<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Lever</id>
	<title>Lever - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Lever"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Lever&amp;action=history"/>
	<updated>2026-05-27T16:10:40Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Lever&amp;diff=976448&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Valeee04: Die letzte Textänderung von ~2026-30483-3 wurde verworfen und die Version 259048957 von IWL04 wiederhergestellt.</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Lever&amp;diff=976448&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-01-14T21:02:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Die letzte Textänderung von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2026-30483-3&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2026-30483-3&quot;&gt;~2026-30483-3&lt;/a&gt; wurde verworfen und die Version &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Permanenter_Link/259048957&quot; title=&quot;Spezial:Permanenter Link/259048957&quot;&gt;259048957&lt;/a&gt; von IWL04 wiederhergestellt.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:William Hogarth 042.jpg|mini|[[William Hogarth]]s Gemälde &amp;#039;&amp;#039;The Countess’s Morning Levee&amp;#039;&amp;#039; (ursprünglich &amp;#039;&amp;#039;The Toilette&amp;#039;&amp;#039;) aus dem Zyklus &amp;#039;&amp;#039;Marriage A-La-Mode&amp;#039;&amp;#039; von 1743/1745.&amp;lt;ref name=&amp;quot;ng&amp;quot;&amp;gt;[https://www.nationalgallery.org.uk/paintings/william-hogarth-marriage-a-la-mode-4-the-toilette Marriage A-la-Mode: 4, The Toilette], the National Gallery, London&amp;lt;/ref&amp;gt;]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lever&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{frS|se lever |de=aufstehen}}) bezeichnete einen im Schlafzimmer stattfindenden Morgenempfang in Kreisen des [[Hochadel]]s. Das abendliche Gegenteil, ein [[Audienz|Empfang]] vor der Bettruhe, wurde als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Coucher&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (frz. &amp;#039;&amp;#039;se coucher&amp;#039;&amp;#039; ‚schlafen‘) bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am französischen Königshof im [[Schloss Versailles]] wurden &amp;#039;&amp;#039;Lever&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;Coucher&amp;#039;&amp;#039; täglich als feierliches Zeremoniell begangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bedeutung ==&lt;br /&gt;
Besondere Bedeutung erlangten die Zeremonien des &amp;#039;&amp;#039;lever&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;coucher&amp;#039;&amp;#039; während der Zeit des [[Absolutismus]] im 17. und 18. Jahrhundert. Der Zugang zu der jeweils ersten und letzten Audienz des Tages war zumeist nur einem ausgewählten Personenkreis gewährt. Die in den intim erscheinenden Schlafräumen abgehaltenen Empfänge galten für die Teilnehmer als Privileg und spielten eine bedeutende Rolle in den [[Hofstaat|Hofgesellschaften]] jener Zeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lever du Roi ===&lt;br /&gt;
