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	<title>Lebensstandard - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<title>imported&gt;InternetArchiveBot: InternetArchiveBot hat 1 Archivlink(s) ergänzt und 0 Link(s) als defekt/tot markiert.) #IABot (v2.0.9.5</title>
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		<updated>2026-02-28T11:34:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;a href=&quot;/index.php?title=Benutzer:InternetArchiveBot&amp;amp;action=edit&amp;amp;redlink=1&quot; class=&quot;new&quot; title=&quot;Benutzer:InternetArchiveBot (Seite nicht vorhanden)&quot;&gt;InternetArchiveBot&lt;/a&gt; hat 1 Archivlink(s) ergänzt und 0 Link(s) als defekt/tot markiert.) #IABot (v2.0.9.5&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Helgolandurlaub.jpg|mini|hochkant=1.5|Flugreisen gehören heute zum gehobenen Lebensstandard in den Industrieländern. Dennoch gibt es Menschen, die aus verschiedenen Gründen freiwillig auf das Fliegen verzichten. Lebensstandard ist demnach nicht gleich Wohlbefinden oder Lebensqualität.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lebensstandard&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; drückt das reale Niveau des [[Besitz]]es und [[Konsum]]ierens von [[Produkt (Wirtschaft)|Gütern]] und [[Dienstleistungen]] aus und ist als quantitative Größe objektiv messbar. Demnach wird damit der &amp;#039;&amp;#039;materielle&amp;#039;&amp;#039; [[Wohlstand]] und das &amp;#039;&amp;#039;physische&amp;#039;&amp;#039; [[Wohlbefinden]] für einen Menschen, eine [[soziale Gruppe]], einer [[Soziale Schicht|sozialen Schicht]], eines bestimmten Gebietes oder eines [[Staat]]es vergleichbar gemacht.&amp;lt;ref&amp;gt;Horst W. Opaschowski: &amp;#039;&amp;#039;Wohlstand neu denken: Wie die nächste Generation leben wird.&amp;#039;&amp;#039; Gütersloher Verlagshaus, 2009.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Artikel 25&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;[[s:Allgemeine Erklärung der Menschenrechte#Artikel 25|Allgemeine Erklärung der Menschenrechte #Artikel 25]]&amp;#039;&amp;#039; auf [[Wikisource]].&amp;lt;/ref&amp;gt; der [[Allgemeine Erklärung der Menschenrechte|Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte]] hat jeder Mensch ein Recht auf „einen Lebensstandard, der seine und seiner Familie Gesundheit und Wohl gewährleistet“. Dabei sind [[Lebensmittel]] ([[Trinkwasser]] und [[Nahrungsmittel]]), Kleidung, Wohnung, ärztliche Versorgung und notwendige soziale Leistungen ausdrücklich eingeschlossen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eurozentrisches Konzept ==&lt;br /&gt;
Der Systemwissenschaftler [[Ervin László]] und der Naturwissenschaftler [[Ernst Ulrich von Weizsäcker]] warnen davor, die [[Ideologie#Ideologie der Gegenwart|Ideologie der Gegenwart]] – die einen ständig steigenden Lebensstandard anstrebt – von den Industriestaaten auf die übrige Welt zu übertragen. Die [[Ressource]]n der Erde würden nicht ausreichen, um sowohl die Menschheit zu versorgen als auch die Stabilität der Ökosysteme zu erhalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Laszlo&amp;quot;&amp;gt;Ervin Laszlo: &amp;#039;&amp;#039;System-Theorie als Weltanschauung.&amp;#039;&amp;#039; Diederichs, München 1998. S. 95–96.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Ernst Ulrich von Weizsäcker + Lovins, A.B. + Lovins, L.H.: &amp;#039;&amp;#039;Faktor Vier.&amp;#039;&amp;#039; Knaur, München 1997. S. 25.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die internationale Studie &amp;#039;&amp;#039;Living Planet Report&amp;#039;&amp;#039;, die jährlich vom [[Global Footprint Network]] herausgegeben wird, bestätigt diese Befürchtungen: Wir bräuchten fünf Planeten wie die Erde, wenn alle Menschen so leben würden wie die US-Amerikaner heute (2014).