<?xml version="1.0"?>
<feed xmlns="http://www.w3.org/2005/Atom" xml:lang="de">
	<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Ladislaus_Postumus</id>
	<title>Ladislaus Postumus - Versionsgeschichte</title>
	<link rel="self" type="application/atom+xml" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?action=history&amp;feed=atom&amp;title=Ladislaus_Postumus"/>
	<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ladislaus_Postumus&amp;action=history"/>
	<updated>2026-06-04T02:56:08Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
	<generator>MediaWiki 1.43.8</generator>
	<entry>
		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ladislaus_Postumus&amp;diff=47498&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Dieringer63: Link auf Günther Hödl und Ricarda Huch; Kleinkram</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Ladislaus_Postumus&amp;diff=47498&amp;oldid=prev"/>
		<updated>2026-02-15T21:18:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Link auf Günther Hödl und Ricarda Huch; Kleinkram&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;[[Datei:Ladislas the Posthumous 001.jpg|mini|Ladislaus Postumus]]&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ladislaus Postumus&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[Tschechische Sprache|tschechisch]] &amp;#039;&amp;#039;Ladislav Pohrobek&amp;#039;&amp;#039;, [[Ungarische Sprache|ungarisch]] &amp;#039;&amp;#039;V. László&amp;#039;&amp;#039;, [[Kroatische Sprache|kroatisch]] &amp;#039;&amp;#039;Ladislav V. Posmrtni&amp;#039;&amp;#039;; * [[22. Februar]] (nach einer zeitgenössischen Quelle&amp;lt;ref&amp;gt;Mollay, &amp;#039;&amp;#039;Denkwürdigkeiten&amp;#039;&amp;#039;, S. 19 (Zeilen 39, 40), S. 56 (dort Fußnoten 81 und 84). Auf S. 19 lautet es „… In derselben stu&amp;amp;#x0364;nd, als die heiligen kron von der Plintenburg kam zu Gamaren&amp;lt;!--Komorn, wo sich die Königin befand--&amp;gt;, in derselben stu&amp;amp;#x0364;nd do ward kung Lasla geborn. …“. Siehe auch S. 20, Zeilen 32, 33, wo von der Freud über Mitternacht die Rede ist.&amp;lt;/ref&amp;gt; bereits in den Nachtstunden des 21. Februar) [[1440]] in [[Komorn]]; † [[23. November]] [[1457]] in [[Prag]]) war Herzog von [[Erzherzogtum Österreich|Österreich]], König von [[Königreich Böhmen|Böhmen]] und als &amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Ladislaus V.&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; König von [[Königreich Ungarn|Ungarn]]. Sein Tod beendete diese [[Personalunion]] und bedeutete zugleich das Ende des [[Stammliste der Habsburger#Albertinische Linie|Albertinischen Familienzweigs]] der [[Habsburg]]er in männlicher Linie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Herkunft ==&lt;br /&gt;
Ladislaus Postumus war der Sohn [[Elisabeth von Luxemburg (1409–1442)|Elisabeths von Luxemburg]], der einzigen Tochter Kaiser [[Sigismund (HRR)|Sigismunds]] aus dessen zweiter Ehe mit Gräfin [[Barbara von Cilli]], und des Herzogs [[Albrecht II. (HRR)|Albrecht V. von Österreich]], der seinem Schwiegervater als deutsch-römischer König sowie als König von Böhmen und Ungarn nachfolgte. Seine ältere Schwester [[Anna von Österreich (1432–1462)|Anna]] wurde 1446 mit Herzog [[Wilhelm III. (Sachsen)|Wilhelm III. von Sachsen]] verheiratet, die Schwester [[Elisabeth von Habsburg|Elisabeth]] war seit 1454 Gattin des polnischen Königs [[Kasimir IV. Andreas]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kindheit ==&lt;br /&gt;
