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	<title>Linksliberalismus - Versionsgeschichte</title>
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		<updated>2026-04-01T04:10:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:InternetArchiveBot&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:InternetArchiveBot (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;InternetArchiveBot&lt;/a&gt; hat 2 Archivlink(s) ergänzt und 0 Link(s) als defekt/tot markiert.) #IABot (v2.0.9.5&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Linksliberalismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sozialliberalismus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; wird eine politische Strömung bezeichnet, die [[Liberalismus]] und Elemente [[Sozialpolitik|sozialer Politik]] verbindet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Historisch ist linker Liberalismus, auch [[Demokratische Bewegung (Deutschland)|bürgerlicher Demokratismus]] bzw. [[Radikalismus#Liberaler Radikalismus|Radikalismus]], [[Deutsche Fortschrittspartei|Fortschritt]] oder [[Freisinn]] genannt, nicht mit sozialem Liberalismus identisch. Im Fokus linksliberaler Strömungen des 19. Jahrhunderts stand vielmehr die konsequente Durchsetzung individueller [[Freiheitsrechte]] gegen die Ansprüche von [[Reaktion (Politik)|Reaktion]] und [[Kirche (Organisation)|Kirche]]. Linksliberale Parteiführer wie [[Eugen Richter]] lehnten hingegen den Aufbau eines [[Sozialstaat]]s ab. Erst im 20. Jahrhundert vertraten führende Linksliberale wie [[Theodor Barth (Politiker)|Theodor Barth]] oder [[Friedrich Naumann]] vermehrt auch sozialpolitische Positionen. Zuweilen bezeichnen sich Linksliberale bis heute als [[Radikaldemokratie|radikaldemokratisch]], worin zum Ausdruck kommt, dass die Bürger wesentlich mehr Einfluss auf das staatliche Handeln erlangen sollen, etwa durch einen Ausbau [[Plebiszit|plebiszitärer Instrumente]] und im weiteren Sinne auch [[Bürgerrat|Bürgerräte]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ‚Sozialliberalismus‘ wurde 1891 von [[Theodor Hertzka]] eingeführt.&amp;lt;ref&amp;gt;Theodor Hertzka: &amp;#039;&amp;#039;Socialdemokratie und Socialliberalismus.&amp;#039;&amp;#039; Pierson, Dresden/Leipzig 1891.&amp;lt;/ref&amp;gt; Zuvor hatte [[Karl Grün (Journalist)|Karl Grün]] bereits 1845 von ‚sozialem Liberalismus‘ geschrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;Inho Na: &amp;#039;&amp;#039;Sozialreform oder Revolution. Gesellschaftspolitische Zukunftsvorstellungen im Naumann-Kreis 1890–1903/04.&amp;#039;&amp;#039; Tectum Verlag, Marburg 2003, S. 26.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutschland ==&lt;br /&gt;
=== Merkmale ===&lt;br /&gt;
Aus der Betrachtung der politischen Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert ergeben sich folgende [[Merkmal|Charakteristika]] des linken Liberalismus bzw. des Sozialliberalismus:&lt;br /&gt;
* „Soziale Öffnung“,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Dieter Langewiesche]]: &amp;#039;&amp;#039;Liberalismus in Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 1988, S. 226.&amp;lt;/ref&amp;gt; die zunächst zu einer Akzeptanz staatlicher Eingriffe in das Wirtschaftsleben und später zu eigenen Forderungen nach deren Ausweitung führte.&lt;br /&gt;
* Die Bereitschaft, Bündnisse oder Koalitionen mit der [[Sozialdemokratie]] einzugehen, die sich unter anderem in Stichwahlabkommen bei der [[Reichstagswahl 1912]] oder der Bildung der [[Weimarer Koalition]] 1919 manifestierte – geleitet von der Überzeugung der linken Liberalen, „ihr auf die gesamte Gesellschaft gerichtetes Reformprogramm primär gemeinsam mit der Sozialdemokratie realisieren zu können.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl Holl (Historiker)|Karl Holl]]: &amp;#039;&amp;#039;Überlegungen zum deutschen Sozialliberalismus.&amp;#039;&amp;#039; In: Karl Holl (u. a.) (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Sozialer Liberalismus.&amp;#039;&amp;#039; Göttingen 1986, S. 228.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Hohe Affinität zu [[Pazifismus|pazifistischen]] Positionen. Die zunächst als „bürgerliche Reformbewegung“&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Holl: &amp;#039;&amp;#039;Pazifismus in Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 1988, S. 54.&amp;lt;/ref&amp;gt; anzusehende [[Friedensbewegung]] wurde – abgesehen von religiös motivierten Gruppierungen – überwiegend von Linksliberalen getragen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Dieter Riesenberger]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der Friedensbewegung in Deutschland. Von den Anfängen bis 1933.&amp;#039;&amp;#039; Göttingen 1985, S.&amp;amp;nbsp;73, mit dem Hinweis, dass die Organisationsstruktur der frühen deutschen Friedensbewegung eine „weitgehende Übereinstimmung mit den Parteigremien der Linksliberalen“ zeige.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der seit den 1980er Jahren an Bedeutung gewinnende „gesellschaftspolitische Linksliberalismus“ strebt die „Erweiterung der subjektiven Rechte des Individuums“ sowie eine „kulturelle Diversität“ der Gesellschaft an.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Andreas Reckwitz]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Das Ende der Illusionen]]. Politik, Ökonomie und Kultur in der Spätmoderne.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2019, S. 265 und 267.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anfänge ===&lt;br /&gt;