Das vom französischen „Sonnenkönig“ [[Ludwig XIV.]] erfundene &amp;#039;&amp;#039;[[Schloss Versailles#Leben im Schloss|Zeremoniell am Hof von Versailles]]&amp;#039;&amp;#039; wurde vorbildhaft für das [[Hofzeremoniell]] zahlreicher europäischer Fürstenhöfe und auch prägend für die Architektur ihrer [[Schloss (Architektur)#Barock|Barockschlösser]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine besondere Rolle dabei spielten die feierlichen Zeremonien des &amp;#039;&amp;#039;Lever du Roi&amp;#039;&amp;#039; (Aufstehen des Königs). Das Petit (kleine) und das Grand (große) Lever fanden im Paradeschlafzimmer des [[Schloss Versailles|Versailler Schlosses]] statt. Ab 1668 hatte Ludwig XIV. zunächst auf beiden Seiten des Mitteltraktes je ein Appartement für sich und seine Frau einrichten lassen, jeweils mit eigenen [[Enfilade (Architektur)|Enfiladen]], den Raumfolgen, die eine genau festgelegte Rolle im Hofzeremoniell spielten. Nach dem Tod der Königin 1683 versetzte er sein Paradeschlafzimmer &amp;#039;&amp;#039;(„Chambre de Parade“)&amp;#039;&amp;#039; in die Mitte der Gesamtanlage auf der Innenhofseite. Kilometerweit die Landschaft durchschneidende Sichtachsen liefen auf den Palast zu, welche die Beherrschung des Reiches durch den Monarchen ebenso wie die Konzentration des Landes auf den Herrschersitz symbolisierten. Der Innenhof öffnet sich nach Osten, sodass die Strahlen der [[Sonnenaufgang|aufgehenden]] Sonne das Zeremoniell symbolträchtig erhellten. Himmel und Erde waren somit am Erwachen jenes Monarchen beteiligt, dem der programmatische Ausspruch &amp;#039;&amp;#039;„[[Der Staat bin ich]]“&amp;#039;&amp;#039; zugeschrieben wird. In seiner Person „erwachte“ der Staat selbst oder begab sich zur Nachtruhe. Das Raumdekor zeigte [[Apoll]] und den [[Sonnenwagen]] und verlieh dem Zeremoniell mythische Bedeutung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser feierlichen Staatsangelegenheit durften Familienangehörige, Mitglieder des [[Hofstaat]]s, auswärtige Besucher und Gesandte sowie besonders auszuzeichnende Persönlichkeiten beiwohnen, die der König selbst täglich aussuchte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der immer gleiche Ablauf begann um acht Uhr morgens mit dem &amp;#039;&amp;#039;Petit Lever du Roi&amp;#039;&amp;#039;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Petit lever ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Appartement du Roi (Versailles).jpg|mini|hochkant=1.3|Paradeschlafzimmer im [[Schloss Versailles]]]]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;8 h&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: Der Erste Kammerdiener, der die Nacht am Fuß des königlichen [[Paradebett]]es auf einer Pritsche verbracht hat, mit einem ans Handgelenk gebundenen Faden, an dem der König ziehen konnte, nähert sich dem schlafenden Monarchen und flüstert: «Sire voilà l’heure» ([[Sire (Anrede)|Sire]], die Stunde ist gekommen). Dann treten die Leibärzte ein, die den König examinieren werden. Sodann tritt der Erste Kammerherr ein und öffnet den Bettvorhang, während sechs Kammerjungen ihm folgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;8 h 15&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;: &amp;#039;&amp;#039;«Entrée familière»&amp;#039;&amp;#039;, die [[Prinz von Geblüt|Prinzen von Geblüt]] aus dem engsten Familienkreis betreten das Gemach. Anschließend &amp;#039;&amp;#039;«grandes entrées»&amp;#039;&amp;#039; einiger Großwürdenträger der Krone: &amp;#039;&amp;#039;grand chambellan&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;[[Großmeister der Garderobe des Königs|grand-maître de la garde-robe]]&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;premier valet de garde-robe&amp;#039;&amp;#039; sowie einiger Herren, denen der König eine besondere Ehre erweisen will, ferner drei Kammerherren und drei Kammerdiener. Damit sind bereits mindestens 22 Personen im Raum. Der Erste Kammerdiener besprengt die Hände des Königs mit einigen