Ladislaus wurde erst nach dem Tod seines Vaters Albrecht geboren, daher erhielt er den Beinamen &amp;#039;&amp;#039;[[Posthumus|Postumus]]&amp;#039;&amp;#039; (der Nachgeborene). Theoretisch war er von Geburt an Herzog von Österreich und Doppelkönig, doch war sein Königtum in Böhmen und Ungarn zunächst umstritten. In Böhmen widersetzte sich die Partei der Utraquisten seiner Thronfolge, ein großer Teil des Adels erkannte seine Ansprüche jedoch an. Letztere forderten aber gleichzeitig, den jungen Ladislaus unter Vormundschaft des böhmischen Hochadels in Prag erziehen zu lassen, erst danach wollten sie ihn zum König krönen. Wie die böhmischen forderten auch die österreichischen Stände, Ladislaus unter ihrer Obhut aufwachsen zu lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seine schwangere Mutter war als Tochter des Königs Sigmund die legitime Erbin Ungarns und versuchte sofort nach dem Tod ihres Gatten, den Thronanspruch des noch ungeborenen Kindes durchzusetzen. Die magyarischen Magnaten bedrängten Elisabeth seit Januar 1440, sich mit dem weit jüngeren König Władysław III. von Polen (sein jüngerer Bruder Kasimir IV. Jagiełło sollte später ihre gleichnamige Tochter heiraten) zu vermählen, um die Abwehrkraft beider Länder gegen einen drohenden Angriff der Osmanen zu vereinen. Überzeugt, einen männlichen Thronerben zu gebären, dessen Thronanspruch durch diese Ehe gefährdet gewesen wäre, verweigerte Elisabeth diese Forderungen entschieden. In der Nacht vom 21. auf den 22. Februar 1440, kurz vor ihrer Niederkunft, gelang es ihrer Hofdame [[Helene Kottannerin]], die ungarische [[Stephanskrone]], die in der [[Visegrád|Plintenburg]] aufbewahrt wurde, wo die Königin keinen Zugriff darauf hatte, von dort heimlich nach [[Komárno|Komorn]] zu bringen (Diese Unternehmung wird gewöhnlich als „Raub der Stephanskrone“ bezeichnet).&amp;lt;ref name=&amp;quot;kottanerin&amp;quot;&amp;gt;{{Webarchiv|url=http://www.dzm-museum.de/deutsche-ungarn/download/helene_kottanerin.pdf |wayback=20111110155525 |text=Ausführliche Beschreibung des Donauschwäbisches Zentralmuseums (PDF; 149&amp;amp;nbsp;kB) |archiv-bot=2019-04-24 17:32:23 InternetArchiveBot }}.&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;Der Legende nach ist das Kreuz auf der Krone auch deshalb schief, weil es beim Transport beschädigt wurde.&amp;lt;/ref&amp;gt; Um dem polnischen König [[Władysław III. (Polen und Ungarn)|Wladyslaw III.]] und seinen Anhängern zuvorzukommen, ließ Elisabeth den zweimonatigen Ladislaus am 15. Mai 1440 in [[Székesfehérvár|Stuhlweißenburg]] mit der Stephanskrone zum König von Ungarn krönen. Der mittlerweile nach Ungarn gerufene Wladyslaw (als ungarischer König &amp;#039;&amp;#039;Vladislav I.&amp;#039;&amp;#039;)&amp;lt;!-- in Ungarn wird Zählung &amp;quot;I.&amp;quot; vorangestellt --&amp;gt; ließ sich am 17. Juli 1440 ebenfalls zum König von Ungarn krönen, mit einer [[Funeralkrone]]. Es folgte ein fast zweijähriger Bürgerkrieg, in welchem sich Elisabeth trotz finanzieller Not in West- und Nordungarn behaupten konnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In seinen Testamenten hatte Albrecht II. festgelegt, dass die Vormundschaft für seinen noch ungeborenen Sohn von ihr und dem Familienoberhaupt der [[Leopoldinische Linie|Leopoldinischen Linie]] gemeinsam mit einem Regentschaftsrat geführt werden sollte. Gegen dieses Testament