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	<title>Landesherr - Versionsgeschichte</title>
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	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Landesherr&amp;diff=235458&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Benowar am 26. März 2025 um 23:14 Uhr</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Landesherr&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; bezeichnet man für den Zeitraum vom [[Mittelalter]] bis in die [[Neuzeit]] den Inhaber der [[Landeshoheit]] in einem [[Territorialisierung|Territorium]], wo er die höchste Herrschaftsgewalt ausübte. Der Landesherr war in der Regel ein durch [[Geburtsrecht]] oder [[Lehnswesen|Lehnsrecht]] bestimmter Eigentümer oder Verwalter eines Herrschaftsbereiches und Angehöriger des [[Adel]]s oder des hohen [[Klerus]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Entwicklung der Landesherrschaft im Heiligen Römischen Reich ==&lt;br /&gt;
[[Datei:HRR 1648.png|mini|hochkant=1.5|Das Heilige Römische Reich 1648]]&lt;br /&gt;
Im [[Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reich]] waren die Herrscher der einzelnen Territorien bzw. der einzelnen Reichsglieder (die [[Reichsstände]]) die Landesherren der von ihnen regierten Gebiete. Der Begriff ist daher eng mit dem der [[Territorialisierung]] verbunden. Der Begriff &amp;#039;&amp;#039;Landesherrschaft&amp;#039;&amp;#039; ist seit dem 15. Jahrhundert bezeugt. Die genaue Deutung anhand der Quellenaussagen ist problematisch, doch wird der Begriff Landesherr/Landesherrschaft in der historischen Forschung als Abstraktion benutzt, um damit die Herrschaft weltlicher und geistlicher [[Große]]n im Heiligen Römischen Reich zu kennzeichnen.&amp;lt;ref&amp;gt;Überblick zum Folgenden mit weiterer Literatur bei Dietmar Willoweit: &amp;#039;&amp;#039;Landesherr, Landesherrschaft.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte]].&amp;#039;&amp;#039; 2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage. Band 3 (18. Lieferung), S. 431–436 ([https://www.hrgdigital.de/id/landesherr_landesherrschaft/stichwort.html Onlineartikel]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Landesherr genoss eine vergleichsweise starke politische Stellung gegenüber dem [[Römisch-deutscher König|römisch-deutschen König]] bzw. [[Römisch-deutscher Kaiser|Kaiser]] und war gleichzeitig zur Rechts- und Friedenswahrung in seinem Herrschaftsgebiet verpflichtet. Grundvoraussetzung für den Begriff Landesherr ist die Verknüpfung des Besitzes von Gütern, [[Grundeigentum]] und [[Herrschaft (Territorium)|Herrschaft]] in seinem Territorium. Ein zentrales Merkmal von Landesherrschaft war demnach nicht ein herausgehobener Rang des jeweiligen Herrschers, sondern der eigentumsrechtliche Aspekt der Herrschaft, der erheblichen [[Allodialbesitz]] oder zumindest unmittelbare [[Reichslehen]] (bei Fürsten sogenannte [[Fahnlehen]]) voraussetzte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Mittelalter verfügten Landesherren zunächst nur über ein Bündel von unterschiedlichen Einzelrechten (wie [[Geleitrecht]], [[Judikative|Gerichtshoheit]] oder [[Münzrecht]]), doch mit der Ausbildung eines geschlosseneren [[Territorialisierung|Territorialkomplexes]] wurden immer mehr Rechte genauer fixiert.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Reinhold Zippelius]]: &amp;#039;&amp;#039;Kleine deutsche Verfassungsgeschichte.