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	<title>Lex Petronia - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-07T18:51:04Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Lex_Petronia&amp;diff=1056713&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Stephan Klage: /* Zweck */ Freigelassene im Römischen Reich-lf</title>
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		<updated>2025-04-16T16:44:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Zweck: &lt;/span&gt; Freigelassene im Römischen Reich-lf&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;lex Petronia&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;lex Petronia de servis&amp;#039;&amp;#039; oder nur &amp;#039;&amp;#039;lex de servis&amp;#039;&amp;#039; genannt, war ein [[Lex|römisches Gesetz]] aus dem 1. Jahrhundert n. Chr., das verbot, Sklaven ohne richterliches Urteil zum Zwecke von [[Tierhetzen im Römischen Reich|Tierhetzen]] zu verkaufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
:&amp;#039;&amp;#039;Post legem petroniam et senatus consulta ad eam legem pertinentia dominis potestas ablata est ad bestias depugnandas suo arbitrio servos tradere: oblato tamen iudici servo, si iusta sit domini querella, sic poenae tradetur.&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;[[Pandekten|Digesten]] [http://www.thelatinlibrary.com/justinian/digest48.shtml 48,8,11,2].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
:„Nach der Lex Petronia und den zu demselben Gesetze erlassenen Senatsbeschlüssen wurde den Herren die Gewalt genommen, ihre Sklaven nach Belieben zum Kampf mit den wilden Tieren herauszugeben. War aber der Sklave dem Richter vorgestellt und des Herrn Beschwerde gerecht, darf er der Strafe übergeben werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;Gemäß [[Liselot Huchthausen]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Römisches Recht in einem Band&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Bibliothek der Antike. Römische Reihe&amp;#039;&amp;#039;). Aufbau-Verlag, Berlin/Weimar 1983, S. 263; zu einer &amp;#039;&amp;#039;lex Iunia Petronia&amp;#039;&amp;#039; vgl. Digesten [http://www.thelatinlibrary.com/justinian/digest40.shtml 40,1,24pr].&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zweck ==&lt;br /&gt;
a) Dem Tierkampf musste ein &amp;#039;&amp;#039;richterliches&amp;#039;&amp;#039; Urteil vorangehen: „Sklaven durften nicht ohne richterliches Urteil zum Kampf mit Bestien bestimmt werden.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{RE|XIX,1|1199|1201|Petronius 24|[[Rudolf Hanslik]]||Fundstelle=hier Sp. 1199}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
b) Das Gesetz verbot „den Verkauf von Sklaven zur Tierhetze ohne richterliches Urteil.“&amp;lt;ref&amp;gt;Liselot Huchthausen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Römisches Recht in einem Band&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Bibliothek der Antike. Römische Reihe&amp;#039;&amp;#039;). Aufbau-Verlag, Berlin/Weimar 1983, S. 452.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
c) „Dieses Gesetz sollte das Los der Sklaven mildern und verhindern, dass [[Freigelassene im Römischen Reich|Freilassungen]] aus der einen oder anderen Laune [...] überhandnahmen.“&amp;lt;ref&amp;gt;[[Volker Ebersbach]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Titus Petronius Arbiter. Satyrgeschichten&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Reclams Universal-Bibliothek]].&amp;#039;&amp;#039; Heft 1041). Reclam, Leipzig 1984, S. 228.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehungszeit und Urheber ==&lt;br /&gt;
