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	<title>Landlose - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-08T02:20:06Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Landlose&amp;diff=648320&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Aka: /* Geschichte */ ISBN-Format</title>
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		<updated>2024-09-24T16:57:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Geschichte: &lt;/span&gt; ISBN-Format&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Landlose&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ({{enS|landlessness}}) sind [[Person]]en in der [[Landwirtschaft]], die kein [[Eigentum]] an [[Grund und Boden]] besitzen. Gegensatz sind die [[Grundbesitzer]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Allgemeines ==&lt;br /&gt;
Zu den Personen ohne Land gehören [[Landwirt|Bauern]], Bauernfamilien und [[Landarbeiter]], die keinen eigenen [[Grundbesitz]] haben, sondern ausschließlich auf [[Pachtvertrag (Deutschland)|gepachtetem]] Land arbeiten. Sie müssen den Grundbesitzern einen Pachtzins zahlen, der durch [[Agrarprodukt]]e oder seltener in [[Bargeld]] zu entrichten ist. Nach [[marktwirtschaft]]lichen Prinzipien sollen die Landwirte Eigentümer von [[Agrarfläche|Agrar-]] oder [[Waldfläche]]n sein, während diese sich in der [[Planwirtschaft]] durch die [[Kolchose]]n oder die früheren [[Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft|LPGs]] der [[DDR]] als [[Allmende]] im [[Staatsvermögen]] befanden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Vor der [[Industrielle Revolution|industriellen Revolution]] war [[Feudalismus]] für die meisten Hochkulturen charakteristisch, jedoch – je nach [[Herrschaftsform]] – unterschiedlich strukturiert.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=Pb81EAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA82&amp;amp;dq=Feudalismus+grundherrschaft&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwiWnKX51vD0AhU18bsIHeSbD7U4ChDoAXoECAYQAQ#v=onepage&amp;amp;q=Feudalismus%20grundherrschaft&amp;amp;f=false Willy Obrist, &amp;#039;&amp;#039;Die Mutation des Bewusstseins fand in Europa statt&amp;#039;&amp;#039;, 2013, S. 82]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der [[frühmittelalter]]liche Feudalismus war in [[Europa]] geprägt durch landbesitzende [[Landesherr]]en aus [[Adel]] und/oder [[Klerus]], die eine so genannte [[Grundherrschaft]] ausübten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=TQn5j5oQOeUC&amp;amp;pg=PA24&amp;amp;dq=Feudalismus+grundherrschaft&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwiWnKX51vD0AhU18bsIHeSbD7U4ChDoAXoECAgQAQ#v=onepage&amp;amp;q=Feudalismus%20grundherrschaft&amp;amp;f=false Werner Rösener, &amp;#039;&amp;#039;Bauern im Mittelalter&amp;#039;&amp;#039;, 1991, S. 24]&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie überließen ihr Land an eine Vielzahl von [[Kleinbauer]]n als [[Lehnswesen|Lehen]], die als [[Hörige]] von den Landherren abhängig und an die [[Scholle (Grund)|Scholle]] gebunden waren. Als [[Gegenleistung]] für ihre Landnutzung leisteten sie [[Frondienst]], von dem sie den [[Zehnt]] als Pachtzins abzugeben hatten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[England]] gehörte das Land der Krone, die es gegen Pachtzins an bäuerliche Pächter vergab ({{enS|lease of land}}). [[Wilhelm I. (England)|Wilhelm der Eroberer]] überredete 1034 die Feudalherren, ihn als legitimen Nachkommen anzuerkennen und festigte hierdurch das bereits vorhandene Feudalsystem.