&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.footprintnetwork.org/de/index.php/GFN/page/basics_introduction/ |wayback=20130929041020 |text=&amp;#039;&amp;#039; Der Footprint - eine Einführung&amp;#039;&amp;#039;. }} Webseite des [[Global Footprint Network]], abgerufen am 12. Dezember 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt; In Deutschland ist der ökologische Fußabdruck mehr als doppelt so groß wie die weltweit durchschnittlich verfügbare Biokapazität.&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/WWF_LPR2014_Kurzfassung.pdf WWF Living Planet Report 2014] [[WWF]] in Zusammenarbeit mit Global Footprint Network, Water Footprint Network, [[Zoological Society of London|ZSL Living Conservation]], S. 21.&amp;lt;/ref&amp;gt; Da eine intakte Umwelt eine elementare Voraussetzung für einen hohen Lebensstandard ist, sieht Laszlo die Lösung in der Entwicklung neuer [[Wertvorstellung]]en jenseits der [[Wachstumsideologie]]: Lebensstandard müsste im Sinne von „Lebensqualität“ völlig neu und [[Nachhaltigkeit|nachhaltig]] definiert werden, um der Forderung der Menschenrechte nachzukommen „und“ die Regenerationsfähigkeit der [[Biosphäre]] dauerhaft zu erhalten.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Laszlo&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vor allem aufgrund seiner rein materiellen Betrachtung wird das Konzept von Vertretern nicht-westlicher Kulturen bisweilen als [[Eurozentrismus|eurozentrisch]] eingestuft.&amp;lt;ref&amp;gt;Frederik Hetmann: &amp;#039;&amp;#039;Die Erde ist unsere Mutter.&amp;#039;&amp;#039; Herder, Freiburg 1998. S. 61.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;&amp;#039;&amp;#039;Stimmen der Erde.&amp;#039;&amp;#039; Raben, BMAG (Hg.) Big Mountain Aktionsgruppe e.&amp;amp;nbsp;V.: München 1993.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref name=&amp;quot;Der Weg 1996&amp;quot;&amp;gt;[[Edward Goldsmith]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Weg. Ein ökologisches Manifest.&amp;#039;&amp;#039; 1. Auflage, Bettendorf, München 1996, S. 201ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Indikatoren ==&lt;br /&gt;
In der Volkswirtschaft wird der (allgemeine) Lebensstandard mit Indikatoren gemessen. Hierbei werden je nach Methode [[Indikator (Wirtschaft)|wirtschaftliche]] und [[soziale Indikatoren]] berücksichtigt. Oft als Maßstab genommen werden:&lt;br /&gt;
* durchschnittliches [[Bruttoinlandsprodukt|BIP]] pro Kopf der Bevölkerung&amp;lt;ref&amp;gt;Olivier Blanchard, Gerhard Illing: &amp;#039;&amp;#039;Makroökonomie&amp;#039;&amp;#039;. Pearson Education 2009, ISBN 3-8273-7363-8, S. 313ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* das [[Bruttonationaleinkommen]] (früher Bruttosozialprodukt),&lt;br /&gt;
* das [[Pro-Kopf-Einkommen]] und andere vergleichbare [[Indikator (Wirtschaft)|Indikatoren]] aus der [[Wirtschaftswissenschaft]].&lt;br /&gt;
Seltener findet man:&lt;br /&gt;
* [[Big-Mac-Index]]: Big-Mac-Preis im Land&lt;br /&gt;
* [[Index der menschlichen Entwicklung]]: Eine Möglichkeit, mehr als das Bruttonationaleinkommen in den Lebensstandard miteinzubeziehen und dennoch mess- und vergleichbare Ergebnisse zu erhalten, ist der vom [[Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen]] veröffentlichte Index der menschlichen Entwicklung. Dieser enthält auch Daten zur [[Lebenserwartung]], [[Alphabetisierung (Lesefähigkeit)|Alphabetisierungsrate]] und [[Bildung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anthropometrische Daten, Kalorienkonsum, Arbeits- und [[Freizeit]] sind neben Haushaltsein- und -ausgaben weitere Indikatoren des Lebensstandards.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Siehe auch|Wirtschaftswachstum|Wachstumskritik}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeiner Lebensstandard ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Shuar2.jpg|mini|Bei den Indigenen Ecuadors ist der Fluss noch die „Waschmaschine“. Für die Zufriedenheit der Menschen sind jedoch mehr Faktoren entscheidend als nur der Lebensstandard.]]&lt;br /&gt;
