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	<title>Lemuria - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Lemuria&amp;diff=27811&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Korrupt: /* Literarische Umsetzung */ Link</title>
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		<updated>2026-02-22T17:58:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Literarische Umsetzung: &lt;/span&gt; Link&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|erläutert die hypothetische Landbrücke Lemuria, zum römischen Fest Lemuria siehe [[Lemuria (Fest)]].}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Kumari Kandam map.png|mini|upright=1.4|Angenommene Lage Lemurias, in der Vorstellung [[Tamilen|tamilischer]] Nationalisten]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lemuria&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet einen hypothetischen bzw. fiktiven versunkenen [[Kontinent]] oder eine [[Landbrücke]], die entweder zwischen [[Madagaskar]] und [[Indien]] oder zwischen [[Australien]] und [[Amerika]] gelegen haben soll. Lemuria spielt heute vor allem in der [[Science-Fiction]]-Literatur und in der [[Esoterik]] eine Rolle. Die [[Landbrücken-Hypothese|Annahme solcher Landbrücken]] war bis zur Anerkennung der [[Plattentektonik]] weitverbreitet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Grundlage der Spekulationen war jeweils die Entdeckung von nahe verwandten [[rezent]]en oder [[Fossilien|fossilen]] Tier- und Pflanzenarten auf voneinander entfernten Kontinenten, die mit den damaligen Erdwissenschaften nicht erklärbar war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Biologie und Geologie ==&lt;br /&gt;
1864 spekulierte der [[Zoologe]] und Tiergeograph [[Philip Sclater]] in seinem Artikel &amp;#039;&amp;#039;The Mammals of Madagascar&amp;#039;&amp;#039; über [[Lemuren]] und weitere verwandte [[Primaten]]arten, der in &amp;#039;&amp;#039;[[The Quarterly Journal of Science]]&amp;#039;&amp;#039; erschien, über Lemuria, der ein Kontinent im [[Indischer Ozean|Indischen Ozean]] gewesen sei. Dieser Kontinent sei in Inseln zerbrochen, von denen eine Madagaskar sei. Aus dem Fehlen von [[Fossil]]ien dieser Primatengruppen auf dem [[afrika]]nischen Kontinent schloss er, dass die Verbreitung nicht von dort aus erfolgt sein könne.&amp;lt;ref&amp;gt;Ted Neild: &amp;#039;&amp;#039;Supercontinent: Ten Billion Years in the Life of Our Planet&amp;#039;&amp;#039;. Harvard University Press, 2007, ISBN 978-0-674-02659-9, S. 38–39.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Evolutionsbiologe [[Ernst Haeckel]] spekulierte in seiner populären &amp;#039;&amp;#039;Natürlichen Schöpfungsgeschichte&amp;#039;&amp;#039; (1868) über eine versunkene Landbrücke zwischen Madagaskar und Indien und den geographischen [[Hominisation|Ursprung des Menschen]]:&lt;br /&gt;
{{Zitat|Vielleicht war aber auch das [[Ostafrika|östliche Afrika]] der Ort, an welchem zuerst die Entstehung des [[Urmensch]]en aus den menschenähnlichen Affen erfolgte; vielleicht auch ein jetzt unter den Spiegel des indischen Oceans versunkener Kontinent, welcher sich im Süden des jetzigen Asiens einerseits östlich bis nach den [[Sundainseln|Sunda-Inseln]], andrerseits westlich bis nach Madagaskar und Afrika erstreckte.|Ernst Haeckel|Natürliche Schöpfungsgeschichte. (1868)|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Haeckel: &amp;#039;&amp;#039;Die Natürliche Schöpfungsgeschichte&amp;#039;&amp;#039;. 1868 (online: {{Biolib|1=haeckel/natuerliche/kapitel_19.html|2=Kapitel 19}})&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
