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	<title>Landfrieden - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;span class=&quot;autocomment&quot;&gt;Inhalt: &lt;/span&gt; kleine Ergänzung.&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;{{Begriffsklärungshinweis}}&lt;br /&gt;
Ein &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Landfrieden&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; (oder: Landfriede; [[Latein|lateinisch]] &amp;#039;&amp;#039;constitutio pacis&amp;#039;&amp;#039;, &amp;#039;&amp;#039;pax instituta&amp;#039;&amp;#039;, auch &amp;#039;&amp;#039;pax jurata&amp;#039;&amp;#039;) war im [[mittelalter]]lichen Recht der vertragsmäßige Verzicht der Machtträger bestimmter Landschaften auf die Anwendung von (eigentlich legitimer) Gewalt zur Durchsetzung eigener Rechtsansprüche. Dies betraf vor allem das Recht der [[Fehde]]führung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
Landfriedenseinigungen bildeten die politische Grundlage für die Verwirklichung des Rechts ohne den privaten Rückgriff auf Gewalt. Sie regelten oft auch die [[Gerichtshoheit]] und ermöglichten damit die Beilegung von Streitigkeiten durch an allgemeinen Regeln ausgerichtete Beschlüsse. Verstöße oder Gefährdungen des öffentlichen Friedens wurden mit [[Blutgerichtsbarkeit|peinlicher Strafe]] bedroht. So konnten Gegenstände oder Gebäude, z.&amp;amp;nbsp;B. Kirchen, Wohnhäuser, Mühlen, Ackergeräte, Brücken, aber vor allem die [[Reichsstraße (Mittelalter)|Reichsstraßen]] und Personen (Geistliche, Pilger, Kaufleute, Frauen, auch Bauern, Jäger und Fischer in Ausübung ihres Berufes) unter Schutz gestellt werden. Die Landfrieden schufen eine Art [[Standrecht]] und Sondergerichte, die Landfriedensgerichte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vom Landfrieden unter Schutz gestellte Tage wurden [[Gebundener Tag|gebundene Tage]] genannt.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Heiner Lück]], &amp;#039;&amp;#039;Gebundene Tage&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;[[Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte]]&amp;#039;&amp;#039;, 2. Auflage, Band I, Lieferung 8, Sp. 1974-1975.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung ==&lt;br /&gt;
Die Landfriedensbewegung erstrebte seit dem [[11. Jahrhundert]] die Fortsetzung der [[Gottesfrieden]]. Geschaffen wurde der erste Reichslandfriede von [[Heinrich IV. (HRR)|Heinrich IV.]] als sogenannter Erster Mainzer Reichslandfriede im Jahre 1103, nachdem er bereits 1085 den Mainzer Gottesfrieden der Kirche verkündet hatte. 1152 verkündete [[Friedrich I. (HRR)|Friedrich I. (Barbarossa)]] den Großen Reichslandfrieden, der auf das ganze Reich ausgedehnt wurde. Es handelte sich dabei um einen Akt der Satzung und stellte ein zeitlich begrenztes Herrschaftsbündnis dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die beiden bedeutendsten Reichslandfrieden (1235 und 1495) waren bereits gesetzesähnliche Erlasse und hatten weniger Bündnischarakter. Den Reichslandfrieden im Jahre 1235 verkündete [[Friedrich II. (HRR)|Friedrich II.]] ([[Mainzer Landfrieden]]). Erstmals wurde ein Reichslandfrieden zweisprachig, also sowohl in lateinischer als auch in deutscher Sprache abgefasst. Es handelte sich um einen Verfassungsakt, der Geltung im ganzen Reich erhielt. Seinen Abschluss fand der Reichslandfriede im [[Ewiger Landfriede|Ewigen Landfrieden]] von 1495, mit dem für das [[Heiliges Römisches Reich|Heilige Römische Reich]] ein unbefristeter Landfriede konstituiert wurde.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Adäquat der zuvor beschriebenen Reichslandfrieden entstanden ab dem 13. Jahrhundert und mit Schwerpunkt im 14. Jahrhundert zahlreiche territoriale, regionale und lokale Landfriedensbündnisse, deren Rechtsgrundlagen entsprechend den geltenden Reichsgesetzen jeweils an die örtlichen Gegebenheiten angepasst wurden. Vertragspartner waren je nach Konstellation die reichsstädtischen Bürgermeister, [[Landesherr]]en und auch [[Fürstbischof|Fürstbischöfe]]. Zu den bekanntesten Landfriedensbündnissen zählen unter anderem:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die zahlreichen [[Städtebund|Städtebünde]] zwischen 1246 und 1488&lt;br /&gt;