Wie der Name zeigt, handelt es sich um ein Gesetz, das von einem Petronius (wohl von einem Konsul oder Volkstribunen) in den Senat eingebracht worden war. Welcher der verschiedenen Konsuln dieses Namens&amp;lt;ref&amp;gt;Ein Volkstribun namens Petronius ist nicht bekannt&amp;lt;/ref&amp;gt; der Urheber war, ist aber umstritten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Längere Zeit vermutete man den für seine Milde bekannten [[Publius Petronius (Augur)|Publius Petronius]] als Verfasser.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. {{RE|XIX,1|1199|1201|Petronius 24|Rudolf Hanslik||Fundstelle=hier Sp. 1199}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Hierauf deuteten insbesondere die wohl kurz vor seinem Konsulat im Jahr 19 erarbeitete &amp;#039;&amp;#039;[[lex Iunia Norbana]]&amp;#039;&amp;#039;, die freigelassenen Sklaven unter bestimmten Umständen ein beschränktes latinisches Bürgerrecht gewährte und die unter seiner Ägide beschlossene &amp;#039;&amp;#039;[[lex Iunia Petronia]]&amp;#039;&amp;#039; die festlegte, dass bei Entscheidungen über die Frage, ob eine Person Sklave sei oder nicht, Stimmengleichheit für die Freiheit genügte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Andere halten die &amp;#039;&amp;#039;lex Petronia de servis&amp;#039;&amp;#039; für einen „Volksbeschluss aus der Zeit des Augustus oder des Tiberius.“&amp;lt;ref&amp;gt;Liselot Huchthausen (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Römisches Recht in einem Band&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Bibliothek der Antike. Römische Reihe&amp;#039;&amp;#039;). Aufbau-Verlag, Berlin/Weimar 1983, S. 452.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Denkbar ist auch ein aktueller Bezug zum Jahr 57, in dem die Statthalter von [[Asia (Provinz)|Asia]], Lykien und Kilikien wegen schwerer Verbrechen angeklagt waren. Durch ein Gesetz verbot Nero den Prokuratoren in den Provinzen, Fechterspiele oder eben auch Tierhetzen zu veranstalten, weil diese regelmäßig zu Gunsterschleichung und massiver Erpressung führen.&amp;lt;ref&amp;gt;Tacitus, &amp;#039;&amp;#039;Annalen&amp;#039;&amp;#039; 13, 31f.&amp;lt;/ref&amp;gt; In diesem Zusammenhang wäre [[Aulus Petronius Lurco]], Suffektkonsul des Jahres 58, als einbringende Person in Betracht zu ziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Manches spricht aber dafür, das Gesetz in Zusammenhang mit der aufsehenerregenden Massenhinrichtung der Sklaven des im Jahr 61 ermordeten [[Pedanius Secundus]] zu bringen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. Tacitus, &amp;#039;&amp;#039;Annalen&amp;#039;&amp;#039; 14, 42–45.&amp;lt;/ref&amp;gt; So interpretierte Bagnani die &amp;#039;&amp;#039;lex Petronia&amp;#039;&amp;#039; als extrem liberale Reaktion auf diese sehr restriktive Maßnahme, da mit dem Gesetz massiv in das sonst unveräußerliche Eigentumsrecht des römischen Herren an seinem Sklaven eingegriffen worden sei.&amp;lt;ref&amp;gt;Gilbert Bagnani: &amp;#039;&amp;#039; Arbiter of Elegance. A Study of the Life &amp;amp; Works of C. Petronius&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;The Phoenix: Journal of the Classical Association of Canada.&amp;#039;&amp;#039; Supplementband 2). University of Toronto Press, Toronto 1954, S. 14–24.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es ist aber auch denkbar, dass die besonders strenge Handhabung der alten Gesetze die immer mehr um sich greifende Liberalisierung einzudämmen versuchte.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. insbesondere den Beginn der Senatsrede des [[Gaius Cassius Longinus (Jurist)|Gaius Cassius]] (Tacitus, &amp;#039;&amp;#039;Annalen&amp;#039;&amp;#039; 14, 43), in der dieser auf die vorangegangenen Liberalisierungen Bezug nimmt, bevor er härtestes Durchgreifen fordert.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als mögliche Urheber des Gesetzes im näheren Umfeld der Sklavenmassentötung von 61 kommen somit in Frage:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Aulus Petronius Lurco]] (Suffektkonsul 58)&lt;br /&gt;
* [[Publius Petronius Turpilianus (Konsul 61)]]&lt;br /&gt;
* [[Titus Petronius]] Arbiter, Konsul wohl zu Anfang der 60er Jahre&lt;br /&gt;
