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	<title>Landgericht Verden - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-06-27T08:18:44Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Landgericht_Verden&amp;diff=1336746&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Wilske: Titel und/oder Grade werden in wiki nicht genannt</title>
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		<updated>2026-03-11T22:54:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Titel und/oder Grade werden in wiki nicht genannt&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Landgericht Verden.jpg|mini|Landgericht Verden (2009)]]&lt;br /&gt;
Das &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Landgericht Verden&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ist neben den Landgerichten in [[Landgericht Bückeburg|Bückeburg]], [[Landgericht Hannover|Hannover]], [[Landgericht Hildesheim|Hildesheim]], [[Landgericht Lüneburg|Lüneburg]] und [[Landgericht Stade|Stade]] eines von sechs [[Landgericht]]en im Bezirk des [[Oberlandesgericht Celle|Oberlandesgerichtes Celle]]. Es hat seinen Sitz in [[Verden (Aller)|Verden]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Geschichte ==&lt;br /&gt;
Im Rahmen der Justizreform im [[Königreich Hannover]] wurde 1852 in Verden ein Obergericht, das [[Obergericht Verden]] errichtet. Nachdem 1877 im [[Deutsches Kaiserreich|Deutschen Reich]] das [[Gerichtsverfassungsgesetz]] verabschiedet worden war, wurden die Sitze der neuen Landgerichte verteilt. Ein erster Entwurf sah Stade zuungunsten Verdens vor. Nach gelungenem Lobbyismus einiger Verdener Bürger sollte schließlich sowohl in Stade als auch in Verden ein Landgericht errichtet werden. Dagegen verlor Nienburg als ein weiterer Bewerber um den Sitz des Gerichtes sein damaliges [[Obergericht Nienburg|Obergericht]] und wurde dem Landgerichtsbezirk Verden zugeschlagen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bezirk des Landgerichtes bestand aus den Kreisen [[Kreis Hoya|Hoya]], [[Landkreis Lehe|Lehe]], [[Landkreis Nienburg|Nienburg]], [[Landkreis Osterholz|Osterholz]] und [[Landkreis Verden|Verden]] sowie großer Teile der Kreise [[Landkreis Diepholz|Diepholz]], [[Landkreis Fallingbostel|Fallingbostel]] und [[Landkreis Rotenburg (Wümme)|Rotenburg a. d. Wümme]]. Im Landgerichtsbezirk wohnten 1888 zusammen 308.548 Personen. Am Gericht waren ein Präsident, zwei Direktoren und 9 Richter beschäftigt. Dem Landgericht waren 21 Amtsgerichte zugeordnet. Dies waren die Amtsgerichte [[Amtsgericht Achim|Achim]], [[Amtsgericht Ahlden|Ahlden]], [[Amtsgericht Bassum|Bassum]], [[Amtsgericht Blumenthal|Blumenthal]], [[Amtsgericht Bruchhausen|Bruchhausen]], [[Amtsgericht Dorum|Dorum]], [[Amtsgericht Geestemünde|Geestemünde]], [[Amtsgericht Hagen|Hagen]], [[Amtsgericht Hoya|Hoya]], [[Amtsgericht Lehe|Lehe]], [[Amtsgericht Lesum|Lesum]], [[Amtsgericht Lilienthal|Lilienthal]], [[Amtsgericht Nienburg|Nienburg]], [[Amtsgericht Osterholz|Osterholz]], [[Amtsgericht Rotenburg (Wümme)|Rotenburg a. d. W.]], [[Amtsgericht Stolzenau|Stolzenau]], [[Amtsgericht Sulingen|Sulingen]], [[Amtsgericht Syke|Syke]], [[Amtsgericht Uchte|Uchte]], [[Amtsgericht Verden|Verden]] und [[Amtsgericht Walsrode|Walsrode]].&amp;lt;ref&amp;gt;Carl Pfafferoth: &amp;#039;&amp;#039;Jahrbuch der deutschen Gerichtsverfassung.&amp;#039;&amp;#039; 1888, S. 410 f., [https://archive.org/details/jahrbuchderdeut00pfafgoog/page/410/mode/2up?view=theater online]&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== NS-Zeit ===&lt;br /&gt;
