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	<title>Lexikalisierung - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-05T11:43:43Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Lexikalisierung&amp;diff=459767&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Graph Pixel: Tippfehler korrigiert.</title>
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		<updated>2025-03-04T07:14:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Tippfehler korrigiert.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lexikalisierung&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet den Prozess und das Ergebnis des Bedeutungswandels, welcher dazu führt, dass die Bedeutung eines Wortes nicht mehr aus der Bedeutung seiner Bestandteile erschlossen werden kann.&amp;lt;ref&amp;gt;In: Wiktionary, Das freie Wörterbuch. Bearbeitungsstand: 05:51, 25. Mai 2008 UTC. URL: https://de.wiktionary.org/wiki/Lexikalisierung (Abgerufen: 18. August 2009, 18:46 UTC)&amp;lt;/ref&amp;gt; Lexikalisierung ist ein Begriff der [[Sprachwissenschaft]], der innerhalb verschiedener Forschungsrichtungen verwendet wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lexikalisierung als Idiomatisierung ==&lt;br /&gt;
Die Bedeutung mancher zusammengesetzter Wörter (genauer: zusammengesetzter [[Lexem]]e) lässt sich nicht anhand der Bedeutung ihrer Bestandteile ([[Morphem]]e) durch allgemeine Regeln vorhersagen. Für sie haben sich im Laufe der Zeit Lesarten entwickelt. Ein Beispiel hierfür ist das deutsche Wort &amp;#039;&amp;#039;Junggeselle&amp;#039;&amp;#039;, da dieser nicht notwendigerweise jung noch ein Geselle im engeren Sinn sein muss. Das Wort bezeichnet lediglich einen unverheirateten Mann. Dieser Prozess wird auch als [[Idiomatisierung]] bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen der Theorie des [[mentales Lexikon|&amp;#039;&amp;#039;mentalen&amp;#039;&amp;#039; oder auch &amp;#039;&amp;#039;inneren Lexikons&amp;#039;&amp;#039;]] wird gefordert, bei der Darstellung eines Wortschatzes als [[Lexem]]-Aufzählung nicht alle zusammengesetzten Wörter aufzunehmen. Stattdessen sollen nur solche Wörter aufgenommen werden, deren Bedeutung dem Prozess der Idiomatisierung unterworfen wurde – die sich also nicht mehr als Summe ihrer Teile beschreiben lassen. Durch diese Forderung wird die Anzahl der Lexikon-Einträge verringert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lexikalisierung als Demorphologisierung ==&lt;br /&gt;
Wenn Worte, wie im vorigen Abschnitt dargestellt, idiomatische Lesarten entwickelt haben, nehmen Angehörige der jeweiligen Sprachgemeinschaft sie nicht mehr als Summe ihrer Teile wahr (siehe auch: [[Frege-Prinzip]]). Diese idiomatisierten Wörter werden im jeweiligen Zusammenhang als angemessener Ausdruck empfunden: Das Wort &amp;#039;&amp;#039;Junggeselle&amp;#039;&amp;#039; z.&amp;amp;nbsp;B. wird in den seltensten Fällen bewusst als Komposition seiner Teile &amp;#039;&amp;#039;jung&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Geselle&amp;#039;&amp;#039; wahrgenommen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn dieser Punkt erreicht ist, können Prozesse einsetzen, die die Grenzen zwischen den kleinsten bedeutungstragenden Bestandteilen verdunkeln (siehe auch: [[Phonologie]]). Aus einem komplexen Wort wird so ein weder abgeleiteter noch zusammengesetzter Ausdruck, ein [[Lexem#Besondere Arten von Lexemen|Simplex]]. Ausgangspunkt kann dabei neben einem zusammengesetzten Wort (Beispiel 1.) auch eine Wortgruppe (genauer: [[Syntagma]]) sein (Beispiel 2):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Neuhochdeutsch &amp;#039;&amp;#039;Messer&amp;#039;&amp;#039;, entstanden aus westgermanisch &amp;#039;&amp;#039;Matiz-Sahsa&amp;#039;&amp;#039; &amp;quot;Essen-Schwert&amp;quot;&lt;br /&gt;
# Italienisch &amp;#039;&amp;#039;allarme&amp;#039;&amp;#039; &amp;quot;Alarm&amp;quot;, entstanden aus &amp;#039;&amp;#039;all&amp;#039;arme!&amp;#039;&amp;#039; &amp;quot;zu den Waffen!&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;Blank, Andreas (2001): &amp;quot;Pathways of lexicalization.&amp;quot; In: Haspelmath, Martin &amp;amp; König, Ekkehard &amp;amp; Oesterreicher, Wulf &amp;amp; Raible, Wolfgang (eds.): Language Typology and Language Universals (HSK 20), 1596–1608. Berlin/New York: De Gruyter, ISBN 978-3110114232&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Verwendungsweise handelt es sich um einen Begriff der [[historische Linguistik|historischen Linguistik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Generative Semantik ==&lt;br /&gt;
Im Rahmen der [[Generative Semantik|generativen Semantik]] wird der Begriff in der Regel mit der Operation &amp;#039;&amp;#039;lexical insertion&amp;#039;&amp;#039; in Verbindung gebracht und bezeichnet dann das &amp;quot;Einfügen&amp;quot; abstrakter Bedeutungseinheiten in ein [[Lexem]]. Z.B. würde man sagen, dass im Lexem &amp;#039;&amp;#039;töten&amp;#039;&amp;#039; die Komponenten [[Sterben]] und [[Kausalität|Kausation]] lexikalisiert sind.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leonard Talmys &amp;#039;&amp;#039;lexicalization patterns&amp;#039;&amp;#039; ==&lt;br /&gt;
