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	<title>Linear-elastische Bruchmechanik - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-04T10:02:26Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Linear-elastische_Bruchmechanik&amp;diff=422375&amp;oldid=prev</id>
		<title>2003:EF:1F11:EF87:34AE:8C42:BE03:A1F6: /* Spannungsverteilung an der Rissspitze */</title>
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		<updated>2021-05-04T12:05:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Spannungsverteilung an der Rissspitze&lt;/span&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;linear-elastische Bruchmechanik&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, kurz LEBM, ist ein Konzept aus dem Gebiet der [[Bruchmechanik]] zur theoretischen Beschreibung des Wachstums von [[Bruchmechanik|Rissen]] in einem [[Bauteil (Technik)|Bauteil]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Annahmen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Riss breitet sich in einem Bauteil aus, da an der Rissspitze eine besonders hohe Spannung herrscht. Die linear-elastische Bruchmechanik geht davon aus, dass die [[Spannung (Mechanik)|Spannung]] an der Rissspitze unendlich groß wird. Physikalisch ist dies nicht zutreffend, da bei Überschreiten der [[Streckgrenze]] des verwendeten Werkstoffs plastische Verformung eintritt, die die Spannung senkt. Ist diese plastische Zone jedoch klein gegenüber der Zone der Spannungsüberhöhung, so liefert die linear-elastische Bruchmechanik dennoch gute Ergebnisse.&amp;lt;ref name=&amp;#039;broeckmann&amp;#039;&amp;gt;Christoph Broeckmann, Paul Beiss: &amp;#039;&amp;#039;Werkstoffkunde I&amp;#039;&amp;#039;. Institut für Werkstoffanwendungen im Maschinenbau der [[RWTH Aachen]], Aachen 2014, S. 88–101.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Sprödigkeit|Spröde]] Werkstoffe erlauben beispielsweise nur eine sehr geringe plastische Verformung, sodass sich die linear-elastische Bruchmechanik besonders gut für [[Sprödbruch|Sprödbrüche]] von Materialien wie [[Keramik]], [[Gusseisen]] oder [[Härten (Stahl)|gehärtetem Stahl]] einsetzen lässt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;broeckmann&amp;quot; /&amp;gt; Für eher [[Duktilität|duktil]] versagende Werkstoffe wird dagegen die [[Fließbruchmechanik]] angewendet. Die Größe der plastischen Zone wird mit dem [[Hundeknochen-Modell]] abgeschätzt.&amp;lt;ref name=&amp;#039;broeckmann&amp;#039; /&amp;gt; Grenzwerte, bis wann mit der linear-elastischen Bruchmechanik gearbeitet werden kann, liefern die entsprechenden [[ASTM]]-Normen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arten der Rissbeanspruchung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Sif.gif | mini | Beanspruchungsarten (Modi)&amp;lt;br/&amp;gt;eines Risses]]&lt;br /&gt;
In der Bruchmechanik wird zwischen drei grundlegenden Beanspruchungsarten (Modi) unterschieden, durch die ein Riss beansprucht werden kann:&lt;br /&gt;
* Modus I: Beanspruchungen, die ein Öffnen der Rissflanken bewirken. Dies sind in der Regel alle Belastungen, die normal zur Rissfront wirken. Beispiele hierfür wären ein unter Zug- oder Biegebelastung stehendes Bauteil, bei dem der Riss senkrecht zur Normalspannung verläuft.&lt;br /&gt;
* Modus II: Beanspruchungen, die eine entgegengesetzte Verschiebung der Rissflanken in Rissausbreitungsrichtung hervorrufen, meist durch eine [[Schub]]belastung hervorgerufen.&lt;br /&gt;
* Modus III: Beanspruchungen, die eine Verschiebung der Rissflanken quer zur Rissausbreitungsrichtung bewirken. Diese Beanspruchungsart taucht z.&amp;amp;nbsp;B. in [[Welle (Mechanik)|Wellen]] auf, die unter [[Torsion (Mechanik)|Torsionsbeanspruchung]] stehen und bei denen ein Riss senkrecht zur Wellenachse verläuft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Treten alle drei Modi zusammen an einer Rissfront auf, spricht man von einer &amp;#039;&amp;#039;Mixed-Mode-Beanspruchung&amp;#039;&amp;#039;. Mixed-Mode-Beanspruchungen können einerseits durch eine mehrachsige äußere Belastung des Bauteils hervorgerufen werden. Aber auch bei einer einachsigen Belastung kann sich ein Mixed-Mode-Zustand an der Rissfront einstellen, wenn diese nämlich unter einem beliebigen, &amp;#039;&amp;#039;nicht&amp;#039;&amp;#039; [[orthogonal]]en Winkel zur Achse der Hauptnormalspannung steht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spannungsintensitätsfaktor ==&lt;br /&gt;