Tropfen Wein. Der Großkammerherr reicht eine Weihwasserschale, der König bekreuzigt sich. Begleitet von einem [[Almosenier]] begeben sich die Anwesenden in das angrenzende Ratszimmer, wo eine Viertelstunde lang eine Andacht gehalten wird, welcher der König vom Bett aus beiwohnt. Danach treten der Barbier und der Perückenmeister ein. Der König wählt eine Allongeperücke aus, steigt aus dem Bett, legt seine &amp;#039;&amp;#039;robe de chambre&amp;#039;&amp;#039; (Morgenrock) an, setzt sich auf einen Sessel und lässt sich die Nachtmütze abnehmen. Der Barbier frisiert ihn; eine Rasur findet nur alle zwei Tage statt, jedoch erst nach dem Ankleiden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Grand lever ====&lt;br /&gt;
[[Datei:Maurice Leloir - Le roy Soleil - le lever du roi.jpg|mini|Ludwig XIV. nach dem Ankleiden beim Grand lever]]&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;8 h 30&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; : &amp;#039;&amp;#039;«Petite entrée»&amp;#039;&amp;#039; des Leibarztes und des Leibchirurgen, des Intendanten sowie des Kontrolleurs der Silberkammer, des Ersten Valets der Garderobe und der Titularbeamten des &amp;#039;&amp;#039;«brevet d’affaires»&amp;#039;&amp;#039;. Der König erhält seine Morgenperücke aufgesetzt, die nicht ganz so hoch ist wie die Tagesperücke. &amp;#039;&amp;#039;«Entrée de la chambre»&amp;#039;&amp;#039;: Der [[Großalmosenier von Frankreich]], eskortiert von den Almoseniers des Trimesterdienstes, die Minister, die Staatsräte, die [[Marschall von Frankreich|Marschälle von Frankreich]], der [[Großjägermeister von Frankreich]], der Grand louvetier (Großwolfsjägermeister), der Großzeremonienmeister treten ein. Der König lässt sich den Morgenrock ausziehen, der Meister und der Erste Diener der Garderobe ziehen ihm sein Nachthemd aus, der eine mit der rechten, der andere mit der linken Hand. Sie ziehen der nun nackt im Raum stehenden Majestät ein frisches Hemd an, welches ein königlicher Prinz oder der [[Großkammerherr von Frankreich]] ihnen reicht, es folgen die Seidenstrümpfe. Der König steht auf, ihm werden die Schuhe angezogen, ein Degen umgürtet, der Großmeister der Garderobe zieht ihm die Weste, den [[Justaucorps]] und die Krawatte an. Nun treten die &amp;#039;&amp;#039;«gens de qualité»&amp;#039;&amp;#039; ein, deren Namen aufgerufen werden. Mindestens 50 Personen befinden sich nun im Paradeschlafzimmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;9 h&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; : Der König trinkt zwei Tassen [[Brühe|Bouillon]]. Man reicht ihm drei Taschentücher, von denen er zwei einsteckt. Er kniet auf einem Betstuhl nieder und betet. Dann wechselt er die Perücke und betritt sein Arbeitszimmer.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der weitere Tagesablauf sah eine halbstündige Besprechung mit den Ministern vor, anschließend um 10 Uhr die [[Heilige Messe]] in der [[Schlosskapelle (Versailles)|Schlosskapelle]], danach trat je nach Wochentag der Staatsrat zusammen oder der König gab Audienzen, freitags legte er die [[Beichte]] ab, samstags tagte der Finanzrat, sonntags wurden die wichtigsten Staatsangelegenheiten erörtert. Um 13 Uhr folgte ein &amp;#039;&amp;#039;«Dîner au Petit Couvert»&amp;#039;&amp;#039;, an dem nur die Königin sowie „Monsieur“, der Bruder des Königs [[Philippe I. de Bourbon, duc d’Orléans|Philippe Herzog von Orléans]] neben dem König an der Tafel Platz nehmen durften, während ausgewählte Würdenträger stehend zusahen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Promenade de Louis XIV en vue du Parterre du Nord vers 1688.jpg|mini|hochkant|Spaziergang Ludwigs XIV. vor dem [[Parterre (Gartenkunst)|Nordparterre]] von Versailles (um 1688)]]&lt;br /&gt;
