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	<title>Lesegesellschaft - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Lesegesellschaft&amp;diff=24799&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Michaelt1964: /* Überblick */ plus Verweis auf literarische Gesellschaft</title>
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		<updated>2026-02-24T00:10:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Überblick: &lt;/span&gt; plus Verweis auf literarische Gesellschaft&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Johann Peter Hasenclever Lesekabinett 1843.jpg|mini|hochkant=1.2|[[Johann Peter Hasenclever]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Das Lesekabinett]]&amp;#039;&amp;#039;, 1843]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lesegesellschaften&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; waren außerhalb von Staat, Kirche und ständischer Gesellschaftsordnung die verbreitetste Organisationsform im aufgeklärten 18. und frühen 19. Jahrhundert&amp;lt;ref&amp;gt;Marlis Prüsener: &amp;#039;&amp;#039;Lesegesellschaften im 18. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel&amp;#039;&amp;#039;, 29, 1972, S.&amp;amp;nbsp;189–301.&amp;lt;/ref&amp;gt; und werden als eine frühe Form der [[Erwachsenenbildung]] betrachtet.&amp;lt;ref&amp;gt;Christa Berg: &amp;#039;&amp;#039;[[Handbuch der deutschen Bildungsgeschichte]].&amp;#039;&amp;#039; Band 3. C.H.Beck, 1987, ISBN 3-406-32468-1.&amp;lt;/ref&amp;gt; Erste Lesegesellschaften entstanden in Deutschland um 1720, die größte Anzahl an Gründungen war im frühen 19. Jahrhundert zu verzeichnen. Ende des 18. Jahrhunderts gab es im [[Heiliges Römisches Reich|Alten Reich]] schätzungsweise 500 Lesegesellschaften mit mehr als 25.000 Mitgliedern.&amp;lt;ref&amp;gt;Möller: S. 262, Hardtwig: S. 293, van Dülmen: S. 84, Zaunstöck: S. 153.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Später entwickelten sich die Lesegesellschaften im deutschsprachigen [[Kulturraum]] teilweise zu Trägern der [[Bürgertum|bürgerlichen]] [[Emanzipation]] und trugen zu der Herausbildung [[Politische Partei|politischer Parteien]] des 19. Jahrhunderts bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Überblick ==&lt;br /&gt;
Lesegesellschaften waren ein wichtiges Instrument einer sich im 18. Jahrhundert teilweise geradezu rasant ausbreitenden bürgerlichen Lesekultur. Im Unterschied zur Einzellektüre und zur intensiven Wiederholungslektüre von Andachtsliteratur wurden sie von Privatleuten als Einrichtungen organisierten extensiven Lesekonsums ins Leben gerufen.&amp;lt;ref&amp;gt;Hermann Bausinger: &amp;#039;&amp;#039;Aufklärung und Lesewut&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Studien zur Geschichte der Stadt Schwäbisch Hall&amp;#039;&amp;#039;. Schwäbisch Hall 1980, S.&amp;amp;nbsp;179–195.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die [[Buchhandel im 18. Jahrhundert|Revolutionierung des Buchmarkts]], die nach einer Stagnation des [[Buchgeschichte#17. Jahrhundert|Buchdrucks im 17. Jahrhundert]] einen sprunghaften Anstieg der Buchproduktion und eine erweiterte Titelpalette aller Schriftmedien bewirkte,&amp;lt;ref&amp;gt;Rolf Engelsing: &amp;#039;&amp;#039;Der Bürger als Leser, Lesergeschichte in Deutschland 1500–1800&amp;#039;&amp;#039;. Metzler, 1974, S. 183/186&amp;lt;/ref&amp;gt; wurden neue Leserkreise gewonnen, wenn auch weiterhin große Teile der Gesamtbevölkerung von der Lektüre ausgeschlossen blieben. Angesichts relativ hoher Buchpreise, oft nicht leicht erreichbarer Werke und eines Bedürfnisses nach gemeinschaftlichem Austausch lag ein Zusammenschluss von Literaturinteressierten in Form von Lesegesellschaften auf der Hand, zumal mit dem Vorläufer des [[Lesezirkel]]s und Gemeinschaftsabonnements von [[Periodikum|Periodika]] bereits Erfahrungen vorlagen. Gleichzeitig entstanden spezialisierte Lesegesellschaften, wie Fachlesegesellschaften (z.