Das [[NS-Staat|nationalsozialistische]] Rechtsverständnis war geprägt durch den totalitären Staat. So auch bei den Gerichten im Landkreis Verden. Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass die Richter in ihrem Ermessensspielraum beschnitten wurden. Unter der Prämisse, rückhaltlos für den [[NS-Staat]] einzutreten, gewannen sie Entscheidungsraum zur „schöpferischen Rechtsgestaltung“, z.&amp;amp;nbsp;B. bei Auslegung der „[[Verordnung gegen Volksschädlinge]]“ vom 5. September 1939.&amp;lt;ref&amp;gt;Joachim Wook: &amp;#039;&amp;#039;Juristen am Amts- und Landgericht Verden.&amp;#039;&amp;#039; In: Hermann Deuter und Joachim Woock (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Es war hier, nicht anderswo! - Der Landkreis Verden im Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Bremen : Edition Temmen, 2016, 484 S. ISBN 3-8378-4054-9; S. 74–75&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Beispiel dafür war der Landgerichtspräsident beim Landgericht Verden, Hans Gentzen. Im Jahre 1876 in Breslau geboren, von 1925 bis 1932 Mitglied des „[[Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten|Stahlhelms]]“, trat er bereits am 1. Februar 1932 der [[Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei|NSDAP]] bei, machte eine steile Karriere und wurde am 26. Oktober 1933 Landgerichtspräsident. Er scheute sich nicht, die Richter seines Bezirks wiederholt nachdrücklich zu ermahnen, „subjektiv“ zu entscheiden. Sein Kollege, [[Hermann Lindemann (Jurist)|Hermann Lindemann]], geboren 1880 in [[Osterburg (Altmark)]], seit 1921 ebenfalls Mitglied des „Stahlhelms“, trat 1924 seinen Dienst als Landgerichtsdirektor in Verden an. Mit der Auflösung des „Stahlhelms“ trat er 1934 der [[Sturmabteilung|SA]] bei und wurde 1937 Hauptsturmführer des SA-Sturms 5/14. Er trat 1937 in die NSDAP ein und wurde am 1. März 1938 Nachfolger von Gentzen als Präsident des Landgerichtes Verden.&amp;lt;ref&amp;gt;Woock, 2016, S. 76–77&amp;lt;/ref&amp;gt; Erich Lindenberg, geboren 1881, kam 1927 als Landgerichtsdirektor und Amtsgerichtsrat an das Landgericht Verden. Er trat am 1. Mai 1933 der NSDAP bei, wurde spätestens 1936 „Förderndes Mitglied“ der [[Schutzstaffel|SS]] und ab 1. April 1942 Ständiger Vertreter des Landgerichtspräsidenten. Im Januar 1945 folgte seine Ernennung zum Vorsitzenden des „Plünderungs-Sondergerichtes Verden“, das von 1942 bis 1945 im Landesgerichtsbezirk Verden drakonische Strafen bis hin zur Todesstrafe verhängte.&amp;lt;ref&amp;gt;Joachim Wook: &amp;#039;&amp;#039;Das „Plünderungs-Sondergericht Verden“ (1942–1945).&amp;#039;&amp;#039; In: Deuter und Woock, 2016, S. 80–83&amp;lt;/ref&amp;gt; Er war auch an mindestens fünf Prozessen wegen „Verbotenen Umgang mit Kriegsgefangenen“ beteiligt. Weder seine SS-Mitgliedschaft noch sein Vorsitz des Plünderungs-Sondergerichtes wurden ihm nach Kriegsende zum Nachteil ausgelegt.&amp;lt;ref&amp;gt;Woock, 2016, S. 78&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachkriegszeit ===&lt;br /&gt;