[[Datei:Représentation d&amp;#039;Alceste de Lully-Quinault, Versailles, fête de 1674, Le Pautre - Gallica.jpg|mini|hochkant|Ein Schauspiel im Versailler Marmorhof, [[Jean Lepautre]], 1676]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um 14 Uhr zog der König sich um, anschließend ritt er zur Jagd, oft in Begleitung seiner Schwägerin, [[Liselotte von der Pfalz]], oder er ritt spazieren; im Alter lenkte er selbst einen offenen Pferdewagen durch den Schlosspark, meist begleitet von [[André Le Nôtre]], mit dem er die Parkgestaltung besprach. Manchmal lud er die Damen ins [[Grand Trianon]] oder ins [[Schloss Marly-le-Roi]] ein. Um 17 Uhr zog er sich erneut um und hielt eine kurze Andacht in der Kapelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abends fanden aus besonderen Anlässen oft Festlichkeiten und Feuerwerke statt. Wenn der Monarch bei solchen Gelegenheiten unter Fanfarenstößen erschien, stolzierte er langsam im sogenannten „Königsschritt“, bei dem er die Knie wie ein Storch hochzog, während alle Damen in den [[Knicks (Geste)|Hofknicks]] sanken und die Herren sich tief verbeugten. Hatte der König in jüngeren Jahren abends gern Opern-, Ballett- oder Theateraufführungen beigewohnt, etwa von [[Jean-Baptiste Lully|Lully]] oder [[Molière]], bei denen er bisweilen selbst als Tänzer, Schauspieler oder zentraler Komparse auftrat (einmal in seiner Jugend als „Sonne“, daher der Name), gab er diese Vergnügungen in späteren Jahren unter dem Einfluss der frommen [[Madame de Maintenon]] auf, ebenso wie seine Stelldicheins mit wechselnden [[Mätresse]]n vor dem Mittagessen oder dem Coucher. Stattdessen lud er nun allabendlich um 19 Uhr zu den sogenannten &amp;#039;&amp;#039;«Appartements»&amp;#039;&amp;#039; ein, einem geselligen Beisammensein im &amp;#039;&amp;#039;Grand Appartement&amp;#039;&amp;#039; von Versailles, an dem die wichtigsten Familienmitglieder und ausgesuchte Würdenträger teilnehmen durften. Es wurde musiziert, getanzt und getrunken, beliebt bei den Höflingen war das Kartenspiel um (teils riesige Summen) Geld; der König selbst spielte auch gern Billard. Um 22 Uhr folgte das &amp;#039;&amp;#039;«Souper au Grand Couvert»&amp;#039;&amp;#039;, bei dem die Mitglieder der königlichen Familie am Tisch des Monarchen saßen, die übrigen Teilnehmer sich an einem Buffet bedienten und in anderen Räumen Platz nahmen. Um 23 Uhr zog sich der König zum &amp;#039;&amp;#039;Coucher&amp;#039;&amp;#039; zurück, das in umgekehrter Reihenfolge wie das &amp;#039;&amp;#039;Grand Lever&amp;#039;&amp;#039; und das &amp;#039;&amp;#039;Petit Lever&amp;#039;&amp;#039; erfolgte, wobei jede Nacht ein anderer ausgesuchter Würdenträger dem König den Kerzenleuchter halten durfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Herbst zog der gesamte Hof zur Jagdsaison ins [[Schloss Fontainebleau]] um; nur hier wich der König vom gewohnten Tagesrhythmus ab, das Lever fand aber auch hier statt. Die Vormittage galten den Staatsgeschäften, die Nachmittage der Jagd, oft bis nach Einbruch der Dunkelheit. Nach Paris begab sich der König nur zu besonderen Anlässen; dort hielt er Hof im [[Louvre]] und folgte demselben Tagesablauf wie in Versailles. Damit inszenierte er sich als gottgewollter Garant für Ruhe, [[öffentliche Ordnung]] und Wohlstand von Staat und Volk, für Frieden oder Sieg im Kriege, für das Wohlergehen