verstieß Elisabeth zunächst, als sie Herzog [[Albrecht VI. (Österreich)|Albrecht VI. von Österreich]], von dem sie in ihrem Kampf um die Nachfolge ihres Sohnes tatkräftig unterstützt wurde, zum Vormund ihres Sohnes bestimmte. Letztlich aber sah sie sich zu einer Annäherung an Herzog [[Friedrich III. (HRR)|Friedrich V.]] von Österreich gezwungen, der inzwischen als Nachfolger Albrechts II. zum römisch-deutschen König gewählt worden war. Sie verpfändete diesem große Gebiete in Westungarn und sogar ihre eigene Krone&amp;lt;ref&amp;gt;Elisabeth verpfändete jene Krone, mit der seinerzeit ihre Königinnenkrönung vorgenommen worden war, nicht aber die Stephanskrone, wie auch in einschlägiger Literatur oft zu finden ist, Quellenbeleg wird noch ergänzt.&amp;lt;/ref&amp;gt;, um den Krieg um die Nachfolge ihres Sohnes weiterführen zu können.&amp;lt;ref&amp;gt;Konstantin Moritz A. Langmaier: &amp;#039;&amp;#039;Erzherzog Albrecht VI. von Österreich (1418–1463). Ein Fürst im Spannungsfeld von Dynastie, Regionen und Reich.&amp;#039;&amp;#039; Köln u.&amp;amp;nbsp;a. 2015, S. 39ff.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 23. August 1440 übergab Elisabeth ihren Sohn zusammen mit der Stephanskrone an Friedrich und bestätigte diesen als offiziellen Vormund des Jungen. Ladislaus wurde anfangs in Wiener Neustadt erzogen&amp;lt;ref&amp;gt;Friedrich III. wurde später vom &amp;#039;&amp;#039;Mailberger Bund&amp;#039;&amp;#039; beschuldigt, dass er seinen Neffen in Gewahrsam gehalten hätte. Ob er tatsächlich die für einen Vormund damals wohl zulässige Aufsichtspflicht missachtet oder missbraucht hat, ist wissenschaftlich bisher nicht geklärt, es könnte sich dabei auch um politische Propaganda gehandelt haben.&amp;lt;/ref&amp;gt;, Friedrich übernahm die Regierung des [[Herzogtum Österreich|Herzogtums Österreich]]. Am 19. Dezember 1442 verstarb Elisabeth in [[Győr|Raab]], Ladislaus wurde zum völligen Waisen, ihm verblieben aber die drei Jahre ältere Schwester [[Elisabeth von Habsburg|Elisabeth]] als Spielgefährtin und die Hofdame [[Helene Kottannerin]] als Erzieherin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Armoiries Albert II de Habsbourg.svg|mini|Wappen Ladislaus’ 1444]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachfolge in Ungarn ===&lt;br /&gt;
Nachdem Władysław III. auf einem Feldzug gegen die Türken in der [[Schlacht bei Warna|Schlacht von Varna]] gefallen war, wurde Ladislaus am 7. Mai 1445 auf einem [[Reichstag (Ungarn)|Reichstag]] in [[Budapest|Pest]] formell als König Ladislaus V. von Ungarn anerkannt, auch die böhmische [[Wenzelskrone]] war ihm jetzt sicherer als zuvor. Die eigentliche Regierung blieb jedoch bei dem von den ungarischen Ständen am 6. Juni 1446 gewählten Reichsverweser [[Johann Hunyadi]]. Für eine nochmalige Krönung sollte Ladislaus nun persönlich nach Ungarn kommen. Dies aber wurde von Friedrich verweigert, was seine ungarischen Gegner zu der Unterstellung veranlasste, er würde den Jungen als politisches Pfand auf [[Schloss Orth]] in Gewahrsam halten. Hunyadi fiel daraufhin in Österreich ein, doch sah er sich, bedingt durch die verlustreichen Kämpfe gegen die Türken in der [[Schlacht auf dem Amselfeld (1448)|Schlacht auf dem Amselfeld]] vom 18. Oktober 1448, zu einem Ausgleich mit dem Habsburger gezwungen. Der am 22. Oktober 1450 geschlossene Vertrag von [[Bratislava|Pressburg]] bestimmte, dass Ladislaus bis zu seinem 18. Lebensjahr bei Friedrich verbleiben und Hunyadi bis dahin für ihn die Regentschaft in Ungarn führen solle.&amp;lt;ref&amp;gt;Karl-Friedrich Krieger: &amp;#039;&amp;#039;Die Habsburger im Mittelalter. Von Rudolf I. bis Friedrich III.&amp;#039;&amp;#039; 2., aktualisierte Auflage, Stuttgart 2004, S. 176.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nachfolge in Böhmen ===&lt;br /&gt;