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=8TMl2NymbsAC&amp;amp;pg=PA99&amp;amp;dq=feudalismus+england&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwiSxNvn2fD0AhWXgP0HHdk3BgY4FBDoAXoECAgQAQ#v=onepage&amp;amp;q=feudalismus%20england&amp;amp;f=false John Richard Greens, &amp;#039;&amp;#039;Geschichte des englischen Volkes&amp;#039;&amp;#039;, Band 1, 1889, S. 99]&amp;lt;/ref&amp;gt; Der gesamte Boden war als „feod“ ({{laS|feodum}}, „Lehen“) der obersten Lehnshoheit des Königs untergeordnet, [[Allod]] als unabhängigen Besitz gab es nicht mehr. Größter Grundbesitzer war dem [[Domesday Book]] von 1086 zufolge der König und neben ihm die Kirche.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit dem Ende des 16. Jahrhunderts gab es im deutschsprachigen Bereich bis in das 20. Jahrhundert hinein schwerpunktmäßig das [[Heuerlingswesen]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einstmals der [[Kolonialisierung]] unterworfenen Kontinenten ([[Afrika]], [[Asien]], [[Australien]], [[Neuseeland]], [[Nordamerika]], [[Südamerika]]) hängt die heutige Landlosigkeit auch davon ab, ob europäische [[Großgrundbesitzer]] Landwirtschaft betreiben durften ([[Südafrika]], Südamerika) oder nicht (restliches Afrika oder Asien). Weltweit sind [[Indigene]] (insbesondere [[Aborigines]], [[Indianer]], {{lang|mi|[[Māori]]}}) von ihrem traditionellen Landbesitz vertrieben worden als Ergebnis der (zwangsweisen) Übernahme durch [[Siedler]], von [[Krieg]]en, [[Holzfällen]] oder [[Bergbau]], wodurch sich ihre [[Prekarisierung]] erhöhte und die [[Armut]] chronisch wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;Diana Vinding, &amp;#039;&amp;#039;The Indigenous World 2004&amp;#039;&amp;#039;, 2004, S. 394; ISBN 978-87-90730-83-3&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Heutige Situation ==&lt;br /&gt;
In Südamerika sind die Farmen ({{esS|[[Hazienda|haciendas]]}} in [[Iberoamerika]], {{ptS|[[fazenda]]s}} in [[Brasilien]]) so organisiert, dass der Landbesitz die [[landwirtschaftliche Nutzfläche]] bei weitem übersteigt, so dass die landlose Landbevölkerung gezwungen ist, als Kleinpächter oder als [[Lohnarbeit]]er ({{esS|campesinos}}) für die Farmen zu arbeiten. Die Lohnarbeit besitzt häufig den Charakter der [[Schuldknechtschaft]], die zu lebenslanger Bindung der Arbeitskräfte an die Farm führt.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=wSieBgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA262&amp;amp;dq=landlose+lexikon&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwikyK_P6ev0AhX8gP0HHS0gDzsQ6AF6BAgBEAE#v=onepage&amp;amp;q=landlose%20lexikon&amp;amp;f=false Werner Fuchs-Heinritz/Rüdiger Lautmann/Otthein Rammstedt/Hanns Wienold (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Lexikon zur Soziologie&amp;#039;&amp;#039;, 1994, S. 262]&amp;lt;/ref&amp;gt; Im [[Vizekönigreich Neuspanien]] besaß der Grundbesitzer diese Schuldknechtschaft ({{esS|peonaje}}) gegenüber den [[Indigene|Indianern]]. Sie ermöglichte es dem Großgrundbesitzer, die Landarbeiter ({{esS|peones}}) zu zwingen, bis zur vollständigen Tilgung ihrer Schulden kostenlos auf seinen Höfen für ihn zu arbeiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Brasilien ist das Land mit der weltweit ungerechtesten Landverteilung. Insgesamt sind 4,8 Millionen brasilianische Familien landlos, während sich 46 % der Staatsfläche in den Händen der 4.000 größten Großgrundbesitzer ({{ptS|fazendeiros}}) befindet. Diese verfügen über 85 Millionen Hektar [[Agrarfläche]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://www.kooperation-brasilien.org/de/themen/landkonflikte-umwelt/kampf-um-land-in-brasilien Kooperation Brasilien vom 1. März 2006, &amp;#039;&amp;#039;Kampf um Land in Brasilien&amp;#039;&amp;#039;]&amp;lt;/ref&amp;gt; Die [[Bewegung der Landarbeiter ohne Boden]] begann im Dezember 1980, als mehr als 6000 Landlose sich zu dieser Organisation zusammentaten.