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	<title>Lacnunga - Versionsgeschichte</title>
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	<updated>2026-05-27T15:47:49Z</updated>
	<subtitle>Versionsgeschichte dieser Seite in Wikipedia (Deutsch) – Lokale Kopie</subtitle>
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		<id>https://wiki-de.moshellshocker.dns64.de/index.php?title=Lacnunga&amp;diff=651050&amp;oldid=prev</id>
		<title>imported&gt;Georg Hügler am 6. Januar 2023 um 10:20 Uhr</title>
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		<updated>2023-01-06T10:20:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;&lt;/p&gt;
&lt;p&gt;&lt;b&gt;Neue Seite&lt;/b&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039;Lacnunga&amp;#039;&amp;#039;&amp;#039; ([[altenglisch]] für „Heilmittel“) ist eine Sammlung verschiedener altenglischer Texte, die Anweisungen zu Heilmethoden geben, von denen viele auf [[Zauberspruch|Zaubersprüche]] und [[Segen]] zurückgreifen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einordnung ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Lacnunga&amp;#039;&amp;#039; ist einer von mehreren medizinischen Texten der altenglischen Periode. Er wurde wahrscheinlich im 11. Jahrhundert in Südwestengland aufgeschrieben. Der Name wurde ihm allerdings erst im 19. Jahrhundert durch [[Oswald Cockayne]] gegeben. Der Text ist im Manuskript &amp;#039;&amp;#039;British Library Harley 585&amp;#039;&amp;#039;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Internetquelle |url=http://www.bl.uk/catalogues/illuminatedmanuscripts/record.asp?MSID=7399&amp;amp;CollID=8&amp;amp;NStart=585 |titel=Detailed record for Harley 585 |hrsg=British Library |abruf=2015-02-02}}&amp;lt;/ref&amp;gt; enthalten. Die Anleitungen, unter welchen Umständen die Zaubersprüche und Segen anzuwenden sind, sind in [[Prosa]] gehalten, die Sprüche selbst in [[Gedicht]]form.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Inhalt ==&lt;br /&gt;
Während andere Werke der altenglischen Medizinalliteratur (z.&amp;amp;nbsp;B. &amp;#039;&amp;#039;[[Bald’s Leechbook]]&amp;#039;&amp;#039;) viele rational erklärbare Heilmethoden enthalten, stützt sich &amp;#039;&amp;#039;Lacnunga&amp;#039;&amp;#039; vorwiegend auf [[Magie|Weiße Magie]] als Heilmittel. Eine anatomische Ordnung des Inhalts nach dem Prinzip von &amp;#039;&amp;#039;{{lang|la|a capite ad calcem}}&amp;#039;&amp;#039; (lateinisch für „vom Kopf bis zur Ferse“) war zwar geplant, wurde aber nicht durchgehalten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://pages.unibas.ch/anglist/schiltz/aezs/sitzung9.htm |text=unibas.ch |wayback=20060506002631 |archiv-bot=2019-04-24 17:17:27 InternetArchiveBot}}&amp;lt;/ref&amp;gt; So enthält &amp;#039;&amp;#039;Lacnunga&amp;#039;&amp;#039; in loser Reihenfolge Sprüche&lt;br /&gt;
* zur Fruchtbarmachung kargen Landes&lt;br /&gt;
* als Rezept für eine Kräutermischung (&amp;#039;&amp;#039;[[Nine Herbs Charm|Neunkräutersegen]]&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* gegen einen Zwerg&lt;br /&gt;
* gegen Spätgeburt&lt;br /&gt;
* gegen die „Wasserelfenkrankheit“&lt;br /&gt;
:: (Gif mon biþ on wæterælfadle, þonne beoþ him þa hand-&lt;br /&gt;
:: næglas wonne and þa eagan tearige and wile locian niþer.&lt;br /&gt;
: Übersetzung:&lt;br /&gt;
:: &amp;#039;&amp;#039;Wenn jemand die Wasserelfenkrankheit hat, dann sind seine Finger-&amp;#039;&amp;#039;&lt;br /&gt;
:: &amp;#039;&amp;#039;nägel bleich und die Augen tränen und er will nach unten schauen.&amp;#039;&amp;#039;)&lt;br /&gt;
