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	<title>Leichengift - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Leichengift&amp;diff=41032&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Androl am 6. Juli 2025 um 15:08 Uhr</title>
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		<updated>2025-07-06T15:08:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ptomain&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (oder Ptomaïn; von {{grcS|πτῶμα|ptṓma|de=Getötetes, [[Leichnam]]}}, mit dem [[Suffix]] &amp;#039;&amp;#039;-in&amp;#039;&amp;#039;; Plural: Ptomaine) – &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Leichengift&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Leichenbase&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Leichenalkaloid&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kadaveralkaloid&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; oder auch seltener &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Septizin&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Septicin&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) – ist eine im [[Deutscher Sprachraum|deutschen Sprachraum]] eher altertümliche Bezeichnung unter anderem für die bei der [[Fäulnis]] von [[Protein]]en infolge [[Mikroorganismus|mikrobieller]] [[Zersetzung (Chemie)|Zersetzung]] von [[Lysin]] und [[Ornithin]] durch [[Decarboxylierung]] entstehenden, relativ ungiftigen [[Biogene Amine|biogenen Amine]] [[1,5-Diaminopentan|Cadaverin]] und [[Putrescin]],&amp;lt;ref name=&amp;quot;Legrum&amp;quot;&amp;gt;Wolfgang Legrum: &amp;#039;&amp;#039;Riechstoffe, zwischen Gestank und Duft.&amp;#039;&amp;#039; Vieweg + Teubner Verlag, 2011, ISBN 978-3-8348-1245-2, S.&amp;amp;nbsp;65.&amp;lt;/ref&amp;gt; die ein Grund für den Verwesungsgeruch von Leichen sind. Lediglich das durch [[Dehydratisierung (Chemie)|Dehydratation]] von [[Cholin]] entstehende [[Neurin]] besitzt eine gewisse akute [[Toxizität]]. Daneben spielen auch [[Schwefel#Verbindungen|Schwefelverbindungen]] wie [[Schwefelwasserstoff]] eine Rolle, die zwar an sich giftig sind, aber nicht in hoher Konzentration vorliegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entstehung und Verwendung der Begriffe ==&lt;br /&gt;
Die verschiedenen Begriffe für „Leichengift“, speziell Ptomain, wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als die Ptomain-Forschung ihren Höhepunkt erreichte, im deutschen Sprachraum geprägt&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.com/ngrams/graph?content=Ptomain&amp;amp;year_start=1850&amp;amp;year_end=2000&amp;amp;corpus=8&amp;amp;smoothing=3 „Ptomain“ in der deutschen Literatur (1850–2000).] NGRAM-Viewer&amp;lt;/ref&amp;gt; und der Begriff erschien mit Verzögerung in der englischen Literatur.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.com/ngrams/graph?content=Ptomain&amp;amp;year_start=1850&amp;amp;year_end=2000&amp;amp;corpus=0&amp;amp;smoothing=3 „Ptomain“ in der englischen Literatur (1850–2000).] NGRAM-Viewer&amp;lt;/ref&amp;gt; Mit Zunahme des Wissenstandes durch die chemische und biochemische Analytik wurden ab dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts mehr und mehr die Fachbegriffe für die identifizierten Substanzen verwendet und die Gruppenbezeichnung „Ptomain“ (oder „Leichengift“) verschwand aus der naturwissenschaftlichen Literatur, da es so gesehen keine „Substanz namens Leichengift“ gibt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ptomain-Forschung ==&lt;br /&gt;