Nach 1945 machten fünf NS-Juristen, die während des [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieges]] an NS-[[Sondergericht]]en tätig waren, in Verden so gut wie unbehelligt Karriere. Drei davon, Willi Harzmann (Erster Staatsanwalt am [[Volksgerichtshof]] in Berlin), Hans Rogalla (Staatsanwalt am Sondergericht Stettin) und [[Rudolf Pfleiderer]] (Staatsanwalt am [[Sondergericht Prag]] und [[Brünn]]), wirkten nachweislich an Todesurteilen mit. Bei zwei weiteren NS-Juristen, Hermann Hagemann (Erster Staatsanwalt am Sondergericht Hannover), nach dem Krieg Oberstaatsanwalt in Verden, und Hans-Karl v. Hagens (Oberstabsrichter, [[Gericht der Wehrmachtskommandantur Berlin]]), nach Kriegsende Landgerichtsrat in Verden, ist noch ungeklärt, ob, und wenn ja, inwieweit sie in NS-Verbrechen involviert waren. Gegen Harzmann, der an 618 Prozessen beteiligt war, von denen 312 mit Todesurteilen endeten, wurde 1957 wegen vorsätzlicher Tötung, Rechtsbeugung und schwerer Freiheitsberaubung ermittelt. Die Staatsanwaltschaft erhob jedoch keine Anklage und stellte das Verfahren mangels Nachweises einer strafbaren Handlung ein. Von 1953 bis zu seinem Tode (1960) war Harzmann als Landgerichtsrat beim Landgericht Verden tätig. Rogalla, der beschuldigt worden war, führende Gewerkschaftsfunktionäre ins Zuchthaus und [[Konzentrationslager|KZ]] geschickt zu haben, wurde 1956 zum ersten Staatsanwalt beim Landgericht Verden ernannt. 1962 wurden ihm sechs Todesurteile zur Last gelegt. Die [[Niedersächsischer Staatsgerichtshof|Staatsanwaltschaft Bückeburg]] ermittelte zwar gegen ihn, das Verfahren wurde jedoch 1965 eingestellt. Pfleiderer erhielt im März 1949 die Stelle eines Staatsanwaltes am Landgericht Verden. 1960 wurde Strafanzeige gegen ihn erstattet, u.&amp;amp;nbsp;a. wegen Kriegsverbrechen in der [[Tschechoslowakei]], außerdem soll er an mindestens sechs Todesurteilen beteiliugt gewesen sein. Das Ermittlungsverfahren wurde im gleichen Jahr eingestellt. Noch 1952 höhnte er in der Staatsanwaltschaft Verden über Kollegen an den Sondergerichten in [[Sondergericht Prag|Prag]] und Brünn, denen nach der Hinrichtung das Mittagessen nicht geschmeckt habe.&amp;lt;ref&amp;gt;Joachim Wook: &amp;#039;&amp;#039;NS-Juristen nach 1945 am Landgericht Verden.&amp;#039;&amp;#039; In: Deuter und Woock, 2016, S. 411–413&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach dem [[Zweiter Weltkrieg|Zweiten Weltkrieg]] wurde das Landgericht am 3. Juli 1945 mit nur einer Strafkammer wiedereröffnet. In der jüngeren Geschichte schrieb das Landgericht Verden Justizgeschichte, als es 1976 mit einem Vorlagebeschluss zur Frage der Vereinbarkeit der lebenslangen Freiheitsstrafe mit dem Grundgesetz an das [[Bundesverfassungsgericht]] herantrat.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gerichtsgebäude ==&lt;br /&gt;
In den ersten Jahren des Gerichtes dienten Teile des Rathauses als Unterkunft. Als das neue Landgerichtsgebäude nach zweijähriger Bauzeit dann im Jahr 1884 bezogen werden konnte, erhielt die Stadt Verden die Räume des Rathauses zurück. Der Neubau war als roter Backsteinbau im Stil der späten [[Gründerzeit]] errichtet worden. Auf Höhe der ersten Etage war die Inschrift &amp;#039;&amp;#039;„Koenigliches Landgericht“&amp;#039;&amp;#039; angebracht, die rechts und links von je einem preußischen Adlern „bewacht“ wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gerichtsbezirk ==&lt;br /&gt;