Auch in Böhmen wurde Ladislaus nicht sofort als König anerkannt. Nach einigen Jahren der Anarchie gelang es dem mährischen Adligen [[Georg von Podiebrad]] 1448, die Hauptstadt Prag einzunehmen. Mit Georg unterhielt Friedrich gute Beziehungen. 1451 übertrug ihm Friedrich die [[Reichsverweser]]schaft. Podiebrad verzichtete dafür auf die Überstellung des Thronerben nach Böhmen. Ab 1450 wurden die Forderungen der österreichischen aber auch böhmischen Stände, Ladislaus endlich freizugeben, immer drängender, zumal der böhmische [[Landesverweser]] in einem Bürgerkrieg gegen die katholischen Aristokraten die Oberhand gewonnen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Befreiung aus der Vormundschaft ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Ladislas the Posthumous 002.jpg|mini|Verlobungsbild König Ladislaus „Postumus“ (1440–1457) mit Magdalena von Frankreich (1443–1495) 1457, Brustbilder]]&lt;br /&gt;
Am 14. Oktober 1451 trafen sich unter der Führung [[Ulrich von Eyczing|Ulrichs von Eyczing]] auf [[Schloss Mailberg]] im Weinviertel 39 Herren und Ritter sowie Städtevertreter aus Ober- und Niederösterreich und schlossen ein [[Mailberger Bund|Bündnis]] gegen König Friedrich III. Vorwand des Bündnisses war die Entlassung Ladislaus’ aus der Vormundschaft seines Onkels, doch ging es den Ständen vorrangig um die Verstärkung ihres eigenen Einflusses. Gleichzeitig drängte die böhmische Aristokratie Friedrich, der sich am 19. März 1452 in Rom zum Kaiser Friedrich III. krönen ließ, Ladislaus endlich seine Rechte ausüben zu lassen. Nach dessen Weigerung mit der Begründung, Ladislaus sei noch nicht volljährig, versuchte der katholische Adel, den jungen König mit Gewalt nach [[Prag]] holen zu lassen. Unter Führung [[Heinrich IV. von Rosenberg|Heinrichs von Rosenberg]] zog ein böhmisches Heer nach Österreich, vereinigte sich mit den dortigen Aufständischen und begann am 28. August den Angriff auf Friedrichs Residenz in Wiener Neustadt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 4. September 1452 erreichten die Truppen der vereinigten Stände unter der Führung Ulrichs von Eyczing und des Grafen [[Ulrich II. (Cilli)|Ulrich von Cilli]] nach einer kurzen Belagerung des Kaisers in Wiener Neustadt die „Übergabe“ bzw. „Befreiung“ Ladislaus’. Dessen feierlicher Einzug in Wien erfolgte am 6. September.&amp;lt;ref&amp;gt;Franz Theuer: &amp;#039;&amp;#039;Der Raub der Stephanskrone,&amp;#039;&amp;#039; 1994, S. 184.&amp;lt;/ref&amp;gt; Am 1. Jänner 1453 legte [[Johann Hunyadi]] seine Reichsverweserschaft über Ungarn in die Hände des 12-jährigen Ladislaus zurück, wenig später begannen aus gleichem Grunde in Znaim Verhandlungen mit dem böhmischen Gubernator [[Georg von Podiebrad]]. Am 28. Oktober 1453 wurde Ladislaus durch den Olmützer Bischof [[Johannes XIII. Haes]] zum König von Böhmen gekrönt; hier wurde er relativ problemlos anerkannt. Ulrich von Cilli konnte seinen Einfluss über Ladislaus gegen Eyczing durchsetzen und übernahm die politische Beratung des jungen Königs.