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	<title>Lapu-Lapu - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-11T03:22:10Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Lapu-Lapu&amp;diff=827957&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Thomas Dresler: Wikilink mit sichtbaren Klammern korrigiert</title>
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		<updated>2025-06-24T21:37:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Wikilink mit sichtbaren Klammern korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Dieser Artikel|behandelt den philippinischen Nationalhelden Lapu-Lapu. Für die nach ihm benannte Großstadt auf Cebu siehe: [[Lapu-Lapu City]], für den auf den Philippinen heimischen, roten Zackenbarsch siehe: [[Zackenbarsche]].}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lapu-Lapu&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, bei [[Antonio Pigafetta]] &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Cilapulapu&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; sowie in [[Visayassprachen|visayanischen]] Legenden &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kulapo&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kali Pulaku&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;, in anderer Schreibweise &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Kaliph Pulaka&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (* um 1484; †&amp;amp;nbsp;vermutl. 1564), war [[Datu]] der Insel Mata-an, heute [[Mactan]] und der erste historische Nationalheld der [[Philippinen]]. In der Schlacht von Mactan am 27. April 1521 tötete er den unter spanischer Flagge segelnden portugiesischen Seefahrer und Eroberer [[Ferdinand Magellan]] und verhinderte mit dessen Niederlage einen ersten Versuch der Kolonisation des heute Philippinen genannten Archipels.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Name ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Lapulapu-beschreibung.jpg|mini|&amp;#039;&amp;#039;Hier schlugen Lapulapu und seine Männer am 27. April 1521 die spanischen Invasoren zurück und töteten ihren Anführer Ferdinand Magellan. Damit war Lapulapu der erste Filipino, der die europäische Aggression abgewehrt hat.&amp;#039;&amp;#039; (englische Inschrift beim Lapu-Lapu-Denkmal auf Mactan)]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit &amp;#039;&amp;#039;Cilapulapu&amp;#039;&amp;#039; überlieferte Antonio Pigafetta den Namen des Kontrahenten Ferdinand Magellans und späteren Siegers der Schlacht von Mactan:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|In der Nähe der Insel Zubu liegt eine andere, Matan, die (mit Zubu) den Hafen bildete, wo unsere Schiffe ankerten […] Der Hauptort derselben heisst ebenfalls Matan, die Häuptlinge Zula und Cilapulapu.|ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pigafetta157&amp;quot;&amp;gt;Antonio Pigafetta: »Wörterbuch der Philippinen«, in: Oscar Koelliker: »Die erste Umsegelung der Erde«, Reprint der Originalausgabe von 1908, nach dem Exemplar der Universitätsbibliothek Leipzig, Signatur: Ld. u. VK. 151q, S. 157.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vorsilbe Ci bietet Geschichts- und Sprachwissenschaftlern bis heute ein Podium der Kontroversen. Geht die eine Seite davon aus, es handle sich um den in malaiischen Sprachen allgemein üblichen personifizierenden Artikel &amp;#039;&amp;#039;si&amp;#039;&amp;#039;, vertritt die Gegenseite die Meinung, das dem Namen vorangestellte &amp;#039;&amp;#039;Ci&amp;#039;&amp;#039; beziehe sich auf das dem Sanskrit entstammende &amp;#039;&amp;#039;Sri&amp;#039;&amp;#039; und bezeichne eine ehrenhafte Person. Nun benannte Antonio Pigafetta in seinen Aufzeichnungen jedoch eine Reihe von Oberhäuptern, von denen einige mit dem Präfix Ci versehen wurden und andere nicht:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Es finden sich auf dieser Insel mehrere Dörfer und in jedem derselben einige angesehene Personen, ihre sogenannten Häupter. Ich zähle die Namen der Dörfer und der Häuptlinge eines jeden auf: Cinghapola und dessen Häuptlinge Cilaton, Ciguibucan, Cimaningha, Cimatikat, Cicambul; Mandaui und sein Chef Aponoan; Lalen mit Teteu als Oberhaupt; Lulutan, das zum Häuptling Tapan hat; Lubucun, dessen Häuptling Cilumai ist.