Der allgemeine Lebensstandard in westlichen Ländern unterscheidet sich stark von dem in [[Entwicklungsland|Entwicklungsländern]]. Eine hohe Dynamik und damit verbunden große Unterschiede zwischen [[Armut|Arm]] und [[Reichtum|Reich]] (d.&amp;amp;nbsp;h. hohem und niedrigem individuellen Standard) findet sich in den sogenannten [[Schwellenland|Schwellenländern]]. Der allgemeine Lebensstandard ist unter anderem von der technischen Entwicklung abhängig. Beispielsweise zählte in Westeuropa in den 1950er Jahren eine – heute selbstverständliche – Waschmaschine nicht zum allgemeinen Standard. Als weiteres Beispiel ist in ländlichen Regionen entwickelter Länder ein Leben ohne Auto heute bereits mit starken Einschränkungen verbunden; der bisher nur individuelle Standard entwickelt sich hier langsam zum allgemeinen Standard, wobei arme Bevölkerungsgruppen davon ausgeschlossen sein können. Auch die Intaktheit der Umwelt hat Auswirkungen auf den Lebensstandard (z.&amp;amp;nbsp;B. [[Zersiedelung]], Luft- und [[Bodenkontamination|Bodenbelastung]] durch die Industrie).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Beispiel: Freizeit ===&lt;br /&gt;
Ein Industriearbeiter im 19. Jahrhundert musste typischerweise 12 Stunden täglich arbeiten, zuzüglich rund 2 Stunden häusliche Tätigkeiten. Demgegenüber wenden [[Jäger und Sammler|Jäger- und Sammlervölker]] – selbst in afrikanischen oder australischen Wüstengebieten – im Mittel nur 2,5 Stunden für die Nahrungsbeschaffung und 3,5 Stunden für alle weiteren Tätigkeiten auf. Beim einfachen [[Traditionelle Wirtschaftsform#Traditioneller Feldbau (Pflanzbau) und Gartenbau|Feldbau]] liegt der Wert bei knapp 7 Stunden; beim intensiven Bewässerungsfeldbau in Südostasien jedoch bereits bei fast 9,5 Stunden täglich. Wird der Lebensstandard an diesem Zeitaufwand für die täglichen Tätigkeiten für den Unterhalt, den Haushalt, die Kinder usw. gemessen, liegt ein US-amerikanischer Durchschnittsbürger heute mit 11 Stunden täglich am unteren Ende der Skala!&amp;lt;ref&amp;gt;[[Karl-Heinz Kohl]]: &amp;#039;&amp;#039;Ethnologie – die Wissenschaft vom kulturell Fremden. Eine Einführung.&amp;#039;&amp;#039; München: C. H. Beck, 1993; 3. Auflage 2012. S. 86–88.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Individueller Lebensstandard ==&lt;br /&gt;
[[Datei:In India the main criticism is that- Socialism for the rich and capitalism for the poor.jpg|mini|Lebensstandard ist für den Einzelnen häufig eine Frage der „Verfügbarkeit“ von Gütern.]]&lt;br /&gt;
Der individuelle Lebensstandard bezeichnet das Niveau der Lebensbedingungen einer Person im Vergleich zu Anderen (zumeist derselben [[Gesellschaft (Soziologie)|Gesellschaft]]). Auf individueller Ebene gelten insbesondere materielle Güter wie z.&amp;amp;nbsp;B. ein modernes Auto, schöne Kleidung, regelmäßige Flugreisen oder ein komfortabler Platz zum Wohnen als Ausdruck eines „angemessenen“ Lebensstandards (auch: des [[Lebensstil]]s) in den Industrieländern.