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Am 29./30. September 1454 kam er auf dem Weg nach Breslau, um die [[Huldigung#Landeshuldigung der Stände in Spätmittelalter und früher Neuzeit|Huldigung]] der Stände entgegenzunehmen, nach [[Görlitz]]. Bereits sein Vater hatte die Stadt auf dem Weg nach Schlesien Ende Oktober 1438 für zwei Wochen besucht.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Literatur |Autor=[[Joachim Bahlcke]] |Titel=Geschichte der Oberlausitz: Herrschaft, Gesellschaft und Kultur vom Mittelalter bis zum Ende des 20. Jahrhunderts |Verlag=[[Leipziger Universitätsverlag]] |Datum=2001 |ISBN=978-3-935693-46-2 |Seiten=101 |Online=https://books.google.de/books?id=2UWNoW_osUwC&amp;amp;pg=PA101 |Abruf=2022-01-21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ladislaus’ damaliges Aussehen wurde beschrieben als „von schlanker Statur und hochseligem Antlitz, hatte leuchtende Augen und trug einen Kranz von Ringelblumen im langen blonden Haar“. Er wohnte mit Podiebrad, der sich seiner „wie ein Vater“ annahm, im [[Schönhof (Görlitz)|Schönhof]]. Auch der [[Liste der böhmischen Oberstkanzler|böhmische Kanzler]] wohnte ganz in der Nähe am [[Untermarkt (Görlitz)|Untermarkt]] in [[Urban Emmerich]]s Haus, was von der Stadt nicht ohne finanziellen Aufwand zum größtmöglichen Wohlbefinden des Königs verwirklicht wurde.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Im alten Reich&amp;quot;/&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Ungarn verfeindete sich Ulrich von Cilli aber bald mit den [[Hunyadi (Adelsgeschlecht)|Hunyadis]]. Ein wesentlicher Faktor dabei war, dass diese die Hauptlast im Kampf gegen die [[Osmanisches Reich|Osmanen]] trugen, während Cilli (und mit ihm Ladislaus) in dieser Frage völlig untätig blieben.&amp;lt;ref&amp;gt;Nach Franz Theuer: &amp;#039;&amp;#039;Der Raub der Stephanskrone,&amp;#039;&amp;#039; 1994, ist die völlige Untätigkeit von Ladislaus / Ulrich von Cilli eine Legende, und der tatsächliche Kampfeinsatz von Johann Hunyady gegen die Osmanen wird stark überschätzt.&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach der [[Belagerung von Belgrad (1456)|Belagerung und Entsetzung Belgrads 1456]] erlag Johann Hunyadi einer Seuche. Bei dem Aufenthalt Ulrichs von Cilli in [[Belgrad]] wurde dieser von [[Ladislaus Hunyadi|Ladislaus]], einem Sohn Johann Hunyadis, getötet.&amp;lt;ref&amp;gt;Während in der nationalen ungarischen Geschichtsschreibung, vermutlich beeinflusst durch König Mattyas Corvinus, der Tod des Grafen Ulrich durch Ladislaus Hunyady bzw. dessen Gefolgsleute als Notwehr gerechtfertigt wird, gibt es seit Ende des 20. Jahrhunderts auch wissenschaftliche Darstellungen, die von einem kaltblütig geplanten Mord ausgehen, dies mit einer Quelleninterpretation, die einleuchtet, so zum Beispiel Franz Theuer: &amp;#039;&amp;#039;Der Raub der Stephanskrone,&amp;#039;&amp;#039; 1994.&amp;lt;/ref&amp;gt; Dessen spätere Hinrichtung löste in Ungarn große Empörung aus. Ladislaus Postumus begab sich von Ofen nach [[Prag]], wo er sein letztes Lebensjahr verbringen sollte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Tod und Folgen ==&lt;br /&gt;