&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=0A83DAAAQBAJ&amp;amp;pg=PA334&amp;amp;dq=Movimento+dos+Trabalhadores+Rurais+Sem+Terra+1970&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwjuncLQ6PD0AhW6gf0HHQbVDjAQ6AF6BAgEEAE#v=onepage&amp;amp;q=Movimento%20dos%20Trabalhadores%20Rurais%20Sem%20Terra%201970&amp;amp;f=false Gérard Roland, &amp;#039;&amp;#039;Development Economics&amp;#039;&amp;#039;, 2014, S. 334]&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie forderten nicht etwa die [[Enteignung]] der Großgrundbesitzer, sondern im Rahmen einer [[Landreform]] die Enteignung von bisher unkultiviertem Land.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch [[Bolivien]]s Landreform 1952 konnten 1970 immerhin 45 % der Bauernfamilien Landeigentum vorweisen. [[Venezuela]] begann 2001 eine Landreform, durch die im Staatsvermögen befindliches Land in die Hände Landloser gelangte.&amp;lt;ref&amp;gt;Gérard Roland, &amp;#039;&amp;#039;Development Economics&amp;#039;&amp;#039;, 2014, S. 335&amp;lt;/ref&amp;gt; In Südafrika sah ein Bodenreformprogramm von 1994 vor, 30 % der Agrarfläche bis 1999 an 25,6 Millionen landlose Schwarze zu verteilen; gerade einmal 0,6 % des Landes gingen an 400000 Landlose über.&amp;lt;ref&amp;gt;Sharon Hammond/Justin Arenstein, Sunday Independent (Hrsg.), &amp;#039;&amp;#039;Reconstruct: Some Land Reform Projects Resemble Dumping Grounds&amp;#039;&amp;#039;, 17. Januar 1999&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In den letzten Jahrzehnten sind in Südamerika – meist von der [[katholische Kirche|katholischen Kirche]] unterstützt – zahlreiche Landlosen-Bewegungen entstanden, die auf die Durchführung von [[Bodenreform]]en drängen. Ihrem wachsenden Einfluss auf Wahlen und die staatliche [[Sozialpolitik]] stehen illegale Aktionen wie [[Movimiento de Izquierda Revolucionaria (Chile)#Landbesetzungen durch die MIR|Landbesetzungen]] und politische Morde beider Seiten gegenüber.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Indien]] arbeitet die Mehrheit der [[Kaste]]nlosen vornehmlich als landlose Feldarbeiter.&amp;lt;ref&amp;gt;Akademie Verlag (Hrsg.): Zeitschrift des Zentralen Rates für Asien-, Afrika- und Lateinamerikawissenschaften in der DDR, &amp;#039;&amp;#039;Asien, Afrika, Lateinamerika&amp;#039;&amp;#039;, Band 20, Ausgaben 3–5, 1992, S. 838&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Status der Gutsbesitzer ({{hiS|[[zamindar]]e, [[vaishya]]}}) sollte mit der Landreform 1946 abgeschafft werden, die etwa 40 % der Agrarfläche erfasste. Etwa 20 Millionen Pächterfamilien wurden zu Pächtern des Staates ({{hiS|[[sardar]]e}}) mit der Möglichkeit des Landerwerbs durch [[Mietkauf]].&amp;lt;ref&amp;gt;[https://books.google.de/books?id=mCbwBgAAQBAJ&amp;amp;pg=PA40&amp;amp;dq=indien+landlose&amp;amp;hl=de&amp;amp;sa=X&amp;amp;ved=2ahUKEwjFieeV8PD0AhX_S_EDHbnlBxgQ6AF6BAgJEAE#v=onepage&amp;amp;q=indien%20landlose&amp;amp;f=false Joginder Malhotra, &amp;#039;&amp;#039;Indien: Wirtschaft, Verfassung, Politik&amp;#039;&amp;#039;, 1990, S. 72]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Bewegung der Landarbeiter ohne Boden]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur/Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary|Landloser}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|Landlose|TYP=Literatur über}}&lt;br /&gt;
* [http://lateinamerika-nachrichten.de/?aaartikel=wer-ist-hier-terroristin Brasilien: Parlament und Landlosenbewegung MST]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Agrarsoziologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Agrarpolitik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Soziologie]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Aka</name></author>
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