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		<updated>2025-11-18T14:33:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Änderung &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Diff/261656783&quot; title=&quot;Spezial:Diff/261656783&quot;&gt;261656783&lt;/a&gt; von &lt;a href=&quot;/index.php/Spezial:Beitr%C3%A4ge/~2025-34266-37&quot; title=&quot;Spezial:Beiträge/~2025-34266-37&quot;&gt;~2025-34266-37&lt;/a&gt; rückgängig gemacht;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Landschaft mit Geschichte des Wilhelm Tell.jpg|mini|Umkreis [[Paul Bril]] – [[Wilhelm Tell]]]]&lt;br /&gt;
Die &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Legende&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist eine mit dem [[Märchen]] und der [[Sage]] verwandte [[Textsorte]] bzw. [[Gattung (Literatur)|literarische Gattung]], in der historische Ereignisse durch spätere Hinzufügungen überhöht oder verfälscht wurden. Legenden haben meist wie Sagen einen wahren Kern, der fantastisch ausgeschmückt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Der Begriff leitet sich von dem [[Mittellatein|mittelalterlich-lateinischen]] Ausdruck &amp;#039;&amp;#039;legenda&amp;#039;&amp;#039; ab, was so viel bedeutet wie „das, was zu lesen ist“,&amp;lt;ref&amp;gt;Harald-Martin Wahl: &amp;#039;&amp;#039;Die Jakobserzählungen. Studien zu ihrer mündlichen Überlieferung, Verschriftung und Historizität.&amp;#039;&amp;#039; Berlin / New York 1997, ISBN 3-11-015758-6, S. 87 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; „das [[Vorlesen|Vorzulesende]]“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vollmann1109f&amp;quot;&amp;gt;Benedikt Konrad Vollmann: &amp;#039;&amp;#039;Sage und Legende.&amp;#039;&amp;#039; In: Volker Drehsen, Hermann Häring u. a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch des Christentums.&amp;#039;&amp;#039; 1500 Stichwörter von A-Z. München 2001, ISBN 3-572-01248-1, S. 1109 f.&amp;lt;/ref&amp;gt; bzw. „die zu [[Lesen|lesenden]] Stücke“.&amp;lt;ref&amp;gt;Silke Müller, Susanne Wess: &amp;#039;&amp;#039;Studienbuch neuere deutsche Literaturwissenschaft 1720-1848&amp;#039;&amp;#039; (= Lern- und Arbeitshilfen für Schule und Universität). 2., durchges. Aufl., Würzburg 1999, S. 151, ISBN 3-8260-1713-7.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Herkunft des Begriffs deutet somit – im Unterschied zur [[Sage]] – eine enge Beziehung zur [[Literatur|literarischen]] Tradition an. Bereits in der [[Antike]] entstanden literarische [[Erzählung]]en über [[Person]]en, die als überragende [[Religiosität|religiös]]-[[Sittlichkeit|sittliche]] Persönlichkeiten und „[[Heilige]]“ wahrgenommen wurden.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vollmann1109f&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der [[Hagiographie]] werden derartige [[Heiligenlegende]]n neben [[Märtyrerberichte|Märtyrerakten]] und anderen überlieferten Texten als [[Vita]] untersucht.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Cristina Andenna]]: &amp;#039;&amp;#039;Heiligenviten als stabilisierende Gedächtnisspeicher in Zeiten religiösen Wandels.&amp;#039;&amp;#039; In: Peter Strohschneider (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Literarische und religiöse Kommunikation in Mittelalter und Früher Neuzeit.