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	<title>Leischaft - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Leischaft&amp;diff=962188&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;M Huhn: die Leischaften am Ende des 18. Jahrhunderts; Quellennachweis</title>
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		<updated>2025-12-16T17:49:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;die Leischaften am Ende des 18. Jahrhunderts; Quellennachweis&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Leischaft &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;Laischaft&amp;#039;&amp;#039;) war im [[Mittelalter#Spätmittelalter|Spätmittelalter]] eine Selbstverwaltungsorganisation in Städten des [[Westfalen|westfälischen]] Raums, vornehmlich in [[Münster]] und [[Osnabrück]] ([[Niedersachsen]]). Sie sind abzugrenzen von der Bauerschaft in [[Dortmund]] und von den Schreinsbezirken in [[Köln]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Begrifflichkeit ==&lt;br /&gt;
Der Begriff Leischaft basiert vermutlich auf &amp;#039;&amp;#039;letscipi&amp;#039;&amp;#039;, dem [[Altsächsische Sprache|altsächsischen]] Wort für [[Bauerschaft]].&amp;lt;ref&amp;gt;Bernd-Ulrich Hergemöller: &amp;#039;&amp;#039;Leischaft, Laischaft&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Lexikon des Mittelalters&amp;#039;&amp;#039;. Band 5, Sp. 1862–1863.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Funktion der Leischaft übernehmen anderenorts das Quartier, die Gemeinde, das Banner, der Hof und die Nachbarschaft.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Leischaften entstanden im späten [[Mittelalter]] und lösten die Verwaltungseinheit [[Kirchspiel]] ab. Die Leischaften waren oft größer als die Kirchspielgrenzen und griffen strahlenförmig auf das benachbarte städtische Umland jenseits der Mauern über. Benannt wurden sie nach Kirchenpatronen, Ortsteilen oder den Stadttoren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie hatten keine direkte Vertretung in den Räten, wirkten jedoch bei der alljährlichen Berufung der [[Stadtrat|Ratsherren]] mit. Weiterhin waren sie bis in die [[Neuzeit]] für das Gerichts-, Wehr-, Wach-, Lösch- und Steuerwesen zuständig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Laischaften in Osnabrück ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Hauptartikel|Laischaft Osnabrück}}&lt;br /&gt;
In Osnabrück bestanden im Mittelalter entsprechend den vier Altstadtbezirken in der sogenannten Binnenburg und Butenburg vier Laischaften, wie sie dort bezeichnet werden; ihre Zahl wuchs später auf acht. Ihren Namen hatten sie nach den Stadttoren, durch die das Vieh auf die [[Weide (Grünland)|Weiden]] getrieben wurde, welche zwischen Stadtbefestigung und Landwehr lagen.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. &amp;#039;&amp;#039;{{Webarchiv |url=http://www2.uni-osnabrueck.de/pressestelle/zeitung/Ausgabe96-6/laisch.html |text=Förderpreisstifter: Herrenteichslaischaft Osnabrück |wayback=20070625074823 |archiv-bot=2019-04-25 10:41:21 InternetArchiveBot}}&amp;#039;&amp;#039;, in: &amp;#039;&amp;#039;Zeitung Universität Osnabrück&amp;#039;&amp;#039;, Ausgabe Nr. 96/6, 10. Dezember 1996 (Forschung, Lehre, Studium, S. 4).&amp;lt;/ref&amp;gt; Erstmals urkundlich erwähnt wurden die Osnabrücker Laischaften 1348 in der &amp;#039;&amp;#039;Sate&amp;#039;&amp;#039;, der Stadtverfassung, aus deren Zeit bis heute der [[Handgiftentag]] in der Stadt gefeiert wird. Je selbständiger Osnabrück wurde, desto mehr wuchs die Weidewirtschaft und den Hohen Herren, Domherren, Stiftsherren usw., wurde immer mehr von der Bürgerschaft bzw. der Laischaft an Eigenständigkeit aus der Hand genommen. Das blieb allerdings nicht ohne Spannungen und es kam zu heftigen Auseinandersetzungen. Der Rampendalsche-Aufstand 1430, der Lenethun-Aufstand 1489 und der Oberg-Aufstand 1525 zeugen von einer Bodenfrage, wer im Weideland das Sagen hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl Kühling: &amp;#039;&amp;#039;Laischaften und Schnatgang&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Heimat-Jahrbuch 1983. Für Osnabrück Stadt und Land&amp;#039;&amp;#039;, S. 35; &amp;#039;&amp;#039;Heger Laischaft&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Osnabrücker Sonntagsblatt&amp;#039;&amp;#039;, 15. Juli 2001.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bis heute überdauert haben in Osnabrück die Heger Laischaft&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.heger-laischaft.de/ Heger Laischaft]&amp;lt;/ref&amp;gt; und die Herrenteichslaischaft. Die nunmehr in der Rechtsform eines [[Verein]]s geführten Laischaften verwalten unter anderem einen umfangreichen Grundbesitz im heutigen Stadtgebiet. Die Vereinsvorsitzenden werden der Tradition folgend noch heute als Buchhalter bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Heger Laischaft richtet noch immer den [[Schnatgang Osnabrück|Schnatgang]] aus, der im 19. Jahrhundert zu einem Traditionsfest wurde und auch heute noch alle sieben Jahre mit einem sieben Tage dauernden Volksfest verbunden ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Leischaften in Münster ==&lt;br /&gt;
