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	<title>Lemniskales System - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-01T16:37:47Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Lemniskales_System&amp;diff=444401&amp;oldid=prev</id>
		<title>2003:D4:3712:FF61:CD77:15F:D7D6:2CC4 am 26. November 2024 um 21:39 Uhr</title>
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		<updated>2024-11-26T21:39:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Gray759.png|mini|hochkant=1.1|Der &amp;#039;&amp;#039;Lemniscus medialis&amp;#039;&amp;#039; entsteht durch die [[Konvergenz (Neurophysiologie)|Konvergenz]] von &amp;#039;&amp;#039;[[Fasciculus gracilis]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Fasciculus cuneatus]]&amp;#039;&amp;#039;, nachdem sie auf das zweite [[Neuron]] [[Verschaltung|verschaltet]] wurden und auf die [[kontralateral]]e Seite gekreuzt sind.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;lemniskales System&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Schleifenbahnsystem&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{laS|lemniscus}} ,Schleife’)  von &amp;#039;&amp;#039;allgemeinen somatischen [[Afferenz]]en&amp;#039;&amp;#039; ([[Afferent#Afferenzen zum ZNS|ASA]]) werden aufeinanderfolgend die aufsteigenden langen [[Leitungsbahn]]en (1.) des [[Hinterstrang]]s und (2.) des &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lemniscus medialis&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (mittlere Schleife) sowie (3.) deren [[Projektion (Nervensystem)|Projektionen]] zur [[Großhirnrinde]] zusammengefasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses funktionelle System ist für die [[Sensibilität (Neurowissenschaft)|sensible Wahrnehmung]] bei [[Säugetiere]]n von besonderer Bedeutung. Es leitet Informationen von verschiedenen [[Mechanorezeptor]]en der Leibeswand nach Art und Ort unterschieden in solcher Weise, dass Reize nach Sinnesqualitäten differenziert mit hoher räumlicher Auflösung [[Haptische Wahrnehmung|haptisch]] fein wahrgenommen werden können:&lt;br /&gt;
* [[Oberflächensensibilität]]: Feinwahrnehmung oder [[epikritische Sensibilität]] mit hoher [[Tastschärfe]]&lt;br /&gt;
: für Berührung, Druck, Vibration (v.&amp;amp;nbsp;a. [[Mechanorezeptoren der Haut]]; nicht aber [[Nozizeptor]]en und [[Thermorezeption|Thermorezeptoren]])&lt;br /&gt;
* [[Tiefensensibilität]]: feine Wahrnehmung von Haltung, Spannung und Bewegung des eigenen Körpers&lt;br /&gt;
: mit Kraftsinn, Stellungssinn, Bewegungssinn (v.&amp;amp;nbsp;a. [[Propriozeptor]]en in den [[Muskelspindel]]n, [[Golgi-Sehnenorgan]]en und [[Gelenkkapsel]]n)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Daneben gibt es andere funktionelle Systeme, sowohl allgemein somatosensible mit ähnlicher Leistung von Leitungsbahnen primärafferenter Neuronen im Kopfbereich mit dem [[Lemniscus trigeminalis]], als auch spezielle somatosensorische ([[Afferent#Afferenzen zum ZNS|SSA]]), beispielsweise für den [[Gehörsinn]] (auditorisches System) mit dem [[Lemniscus lateralis]], oder für den [[Gleichgewichtssinn]] (vestibulares System).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Leitungsbahnen für die ([[Protopathische Sensibilität|protopathische]]) Wahrnehmung von [[Schmerz]] und [[Temperatursinn|Temperatur]] – und auch für die Grobwahrnehmung von Druck, Berührung oder Kitzel – stellen funktionell allgemein somatosensorische Systeme mit anderer Leistung dar (siehe [[anterolaterales System]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anatomie ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Medulla spinalis - Querschnitt - Bahnen - German.svg|mini|hochkant=1.1|Querschnitt durch das [[Halsmark]] – im [[Hinterstrang]] (blau, oben im Bild, 3) die &amp;#039;&amp;#039;Fasciculi gracilis&amp;#039;&amp;#039; (3a) und &amp;#039;&amp;#039;cuneatus&amp;#039;&amp;#039; (3b)]]&lt;br /&gt;