&amp;amp;nbsp;B. theologischer, juristischer oder medizinischer Richtung), deren spezifische Ausrichtung einen bestimmten Mitgliederkreis sicherte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ende des 18. Jahrhunderts gab es nur wenige Städte in Deutschland, in denen nicht zumindest eine Lesegesellschaft bestand; ländliche Lesegesellschaften hingegen waren deutlich seltener, obwohl die Masse der Bevölkerung elementar lesekundig war.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinhart Siegert: Z&amp;#039;&amp;#039;ur Alphabetisierung in den deutschen Regionen am Ende des 18. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;. In: Hans Erich Bödeker, Ernst Hinrichs (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Alphabetisierung und Literarisierung in Deutschland in der frühen Neuzeit&amp;#039;&amp;#039;. Tübingen 1999, ISBN 3-484-17526-5, S.&amp;amp;nbsp;283–307&amp;lt;/ref&amp;gt; Grundsätzlich war der evangelische Norden Deutschlands gegenüber dem katholischen Süden stärker repräsentiert; in Süddeutschland setzte die Gründung von Lesegesellschaften auch erst später ein.&amp;lt;ref&amp;gt;Stützel-Präsener, S. 74&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die deutschen Lesegesellschaften waren überwiegend bürgerlich geprägt; ab den Zeiten der Aufklärung galten sie teilweise auch als Zusammenschlüsse zur Beförderung der Emanzipation des Bürgertums. Gleichwohl war der Anteil [[Adel|adliger]] Mitglieder insbesondere in den [[Residenzstadt|Residenzstädten]] beträchtlich. Zwar gab es zahlreiche Lesegesellschaften, denen grundsätzlich Angehörige aller sozialer Schichten beitreten durften, doch sorgten meist statutäre Vorgaben wie bestimmte Aufnahmevoraussetzungen oder einfach hohe Mitgliedsbeiträge für soziale Abgrenzung. Auch ein grundsätzlicher Ausschluss von Frauen und Studenten war für die meisten Lesegesellschaften charakteristisch.&amp;lt;ref&amp;gt;u.&amp;amp;nbsp;a.: Rebekka Habermas: &amp;#039;&amp;#039;Frauen und Männer des Bürgertums.&amp;#039;&amp;#039; Vandenhoeck &amp;amp; Ruprecht, 2000, ISBN 3-525-35679-X, S. 157.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nur sehr wenige Lesegesellschaften standen wirklich schichtenübergreifend beiden Geschlechtern, allen Ständen und allen Berufen offen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Schon in den ersten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts nahm die Zahl der Neugründungen landesweit bereits wieder ab; viele Lesegesellschaften und Lesezirkel existierten nur kurze Zeit oder wandelten sich im Rahmen des [[Verein#Geschichte des Vereinswesens in Deutschland|neu entstehenden Vereinswesens]] in „Geselligkeitsvereine“ (aus denen sich laut Wittmann wiederum die ersten Arbeiterbildungsvereine entwickelten).&amp;lt;ref&amp;gt;[[Reinhard Wittmann]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des deutschen Buchhandels.&amp;#039;&amp;#039; S. 210&amp;lt;/ref&amp;gt; Gründe waren einerseits die Preissenkung der Bücher und Periodika, die in immer größerer Auflage hergestellt und dessen Kosten einzelner Exemplare für Privatpersonen immer erschwinglicher wurden, andererseits seit der französischen Revolution eine stärkere Kontrolle, teilweise sogar Verbote. So wurde beispielsweise die 1785 gegründete Würzburger Gesellschaft schon im darauffolgenden Jahr verboten, „da der Fürstbischof nach Aussage eines Zeitgenossen das Lesen politischer Schriften für gefährlich ,unbedingte und unbeschränkte Lektüre überhaupt für schädlich hielt‘ und weil insbesondere ‚die Gesellschaft in einen politischen und revolutionären Klubb ausgeartet war‘“.