&amp;#039;&amp;#039; Berlin / New York 2009, S. 526–573, hier: S. 526, ISBN 978-3-11-020061-4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Solche hagiographischen Texte werden auch heute noch von einigen Gelehrten unter Absehung ihres besonderen Charakters der [[Geschichtsschreibung]] zugerechnet,&amp;lt;ref&amp;gt;Meinolf Vielberg, Jürgen Dummer: &amp;#039;&amp;#039;Zwischen Historiographie und Hagiographie. Ausgewählte Beiträge zur Erforschung der Spätantike.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 2005, S. 7, ISBN 3-515-08661-7.&amp;lt;/ref&amp;gt; wobei allerdings zwischen „Heiligenlegende“ und „Heiligenbiographie“ zu unterscheiden wäre. Nicht zuletzt bei den [[Politik|politischen]] Legenden ist indessen die Vorstellung verbreitet, dass es sich um „unzutreffende Tatsachenbehauptungen“ handele. Dennoch können einzelne Legenden einen Kern von historischer [[Wahrheit]] enthalten, indem sie in bildhafter oder szenischer Erzählform den Kern eines Faktums oder den Sinn eines Geschehens zu vermitteln suchen, auch wenn die jeweils erzählte Geschichte [[Quelle (Geschichtswissenschaft)|quellenmäßig]] unverbürgt ist.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gerd Krumeich]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Dolchstoßlegende.&amp;#039;&amp;#039; In: [[Étienne François]], [[Hagen Schulze]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Deutsche Erinnerungsorte.&amp;#039;&amp;#039; 4., durchgesehene Auflage, München 2002, S. 586, ISBN 3-406-47222-2.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Form der Heiligenlegende zielt die Legende aber überhaupt nicht auf die für sie nur vordergründige historische Wahrheit, sondern auf die Verkündigung einer Glaubenswahrheit.&amp;lt;ref&amp;gt;Siehe Ringler (s. o.: Literatur), S. 260f.; 267.&amp;lt;/ref&amp;gt; Es geht in ihr zentral um die Offenbarung des göttlichen [[Heilsgeschichte|Heilswirkens]], das in der Person eines Heiligen zur Erscheinung kommt, zeichenhaft beglaubigt vor allem durch das Signum des [[Wunder]]s.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Reichertz77f&amp;quot;&amp;gt;[[Jo Reichertz]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Macht der Worte und der Medien.&amp;#039;&amp;#039; 2. Auflage, Wiesbaden 2008, S. 77f., ISBN 978-3-531-16307-9; Ringler (s. o.: Literatur), S. 257–259.&amp;lt;/ref&amp;gt; Bekannteste Beispiele sind die Christophorus- und Georgslegende, die als eine Art narrativer Theologie gelten können. Hierbei bleibt der Erzählrahmen der Legende, ebenso wie bei der Sage, dem Mythos und [[Märchen]], im [[fiktion]]alen Bereich.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Reichertz77f&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Legenden von [[Eremit|Eremiten]] oder [[Asket|Asketen]] können jedoch auch historisch stimmige Einzelelemente aufweisen. In dem ägyptischen Kloster [[Kloster des Heiligen Fana|Deir Abu Fana]] wurde beispielsweise die Mumie des [[Apa Bane]] (übersetzt: Bruder/Mönch Palme) gefunden, die die Krankheit [[Morbus Bechterew]] aufwies. In seiner in [[koptische Sprache|koptischer Sprache]] niedergeschriebenen Legende wird er als jemand beschrieben, der immer fastete, nie schlief und fast immer stand – Symptome ebenjener Krankheit, so der Koptologe [[Siegfried G. Richter]].&amp;lt;ref&amp;gt;Siegfried G. Richter: &amp;#039;&amp;#039;Das koptische Ägypten. Schätze im Schatten der Pharaonen.&amp;#039;&amp;#039; (mit Fotos von Jo Bischof). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2019, ISBN 978-3-8053-5211-6, S. 67.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Medien-Sprachgebrauch wird der Begriff auch häufig in der allgemeinen Bedeutung „[[Ruhm]]“ und „[[Berühmtheit]]“ verwendet.&amp;lt;ref&amp;gt;Peter Tepe: &amp;#039;&amp;#039;Mythos &amp;amp; Literatur.&amp;#039;&amp;#039; Selbstanzeige. In: &amp;#039;&amp;#039;Archiv für Begriffsgeschichte&amp;#039;&amp;#039; 44, Ausg. 25–26, Hamburg 2002, S. 258. (Quelle: Peter Tepe: &amp;#039;&amp;#039;Mythos &amp;amp; Literatur.&amp;#039;&amp;#039; Würzburg 2001, ISBN 3-8260-2136-3.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte und Typologien ==&lt;br /&gt;