Eine als „Sozialliberalismus“ zu bezeichnende Strömung lässt sich in Deutschland schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts beobachten. Die Bestrebungen, eine liberale Antwort auf die soziale Frage zu finden, führten 1873 zur Gründung des [[Verein für Socialpolitik|Vereins für Socialpolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;[[Klaus von Beyme]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der politischen Theorien in Deutschland 1300–2000.&amp;#039;&amp;#039; Wiesbaden 2009, S. 318.&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch die 1868 gebildeten [[Hirsch-Dunckersche Gewerkvereine|Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine]] sind dem sozialliberalen Spektrum zuzuordnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. dazu [[Hans-Georg Fleck]]: &amp;#039;&amp;#039;Sozialliberalismus und Gewerkschaftsbewegung. Die Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine 1868–1914.&amp;#039;&amp;#039; Köln 1994.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Deutsches Kaiserreich ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Liberales Lager Kaiserreich Wahlergebnisse.png|mini|350px|Wahlergebnisse liberaler Parteien im Deutschen Kaiserreich 1871–1912]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Portrait Friedrich Naumann (ca. 1911).jpg|mini|175px|[[Friedrich Naumann]]]]&lt;br /&gt;
Im [[Deutsches Kaiserreich|Deutschen Kaiserreich]] (1871–1918) gab es eine große Zersplitterung des liberalen Parteienspektrums mit zahlreichen Abspaltungen und Neugründungen. Als linksliberal bezeichnet werden für diese Zeit in der Regel die Gruppierungen, die sich – oft unter dem Etikett &amp;#039;&amp;#039;freisinnig&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;fortschrittlich&amp;#039;&amp;#039; – „in bewusster Distanzierung“ von der Bismarck unterstützenden und als konservativ geltenden [[Nationalliberale Partei|Nationalliberalen Partei]] organisierten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Konstanze Wegner]]: &amp;#039;&amp;#039;Linksliberalismus im wilhelminischen Deutschland und in der Weimarer Republik. Ein Literaturbericht.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Geschichte und Gesellschaft]]&amp;#039;&amp;#039; 4 (1978), S. 120.&amp;lt;/ref&amp;gt; Namhafte linksliberale Politiker dieser Epoche waren [[Eugen Richter]], [[Theodor Barth (Politiker)|Theodor Barth]], [[Max Hirsch (Publizist)|Max Hirsch]], [[Franz August Schenk von Stauffenberg]] und [[Friedrich Naumann]]. Der von Naumann 1896 gegründete [[Nationalsozialer Verein|Nationalsoziale Verein]] hatte als erste bürgerliche Partei eine sozialliberale Ausrichtung und brachte durch seinen 1903 erfolgten Anschluss an die [[Freisinnige Vereinigung]] diese Strömung im linksliberalen Parteienspektrum stärker zur Geltung, während dort bis dahin der „Kampf um politische Freiheiten eindeutige Priorität“ gegenüber der Sozialen Frage besaß.&amp;lt;ref&amp;gt;Fleck: &amp;#039;&amp;#039;Sozialliberalismus und Gewerkschaftsbewegung.&amp;#039;&amp;#039; S. 85.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1910 schlossen sich die verschiedenen linksliberalen Parteien mit Ausnahme der kleinen [[Demokratische Vereinigung|Demokratischen Vereinigung]] zur [[Fortschrittliche Volkspartei|Fortschrittlichen Volkspartei]] zusammen. Seitdem wird in der deutschsprachigen Publizistik und Fachliteratur überwiegend der Begriff „Linksliberalismus“ zur Kennzeichnung dieser Strömung verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Paul von Hoensbroech: &amp;#039;&amp;#039;Der Linksliberalismus.&amp;#039;&amp;#039; Leipzig 1912; [[Felix Rachfahl]]: &amp;#039;&amp;#039;Eugen Richter und der Linksliberalismus im Neuen Reiche.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1912; Ulrich Zeller: &amp;#039;&amp;#039;Die Linksliberalen.&amp;#039;&amp;#039; München 1912; [[Conrad Haußmann]]: &amp;#039;&amp;#039;[[s:Der Linksliberalismus|Der Linksliberalismus]].&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch der Politik&amp;#039;&amp;#039;, 1914.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Weimarer Republik ===&lt;br /&gt;
[[Datei:Hugo Preuß.jpg|mini|175px|[[Hugo Preuß]]]]&lt;br /&gt;