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.umweltbundesamt.at/fileadmin/site/umweltthemen/nachhaltigkeit/Klima_und_Verteilungspolitik_schenk.pdf |wayback=20160304062524 |text=Martin Schenk: &amp;#039;&amp;#039;Klima und Verteilungspolitik&amp;#039;&amp;#039;. }} aus: Kurswechsel, Heft 2/2010, S. 65–71, Webseite des österreichischen Umweltbundesamtes, abgerufen am 5. Juni 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Jedoch weist schon der „komfortable Wohnort“ auch auf andere als materielle Dinge hin. Die modern mit allem Komfort ausgestattete Mietwohnung in [[sozialer Brennpunkt]]lage hat erheblich andere Lebens&amp;#039;&amp;#039;qualität&amp;#039;&amp;#039; als ein rundum modernisiertes [[Fachwerkhaus]] in einer Altstadt. Der Verzicht auf ein Auto oder Flugreisen, der in den Augen vieler sicher einen Verlust an Lebensstandard darstellt, wird von manchen [[Umweltbewusstsein|umweltbewussten]] Menschen als Gewinn an [[Lebensqualität]] empfunden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv|url=https://www.haw-landshut.de/die-hochschule/technologiezentrum-energie/wir-ueber-uns/news/news-archiv/news-detailansicht/article/lebensstandard-ist-nicht-gleich-lebensqualitaet.html |wayback=20140607004532 |text=&amp;#039;&amp;#039;Lebensstandard ist nicht gleich Lebensqualität.&amp;#039;&amp;#039; }} News vom 11. November 2013, Webseite der Hochschule Landshut, Datum, abgerufen am 5. Juni 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensqualität und -standard werden außerdem von Möglichkeiten der Teilhabe an kulturellen Gütern beeinflusst – das [[Existenzminimum]] beispielsweise reicht nicht für Reisen, angemessenen [[Wohnraummangel|Wohnraum]], [[Zeitsouveränität#Arbeitsorganisation und Organisationskultur|Zeitsouveränität]], den Besuch von [[Gaststätte]]n; Theater und kulturelle Veranstaltungen, Museen, Funk- und Fernsehen ([[Rundfunkgebühr]]), öffentliche [[Bibliothek]]en können auf dieser Basis nur mit hohen Ermäßigungsregelungen genutzt werden. Inwieweit hier jedoch ein „Fehlen“ von [[Partizipation|Teilhabemöglichkeiten]] festgestellt wird, hängt u.&amp;amp;nbsp;a. vom Bildungsstand ab. Auch [[Bildung]] gehört wie eine Reihe anderer Werte (Gesundheit, Gewaltfreiheit usw.) zum individuellen Lebensstandard. In einigen Industriestaaten lässt sich zurzeit beobachten, dass der Wohlstand zunimmt, gleichzeitig aber auch die soziale Ungleichheit (Anzahl der von Armut betroffenen) wächst. Familien mit minderjährigen Kindern und insbesondere [[Alleinerziehende]] sind dabei in der Gruppe mit niedrigem Lebensstandard überrepräsentiert.&amp;lt;ref&amp;gt;Wolfgang Lauterbach: &amp;#039;&amp;#039;Armut in Deutschland – mögliche Folgen für Familien und Kinder&amp;#039;&amp;#039;. Universität Oldenburg, Oldenburger Universitätsreden, ISBN 3-8142-1143-X, S. 16, 17.&amp;lt;/ref&amp;gt; (Siehe auch: [[Maslowsche Bedürfnishierarchie#Die „klassischen“ fünf Ebenen|Maslowsche Bedürfnishierarchie]])&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Maslow Bedürfnispyramide.svg|rand|rechts|rahmenlos|420x420px]]&lt;br /&gt;
Auf das Individuum bezogen spricht man bei einer am bisherigen Einkommen orientierten sozialen Sicherung auch von einer Sicherung des Lebensstandards. Beispielsweise bezeichnet man die Sicherung des Lebensstandards im hohen [[Lebensalter]] als [[Alterssicherung]]. Die Sicherung des Lebensstandards ist einerseits Aufgabe des Einzelnen, andererseits Gegenstand der Politik ([[Sozialpolitik]], [[Familienpolitik]] u.&amp;amp;nbsp;a.). Staatliche Rahmenbedingungen hierfür werden unter den Begriff [[Wohlfahrtsstaat]] gefasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Bundesrepublik Deutschland ist die [[Sozialversicherung]] an der Sicherung des bisherigen Lebensstandards orientiert. Die soziale Absicherung orientierte sich lange Zeit bei Arbeitslosigkeit (Bezug der ehemaligen [[Arbeitslosenhilfe]]) und bei Scheidung ([[Unterhalt (Deutschland)|Unterhalt]]) am Erhalt des bisherigen Lebensstandards durch eine am früheren Einkommen orientierte Absicherung. Von diesem Prinzip ist mit der Einführung des [[Arbeitslosengeld II|Arbeitslosengeldes II]] abgerückt worden: der Anspruch Langzeitarbeitsloser&amp;lt;ref&amp;gt;Seit Einführung der [[Hartz-Konzept|Hartz-Gesetze]] 2005 gilt als „langzeitarbeitslos“, wer ein Jahr arbeitslos ist oder keinen Anspruch auf die Versicherungsleistung Arbeitslosengeld I hat.