[[Datei:St Boniface - Baptising-Martyrdom - Sacramentary of Fulda - 11Century.jpg|mini|Taufe und Martyrium des Hl. [[Bonifatius]], 11. Jh.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei seiner [[Klassifikation|Klassifizierung]] von Legenden lehnte sich der Theologe Harald-Martin Wahl an die [[Semantik]] des Begriffs &amp;#039;&amp;#039;Legenda&amp;#039;&amp;#039; an. Wahl zufolge wurden im antiken Christentum die Legenden um [[Jesus Christus]] (&amp;#039;&amp;#039;Christuslegenden&amp;#039;&amp;#039;), die zum Teil in die [[Apokryphen|apokryphen Evangelien]] und in die Geschichten der [[Apostel]] aufgenommen wurden, später um die Legenden von ersten christlichen [[Märtyrer]]n (&amp;#039;&amp;#039;Märtyrerlegenden&amp;#039;&amp;#039;) ergänzt; speziell um solche, von denen die [[Kirchenväter]] des 3. Jahrhunderts ([[Tertullian]], [[Hippolyt von Rom|Hippolyt]], [[Origenes]], [[Cyprian von Karthago|Cyprian]]) berichtet haben und die von [[Altgriechische Sprache|altgriechischen]] Grabinschriften bezeugt sind. Einher ging mit diesen Erzählungen eine religiöse [[Verehrung]] der Märtyrer im [[Kult]], der ab Ende des 4. Jahrhunderts auch für die Heiligen bezeugt ist ([[Liturgie]], [[Reliquie]]nkult). Seitdem wurden sowohl die Heiligen als auch die Märtyrer im Fall der Bedrohung und Not zusammen mit [[Engel]]n und den Aposteln [[Anrufung|angerufen]].&amp;lt;ref&amp;gt;Harald-Martin Wahl: &amp;#039;&amp;#039;Die Jakobserzählungen.&amp;#039;&amp;#039; Berlin / New York 1997, S. 88. (Angegebene Quelle: Hellmut Rosenfeld: &amp;#039;&amp;#039;Legende.&amp;#039;&amp;#039; Stuttgart 1982, S. 23.)&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Philologe [[Benedikt Konrad Vollmann]] nahm im Rahmen eines Artikels in einem christlichen Wörterbuch ebenso religiöse Legenden ins Blickfeld. Religiöse Legenden entstünden ihm zufolge im „Schwerefeld der jeweiligen Hochreligion“. Beispielhaft führte er für den Buddhismus die [[Buddha]]legende und für den Islam die Legenden um die Heldentaten von [[Mohammed]]s Schwiegersohn &amp;#039;[[Ali ibn Abi Talib|Ali]] an. Bei den im Christentum entstandenen Legenden unterschied er zwischen &amp;#039;&amp;#039;Marienlegenden&amp;#039;&amp;#039; ([[Marienkult|Marienmirakel]]), &amp;#039;&amp;#039;Apostellegenden&amp;#039;&amp;#039; (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Andreas (Apostel)|Andreas]], [[Thomas (Apostel)|Thomas]], [[Jakobus der Ältere|Jacobus]]), &amp;#039;&amp;#039;Bischofslegenden&amp;#039;&amp;#039; ([[Nikolaus von Myra|Nikolaus]], [[Martin von Tours|Martinus]]), &amp;#039;&amp;#039;Mönchslegenden&amp;#039;&amp;#039; ([[Antonius der Große|Antonius Eremita]], [[Benedikt von Nursia|Benedikt]], [[Franz von Assisi|Franziskus]]), &amp;#039;&amp;#039;Jungfrauenlegenden&amp;#039;&amp;#039; ([[Agnes von Rom|Agnes]], [[Agatha von Catania|Agatha]], [[Cäcilia von Rom|Caecilia]]) und &amp;#039;&amp;#039;Büßerlegenden&amp;#039;&amp;#039; ([[Gregorius]]).