Für die Zeit der [[Weimarer Republik]] (1919–1933) wird die [[Deutsche Demokratische Partei]] (DDP; seit 1930: Deutsche Staatspartei) als linksliberal angesehen, in Abgrenzung zur als rechtsliberal bezeichneten [[Deutsche Volkspartei|Deutschen Volkspartei]] (DVP). Zu den Gründern der DDP gehörten neben [[Theodor Wolff]], [[Otto Fischbeck (Politiker)|Otto Fischbeck]] und [[Alfred Weber]] auch dessen Bruder, der Soziologe [[Max Weber]], und der ehemalige Nationalsoziale Friedrich Naumann. Ein weiterer Mitgründer, der Jurist [[Hugo Preuß]], wurde „Vater“ der [[Weimarer Verfassung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bedeutsam für die Entwicklung des Weimarer Linksliberalismus war auch [[Anton Erkelenz]], von 1923 bis 1929 Vorsitzender des Parteivorstandes der DDP und bis zu deren Verbot im Jahre 1933 Vorsitzender der liberalen [[Hirsch-Dunckersche Gewerkvereine|Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereine]].&amp;lt;ref&amp;gt;Axel Kellmann: &amp;#039;&amp;#039;Anton Erkelenz. Ein Sozialliberaler im Kaiserreich und in der Weimarer Republik.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 2007.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als weitere bedeutende linksliberale Persönlichkeit in diesem Zeitraum gilt [[Ludwig Quidde]], der [[Friedensnobelpreis]]träger des Jahres 1927. Er war 1930 auch beteiligt, als sich der linke Flügel der DDP im Zuge ihrer Umwandlung in die Staatspartei abspaltete und die pazifistisch ausgerichtete [[Radikaldemokratische Partei]] gründete, die in der Endphase der Republik allerdings bedeutungslos blieb.&amp;lt;ref&amp;gt;Burkhard Gutleben: &amp;#039;&amp;#039;Volksgemeinschaft oder Zweite Republik? Die Reaktionen des deutschen Linksliberalismus auf die Krise der 30er Jahre.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte]]&amp;#039;&amp;#039; 17 (1988), S. 259–284; Burkhard Gutleben: &amp;#039;&amp;#039;Das Dilemma der linksliberalen Pazifisten in der ausgehenden Weimarer Republik.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Zeitschrift für Geschichtswissenschaft (1953)|ZfG]]&amp;#039;&amp;#039; 44 (1996), S. 897–911.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Widerstand und Exil 1933 bis 1945 ===&lt;br /&gt;
Der organisierte Linksliberalismus hat im Kampf gegen die nationalsozialistische Herrschaft so gut wie keine Spur hinterlassen. Zu erwähnen sind lediglich einzelne Persönlichkeiten und ihr Einsatz, darunter das Wirken [[Hellmut von Gerlach]]s im Pariser Exil, der sich dort in der [[Deutsche Liga für Menschenrechte|Liga für Menschenrechte]] engagierte und Anteil nahm an der Nobelpreis-Kampagne für [[Carl von Ossietzky]],&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Holl: &amp;#039;&amp;#039;Hellmut von Gerlach. Demokrat, Pazifist, Freund Frankreichs im Pariser Exil.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Rechts und links der Seine. Pariser Tageblatt und Pariser Tageszeitung 1933–1940.&amp;#039;&amp;#039; Tübingen 2002, S.&amp;amp;nbsp;115–127.&amp;lt;/ref&amp;gt; oder die vor allem in Norddeutschland operierende [[Robinsohn-Strassmann-Gruppe]], die überwiegend aus ehemaligen Mitgliedern der DDP und ihrer Jugendorganisation bestand.&amp;lt;ref&amp;gt;Dazu [[Horst Sassin]]: &amp;#039;&amp;#039;Liberale im Widerstand. Die Robinsohn-Strassmann-Gruppe 1934–1942.&amp;#039;&amp;#039; Hamburg 1993.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Bundesrepublik Deutschland ===&lt;br /&gt;
==== Entwicklung in der Bonner Republik ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Freiburger Thesen Farbe (page 1 crop).jpg|mini|175px|Druck der [[Freiburger Thesen]]]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Bundesarchiv B 145 Bild-F060665-0011, Köln, FDP-Parteitag, Verheugen, Genscher.jpg|mini|225px|[[Günter Verheugen]] und [[Hans-Dietrich Genscher]] beim FDP-Bundesparteitag 1981]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Logo Liberale Demokraten - Die Sozialliberalen.svg|mini|hochkant|Logo der [[Liberale Demokraten|Liberalen Demokraten]]]]&lt;br /&gt;
Mit der 1948 gegründeten [[Freie Demokratische Partei|FDP]] entstand erstmals eine Partei, die das gesamte liberale Spektrum umfasste. In der Anfangsphase differierte die politische Ausrichtung der Landesverbände teilweise erheblich, wobei linksliberale Traditionen vor allem in Baden-Württemberg und den Stadtstaaten Hamburg und Bremen vorherrschten, während sich besonders in Nordrhein-Westfalen und Hessen starke [[Nationalliberalismus|nationalliberale]] Tendenzen zeigten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Jürgen Dittberner]]: &amp;#039;&amp;#039;Die FDP. Geschichte, Personen, Organisation, Perspektiven.&amp;#039;&amp;#039; Wiesbaden 2005, S.