Am 23. November 1457, noch vor seinem 18. Geburtstag, starb Ladislaus kurz vor seiner geplanten Hochzeit mit [[Madeleine de France|Magdalena von Frankreich]], einer Tochter [[Karl VII. (Frankreich)|Karls VII.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vermutung, er sei ermordet worden, galt zwar als ziemlich plausibel, doch nachdem 1984 sein Sarg geöffnet und sein Skelett interdisziplinär untersucht worden war, ist heute gesichert, dass Ladislaus an lymphatischer Hämoblastose, einer Erscheinungsform der [[Leukämie]], verstorben ist. Sein Skelett zeigte die für die Krankheit typischen Knochen-Veränderungen.&amp;lt;ref&amp;gt;Herbert Ullrich: &amp;#039;&amp;#039;Schädel-Schicksale historischer Persönlichkeiten&amp;#039;&amp;#039;, 2004, ISBN 978-3899370553, S. 279ff.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ladislaus Postumus starb die durch den 1379 geschlossenen &amp;#039;&amp;#039;[[Vertrag von Neuberg]]&amp;#039;&amp;#039; von [[Albrecht III. (Österreich)|Albrecht III. von Österreich]] begründete [[Stammliste der Habsburger|Albertinische Linie]] des [[Habsburg|Hauses Habsburg]] aus. Nach mehreren Konflikten und kriegerischen Auseinandersetzungen wurden schließlich Kaiser [[Friedrich III. (HRR)|Friedrich III.]] im Herzogtum Österreich, [[Matthias Corvinus]] im Königreich Ungarn und Georg von Podiebrad im Königreich Böhmen seine Nachfolger. Georg wurde so der einzige [[Hussiten|hussitische]] König Böhmens. Der Versuch, eine Gesamtherrschaft dieser drei Länder im östlichen Mitteleuropa zu schaffen (in diesem Fall unter einer habsburgischen Oberherrschaft), war damit zum zweiten Mal gescheitert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* Karl Mollay (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Die Denkwürdigkeiten der Helene Kottannerin (1439–1440)&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Wiener Neudrucke&amp;#039;&amp;#039; 2). Österreichischer Bundesverlag, Wien 1971, ISBN 3-215-72208-9.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Literatur ==&lt;br /&gt;
* Ernst Birk: &amp;#039;&amp;#039;Beiträge zur Geschichte Königin Elisabeths von Ungern und ihres Sohnes König Ladislaus (1440–1457).&amp;#039;&amp;#039; In: Wilhelm Braumüller (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Quellen und Forschungen zur vaterländischen Geschichte, Literatur, Kunst.&amp;#039;&amp;#039; Wien 1849, S. 209–258.&lt;br /&gt;
* [[Gertrud Buttlar-Elberberg]]: &amp;#039;&amp;#039;Die Belagerung des Ladislaus Postumus in Wiener Neustadt 1452&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Militärhistorische Schriftenreihe&amp;#039;&amp;#039;. Heft 57). Österreichischer Bundesverlag, Wien 1986, ISBN 3-215-06263-1.&lt;br /&gt;
* Christoph Fasbender: &amp;#039;&amp;#039;Ach durch got vernempt die klag. Der Tod des Ladislaus Postumus, Königs von Ungarn und Böhmen, als mediales Ereignis.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Daphnis.&amp;#039;&amp;#039; 39, 2010, Heft 3/4, S. 375–390.&lt;br /&gt;
* {{NDB|13|393|394|Ladislaus Postumus|[[Günther Hödl]]|118725866}}&lt;br /&gt;
* Heinrich Koller: &amp;#039;&amp;#039;Kaiser Friedrich III.&amp;#039;&amp;#039; Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2005, ISBN 3-534-13881-3.&lt;br /&gt;
* [[Oskar Pausch]]: &amp;#039;&amp;#039;Imperator – Kaiser – Cyesars. Die dreisprachigen Vokabulare für Ladislaus Postumus und Maximilian I.&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Österreichische Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse. Denkschriften&amp;#039;&amp;#039; Band 321 = &amp;#039;&amp;#039;Veröffentlichungen der Kommission für Schrift- und Buchwesen des Mittelalters.&amp;#039;&amp;#039; Reihe 4: &amp;#039;&amp;#039;Monographien.&amp;#039;&amp;#039; Band 3). Mit einem Beitrag von [[Alois Haidinger]]. Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2004, ISBN 3-7001-3294-8.&lt;br /&gt;