Die Nervenzellkörper ([[Perikaryon|Perikaryen]]) der primärafferenten (1.) [[Nervenzelle|Neuronen]] liegen in den [[Spinalganglion|Spinalganglien]]. Ihre aufsteigenden [[Axon]]e verlaufen jederseits im Hinterstrang (&amp;#039;&amp;#039;Funiculus posterior&amp;#039;&amp;#039;, bei Tieren: &amp;#039;&amp;#039;Funiculus dorsalis&amp;#039;&amp;#039;) des [[Rückenmark]]s. Ab Mitte der Brustwirbelsäule wird jeder Hinterstrang durch ein [[Glia]]septum unterteilt in:&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Fasciculus gracilis]]&amp;#039;&amp;#039; (GOLL-Bündel, nach [[Friedrich Goll (Mediziner)|Friedrich Goll]]), das zur Mitte hin (medial) liegt und [[Nervenfaser]]n aus den unteren Segmenten enthält, die untere (bei Tieren: hintere) Rumpfabschnitte und (Hinter-)Bein versorgen.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;[[Fasciculus cuneatus]]&amp;#039;&amp;#039; (BURDACH-Bündel, nach [[Friedrich Burdach]]), das dem GOLL-Bündel seitlich (lateral) anliegt und Nervenfasern aus den oberen Segmenten enthält, die obere (vordere) Rumpfabschnitte und Arm (Vordergliedmaße) versorgen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Diseases of the nervous system (1910) (14586389728).jpg|mini|hochkant=1.1|Dem lemniskalen System liegen Neuronenketten aus drei afferenten Neuronen zugrunde – die 2. liegen im [[Markhirn]], die 3. im [[Thalamus#Spezifische Thalamuskerne|Zwischenhirn]] und [[Projektion (Nervensystem)|projizieren]] in den [[Scheitellappen]] (&amp;#039;&amp;#039;Lobus parietalis&amp;#039;&amp;#039;) des [[Endhirn]]s]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden Bahnsysteme &amp;#039;&amp;#039;primärer sensibler&amp;#039;&amp;#039; Neuronen der Hinterstränge enden auf jeder Seite jeweils in gesonderten [[Nucleus (ZNS)|Kerngebieten]], dem &amp;#039;&amp;#039;[[Nucleus gracilis]]&amp;#039;&amp;#039; und dem &amp;#039;&amp;#039;[[Nucleus cuneatus]]&amp;#039;&amp;#039;, beide in der [[Medulla oblongata]] kaudal der [[Rautengrube]] (&amp;#039;&amp;#039;Fossa rhomboidea&amp;#039;&amp;#039;) gelegen. In diesen &amp;#039;&amp;#039;Hinterstrangkernen&amp;#039;&amp;#039; erfolgt die Umschaltung auf &amp;#039;&amp;#039;sekundäre sensible&amp;#039;&amp;#039; Neuronen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Weitergabe der Impulse ist seitens eines vorgeschalteten primär-afferenten Neurons [[Divergenz (Neurophysiologie)|divergent]], und [[Konvergenz (Neurophysiologie)|konvergent]] bezüglich eines nachgeschalteten sekundär-afferenten Neurons. Hierbei erhält ein jedes sekundäre zumeist nur primäre Afferenzen der gleichen [[Sinnesmodalität]] bzw. -qualität; so konvergieren allein von [[Rezeptorzelle]]n ähnlicher Art ausgelöste Impulse auf das Neuron. Die [[Rezeptives Feld|rezeptiven Felder]] benachbarter Neuronen entsprechen dabei ungefähr den räumlichen Nachbarschaften nach Lage in Körperregionen ([[Somatotopie]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Von diesen zweiten (2.) Neuronen gehen Axone aus, die noch in der Medulla oblongata im Bereich des [[Obex]] als &amp;#039;&amp;#039;Fibrae arcuatae internae&amp;#039;&amp;#039; („innere gebogene Fasern“) auf die andere Seite kreuzen (&amp;#039;&amp;#039;Decussatio lemniscorum medialium&amp;#039;&amp;#039;) und