* Der [[Pingsheimer Frieden|Pingsheimer Landfriedensbund]] von 1279&lt;br /&gt;
* Der [[Wankumer Landfriede]] von 1279&lt;br /&gt;
* Das Rostocker Landfriedensbündnis von 1283&lt;br /&gt;
* Die Westfälischen Landfriedensbündnisse von 1298, 1358,&amp;lt;ref&amp;gt;Ludger Tewes: &amp;#039;&amp;#039;Westfälische Landfrieden im 14. Jahrhundert. Textfunde der Friedensbünde von 1358 Okt. 31 und 1392 Sept. 20&amp;#039;&amp;#039;, in: Blätter für deutsche Landesgeschichte 121, 1985, S. 169–176.&amp;lt;/ref&amp;gt; 1371&amp;lt;ref&amp;gt;Ludger Tewes, Der westfälische Landfrieden Kaiser Karl IV. von 1371 November 25 im Bocholter Privilegien- und Statutenbuch, in: Unser Bocholt 36/2-3, 1985, S. 130–133&amp;lt;/ref&amp;gt;, 1387&amp;lt;ref&amp;gt;Ludger Tewes, Der Westfälische Landfrieden vom 7. Oktober 1987, in: Westfälische Zeitschrift 136, 1986, S. 9–17.&amp;lt;/ref&amp;gt; und 1392&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ludger Tewes]]: &amp;#039;&amp;#039;Der letzte westfälische Landfrieden vom 20. September 1392&amp;#039;&amp;#039;, in: Westfälische Zeitschrift 138, 1988, S. 25–38 mit Urkundenedition&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Das Landfriedensbündnis der [[Sieben Seelande]] (Upstalsboomgesetze) von 1323&lt;br /&gt;
* Der (Kaisers)Lauterer Landfriede von 1333&amp;lt;ref&amp;gt;Marlene Nicolay-Panter: &amp;#039;&amp;#039;Landfriedensschutz unter Balduin von Luxemburg.&amp;#039;&amp;#039; In Franz-Josef Heye (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Balduin von Luxemburg - Kurfürst des Reiches 1285–1354.&amp;#039;&amp;#039; Mainz 1985.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Das Thüringer Landfriedensbündnis von 1338&lt;br /&gt;
* Der Landfriede für Franken von 1349&amp;lt;ref&amp;gt;Landfrieden für Franken verkündet von Karl IV., Kurzregest Staatsarchiv Bamberg n. 2668 (A) vom 4. Oktober 1349&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
* Das [[Landfriedensbündnis Maas-Rhein]] von 1351&lt;br /&gt;
* Das Magdeburger Landfriedensbündnis von 1363&lt;br /&gt;
* Der [[Landfrieden von Eger]] von 1376&lt;br /&gt;
* Der [[Landfried (Böhmen)|Landfriedensbund von Böhmen]] von 1440&lt;br /&gt;
* Der [[Zweiter Kappeler Landfriede|Kapeller Landfriede]] von 1531&lt;br /&gt;
* Der [[Landsberger Bund]] von 1556&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Moderne Erscheinungsformen ==&lt;br /&gt;
Bis heute ist [[Landfriedensbruch]] ein Straftatbestand in Deutschland ({{§|125|stgb|juris}} StGB), Österreich ({{§|274|StGB|RIS-B|DokNr=NOR40177270}} StGB) und der Schweiz ({{Art.|260|311.0|ch}} StGB). Die Wahrung des Landfriedens – das Verbot von [[Faustrecht]] und [[Selbstjustiz]] – ist in der Form des [[Gewaltmonopol des Staates|staatlichen Gewaltmonopols]] Basis jeder modernen [[Rechtsordnung]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Landfriedensbünde der Schweiz]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Heinz Angermeier]]: &amp;#039;&amp;#039;Königtum und Landfriede im deutschen Spätmittelalter.&amp;#039;&amp;#039; Beck, München 1966, {{DNB|454580797}}.&lt;br /&gt;