* Barbara Schmid: &amp;#039;&amp;#039;Raumkonzepte und Inszenierung von Räumen in Helene Kottanners Bericht von der Geburt und Krönung des Königs Ladislaus Postumus (1440–1457).&amp;#039;&amp;#039; In: [[Ursula Kundert]], Barbara Schmid, Regula Schmid (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Ausmessen – Darstellen – Inszenieren. Raumkonzepte und die Wiedergabe von Räumen in Mittelalter und früher Neuzeit.&amp;#039;&amp;#039; Chronos, Zürich 2007, ISBN 978-3-0340-0852-5, S. 113–138.&lt;br /&gt;
* [[Franz Theuer]]: &amp;#039;&amp;#039;Der Raub der Stephanskrone. Der Kampf der Luxemburger, Habsburger, Jagiellonen, Cillier und Hunyaden um die Vorherrschaft in pannonischen Raum&amp;#039;&amp;#039;. Edition Roetzer, Eisenstadt 1994, ISBN 3-85374-242-4.&lt;br /&gt;
* Konstantin Moritz A. Langmaier: &amp;#039;&amp;#039;Erzherzog Albrecht VI. von Österreich (1418–1463). Ein Fürst im Spannungsfeld von Dynastie, Regionen und Reich&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters.&amp;#039;&amp;#039; Bd. 38). Böhlau, Köln u. a. 2015, ISBN 978-3-412-50139-6.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Raub der Stephanskrone&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
* [[Andreas Rüther]]: &amp;#039;&amp;#039;Königsmacher und Kammerfrau im weiblichen Blick. Der Kampf um die ungarische Krone (1439/40) in der Wahrnehmung von Helene Kottaner.&amp;#039;&amp;#039; In: Jörg Rogge (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Fürstin und Fürst. Familienbeziehungen und Handlungsmöglichkeiten von hochadeligen Frauen im Mittelalter&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Mittelalter-Forschungen&amp;#039;&amp;#039; 15). Thorbecke, Ostfildern 2004, ISBN 3-7995-4266-3, S. 225–247.&lt;br /&gt;
* Sabine Schmolinsky: &amp;#039;&amp;#039;Zwischen politischer Funktion und Rolle der „virgo docta“: Weibliche Selbstzeugnisse im 15. Jahrhundert.&amp;#039;&amp;#039; In: &amp;#039;&amp;#039;Fifteenth Century Studies.&amp;#039;&amp;#039; Band 24, 1998, {{ISSN|0179-2482}}, S. 63–73.&lt;br /&gt;
* Barbara Schmid: &amp;#039;&amp;#039;Ein Augenzeugenbericht im Dienst politischer Werbung. Helene Kottanner, Kammerfrau am Hof König Albrechts II., und ihre Schrift von der Geburt und Krönung Ladislaus&amp;#039; Postumus.&amp;#039;&amp;#039; In: Barbara Schmid: &amp;#039;&amp;#039;Schreiben für Status und Herrschaft. Deutsche Autobiographik in Spätmittelalter und früher Neuzeit.&amp;#039;&amp;#039; Chronos, Zürich 2006, ISBN 3-0340-0765-5, S. 132–140 (Zugleich: Zürich, Univ., Diss., 1999).&lt;br /&gt;
* Horst Wenzel: &amp;#039;&amp;#039;Zwei Frauen rauben eine Krone. Die denkwürdigen Erfahrungen der Helene Kottannerin (1439–1440) am Hof der Königin Elisabeth von Ungarn (1409–1442).&amp;#039;&amp;#039; In: Regina Schulte (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;Der Körper der Königin. Geschlecht und Herrschaft in der höfischen Welt seit 1500&amp;#039;&amp;#039; (= &amp;#039;&amp;#039;Campus historische Studien&amp;#039;&amp;#039; 31). Campus-Verlag, Frankfurt am Main u.&amp;amp;nbsp;a. 2002, ISBN 3-593-37112-X, S. 27–48.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
{{Commonscat|Ladislaus V of Hungary|Ladislaus Postumus}}&lt;br /&gt;
* {{DNB-Portal|118725866}}&lt;br /&gt;