als &amp;#039;&amp;#039;Lemniscus medialis&amp;#039;&amp;#039; (mediale Schleife) auf der Gegenseite zum [[Thalamus]] ziehen, genauer zu [[Thalamus#Spezifische Thalamuskerne|spezifischen Thalamuskernen]] im lateralen [[Nucleus ventralis posterior]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Thalamus, vornehmlich im gegenseitigen &amp;#039;&amp;#039;Nucleus ventralis posterolateralis&amp;#039;&amp;#039; (VPL), erfolgt die Umschaltung auf das dritte (3.) Neuron der lemniskalen Bahn. Diese &amp;#039;&amp;#039;tertiären sensiblen&amp;#039;&amp;#039; Neuronen projizieren über die &amp;#039;&amp;#039;[[Corona radiata (ZNS)|Corona radiata]]&amp;#039;&amp;#039; zur [[Großhirnrinde]] und erreichen zunächst kortikale Neuronen in Arealen, die als &amp;#039;&amp;#039;primärer [[somatosensorischer Cortex]]&amp;#039;&amp;#039; (S I) bezeichnet werden und im vorderen [[Parietallappen]] (Scheitellappen) liegen (auf dem &amp;#039;&amp;#039;[[Gyrus postcentralis]]&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch hierbei handelt es sich um  [[Somatotopik|somatotopische Projektionen]], die weitergeleiteten Informationen werden also mit Bezug auf räumliche Nachbarschaftsverhältnisse der Körperoberfläche verarbeitet, wobei Regionen aber nach Rezeptordichte verschieden groß repräsentiert werden ([[Homunculus]]). Wegen der im [[Markhirn]] gekreuzten Fasern der 2. afferenten Neuronen erhält nun eine Hälfte der Großhirnrinde jeweils die aufgearbeitete Information von sensiblen Einheiten aus der gegenüberliegenden Körperseite (siehe auch: [[Kontralateralität des Vorderhirns]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Klinische Aspekte ==&lt;br /&gt;
Einseitige Schädigung des Rückenmarks, auch als Brown-Séquard-Syndrom bezeichnet, führt zu Ausfällen der Sensibilität in der kontralateralen Körperhälfte, da die Hinterstrangbahnen in der Decussatio lemniscorum im Hirnstamm kreuzen, wo sie als Lemniscus medialis in den Thalamus (VPL) geleitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierbei treten Störungen&lt;br /&gt;
* der Feinwahrnehmung (epikritische Sensibilität),&lt;br /&gt;
* des Vibrationssinns ([[Pallästhesie]]),&lt;br /&gt;
* der Zweipunktdiskrimination (die Fähigkeit, räumlich eng benachbarte Reize als getrennt wahrzunehmen),&lt;br /&gt;
* der [[Stereognosie]] (Fähigkeit zum Erkennen von Form, Textur und Konsistenz eines Gegenstands durch Betasten) und&lt;br /&gt;
* des Lage- und Bewegungssinns (propriozeptive Wahrnehmung, [[Kinästhesie]]) auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den gestörten Lage- und Bewegungssinn kommt es auch zu Störungen in den Bewegungsabläufen (spinale [[Ataxie]]). Diese können bei intaktem [[Kleinhirn]] durch die [[visuelle Wahrnehmung]] zum Teil kompensiert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Martin Trepel: &amp;#039;&amp;#039;Neuroanatomie. Struktur und Funktion.&amp;#039;&amp;#039; 3., neu bearbeitete Auflage. Urban &amp;amp; Fischer, München u. a. 2004, ISBN 3-437-41297-3.&lt;br /&gt;
* Franz-Viktor Salomon: &amp;#039;&amp;#039;Nervensystem, Systema nervosum&amp;#039;&amp;#039;. In: Salomon/Geyer/Gille (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Anatomie für die Tiermedizin&amp;#039;&amp;#039;. Enke Stuttgart, 2004, S. 464–577. ISBN 3-8304-1007-7&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rückenmark]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gehirn]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zentralnervensystem]]&lt;/div&gt;</summary>
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