&amp;amp;nbsp;31&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Stärker wurde der linke Flügel der FDP seit Mitte der 1960er Jahre in der Zeit der [[Deutsche Notstandsgesetze|Notstandsgesetze]], [[Große Koalition#Große Koalition 1966–1969|Großen Koalition]] und [[Außerparlamentarische Opposition|außerparlamentarischen Opposition]], als ein Teil der [[Studentenbewegung|studentenbewegten]] Kräfte, der weniger revolutionäre als reformorientierte Strategien verfolgte, sich der FDP oder den [[JungdemokratInnen/Junge Linke|Jungdemokraten]] anschloss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am politisch einflussreichsten war der Linksliberalismus in der Bundesrepublik Deutschland zwischen 1969 und 1982, als die FDP mit der [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]] die [[Sozialliberale Koalition]] bildete und sich mit den 1971 verabschiedeten [[Freiburger Thesen]] – flankiert von der „Streitschrift“ &amp;#039;&amp;#039;Noch eine Chance für die Liberalen&amp;#039;&amp;#039; ihres damaligen Generalsekretärs [[Karl-Hermann Flach]]&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl-Hermann Flach]]: &amp;#039;&amp;#039;Noch eine Chance für die Liberalen.&amp;#039;&amp;#039; Frankfurt am Main 1971.&amp;lt;/ref&amp;gt; – zu einem „demokratischen und sozialen Liberalismus“ bekannte.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Hans Vorländer]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Soziale Liberalismus der FDP. Verlauf, Profil und Scheitern eines soziopolitischen Modernisierungsprozesses.&amp;#039;&amp;#039; In: Karl Holl (u.&amp;amp;nbsp;a.) (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Sozialer Liberalismus.&amp;#039;&amp;#039; Göttingen 1986, S.&amp;amp;nbsp;190.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der als „[[Wende (Bundesrepublik Deutschland)|Wende]]“ bezeichnete Kurswechsel des Jahres 1982, der zum Ende der sozialliberalen Koalition auf Bundesebene und einem Bündnis der Liberalen mit der CDU/CSU führte, wurde vom linken Flügel der FDP teilweise nicht mitgetragen. In der Folge verließen zahlreiche Linksliberale die Partei und trugen zum in der Geschichte der FDP bislang größten Rückgang der Mitgliederzahl bei.&amp;lt;ref&amp;gt;Daniela Gniss: &amp;#039;&amp;#039;Freie Demokratische Partei.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Handbuch zur Statistik der Parlamente und Parteien in den westlichen Besatzungszonen und in der Bundesrepublik Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; Teilbd. III: &amp;#039;&amp;#039;FDP sowie kleinere bürgerliche und rechte Parteien, Mitgliedschaft und Sozialstruktur 1945–1990.&amp;#039;&amp;#039; Düsseldorf 2005, S.&amp;amp;nbsp;67. Die Zahl der Parteimitglieder sank von 1981: 86.073 auf 1983: 71.371 bzw. 1985: 65.425 (Gniss, 2005, S.&amp;amp;nbsp;97 f.).&amp;lt;/ref&amp;gt; Viele der linken Freidemokraten traten in die [[Sozialdemokratische Partei Deutschlands|SPD]] ein, darunter [[Günter Verheugen]]&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14023471.html Genschers verhängnisvolle Einschätzungen].&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Der Spiegel&amp;#039;&amp;#039;, 28. Februar 1983.&amp;lt;/ref&amp;gt;, [[Ingrid Matthäus-Maier]] und [[Andreas von Schoeler]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gleichzeitig löste sich der Jugendverband der FDP, die [[Radikaldemokratie|radikaldemokratisch]] und [[Antikapitalismus|anti-kapitalistisch]] eingestellten [[Deutsche Jungdemokraten|Deutschen Jungdemokraten]], von der Partei. Zum neuen Jugendverband wurden die zwei Jahre zuvor gegründeten [[Junge Liberale|Jungen Liberalen]]. Die von den Jungdemokraten unterstützte Neugründung [[Liberale Demokraten]] unter Führung von [[Ulrich Krüger (Politiker, 1942)|Ulrich Krüger]] und [[Theo Schiller]] blieb politisch bedeutungslos; ein Teil ihrer Mitglieder wechselte später zu den [[Bündnis 90/Die Grünen|Grünen]], darunter die spätere Bundestagsabgeordnete [[Irmingard Schewe-Gerigk]]. Gescheitert ist der Versuch, durch „Liberale Vereinigungen“, deren Bundesverband zeitweise von der nach ihrem Austritt aus der FDP parteilosen [[Helga Schuchardt]] geleitet wurde, für die in verschiedenen Parteien organisierten Linksliberalen weiterhin eine gemeinsame Plattform zu schaffen.&amp;lt;ref&amp;gt;Martin Budich, Thilo Schelling: &amp;#039;&amp;#039;Die Linksliberalen in den Jahren von 1981 bis 1983.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;liberale drucksachen&amp;#039;&amp;#039; 1983, H.&amp;amp;nbsp;10, S.&amp;amp;nbsp;19–21, 1984, H.&amp;amp;nbsp;1, S.&amp;amp;nbsp;19–21 und H.&amp;amp;nbsp;4, S.&amp;amp;nbsp;19–21; erneut veröffentlicht in: [[Roland Appel (Politiker)|Roland Appel]], [[Michael Kleff]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Grundrechte verwirklichen – Freiheit erkämpfen. 100 Jahre Jungdemokrat*innen. Ein Lesebuch über linksliberale und radikaldemokratische Politik von Weimar bis ins 21. Jahrhundert 1919–2019.&amp;#039;&amp;#039; Academia, Baden-Baden 2019, S. 921–936, ISBN 978-3-89665-800-5.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Entwicklung in der Berliner Republik ====&lt;br /&gt;
===== Bündnis 90/Die Grünen =====&lt;br /&gt;