* zur Beruhigung eines Bienenschwarms&lt;br /&gt;
* gegen Viehdiebstahl&lt;br /&gt;
* als Reisesegen und viele andere mehr.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der längste und bekannteste unter diesen Sprüchen ist der &amp;#039;&amp;#039;Neunkräutersegen&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;[[Nine Herbs Charm]]&amp;#039;&amp;#039;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Rezeption ==&lt;br /&gt;
&amp;#039;&amp;#039;Lacnunga&amp;#039;&amp;#039; ist von vergleichsweise geringem medizinischen Wert. Es gewährt aber einen Einblick in den [[Volksglaube]]n&amp;lt;ref&amp;gt;Malcolm L. Cameron: &amp;#039;&amp;#039;Anglo-Saxon medicine and magic&amp;#039;&amp;#039;. In: &amp;#039;&amp;#039;Anglo-Saxon England&amp;#039;&amp;#039;, 1988, 17, S. 191–215.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Angelsachsen – Krankheiten wurden nach ihrer Vorstellung häufig durch [[Elfen]] oder Würmer hervorgerufen – und lässt Rückschlüsse darauf zu, was die häufigsten Krankheiten und Beschwerden gewesen sein mögen. Der Zauber &amp;#039;&amp;#039;Wið færstice&amp;#039;&amp;#039; (&amp;#039;&amp;#039;Wider einen plötzlichen Stich&amp;#039;&amp;#039;) z.&amp;amp;nbsp;B. könnte u.&amp;amp;nbsp;a. als Mittel gegen einen Herzinfarkt verstanden werden. Die letzten Zeilen lauten:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left:2em; font-style: italic;&amp;quot; lang=&amp;quot;ang&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Ut, spere, næs in, spere!&lt;br /&gt;
Gif her inne sy isernes dæl,&lt;br /&gt;
hægtessan geweorc, hit sceal gemyltan.&lt;br /&gt;
Gif ðu wære on fell scoten oððe wære on flæsc scoten&lt;br /&gt;
oððe wære on blod scoten&lt;br /&gt;
oððe wære on lið scoten, næfre ne sy ðin lif atæsed;&lt;br /&gt;
gif hit wære esa gescot oððe hit wære ylfa gescot&lt;br /&gt;
oððe hit wære hægtessan gescot, nu ic wille ðin helpan.&lt;br /&gt;
þis ðe to bote esa gescotes,      ðis ðe to bote ylfa gescotes,&lt;br /&gt;
ðis ðe to bote hægtessan gescotes; ic ðin wille helpan.&lt;br /&gt;
Fleoh þær      on fyrgenheafde.&lt;br /&gt;
Hal westu, helpe ðin drihten!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
Übersetzung:&lt;br /&gt;
&amp;lt;poem style=&amp;quot;margin-left: 2em;&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hinaus, Speer, nicht hinein, Speer!&lt;br /&gt;
Sollte hier drinnen etwas Eisernes sein,&lt;br /&gt;
Hexenwerk, dann soll es schmelzen.&lt;br /&gt;
Ob du in die Haut geschossen wurdest oder in das Fleisch geschossen wurdest&lt;br /&gt;
oder in das Blut geschossen wurdest,&lt;br /&gt;
oder in ein Gliedmaß geschossen wurdest, niemals sei deinem Leben geschadet;&lt;br /&gt;
Ob es ein Schuss des Asen gewesen ist oder ein Elfenschuss gewesen ist&lt;br /&gt;
oder es ein Hexenschuss gewesen ist, nun werde ich dir helfen.&lt;br /&gt;
Dies soll dich von dem Schuss des Asen heilen, dies soll dich vom Elfenschuss heilen,&lt;br /&gt;
dies soll dich vom Hexenschuss heilen; ich werde dir helfen.&lt;br /&gt;
Fliehe zum Kopf des Berges.&lt;br /&gt;
Heil werde, helfe dir der Herr!&lt;br /&gt;