* [[Publius Petronius Niger]] (Suffektkonsul 62)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bagnani behauptete, das Gesetz könne nicht in Kraft gewesen sein, als [[Titus Petronius]] in seinem [[Satyricon (Petron)|Satyricon]] Anfang oder Mitte der 60er Jahre des 1. Jahrhunderts davon schrieb, dass Glykon seinen Kassierer „vor die wilden Tiere“ gebracht habe (&amp;#039;&amp;#039;dispensatorem ad bestias dedit&amp;#039;&amp;#039;, Petron. 45.8) und leitete hieraus weitgehende chronologische Folgerungen für das Entstehungsdatum des literarischen Werks ab. Diese Folgerung ist aus verschiedenen Gründen nicht haltbar. Auch ist nicht auszuschließen, dass das Gesetz nicht auch deutlich später eingebracht wurde, z. B. durch [[Marcus Petronius Umbrinus]], den Suffektkonsul des Jahres 81.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Robert Browning (Byzantinist)|Robert Browning]]: Review zu &amp;#039;&amp;#039;Petronius Gilbert Bagnani: Arbiter of Elegance...&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;The Classical Review.&amp;#039;&amp;#039; Band 70 / Neue Serie Band 6, 1956, S. 45–47, hier S. 45 f.; vgl. zur chronologischen Diskussion um die &amp;#039;&amp;#039;lex Petronia&amp;#039;&amp;#039; im Zusammenhang mit dem &amp;#039;&amp;#039;Satyricon&amp;#039;&amp;#039; insbesondere Kenneth F. C. Rose &amp;#039;&amp;#039;The Date and Author of the Satyricon&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Mnemosyne (Zeitschrift)|Mnemosyne]].&amp;#039;&amp;#039; Supplementband 16). Brill, Leiden 1971, S. 34–37.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Otto Karlowa]]: &amp;#039;&amp;#039;Römische Rechtsgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Band 1: &amp;#039;&amp;#039;Staatsrecht und Rechtsquellen.&amp;#039;&amp;#039; Veit, Leipzig 1885, S. 624 ([https://archive.org/details/rmischerechtsge02karlgoog/page/n640/mode/1up Digitalisat]).&lt;br /&gt;
* {{RE|XIX,1|1199|1201|Petronius 24|[[Rudolf Hanslik]]}}&lt;br /&gt;
* Gilbert Bagnani: &amp;#039;&amp;#039; Arbiter of Elegance. A Study of the Life &amp;amp; Works of C. Petronius&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;The Phoenix: Journal of the Classical Association of Canada.&amp;#039;&amp;#039; Supplementband 2). University of Toronto Press, Toronto 1954, S. 14–24.&lt;br /&gt;
* [[Robert Browning (Byzantinist)|Robert Browning]]: Review zu &amp;#039;&amp;#039;Petronius Gilbert Bagnani: Arbiter of Elegance...&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;The Classical Review.&amp;#039;&amp;#039; Band 70 / Neue Serie Band 6, 1956, S. 45–47.&lt;br /&gt;
* Kenneth F. C. Rose &amp;#039;&amp;#039;The Date and Author of the Satyricon&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Mnemosyne (Zeitschrift)|Mnemosyne]].&amp;#039;&amp;#039; Supplementband 16). Brill, Leiden 1971.&lt;br /&gt;
* Olis Robleda: &amp;#039;&amp;#039;Il diritto degli schiavi nell’antica Roma.&amp;#039;&amp;#039; Università Gregoriana Editrice, Rom 1976, S. 83–84.&lt;br /&gt;
* [[Liselot Huchthausen]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Römisches Recht in einem Band&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Bibliothek der Antike. Römische Reihe&amp;#039;&amp;#039;). Aufbau-Verlag, Berlin/Weimar 1983.&lt;br /&gt;
* [[Volker Ebersbach]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Titus Petronius Arbiter. Satyrgeschichten&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;[[Reclams Universal-Bibliothek]].&amp;#039;&amp;#039; Heft 1041). Reclam, Leipzig 1984.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsquelle (Römisches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsquelle (1. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sklaverei in der Antike]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Stephan Klage</name></author>
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