Von den neuen politischen Organisationen, die sich 1989/90 aus den [[Opposition (Politik)|oppositionellen]] [[Bürgerrechtsbewegungen]] der [[Deutsche Demokratische Republik|DDR]] entwickelten, kann am ehesten das [[Bündnis 90]] als „sozial-“ oder „linksliberal“ eingestuft werden,&amp;lt;ref&amp;gt;Jan Wielgohs, Marianne Schulz, [[Helmut Müller-Enbergs]]: &amp;#039;&amp;#039;Bündnis 90. Entstehung, Entwicklung, Perspektiven. Ein Beitrag zur Parteienforschung im vereinigten Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1992, S. 55.&amp;lt;/ref&amp;gt; das sich 1992/93 mit den Grünen zum [[Bündnis 90/Die Grünen]] zusammenschloss. Diesem ist es danach gelungen, im linksliberalen Wählermilieu Fuß zu fassen.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl-Rudolf Korte]]: [https://www.bpb.de/themen/politisches-system/wahlen-in-deutschland/335669/veraenderungen-im-parteiensystem/ &amp;#039;&amp;#039;Veränderungen im Parteiensystem.&amp;#039;&amp;#039; In: Bundeszentrale für Politische Bildung: &amp;#039;&amp;#039;Dossier zur Bundestagswahl&amp;#039;&amp;#039;].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn des Jahres 2018 formulierten [[Annalena Baerbock]] und [[Robert Habeck]] als neu gewählte Parteispitze von [[Bündnis 90/Die Grünen]] das Ziel, die Grünen mit einem Bekenntnis zur „integrativen Gesellschaft“ als linksliberale Partei im deutschen Parteienspektrum positionieren zu wollen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== FDP =====&lt;br /&gt;
Die linksliberalen Strömungen der FDP – [[Freiburger Kreis (Forum)|Freiburger]] und Sylter-Kreis – verlieren seit den 1980ern fortwährend an Bedeutung und Mitgliederzahl.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Jürgen Dittberner |Titel=Die FDP: Geschichte, Personen, Organisation, Perspektiven. Eine Einführung |Auflage=2 |Verlag=VS Verlag für Sozialwissenschaften |Ort=Wiesbaden |Datum=2010 |ISBN=978-3-531-17494-5 |DOI=10.1007/978-3-531-92454-0 |Seiten=228}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bekannte Repräsentanten waren bzw. sind:&lt;br /&gt;
{{Mehrspaltige Liste |anzahl=3 |breite=20em |liste= &lt;br /&gt;
* [[Alexander Alvaro]]&lt;br /&gt;
* [[Gerhart Baum]] († 2025)&lt;br /&gt;
* [[Carola von Braun]]&lt;br /&gt;
* [[Christoph Giesa]]&lt;br /&gt;
* [[Miriam Gruß]]&lt;br /&gt;
* [[Burkhard Hirsch]] († 2020)&lt;br /&gt;
* [[Nadja Hirsch]]&lt;br /&gt;
* [[Gyde Jensen]]&lt;br /&gt;
* [[Sebastian Körber (Politiker)|Sebastian Körber]]&lt;br /&gt;
* [[Konstantin Kuhle]]&lt;br /&gt;
* [[Gesine Meißner]]&lt;br /&gt;
* [[Sabine Leutheusser-Schnarrenberger]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Kleinparteien =====&lt;br /&gt;
Die 1982 gegründeten [[Liberale Demokraten|Liberalen Demokraten – Die Sozialliberalen]] existieren noch heute, konnten jedoch bisher nur kommunale Mandate erringen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die seit 1993 existierende [[Partei Mensch Umwelt Tierschutz]] (kurz: Tierschutzpartei), welche bei den Europawahlen 2014 und 2019 jeweils ein Mandat errang, vertritt in [[Partei Mensch Umwelt Tierschutz#Wirtschaft|ihrer Wirtschaftspolitik]] hauptsächlich sozialliberale Positionen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Paul Lucardie |Titel=Handbuch der deutschen Parteien |Hrsg=Frank Decker, Viola Neu |Datum=2007 |Seiten=333}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und bezeichnet sich in ihrem Wahlprogramm zur [[Bundestagswahl 2021]] auch selbst als „sozialliberale Partei“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.tierschutzpartei.de/wahlprogramm-bundestagswahl-2021/ |titel=Bundestagswahlprogramm 2021 |abruf=2021-08-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die ab der [[Europawahl in Deutschland 2009|Europawahl 2009]] bekannter gewordene [[Piratenpartei Deutschland|Piratenpartei]] entwickelte sich zu einer überwiegend linksliberal ausgerichteten Partei.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot;&amp;gt;{{Literatur |Autor=Oskar Niedermayer |Titel=Die Piratenpartei |Verlag=Springer VS |Ort=Wiesbaden |Datum=2013 |ISBN=978-3-531-19475-2}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschiedene Vertreter der Piraten selbst verwenden die Bezeichnung gern für sich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;:0&amp;quot; /&amp;gt; Der Landesparteitag Nordrhein-Westfalen beschloss am 5.&amp;amp;nbsp;April 2014 ein Positionspapier, dem zufolge er „die Piratenpartei Deutschland im Selbstverständnis […] als sozialliberale Partei“ betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=https://wiki.piratenpartei.de/NRW:Landesparteitag_2014.1/Antr%C3%A4ge/PP001 |wayback=20140408113123 |text=Antrag zur Positionierung des Landesverbandes NRW im Piratenwiki}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende August 2014 kündigten der ehemalige Hamburger FDP-Senator [[Dieter Biallas]] und der ehemalige Vize-Parteichef der Hamburger FDP, [[Najib Karim]], die Gründung einer neuen linksliberalen Partei an.