1874 erwähnte Haeckel in seiner &amp;#039;&amp;#039;Anthropogenie&amp;#039;&amp;#039; unter dem Registereintrag „Lemurien“, dass er in seiner &amp;#039;&amp;#039;Natürlichen Schöpfungsgeschichte&amp;#039;&amp;#039;, im 23. Vortrag auf Tafel 15 über den geographischen Ursprung der Menschheit spekuliert habe, was er als „ersten Versuch“, „einer hypothetischen Skizze“ begriffen habe, insofern sei die später daran geäußerte Kritik gegenstandslos. Die Karte griff er in der Anthropogenie nicht wieder auf.&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Haeckel: &amp;#039;&amp;#039;Anthropogenie.&amp;#039;&amp;#039; 1874, S. 496 sowie zugehörige Fußnoten.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der neunten Auflage der &amp;#039;&amp;#039;Natürlichen Schöpfungsgeschichte&amp;#039;&amp;#039; von 1897 bezeichnete Haeckel die Idee von Lemuria, nun mit dem ausdrücklichen Bezug auf Sclater, als aufgrund der neuesten geologischen Erkenntnisse überholt. Er bevorzugte nun als wahrscheinlichste Hypothese den Ursprung des Menschen im westlichen [[Hinterindien]].&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Haeckel: &amp;#039;&amp;#039;Natürliche Schöpfungsgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; In: Bd. 1 und Bd. 2 seiner Gemeinverständlichen Werke. Herausgegeben von Heinrich Schmidt 1924. Nun 28. Vortrag S. 401–402.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Existenz von Lemuria und auch weiterer hypothetischer Landbrücken, etwa zwischen Südostasien und Südamerika, die aus der [[disjunkt]]en Verbreitung von Tier- und Pflanzengruppen abgeleitet wurden, hat sich generell als Irrtum herausgestellt.&amp;lt;ref&amp;gt;E. Thenius: &amp;#039;&amp;#039;Grundzüge der Faunen- und Verbreitungsgeschichte der Säugetiere&amp;#039;&amp;#039;. 2. Auflage. Jena 1980, S. 22, Thenius erwähnt ausdrücklich Lemuria.&amp;lt;/ref&amp;gt; Weder die heute gültige Theorie der [[Plattentektonik]] oder die aus der [[Zoogeographie|Tiergeographie]] bekannten Ausbreitungsbewegungen noch die Geologie und Geographie des Meeresbodens der betreffenden Regionen bieten heute noch Spielraum für solche Spekulationen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch [[Eduard Suess]] propagierte ab 1883 die [[Landbrücken-Hypothese]] und gab dem vermuteten Lemuria den Namen [[Gondwana]].&amp;lt;ref&amp;gt;Sumathi Ramaswamy: &amp;#039;&amp;#039;The Lost Land of Lemuria: Fabulous Geographies, Catastrophic Histories.&amp;#039;&amp;#039; University of California Press, Berkeley 2004, ISBN 0-520-24440-0.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Esoterische Theorien und tamilische Geschichtsschreibung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Map of Lemuria.jpg|mini|upright=1.4|Karte von Lemuria über die heutigen Kontinente gezeichnet. Nach dem amerikanischen [[Theosophie (Blavatsky)|Theosophen]] [[William Scott-Elliot]] aus &amp;#039;&amp;#039;The Story of Atlantis and Lost Lemuria&amp;#039;&amp;#039; (1896)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Haeckels Spekulationen wurden von Esoterikern stark rezipiert. Wie sehr hypothetische oder legendenhafte Kontinente die menschliche Phantasie beflügelten, wird auch anhand anderer hypothetischer Kontinente wie [[Atlantis]], [[Mu (Kontinent)|Mu]] oder [[Hyperborea]] deutlich. In der [[Kosmogonie]] der [[Okkultismus|Okkultistin]] [[Helena Petrovna Blavatsky]] (1831–1891) ist Lemuria die Heimat der dritten von sieben [[Wurzelrasse]]n. Die Lemurier seien die ersten Menschen in materieller Form gewesen: von riesenhaftem Wuchs, großer Schönheit und umfassendem Wissen, doch noch ohne individuelles Ich. Fortgepflanzt hätten sie sich durch Eier. An diese „heilige“ Wurzelrasse würden die [[Gott#Griechenland und Römisches Reich|antiken Vorstellungen der Götter]] erinnern.&amp;lt;ref&amp;gt;Linus Hauser: &amp;#039;&amp;#039;Kritik der neomythischen Vernunft&amp;#039;&amp;#039;, Bd. 1: &amp;#039;&amp;#039;Menschen als Götter der Erde&amp;#039;&amp;#039;. Schöningh, Paderborn 2004, S. 327.&amp;lt;/ref&amp;gt; Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert wurde das Motiv eines den Indischen Ozean ausfüllenden und später versunkenen Kontinents, vermittelt durch [[Theosophie (Blavatsky)|theosophisches]] Schriftgut, von einer populär-nationalistisch orientierten Richtung der [[Tamilen|tamilischen]] Geschichtsschreibung unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Ilemuriya&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;[[Kumarikkandam]]&amp;#039;&amp;#039; („&amp;#039;&amp;#039;Kontinent&amp;#039;&amp;#039; [angrenzend an das indische Südkap] [[Kap Komorin|(Kanniya-)&amp;#039;&amp;#039;Kumari&amp;#039;&amp;#039;]]“) übernommen. Es