Zum Bezirk des Landgerichtes Verden gehören die folgenden Amtsgerichte:&lt;br /&gt;
* [[Amtsgericht Achim|Achim]]&lt;br /&gt;
* [[Amtsgericht Diepholz|Diepholz]]&lt;br /&gt;
* [[Amtsgericht Nienburg|Nienburg]]&lt;br /&gt;
* [[Amtsgericht Osterholz-Scharmbeck|Osterholz-Scharmbeck]]&lt;br /&gt;
* [[Amtsgericht Rotenburg (Wümme)|Rotenburg (Wümme)]]&lt;br /&gt;
* [[Amtsgericht Stolzenau|Stolzenau]]&lt;br /&gt;
* [[Amtsgericht Sulingen|Sulingen]]&lt;br /&gt;
* [[Amtsgericht Syke|Syke]]&lt;br /&gt;
* [[Amtsgericht Verden (Aller)|Verden]]&lt;br /&gt;
* [[Amtsgericht Walsrode|Walsrode]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Übergeordnetes Gericht ist das [[Oberlandesgericht Celle]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Organisation ==&lt;br /&gt;
Seit dem 24. Oktober 2017 ist Gerhard Otto Präsident des Landgerichtes. Es wurden elf [[Zivilkammer]]n, davon zwei [[Kammer für Handelssachen|Kammern für Handelssachen]], 14 [[Strafkammer]]n, davon drei [[Jugendkammer]]n sowie zwei [[Wirtschaftsstrafkammer]]n gebildet. Zurzeit sind 34 Richter am Landgericht Verden tätig.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Präsidenten des Gerichtes seit 1879 ==&lt;br /&gt;
Die Liste zeigt die Präsidenten des Landgerichtes Verden von 1879 bis zur Gegenwart:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Hieronymus v. der Decken (1879–1892)&lt;br /&gt;
* Carl Schrader (1892–1911)&lt;br /&gt;
* Arthur Westrum (1911–1923)&lt;br /&gt;
* August Canenbley (1923–1933)&lt;br /&gt;
* Hans Gentzen (1933–1937)&lt;br /&gt;
* [[Hermann Lindemann (Jurist)|Hermann Lindemann]] (1938–1945)&lt;br /&gt;
* [[Eberhard Hagemann]] (1945–1948)&lt;br /&gt;
* von Nordheim (1949–1956)&lt;br /&gt;
* Wilhelm Kregel (1956–1966)&lt;br /&gt;
* Jan Kramer (1966–1972)&lt;br /&gt;
* [[Eberhard Stalljohann]] (1972–1974)&lt;br /&gt;
* Heinrich Beckmann (1974–1997)&lt;br /&gt;
* [[Wolfgang Arenhövel]] (1997–1999)&lt;br /&gt;
* Rüdiger Lengtat (1999–2017)&lt;br /&gt;
* Gerhard Otto (seit 2017)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Liste deutscher Gerichte]]&lt;br /&gt;
* [[Liste der Gerichte des Landes Niedersachsen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Hermann Deuter, Joachim Woock: &amp;#039;&amp;#039;Es war hier, nicht anderswo!  Der Landkreis Verden im Nationalsozialismus.&amp;#039;&amp;#039; Edition Temmen, Bremen 2016, 484 S. ISBN 3-8378-4054-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [https://www.landgericht-verden.niedersachsen.de/ Offizielle Website]&lt;br /&gt;
* [http://dejure.org/dienste/rechtsprechung?gericht=LG%20Verden Übersicht der Rechtsprechung des Landgerichtes Verden]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Navigationsleiste Landgerichte in Niedersachsen}}&lt;br /&gt;
{{Coordinate |NS=52.922686 |EW=9.231391 |type=landmark |region=DE-NI|dim=150}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Landgericht (Niedersachsen)|Verden]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Organisation (Verden (Aller))]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gerichtsgründung 1879]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Wilske</name></author>
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