&amp;lt;/ref&amp;gt; hängt seitdem von einer Bedürftigkeitsprüfung ab und orientiert sich nunmehr am (sozio-kulturellen) Existenzminimum; es stellt damit keine Sicherung des früheren Lebensstandards mehr dar.&amp;lt;ref&amp;gt;{{internetquelle|url=http://www1.bpb.de/publikationen/89FSV9,1,0,Grundeinkommen_als_Sozialreform.html|titel=Einkommenssicherung im Sozialstaat|werk=Grundeinkommen als Sozialreform. [[Aus Politik und Zeitgeschichte]] (APuZ 51-52/2007)|hrsg=Bundeszentrale für politische Bildung|datum=2007|zugriff=2009-11-11|archiv-datum=2010-08-06|archiv-url=https://web.archive.org/web/20100806092220/http://www.bpb.de/publikationen/89FSV9,1,0,Grundeinkommen_als_Sozialreform.html|offline=ja|archiv-bot=2026-02-28 11:34:15 InternetArchiveBot}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Von diesem Prinzip wurde ebenfalls durch die Unterhaltsreform ([[Gesetz zur Reform des Unterhaltsrechts]]) abgerückt: der Unterhalt orientiert sich nunmehr nicht dauerhaft am ehelichen Lebensstandard, sondern ist auf nacheheliche [[Eigenverantwortung]] ausgerichtet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle|url=https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/presse/pressemitteilungen/pressemitteilung/pid/umfrage-folgen-des-neuen-unterhaltsrechts-noch-unbekannt/|titel=Umfrage: Folgen des neuen Unterhaltsrechts noch unbekannt|werk=Pressemeldung|hrsg=[[Bertelsmann Stiftung]]|datum=2009-05-27 |zugriff=2019-04-08}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichtliche Entwicklung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hangi ingredients.jpg|mini|Ein wichtiger Indikator für den Lebensstandard ist die Ernährungsweise der Menschen.]]&lt;br /&gt;
Nach dem US-amerikanischen Ethnologen [[Marshall Sahlins]] begann die Entwicklung der Menschheit mit der „ursprünglichen Wohlstandsgesellschaft“, die von weitgehender Bedürfnisbefriedigung und reichlich arbeitsfreier Zeit für „alle“ Menschen geprägt war&amp;lt;ref name=&amp;quot;Der Weg 1996&amp;quot;/&amp;gt; (wobei diese Einschätzung nur [[Jäger und Sammler]] tropischer Gebiete berücksichtigt).&amp;lt;ref&amp;gt;[[David Graeber]], [[David Wengrow]]: &amp;#039;&amp;#039;Anfänge. Eine neue Geschichte der Menschheit.&amp;#039;&amp;#039; Deutsche Ausgabe, 4. Auflage, Klett-Cotta, Stuttgart 2022, ISBN 978-3-608-98508-5, S.&amp;amp;nbsp;156–158.&amp;lt;/ref&amp;gt; Erst mit der Entwicklung der verschiedenen [[Herrschaftsform]]en sowie der [[Arbeitsteilung]] und [[Spezialisierung]] kam es zu sozialer Ungleichheit mit einer oftmals drastischen Verschlechterung des Lebensstandards einzelner, rangniedriger Gesellschaftsschichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf den Lebensstandard dieser Menschen vor der [[Neolithische Revolution|Neolithischen Revolution]] schließt man anhand von Vergleichen mit heutigen [[Lokale Gemeinschaften|lokalen Ethnien]], die noch von [[Traditionelle Wirtschaftsform|traditionellen Subsistenzwirtschaften]] leben. Ein wichtiger Indikator ist die mittlere tägliche Energiezufuhr durch Lebensmittel. Diese unterscheidet sich erheblich zwischen Gesellschaften und beträgt etwa 6.280 [[Kilojoule|kJ]] (= 1.500 [[kcal]]) bei den [[Yanomami]] bis zu etwa 15.900 kJ (= 3.800 kcal) bei den [[Aché (Ethnie)|Aché]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im vorindustriellen England konsumierte man täglich geschätzte 9.630 kJ (= 2.300 kcal). Die Yanomami haben dabei eine größere Abwechslung als es die Engländer hatten: Während die Engländer sich hauptsächlich von Brot und ein wenig Käse und Speck ernährten, standen auf dem Speiseplan der Yanomami zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, unter anderem Wildschwein, verschiedene Vögel, Insekten und Fische, Früchte und Gemüse. Ein anderer Indikator des Lebensstandards ist die [[Körpergröße]], wobei eine zunehmende Größe mit größerem Lebensstandard verbunden wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;größe&amp;quot;&amp;gt;[http://www.spektrum.de/alias/dachzeile/der-biologische-lebensstandard/824897 Der biologische Lebensstandard], [[John Komlos]], [[Spektrum der Wissenschaft]], Oktober 1998.