|ref=&amp;lt;ref name=&amp;quot;Pigafetta157&amp;quot; /&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[William Henry Scott]] (1921–1993), einer der führenden Historiker für präkoloniale philippinische Geschichte, vermerkte in einem 1994 von der Universität Ateneo de Manila posthum herausgegebenen Text:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Ein Wort für einen übergeordneten Datu existierte nicht, obwohl jene, als primus inter pares (Erster unter Ranggleichen) anerkannte Führer mit ‚pangulo‘, Oberhaupt, bezeichnet wurden […] Wer einen Seehafen mit Außenhandel kontrollierte, übernahm im allgemeinen die Malaiischen, aus dem [[Sanskrit]] stammenden Titel [[Raja]]h (Herrscher), Batara (Edler Herr) oder Sarripada (Eure Hoheit). Magellan traf drei mit Rajah titulierte Oberhäupter: Awi von Butuan, Kolambu (auch Kalambu) von [[Limasawa]] und [[Humab-on]] von [[Cebu]] – ein Titel, den die Spanier stets mit ‚König‘ übersetzten, obwohl Magellan, wenn auch zu spät, erkannte, daß sie weder Königreiche noch Macht über andere Datus besaßen. Sarripada oder seine Varianten Salipada, Sipad und Paduka kommen von Sanskrit ‚Sri Paduka‘ und wurde von Humab-on und zumindest drei Zeitgenossen, Kabungsuwans Sohn Makaalang von Maguindanao, Dailisan von Panglao und dem Sultan von Brunei, benutzt.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;William Henry Scott: &amp;#039;&amp;#039;Barangay – Sixteenth-Century Philippine Culture and Society.&amp;#039;&amp;#039; 1994, Ateneo de Manila University Press, aus dem Englischen übersetzt von Peter Miñoza in „Von Kali zu Eskrima“, S. 67/68, 2. Auflage, 2001, Afra Verlag, ISBN 3-932079-47-7.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den Legenden [[Cebu]]s wird erzählt, Datu [[Mangal (Datu von Mactan)|Mangal]], Oberhaupt der Insel [[Mactan]], habe seinen erstgeborenen Sohn nach dem großen, rötlichen Raubfisch &amp;#039;&amp;#039;Pula-Pula&amp;#039;&amp;#039; benannt, der älteren Einwohnern Cebus und Mactans unter dem Namen &amp;#039;&amp;#039;Pugapo&amp;#039;&amp;#039; geläufig ist. Lapu-Lapus Mutter jedoch, [[Mataunas]], mochte sich mit diesem Vorschlag nicht anfreunden, und da das Recht der Namensgebung in jenen Jahren bei den Müttern lag, verkehrte sie die Silben bis schließlich Lapu-Lapu – daraus entstand: Pula-Pula-pulapu-Lapu-Lapu. Mag es nun so gewesen sein oder nicht, Mataunas hat der Nachwelt ein Rätsel hinterlassen, dessen Auflösung Kopfzerbrechen bereitet: Eine klare etymologische Deutung seines Namens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Ursprung des Wortspiels Pulapula bezeichnet einen nicht ungefährlichen Seebarsch bzw. eine [[Meerbrasse]], ein rötlicher, bis zu einem halben Meter langer Raubfisch, der sich bevorzugt in felsigen Seegründen und in Riffhöhlen aufhält und wegen seiner Angriffslust gefürchtet ist. Pulapula, durch verdoppeln des Wortes „pula“, rot, eine sogenannte Diminutivform, lässt sich mit „kleiner Roter“ übersetzen. Im Zusammenhang mit Lapu-Lapu jedoch gestaltet sich das größere, bis zu zwei Meter lange Exemplar als interessanter: Denn diesen riesigen Verwandten des Pulapula rufen die einheimischen Fischer, je nach Dialekt, &amp;#039;&amp;#039;Kulapu&amp;#039;&amp;#039; (kula-po), &amp;#039;&amp;#039;Korapo&amp;#039;&amp;#039; oder &amp;#039;&amp;#039;Kugtung&amp;#039;&amp;#039;. Die beiden Worte „kulapo“ und „korapo“ fallen linguistisch zusammen. Bedeutend an ihnen jedoch ist die Endung „lapu“ bzw. „lapo“, die darauf hinweist, dass „lapulapu“ eine