der Territorien in Ostholstein, Lauenburg, Mecklenburg und Vorpommern im Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Archäologie und Geschichte im Ostseeraum.&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;4). Leidorf, Rahden (Westfalen) 2008, ISBN 978-3-89646-464-4, S.&amp;amp;nbsp;93–95.&amp;lt;/ref&amp;gt; Ob die Linonen auch auf der linkselbischen Seite, also im heutigen [[Landkreis Lüchow-Dannenberg]] siedelten, ist ungeklärt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Die erste Nachricht über die Linonen liefert ein Eintrag in den [[Reichsannalen]] für das Jahr 808.&amp;lt;ref&amp;gt;Annales regni Francorum 808: &amp;#039;&amp;#039;Linones&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Linonen seien wie zwei Drittel der Abodriten und der Stamm der Smeldinger von dem abodritischen Herrscher und fränkischen Bundesgenossen [[Drasco]] abgefallen und zu dem dänischen König [[Göttrik]] übergelaufen. Zum Schutz der Reichsgrenze entsandte [[Karl der Große]] seinen Sohn [[Karl der Jüngere|Karl den Jüngeren]] mit einem Heer an die Elbe. Da die Dänen jedoch keine Anstalten machten, von der Ostsee in das Landesinnere vorzudringen, schlug Karl der Jüngere eine Brücke über die Elbe und führte sein Heer gegen die Linonen und Smeldinger, verwüstete deren Gebiet und kehrte dann mit seinen Truppen wieder über den Fluss nach Sachsen zurück. Diese Strafexpedition gegen die abtrünnigen Linonen scheint von zweifelhaften Erfolg gewesen zu sein. Denn während die Reichsannalen gesondert hervorheben, es habe keine fränkischen Verluste zu beklagen gegeben, berichtet das Chronicon Moissiacense von gefallenen Franken.&amp;lt;ref&amp;gt;Chronicon Moissiacense 808: &amp;#039;&amp;#039;sed et aliqui ex nostra parte ibidem ceciderunt.&amp;#039;&amp;#039; [http://www.mgh.de/dmgh/resolving/MGH_SS_1_S._308 weblink]&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch der im Folgejahr unternommene Versuch Drascos, die Linonen mit militärischen Mitteln wieder unter seine Oberhoheit zu zwingen, schlug fehl.&amp;lt;ref&amp;gt;Annales regni Francorum 809: &amp;#039;&amp;#039;Omnes, qui ab eo defecerant, ad suam societatem reverti coegit.&amp;#039;&amp;#039;; dazu Wolfgang Herrmann Fritze: &amp;#039;&amp;#039;Probleme der abodritischen Stammes- und Reichsverfassung und ihrer Entwicklung vom Stammesstaat zum Herrschaftsstaat.&amp;#039;&amp;#039; in: H. Ludat (Hrsg.) &amp;#039;&amp;#039;Siedlung und Verfassung der Slawen zwischen Elbe, Saale und Oder.&amp;#039;&amp;#039; W.Schmitz, Gießen 1960, S.&amp;amp;nbsp;141–219, hier S.&amp;amp;nbsp;208; anders Volker Helten: &amp;#039;&amp;#039;Zwischen Kooperation und Konfrontation: Dänemark und das Frankenreich im 9.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Kölner Wissenschaftsverlag, Köln 2011, ISBN 978-394-27201-0-6, S.&amp;amp;nbsp;53, nach dessen Interpretation der Quelle alle Stämme einschließlich der Linonen wieder unterworfen wurden.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nachdem die Franken 810 sogar den Verlust des [[Vietzer Schanze|Kastells auf dem Höhbeck]] durch einen Angriff der mit den Linonen verbündeten&amp;lt;ref&amp;gt;Christian Hanewinkel: &amp;#039;&amp;#039;Die politische Bedeutung der Elbslawen im Hinblick auf die Herrschaftsveränderungen im ostfränkischen Reich und in Sachsen von 887–936. Politische Skizzen zu den östlichen Nachbarn im 9.&amp;amp;nbsp;und 10.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Münster 2004, S.&amp;amp;nbsp;57&amp;amp;nbsp;f. [http://repositorium.uni-muenster.de/document/miami/c9e3727c-b5c6-42b9-9359-b42e302ff5e0/Diss_Hanewinkel.pdf online (PDF; 5 MB)]&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Wilzen]] hatten hinnehmen müssen,&amp;lt;ref&amp;gt;Annales regni Francorum 810&amp;lt;/ref&amp;gt; setzte Karl der Große im Jahre 811 nochmals ein ganzes Heer gegen die Linonen in Marsch,&amp;lt;ref&amp;gt;Annales regni Francorum 811: &amp;#039;&amp;#039;exercitus misit, unum trans Albiam in Linones.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; um das Vorfeld jenseits der Reichsgrenze zu befrieden. Auch dieser Feldzug scheint nur von begrenztem Erfolg gewesen zu sein, denn im darauffolgenden Jahr wurden unter Beteiligung der Abodriten schließlich drei Heeresabteilungen in die Priegnitz entsandt,&amp;lt;ref&amp;gt;Chronicon Moissiacense 812: &amp;#039;&amp;#039;Misit Karolus imperator tres scaras ad illos Sclavos, qui dicuntur Wilti. Unus exercitus eius venit cum eis super Abodritos, et duo venerunt obviam ei ad illa marchia.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;/ref&amp;gt; um dort die mit den Linonen verbündeten Wilzen zu bekämpfen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