In Münster bestanden seit dem 14. Jahrhundert sechs Leischaften, die als Verwaltungsbezirke fungierten. Es waren die nach [[Kirchspiel]]en benannten Leischaften Liebfrauen, Martini, Lamberti, Ludgeri und Aegidii sowie die Leischaft Jüdefeld.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sie nahmen Einfluss auf die Zusammensetzung des Stadtrats, der bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts ausschließlich aus [[Erbmänner]]n, den Patriziern der Stadt, bestand. Der Begriff Erbmänner bezeichnete nach [[Hermann von Kerssenbrock]], der von 1550 bis 1575 Rektor der Domschule war, die Erbfähigkeit des Standes. Erbmänner (von denen die Familien [[Bischopinck]], [[Droste zu Hülshoff]] und [[Kerckerinck]] noch heute bestehen) lebten von Einkünften aus Landwirtschaft und Renten und vererbten Titel sowie Rechte, etwa den Anspruch, ein Wappen zu führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Rat wurde jeweils am ersten Montag nach Beginn der Fastenzeit gewählt. Vier Leischaften wählten jeweils zwei als Kurgenossen bezeichnete Wahlmänner; die Leischaften Jüdefeld und Überwasser entsandten gemeinsam zwei Kurgenossen.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.lwl.org/westfaelische-geschichte/portal/Internet/finde/langDatensatz.php?urlID=445&amp;amp;url_tabelle=tab_texte Westfaelische-Geschichte]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Kurgenossen wählten ihrerseits die Ratsherrn. Als Kurgenossen fungierten beispielsweise Handwerksmeister mit Bürgerrecht, die sich in Gilden und seit 1410 zur Gesamtgilde zusammengeschlossen hatten. 1525 etwa vertrat der [[Steinhauer (Beruf)|Steinhauer]] [[Heinrich Brabender]] die Martini-Leischaft als Kurgenosse, sein Sohn [[Johann Brabender]] 1560.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;Personenschatzungen&amp;#039;&amp;#039; der Leischaften gaben auch Aufschluss über den gesellschaftlichen Status von Einwohnern der Stadt. So wurde [[Andrea Alovisii]], der in Münster lebende Hofmaler des Osnabrücker [[Fürstbischof]]s [[Franz Wilhelm von Wartenberg]], 1676 von der Aegidii-Leischaft als &amp;#039;&amp;#039;hochfürstlicher Maler&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet; 1685 wurde er nach dem Tod des Fürstbischofs und dem daraus folgendem Verlust seiner Stellung sowie dem Fortzug vom angesehenen [[Prinzipalmarkt]] in der Personenschatzung der Ludgeri-Leischaft nur noch als &amp;#039;&amp;#039;geringer hausbesitzender Handwerksgesell&amp;#039;&amp;#039; aufgeführt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Indiz für den Umfang der einzelnen Leischaften (gemessen an der Zahl der ihnen zugeordneten Häuser) am Ende des 18. Jahrhunderts ist eine Auflistung in einem [[Memorandum|Pro-Memoria]], das der [[Geheimrat|Geheime Rat]] [[Engelbert Anton von Wrede|Engelbert von Wrede]] am 29. Januar 1795 anlässlich der Einquartierung von [[Kavallerie]] und [[Infanterie]] der [[Kaiserliche Armee (HRR)|Kaiserlichen Armee]] im [[Erster Koalitionskrieg|Ersten Koalitionskrieg]] erstellte:&amp;lt;ref&amp;gt;Hermann Büschleb: &amp;#039;&amp;#039;Scharnhorst in Westfalen. Politik, Administration und Kommando im Schicksalsjahr 1795&amp;#039;&amp;#039;. Mittler, Herford 1979, ISBN 3-8132-0040-X, S. 35 und 123–124.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Überwasser (Liebfrauen und Jüdefeld): 663 Häuser&lt;br /&gt;
* Aegidii: 430 Häuser&lt;br /&gt;
* Lamberti: 398 Häuser&lt;br /&gt;
* Martini: 335 Häuser&lt;br /&gt;
* Ludgeri: 331 Häuser&lt;br /&gt;
* Servatii: 40 Häuser&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Lothar Beinke: &amp;#039;&amp;#039;Die Laischaften in Osnabrück&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Heimat-Jahrbuch Osnabrücker Land&amp;#039;&amp;#039;, Jg. 2015, S. 128–138.&lt;br /&gt;
* Karl Kühling: &amp;#039;&amp;#039;Olle Use – vom Osnabrücker Laischaftswesen und anderen Dingen&amp;#039;&amp;#039;. Verlag H. Th. Wenner, Osnabrück 1975, ISBN 3-87898-093-0.&lt;br /&gt;
* [[Bernd-Ulrich Hergemöller]]: &amp;#039;&amp;#039;Leischaft, Laischaft&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Lexikon des Mittelalters]]&amp;#039;&amp;#039;. Band 5, Sp. 1862–1863.&lt;br /&gt;
* {{DtRechtswörterbuch|Leischaft|SpalteAb=|SpalteBis=}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.schnadt-web.de/pk75.jpg Bildpostkarte vom Osnabrücker Schnatgangsfest der Heger Laischaft von 1899]&lt;br /&gt;
* [http://www.heger-laischaft.de/ Heger Laischaft Osnabrück]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.heger-laischaft.de/ |titel=Heger Laischaft Osnabrück – heger-laischafts Osnabrück |werk=heger-laischaft.de |abruf=2016-06-24}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Osnabrück)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geschichte (Münster)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Rechtsgeschichte des Mittelalters (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Verwaltungsgeschichte (Deutschland)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Organisation (Mittelalter)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Historische Organisation (Deutschland)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;M Huhn</name></author>
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