Verkleinerungsform ebendieses Begriffes „kulapu“ sein dürfte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Deklaration der ersten philippinischen Unabhängigkeit vom 12. Juni 1898, bezeichneten die Verfasser den Helden von Mactan nicht als Lapu-Lapu, sondern als Kalipulaku. Auffallend ist, dass die drei letzten Silben des Namens umgestellt wiederum Kulapu ergeben. Dazu und im Zusammenhang mit dem oben beschriebenen Fisch konstatierte der Historiker Luis Camara Dery in einem Brief vom 6. Januar 2001:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Ich vermute die Bezeichnung Lapu-Lapu ist ein bansag, ein üblicher Brauch unter Filipinos, eine Person bezüglich eines hervorstechenden körperlichen Merkmales zu benennen. Der Lapu-Lapu ist ein Fisch mit sehr kleinen Schuppen. Daher ist es durchaus möglich, daß der Kalipulaku an einer bestimmten Art von Hautkrankheit litt, die durch Kratzen ein schuppiges Aussehen hervorruft und ihm den Namen Lapu-Lapu einbrachte.}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Familie und Leben ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lapu-Lapu wurde vermutlich um 1484 auf Mactan geboren. Er war der Sohn von Mangal und Mataunas, die noch einem zweiten Kind, ihrer Tochter [[Malingin]], das Leben schenkte. Sein Vater hatte der Tradierung nach wenigstens einen Bruder, Bantug-lumay, seinerseits Vater des Rajah Humab-on von Cebu. Laut den bekannten, mitunter divergierenden mündlichen Überlieferungen soll Lapu-Lapu 27, 33 oder 37 Jahre alt gewesen sein, als er dem Unterwerfungs-Angriff [[Ferdinand Magellan]]s entgegentrat. Die beiden ersten Altersangaben lassen sich mit zwei recht überzeugenden Argumenten widerlegen: Lapu-Lapus Eheschließung mit der Tochter Rajah [[Kusgan]]s von [[Olanggho]] und dem Todesjahr seines Vaters Mangal. Denn die Legenden sind sich darin einig, dass Lapu-Lapu eine Ehe und die daraus resultierende Familiengründung erst einging, als er Oberhaupt von Mactan geworden war – und auch diesen Zeitpunkt nennen die ansonsten widersprüchlichen Geschichten übereinstimmend. Lapu-Lapu trat im Alter von 21 Jahren die Nachfolge seines Vaters an, nachdem dieser 1505 im Kampf gegen chinesische Piraten gefallen war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ginés de Mafra, der einzige spanische Matrose der 1521 gescheiterten Magellanfahrt, der 1543 mit der [[Ruy López de Villalobos|Ruy-López-de-Villalobos]]-Expedition ein zweites Mal auf den Archipel zurückkehrte, erwähnte in seinen Reiseaufzeichnungen eine Schwester Lapu-Lapus, [[Malingin]] und deren Tochter [[Ming-Ming]], jene am 14. April 1521 zu Johanna getaufte &amp;#039;&amp;#039;Königin&amp;#039;&amp;#039; und sehr junge Ehefrau [[Humab-on]]s.&amp;lt;ref&amp;gt;Ginés de Mafra: »Libro que trata del Descubrimiento y principio del estrecho que se lama de Magallanes«, 1549, Text bei Antonio Blázquez &amp;amp; Delgado Aguilera »Tres Relaciónes«, Seiten 179–212, Madrid 1920.&amp;lt;/ref&amp;gt; Somit stand das Oberhaupt Cebus, Humab-on, in einem zweifachen Verhältnis zu Lapu-Lapu. Zum einen als sein Cousin – er war der Sohn Bantug-lumays, des Bruders Mangals – zum anderen als Schwager durch seine Ehe mit Lapu-Lapus Nichte Ming-Ming. Der Richtigkeit um die familiären Bande Hu-mab-ons und Lapu-Lapus leistet der bereits zitierte Ginés de Mafra mit seiner Aussage Vorschub, die Rajahs von Butuan, Limasawa und Mactan seien mit Humab-on verwandt. Die beiden spanischen Begriffe „emparentado“, verschwägert, und „parentela“, verwandt, lassen sich ganz klar unterscheiden und Mafra meint „parentela“.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der mündlichen Tradition folgend, heiratete Lapu-Lapu die schöne [[Bulakna]], Tochter Rajah Kusgans von Olanggho. Ein anderer Name als Bulakna ist nicht überliefert. Ihren Bund mit Lapu-Lapu schloss die junge Frau nach 1521. Das Paar schenkte zwei Kindern das Leben, ihrem Sohn [[Sawile]] und ihrer Tochter [[Katahuman]]. Noch heute leben auf Mactan einige Familien, die ihre Herkunft auf das Geschlecht Lapu-Lapus zurückführen: Baring, Malingin, Pagobo, Paquebot und Pinuti.