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	<title>Lehrstuhl - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Lehrstuhl&amp;diff=74561&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;KenntnisseSchüler am 16. März 2026 um 15:16 Uhr</title>
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		<updated>2026-03-16T15:16:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lehrstuhl&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (auch &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ordinariat&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;) wird die planmäßige Stelle eines [[Hochschullehrer]]s, traditionell mit der Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;ordentlicher [[Professor]]&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Ordinarius&amp;#039;&amp;#039;, an einer [[Universität]] bezeichnet. Diese Professorenstellen sind mit zusätzlichem Personal und finanziellen Mitteln zur Wahrnehmung bestimmter Aufgaben in Forschung und Lehre ausgestattet. Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Lehrstuhl&amp;#039;&amp;#039; wird daher auch als [[Synonymie|Synonym]] für die Gesamtheit aller Mitarbeiter des entsprechenden Professors benutzt. In einigen Fächern spricht man stattdessen von &amp;#039;&amp;#039;Arbeitsgruppe&amp;#039;&amp;#039; oder kurz &amp;#039;&amp;#039;AG&amp;#039;&amp;#039;, in Österreich auch von &amp;#039;&amp;#039;Forschungsgruppe&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Hochschulprofessor|Hochschulprofessur]] und Lehrstuhl sind nicht unbedingt miteinander verbunden – jeder Lehrstuhlinhaber ist Professor, aber umgekehrt gilt dies nicht. &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lehrstuhlinhaber&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; werden traditionell auch als &amp;#039;&amp;#039;ordentlicher Professor&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;Ordinarius&amp;#039;&amp;#039; bzw. &amp;#039;&amp;#039;Ordinaria&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet. Lehrstuhlinhaber sind in Deutschland heute meistens [[W-Besoldung|W3-Professoren]] und bilden gemeinsam mit den &amp;#039;&amp;#039;Extraordinarien&amp;#039;&amp;#039; die Gruppe der &amp;#039;&amp;#039;planmäßigen Professoren&amp;#039;&amp;#039;. Dies ist aber nur eine Faustregel: Manchmal werden Lehrstuhlinhaber auch nach W2 besoldet, während umgekehrt nicht jeder W3-Professor einen Lehrstuhl bekleidet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben den Lehrstuhlinhabern gibt es &amp;#039;&amp;#039;außerordentliche Professoren&amp;#039;&amp;#039;  bzw. &amp;#039;&amp;#039;Extraordinarien&amp;#039;&amp;#039;. Diese bekleiden ebenfalls eine planmäßige Professur, sind dauerhaft angestellt und haben dieselben Rechte und Pflichten wie Lehrstuhlinhaber, verfügen aber über einen geringeren Etat und weniger oder gar keine [[Wissenschaftlicher Mitarbeiter|Mitarbeiterstellen]]. Die Aufforderung der Hochschule, eine Professur zu übernehmen, wird als [[Berufung (Amt)|Berufung]] (umgangssprachlich &amp;#039;&amp;#039;Ruf&amp;#039;&amp;#039;) bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Überblick ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Kleines Distillierbuch.jpg|mini|Professor im Lehrstuhl, bei der Vorlesung (aus dem Jahr 1500)]]&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Lehrstuhl&amp;#039;&amp;#039; ist eine [[Lehnübersetzung]] von griechisch-lateinisch &amp;#039;&amp;#039;cathedra&amp;#039;&amp;#039;, was mit „Lesestuhl“ umschrieben werden kann und den erhöhten Stuhl des Lehrers an einer Universität, den [[Katheder]], bezeichnete.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Professor]] an einer [[Universität]] mit einem Lehrstuhl (&amp;#039;&amp;#039;Lehrstuhlinhaber&amp;#039;&amp;#039;) wird auch als &amp;#039;&amp;#039;Ordinarius&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;professor ordinarius&amp;#039;&amp;#039;) oder &amp;#039;&amp;#039;ordentlicher Professor&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Friedhelm Golücke]]: &amp;#039;&amp;#039;Studentenwörterbuch&amp;#039;&amp;#039;. 4. Auflage, 1984.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einer [[Hochschulreform]] in den 1970er Jahren wurde der Titel &amp;#039;&amp;#039;Ordinarius&amp;#039;&amp;#039; in der Bundesrepublik Deutschland weitgehend abgeschafft, die Bezeichnung ist aber in Art. 62 Abs. 3 des bayerischen Hochschulinnovationsgesetzes, das seit dem 1.