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fdp-ex-parteimitglieder-wollen-neue-sozialliberale-partei-gruenden-a-988995.html &amp;#039;&amp;#039;Vor Sachsen-Wahl: Ex-FDP-Politiker wollen linksliberale Partei gründen.&amp;#039;&amp;#039;] &amp;#039;&amp;#039;Spiegel Online&amp;#039;&amp;#039;, 30.&amp;amp;nbsp;August 2014, abgerufen am gleichen Tage.&amp;lt;/ref&amp;gt; Karim war im Monat zuvor aus der FDP ausgetreten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.hamburg1.de/aktuell/Austritt_aus_der_FDP-21393.html |wayback=20140712140938 |text=&amp;#039;&amp;#039;Austritt aus der FDP.&amp;#039;&amp;#039;}} Hamburg1, 4.&amp;amp;nbsp;Juli 2014, abgerufen am 5. Juli 2019.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Gründungskreis trat unter dem Namen [[Neue Liberale]] an die Öffentlichkeit. 2019 benannte sich die Partei in „Die Sozialliberalen“ um.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |autor=Die Sozialliberalen |url=https://neueliberale.eu/wp-content/uploads/2019/12/Zusammenfassung-angenommene-Antr%C3%A4ge-BPT-v_2.pdf |titel=Beschlüsse des Bundesparteitages Dezember 2019 der Partei Die Sozialliberalen |format=PDF |sprache=de |abruf=2021-12-22 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20201229210144/https://neueliberale.eu/wp-content/uploads/2019/12/Zusammenfassung-angenommene-Antr%C3%A4ge-BPT-v_2.pdf |archiv-datum=2020-12-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Juni 2021 wandelte sich die Partei in einen Verein um, ein Großteil der Mitglieder schloss sich [[Volt Deutschland]] an.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.voltdeutschland.org/presse/20210720-sozialliberale |titel=Sozialliberale schließen sich Volt an: Ein starkes Signal für die progressive Mitte |sprache=de |abruf=2021-12-22 |archiv-datum=2021-07-21 |archiv-url=https://web.archive.org/web/20210721084231/https://www.voltdeutschland.org/presse/20210720-sozialliberale |offline=ja |archiv-bot=2026-04-01 04:10:47 InternetArchiveBot }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der deutsche Ableger der paneuropäischen Partei [[Volt Deutschland|Volt]] trat erstmals 2021 zur Bundestagswahl an und bekannte sich im Wahlprogramm zu einer „sozial-liberalen Wirtschaftspolitik“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://assets.volteuropa.org/2021-09/Volt-BTW21-Wahlprogramm.pdf|titel=Unser Wahlprogramm zur Bundestagswahl 2021|format=PDF|sprache=de|abruf=2021-11-17|archiv-datum=2021-10-25|archiv-url=https://web.archive.org/web/20211025015809/https://assets.volteuropa.org/2021-09/Volt-BTW21-Wahlprogramm.pdf|offline=ja|archiv-bot=2026-04-01 04:10:47 InternetArchiveBot}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die im Jahr 2020 gegründete [[Partei des Fortschritts]] (PdF) ist ebenfalls dem linksliberalen Spektrum zuzuordnen, obwohl sich die Partei jenseits des Links-Rechts-Schemas sieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Schweiz ==&lt;br /&gt;
Die [[Liberalsozialistische Partei]] war eine linksliberale [[Politische Parteien in der Schweiz|Schweizer Partei]], aktiv von 1946 bis 1990.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine sozialliberale und später auch ökologisch orientierte Schweizer Partei war der [[Landesring der Unabhängigen]], der von 1936 bis 1999 existierte und seinen Höhepunkt in den Jahren um 1970 hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Sozialdemokratische Partei der Schweiz|Sozialdemokratischen Partei der Schweiz (SP)]] hat seit Juni 2021 eine parteiinterne „sozialliberale Reformplattform“, diese ist gleichberechtigt mit anderen internen Parteizusammenschlüssen wie die [[Jungsozialist*innen Schweiz|Juso]]. Sie wird von ihren Kritikern auch als „rechter Flügel der SP“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.woz.ch/2227/der-rechte-fluegel-der-sp/der-machterhalt-zaehlt |titel=Der rechte Flügel der SP: Der Machterhalt zählt |datum=2022-07-06 |sprache=de |abruf=2024-09-06}}&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Grünliberale Partei|Grünliberale Partei (GLP)]] wird oft als sozialliberal bezeichnet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Francesca Prader |Titel=Serap Kahriman soll für die GLP einen zweiten Sitz im Zürcher Stadtrat erobern |Sammelwerk=Neue Zürcher Zeitung |Datum=2025-03-20 |ISSN=0376-6829 |Online=https://www.nzz.ch/zuerich/serap-kahriman-soll-fuer-die-glp-einen-zweiten-sitz-im-zuercher-stadtrat-erobern-ld.1876037 |Abruf=2025-03-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, da sie eine nachhaltige Umweltpolitik mit liberalen wirtschaftlichen Prinzipien kombiniert und sich für Chancengerechtigkeit und faire Rahmenbedingungen einsetzt. Mehrere prominente Mitglieder der Sozialdemokratischen Partei (SP) wechselten zur GLP, da sie die SP als zu ideologisch und dogmatisch links empfanden, wodurch sie nicht mehr in der Lage war, sozialliberale Positionen abzubilden, was zu Spannungen und einem Verlust von Kommissionssitzen führte.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.watson.ch/schweiz/gesellschaft-politik/662504411-zu-ideologisch-und-dogmatisch-die-naechsten-spler-wechseln-zur-glp |titel=SP-Nationalrat Frei wechselt zur GLP – weil die SP zu ideologisch und dogmatisch sei |sprache=de |abruf=2025-03-27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Außerhalb des deutschsprachigen Raums ==&lt;br /&gt;