&amp;lt;ref&amp;gt;Reinhard Wittmann: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des deutschen Buchhandels.&amp;#039;&amp;#039; S. 209&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Grund mag gewesen sein, dass die meisten Lesegesellschaften „nützlicher“ Literatur und [[Periodika]] Vorrang gegenüber Romanen und Erzählungen gaben; Belletristik war gelegentlich sogar ganz ausgeschlossen. Mit ihrem Niedergang traten aufkommende Leihbüchereien an ihre Stelle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Obwohl der Begriff „Lesegesellschaft“ schon im frühen 18. Jahrhundert aufgekommen war, beschreibt er doch eine weiträumige und unspezialisierte, kulturelle Zeiterscheinung und meint eine eher heterogene [[Soziale Gruppe|Gruppe]] von [[Gesellschaft (Soziologie)|Gesellschaften]], die sich selbst nicht nur „[[Lesezirkel]]“, „Leseinstitut“, „Leseverein“ oder „Lesekabinett“, sondern auch „Ressource“, „Societät“, „Club“, „Kasino“, „[[Museum]]“ oder „Harmonie“ nannten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei den Vorgängerformen des 17. Jahrhunderts handelte es sich um „[[Sprachgesellschaft]]en“ zur Reinigung, Vereinheitlichung und Förderung der regionalen [[Sprache]]n. 1617 begann diese Entwicklung im deutschen Sprachraum mit der [[Fruchtbringende Gesellschaft|Fruchtbringenden Gesellschaft]] des Fürsten [[Ludwig I. (Anhalt-Köthen)|Ludwig&amp;amp;nbsp;I. von Anhalt-Köthen]] und dreier Herzöge aus [[Sachsen]]. Mit dem Erfolg dieser Gesellschaften, welcher sich darin abzeichnete, dass sich eine [[Standardsprache|Hochsprache]] etablierte und die [[Mundart]]en in den Hintergrund gedrängt wurden, richtete sich um 1700 das Interesse der Folgegesellschaften auf die [[Literatur]]. Die 1717 entstandene [[Deutsche Gesellschaft]] zu Leipzig wurde zum Vorbild von Sozietäten, in denen sich Literaturliebhaber zusammenfanden, die ihr Wirken oft in Zeitschriftenpublikationen festhielten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die wesentlichen Unterschiede der eigentlichen Lesegesellschaften des 18. Jahrhunderts zu den gelehrten und [[Literarische Gesellschaft|literarischen Gesellschaften]]  des vorhergehenden 17. Jahrhunderts bestehen, abgesehen von dem zeitlichen Abstand, in ihrer Zusammensetzung und den Intentionen. Es handelte sich im 17. Jahrhundert zumeist um Gemeinschaften von Akademikern, die zum einen ihren Wirkungskreis innerhalb der [[Ständegesellschaft]] ausbauen und sichern wollten, und zum anderen versuchten, die seltene [[Fachliteratur]] untereinander zugänglich zu machen. Sie waren nur ein auf Literatur und Sprache spezialisierter Teil der allgemeinen, sonst naturwissenschaftlich orientierten [[Akademiebewegung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die literarischen Gesellschaften in der Zeit der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert entstanden aus dem patriotisch-moralischen Anspruch heraus, eine deutsche ([[protestantisch]]e) [[Kultur]] zu fördern und in den Bereichen der Bildung und moralischen Erbauung wirksam zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dagegen waren die Lesegesellschaften des späten 18. Jahrhunderts eher „Notgemeinschaften“ einer regionalen, gehobenen und gebildeten [[Mittelschicht]] von [[Bürger]]n und in den [[Adel]]sstand erhobenen [[Beamtentum|Beamten]], die durch ihr vereintes Vorgehen am aktuellen [[Buchhandel|Buchmarkt]] und [[Schrifttum]]swesen und dadurch am Zeitalter der wachsenden Erkenntnisse teilhaben wollten. Diese Medien waren in dem Umfang, wie sie benötigt wurden, um den Wissensdurst zu stillen, zu teuer. Andererseits erreichte die Literatur eine immer größer werdende Kundengemeinde, in der das Bedürfnis wuchs, das erworbene Wissen mit Gleichgesinnten zu diskutieren und zu erproben. Diese Entwicklung ging einher mit dem Wandel des allgemeinen Leseverhaltens, weg von der Wiederholungslektüre, wie etwa der [[Bibel]], hin zur einmaligen Lektüre von allem, was der literarische Markt zu bieten hatte, d.