wurde mit älteren, [[legende]]nhaften Flutberichten (vor allem aus der mittelalterlichen Kommentarliteratur zur alttamilischen [[Sangam-Literatur]]) in Verbindung gebracht und so zu einem zentralen Bestandteil eines neo-mythologisch-nationalistischen tamilischen Geschichtsentwurfs gemacht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem Anthropologen Charles Stanish gebe es in unwissenschaftlicher Literatur die Vorstellung, dass sich die [[Anden]] mit der Zerstörung des „uralten mythischen Kontinents“ Lemuria vor 30 000 Jahren formiert hätten. Nach dieser Vorstellung sei die Stadt [[Tiwanaku]] eine der wichtigsten [[Kolonie]]n Lemurias gewesen, welche sich zu dieser Zeit an der Küste des Pazifischen Ozeans befunden haben soll. Die in esoterischer Literatur anzutreffende Behauptung, dass sich Tiwanaku einst an der Küste befunden haben soll, bezeichnet Stanish als „schlicht falsch“ und „vollständig diskreditierte Spekulation durch unausgebildete Amateure“.&amp;lt;ref&amp;gt;Charles Stanish: &amp;#039;&amp;#039;Lake Titicaca: Legend, Myth and Science.&amp;#039;&amp;#039; Band 2 (2011), S.&amp;amp;nbsp;59 ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Wahlspruch]] unter dem Schild im [[Wappen des Britischen Territoriums im Indischen Ozean]] lautet „IN TUTELA NOSTRA LIMURIA“. Dies bedeutet: „In unserer Obhut ist Lemuria“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literarische Umsetzung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Lemur2.png|mini|Die Lage von Lemuria in der [[Perryversum|SF-Welt von &amp;#039;&amp;#039;Perry Rhodan&amp;#039;&amp;#039;]], dort ist der Kontinent 52.000 v. Chr. untergegangen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Fantasy- und Science-Fiction-Literatur dient der „versunkene Kontinent Lemuria“ verschiedentlich als Schauplatz, so bei [[Robert E. Howard]], [[H. P. Lovecraft]], [[Lin Carter]] und [[Karl Hans Strobl]] sowie in der SF-Serie &amp;#039;&amp;#039;[[Perry Rhodan]]&amp;#039;&amp;#039;. Im Film &amp;quot;[[Sindbads gefährliche Abenteuer]]&amp;quot; von 1973 ist Lemuria eine Insel. In den Erzählungen von [[Richard Sharpe Shaver]] dagegen ist „Lemuria“ kein versunkener Kontinent, sondern der vorzeitliche Name des Planeten Erde, andere Namen der Erde bei Shaver sind „[[Mu (Kontinent)|Mu]]“ und „Pan“. In [[Thomas Pynchon]]s [[Postmoderner Roman|postmodernem]] [[Detektivroman]] &amp;#039;&amp;#039;Inherent Vice&amp;#039;&amp;#039; aus dem Jahr 2009 (deutsch 2010 unter dem Titel &amp;#039;&amp;#039;[[Natürliche Mängel]]&amp;#039;&amp;#039;) erscheint Lemuria in Phantasie und Drogenrausch des Protagonisten als ein Fluchtpunkt der Handlung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Sumathi Ramaswamy: &amp;#039;&amp;#039;The Lost Land of Lemuria: Fabulous Geographies, Catastrophic Histories&amp;#039;&amp;#039;. University of California Press, 2004, ISBN 0-520-24032-4.&lt;br /&gt;
* Sumathi Ramaswamy: &amp;#039;&amp;#039;History at Land&amp;#039;s End: Lemuria in Tamil Spatial Fables&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Journal of Asian Studies.&amp;#039;&amp;#039; 59/3, 2000, S. 575–602.&lt;br /&gt;
* Stefan Wogawa: &amp;#039;&amp;#039;Ernst Haeckel und der hypothetische Urkontinent Lemuria&amp;#039;&amp;#039;. Eobanus Verlag, 2015, ISBN 978-3-9814241-7-1.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Lemuria}}&lt;br /&gt;
* [https://www.spektrum.de/kolumne/kleine-geschichte-des-angeblichen-urkontinents-lemuria/2167929 HEMMER UND MESSNER ERZÄHLEN: Kleine Geschichte eines versunkenen Kontinents namens Lemuria] auf [[Spektrum.de]] vom 9. August 2023, abgerufen am 16. August 2023&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fiktiver Ort]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Überholte Theorie (Geowissenschaften)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Nationalismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Tamilen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sagenumwobener versunkener Kontinent oder Stadt]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Korrupt</name></author>
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