* {{Nömuseum|person|ladislaus-postumus|König Ladislaus (Postumus)}}&lt;br /&gt;
* Illustration von [[Francesco Terzio]] von 1569: Ladislaus Ung. Boem. Rex ({{ULBDD|urn:nbn:de:hbz:061:1-106565}})&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Anmerkungen ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref name=&amp;quot;Im alten Reich&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
{{Literatur |Autor=[[Ricarda Huch]] |Titel=Im alten Reich: Lebensbilder deutscher Städte |Hrsg=Wilhelm Emrich |Sammelwerk=Gesammelte Werke |Band=8 |Verlag=Kiepenheuer &amp;amp; Witsch |Ort=Köln/Berlin |Datum=1967 |ISBN=9783462005585 |Seiten=528–529}}&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/references&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Folgenleiste multi&lt;br /&gt;
|AMT=[[Liste der Markgrafen und Herzöge von Österreich im Mittelalter|Herzog von Österreich]]&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br/&amp;gt;([[Friedrich III. (HRR)|Friedrich III.]], Regent)&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Gules a fess argent.svg|40px]]&lt;br /&gt;
|ZEIT=1440–1453&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER=[[Albrecht II. (HRR)|Albrecht V./II.]]&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER=[[Friedrich III. (HRR)|Friedrich V./III.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|AMT2=[[Liste der böhmischen Herrscher|König von Böhmen]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Blason Boheme.svg|40px]]&lt;br /&gt;
|ZEIT2=1440–1457&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER2=[[Albrecht II. (HRR)|Albrecht I./II.]]&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER2=[[Georg von Podiebrad]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|AMT3=[[Liste der Könige von Ungarn|König von Ungarn]] und [[Liste der kroatischen Könige|Kroatien]]&amp;lt;br /&amp;gt;[[Datei:Hungary Arms.svg|40px]]&lt;br /&gt;
|ZEIT3=1444–1457&lt;br /&gt;
|VORGÄNGER3=[[Władysław III. (Polen und Ungarn)|Vladislav I.]]&lt;br /&gt;
|NACHFOLGER3=[[Matthias Corvinus]]&lt;br /&gt;
}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Normdaten|TYP=p|GND=118725866|LCCN=n/85/383922|VIAF=35251425}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kurfürst (Böhmen)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:König (Ungarn)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herzog (Österreich)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Erzmundschenk]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Habsburger (Albertinische Linie)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Herrscher (15. Jahrhundert)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Geboren 1440]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gestorben 1457]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Mann]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Personendaten&lt;br /&gt;
|NAME=Ladislaus Postumus&lt;br /&gt;
|ALTERNATIVNAMEN=Ladislaus von Habsburg; Ladislav Pohrobek (tschechisch); V. László (ungarisch); Ladislav V. Posmrtni (kroatisch)&lt;br /&gt;
|KURZBESCHREIBUNG=Herzog von Österreich, König von Böhmen und Ungarn&lt;br /&gt;
|GEBURTSDATUM=22. Februar 1440&lt;br /&gt;
|GEBURTSORT=[[Komorn]]&lt;br /&gt;
|STERBEDATUM=23. November 1457&lt;br /&gt;
|STERBEORT=[[Prag]]&lt;br /&gt;
}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Dieringer63</name></author>
	</entry>
</feed>