&amp;amp;nbsp;h., dass nicht allein die Werke anerkannter Dichter, sondern vor allem Zeitschriften oder auch [[populärwissenschaftliche Literatur|populärwissenschaftliche]] Schriften gelesen wurden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lesezirkel ==&lt;br /&gt;
Der früheste Typ und die Keimzelle der späteren Lesegesellschaften war der [[Lesezirkel]]. Dieser beschaffte sich die gewünschte Literatur, das heißt in der Regel Zeitschriften und ähnliche periodische Veröffentlichungen, entweder als Gemeinschaftsbesitz oder zu gleich verteilten Lasten und ließ diese „zirkulieren“. Es handelte sich hierbei um die Weiterentwicklung des „Gemeinschaftsabonnements“, welches sich ursprünglich ausschließlich auf Zeitschriften beschränkte. Diese Entwicklung vollzog sich in den 1740er Jahren. Einige Jahre später reklamierten die Mitglieder dieser Einrichtungen als erste den neuaufkommenden Begriff „Lesegesellschaften“ für sich. (Eine moderne Form des Lesezirkels sind für die Auslage in [[Wartezimmer]]n zusammengestellte Zeitschriftenausgaben).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lesebibliothek ==&lt;br /&gt;
Einrichtung von [[Gemeinschaftsbibliothek]]en, um Versäumnisse direkt beim Verursacher anzumahnen, und damit nur diejenigen Werke ausgeliehen wurden, die den jeweiligen Leser auch wirklich interessierten. Zeitschriften zirkulierten weiterhin unter den Mitgliedern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lesekabinett ==&lt;br /&gt;
Diese Entwicklung begann gegen 1775, allerdings nur dort, wo zum einen die Mitglieder in einer angemessenen Nähe zur Bibliothek wohnten und andererseits auch das Bedürfnis artikulierten, sich relativ regelmäßig zu treffen. Für die Gründung eines Lesekabinetts war daher beinahe zwangsläufig eine städtische Gesellschaftsstruktur notwendig. Ein bemerkenswerter emanzipatorischer Effekt der Lesekabinette bestand darin, dass sich mit der Bibliothek und den Gemeinschaftsräumen ein beachtlicher [[Besitz]] entwickelte, dessen gemeinschaftliche Verwaltung eine finanzielle Vergesellschaftung –&amp;amp;nbsp;wie eine [[Aktiengesellschaft]]&amp;amp;nbsp;– nach sich zog, so dass die Mitgliedschaft eine gesellschaftliche Aufwertung bedeutete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Club ==&lt;br /&gt;
Clubs waren Weiterentwicklungen der Lesekabinette in Anlehnung an [[Gentlemen’s Club|englische Vorbilder]] gleichen Namens. Die Lesetätigkeit war zurückgedrängt zu Gunsten der Ziele eines „Geselligkeitsvereines“. Infolge der [[Französische Revolution|Französischen Revolution]] und der in diesem Zusammenhang gebräuchlichen Verwendung des Begriffes „Club“ ([[Jakobiner]]klub) fanden Umbenennungen der Gesellschaften etwa in „Harmonie“ statt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Aufklärungs-Lesegesellschaften ==&lt;br /&gt;
Aufklärungs-Lesegesellschaften wurden mit pädagogischer Zielrichtung und entsprechender Literaturauswahl gegründet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Museum ==&lt;br /&gt;