&amp;lt;ref name=&amp;quot;Vollmann1109f&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu den frühesten Legendensammlungen werden die „Dialogi de miraculis patrum Italicorum“ von Papst [[Gregor der Große|Gregor dem Großen]] (540–604) gezählt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Claus Träger]]: &amp;#039;&amp;#039;Wörterbuch der Literaturwissenschaft.&amp;#039;&amp;#039; 2. Aufl., Leipzig 1989, S. 291, ISBN 3-323-00015-3.&amp;lt;/ref&amp;gt; Vor 959 schloss die [[Kanonissin]] [[Hrotsvit]], die als die erste deutsche Dichterin und Geschichtsschreiberin gilt,&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gerhard Müller (Theologe)|Gerhard Müller]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Theologische Realenzyklopädie]].&amp;#039;&amp;#039; Bd. 15. Berlin / New York 1986, S. 611, ISBN 3-11-008585-2.&amp;lt;/ref&amp;gt; ihre erste Legendensammlung ab.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Max-Planck-Institut für Geschichte]]: &amp;#039;&amp;#039;Festschrift für [[Hermann Heimpel]] zum 70. Geburtstag am 19. September 1971.&amp;#039;&amp;#039; Göttingen 1971, S. 47. [http://d-nb.info/540124370 DNB]&amp;lt;/ref&amp;gt; Inhalt ihrer in [[Epik|epischer]] und [[Elegie|elegischer]] Form geschriebenen Legenden war unter anderen das Leben von [[Maria (Mutter Jesu)|Maria]], die [[Auferstehung Jesu Christi|Auferstehung Christi]] sowie das Leben von [[Gangolf (Heiliger)|Gangolf]] und [[Pelagius von Córdoba|Pelagius]].&amp;lt;ref&amp;gt;Max Manitius: &amp;#039;&amp;#039;Geschichte der lateinischen Literatur des Mittelalters.&amp;#039;&amp;#039; (= Handbuch der Altertumswissenschaft, IX. Abt., 2. Teil, 1. Band). 4. Nachdruck der 1911 erschienenen 1. Auflage, München 1974, S. 620, ISBN 3-406-01400-3; [[Karl August Barack]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Werke der Hrotsvitha.&amp;#039;&amp;#039; Nürnberg 1858. [http://books.google.de/books?id=vRQLAAAAQAAJ&amp;amp;pg=PR19&amp;amp;dq=%22Die+Legenden%22+Hrotsvit&amp;amp;lr=]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die in Deutschland entstandenen Legenden gipfelten am Ende des Hochmittelalters in [[mittelhochdeutsch]]e [[Epos|Versepen]]. Mit zu den bekanntesten gehören diejenigen von [[Hartmann von Aue]], [[Konrad von Würzburg]] oder [[Rudolf von Ems]]. &lt;br /&gt;
{{Anker|Legendar}}Im Hoch- und Spätmittelalter fanden dann vor allem auch Legendensammlungen in Form literarisch komponierter &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Legendare&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (meist Sammlungen von Berichten, die Heiligen gelten)&amp;lt;ref&amp;gt;Guy Philippart: &amp;#039;&amp;#039;Legendare.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Verfasserlexikon]].&amp;#039;&amp;#039; Band V, Sp. 644–657.&amp;lt;/ref&amp;gt; weite Verbreitung. Am wirkmächtigsten wurde die &amp;#039;&amp;#039;[[Legenda aurea]]&amp;#039;&amp;#039; des [[Jacobus de Voragine]] (1228/29–1298), der die gewaltige Legendenstofffülle seiner Zeit erfasste und für kultische Zwecke ebenso wie auch für die private Frömmigkeit verfügbar machte. Der Einfluss dieses Werks auch auf die bildende Kunst jener Zeit ist kaum zu überschätzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zeitalter der [[Renaissance]] und [[Reformation]] bildete sich ein scharfer kritischer Standpunkt gegenüber den Legenden heraus. [[Erasmus von Rotterdam]] unterschied die &amp;#039;&amp;#039;fabulae fictae&amp;#039;&amp;#039; (frei erfundene Erzählungen&amp;lt;ref&amp;gt;Der Begriff „fabulae fictae“ wird bei Hasubek mit Bezug auf die griechische und römische Literatur mit „frei erfundene Erzählungen“ übersetzt, vgl. Peter Hasubek (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Fabel. Theorie, Geschichte und Rezeption einer Gattung.