&amp;amp;nbsp;Januar 2023 in Kraft ist, als Titel genannt und wird auch in anderen Bundesländern informell weiterhin gebraucht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayHIG |titel=Bayerisches Hochschulinnovationsgesetz (BayHIG) vom 5. August 2022 (GVBl. S. 414, BayRS 2210-1-3-WK), das zuletzt durch § 3 des Gesetzes vom 23. Juni 2023 (GVBl. S. 251) und durch § 2 des Gesetzes vom 24. Juli 2023 (GVBl. S. 455) geändert worden ist |hrsg=Freistaat Bayern |datum= |sprache=de |abruf=2020-04-01}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der zweiten Hälfte des 19.&amp;amp;nbsp;Jahrhunderts bezeichnete der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Ordinarius&amp;#039;&amp;#039; auch einen Klassenlehrer an einer höheren Schule. An einigen Gymnasien in Österreich wird auch heute noch ein Klassenlehrer so bezeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Lehrstuhl bezieht sich auf ein bestimmtes Fachgebiet, also z.&amp;amp;nbsp;B. Lehrstuhl für [[Festkörperphysik]], das der Lehrstuhlinhaber bearbeitet. Der Lehrstuhl ist in der Regel einem [[Institut (Organisation)|Institut]] oder [[Seminar (Bildungseinrichtung)|Seminar (im Sinne einer Bildungseinrichtung)]] angegliedert. Es gibt – gerade in [[kleines Fach|kleineren Fächern]] – auch Institute, die nur aus einem einzigen Lehrstuhl bestehen, während es umgekehrt an manchen Hochschulen (z.&amp;amp;nbsp;B. der [[Universität Konstanz]]) zwar Lehrstühle, aber keine Institute gibt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Extraordinarien&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;außerordentliche Professoren&amp;#039;&amp;#039; sind dagegen verbeamtete Professoren ohne Lehrstuhl (siehe oben). In Deutschland sind sie meist den Besoldungsgruppen W 2 beziehungsweise (bis 2005) C 3 zugeordnet und verfügen an vielen Universitäten über weniger oder gar keine Mitarbeiterstellen oder über geringere Haushaltsmittel. Sie müssen sich aber ebenfalls in einem Berufungsverfahren durchsetzen und sind im Hinblick auf ihre Rechte und Pflichten vollwertige [[Hochschullehrer]]. Dies unterscheidet sie und die Lehrstuhlinhaber von &amp;#039;&amp;#039;außerplanmäßigen Professoren&amp;#039;&amp;#039;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Fakultät (Hochschule)|Fakultät]] oder der Fachbereich, der einen vakanten Lehrstuhl oder eine Professur zu besetzen hat, bedient sich in Deutschland, Österreich und der Schweiz üblicherweise eines aufwendigen [[Berufung (Amt)|Berufungsverfahrens]], um einen Professor auszusuchen. Dabei erstellt eine [[Berufungskommission]] eine Liste von Berufungsvorschlägen, die von der zuständigen Behörde meist berücksichtigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Deutschland ==&lt;br /&gt;
In der Bundesrepublik Deutschland werden Lehrstuhlinhaber heute in der Regel nach der [[Besoldungsordnung W|Besoldungsgruppe W&amp;amp;nbsp;3]] (früher [[Besoldungsordnung C|C&amp;amp;nbsp;4]] bzw. davor [[Besoldungsordnung H|H&amp;amp;nbsp;5]]) besoldet. Gerade in [[Kleines Fach|kleinen Fächern]] werden Lehrstuhlinhaber aber mitunter auch nach W&amp;amp;nbsp;2 besoldet; umgekehrt werden zum Beispiel in Baden-Württemberg auch Universitätsprofessoren ohne eigenen Lehrstuhl in die Besoldungsgruppe W&amp;amp;nbsp;3 eingeordnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An deutschen Universitäten lehrten im Jahr 2020 28.124 Professorinnen und Professoren; etwa zwei Drittel von diesen bekleideten einen Lehrstuhl. An [[Fachhochschule]]n gibt es in der Regel keine Lehrstühle.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Teil der Lehrstühle wird durch externe [[Geldgeber]] finanziert (Stiftungslehrstuhl), wodurch sich Möglichkeiten der Erweiterung des akademischen Spektrums von Universitäten ergeben; es wurden aber auch Sorgen vor inhaltlicher Einflussnahme durch die Geldgeber geäußert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=Florian Vollmers |Titel=Stiftungslehrstühle: Professoren von Unternehmers Gnaden |Sammelwerk=FAZ.NET |Datum=2008-07-11 |ISSN=0174-4909 |Online=https://www.faz.net/aktuell/karriere-hochschule/campus/stiftungslehrstuehle-professoren-von-unternehmers-gnaden-1665762.html |Abruf=2021-07-26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Österreich ==&lt;br /&gt;