&amp;lt;/poem&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Außerdem kann eine Vermischung von germanischem heidnischen Glauben, christlichem Einfluss (erkennbar an lateinischen Segen) und griechisch-römischem Aberglauben in &amp;#039;&amp;#039;Lacnunga&amp;#039;&amp;#039; untersucht werden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Webarchiv |url=http://www.millennia.demon.co.uk/ravens/medicine.htm |text=millennia.demon.co.uk |wayback=20060213053126 |archiv-bot=2019-04-24 17:17:27 InternetArchiveBot}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Möglicherweise hat sich [[J. R. R. Tolkien]], der Professor für Altenglisch war, vom &amp;#039;&amp;#039;Neunkräutersegen&amp;#039;&amp;#039; und dem &amp;#039;&amp;#039;Wið Færstice&amp;#039;&amp;#039; inspirieren lassen, als er den Roman &amp;#039;&amp;#039;[[Der Herr der Ringe]]&amp;#039;&amp;#039; schrieb.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Leibiger&amp;quot;&amp;gt;Carol A. Leibiger&amp;lt;!-- Aufsatztitel//Stichwort? --&amp;gt;. In: Michael D.C. Drout (Hrsg.): &amp;#039;&amp;#039;J.R.R. Tolkien Encyclopedia&amp;#039;&amp;#039;. Routledge 2006. [http://cw.routledge.com/ref/tolkien/charms.html cw.routledge.com]&amp;lt;/ref&amp;gt; Im &amp;#039;&amp;#039;Neunkräutersegen&amp;#039;&amp;#039; werden neun Heilkräuter neun Krankheiten entgegengestellt, so wie in Tolkiens Roman neun Gefährten gegen neun böse [[Figuren in Tolkiens Welt#Nazgûl (Ringgeister)|Ringgeister]] stehen. Im &amp;#039;&amp;#039;Wið Færstice&amp;#039;&amp;#039; ist von Reitern auf einem Hügel die Rede, und der plötzliche Schmerz wird auf ein Messer, einen Pfeil oder Speer zurückgeführt, der von Hexen oder Elfen geworfen wird. Schließlich wird das Geschoss entfernt und soll schmelzen. In &amp;#039;&amp;#039;Der Herr der Ringe&amp;#039;&amp;#039; wird die Hauptperson Frodo auf einem Hügel von einem Reiter durchbohrt, der ein „Hexenkönig“ genannt wird, und zwar mit einem Messer, dessen in der Wunde zurückgebliebenes Bruchstück später eingeschmolzen wird.&amp;lt;ref name=&amp;quot;Leibiger&amp;quot; /&amp;gt; Der Segenswunsch „Hal westu“ taucht ebenfalls als „Westu Théoden Hal“ („Werde du, Théoden, heil“) auf.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Siehe auch ==&lt;br /&gt;
* [[Medizingeschichte]]&lt;br /&gt;
* [[Altenglische Literatur]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
* T. O. Cockayne: &amp;#039;&amp;#039;Leechdoms Wortcunning, and Starcraft of Early England Being a Collection of Documents, for the Most Part Never Before Printed Illustrating the History of Science in this Country Before the Norman Conquest&amp;#039;&amp;#039;, 3 vols. Rerum Britannicarum Medii Ævi Scriptores (Rolls Series), London, 35, S. i–iii, 1864–1866 (reprint 1965) vol. 2; {{archive.org |leechdomswortcun02cock}}.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weblinks ==&lt;br /&gt;
* [http://www.bl.uk/manuscripts/FullDisplay.aspx?ref=Harley_MS_585 London. British Museum. Ms. Harley 585. 11.–12. Jh.]&lt;br /&gt;
* [http://www.ealdriht.org/charms.html Zaubersprüche im altenglischen Original und neuenglischen Übersetzungen.] ealdriht.org&lt;br /&gt;
* [http://www.galdorcraeft.de/ Altenglische, althochdeutsche und lateinische Zaubersprüche in Transkriptionen des Originaltextes und neuhochdeutscher Übersetzung.] galdorcraeft.de&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einzelnachweise ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur des Mittelalters]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literarisches Werk]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Literatur (Altenglisch)]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Angelsächsische Mythologie]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Magische Schrift]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>imported&gt;Georg Hügler</name></author>
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