W. Marquardt, Apotheker und Medicinal-Assessor in [[Stettin]], isolierte 1865 das erste Ptomain aus faulenden Leichenteilen und beschrieb es als eine dem [[Coniin]] ähnliche Flüssigkeit.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Pharmazeutische Centralhalle für Deutschland&amp;#039;&amp;#039; Band 25, 1884, [https://books.google.fr/books?id=6l1CAQAAIAAJ&amp;amp;q=Ptomaine+1865+Marquardt&amp;amp;dq=Ptomaine+1865+Marquardt&amp;amp;hl=en&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=ZxBGT8WTJ8iX8gPS4vSTDg&amp;amp;redir_esc=y S. 285].&amp;lt;/ref&amp;gt; 1866 fanden [[Henry Bence Jones]] und [[August Dupré]] in menschlichen und tierischen Organen, Geweben und Flüssigkeiten eine alkaloidartige Substanz, die sie „animalisches Chinoidin“ (engl. &amp;#039;&amp;#039;animal chinoidin&amp;#039;&amp;#039;; frei übersetzt etwa ‚[[Chinin]]-artige Substanz in Tieren‘) nannten&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Schmidt’s Jahrbücher der in- und ausländischen gesammten Medicin.&amp;#039;&amp;#039; Band 139, 1868, [https://books.google.fr/books?id=0xpCAAAAcAAJ&amp;amp;pg=PA174&amp;amp;dq=bence+jones+Chinoidin+chinin&amp;amp;hl=en&amp;amp;sa=X&amp;amp;ei=yY1HT7nRJ4HL0QWKpcX-DQ&amp;amp;redir_esc=y#v=onepage&amp;amp;q=bence%20jones%20Chinoidin%20chinin&amp;amp;f=false S. 174].&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Medical record.&amp;#039;&amp;#039; Band 33, 1888, S. 529.&amp;lt;/ref&amp;gt; und 1869 isolierten Zülzer und Sonnenschein aus faulenden Flüssigkeiten (Hefe, Blut, Fleisch u.&amp;amp;nbsp;a.) das erste kristallisierbare Ptomain, das Ähnlichkeiten mit [[Atropin]] und [[Hyoscyamin]] aufwies.&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[Archiv der Pharmazie]].&amp;#039;&amp;#039; Band 224, 1886, S. 481.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die chemische Natur der Ptomaine wies der italienische Chemiker [[Francesco Selmi]] 1873 nach.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Paul Diepgen]], [[Heinz Goerke]]: &amp;#039;&amp;#039;[[Ludwig Aschoff|Aschoff]]/Diepgen/Goerke: Kurze Übersichtstabelle zur Geschichte der Medizin.&amp;#039;&amp;#039; 7., neubearbeitete Auflage. Springer, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1960, S. 41.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Ludwig Brieger]], der viel zu Ptomainen beim Menschen und in anderen Organismen publizierte, zählte neben den oben erwähnten Substanzen auch [[Muskarin]], C&amp;lt;sub&amp;gt;1&amp;lt;/sub&amp;gt;- bis C&amp;lt;sub&amp;gt;5&amp;lt;/sub&amp;gt;-Amine, [[Neuridin]], „Tetanotoxin“ und „Tetanin“ (beide nicht näher analysiert), „Mytilotoxin“ (vermutlich eine Form von [[Saxitoxin]]), „Mydatoxin“ (aus vier Monate altem Pferdefleisch und aus menschlichen Leichenteilen), „Gadinin“ (aus gefaultem [[Stockfisch]]) und „Typhotoxin“ zu den Ptomainen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Erforschung der Ptomaine war speziell für die damalige Gerichtschemie von Bedeutung, da körpereigene Alkaloide, die nach dem Tode durch biochemische Abbauprozesse –&amp;amp;nbsp;welcher Art auch immer&amp;amp;nbsp;– entstanden, ein Vorhandensein vermeintlicher Pflanzengifte vortäuschen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;gallery style=&amp;quot;text-align:center&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
  Atropine.svg|[[Atropin]]&amp;lt;br /&amp;gt;(Mischung aus den Isomeren (&amp;#039;&amp;#039;R&amp;#039;&amp;#039;)- und (&amp;#039;&amp;#039;S&amp;#039;&amp;#039;)-[[Hyoscyamin]])&lt;br /&gt;
  Pentane-1,5-diamine 200.svg|[[Cadaverin]]&lt;br /&gt;
  L-Lysin - L-Lysine.svg|[[Lysin]]&lt;br /&gt;
  Chinin.svg|[[Chinin]]&lt;br /&gt;
  Coniin - Coniine.svg|[[Coniin]]&lt;br /&gt;
  Neurine.png|[[Neurin]]&lt;br /&gt;
  Muscarine.svg|[[Muscarin|(+)-Muscarin]]&lt;br /&gt;
  N1,N1&amp;#039;-(butane-1,4-diyl)bis(propane-1,3-diamine) 200.svg|&amp;lt;div class=&amp;quot;center&amp;quot;&amp;gt;[[Neuridin]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
  Butane-1,4-diamine 200.svg|[[Putrescin]]&lt;br /&gt;
  L-Ornithin2.svg|[[Ornithin]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/gallery&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Bildung anderer Toxine ==&lt;br /&gt;