&amp;#039;&amp;#039; 7. Aufl. München 2006, S. 62&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dazu gehörten die [[Hochgerichtsbarkeit|hohe]] und [[niedere Gerichtsbarkeit]], das [[Steuer#Mittelalter und Frühe Neuzeit|Besteuerungsrecht]] und die Verleihung von [[Marktrecht]] und [[Stadtrecht]] im eigenen Territorium. Die Übertragung der jeweiligen Gerichtshoheit vom Königtum an die weltlichen und geistlichen Herren im Rahmen des Lehnsrechts erhöhte auch die Legitimation der Landesherren. Die Landesherren bauten im Verlauf des [[Spätmittelalter]]s die Landesverwaltungen aus (einschließlich Kanzlei, Notariat, Gerichte, Finanzverwaltung und örtliche Amtspersonen) und erreichten damit eine „Herrschaftsintensivierung“, die dem römisch-deutschen König auf der Ebene des Reiches nicht gelang. Allerdings war auch der Landesherr kein absoluter Herrscher und musste zu bestimmten Fragen die [[Landstände]] einberufen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits im 12. Jahrhundert bildeten sich stärker eigenständige Landesherrschaften im Heiligen Römischen Reich heraus, dieser Prozess beschleunigte sich im 13. Jahrhundert durch die beiden wichtigen Privilegien &amp;#039;&amp;#039;[[Confoederatio cum principibus ecclesiasticis]]&amp;#039;&amp;#039; und &amp;#039;&amp;#039;[[Statutum in favorem principum]]&amp;#039;&amp;#039;.&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. etwa Klaus Herbers, Helmut Neuhaus: &amp;#039;&amp;#039;Das Heilige Römische Reich.&amp;#039;&amp;#039; 2. Aufl. Köln u.&amp;amp;nbsp;a. 2006, S. 120.&amp;lt;/ref&amp;gt; In letzterem Privileg aus dem Jahr 1231/32 wird erstmals der Begriff &amp;#039;&amp;#039;domini terrae&amp;#039;&amp;#039; benutzt, was aber speziell im Sinne von Herren über das Eigentum zu verstehen ist.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ulf Dirlmeier]], [[Gerhard Fouquet]], Bernd Fuhrmann: &amp;#039;&amp;#039;Europa im Spätmittelalter 1215–1378.&amp;#039;&amp;#039; München 2003, S. 96.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Landesherren hatten sich schließlich im Spätmittelalter nach dem Königtum als stärkste politische Macht etabliert.&amp;lt;ref&amp;gt;Klaus Herbers, Helmut Neuhaus: &amp;#039;&amp;#039;Das Heilige Römische Reich.&amp;#039;&amp;#039; 2. Aufl. Köln u.&amp;amp;nbsp;a. 2006, S. 129.&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Herausbildung der Landesherrschaft im Reich ist jedoch mit zahlreichen Forschungsproblemen verbunden.&amp;lt;ref&amp;gt;[[Ernst Schubert (Historiker)|Ernst Schubert]]: &amp;#039;&amp;#039;Fürstliche Herrschaft und Territorium im späten Mittelalter.&amp;#039;&amp;#039; 2. Aufl. München 2006, S. 51&amp;amp;nbsp;ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kurien des reichstages des Heiligen Römischen Reiches.jpg|mini|Die Kurien des [[Reichstag (Heiliges Römisches Reich)|Reichstages]] 1675]]&lt;br /&gt;
Ab 1495 wurde der [[Reichstag (Heiliges Römisches Reich)|Reichstag]] zu einer festen Institution. Einen Teil des Reichstages bildete der [[Reichsfürstenrat]], in dem die [[Fürst]]en, [[Reichsgraf]]en, einige reichsunmittelbare [[Herr (Titel)|Herren]], die Erzbischöfe und Bischöfe (Erz- und [[Hochstift]]e) sowie die [[Reichsprälat]]en vertreten waren. Neben dem Reichsfürstenrat bestand der Reichstag aus dem [[Kurfürstenkollegium]] und dem [[Reichsstädtekollegium]]. Für die Aufnahme in den Reichstag war die Zustimmung des Kaisers und später auch der dort vertretenen Stände Voraussetzung. Um die [[Reichsstandschaft]] (mit Stimmberechtigung auf einer der vier [[Grafenbank|Grafenbänke]] oder der beiden Prälatenbänke) im Reichstag zu erlangen, mussten die entsprechenden [[reichsunmittelbar]]en Territorien eine beachtliche Mindestgröße aufweisen, eine sogenannte &amp;#039;&amp;#039;„fürstmäßige Größe und Bedeutung“&amp;#039;&amp;#039;, was unter anderem daran festgemacht wurde, dass die betreffende Grafschaft oder Prälatur eine eigene Regierungskanzlei mit einer landesherrlichen