In Österreich wurde früher der Begriff {{Anker|Lehrkanzel}} &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lehrkanzel&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; angewandt. Heute ist die Bezeichnung &amp;#039;&amp;#039;Lehrstuhl&amp;#039;&amp;#039; üblich. Je nach Universität oder auch innerhalb einer Universität differenziert kann ein Lehrstuhl oder ein Institut die Organisationseinheit einer Universität im Sinne des Universitätsgesetzes darstellen. Ein Institut beinhaltet dabei mehrere Professuren, ein Lehrstuhl nur eine. Mehrere Lehrstühle können ein Department oder eine Fakultät bilden, müssen es aber nicht. Der Leiter eines Lehrstuhls ist Universitätsprofessor (Univ.-Prof.), aber nicht jeder Universitätsprofessor leitet einen Lehrstuhl, allerdings die große Mehrheit. Im Unterschied zu Deutschland zählen Assistenzprofessoren (entspricht den deutschen Juniorprofessoren) nicht und assoziierte Professoren (entspricht den deutschen W2-Professoren) meist nicht zu den Professoren, sondern zum akademischen Mittelbau. Daher bestehen österreichische Lehrstühle oft nur aus einer Professur, nämlich der des Lehrstuhlinhabers, können aber mehrere Dutzend Mitarbeiter beinhalten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der &amp;#039;&amp;#039;Ordinarius&amp;#039;&amp;#039; war bislang der &amp;#039;&amp;#039;ordentliche Universitätsprofessor&amp;#039;&amp;#039;. Seit dem [[Universitäts-Organisationsgesetz 1993]] wird nicht mehr zwischen den ordentlichen Universitätsprofessoren und den außerordentlichen Universitätsprofessoren alten Typs unterschieden (ein Unterschied besteht jedoch zu den außerordentlichen Universitätsprofessoren neuen Typs, welche trotz dieser Bezeichnung nicht zu den Universitätsprofessoren zählen). Die bisherigen ordentlichen Universitätsprofessoren dürfen sich jedoch weiterhin so bezeichnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Berühmte Lehrstühle ==&lt;br /&gt;
Eine akademische Tradition erlaubt die Benennung von Lehrstühlen nach ihren legendären Vorgängern, Vorbildern oder Stiftern, insbesondere im angelsächsischen Bereich. In Deutschland, wo inzwischen einige Lehrstühle nach dieser Regel benannt werden, besteht keine derartige Tradition. Stiftungsprofessuren genießen häufig besonderes Ansehen. Vier Beispiele:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Der [[Lucasischer Lehrstuhl für Mathematik|Lucasische Lehrstuhl für Mathematik]] an der [[Universität Cambridge]] wurde nach seinem Stifter [[Henry Lucas]] benannt. Die Liste seiner Inhaber ist hochkarätig und reicht von [[Isaac Newton]] bis [[Stephen Hawking]].&lt;br /&gt;
* Der [[Savilian Chair of Geometry]] an der [[Oxford University]] ist nach seinem Stifter [[Henry Savile]] benannt.&lt;br /&gt;
* Der [[Freud Memorial Chair]] am [[University College London|University College]] in [[London]] wurde nach [[Sigmund Freud]], dem Gründer der Psychoanalyse, benannt. Auch er wurde und wird mit hochkarätigen Wissenschaftlern – wie [[Joseph Sandler]], [[Janine Chasseguet-Smirgel]], [[Hanna Segal]] oder [[Peter Fonagy]] – besetzt.&lt;br /&gt;
* Die [[Romano Guardini#Guardini-Lehrstühle|Guardini-Lehrstühle]] in [[Ludwig-Maximilians-Universität München|München]] und [[Humboldt-Universität Berlin|Berlin]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lehrstuhl als Kunstwerk ==&lt;br /&gt;
Der Künstler [[Hermann Bigelmayr]] hat vor der [[Universitätsbibliothek Weimar]] die Großplastik &amp;#039;&amp;#039;[[Riesenstuhl (Weimar)|Lehrstuhl – leerer Stuhl]]&amp;#039;&amp;#039; errichtet. Das 20 Tonnen schwere Kunstwerk nimmt Bezug auf die Universität als Lehrinstitution einerseits und auf die Sitzgelegenheit Stuhl andererseits, die sowohl im Hörsaal als auch im Lesesaal der Bibliothek elementar ist.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.hermannbigelmayr.de/Aussenraum/2005/Weimar/2005-Weimar.html |wayback=20160304054104 |text=&amp;#039;&amp;#039;Lehrstuhl – leerer Stuhl.&amp;#039;&amp;#039; }} Abgerufen am 29. Dezember 2012.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* &amp;#039;&amp;#039;Die Lehrstühle an den wissenschaftlichen Hochschulen in der Bundesrepublik [und in Westberlin].&amp;#039;&amp;#039; Schwartz &amp;amp; Co, Göttingen 1955–1970 (jährliche Übersicht über Anzahl, Bezeichnung und Besetzung und die Nachwuchslage in den Fachgebieten).&lt;br /&gt;
* Elisabeth Boedeker, Maria Meyer-Plath: &amp;#039;&amp;#039;50 Jahre [[Habilitation]] von Frauen in Deutschland.&amp;#039;&amp;#039; Göttingen 1974.&lt;br /&gt;
* Christiane Mück, Karen Mühlenbein: &amp;#039;&amp;#039;Lehrstuhl-Management. Wie Hochschulen ihre Lehrstühle erfolgreich weiterentwickeln und vermarkten können.&amp;#039;&amp;#039; VDM Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-86550-023-4.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Lehrstuhl}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4167202-1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lehrstuhl| ]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hochschulsystem]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;KenntnisseSchüler</name></author>
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