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lapu-Lapus Kindheit und Jugend bleiben im Dunkel der Geschichte. Zeitgenössische, schriftliche Aufzeichnungen existieren nicht, die mündlichen Überlieferungen verknüpfen Wahrheit, Mythos und Legende untrennbar miteinander und bedecken die darin verborgenen, möglichen historischen Tatsachen. Davon ausgenommen zeigen sich die recht einheitlichen Tradierungen der [[Kampfkunst]] Lapu-Lapus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kampfkunst ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zweifellos ist Lapu-Lapu der erste historisch belegte Filipino und Meister jener Kampftechniken, die in der Gegenwart weltweit als [[Filipino Martial Arts|philippinische Kampfkünste]] praktiziert werden. Dies bezeugte [[Juan Sebastián Elcano]], jener Kapitän, dem es nach dem Ableben Ferdinand Magellans gelang, das letzte verbliebene Schiff der Expedition, die &amp;#039;&amp;#039;Victoria&amp;#039;&amp;#039;, heim nach Spanien zu bringen und damit die von Magellan begonnene erste Weltumsegelung zu vollenden. „Nahebei lag eine Insel namens Mat-an, deren König als ein großartiger Mann der Kriegskünste hochgeschätzt und der machtvoller als all seine Nachbarn war.“.&amp;lt;ref&amp;gt;Aussage des Sebastián del Cano, 6. September 1522 in: Gonzalo Fernández de Oviedo y Valdes: »Segunda parte de la natural y general Historia de las Indias Yslas y Tierra Firme del Mar Oceano«, Valladolid 1552, übersetzt aus dem Spanischen von Peter Miñoza in „Von Kali zu Eskrima“, S. 67/68, 2. Auflage, 2001, Afra Verlag, ISBN 3-932079-47-7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die recht einheitlichen mündlichen Erzählungen berichten, Lapu-Lapu sei bereits in seiner frühen Kindheit zunächst von seinem Vater Mangal, später dann von ausgesuchten Lehrern in den Kampfkünsten unterrichtet worden. Zu diesen gehörten Sugpu-baha von Pusok, Mangtas von Buayan, Bugto-pasan von Tumoy, Bali-alho von Maribago, Eminging von Agus, Tindak-bukid von Marigondon und Umindig von Ibabaw. Sugpu-baha, so die Überlieferung, unterrichtete Lapu-Lapu in Kraft und Ausdauer und der Handhabung des Speers, Mangtas leitete ihn im Stock- und Messerkampf an, Bugto-pasan im Umgang mit Pfeil und Bogen. Bali-alho lehrte ihn die tödlichen Manöver des Reismörsers, Eminging die Techniken des [[Kampilan]] und Tindak-bukid den Faust- und Fußkampf. Umindig schließlich zeigte ihm die wendigen Bewegungen des Ringkampfes. „Die Namen der Lehrer Lapu-Lapus“, so erwähnt Peter Miñoza in seiner wissenschaftlichen Arbeit über die philippinischen Kampfkünste, „obwohl den Gepflogenheiten der damaligen Namengebung entsprechend, müssen mythologisch und nicht historisch betrachtet werden.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Minoza&amp;quot;&amp;gt;Peter Miñoza: „Von Kali zu Eskrima“, 2. Auflage, 2001, Afra Verlag, ISBN 3-932079-47-7.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während des 16. Jahrhunderts wurden auf den Inseln Cebu und Mactan zwei Kampfsysteme, [[Pangamut]] und [[Pang-olisi]], praktiziert. In einem Gespräch mit [[Edgar G. Sulite]] führte Großmeister [[Eulogio Cañete]] Ende der 80er Jahre aus:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Auf Cebu waren zwei vorherrschende Stile gebräuchlich. Der Stil des Rajah Humab-on, mit vier Schlägen und einem Stich, Pang-olisi genannt, und der Stil des Lapu-Lapu, dem Herrn von Mactan, mit sechs Schlägen und zwei Stichen, der als Pangamut bekannt war. Wir folgten dem wirksameren System von Lapu-Lapu.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Edgar G. Sulite: »Masters of Arnis, Kali &amp;amp; Eskrima«, 1993, Socorro Publications.