* [[Joachim Bumke]]: &amp;#039;&amp;#039;Höfische Kultur. Literatur und Gesellschaft im hohen Mittelalter&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;dtv&amp;#039;&amp;#039; 30170). 11. Auflage. Deutscher Taschenbuch-Verlag, München 2005, ISBN 3-423-30170-8.&lt;br /&gt;
* Arno Buschmann, [[Elmar Wadle]] (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Landfrieden. Anspruch und Wirklichkeit&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Rechts- und staatswissenschaftliche Veröffentlichungen der Görres-Gesellschaft.&amp;#039;&amp;#039; NF Bd. 98). Schöningh, Paderborn u. a. 2002, ISBN 3-506-73399-0.&lt;br /&gt;
* Horst Carl: Landfrieden als Konzept und Realität kollektiver Sicherheit im Heiligen Römischen Reich, in: Gisela Naegle (Hrsg.): Frieden schaffen und sich verteidigen im Spätmittelalter: Internationale Tagung, Paris, 11.–12. Januar 2010 (= Pariser historische Studien. Band 98). Oldenbourg Verl. diff. Institut historique allemand, München Paris 2012, ISBN 978-3-486-70481-5, S.&amp;amp;nbsp;121–138&lt;br /&gt;
* Mattias G. Fischer: &amp;#039;&amp;#039;Reichsreform und „Ewiger Landfrieden“. Über die Entwicklung des Fehderechts im 15. Jahrhundert bis zum absoluten Fehdeverbot von 1495&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Untersuchungen zur deutschen Staats- und Rechtsgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; NF, Band 34). Scientia, Aalen 2007, ISBN 978-3-511-02854-1 (Dissertation Universität Göttingen, 2002, 275 Seiten).&lt;br /&gt;
* [[Joachim Gernhuber]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Landfriedensbewegung in Deutschland bis zum Mainzer Reichslandfrieden von 1235&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Bonner rechtswissenschaftliche Abhandlungen.&amp;#039;&amp;#039; H. 44, {{ZDB|502603-9}}). Röhrscheid, Bonn 1952.&lt;br /&gt;
* {{HLS|8951|Landfrieden|Autor=André Holenstein|Datum=2010-05-20 }}&lt;br /&gt;
* Guido Komatsu: &amp;#039;&amp;#039;Landfriedensbünde im 16. Jahrhundert. Ein typologischer Vergleich.&amp;#039;&amp;#039; Dissertation, Universität Göttingen 2001 ([https://ediss.uni-goettingen.de/handle/11858/00-1735-0000-0006-B38B-7 Volltext]).&lt;br /&gt;
* [[Gerhard Pfeiffer (Historiker)|Gerhard Pfeiffer]]: &amp;#039;&amp;#039;Die königlichen Landfriedenseinungen in Franken&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Vorträge und Forschungen: Der deutsche Territorialstaat im 14. Jahrhundert II&amp;#039;&amp;#039; (1986, 2. Aufl.) Bd. 14 (1971): [[Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte]] e. V. (Hrsg.), {{DOI|10.11588/vuf.1971.0.15644}}.&lt;br /&gt;
* [[Martina Stercken]]: &amp;#039;&amp;#039;Königtum und Territorialgewalten in den rhein-maasländischen Landfrieden des 14. Jahrhunderts&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Rheinisches Archiv&amp;#039;&amp;#039; Band 124), Böhlau, Köln u. a. 1989, ISBN 3-412-00289-5 (Dissertation Universität Bonn 1987/1988, 171 Seiten).&lt;br /&gt;
* Elmar Wadle: &amp;#039;&amp;#039;Landfrieden, Strafe, Recht. Zwölf Studien zum Mittelalter&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Schriften zur europäischen Rechts- und Verfassungsgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; Band 37). Duncker &amp;amp; Humblot, Berlin 2001, ISBN 3-428-09912-5.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4166593-4|LCCN=sh85074367}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politik (Heiliges Römisches Reich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fehde]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Staatsgewalt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Politische Ideengeschichte (Mittelalter)]]&lt;/div&gt;</summary>
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