Der [[Spannungsintensitätsfaktor]] &amp;lt;math&amp;gt;K&amp;lt;/math&amp;gt; beschreibt die Spannungsverteilung rund um die Rissspitze. Er kann für gängige Geometrien ([[Prüfkörper]], Bauteile) mittels Näherungsformeln oder [[Finite-Elemente-Methode|FEM]]-Simulationen berechnet werden. Die Art der Rissbeanspruchung wird durch Angabe des Modus im Index angegeben, so ist beispielsweise &amp;lt;math&amp;gt;K_I&amp;lt;/math&amp;gt; der Spannungsintensitätsfaktor für den Modus I. Er kann berechnet werden durch&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;K_I = \sigma \cdot \sqrt{\pi \cdot a}\ \cdot Y&amp;lt;/math&amp;gt;.&amp;lt;ref name=&amp;quot;broeckmann&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei ist&lt;br /&gt;
* &amp;lt;math&amp;gt;\sigma&amp;lt;/math&amp;gt; die globale, also die entfernt vom Riss anliegende und das gesamte Bauteil umfassende Spannung&lt;br /&gt;
* &amp;lt;math&amp;gt;a&amp;lt;/math&amp;gt; die Risslänge&lt;br /&gt;
* &amp;lt;math&amp;gt;Y&amp;lt;/math&amp;gt; ein von der Bauteilgeometrie bzw. Probekörpergeometrie abhängiger Korrekturfaktor.&lt;br /&gt;
Der Spannungsintensitätsfaktor wird von den Irwin-Williams-Gleichungen verwendet (siehe Abschnitt Spannungsverteilung an der Rissspitze) und kann mit [[Werkstoffkennwert]]en, etwa der [[Risszähigkeit]], verglichen werden. Dadurch wird prognostiziert, ob es zu einem Rissstillstand kommt, oder der Riss wächst und es zu einem Bruch des Bauteils kommen kann (siehe Abschnitt [[Linear-elastische Bruchmechanik#Bruchkriterium|Bruchkriterium]]).&amp;lt;ref name=&amp;quot;broeckmann&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Spannungsverteilung an der Rissspitze ==&lt;br /&gt;
Die Spannungsverteilung in der unmittelbaren Umgebung der Rissspitze kann mit den &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;[[George R. Irwin|Irwin]]-Williams-Gleichungen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; &amp;lt;!-- Fettschrift, weil Ziel einer Weiterleitung --&amp;gt;(teilweise auch bekannt als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Sneddon-Gleichungen&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) beschrieben werden. Hierzu wird angenommen, dass der Riss klein im Vergleich zu den Bauteilabmessungen ist. Die Rissspitze stellt den Ursprung eines [[Polarkoordinaten]]systems mit den Koordinaten &amp;lt;math&amp;gt;r&amp;lt;/math&amp;gt; und &amp;lt;math&amp;gt;\varphi&amp;lt;/math&amp;gt; dar. Dabei ist &amp;lt;math&amp;gt;r&amp;lt;/math&amp;gt; der Ortsvektor und &amp;lt;math&amp;gt;\varphi&amp;lt;/math&amp;gt; der Winkel zwischen dem Ortsvektor und der Verlängerung des Risses in Ausbreitungsrichtung (auch &amp;#039;&amp;#039;Ligament&amp;#039;&amp;#039; genannt).&amp;lt;ref name=&amp;quot;broeckmann&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Irwin-Williams-Gleichungen beschreiben die Spannungen &amp;lt;math&amp;gt;\sigma_x&amp;lt;/math&amp;gt;, &amp;lt;math&amp;gt;\sigma_y&amp;lt;/math&amp;gt; und &amp;lt;math&amp;gt;\tau_{xy}&amp;lt;/math&amp;gt; jeweils mit einer unendlichen [[Reihe (Mathematik)|Reihe]]. Für den Bereich rund um die Rissspitze, die sogenannte &amp;#039;&amp;#039;K-dominante Zone&amp;#039;&amp;#039;, ist es jedoch nicht nötig, die gesamte Reihe, sondern lediglich die ersten Glieder anzugeben. Mit dieser Vereinfachung können beispielsweise die Spannungen für den (technisch am relevantesten) Modus I beschrieben werden durch: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\sigma_x = \frac{K_I}{\sqrt{2 \pi \cdot r}} \cdot \cos \frac{\varphi}{2} \cdot \left( 1 - \sin \frac{\varphi}{2} \cdot \sin \frac{3\varphi}{2} \right)&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\sigma_y = \frac{K_I}{\sqrt{2 \pi \cdot r}} \cdot \cos \frac{\varphi}{2} \cdot \left( 1 + \sin \frac{\varphi}{2} \cdot \sin \frac{3\varphi}{2} \right)&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;\tau_{xy} = \frac{K_I}{\sqrt{2 \pi \cdot r}}\cdot \sin \frac{\varphi}{2} \cdot \cos \frac{\varphi}{2} \cdot \cos \frac{3 \varphi}{2}&amp;lt;/math&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bruchkriterium ==&lt;br /&gt;