&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie deutet auf keinen Zuwachs des Lebensstandards vor der Industriellen Revolution hin. Jäger und Sammler waren nicht kleiner als Europäer im 18. Jahrhundert, und teilweise größer als Asiaten.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Gregory Clark (Ökonom)|Gregory Clark]]: &amp;#039;&amp;#039;A Farewell to Alms.&amp;#039;&amp;#039; Princeton University Press, 2007. Kapitel 3.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Maasai village 02.JPG|miniatur|Ist es aus der Sicht der Menschen in den Entwicklungsländern und aus geopolitischen Überlegungen heraus richtig, den Lebensstandard der Westlichen Welt eins zu eins auf diese Länder zu übertragen?]]&lt;br /&gt;
Großen Einfluss auf die Arbeitswelt hatte die [[Industrielle Revolution]]. Uneinheitlich wird jedoch die Entwicklung des Lebensstandards zu dieser Zeit betrachtet. Wie die britische Wirtschaftsentwicklung der auf dem europäischen Kontinent um Jahrzehnte vorauslief, so auch die Veränderungen der Sozialstruktur und der proletarischen Existenzbedingungen. Deshalb stand auch zunächst die Entwicklung des Lebensstandards der britischen Arbeiterschaft im Zuge der Industriellen Revolution – wie bei Engels – im Mittelpunkt des Interesses der zeitgenössischen Beobachter. Eine Studie von Peter H. Lindert und [[Jeffrey G. Williamson]] aus dem Jahr 1983&amp;lt;ref&amp;gt;Peter H. Lindert, Jeffrey G. Williamson: &amp;#039;&amp;#039;English Workers’ Living Standards during the Industrial Revolution. A New Look.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;The Economic History Review.&amp;#039;&amp;#039; New Series, Vol. 36, No. 1, 1983, S. 1–25, [[DOI:10.2307/2598895]].&amp;lt;/ref&amp;gt; schätzte die Entwicklung der [[Reallohn|Reallöhne]] zwischen 1755 und 1851 in mehreren Berufen und kam zu dem Ergebnis, dass Löhne von 1781 bis 1819 nur leicht anstiegen, im Zeitraum 1819–1851 sich hingegen verdoppelten. Diese Sicht wurde von anderen Ökonomen teilweise in Frage gestellt. Charles Feinstein verwendete einen anderen Preisindex als Lindert und Wiliamson und meinte, dass der Anstieg der Löhne deutlich geringer gewesen sein müsse. Untersuchungen zur Körpergröße stellen eine Abnahme dieser für den Beginn der industriellen Revolution im Europa des späten 18. Jahrhunderts fest, was [[John Komlos]] auf die große Ungleichheit zu dieser Zeit zurückführt.&amp;lt;ref name=&amp;quot;größe&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die meisten Wirtschaftshistoriker stimmen darin überein, dass die Einkommensverteilung zwischen 1790 und 1840 ungleicher wurde. „Was die Anteile am Sozialprodukt betrifft, steht fest, dass die Steigerung der Kapital- und Renteneinkommen weit über und jene der Lohneinkommen weit unter der Steigerung des durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommens lag.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Paulinyi 1989, S. 214&amp;quot;&amp;gt;Akoš Paulinyi: Industrielle Revolution. Vom Ursprung der modernen Technik. Reinbek 1989, S. 214.