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	<title>Leipziger Gemetzel - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-09T12:49:41Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Leipziger_Gemetzel&amp;diff=1329662&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Friedrich von Bogislaw: /* Reaktionen in Deutschland */ Typographische Grundregel: Keine zwei Schluss- oder Wortzeichen am Ende eines Satzes!</title>
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		<updated>2025-07-27T22:15:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Reaktionen in Deutschland: &lt;/span&gt; Typographische Grundregel: Keine zwei Schluss- oder Wortzeichen am Ende eines Satzes!&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Leipziger Gemetzel.jpg|mini|hochkant=1.3|Leipziger Gemetzel – Die Szenerie auf dem Roßplatz (oben) und der Trauerzug zur Johanniskirche auf einer zeitgenössischen Lithografie]]&lt;br /&gt;
Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Leipziger Gemetzel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; werden die Vorkommnisse während des Besuchs des sächsischen Prinzen [[Johann (Sachsen)|Johann]], Bruder des sächsischen Königs, in [[Leipzig]] am 12. und 13. August 1845 bezeichnet. Während dieses Besuchs kam es zu Protesten gegen Johann. Nachdem königliches Militär auf die Demonstranten geschossen hatte, setzte sich der demokratische Politiker [[Robert Blum]] am Folgetag an die Spitze einer Protestkundgebung und trat für eine ehrenvolle Beerdigung der Toten ein. Die Vorgänge im August 1845 riefen in ganz Deutschland Empörung hervor und legten den Grundstein für Blums landesweite Bekanntheit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Vorgeschichte ==&lt;br /&gt;
Im [[Königreich Sachsen]] hatte es während der dreißiger Jahre eine reformorientierte Politik unter dem Leitenden Minister [[Bernhard August von Lindenau]] gegeben. Dieser stieß jedoch auf immer mehr Widerstand seitens der Konservativen und wurde 1843 endgültig durch [[Julius Traugott von Könneritz]] abgelöst, der eine reaktionäre Linie vertrat. Zu dieser Zeit war ebenfalls die einige Jahre zuvor entstandene Bewegung der [[Deutschkatholizismus|Deutsch-Katholiken]] auf einem Höhepunkt. Diese hatte insbesondere in [[Schlesien]] und auch in Sachsen fußgefasst. Prominente Vertreter waren [[Johannes Ronge]] und der demokratische Politiker [[Robert Blum]]. Da die Bewegung den päpstlichen Primat und andere katholische Gebote ablehnte, war sie in Sachsen wiederholt Verfolgungen ausgesetzt gewesen. So galt auch Prinz [[Johann (Sachsen)|Johann]], der Bruder des Königs [[Friedrich August II. (Sachsen)|Friedrich August&amp;amp;nbsp;II.]], als fanatischer Katholik (das Königshaus der Sachsen war anders als die Mehrheit der sächsischen Bevölkerung katholisch) und Verfolger von Abweichlern. Prinz Johann war außerdem Generalkommandant der sächsischen Kommunalgarden und aufgrund der Kinderlosigkeit seines Bruders sächsischer Thronfolger.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== 12. August ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Johann (Sachsen).jpg|mini|hochkant|Prinz Johann von Sachsen, Bildnis von 1831]]&lt;br /&gt;
Am 12. August 1845 traf Prinz Johann mit der [[Bahnstrecke Leipzig–Dresden|Eisenbahn aus Dresden]] in Leipzig ein. Am Nachmittag nahm er an den Übungen der [[Leipziger Kommunalgarde]] teil, was eine Zuschauermenge mit Pfiffen kommentierte. Am Abend speiste Johann im &amp;#039;&amp;#039;[[Hotel de Prusse]]&amp;#039;&amp;#039; am [[Roßplatz]] mit vornehmen Bürgern der Stadt, während draußen vor dem Gebäude erneut gelärmt wurde. Es wurden Schmährufe gegen die [[Jesuiten]] ausgestoßen, unter anderem das [[Martin Luther|Lutherlied]] &amp;#039;&amp;#039;[[Eine feste Burg ist unser Gott]]&amp;#039;&amp;#039; gesungen und Steine gegen die Fenster des Hotels geworfen, woraufhin der Kommandant der [[Leipziger Kommunalgarde|Kommunalgarde]] nach der Hauptwache der Kommunalgarde schickte, damit diese einschreite. Ein Vertreter der [[Kreishauptmannschaft Leipzig|Kreisdirektion]] verlangte jedoch nach [[Sächsische Armee|königlichem Militär]], welches für einen solchen Fall, im Gegensatz zur Kommunalgarde, nicht zuständig war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit geringem zeitlichem Unterschied gelangten die beiden Truppenteile zum Ort des Geschehens, doch wurde die Kommunalgarde von der königlichen Armee weggeschickt. Der Oberstleutnant des sächsisch-königlichen Militärs soll die Bürgerwehr mit dem Ruf: „Sie sind nicht mehr nötig, gehen Sie zurück.