Einige Lesegesellschaften nannten sich später um in Museumsgesellschaften, eine Wortbildung, die heute zu Missverständnissen Anlass gibt. Der Grund lag in der Ausweitung der Interessen des gebildeten Bürgertums über das Lesen hinaus. Man fühlte sich den Musen für Theater, Musik und Tanz verpflichtet und betrachtete deshalb die Räumlichkeiten der Gesellschaft, in denen die Veranstaltungen stattfanden, als einen Tempel der Musen: griechisch &amp;#039;&amp;#039;museion&amp;#039;&amp;#039; oder in der latinisierten Form &amp;#039;&amp;#039;Museum&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Beispiele für Lesegesellschaften ==&lt;br /&gt;
* [[Allgemeine Lesegesellschaft Basel]]&lt;br /&gt;
* [[Lese (Bonn)|Bonner Lesegesellschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Borromäusverein]]&lt;br /&gt;
* [[Elberfelder Lesegesellschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Lesegesellschaft zu Köln von 1872]]&lt;br /&gt;
* [[Lesegesellschaft Eppingen]]&lt;br /&gt;
* [[Erholungs-Gesellschaft Aachen 1837]]&lt;br /&gt;
* [[Lesegesellschaft Gernsbach]]&lt;br /&gt;
* [[Lesegesellschaften in Appenzell Ausserrhoden]] (Schweiz)&lt;br /&gt;
* [[Menslager Lesegesellschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Museumsgesellschaft Freiburg]]&lt;br /&gt;
* Museumsgesellschaft Hannover, auch: „Das Museum“ und &amp;#039;&amp;#039;Museums-Club&amp;#039;&amp;#039;, siehe [[Große Lesegesellschaft]]&lt;br /&gt;
* [[Museumsgesellschaft Tübingen]]&lt;br /&gt;
* [[Museumsgesellschaft Zürich]]&lt;br /&gt;
* [[Schullehrerkonferenzgesellschaft]]en als Lesegesellschaften im Dienste der Lehrerbildung&lt;br /&gt;
* [[Teutsche Lesegesellschaft]], Gießen 1814&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literarische Freundschaftszirkel ==&lt;br /&gt;
Exklusivere Lesekabinette, in denen sich akademische und gesellschaftliche Führungseliten einer Stadt oder Region zusammenfanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiele:&lt;br /&gt;
* [[Göttinger Hain]],&lt;br /&gt;
* [[Friedrich Gottlieb Klopstock|Klopstock]]-[[Johann Georg Büsch|Büsch]]-Lesegesellschaft in Hamburg,&lt;br /&gt;
* [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethes]] [[Weimar]]er [[Freitagsgesellschaft (Weimar)|Freitagsgesellschaft]],&lt;br /&gt;
* Berliner [[Mittwochsgesellschaft]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Social Reading ==&lt;br /&gt;
Mittlerweile gibt es den Lesegesellschaften vergleichbare Angebote auch im Internet. Die Möglichkeit des Onlineaustauschs über Bücher bezeichnet man als &amp;#039;&amp;#039;Social Reading&amp;#039;&amp;#039;. Darunter versteht man einen online geführten, intensiven und dauerhaften Austausch über Texte.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.bpb.de/apuz/145378/social-reading-lesen-im-digitalen-zeitalter?p=all Dominique Pleimling: Social Reading – Lesen im digitalen Zeitalter], Aus Politik und Zeitgeschichte 41–42/2012&amp;lt;/ref&amp;gt; Dies schließt nicht nur wissenschaftliche Texte, sondern auch private Lektüre ein. Dafür stehen besondere Plattformen wie zum Beispiel vorablesen.de, [[LovelyBooks]] und GoodReads zur Verfügung. Ein Vorteil dieses Austausches ist, dass geografische Entfernungen der Nutzer keine Rolle spielen. Für Verlage können sich durch Netzwerkeffekte, im Idealfall durch virale Verbreitung positiver Bewertungen, Vorteile bei der Vermarktung ihrer Produkte ergeben. Da das Rezeptionsverhalten der Leser öffentlich wird, kann es  [[Kommunikationssoziologie|kommunikationssoziologisch]] in Hinblick auf Leser-Leser- und Autor-Leser-Interaktionen untersucht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Literarischer Salon]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Lesegesellschaften in Baden]]&lt;br /&gt;
* [[Deutscher Preß- und Vaterlandsverein]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Martin Biastoch]]: &amp;#039;&amp;#039;Das Concilium Germanicum an der Großen Schule in Wolfenbüttel 1910-2010: Ein Beitrag zur Wolfenbütteler Bildungsgeschichte&amp;#039;&amp;#039;. Essen 2010, ISBN 978-3-939413-09-7.&lt;br /&gt;