&amp;lt;/ref&amp;gt; Berücksichtigt man die Folgen von Arbeitslosigkeit, Umweltverschmutzung und Bevölkerungsdichte, erscheint eine zeitweilige Verschlechterung des Lebensstandards plausibel. Teilweise wird argumentiert, dass eine Reihe von Kriegen ([[Amerikanische Revolution]], [[Koalitionskriege|Napoleonische Kriege]], [[Britisch-Amerikanischer Krieg]]) die positiven Effekte dämpften. Osterhammel resümiert: „Insgesamt verbesserte sich das Leben der arbeitenden Bevölkerung in England zwischen 1780 und 1850 nicht. &amp;#039;&amp;#039;Danach&amp;#039;&amp;#039; zogen die Löhne deutlich an den Preisen vorbei, und die Lebenserwartung begann allmählich zu steigen.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Osterhammel 2009&amp;quot;&amp;gt;Jürgen Osterhammel: Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts. München 2009, S. 259.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im 20. Jahrhundert kam es, insbesondere nach dem Zweiten Weltkrieg, zu einem rapiden Wachstum des Lebensstandards in Industrieländern. Damit verbunden wuchs z.&amp;amp;nbsp;B. die Körpergröße bei Skandinaviern, Deutschen und Franzosen im Mittel um etwa 18 Zentimeter.&amp;lt;ref name=&amp;quot;größe&amp;quot;/&amp;gt; Es stiegen unter anderem auch die Lebenserwartung und der Bildungsstand, die Kindersterblichkeit nahm rapide ab. Die Ungleichverteilung des Lebensstandards in den USA nahm nach dem Zweiten Weltkrieg weiter ab, stieg jedoch seit Mitte der 1970er Jahre wieder an. Langfristige Entwicklungen bei Einkommensunterschieden folgten auch in den meisten westeuropäischen Ländern und westlichen Ablegern einer U‑Kurve: Die Ungleichheit im Einkommen ging gegen Ende des 19. Jahrhunderts bis etwa 1970 zurück und steigt seitdem in den [[OECD]]-Mitgliedsstaaten wieder an.&amp;lt;ref name=&amp;quot;oecdlebquali&amp;quot;&amp;gt;OECD: How was Life? Global Well-being since 1820. Oktober 2014. [http://www.oecd.org/berlin/publikationen/how-was-life-zusammenfassung.pdf Zusammenfassung S. 2]&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;[http://www.oecd.org/els/soc/income-distribution-database.htm OECD Income Distribution Database: Gini, poverty, income, Methods and Concepts], 19. Juni 2014.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Luxus]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* [[Hans-Jürgen Andreß]] und Gero Lipsmeier: &amp;#039;&amp;#039;Was gehört zum notwendigen Lebensstandard und wer kann ihn sich leisten?&amp;#039;&amp;#039; in: Aus Politik und Zeitgeschichte B31-32/95, 1995, S. 35–49&lt;br /&gt;
* Hans-Jürgen Andreß, Anne Krüger, Bronia Katharina Sedlacek: &amp;#039;&amp;#039;[http://www.bmas.de/SharedDocs/Downloads/DE/PDF-Publikationen/forschungsprojekt-a344-armut-und-lebensstandard-entwicklung-notwendigen-lebensstandards.pdf?__blob=publicationFile Armut und Lebensstandard. Zur Entwicklung des notwendigen Lebensstandards der Bevölkerung 1996 bis 2003]&amp;#039;&amp;#039;, Köln 2004&lt;br /&gt;
* Petra Böhnke und Jan Delhey: &amp;#039;&amp;#039;[http://skylla.wzb.eu/pdf/1999/iii99-408.pdf Lebensstandard und Armut im vereinten Deutschland] (PDF; 226&amp;amp;nbsp;kB)&amp;#039;&amp;#039;, Berlin 1999&lt;br /&gt;
* David Piachaud: &amp;#039;&amp;#039;Wie misst man Armut?&amp;#039;&amp;#039;, in: Stephan Leibfried und Wolfgang Voges (Hrsg.): Armut im modernen Wohlfahrtsstaat, Westdeutscher Verlag, Opladen 1992, 70-72&lt;br /&gt;
* OECD: [http://www.oecd.org/statistics/OECD-ICW-Framework-Chapter2.pdf Economic well-being], OECD Framework for Statistics on the Distribution of Household Income, Consumption and Wealth, 2013.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Standard of living|Lebensstandard}}&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|4134319-0}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Empirische Wirtschaftsforschung]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Armut]]&lt;/div&gt;</summary>
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