Über lange Zeit war der Linksliberalismus in Form des [[Radikalismus#Liberaler Radikalismus|Radikalismus]] vor allem in [[Frankreich]] stark verwurzelt. Wichtigster historischer Proponent des Radikalismus war die [[Parti républicain, radical et radical-socialiste|Radikale Partei]], die über viele Jahrzehnte – bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts – die französische Politik dominierte. Der &amp;#039;&amp;#039;Parti Radical&amp;#039;&amp;#039; war im Gegensatz zu [[sozialistisch]]en oder [[kommunistisch]]en Strömungen der Vertreter des „radikalen“ [[Bürgertum]]s, das in Frankreich auf eine lange Tradition zurückblickt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In mehreren europäischen Ländern gibt es liberale Parteien, die sich links der Mitte positionieren und meist einer mehr rechts orientierten liberalen Partei gegenüberstehen. Dies sind zum Beispiel [[GroenLinks]] in den Niederlanden und die kleine [[Parti radical de gauche|Parti Radical de Gauche]] in Frankreich, die sich als ideologische Nachfolgerin der &amp;#039;&amp;#039;Parti Radical&amp;#039;&amp;#039; betrachtet. In Polen war dies etwa die [[Partia Demokratyczna – demokraci.pl|Partia Demokratyczna]], die aus der liberalen und bis Mitte der 1990er Jahre in Regierungsverantwortung stehenden [[Unia Wolności]] hervorgegangen war und der rechtsliberalen [[Platforma Obywatelska]] von [[Donald Tusk]] gegenüberstand, mit deren Abspaltung Europejscy Demokraci sie schließlich fusionierte sowie die progressive [[Twój Ruch]] von [[Janusz Palikot]]. Des Weiteren die [[Liberal Democrats]] in Großbritannien, die [[Democraten 66]] in den Niederlanden oder [[Det Radikale Venstre]] in Dänemark, die sich als am weitesten links stehende der liberalen Parteien Europas einordnen lässt.&amp;lt;ref&amp;gt;Simon Franzmann: &amp;#039;&amp;#039;Liberale Parteien zwischen linkem und rechtem Lager&amp;#039;&amp;#039;. In: [[Suzanne S. Schüttemeyer]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Politik im Klimawandel.&amp;#039;&amp;#039; Nomos, Baden-Baden 2011, S.&amp;amp;nbsp;287–320.&amp;lt;/ref&amp;gt; Für die Bestimmung ihrer politischen Position werden in diesen Ländern an Stelle des in Deutschland gängigen Terminus Linksliberalismus unter anderem Begriffe wie &amp;#039;&amp;#039;sozialer, progressiver, radikaler&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;neuer Liberalismus&amp;#039;&amp;#039; verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Ayaß]]: &amp;#039;&amp;#039;Sozialdemokraten, Linksliberale und das Zentrum. Sozialpolitische Positionen von Bismarcks parlamentarischen Gegnern&amp;#039;&amp;#039;. In: Wolfgang Ayaß, [[Wilfried Rudloff]], [[Florian Tennstedt]]: &amp;#039;&amp;#039;Sozialstaat im Werden&amp;#039;&amp;#039;. Band 2: &amp;#039;&amp;#039;Schlaglichter auf Grundfragen&amp;#039;&amp;#039;, Stuttgart 2021, ISBN 978-3-515-13007-3, S. 56–105.&lt;br /&gt;
* [[Hans-Georg Fleck]]: &amp;#039;&amp;#039;Benevolenz, Missachtung, Misstrauen trotz „Schicksalsgemeinschaft“ – Organisierter Linksliberalismus und sozialliberale Gesellschaftsreform zu Zeiten Eugen Richters.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Jahrbuch zur Liberalismus-Forschung]]&amp;#039;&amp;#039; 19 (2007), ISBN 978-3-8329-2943-5, S.&amp;amp;nbsp;47–82.&lt;br /&gt;
* Simon Franzmann: &amp;#039;&amp;#039;Liberale Parteien zwischen linkem und rechtem Lager&amp;#039;&amp;#039;. In: Suzanne S. Schüttemeyr (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Politik im Klimawandel. Keine Macht für gerechte Lösungen?&amp;#039;&amp;#039; Nomos, Baden-Baden 2011, ISBN 978-3-8329-4732-3, S. 287–321.&lt;br /&gt;
* Burkhard Gutleben: &amp;#039;&amp;#039;Linksliberale Splitterparteien im 20. Jahrhundert. Eine Skizze.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch zur Liberalismus-Forschung&amp;#039;&amp;#039; 4 (1992), ISBN 3-7890-2768-5, S.&amp;amp;nbsp;217–228.&lt;br /&gt;
* [[Thomas Hertfelder]]: &amp;#039;&amp;#039;Von Naumann zu Heuss. Über eine Tradition des sozialen Liberalismus in Deutschland&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Kleine Reihe.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 29). [[Stiftung Bundespräsident-Theodor-Heuss-Haus]], Stuttgart 2013, ISBN 978-3-942302-03-6.&lt;br /&gt;
* Marianne Hochgeschurz: &amp;#039;&amp;#039;Braucht linksliberale Politik eine eigene Parteiorganisation?&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Die Neue Gesellschaft – Frankfurter Hefte&amp;#039;&amp;#039; 30 (1983), S.&amp;amp;nbsp;619–626.&lt;br /&gt;