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1982, S. 61, ISBN 3-503-01684-8.&amp;lt;/ref&amp;gt;) von den historischen &amp;#039;&amp;#039;[[Tatsache|facta]]&amp;#039;&amp;#039; (Tatsachen). Letztere könnten mit der historisch-philologischen Kritik auf ihre [[Echtheit]] geprüft werden. Zudem seien nach Erasmus nur die &amp;#039;&amp;#039;facta&amp;#039;&amp;#039; für die &amp;#039;&amp;#039;[[Bildung|educatio]]&amp;#039;&amp;#039; (Bildung) des [[Humanismus|Humanisten]] geeignet.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Brueckner37&amp;quot;&amp;gt;[[Wolfgang Brückner]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Volkserzählung und Reformation. Ein Handbuch zur Tradition und Funktion von Erzählstoffen und Erzählliteratur im Protestantismus.&amp;#039;&amp;#039; Berlin 1974, S. 37, ISBN 3-503-00540-4.&amp;lt;/ref&amp;gt; Seine damit verbundene Haltung, die &amp;#039;&amp;#039;fabulae fictae&amp;#039;&amp;#039; aus der humanistischen Bildungsidee auszuschließen, wurde ebenso von dem Kirchenreformator [[Martin Luther]] geteilt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Brednich1296f&amp;quot;&amp;gt;[[Rolf Wilhelm Brednich]] u.&amp;amp;nbsp;a. (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;[[Enzyklopädie des Märchens]]. Handwörterbuch zur historischen und vergleichenden Erzählforschung.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 8: Klerus - Maggio. Berlin / New York 1996, S. 1296 f., ISBN 3-11-014339-9.&amp;lt;/ref&amp;gt; Luther, der die [[Frömmigkeit|fromme]] Legende zur [[Erbauungsliteratur]] zählte,&amp;lt;ref name=&amp;quot;Brueckner37&amp;quot; /&amp;gt; wendete sich im Rahmen seiner Forderung nach historischer Wahrheit vor allem gegen die ausschmückenden Wunderdetails der Heiligenviten, da sie ihm zufolge „so viele [[Lüge]]n“ enthielten. Über die Legende, von ihm mehrfach als die „Lügende“ bezeichnet, schrieb er: „Da doch niemand weis, Wo her sie komen, Wenn sie angefangen [...]. [[Item (Partikel)|Item]], wer der heiligen Lügenden S. [[Christophorus|Christoff]], [[Georg (Heiliger)|Georg]], [[Barbara von Nikomedien|Barbara]], [[Katharina von Alexandrien|Catherin]], [[Ursula von Köln|Ursula]] und der on zal mit iren Wundern auffbracht“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Brednich1296f&amp;quot; /&amp;gt; Trotz seiner grundsätzlichen Kritik ließ Luther bestimmte [[Motiv (Literatur)|Motive]] der Wundererzählung bei einigen heiligen Gestalten als Ausnahmen gelten, um sie der „[[Katechismus|katechetischen]] [[Allegorie|Allegorese]]“ dienstbar zu machen. Dies insbesondere bei den auch abwertend zitierten Figuren [[Christophorus]] und Georg, aber auch bei [[Nikolaus von Myra|Nikolaus]], [[Martin von Tours|Martin]], [[Elisabeth von Thüringen|Elisabeth]] und [[Katharina von Alexandrien|Katharina]]. Im Gegensatz zu den Heiligenviten insgesamt begriff Luther diese Ausnahmemotive als produktive Fiktionen; sie seien nicht Lügen, sondern [[Gedicht]]e.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Brednich1296f&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Protestantismus]] griff Luthers Kritik auf, was ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts bei den [[Kontroversist]]en zu einer ausgedehnten [[Polemik]] gegenüber den Legenden führte.