In den Nachrichten für die Jahre 839&amp;lt;ref&amp;gt;Annales Bertiniani 839&amp;lt;/ref&amp;gt; und 858&amp;lt;ref&amp;gt;Annales Fuldenses 858&amp;lt;/ref&amp;gt; begegnen die Linonen in den Schriftquellen dann wieder an der Seite der Abodriten. Zunächst entsandte Ludwig der Fromme ein sächsisches Heer gegen Abodriten und Linonen, dann Ludwig der Deutsche, ohne dass ein Bündnis zwischen Linonen und Abodriten überliefert wird, auch wenn ein solches nahe liegt.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Herrmann Fritze: &amp;#039;&amp;#039;Probleme der abodritischen Stammes- und Reichsverfassung und ihrer Entwicklung vom Stammesstaat zum Herrschaftsstaat.&amp;#039;&amp;#039; in: H. Ludat (Hrsg.) &amp;#039;&amp;#039;Siedlung und Verfassung der Slawen zwischen Elbe, Saale und Oder.&amp;#039;&amp;#039; W.Schmitz, Gießen 1960, S.&amp;amp;nbsp;141–219, hier S.&amp;amp;nbsp;208: „politische Aktionsgemeinschaft“.&amp;lt;/ref&amp;gt; Jedenfalls aber wurden die Linonen als eigenständiger Verband wahrgenommen. Der [[Bayerischer Geograph|Bayerische Geograph]] bezeichnet sie Mitte des 9.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts dann als „populus“. Letztmals werden die Linonen für das Jahr 877 in den fränkischen Quellen erwähnt,&amp;lt;ref&amp;gt;Annales Fuldenses 877&amp;lt;/ref&amp;gt; als sie dem ostfränkischen Herrscher die geschuldete Tributzahlung verweigerten. Aus dieser Textpassage wird von der Forschung neuerdings abgeleitet, dass es sich bei den Linonen nicht um einen Stamm mit eigener Organisations- und Herrschaftsstruktur, sondern um die tributpflichtigen Bewohner einer Elbregion gehandelt haben könnte, in deren Gebiet die Franken zur Beitreibung des Tributes eine rudimentäre Verwaltungsstruktur geschaffen hatten.&amp;lt;ref&amp;gt;Sébastien Rossignol: &amp;#039;&amp;#039;Aufstieg und Fall der Linonen.Misslungene Ethnogenese an der unteren Mittelelbe.&amp;#039;&amp;#039; in: Karl-Heinz Willroth, Jens Schneeweiß (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Slawen an der Elbe.&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;amp;nbsp;&amp;#039;&amp;#039;Göttinger Forschungen zur Ur- und Frühgeschichte&amp;#039;&amp;#039;., Bd.&amp;amp;nbsp;1), Wachholtz, Göttingen 2011, S.&amp;amp;nbsp;15–38, passim.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* {{MGH|SSrerGerm|6}}&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Matthias Hardt: &amp;#039;&amp;#039;Prignitz und Hannoversches Wendland. Das Fürstentum der slawischen Linonen im frühen und hohen Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; in: Im Dienste der historischen Landeskunde. Beiträge zu Archäologie, Mittelalterforschung, Namenkunde und Museumsarbeit vornehmlich in Sachsen. Festgabe für [[Gerhard Billig]] zum 75.&amp;amp;nbsp;Geburtstag, dargebracht von Schülern und Kollegen. Hg. von Rainer Aurig, Reinhardt Butz, Ingolf Gräßler und André Thieme, Beucha 2002, S.&amp;amp;nbsp;95–103.&lt;br /&gt;
* Sébastien Rossignol: &amp;#039;&amp;#039;Aufstieg und Fall der Linonen.Misslungene Ethnogenese an der unteren Mittelelbe.&amp;#039;&amp;#039; in: Karl-Heinz Willroth, Jens Schneewieß (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Slawen an der Elbe.&amp;#039;&amp;#039; (=&amp;#039;&amp;#039;Göttinger Forschungen zur Ur- und Frühgeschichte&amp;#039;&amp;#039;., Bd.&amp;amp;nbsp;1), Wachholtz, Göttingen 2011, S.&amp;amp;nbsp;15–38. [http://www.academia.edu/4490602/S._Rossignol_Aufstieg_und_Fall_der_Linonen PDF]&lt;br /&gt;
*[[Bernhard Bischoff]]: &amp;#039;&amp;#039;Katalog der festländischen Handschriften des neunten Jahrhunderts (mit Ausnahme der wisigotischen).&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
*Heinrich Kunstmann: &amp;#039;&amp;#039;Die Slaven. Ihr Name, ihre Wanderung nach Europa und die Anfänge der russischen Geschichte in historisch-onomastischer Sicht.&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historische europäische Ethnie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Slawische Geschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Slawischsprachige Ethnie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Thomas Dresler</name></author>
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