* [[Karl Holl (Historiker)|Karl Holl]], [[Günter Trautmann]], [[Hans Vorländer]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Sozialer Liberalismus.&amp;#039;&amp;#039; Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, Göttingen 1986, ISBN 3-525-01333-7.&lt;br /&gt;
* [[Marcus Llanque]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Weimarer Linksliberalismus und das Problem politischer Verbindlichkeit. Volksgemeinschaft, demokratische Nation und Staatsgesinnung bei Theodor Heuss, Hugo Preuß und Friedrich Meinecke.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Anselm Doering-Manteuffel]], [[Jörn Leonhard]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Liberalismus im 20. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-515-11072-3, S. 157–181.&lt;br /&gt;
* [[Detlef Lehnert]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Sozialliberalismus in Europa. Herkunft und Entwicklung im 19. und frühen 20.&amp;amp;nbsp;Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; Böhlau, Köln/Weimar/Wien 2012, ISBN 978-3-412-20927-8 (= &amp;#039;&amp;#039;Historische Demokratieforschung. Schriften der Hugo-Preuß-Stiftung und der Paul-Löbe-Stiftung,&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;4).&lt;br /&gt;
* [[Reinhard Opitz]]: &amp;#039;&amp;#039;Der deutsche Sozialliberalismus 1917–1933.&amp;#039;&amp;#039; Pahl-Rugenstein, Köln 1973, ISBN 3-7609-0099-2.&lt;br /&gt;
* Oliver Schmolke: &amp;#039;&amp;#039;Zur Freiheit. Ein linksliberales Manifest.&amp;#039;&amp;#039; Vorwärts Buch, Berlin 2013, ISBN 978-3-86602-756-5.&lt;br /&gt;
* [[Volker Stalmann]] (Bearb.): &amp;#039;&amp;#039;Linksliberalismus in Preußen. Die Sitzungsprotokolle der preußischen Landtagsfraktion der DDP und DStP 1919–1932.&amp;#039;&amp;#039; Halbbd.&amp;amp;nbsp;1: &amp;#039;&amp;#039;März 1919 bis Dezember 1922&amp;#039;&amp;#039;, Halbbd.&amp;amp;nbsp;2: &amp;#039;&amp;#039;Januar 1923 bis März 1932.&amp;#039;&amp;#039; Droste, Düsseldorf 2009, ISBN 978-3-7700-5288-2 (= &amp;#039;&amp;#039;Quellen zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien:&amp;#039;&amp;#039; Reihe&amp;amp;nbsp;3, &amp;#039;&amp;#039;Die Weimarer Republik.&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;11).&lt;br /&gt;
* Klaus Weber:&amp;lt;!--ist NICHT «Klaus Weber (Historiker)»--&amp;gt; &amp;#039;&amp;#039;Der Linksliberalismus in der Bundesrepublik um 1969. Konjunktur und Profile&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Jenaer Beiträge zur Geschichte;&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;11). Lang, Frankfurt am Main 2012, ISBN 978-3-631-63940-5.&lt;br /&gt;
* [[Konstanze Wegner]] (Bearb.): &amp;#039;&amp;#039;Linksliberalismus in der Weimarer Republik. Die Führungsgremien der Deutschen Demokratischen Partei und der Deutschen Staatspartei 1918–1933&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Quellen zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien:&amp;#039;&amp;#039; Reihe&amp;amp;nbsp;3, &amp;#039;&amp;#039;Die Weimarer Republik.&amp;#039;&amp;#039; Bd.&amp;amp;nbsp;5). Droste, Düsseldorf 1980, ISBN 3-7700-5104-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Social liberalism|Linksliberalismus}}&lt;br /&gt;
* [https://archive.org/details/@archiv_des_linksliberalismus Archiv des Linksliberalismus] im Internet-Archiv&lt;br /&gt;
* [[Karl-Hermann Flach]]: [http://www.dr-trier.de/Flach-KH-III-Liberaler-Katechismus.htm &amp;#039;&amp;#039;Kleiner liberaler Katechismus&amp;#039;&amp;#039;]. In: ders.: &amp;#039;&amp;#039;Noch eine Chance für die Liberalen oder Die Zukunft der Freiheit: Eine Streitschrift.&amp;#039;&amp;#039; S. Fischer, Frankfurt am Main 1971&lt;br /&gt;
* Burkhard Gutleben: [https://nbn-resolving.org/urn:nbn:de:hbz:465-20231116-145149-1 &amp;#039;&amp;#039;Zwischen Freisinn und Sozialliberalen. Linksliberale Kleinstparteien und Vereine in Deutschland 1903–2023&amp;#039;&amp;#039;] (PDF)&lt;br /&gt;
* Wolfgang Krischke: [https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/zum-begriff-des-linksliberalen-milieus-17165031.html &amp;#039;&amp;#039;Zum Begriff des linksliberalen Milieus&amp;#039;&amp;#039;]. In: &amp;#039;&amp;#039;[[FAZ]]&amp;#039;&amp;#039;, 28. Januar 2021&lt;br /&gt;
* Claus Offe: [https://web.archive.org/web/20140222133513/http://www.frankfurter-hefte.de/upload/Archiv/2007/Heft_03/PDF/0703_28_31.pdf &amp;#039;&amp;#039;Was ist „Sozialliberalismus“? Charakteristik einer neuen Gesellschaftspolitik&amp;#039;&amp;#039;] (PDF). In: &amp;#039;&amp;#039;Neue Gesellschaft, Frankfurter Hefte,&amp;#039;&amp;#039; Jg. 2007, H. 3, S. 28–31&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Linksliberalismus| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Liberalismus]]&lt;/div&gt;</summary>
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