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Brednich1296f&amp;quot; /&amp;gt; Nachdem Legenden in der [[Zeitalter der Aufklärung|Zeit der Aufklärung]] dem kritischen Interesse nicht standhielten, wurden sie in der [[Romantik]] wieder geachtet. Zahlreiche Schriftsteller des 19. Jahrhunderts, beginnend mit einem Plädoyer [[Johann Gottfried Herder|Herders]], schufen neue Legenden. Dazu zählten [[Johann Wolfgang von Goethe|Goethes]] &amp;#039;&amp;#039;[[Legende vom Hufeisen]]&amp;#039;&amp;#039; und [[Heinrich von Kleist|Kleists]] &amp;#039;&amp;#039;[[Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik]]&amp;#039;&amp;#039;. Im 20. Jahrhundert fand die Legende bis hin zur [[Parodie]] der „Antilegende“ eine neue Beachtung. Zeitgenössische Legenden sind meist so genannte [[Moderne Sage|Urban Legends]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anthologien ==&lt;br /&gt;
* Hans-Peter Ecker (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Legenden – Heiligengeschichten vom Altertum bis zur Gegenwart.&amp;#039;&amp;#039; Reclam, Stuttgart 1999, ISBN 3-15-058019-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hans-Peter Ecker: &amp;#039;&amp;#039;Die Legende. Kulturanthropologische Annäherung an eine literarische Gattung&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Germanistische Abhandlungen.&amp;#039;&amp;#039; Band 76), Metzler, Stuttgart / Weimar 1993, ISBN 3-476-00899-1 (Habilitationsschrift Universität Passau 1991, XI, 397 Seiten).&lt;br /&gt;
* [[Hubertus Halbfas]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Wahrheit der Legende.&amp;#039;&amp;#039; In: Ewald Volgger (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Sankt Georg und sein Bilderzyklus in Neuhaus, Böhmen (Jindřichův Hradec). Historische, kunsthistorische und theologische Beiträge&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens.&amp;#039;&amp;#039; Band 57). Elwert, Marburg 2002, ISBN 3-7708-1212-3.&lt;br /&gt;
* Siegfried Ringler: &amp;#039;&amp;#039;Zur Gattung Legende. Versuch einer Strukturbestimmung der christlichen Heiligenlegende des Mittelalters.&amp;#039;&amp;#039; In: Peter Kesting (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Würzburger Prosastudien II. Untersuchungen zur Literatur und Sprache des Mittelalters. Festschrift für Kurt Ruh zum 60. Geburtstag&amp;#039;&amp;#039;  (&amp;#039;&amp;#039;Medium Aevum.&amp;#039;&amp;#039; Band 31). München 1975, S. 255–270. {{DNB|750315571}}.&lt;br /&gt;
* [[Hellmut Rosenfeld]]: &amp;#039;&amp;#039;Legende&amp;#039;&amp;#039;  (= &amp;#039;&amp;#039;Sammlung Metzler.&amp;#039;&amp;#039; Band 9). 4., verbesserte Auflage. Metzler, Stuttgart 1982, ISBN 3-476-14009-1.&lt;br /&gt;
* Herbert Walz (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Legende&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Themen, Texte, Interpretationen.&amp;#039;&amp;#039; Band 7). Buchner, Bamberg 1986, {{falsche ISBN|3-7661-4337-6}} (Aufsätze zur Gattungstheorie sowie beispielhafte Texte).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Märchen}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Sage}}&lt;br /&gt;
{{Wikiquote|Legende}}&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Legends|Legenden}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4035028-9}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4035028-9|LCCN=sh85075780|NDL=00561420}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sage]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Legende| ]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Boor cocoa</name></author>
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