und Glück der Untertanen. Auf diese Weise &amp;#039;&amp;#039;verkörperte&amp;#039;&amp;#039; der „Sonnenkönig“ als Regent &amp;#039;&amp;#039;[[Gottesgnadentum|von Gottes Gnaden]]&amp;#039;&amp;#039; den Staat und ließ sich vom Hof umkreisen mit der Regelmäßigkeit eines [[Planetensystem]]s. [[Louis de Rouvroy, duc de Saint-Simon|Saint-Simon]] beschrieb die Mechanik des Tagesablaufs in Versailles so: &amp;#039;&amp;#039;«Avec un almanach et une montre, on pouvait à trois cents lieues d’ici dire ce qu’il faisait»&amp;#039;&amp;#039;. (Mit einem [[Almanach]] und einer [[Taschenuhr]] konnte man dreihundert Meilen von hier sagen, was er gerade machte.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit derselben eisernen Selbstdisziplin verabschiedete sich Ludwig&amp;amp;nbsp;XIV. 1715 auf seinem Sterbebett tagelang in Einzelaudienzen von sämtlichen Verwandten und Großwürdenträgern; seine noblen Lobesworte und klugen Ermahnungen blieben jedem von ihnen lebenslang in Erinnerung. Nach seinem Tod blieb der Versailler Palast unter der [[Régence]] fast zehn Jahre verlassen, die Zeremonien fanden nicht mehr statt. Doch wurden sie inzwischen von Herrschern in anderen Ländern nachgeahmt. Als der Urenkel, [[Ludwig XV.]], dann einzog, wurden das &amp;#039;&amp;#039;Lever&amp;#039;&amp;#039; und das &amp;#039;&amp;#039;Coucher&amp;#039;&amp;#039; wieder aufgenommen. Das hohe Paradeschlafzimmer war aber faktisch unbeheizbar und so kalt, dass der junge König sich bald im Nordtrakt des Corps de Logis ein kleineres Schlafzimmer mit Kamin einrichten ließ, das er nach der Zeremonie des &amp;#039;&amp;#039;Coucher&amp;#039;&amp;#039; zum Schlafen aufsuchte und morgens rechtzeitig zum &amp;#039;&amp;#039;Lever&amp;#039;&amp;#039; wieder verließ.&amp;lt;ref&amp;gt;Nicholas d’Archimbaud: &amp;#039;&amp;#039;Versailles&amp;#039;&amp;#039;. S. 145.&amp;lt;/ref&amp;gt; Um nicht ein rein zeremonielles Leben führen zu müssen, übernachtete er schließlich mit seinen [[Mätresse]]n immer öfter in den [[Lustschloss|Lustschlössern]] [[Grand Trianon]] und [[Petit Trianon]] und hielt die alten Rituale nur noch unregelmäßig ab. In ihrem Ablauf blieben sie allerdings unverändert. Ähnlich hielt es dann auch sein Enkel [[Ludwig XVI.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Lever de la Reine ===&lt;br /&gt;
Das Zeremoniell des Aufstehens der Königin &amp;#039;&amp;#039;(Lever de la Reine)&amp;#039;&amp;#039; vollzog sich in ähnlichen Formen wie das des Königs, wobei die Damen des Hofes assistierten. Die Kammerfrau [[Marie-Antoinette]]s berichtete folgende Anekdote:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat&lt;br /&gt;
 |Text=Das Lever der Königin vollzog sich analog dem Lever des Königs. Die Hofdame vom Dienst hatte das Recht, der Königin beim Ankleiden das Hemd zu reichen. Die Palastdame zog ihr den Unterrock und das Kleid an. Kam aber zufällig eine Prinzessin der königlichen Familie dazu, so stand dieser das Recht zu, der Königin das Hemd überzuwerfen. Einmal also war die Königin gerade von ihren Damen ganz ausgekleidet worden. Ihre Kammerfrau hielt das Hemd und hatte es soeben der Hofdame präsentiert, als die [[Louise Marie Adélaïde de Bourbon-Penthièvre|Herzogin von Orléans]] eintrat. Die Hofdame gab das Hemd der Kammerfrau zurück, die es gerade der Herzogin übergeben wollte, als die ranghöhere [[Maria Josepha von Savoyen|Gräfin von Provence]] dazukam. Nun wanderte das Hemd wieder zu der Kammerfrau zurück, und erst aus den Händen der Gräfin von Provence empfing es endlich die Königin. Sie hatte die ganze Zeit nackt, wie Gott sie geschaffen hat, dabeistehen und zusehen müssen, wie die Damen sich mit ihrem Hemd überkomplimentierten.&lt;br /&gt;