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Großmeister [[Dionisio Cañete]], eine der gegenwärtig herausragenden Persönlichkeiten der philippinischen Kampfkünste und Vertreter des [[Doce Pares]], schrieb in seinem Buch: „Der erste bekannte philippinische Held, Lapu-Lapu, wird als einer der ersten Meister des Arnis betrachtet, das im einheimischen Dialekt seiner Zeit als Pangamut bezeichnet wurde.“&amp;lt;ref&amp;gt;Dionisio Cañete: »Eskrima Kali Arnis« (Kapitel I »History«), 1993 by Doce Pares Publishing House.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Pang-olisi, von &amp;#039;&amp;#039;paggamit nga olisi&amp;#039;&amp;#039;, „kunstfertiger Stockgebrauch“, beschreibt unzweideutig seine Hauptwaffe, den Stock. Dennoch dürften auch hier das Schwert und der Speer benutzt worden sein. Pangamut hingegen, von &amp;#039;&amp;#039;paggamit nga kamut&amp;#039;&amp;#039;, „kunstfertiger Gebrauch der Hände“, schien, wie sein Name impliziert, ein komplexeres System gewesen zu sein, bei dem neben den Waffen Schwert, Dolch, Speer und Stock wohl auch der Faust-, Fuß- und Ringkampf unterrichtet wurde. „Leider sind Edgar Sulites schriftlich festgehaltenes Gespräch mit Eulogio Cañete und Dionisio Cañetes Buch die einzigen gedruckten Quellen über diese Kampfkunst. […] Sie erwecken den Verdacht – zumindest namentlich – nicht authentisch zu sein.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Minoza&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Vater des Modern Arnis, [[Remy Amador Presas]], notierte in diesem Zusammenhang eine gänzlich andere Bezeichnung: „Die Ibanag pflegten ihr &amp;#039;&amp;#039;Pagkalikali&amp;#039;&amp;#039;, die Pangasinen ihr &amp;#039;&amp;#039;Kalirongan&amp;#039;&amp;#039;, die Bisayan ihr &amp;#039;&amp;#039;Kinaadman&amp;#039;&amp;#039; […] und die Pampangeño ihr &amp;#039;&amp;#039;Sinawali&amp;#039;&amp;#039;.“&amp;lt;ref&amp;gt;Remy Amador Presas: »The Practical Art of Eskrima«, 1994, National Book Stores, Inc.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Mit Kinaadman, Weisheit, lässt sich ein Oberbegriff für Kampfkunst erschließen, der in den [[Visayas]] früherer Zeiten“, so Peter Miñoza in &amp;#039;&amp;#039;Von Kali zu Eskrima&amp;#039;&amp;#039;, „allgemeine Gültigkeit hatte. Doch allein auf Cebu lassen sich rasch mehrere Benennungen einst praktizierter Stile oder Systeme in den einzelnen Regionen ermitteln, so dass es zweifelhaft erscheint, einen Terminus ausfindig zu machen, der überall in den Visayas Geltung besaß.“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Kampfstil des Lapu-Lapu bleibt letzten Endes nicht ermittelbar. Anhand der seit Jahrhunderten weitergegebenen Kunstfertigkeiten und Techniken wie zugleich den Aufzeichnungen und Beobachtungen spanischer Missionare, Chronisten und Soldaten lassen sich die praktischen Inhalte der Kampfkünste jener Zeit jedoch bis in die Gegenwart nachvollziehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wirken ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Don Vicente Gullas]] beschrieb Lapu-Lapu als „eine Persönlichkeit dieser Welt, gesegnet vom Glück, begünstigt von den Sternen; der Riese, der erfüllende Nährboden des alten Cebu; der Staatsmann und machtvolle Häuptling, Meister der Athleten des philippinischen Altertums, eine Schicksalsgestalt der Welt. Er war bedeutend, denn seine Eltern erzogen ihn, bedeutend zu sein, gerüstet mit Selbstdisziplin, Tugend, staatsmännischem Charakter, körperlicher Stärke und moralischer Aufrichtigkeit.“&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lapu Torch19&amp;quot;&amp;gt;Aus »The Lapu-Lapu Torch«; Sonderausgabe der »Kadaugan Sa Mactan«, Seite 19, Lapu-Lapu City, 1996.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Historiker [[Domingo M. Estabaya]] notierte: „Lapulapu ist eine der bedeutendsten Figuren unserer Geschichte. Er sollte als der logische Begründer unseres Landes betrachtet werden“.