Bald wurde erkannt, dass weitere Substanzen durch die Einwirkung von Bakterien im Anfangsstadium der Fäulnis gebildet werden, noch ehe der typische Verwesungsgeruch darauf aufmerksam macht. Schließlich, bei weiter fortschreitender Fäulnis, wird der tote Organismus von Pilzen (früher als „saprophytische Pilze“, d.&amp;amp;nbsp;h. Fäulnispilze, bezeichnet) weiter metabolisiert (zersetzt).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In früheren Zeiten wurden in medizinischen [[Hörsaal|Hörsälen]] (als die genauen [[Biochemie|biochemischen]] Zusammenhänge noch nicht bekannt waren) auf demselben Tisch sowohl [[Obduktion|Sektionen]] von Leichen als auch [[Operation (Medizin)|Operationen]] von Patienten durchgeführt, häufig zum Nachteil der Patienten, die dann jedoch an Infektionen und nicht durch „Leichengift“ verstarben (siehe [[Ignaz Semmelweis]]). Im Umgang mit Leichen, wie etwa in Bestattungsunternehmen, weiß man, dass eine schädliche Wirkung infolge Hautkontakt oder Einatmung von „Leichengift“ ausgeschlossen ist. Bei oraler Aufnahme, [[Injektion (Medizin)|Injektion]] oder [[Trauma (Medizin)|gewaltsamer Schädigung]] sind aber sehr wohl Erkrankungen durch Bakterientoxine (z.&amp;amp;nbsp;B. die [[Protein]]e [[Botulinumtoxin|Botulin]] und [[Tetanus]]toxin) oder durch mikrobielle Infektionen möglich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dies führte bereits früh zur [[Biologische Waffe|biologischen Kriegsführung]], bei der Leichen (Menschen- oder Tierkadaver) mit [[Katapult]]en in belagerte Städte geschleudert oder zum [[Brunnenvergiftung|Vergiften von Brunnen]] verwendet wurden. Je nach [[Todesursache]] und Grad der [[Verwesung]] ist zumeist ein bestimmter [[Krankheitserreger]] –&amp;amp;nbsp;beispielsweise [[Yersinia|Pestbakterien]], das von &amp;#039;&amp;#039;[[Vibrio cholerae]]&amp;#039;&amp;#039; produzierte [[Choleratoxin]] oder [[Tetanustoxin]] von &amp;#039;&amp;#039;[[Clostridium tetani]]&amp;#039;&amp;#039;&amp;amp;nbsp;– für die krankmachende Wirkung verantwortlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* F. Gräbner: [https://dspace.ut.ee/bitstream/handle/10062/10280/grabner_ptomaineocr.pdf?sequence=2 &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Kenntniss der Ptomaine in Gerichtlich-chemischer Beziehung&amp;#039;&amp;#039;.] (PDF; 2,6&amp;amp;nbsp;MB) Dissertation; Schnakenburg’s Buchdruckerei, Dorpat 1882.&lt;br /&gt;
* Conrad Willgerodt, H. Maas, Ludwig Brieger: &amp;#039;&amp;#039;Ueber Ptomaine (Cadaveralkaloïde) mit Bezugnahme auf die bei gerichtlich-chemischen Untersuchungen zu berücksichtigenden Pflanzengifte.&amp;#039;&amp;#039; C. Lehmann, 1882.&lt;br /&gt;
* H. Oeffinger (Großherzoglicher Badischer Bezirksarzt): &amp;#039;&amp;#039;Die Ptomaine der Cadaver-Alkaloide.&amp;#039;&amp;#039; Wiesbaden 1885.&lt;br /&gt;
* Ludwig Brieger: &amp;#039;&amp;#039;Über Ptomaine – Weitere Untersuchungen über Ptomaine.&amp;#039;&amp;#039; In 3 Teilen. Verlag Hirschwald, Berlin 1885–86.&lt;br /&gt;
* Icilio Guareschi: &amp;#039;&amp;#039;Einführung in das Studium der Alkaloide mit besonderer Berücksichtigung der vegetabilischen alkaloide und der Ptomaine.&amp;#039;&amp;#039; R. Gaertner’s Verlagsbuchhandlung, Berlin 1896.&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Meyers Konvers.-Lexikon.&amp;#039;&amp;#039; Band 11. 5. Auflage, Bibliograph. Inst., Leipzig / Wien 1896, S. 176–177.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* Christine Pernlochner-Kügler: [https://aspetos.com/de/post/sind-leichen-giftig/32 &amp;#039;&amp;#039;Sind Leichen giftig?&amp;#039;&amp;#039;]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gift]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pathologie]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[en:Foodborne illness#&amp;quot;Ptomaine poisoning&amp;quot; misconception]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Androl</name></author>
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