Dieser Ansatz interessiert sich für die Unterschiede, wie Sprachen bestimmte Bedeutungselemente in ihre Wörter kodieren oder &amp;#039;&amp;#039;lexikalisieren&amp;#039;&amp;#039; (siehe auch: [[Sprachtypologie]]). Hier gibt es begriffliche Überschneidungen mit der [[Kognitive Linguistik|Kognitiven Linguistik]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weitergefasste Bedeutung des Terminus ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird ein Wort in einer neuen (erweiterten, eingeschränkten oder übertragenen) Bedeutung ins Lexikon einer Sprache aufgenommen, so wird es mit dieser Bedeutung [[wikt:lexikalisieren|lexikalisiert]]. Hierzu ist keine Demorphologisierung notwendig: Beispiele im Deutschen sind etwa &amp;#039;&amp;#039;die Angestellten, die Grünen&amp;#039;&amp;#039;, oder &amp;#039;&amp;#039;die Demokraten&amp;#039;&amp;#039; in der Bedeutung &amp;quot;US-amerikanische Partei&amp;quot;. Insbesondere Partizipien wandeln sich zu eigenständigen Adjektiven, etwa [[wikt:begabt|&amp;#039;&amp;#039;begabt&amp;#039;&amp;#039;]]&amp;lt;ref&amp;gt;Eisenberg, Peter (2013): &amp;#039;&amp;#039;Das Wort. Grundriss der deutschen Grammatik&amp;#039;&amp;#039;, Stuttgart: J.B.Metzler, S. 281, ISBN 978-3-476-02425-1&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier ist auch die Existenz von Steigerungsformen (&amp;#039;&amp;#039;begabter, am begabtesten&amp;#039;&amp;#039;) Indiz für den Wortartwechsel und die Eigenständigkeit als Wort. Bei &amp;#039;&amp;#039;gelegen&amp;#039;&amp;#039; etwa weist die Möglichkeit der [[wikt:Präfigierung|Präfigierung]] zu [[wikt:ungelegen|&amp;#039;&amp;#039;ungelegen&amp;#039;&amp;#039;]] auf den erfolgten Übergang von einer Verbform zum Adjektiv.  &amp;#039;&amp;#039;Begabtenförderung&amp;#039;&amp;#039; oder [[wikt:Gelegenheit|&amp;#039;&amp;#039;Gelegenheit&amp;#039;&amp;#039;]] zeigen, wie diese Wörter selbst wiederum zur Basis weitergehender Wortschatzerweiterungen werden. Bei &amp;#039;&amp;#039;Gelegenheit&amp;#039;&amp;#039; wird ein erneuter Bedeutungswandel sichtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lexikalisierungsprozesse sind in lebenden Sprachen laufend zu beobachten. Der passive und meist auch der aktive Sprachgebrauch jedes Individuums in der Sprachgemeinschaft unterliegt dieser Entwicklung. Änderungen des Lexikons werden von der [[Diachronie|diachronen]] Linguistik beschrieben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wichtige Quelle neuer Lexik sind Szenesprachen, deren Sprecher Wörtern absichtlich neue Bedeutungen zuweisen, etwa die Jugendsprachen verschiedener &amp;quot;Szenen&amp;quot;. Die Umdeutung von &amp;#039;&amp;#039;[[wikt:toll|toll]], klasse, dufte, cool, geil&amp;#039;&amp;#039; zu unterschiedlichen Zeitpunkten des 20. Jahrhunderts bietet nachvollziehbare Beispiele. Die völlige Umdeutung eines englischen Adjektivs zu einem deutschen [[wikt:Pseudoanglizismus|Pseudoanglizismus]] als &amp;#039;&amp;#039;[[wikt:Handy|das Handy]]&amp;#039;&amp;#039; stellt ein besonders plastisches Beispiel einer Lexikalisierung der jüngeren Vergangenheit dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Idiomatizität]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Blank, Andreas (2001): &amp;quot;Pathways of lexicalization.&amp;quot; In: Haspelmath, Martin &amp;amp; König, Ekkehard &amp;amp; Oesterreicher, Wulf &amp;amp; Raible, Wolfgang (eds.): &amp;#039;&amp;#039;Language Typology and Language Universals (HSK 20)&amp;#039;&amp;#039;, 1596–1608. Berlin/New York: De Gruyter, ISBN 978-3110114232&lt;br /&gt;
* Brinton, Laurel J. &amp;amp; Traugott, Elizabeth Closs (2005): &amp;#039;&amp;#039;[https://books.google.de/books?id=XA03NXR2U7YC&amp;amp;lpg=PP1&amp;amp;pg=PP1&amp;amp;hl=de#v=onepage&amp;amp;q=&amp;amp;f=false Lexicalization and Language Change.]&amp;#039;&amp;#039; Cambridge: Cambridge University Press.&lt;br /&gt;
* Talmy, Leonard (1985): &amp;quot;Lexicalization patterns: Semantic structure in lexical forms.&amp;quot; In: Shopen, Timothy (ed.): &amp;#039;&amp;#039;Language typology and syntactic description. Vol III: Grammatical categories and the lexicon&amp;#039;&amp;#039;, 57–149. Cambridge: Cambridge University Press, ISBN 978-0521318990&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Lexikalisierung}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwandel]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Graph Pixel</name></author>
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