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Lapu Torch19&amp;quot; /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Derart ruhmvolle wie pathetische Worte hatten lange auf sich warten lassen. Über die [[Unabhängigkeitserklärung]] der Philippinen hinaus (am 12. Juni 1898 von der Kolonialherrschaft Spaniens, am 4. Juli 1946 von den USA), bedurfte es mehr als 400 Jahre. In den Geschichtswerken der Philippinen blieb Lapu-Lapu unerwähnt; spanische Aufzeichnungen bestimmten die Geschichtsschreibung des Landes. In Europa und Amerika blieb er völlig unbekannt. Noch 1938 schrieb der bedeutende österreichische Schriftsteller [[Stefan Zweig]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Zitat|Einem Admiral des Kaisers beider Welten scheint es unter seiner Würde, gegen einen solchen braunen Lümmel, der keine ungeflickte Matte in seiner dreckigen Hütte hat, eine ganze Armee ins Feld zu schicken und mit Übermacht gegen ein solches jämmerliches Pack von Insulanern zu kämpfen. […] Auf derart sinnlose Weise endet im höchsten und herrlichsten Augenblicke der Erfüllung der größte Seefahrer der Geschichte in einem kläglichen Geplänkel mit einer nackten Insulanerhorde - ein Genius, der wie Próspero die Elemente gemeistert, der alle Stürme und Menschen bezwungen, wird gefällt durch ein lächerliches Menscheninsekt Silapulapu! […] Niemand weiß, was jene jämmerlichen Wilden mit der Leiche Magellans dann getan, welchem Element sie sein Sterbliches zurückgegeben, ob dem Feuer, der Flut, der Erde oder der zehrenden Luft.|ref=&amp;lt;ref&amp;gt;Stefan Zweig: »[[Magellan. Der Mann und seine Tat|Magellan – Der Mann und seine Tat]]«, 1938 [[Herbert Reichner|Herbert Reichner Verlag]]; 1983 S. Fischer Verlag, ISBN 3-596-25356-X.&amp;lt;/ref&amp;gt;}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Tatsächlich blieb Lapu-Lapu außenpolitisch eine unbedeutende Figur in der philippinischen Geschichte. Er mochte über 1521 hinaus seine Position durch Heirat und geschickte Bündnisse gestärkt haben, doch es blieb der Umstand, dass Mactan eine Insel ohne eigenen Hafen war und für die Händler aus [[Luzon]], [[Borneo]] oder [[China]] wirtschaftlich uninteressant blieb. Die Geschäfte, der Handel, der Austausch von Waren, Sklaven und Informationen, fanden auf Cebu statt. Lapu-Lapus einzige herausragende Tat blieb, die Inseln vor einer frühzeitigen Kolonisation Spaniens bewahrt zu haben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* David Jost &amp;#039;&amp;#039;Lapu-Lapu Nationalheld der Philippinen&amp;#039;&amp;#039;, [[Mare (Zeitschrift)|Mare]], Nr. 158 Juni/Juli 2023, S. 30 ff&lt;br /&gt;
* Stefan Zweig: »[[Magellan. Der Mann und seine Tat|Magellan – Der Mann und seine Tat]]«, 1938 [[Herbert Reichner|Herbert Reichner Verlag]]; 1983 S. Fischer Verlag, ISBN 3-596-25356-X.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Lapulapu}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|LCCN=no2018151958|VIAF=19154196721020110332|GNDfehlt=ja|GNDCheck=2024-11-16}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:LapuLapu}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Person (philippinische Geschichte)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Häuptling]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herrscher (16. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren im 15. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben im 16. Jahrhundert]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Lapu-Lapu&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Kolipulako&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Stammeshäuptling der Insel Mactan&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=um 1484&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=um 1564&lt;br /&gt;
|STERBEORT=&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Thomas Dresler</name></author>
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