“ zurechtgewiesen haben.&amp;lt;ref&amp;gt;Zitiert nach Ralf Zerback: &amp;#039;&amp;#039;Robert Blum. Eine Biografie.&amp;#039;&amp;#039; S. 179&amp;lt;/ref&amp;gt; Prinz Johann verließ zu diesem Zeitpunkt das Hotel und ordnete die Räumung des Platzes an.&amp;lt;ref&amp;gt;Veit Valentin: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der deutschen Revolution.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, S. 223&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das königliche Militär bewirkte nun den Rückzug der Protestierenden in die Lerchenallee (Parkweg auf der Nordseite des Roßplatzes) und errichtete zwischen sich und ihnen eine Barriere, die jedoch von Jugendlichen überquert wurde. Daraufhin wendete sich das Militär wieder der Lerchenallee zu, ließ mehrere Töne aus Jagdhörnern erklingen und auf die zurückweichenden Versammelten schießen, wobei wohl die Angst einiger Offiziere, die das gesamte Geschehen nicht überblicken konnten, ausschlaggebend war. Die Menge war nämlich zu weit entfernt vom &amp;#039;&amp;#039;Hotel de Prusse&amp;#039;&amp;#039;, um die in diesem sich befindenden Personen zu gefährden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Schüsse töteten acht Personen und verletzten vier. Hierdurch wurde die Menschenmasse erregt und bis in die ersten Stunden des 13. August tobte sie in den Straßen. Einige Studenten wollten sogar die Kaserne des königlichen Militärs stürmen. Schließlich übernahm die Kommunalgarde die Gewalt über die Stadt und beruhigte die Situation.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Reaktionen in Sachsen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Portrait of Robert Blum by August Hunger.jpg|mini|hochkant|Robert Blum, Gemälde von August Hunger, zwischen 1845 und 1848]]&lt;br /&gt;
Am 13. August verließ Prinz Johann die Stadt. Da die Bevölkerung in ihm den Schuldigen für die Ereignisse sah, wurde er von einem Mob verfolgt, der beinahe seine Kutsche umwarf. Studenten versammelten am selben Tag eine Volksmenge von zwei- bis viertausend Personen am Schützenhaus und forderten Vergeltung. Einige Zeit nach Beginn der Versammlung fand sich auch [[Robert Blum]] ein, der am Vortag in Dresden geweilt hatte und erst kurz zuvor vom Geschehen Kenntnis erlangt hatte. Er trat vor die Menge, beruhigte sie und bewog sie dazu, zum [[Altes Rathaus (Leipzig)|Rathaus]] auf den [[Markt (Leipzig)|Marktplatz]] zu ziehen. Dort forderte er als Teil einer Delegation im Rathaus die ehrenvolle Bestattung der Toten, die Auswechslung des am Ort stationierten königlichen Militärs und die Aufrechterhaltung der Ordnung der Stadt einzig durch die Kommunalgarde. Außerdem verlangte er eine Untersuchung des am Vortag Vorgefallenen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am selben Tag sandte der Stadtrat eine Nachricht an den König, in der er die Meinung vertrat, man hätte der Bürgerwehr das Kommando überlassen sollen, und am 14. August begab sich eine Abordnung derselben nach [[Dresden]], wo der König seine Trauer über die Geschehnisse zum Ausdruck brachte, aber auch das Misstrauen seiner Untertanen skeptisch beurteilte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den auf den 13. August folgenden Tagen hielt Blum weitere Reden im Schützenhaus und auf der Trauerfeier für die Verstorbenen, unter denen sich auch der Korrektor Gotthelf Heinrich Nordmann des Verlegers [[Heinrich Brockhaus]] befand, die alle recht maßvoll gehalten waren und direkte Kritik an der Monarchie möglichst vermieden. Es gab auch zahlreiche Beschwerdepetitionen, so eine 1800 Unterschriften tragende des Politikers [[Karl Biedermann (Politiker)|Karl Biedermann]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach der Trauerfeier, auf der sich mehr als eintausend Zuhörer einfanden, flaute die Entrüstung ab und am 16. August wurden weitere Versammlungen im Schützenhaus durch den Bürgermeister verboten. Ebenso wurden in ganz Sachsen Bürger- und Gesangsvereine verboten, gedeckt durch einen Beschluss des [[Bundestag (Deutscher Bund)|Bundestages]] von 1832. Außerdem fand sich der Außerordentliche Kommissar [[Friedrich Albert von Langenn|von Langenn]] ein und bezeichnete das Vorgehen der königlichen Truppen, noch vor dem Vernehmen erster Zeugen, als rechtmäßig. Als Ergebnis der vom König als Antwort auf das Begehren des Stadtrats angeordneten Untersuchung wurde den städtischen Zivilbehörden wegen zu langsamen Vorgehens eine Teilschuld zugewiesen. Die Schriftsteller [[Wilhelm Jordan (Schriftsteller)|Wilhelm Jordan]] und [[Albert Dulk]] wurden wegen ihrer Reden auf der Trauerfeier und insbesondere nach der Versammlung im Schützenhaus ausgewiesen.&amp;lt;ref&amp;gt;Jochen Mayer: &amp;#039;&amp;#039;Albert Dulk, ein Achtundvierziger.&amp;#039;&amp;#039; Marbacher Magazin Nr. 48, 1988, S. 37–42&amp;lt;/ref&amp;gt; Blum, der sich in dieser Versammlung mäßigend äußerte, ließ man unbehelligt. Die Stadtverordneten baten den König und Prinz Johann in Briefen um Gnade.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Langfristig bewirkten die Leipziger Augustereignisse die Entbindung Prinz Johanns vom Kommando der Kommunalgarden im Juli 1846. Der für das Präsidium der [[Sächsischer Landtag (1831–1918)|zweiten Kammer]] vorgeschlagene Leipziger Appellationsrat [[Karl Heinrich Haase]] wurde vom König nicht mit diesem Posten betraut, vermutlich, da er sich für das Herbeirufen des königlichen Militärs ausgesprochen hatte.&amp;lt;ref&amp;gt;Veit Valentin: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der deutschen Revolution.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, S. 225&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Reaktionen in Deutschland ==&lt;br /&gt;
Die Vorgänge des 12. August wurden schnell in ganz Deutschland bekannt. [[Ferdinand Freiligrath]] widmete dem Geschehen das Gedicht &amp;#039;&amp;#039;Leipzigs Toten!&amp;#039;&amp;#039; Blum wurde durch diese Vorgänge in allen deutschen Staaten populär, wurde aber auch von extremen Linken kritisiert, da er die Situation nicht für Weitergehendes genutzt habe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Ralf Zerback]]: &amp;#039;&amp;#039;Robert Blum. Eine Biografie.&amp;#039;&amp;#039; Lehmstedt, Leipzig 2007, ISBN 978-3-937146-45-4, S. 176–189&lt;br /&gt;
* [[Veit Valentin (Historiker)|Veit Valentin]]: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der deutschen Revolution.&amp;#039;&amp;#039; Band 1, Beltz Quadriga Verlag, Weinheim und Berlin, 1998, ISBN 3-88679-301-X, S. 222–225&lt;br /&gt;
* Jochen Meyer: &amp;#039;&amp;#039;Albert Dulk, ein Achtundvierziger. Aus dem Lebensroman eines Radikalen.&amp;#039;&amp;#039; Marbacher Magazin Nr. 48, 1988&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* {{Internetquelle |autor=Ralf Julke |url=https://www.l-iz.de/bildung/zeitreise/2022/05/das-leipziger-gemetzel-wie-ein-verkorkster-wikipedia-artikel-zur-steilvorlage-fuer-einen-afd-antrag-wurde-450023 |titel=Das Leipziger Gemetzel: Wie ein verkorkster Wikipedia-Artikel zur Steilvorlage für einen AfD-Antrag wurde |werk=[[Leipziger Internet Zeitung]] |datum=2022-05-18 |abruf=2022-05-19 |abruf-verborgen=1}}&lt;br /&gt;
* [https://www.leipzig-lese.de/persoenlichkeiten/o/otto-peters-louise-und-das-leipziger-gemetzel/louise-otto-peters-und-das-leipziger-gemetzel/ Elisabeth Guhr: &amp;#039;&amp;#039;Louise Otto Peters und das Leipziger Gemetzel&amp;#039;&amp;#039; auf Leipzig-Lese]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Fußnoten ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Leipziger Militärgeschichte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Konflikt 1845]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Demonstration]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Friedrich von Bogislaw</name></author>
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