* Otto Dann (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Lesegesellschaften und bürgerliche Emanzipation, ein europäischer Vergleich&amp;#039;&amp;#039;. München 1981.&lt;br /&gt;
* [[Peter Michael Ehrle]]: &amp;#039;&amp;#039;Tübinger Lesegesellschaften im frühen 19. Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;. In: Buchhandelsgeschichte, Ausgabe 1982 (Nr. 4), S. B 147–B 157 (Beilage zum [[Börsenblatt für den deutschen Buchhandel]]/Frankfurter Ausgabe).&lt;br /&gt;
* [[Rolf Engelsing]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Bürger als Leser, Lesergeschichte in Deutschland 1500–1800&amp;#039;&amp;#039;. Stuttgart 1974.&lt;br /&gt;
* Ernst L. Hauswedell, Christian Voigt (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Buchkunst und Literatur in Deutschland 1750–1850&amp;#039;&amp;#039;. Hamburg 1977, S. 287f.&lt;br /&gt;
* Helmuth Janson: &amp;#039;&amp;#039;45 Lesegesellschaften um 1800 bis heute&amp;#039;&amp;#039;. Bonn 1963.&lt;br /&gt;
* Irene Jentsch: &amp;#039;&amp;#039;Zur Geschichte des Zeitungslesens in Deutschland am Ende des 18.Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039;. Diss., Leipzig 1937.&lt;br /&gt;
* Torsten Liesegang: &amp;#039;&amp;#039;Lesegesellschaften in Baden 1780–1850. Ein Beitrag zum Strukturwandel der literarischen Öffentlichkeit&amp;#039;&amp;#039;. Berlin 2000.&lt;br /&gt;
* Harun Maye: &amp;#039;&amp;#039;Die Lesegesellschaft&amp;#039;&amp;#039;. &amp;#039;&amp;#039;Ein Grenzobjekt der Spätaufklärung&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Zeitschrift für Deutsche Philologie&amp;#039;&amp;#039;, Jahrgang 139 (2020), Heft 2, S. 263–285.&lt;br /&gt;
* Marlies Prüsener: &amp;#039;&amp;#039;Lesegesellschaften im achtzehnten Jahrhundert&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel&amp;#039;&amp;#039;, 29, Frankfurt am Main 1972, S.&amp;amp;nbsp;189–301.&lt;br /&gt;
* Hilmar Tilgner: &amp;#039;&amp;#039;Lesegesellschaften an Mosel und Mittelrhein im Zeitalter des aufgeklärten Absolutismus. Ein Beitrag zur Sozialgeschichte der Aufklärung im Kurfürstentum Trier&amp;#039;&amp;#039;. Stuttgart 2001, ISBN 3-515-06945-3 (betreffend Trier, Koblenz und Mainz).&lt;br /&gt;
* Matthias Wießner: &amp;#039;&amp;#039;Die Journalgesellschaft: eine Leipziger Lesegesellschaft um 1800&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Leipziger Jahrbuch zur Buchgeschichte&amp;#039;&amp;#039;. Harrassowitz, Wiesbaden 2004, Bd.&amp;amp;nbsp;13, {{ISSN|0940-1954}}, S.&amp;amp;nbsp;103–175.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4035436-2}}&lt;br /&gt;
* [http://www.lesegesellschaft-basel.ch/ Allgemeine Lesegesellschaft Basel]&lt;br /&gt;
* [http://www.museumsgesellschaft-freiburg.de/ Museumsgesellschaft Freiburg im Breisgau]&lt;br /&gt;
* [http://www.lesegesellschaft.de/ Lesegesellschaft Müllheim]&lt;br /&gt;
* [[Christine Haug]]: [http://www.goethezeitportal.de/fileadmin/PDF/db/wiss/epoche/haug_frauenlesegesellschaft.pdf &amp;#039;&amp;#039;Über das Projekt zur Gründung einer Frauenlesegesellschaft in Gießen 1789/90&amp;#039;&amp;#039;.] (PDF; 143&amp;amp;nbsp;kB)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4035436-2|LCCN=sh2003003058|NDL=00616772}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vereinstyp]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachverein| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lesegesellschaft| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Organisation der Aufklärung]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Michaelt1964</name></author>
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