 |Autor=[[Jeanne Louise Henriette Campan|Madame Campan]]&lt;br /&gt;
 |ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;Elias148&amp;quot;&amp;gt;Norbert Elias: &amp;#039;&amp;#039;Die höfische Gesellschaft&amp;#039;&amp;#039;. Suhrkamp, 2002, S. 148&amp;amp;nbsp;f.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== In den Künsten ==&lt;br /&gt;
In [[William Hogarth]]s Gemälde &amp;#039;&amp;#039;The Toilette&amp;#039;&amp;#039;, heutzutage oft &amp;#039;&amp;#039;The Countess&amp;#039;s Morning Levee&amp;#039;&amp;#039; (dt.:. &amp;#039;&amp;#039;Lever der Gräfin&amp;#039;&amp;#039;), aus dem Zyklus &amp;#039;&amp;#039;Marriage A-la-Mode&amp;#039;&amp;#039;,&amp;lt;ref name=&amp;quot;ng&amp;quot; /&amp;gt; das im Zeitraum 1743/1745 entstand, wohnen nicht weniger als zehn Personen dem Morgenritual einer Adligen bei. Ihr Himmelbett ist im Hintergrund des Gemäldes erkennbar und steht in einem Alkoven. Anwesend sind unter anderem ein singender italienischer [[Kastrat]], ein Flötenspieler, eine Freundin, ein Jurist (der Liebhaber der Gräfin), ein Friseur, ein Schwarzer Page sowie ein Schwarzer Knabe, der auf Kunstgegenstände deutet, die auf einer Auktion ersteigert wurden.&amp;lt;ref&amp;gt;Worsley: &amp;#039;&amp;#039;If Walls Could Talk: An intimate history of the home.&amp;#039;&amp;#039; S. 11.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dass Hogarth dieses morgendliche Zusammenkommen im Schlafzimmer einer Adeligen mit seinem Gemälde karikierte, ist Beleg dafür, dass das Betreten eines solchen intimen Raumes wie dem [[Schlafzimmer]] durch fremde Personen zunehmend als nicht angemessen empfunden wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Worsley: &amp;#039;&amp;#039;If Walls Could Talk: An intimate history of the home.&amp;#039;&amp;#039; S. 12.&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Lever war bei Ludwig XIV ein wichtiger Bestandteil des Tages.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel für ein &amp;#039;&amp;#039;lever&amp;#039;&amp;#039; findet sich in der Oper &amp;#039;&amp;#039;[[Der Rosenkavalier]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Richard Strauss]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Norbert Elias]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Die höfische Gesellschaft]].&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Suhrkamp-Taschenbuch Wissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; 423). Suhrkamp, Frankfurt am Main 1983, ISBN 3-518-28023-6.&lt;br /&gt;
* Jean-François Solnon: &amp;#039;&amp;#039;La Cour de France&amp;#039;&amp;#039;, Fayard, 1987&lt;br /&gt;
* Jacques Levron: &amp;#039;&amp;#039;La vie quotidienne à la cour de Versailles&amp;#039;&amp;#039;, 1965&lt;br /&gt;
* Mathieu da Vinha: &amp;#039;&amp;#039;Au service du roi. Dans les coulisses de Versailles&amp;#039;&amp;#039;, Taillandier, 2015&lt;br /&gt;
* Baudel, Pierre-Philippe: &amp;#039;&amp;#039;Les Beaux Esprits se rencontrent…&amp;#039;&amp;#039;, Edilivre, 2008&lt;br /&gt;
* Lucy Worsley: &amp;#039;&amp;#039;If Walls Could Talk: An intimate history of the home.&amp;#039;&amp;#039; Faber and Faber Limited, London 2011, ISBN 978-0-571-25953-3.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Adel]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Höfische Gesellschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Valeee04</name></author>
	</entry>
</feed>