Verwaltungsstruktur aufweisen konnte. Bereits im Mittelalter gab es zahlreiche reichsunmittelbare Grafschaften und Herrschaften, diesen gelang jedoch erst mit der Erlangung von Sitz und Stimme im Reichsfürstenrat die institutionelle Festigung ihres Status, sodass man erst anschließend von einer Reichsstandschaft dieser Häuser spricht, die zum [[Hoher Adel|Hohen Adel]] gezählt werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit der [[Reformation]]szeit hatten die Landesherren nach dem Grundsatz &amp;#039;&amp;#039;[[Cuius regio, eius religio]]&amp;#039;&amp;#039; sogar das Konfessionswahlrecht für ihre Untertanen. Damit war ihre weitgehend eigenständige Landesherrschaft im Reich umfänglich juristisch abgesichert. Die Zahl der Landesherren im Alten Reich schwankte mit den politischen und erbrechtlichen Entwicklungen über die Jahrhunderte. 1792 waren im Kurfürstenkollegium 8 Landesherren, im Reichsfürstenrat auf der Geistlichen Bank 69 Landesherren mit [[Virilstimme]]n, auf der Weltlichen Bank 94 Landesherren mit Virilstimmen sowie auf den vier Grafenbänken 124 und den beiden Prälatenbänken 42 Landesherren mit [[Kuriatstimme]]n vertreten, insgesamt 337, von denen allerdings ein bis zwei Dutzend durch [[Personalunion]] vereinigt waren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die [[Reichsritterschaft]] hingegen unterstand zwar ebenfalls direkt dem Kaiser und war damit reichsunmittelbar, die [[Reichsritter]] selbst zählten aber nicht zu den Reichsständen, da sie nicht im Reichstag vertreten waren, und wurden auch kaum als &amp;#039;&amp;#039;Landesherren&amp;#039;&amp;#039; ihrer winzigen Territorien betrachtet. Sie schlossen sich zu [[Ritterkreis]]en zusammen, dem [[Fränkischer Ritterkreis|Fränkischen Ritterkreis]], dem [[Schwäbischer Ritterkreis|Schwäbischen Ritterkreis]] und dem [[Rheinischer Ritterkreis|Rheinischen Ritterkreis]], die mit dem Ende des Reiches 1806 aufgelöst wurden. Zahlreiche bis dahin reichsunmittelbare Fürsten und Grafen, sämtliche [[Fürst#Kirchenfürsten|Kirchenfürsten]] sowie auch die Reichsritter kamen in dieser Zeit durch [[Mediatisierung]] unter die Herrschaft von Mitgliedsstaaten des [[Deutscher Bund|Deutschen Bundes]]. In ihm wurden nur noch die 34 weiter regierenden Fürsten als Landesherren bezeichnet, ab 1871 im [[Deutsches Kaiserreich|Deutschen Kaiserreich]] nur noch die damals 22 regierenden Könige, Großherzöge, Herzöge und Fürsten, die auch als [[Bundesfürsten]] bezeichnet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Landeshoheit]]&lt;br /&gt;
* [[Landesteilung]]&lt;br /&gt;
* [[Kondominium]] (gemeinschaftlich ausgeübte Herrschaft)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* [[Dietmar Willoweit]]: &amp;#039;&amp;#039;Landesherr, Landesherrschaft.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;[[Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte]].&amp;#039;&amp;#039; 2., völlig überarbeitete und erweiterte Auflage. Band 3 (2016), S. 431–436 ([https://www.hrgdigital.de/id/landesherr_landesherrschaft/stichwort.html Onlineartikel]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Wiktionary}}&lt;br /&gt;
* Johannes Merz: [https://www.historisches-lexikon-bayerns.de/Lexikon/Landesherrschaft/Landeshoheit &amp;#039;&amp;#039;Landesherrschaft/Landeshoheit&amp;#039;&amp;#039;], in: &amp;#039;&amp;#039;[[Historisches Lexikon Bayerns]]&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=s|GND=4166552-1}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ständegesellschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Recht (Mittelalter)]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Benowar</name></author>
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