Nach dem K-Konzept tritt bei reiner Mode-I-Belastung [[Instabile Rissausbreitung|instabiles Risswachstum]] ein (katastrophales Versagen, schlagartiger Bruch), wenn die Beanspruchungsgröße, also im Bereich der LEBM der Spannungsintensitätsfaktor &amp;lt;math&amp;gt;K_I&amp;lt;/math&amp;gt;, einen kritischen Werkstoffkennwert, hier die kritische [[Risszähigkeit]] &amp;lt;math&amp;gt;K_{Ic},&amp;lt;/math&amp;gt; erreicht oder überschreitet ([[Bruchkriterium]]):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:&amp;lt;math&amp;gt;K_I \ge K_{Ic}.&amp;lt;/math&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Risszähigkeit wird für jeden [[Werkstoff]] anhand von speziellen bruchmechanischen Proben, meist CT-Proben bestimmt. Dadurch kann man das [[Risswachstum]]sverhalten eines Werkstoffes mithilfe eines Probekörpers charakterisieren und dann auf das Bauteil übertragen. Dies ist möglich, da davon ausgegangen wird, dass bei gleich großem &amp;lt;math&amp;gt;K_I&amp;lt;/math&amp;gt;, unabhängig von der Bauteil- beziehungsweise Probekörpergeometrie, der Riss immer mit derselben Geschwindigkeit wächst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Auswertung ==&lt;br /&gt;
[[Bild:ParisLaw de.png | thumb | upright=1.2 | Die drei Phasen des Risswachstums]]&lt;br /&gt;
Üblicherweise erfolgt die Darstellung des Risswachstumsverhaltens durch Auftragung der Risswachstumsgeschwindigkeit&amp;amp;nbsp;da/dN (Rissfortschritt pro Lastwechsel) über dem zyklischen Spannungsintensitätsfaktor&amp;amp;nbsp;ΔK&amp;lt;sub&amp;gt;1&amp;lt;/sub&amp;gt; in einem [[Logarithmische Darstellung|doppelt-logarithmischen Diagramm]]. Meist sind dabei drei charakteristische Bereiche zu erkennen, die für Werkstoffvergleiche genutzt werden können:&lt;br /&gt;
* A: Rissinitiierung&lt;br /&gt;
* B: [[Stabile Rissausbreitung|stabiles Risswachstum]]&lt;br /&gt;
* C: instabiles Risswachstum (Bruch).&lt;br /&gt;
Besseres Werkstoffverhalten liegt vor, wenn die Kurve nach rechts bzw. nach unten verschoben ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* H. A. Richard, M. Sander: &amp;#039;&amp;#039;Ermüdungsrisse: Erkennen, sicher beurteilen, vermeiden&amp;#039;&amp;#039;. 1. Aufl., Vieweg + Teubner, Wiesbaden, 2009, ISBN 978-3-8348-0292-7.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.mb.uni-siegen.de/lmw/downloads_prints/materialermuedung/bruchmechanik-steilkurs.pdf Grundlagen der Bruchmechanik] (abgerufen am 14. Oktober 2019)&lt;br /&gt;
* [http://publications.rwth-aachen.de/record/707981/files/707981.pdf Mechanismenorientierte bruchmechanische Charakterisierung von Luftfahrtlegierungen unter realitätsnahen Beanspruchungen] (abgerufen am 14. Oktober 2019)&lt;br /&gt;
* [https://publikationsserver.tu-braunschweig.de/servlets/MCRFileNodeServlet/dbbs_derivate_00036456/2662-7768-Grossmann.pdf SPANNUNGEN UND BRUCHMECHANISCHE VORGÄNGE IM NORMALBETON UNTER ZUGBEANSPRUCHUNG] (abgerufen am 14. Oktober 2019)&lt;br /&gt;
* [https://www.wsl.ch/fileadmin/user_upload/WSL/Mitarbeitende/christem/Rissbildung_in_einem_zusammengesetzten_Werkstoff.pdf Die Bruchmechanik] (abgerufen am 14. Oktober 2019)&lt;br /&gt;
* [https://juser.fz-juelich.de/record/848165/files/J%C3%BCl_2460_B%C3%A4r.pdf Bruchmechanische Untersuchungen zum Rißwiderstandsverhalten bei nichtumwandlungsverstärkten Keramiken am Beispiel von Aluminiumoxid] (abgerufen am 14. Oktober 2019)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Bruchmechanik]]&lt;/div&gt;</summary>
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